Logbuch Sommer 2006

Segeln durch die Aegaeis


Das Logbuch im Juni

  1.

29. Mai – Montag

Marmaris nach Ciftlik    14 sm

Endlich haben wir es geschafft, die letzten Tage waren noch sehr anstrengend und hektisch. Die Arbeiten an „Pallas Athena“, der Yacht unserer Freunde Susanne und Albert hatten sich doch als schwieriger und langwieriger herausgestellt, als wir dachten. Doch nun ist alles erledigt, schnell noch die letzten Lebensmittel einkaufen, aus der Marina ausklarieren und dann los. Schon ein eigenariges Gefühl, nach fast 8 Jahren einmal wieder auf Langstrecke zu segeln,neue Gebiete zu erkunden. Wir freuen unssehr darauf. Paul war schon zweimalim Norden, doch auch für ihn wird viel Neues dabei sein.

Den Wetterbericht haben wir eingeholt, er verspricht uns eine sehr ungewöhnliche Wetterlage,nämlich Süd- und Südwestwinde, was in diese Jahreszeit sehr selten ist. Das würde bedeuten, wir können segeln, statt gegenan zu kämpfen. Und richtig, schon gleich nachdem wir aus der Bucht von Marmaris raus sind, können wir die Segel setzen und gemütlich nach Ciftlik triedeln.

  

Yachten „Garuda“ und „Ballena“

Gretel und Klaus

 

Dort erwarten uns schon unsere Freunde Gretel und Klaus, die uns mit ihrer „Garuda“, einer 20 m Teakholzyacht begleiten möchten, auch sie haben einen Hund, AIKA, ein großer Irischer Setter.

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 2.

30. Mai – Dienstag

Ciftlik nach Seskli (Griechenland)   23 sm

Von Ciftlik nach Seskli, eine kleine Insel südlich von Simi, dauert es weniger als 4 Stunden. Wir haben herrlichen Segelwind von Anfang an und laufen zwischen 5 und 6 Knoten. So annkern wir dort schon um 14 Uhr und können die Stille dieser einsamen Insel, das herrliche blaue Wasser so richtig genießen.

Wir haben noch in Marmaris Hähnchenbeine eingekauft, die wollen wir heute Abend grillen. Noch eine Neuanschaffung hat es gegeben: wir haben uns einen kleinen Campingtisch gekauft. Paul hat zwei gemütliche Klappstühle dazu.... und nun sitzen wir alle unter Tamarisken und genießen den Sonnenuntergang, das Essen und den Rotwein.

Schon am späten Nachmittag ist der Südwind eingeschlafen, wir liegen ganz ruhig und friedlich hier.Und weil es hier so wunderschön ist, entscheiden wir uns gafür, auch den folgenden Tag noch zu bleiben.

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3.

31. Mai – Mittwoch

Seskli nach Akyalar (türk. Festland)  48 sm

In der Nacht kommt er wieder, der so ersehnte Südwind, gleichmäßig und stark mit 5 Bf. Schon beim Erwachen ist mir klar, nein, hier hält uns heute nichts mehr.Das müssen wir einfach ausnutzen, um weiter nach Norden zu kommen. Gretel und Klaus sehen das auch so, also los gehts.

Wir umrunden die türkische Halbinsel Datca, lassen die griechische Insel Kos links liegen uns segeln mit vollen Segeln nach Akyaral, einer kleinen Bucht an der Spitze der Bodrumhalbinsel, bleiben dort über Nacht.

 

4. 

1. Juni – Donnerstag

Akyalar nach Kalymnos  Ormos Palionisos  (Griechenland)  18 sm

 

 

Blauwasser... 26 Grad...

Es war Pauls wunsch mir diese kleine Bucht an der Nordspitze von Kalymnos zu zeigen.

