YUKON QUEST 2005

YUKON QUEST 2005
 
Bilder und Berichte, 22.10.2005
   
 
20. August 2005, das Abenteuer beginnt

Flug nach Whitehorse

Also es war soweit ... am Samstag Morgen des 20-igsten Augusts 2005 trafen wir uns am Hauptbahnhof Bern. Eine lange Reise steht uns bevor ... eine sehr lange wie sich spaeter herausstellen sollte! Es begann in Zuerich. Air Canada schickte einen viel zu kleinen Flieger nach Kloten und unser Flug war total ueberbucht. So kam es, dass Role, Rene und Simu nicht mehr ins Flugzeug passten und auf einen anderen Flug ausweichen mussten (mit swiss ueber Montreal anstatt ueber Toronto).

Der vereinbarte Treffpunkt sollte Vancouver ... doch auch dies kam wieder anders. Anstatt dass die 3 Oldies eine Stunde nach Jan und Chrom in Vancouver eintreffen sollten, trafen Jan und Chrom rund 6 Stunden spaeter ein (02:00 nachts). Dies deshalb, weil in Zuerich kurz vor dem Start ein kleiner Brand in einem der Ofen fuer die Essenszubereitung entflammte ... tja nicht weiter schlimm. Eine kleine Episode ... Chrom und Jan warten in Toronta an der Gepaeckausgabe auf unser Bagage und da staunten diese zwei nicht schlecht, als da ploetzlich ein Gepaeckstueck (Boot) von unseren 3 Kumpanen auf dem Foerderband auftauchte (Suchauftraege und Panikattaken unserer Kollegen, die unterdessen schon in Vancouver eingetroffen waren inbegriffen) ... dies war der Auftakt zur Gepaeckgeschichte.

Da waren wir also schlussendlich friedlich vereint in Vancouver in unserem gebuchten Motel (2:30 nachts) und freuten auf den Fortgang der Reise nach Whitehorse am naechsten Tag (Sonntag). Ziemlich puenktlich hob der Flieger in Vancouver Richtung Whitehorse ab und wir trafen gesund, munter und wohlgelaunt genau um 17:00 in Whitehorse City ein. Nur leider nicht alle unsere Gepaeckstuecke... Die 5 Gepaeckstuecke die die Reise mit Chrom und Jan ueber Toronto gemacht haben, wurden in Vancouver leider falsch geroutet und landeten in Tai Pae (Taiwan). Na ja ... anstatt gemuetliches Zelten, war fuer Jan und Chrom dann halt eine weitere Nacht im Motel angesagt (auf Kosten Air Canada's versteht sich). Nach viel Sorgen, einigen Taxifahrten und Telefonaten, konnten wir das Gepaeck gut 24 Std. spaeter uebergluecklich in Empfang nehmen. Soweit die News zur Reise und Ankunft in Whitehorse.

Weitere Vorbereitungen

Der Montag galt es dann, Food, Canoe und weiteres Equipment zu organisieren und einzukaufen. Nach all den Strapazen der Reise und mit dem Gepaeck wurden wir Montag Nacht sogar mit den ersten Aurora Borealis (Nordlichter) entschaedigt.

Heute (22. August) sind wir nun kurz davor auf's Wasser zu gehen und der grossen weiten Wildnis entgegenzusteuern. Waehrend Simu, Chrom und Rene die allerletzten Vorbereitungen treffen (Boote bepacken, Food sortieren, etc.) sind Role und Jan nocheinmal kurz ins Dorfzentrum gekommen um euch die aktuellen und letzten News fuer die naechsten 3 Wochen zu ueberbringen.

Also, Ho for Yukon and let's go. Wir melden uns eventuell aus Carmacks wieder. Bis dann, alles Gute und machet's guet.

Die Yukon Crew



WHITEHORSE - CARMACKS
Tja ihr lieben Leut, wir haben euch nicht vergessen, der Baer hat uns auch nicht aufgefressen, den Elch den haben wir gegessen und die Adler sind zu Hunderten auf den Baeumen gesessen ... doch in Carmacks war Feiertag, deshalb gab's kein Update. Aber lieber spaet als nie.

