20. August 2005, das Abenteuer beginnt
Flug nach Whitehorse
Also es war
soweit ... am Samstag Morgen des 20-igsten Augusts 2005 trafen wir uns
am Hauptbahnhof Bern. Eine lange Reise steht uns bevor ... eine sehr
lange wie sich spaeter herausstellen sollte! Es begann in Zuerich. Air
Canada schickte einen viel zu kleinen Flieger nach Kloten und unser
Flug war total ueberbucht. So kam es, dass Role, Rene und Simu nicht
mehr ins Flugzeug passten und auf einen anderen Flug ausweichen mussten
(mit swiss ueber Montreal anstatt ueber Toronto).

Der
vereinbarte Treffpunkt sollte Vancouver ... doch auch dies kam wieder
anders. Anstatt dass die 3 Oldies eine Stunde nach Jan und Chrom in
Vancouver eintreffen sollten, trafen Jan und Chrom rund 6 Stunden
spaeter ein (02:00 nachts). Dies deshalb, weil in Zuerich kurz vor dem
Start ein kleiner Brand in einem der Ofen fuer die Essenszubereitung
entflammte ... tja nicht weiter schlimm. Eine kleine Episode ... Chrom
und Jan warten in Toronta an der Gepaeckausgabe auf unser Bagage und da
staunten diese zwei nicht schlecht, als da ploetzlich ein Gepaeckstueck
(Boot) von unseren 3 Kumpanen auf dem Foerderband auftauchte
(Suchauftraege und Panikattaken unserer Kollegen, die unterdessen schon
in Vancouver eingetroffen waren inbegriffen) ... dies war der Auftakt
zur Gepaeckgeschichte.
Da waren
wir also schlussendlich friedlich vereint in Vancouver in unserem
gebuchten Motel (2:30 nachts) und freuten auf den Fortgang der Reise
nach Whitehorse am naechsten Tag (Sonntag). Ziemlich puenktlich hob der
Flieger in Vancouver Richtung Whitehorse ab und wir trafen gesund,
munter und wohlgelaunt genau um 17:00 in Whitehorse City ein. Nur
leider nicht alle unsere Gepaeckstuecke... Die 5 Gepaeckstuecke die die
Reise mit Chrom und Jan ueber Toronto gemacht haben, wurden in
Vancouver leider falsch geroutet und landeten in Tai Pae (Taiwan). Na
ja ... anstatt gemuetliches Zelten, war fuer Jan und Chrom dann halt
eine weitere Nacht im Motel angesagt (auf Kosten Air Canada's versteht
sich). Nach viel Sorgen, einigen Taxifahrten und Telefonaten, konnten
wir das Gepaeck gut 24 Std. spaeter uebergluecklich in Empfang nehmen.
Soweit die News zur Reise und Ankunft in Whitehorse.

Weitere Vorbereitungen
Der Montag galt es dann, Food,
Canoe und weiteres Equipment zu organisieren und einzukaufen. Nach all
den Strapazen der Reise und mit dem Gepaeck wurden wir Montag Nacht
sogar mit den ersten Aurora Borealis (Nordlichter) entschaedigt.

Heute (22. August) sind wir nun
kurz davor auf's Wasser zu gehen und der grossen weiten Wildnis
entgegenzusteuern. Waehrend Simu, Chrom und Rene die allerletzten
Vorbereitungen treffen (Boote bepacken, Food sortieren, etc.) sind Role
und Jan nocheinmal kurz ins Dorfzentrum gekommen um euch die aktuellen
und letzten News fuer die naechsten 3 Wochen zu ueberbringen.

Also, Ho for Yukon and let's go. Wir melden uns eventuell aus Carmacks wieder. Bis dann, alles Gute und machet's guet.
Die Yukon Crew
WHITEHORSE - CARMACKS
Tja ihr lieben Leut, wir haben
euch nicht vergessen, der Baer hat uns auch nicht aufgefressen, den
Elch den haben wir gegessen und die Adler sind zu Hunderten auf den
Baeumen gesessen ... doch in Carmacks war Feiertag, deshalb gab's kein
Update. Aber lieber spaet als nie.