Sie hat auch den Namen: Paradiesbay..... und es trifft auch zu. Ein grün bewaldetes Tal endet an einem weißen , feinen Sandstrand.... wie im Bilderbuch. Nach einem kleinen Aufstieg vom Strand in das Tal hinein liegt ein winzig kleines Dorf. Früher haben dort 12 Familien gewohnt,heute sind nur noch zwei alte Ehepaare übriggeblieben Eines davon sind die Eltern von Nicholas. Er hat sich dort ein schönes Haus gebaut und betreibt dort am Abend, nachdem er von seinem beruf als Lehrer aus der Stadt zurückgekommen ist, eine kleine Taverne. Er begrüßt Paul, den er zuletzt vor 3 Jahren gesehen hat, als alten, langvermissten Freund und bereitet uns ein schmackhaftes Abendessen: Ziegengulasch. Nach einer frölichen Runde zusammen mit Gretel und Klaus stolpern wir im Schein der Taschenlampen zurück auf unsere Yachten.

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5. 

2. Juni – Freitag

Kalymnos nach Agathonisi   32 sm

Wir machen einen kleinen Abstecher nach Leros, das auf unseremWeg nach Agathonisi liegt. Auch dort war Paul schon vor 4 Jahren und er möchte gerne sehen, ob seine Bekannten von damals noch dort sind.Ja,wir treffen Dimitrios in seinem Cafe am Hafen von Lakki. Von ihm erfahren wir, dass auch noch andere Bekannte dort sind. Aber die zu treffen verschieben wir auf später, denn Leros ist mit Sicherheit wert, dort länger zu bleiben. Wir fahren weiter nach Agathonisi, diesmal leider unter Maschine, denn dcer Wind ist weg.

 

Blick von Klein-Chorio

Fischerhafen

 

Agathonisi hat einen kleinen natürlichen Hafen mit ein paar Häusern rundherum.

Die eigentlichen Dörfer Klein-Chorio und Groß-Chorio liegen einen Kilometer aufwärts in den Bergen. Nun darf man sich unter „Groß“-Chorio nicht richtig etwas Großes vorstellen, denn die beiden Dörfer zusammen haben nur 100 Einwohner, ausnahmslos Bauern mit Ziegezucht und Gemüsefarmen. Viermal in der Woche kommt ein Fährboot von Kalymnos und Leros, um die Einwohner zu versorgen. Es gibt sogar eine Schule mit 10 Kindern im Alter von 7-12 und den dazugehörenden Lehrer, einen Arzt und einen Polizisten. Ein Zahnarzt, Alex, Paul kennt ihn, kommt 2mal im Monat mit seinem Boot herübergesegelt.Ein kleines Hotel gibt es ebenfalls. Vom Tourismus nichts zu spüren, wenn nicht hin und wieder einmal eine Yacht dort anlegen würde. Doch das ausgesprochen Originelle ist, dass sie die ganze Palette von Verkehrszeichen auf ihren 3 km langen Strassen aufgestellt haben, (Parkverbot, Stopschilder, Strassenverängung, usw) und das für dir ganzen 10 Autos, die dort fahren!!! Da hat jemand entweder den richtigen Humor gehabt oder Sehnsucht nach der großen weiten Welt!!

Wir ankern direkt vor der Hafenmole, genießen unser Abendessen in dem einzigen Restaurant dort mit Kerzenschein und Blick auf die Bucht. Die Leute sind sehr freundlich, das Essen gut (Schweinekottelett), wir fühlen uns wohl und beschließen, morgen früh den Aufstieg ins Dorf zu machen, denn man sagte uns, die Gärten vor den Häusern sind wunderschöne Blumenaugenweiden.

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6. 

3. Juni – Samstag

Agathonisi nach Cami Ada (türk. Festland)   45 sm

Der Plan mitdem Aufstieg ins Dorf ist gut, wird aber wieder verworfen, denn ein staker Südwind bläst in die Bucht hinein, und den wollen wir nutzen, weiter nach Norden zu kommen. So machen wir nur den kurzen Weg als Hundespaziergang nach Micro-Chios und nehmen uns vor, auf dem Rückweg hier noch einmal einen Stop einzulegen.