Als Role und Jan von der letzten City-Tour in Whitehorse zurueck auf dem Zeltplatz waren, wurden die zwei sehnlichst erwartet - es ging endlich los. Relativ spaet (ca. 16:30 Uhr 23. August 2005) aber bei schoenstem Sonnenschein, nahmen wir die ersten Flusskilometer unter die Boote. Die naechste kleinere Ueberraschung liess nicht lange auf sich warten, denn auch wir hatten Hochwasser. Der Yukon hat einen soliden Wasserstand und der geplante Sandbankzeltplatz war unter Wasser. Aber dennoch tat es gut, das erste Mal reine Naturluft einzuatmen und die Zivilisation hinter sich gelassen zu haben. Dies bewies uns die erste Baerensichtung am darauffolgenden Tag - der Baerencounter war eroeffnet!

Lake Labarge

Am 3-ten Flusstag erreichen wir den Lake Labarge. Nachdem wir zuvor auf einer kleinen Insel noch unsere Vorraete (abgekochtes Wasser, Brot, Tee, etc.) aufgefuellt haben, schickten wir uns ins Seeabenteuer.

Es sei vorweggenommen, eine ganze Woche haben wir gebraucht, um die 55km zu paddeln!!!! Der See, der war uns wohl gesinnt zuerst mit Rueckenwind. Doch die Wellen begannen zu starten und wir mussten tagelang warten! Nach der ersten Seeetape mit beachtlichen Wellenhoehen, gingen wir in der Naehe eines Fischcamps an Land. Der naechste Tag war verregnet, der 2-te verwellt. Ein kleiner Trost der blieb, Yukon Jack und frisches Brot zum Zeitvertrieb. Dafuer gab's das erste Mal frischen Fisch auf dem Tisch bevor wir am naechsten Tag trotz Nordwind und maessigem Wellengang die naechste Seeetape in Angriff nahmen. Der Wind flaute ab und in einer herrlichen Bucht fanden wir den naechsten tollen Zeltplatz. Das Wetter lud zum baden ein und gute Laune bei traumhaftem Silver-Sunset machte sich breit. Doch das Wetter lasst euch sagen, hat schon tags darauf wieder zugeschlagen. Wind und Wellen waren da, doch wir entschieden uns weiterzugehen ... eine kurze Freude (ca. 10km) und wir mussten uns bei einsetzendem Regen wieder geschlagen geben.

Eine weitere Nacht am See, die zweit letzte sollte es sein. An die Wellen gewohnt, nahmen wir den naechsten Tag bei schoenem Wetter in Angriff und paddelten die letzten Seekilometer fast bis zum Ausfluss in "Lower Labarge". Der See war geschafft und wir waren um ein paar Paddelerfahrungen (Wellenreiten mit Canoe oder Kajak) reicher. Trotz schoenem Wetter, sorgten Wind und Wetter dafuer, dass wir eine Woche am einzigen und einzigartigen See verbrachten.

30 Miles bis Carmacks

Im netten Zug des Yukon Rivers (ca. 7km/h) gings wieder flott voran (selbst waehrend den Paddelpausen) und es brauchte maechtig Speicherplatz im Kopf um all die vielfaeltige und eindrueckliche Naturscenerie aufzunehmen. Noch am selben Tag (31. August) schlug der Crewfischer zu.

In einer kleinen ruhigen Bucht, ging uns der erste kapitale Hecht an den Haken. Mmmmmmhhhhhhhh, grilled Northern pike stand an diesem Abend auf der Speisekarte.

Es kam noch dicker, wir fanden eine kleine Trauminsel mit netten Waldbodenzeltplaetzen, Heidelbeerstraeucher, gutes Brennholz und grandioser Scenerie mit freier Adlerbesichtigung. Simu dachte sich, was der Jan kann, kann ich schon lange und da gab's doch tatsaechlich noch Arctic grayling (Aesche) zum Entree und zum Dessert zauberte uns Role ein koestliches Heidelbeergschlaber hin, - haute oudoor cuisine!