Als Role und Jan von der letzten
City-Tour in Whitehorse zurueck auf dem Zeltplatz waren, wurden die
zwei sehnlichst erwartet - es ging endlich los. Relativ spaet (ca.
16:30 Uhr 23. August 2005) aber bei schoenstem Sonnenschein, nahmen wir
die ersten Flusskilometer unter die Boote. Die naechste kleinere
Ueberraschung liess nicht lange auf sich warten, denn auch wir hatten
Hochwasser. Der Yukon hat einen soliden Wasserstand und der geplante
Sandbankzeltplatz war unter Wasser. Aber dennoch tat es gut, das erste
Mal reine Naturluft einzuatmen und die Zivilisation hinter sich
gelassen zu haben. Dies bewies uns die erste Baerensichtung am
darauffolgenden Tag - der Baerencounter war eroeffnet!
Lake Labarge
Am 3-ten Flusstag erreichen wir
den Lake Labarge. Nachdem wir zuvor auf einer kleinen Insel noch unsere
Vorraete (abgekochtes Wasser, Brot, Tee, etc.) aufgefuellt haben,
schickten wir uns ins Seeabenteuer.

Es sei vorweggenommen, eine
ganze Woche haben wir gebraucht, um die 55km zu paddeln!!!! Der See,
der war uns wohl gesinnt zuerst mit Rueckenwind. Doch die Wellen
begannen zu starten und wir mussten tagelang warten! Nach der ersten
Seeetape mit beachtlichen Wellenhoehen, gingen wir in der Naehe eines
Fischcamps an Land. Der naechste Tag war verregnet, der 2-te verwellt.
Ein kleiner Trost der blieb, Yukon Jack und frisches Brot zum
Zeitvertrieb. Dafuer gab's das erste Mal frischen Fisch auf dem Tisch
bevor wir am naechsten Tag trotz Nordwind und maessigem Wellengang die
naechste Seeetape in Angriff nahmen. Der Wind flaute ab und in einer
herrlichen Bucht fanden wir den naechsten tollen Zeltplatz. Das Wetter
lud zum baden ein und gute Laune bei traumhaftem Silver-Sunset machte
sich breit. Doch das Wetter lasst euch sagen, hat schon tags darauf
wieder zugeschlagen. Wind und Wellen waren da, doch wir entschieden uns
weiterzugehen ... eine kurze Freude (ca. 10km) und wir mussten uns bei
einsetzendem Regen wieder geschlagen geben.

Eine weitere Nacht am See, die
zweit letzte sollte es sein. An die Wellen gewohnt, nahmen wir den
naechsten Tag bei schoenem Wetter in Angriff und paddelten die letzten
Seekilometer fast bis zum Ausfluss in "Lower Labarge". Der See war
geschafft und wir waren um ein paar Paddelerfahrungen (Wellenreiten mit
Canoe oder Kajak) reicher. Trotz schoenem Wetter, sorgten Wind und
Wetter dafuer, dass wir eine Woche am einzigen und einzigartigen See
verbrachten.
30 Miles bis Carmacks
Im netten Zug des Yukon Rivers
(ca. 7km/h) gings wieder flott voran (selbst waehrend den Paddelpausen)
und es brauchte maechtig Speicherplatz im Kopf um all die vielfaeltige
und eindrueckliche Naturscenerie aufzunehmen. Noch am selben Tag (31.
August) schlug der Crewfischer zu.

In einer kleinen ruhigen Bucht,
ging uns der erste kapitale Hecht an den Haken. Mmmmmmhhhhhhhh, grilled
Northern pike stand an diesem Abend auf der Speisekarte.

Es kam noch dicker, wir fanden
eine kleine Trauminsel mit netten Waldbodenzeltplaetzen,
Heidelbeerstraeucher, gutes Brennholz und grandioser Scenerie mit
freier Adlerbesichtigung. Simu dachte sich, was der Jan kann, kann ich
schon lange und da gab's doch tatsaechlich noch Arctic grayling
(Aesche) zum Entree und zum Dessert zauberte uns Role ein koestliches
Heidelbeergschlaber hin, - haute oudoor cuisine!