Die Wetterbedingungen sind nachwievor gut. Die Tagestemperatur liegt bei ca. 15 Grad und nachts liegen sie widererwarten ueber dem Gefrierpunkt. Die einzige Wetterkonstante ist die konstante wechselhafte Witterung von sonnig bis bewoelkt aber kaum Regen. Nachts klart es oft auf und wir koennen schoenste Polarlichter am noerdlichen Sternenhimmel bestaunen.

Weitere Baerenbeobachtungen und dank den weiteren groesseren Zufluessen (Teslin -, Big Salmon - und Little Salmon - River) die alle Niedrigwasser fuehren, bieten sich uns zahlreiche schoenste Inselzeltplaetze. Nach 13 Tagen erreichen wir Carmacks. Ein Schlummerdorf inmitten der Canadischen Wildnis.

Es gruesst euch die Yukon Crew



CARMACKS - DAWSON CITY

Carmacks - Fort Selkirk

Was wir bis jetzt alles erlebt haben hat unsere Erwartungen schon weitgehend erfuellt ... aber es sollte noch besser kommen! Nach einem detaillierten Inventar in Carmacks sahen wir uns veranlasst unsere Reserven nicht unverbraucht nach Dawson zu schiffen. Auf einer schoenen Insel, mit viel Brennholz und guter Laune, griffen wir dann ein bisschen tiefer in die Jackreserven (natuerlich alles offiziell genehmigt vom Fourier)!! Dass dann der darauffolgende Tag zum Ruhetag erklaert wurde, lag nicht am Wetter ... 

Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangsstimmung am Yukon

Gut erholt und wieder munter, gings weiter den Yukon runter. An diesem Tag standen die "5-finger rapids" und die "Rink rapids" auf dem Routenplan und so wurde dieser Tag zum "Rapids day" erklaert. Die sogenannten rapids (Stromschnellen) sind nicht wirklich ihren Ruf wert (jedenfalls bei diesem Wasserstand) und fuer uns Uttigerschwelle erprobten Paddler kein Problem.

 

So erreichten wir bald einmal mit flotter Stroemung Fort Selkirk. Eine verlassene "Stadt" a la Ballenberg, am Zufluss des Pelly Rivers. Je laenger je mehr, sehen wir keine anderen Paddler mehr. Es wird Winter und wir befinden uns mitten im Indian Summer.

 

So verbringen wir auch die Zeit in Fort Selkirk ganz fuer uns und wir koennen sogar vom vorhanden sein einer Blockhuette profitieren in der wir 2 Naechte schlafen (wetterbedingt).

Immer wieder erfreulich, frischer Fisch auf dem Tisch. Diesmal war auch Rene erfolgreich!

Fort Selkirk - Dawson City

Die Natur meinte es wirklich gut mit uns und bot uns eine Art Schlussbouquet. Fast taegliche Tierbeobachtungen vom feinsten und so eroeffnete der Elch Counter doch noch mit einer super Beobachtung einer Kuh mit zwei Kaelber. Am Ufer grasend und unsere naechste Naehe tolerierend liessen sie ein eindrueckliches Erlebnis zu, waehrend dem wir langsam an ihnen vorbei trieben. Auch Elchbullen zeigten sich uns inklusive Schwimmeinlagen. Ein riesiger 16-Ender schwamm fast auf unsere Insel, bis er uns doch noch bemerkte und wieder abdrehte. Tags darauf die 13:00 Uhr Show eines juengeren 10-Ender Bullen. Dieser wollte den Yukon queren doch waren wir im schon ein bisschen zu nahe auf den Pelz gerueckt. So verschwand er zuerst im Wald, um dann ca. 200m flussabwaerts sein Vorhaben fortzusetzen und vor unseren Booten durch den Fluss zu schwimmen.

Auch die Baeren waren lieb und zeigten sich immer wieder am Flussufer. Ein junger, unerfahrener und frecher Petz schwamm eines Abends sogar auf unsere Insel um kurz darauf stolz und gelangweilt an unserer Kueche vorbeizuziehen um anschliessend Simu's Zelt unter die Krallen zu nehmen. Solches Gebahren des Petzi's konnten wir nicht mehr dulden und scheuchten ihn mit Trillerpfeiffen und Gebruell von der Insel ... Natur hautnah!

Kurz vor Dawson schlugen wir unser Lager auf einer speziell ausgesuchten Insel fuer die letzten 2 Naechte in der Canadischen Wildnis auf. Speziell deshalb, weil es Brennholz haben musste. Nicht nur ein Klavter nein - 3, 4, 5 davon denn wir hatten Plaene. Ein echter Yukon Funke soll es werden, ja sogar ein verspaetetes 1. August Feuerchen ...

Zum letzten z'Nacht vor Dawson, schwamm uns dann noch ein Chinook Salmon (Lachs) quasi in die Kueche. Mmmmmhhhh herrlich, was fuer ein Festschmaus. Wie die Natur es so gewollt haette, verschonte sie uns nicht mit 2 richtigen Regentagen. Die letzten auf dem Fluss sollten es sein. Aber schlechtes Wetter gibt's ja nicht, nur schlechte Kleidung ... so trafen wir am Nachmittag des 19. Septembers 2005, gesund, munter, wohlgelaunt, um Erlebnisse berreichert aber halt ein bisschen feucht in Dawson-City ein.

Morgen geht's per Landstrasse zurueck nach Whitehorse. Von wo wir uns eventuell noch einmal melden werden. So long and a biiiiiiiiiiiig JACKADAELLYYYY from Dawson.

Eure Yukon-Crew



DAWSON - CITY

Zuerst wollten wir euch nicht mit einem Spezialbericht von Dawson "langweilen", aber nach den Highlights in der Goldgraeberstadt muessen wir euch davon berichten.

Nach dem Ankunftstag (Montag) stand am Dienstag eigentlich nicht viel auf dem Programm. Wieder einmal eine warme Dusche, Kleider waschen und das grosse Internetupdate (mit kleineren Problemen beim Bilder hochladen) hatten klar Prioritaet. Am spaeteren Nachmittag machten wir einen Spaziergang auf den "Midnight Dome" (Hausberg von Dawson). Bei kaltem Nordwind, ein kleines Pick-Nick und herrliche Aussicht ins Goldgraeberland (Klondike River / Bonanza Creek) auf dem Gipfel.

Spaeter gings in die Abendshow des "Diamond tooth Gerties" Cabarett. Ein Spunte, aufgemacht wie zur Jahrhundertwende waehrend des grossen Klonkike Goldrauschs. Die Gaeste werden auf lustige Art und Weise ins Programm eingebunden und Rene ging beim Tanzwettbewerb (wie erwartet) als Sieger hervor.

Nach ein paar kleinen Spielrunden, Bierchen und paar Canadian Dollars erleichtert, gings mit der Faehre zurueck auf den Zeltplatz.

Heute Mittwoch gings per Autotransport zurueck nach Whitehorse, wo wir morgen noch einen Shoppingtag einlegen, bevor wir am Freitag zurueck nach Vancouver fliegen. Dort endet die Reise fuer Rene, Roland und Simon. Die armen Hunde duerfen zurueck in die Schweiz. Die Ober-Ferientechniker Jan und Chrom bleiben noch bis am 13. Oktober in British Colombia.

Ein erweitertes Online Album sowie Dia-Show folgen zu gegebener Zeit. Wir hoffen es hat euch Spass gemacht unsere Abenteuer mitzuverfolgen. Das waers gsi von Tricks und Gaeggs, ciao zaeme!

Ein Prost auf die Heimat, eure Yukon2005 Crew



WEITERE EINDRÜCKE


Elchkuh mit Kälbern


Ein Schwarzbär mal aus einer anderen Perspektive ...


Einfach Yukon !


Supernova? Nein einfach Vollmond!


Wie ein alter Routinier, René passiert die "5-finger rapids"


Auch Jan und Chrom müssen durch ... gekonnte 5-finger Taufe


Jam - Session von Simon und Jan


Aus unserer Outdoorbackstube


Unser Yukon-Funke vor der Zündung







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