Die Wetterbedingungen sind
nachwievor gut. Die Tagestemperatur liegt bei ca. 15 Grad und nachts
liegen sie widererwarten ueber dem Gefrierpunkt. Die einzige
Wetterkonstante ist die konstante wechselhafte Witterung von sonnig bis
bewoelkt aber kaum Regen. Nachts klart es oft auf und wir koennen
schoenste Polarlichter am noerdlichen Sternenhimmel bestaunen.

Weitere Baerenbeobachtungen und
dank den weiteren groesseren Zufluessen (Teslin -, Big Salmon - und
Little Salmon - River) die alle Niedrigwasser fuehren, bieten sich uns
zahlreiche schoenste Inselzeltplaetze. Nach 13 Tagen erreichen wir
Carmacks. Ein Schlummerdorf inmitten der Canadischen Wildnis.
Es gruesst euch die Yukon Crew

CARMACKS - DAWSON CITY
Carmacks - Fort Selkirk
Was wir bis jetzt alles erlebt
haben hat unsere Erwartungen schon weitgehend erfuellt ... aber es
sollte noch besser kommen! Nach einem detaillierten Inventar in
Carmacks sahen wir uns veranlasst unsere Reserven nicht unverbraucht
nach Dawson zu schiffen. Auf einer schoenen Insel, mit viel Brennholz
und guter Laune, griffen wir dann ein bisschen tiefer in die
Jackreserven (natuerlich alles offiziell genehmigt vom Fourier)!! Dass
dann der darauffolgende Tag zum Ruhetag erklaert wurde, lag nicht am
Wetter ... 

Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangsstimmung am Yukon

Gut erholt und
wieder munter, gings weiter den Yukon runter. An diesem
Tag standen die "5-finger rapids" und die "Rink rapids" auf
dem Routenplan und so wurde dieser Tag zum "Rapids day" erklaert. Die
sogenannten rapids (Stromschnellen) sind nicht wirklich ihren Ruf wert
(jedenfalls bei diesem Wasserstand) und fuer uns Uttigerschwelle
erprobten Paddler kein Problem.

So erreichten wir bald einmal
mit flotter Stroemung Fort Selkirk. Eine verlassene "Stadt" a la
Ballenberg, am Zufluss des Pelly Rivers. Je laenger je mehr, sehen wir
keine anderen Paddler mehr. Es wird Winter und wir befinden uns mitten
im Indian Summer.

So verbringen wir auch die Zeit
in Fort Selkirk ganz fuer uns und wir koennen sogar vom vorhanden sein
einer Blockhuette profitieren in der wir 2 Naechte schlafen
(wetterbedingt).

Immer wieder erfreulich, frischer Fisch auf dem Tisch. Diesmal war auch Rene erfolgreich!
Fort Selkirk - Dawson City
Die Natur meinte es wirklich gut
mit uns und bot uns eine Art Schlussbouquet. Fast taegliche
Tierbeobachtungen vom feinsten und so eroeffnete der Elch Counter doch
noch mit einer super Beobachtung einer Kuh mit zwei Kaelber. Am Ufer
grasend und unsere naechste Naehe tolerierend liessen sie ein
eindrueckliches Erlebnis zu, waehrend dem wir langsam an ihnen vorbei
trieben. Auch Elchbullen zeigten sich uns inklusive Schwimmeinlagen.
Ein riesiger 16-Ender schwamm fast auf unsere Insel, bis er uns doch
noch bemerkte und wieder abdrehte. Tags darauf die 13:00 Uhr Show eines
juengeren 10-Ender Bullen. Dieser wollte den Yukon queren doch waren
wir im schon ein bisschen zu nahe auf den Pelz gerueckt. So verschwand
er zuerst im Wald, um dann ca. 200m flussabwaerts sein Vorhaben
fortzusetzen und vor unseren Booten durch den Fluss zu schwimmen.

Auch die Baeren waren lieb und
zeigten sich immer wieder am Flussufer. Ein junger, unerfahrener und
frecher Petz schwamm eines Abends sogar auf unsere Insel um kurz darauf
stolz und gelangweilt an unserer Kueche vorbeizuziehen um anschliessend
Simu's Zelt unter die Krallen zu nehmen. Solches Gebahren des Petzi's
konnten wir nicht mehr dulden und scheuchten ihn mit Trillerpfeiffen
und Gebruell von der Insel ... Natur hautnah!

Kurz vor Dawson schlugen wir
unser Lager auf einer speziell ausgesuchten Insel fuer die letzten 2
Naechte in der Canadischen Wildnis auf. Speziell deshalb, weil es
Brennholz haben musste. Nicht nur ein Klavter nein - 3, 4, 5 davon denn
wir hatten Plaene. Ein echter Yukon Funke soll es werden, ja sogar ein
verspaetetes 1. August Feuerchen ...

Zum letzten z'Nacht vor Dawson,
schwamm uns dann noch ein Chinook Salmon (Lachs) quasi in die Kueche.
Mmmmmhhhh herrlich, was fuer ein Festschmaus. Wie die Natur es so
gewollt haette, verschonte sie uns nicht mit 2 richtigen Regentagen.
Die letzten auf dem Fluss sollten es sein. Aber schlechtes Wetter
gibt's ja nicht, nur schlechte Kleidung ... so trafen wir am Nachmittag
des 19. Septembers 2005, gesund, munter, wohlgelaunt, um Erlebnisse
berreichert aber halt ein bisschen feucht in Dawson-City ein.

Morgen geht's per Landstrasse
zurueck nach Whitehorse. Von wo wir uns eventuell noch einmal melden
werden. So long and a biiiiiiiiiiiig JACKADAELLYYYY from Dawson.
Eure Yukon-Crew
DAWSON - CITY
Zuerst wollten wir euch nicht
mit einem Spezialbericht von Dawson "langweilen", aber nach den
Highlights in der Goldgraeberstadt muessen wir euch davon berichten.
Nach dem Ankunftstag (Montag)
stand am Dienstag eigentlich nicht viel auf dem Programm. Wieder einmal
eine warme Dusche, Kleider waschen und das grosse Internetupdate (mit
kleineren Problemen beim Bilder hochladen) hatten klar Prioritaet. Am
spaeteren Nachmittag machten wir einen Spaziergang auf den "Midnight
Dome" (Hausberg von Dawson). Bei kaltem Nordwind, ein kleines Pick-Nick
und herrliche Aussicht ins Goldgraeberland (Klondike River / Bonanza
Creek) auf dem Gipfel.

Spaeter gings in die Abendshow
des "Diamond tooth Gerties" Cabarett. Ein Spunte, aufgemacht wie zur
Jahrhundertwende waehrend des grossen Klonkike Goldrauschs. Die Gaeste
werden auf lustige Art und Weise ins Programm eingebunden und Rene ging
beim Tanzwettbewerb (wie erwartet) als Sieger hervor.

Nach ein paar kleinen
Spielrunden, Bierchen und paar Canadian Dollars erleichtert, gings mit
der Faehre zurueck auf den Zeltplatz.
Heute Mittwoch gings per
Autotransport zurueck nach Whitehorse, wo wir morgen noch einen
Shoppingtag einlegen, bevor wir am Freitag zurueck nach Vancouver
fliegen. Dort endet die Reise fuer Rene, Roland und Simon. Die armen
Hunde duerfen zurueck in die Schweiz. Die Ober-Ferientechniker Jan und
Chrom bleiben noch bis am 13. Oktober in British Colombia.
Ein erweitertes Online Album
sowie Dia-Show folgen zu gegebener Zeit. Wir hoffen es hat euch Spass
gemacht unsere Abenteuer mitzuverfolgen. Das waers gsi von Tricks und
Gaeggs, ciao zaeme!
Ein Prost auf die Heimat, eure Yukon2005 Crew

WEITERE EINDRÜCKE

Elchkuh mit Kälbern

Ein Schwarzbär mal aus einer anderen Perspektive ...

Einfach Yukon !

Supernova? Nein einfach Vollmond!

Wie ein alter Routinier, René passiert die "5-finger rapids"

Auch Jan und Chrom müssen durch ... gekonnte 5-finger Taufe 

Jam - Session von Simon und Jan

Aus unserer Outdoorbackstube

Unser Yukon-Funke vor der Zündung
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