Wie der Windgott so will, ist der Wind wieder weg sowiewir die Bucht verlassen haben und wir motoren für dienächsten 3 Stunden. Doch dann kommt er so richtig auf und wir haben das seltene Glück mit 7,5 Kn durch die Strasse von Samos segeln zu können, und das mit gerefften Segeln..... eine einfach grandiose Fahrt!!!

Wir passieren Kusadasi und segeln bis zum Sonnenuntergang weiter, ankern in einer versteckten, einsamen Bucht am türkischen Festland kurz vor Dunkelheit um 21 Uhr. Welch ein herrlicher Segeltag!!! Leider ist der Ankergrund voll von Seegras und der Anker will einfach nicht greifen. Doch dann endlich nach dem dritten Versuch unser   Da-Bier, Essen und ein Gläschen Rotwein, um diesen herrlichen Tag im Cockpit zu beenden.

 

7. 

4. Juni – Sonntag

Cami Ada nach Dalyan Köy  60 sm

Es ist jetzt schon zu merken, dass hier im Norden ein anderes Klima herrscht. Es ist längst nicht so warm, wie an der Südküste der Türkei, immer ein frischer Wind und die Mächte sind sehr erfrischend kühl.

Wir machen uns früh auf den Weg, Leinen los um 7 Uhr, denn wir wollen so weit wie möglich weiter nach Norden, diesen Wind ausnutzen. Aus dem Handbuch haben wir uns Dalyan Köy ausgesucht, 60 sm entfernt, vorbei an Cesme im Osten und Lesbos im Westen. Wieder ein schnelles Segeln mit rerefften Segeln, SW 6 Bf. Wir schaffen es wieder: bei Sonnenuntergang laufen wir in das Hafenbecken ein. Im Handbuch ist die kleine Stadt als interessant, tüpisch türkisch beschrieben. Wir machen leider eine andere Erfahrung... sie ist einfach NUR Müll, und das nicht nur auf den Staßen sondern wie wir schmerzlich erfahren müssen, auch unter Wasser. Beim Rückwärtsanlegen an den Kai stoppt die Maschine. Schlechtes Zeichen, ein Tau im Propeller. Mit Ziehen und Zerren an einer schnell zum nächsten Kutter geworfenen Leine können wir Ballena festmachen. Paul taucht noch, kann aber nichts mehr erkennen, es ist schon zu dunkel, es wird also der Morgensport sein.

Selbst bei strahlendem Sonnenschein am nächsten Morgen ist nicht viel im Wasser zu sehen, es ist zu schmutzig. Doch dann stellt sich beim Tauchen heraus, um den Propeller ist ein dicker Klumpen altes Fischernetz gewickelt. Fast eine Stunde benötigt Paul mit immer wieder Abtauchen, die Ballena freizuschneiden. Wir zerren das Ungetüm aus dem Wasser damit keine weitere Yacht sich darin verfängt.

Zum Einkaufen laufen wir ins Stadtzentrum. Nun sieht es nicht ganz so müllig aus, war wohl nur das Hafenviertel. Unverständlich, denn dort sind auch die ganzen Fischrestaurants. Nun, wir wollen eh weiter, schnell proviantieren, kurz ins Internet, um den Wetterbericht zu erfahren und dann weiter.

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8.

5. Juni – Montag bis Freitag, den 8. Juni

Dalyan Köy nach Eskiforca   43 sm

Um 12 Uhr verlassen wir Dalyan Köy und können sofort wieder segeln. Der Wetterbericht hat vorhergesagt, dass wir nur noch heute Südwinde haben werden, danach für mimdestens 4 Tage Nordwind. Also wollen wir gute 40 Meilen noch machen, um in die schönen Buchten von Foca zu kommen. Kurz vor Sonnenuntergang ankern wir Hinter einer Insel, die der Stadt Foca vorgelagert ist. Gretel und Klaus hatten uns gebeten Fleisch aus Dalyan Köy mitzubringen. Nun sind wir bei den beiden auf der „Garuda“ zum Pfeffersteakessen eingeladen... welch ein Genuss!!

 

 

6.Juni – Diestag

Den nächsten Morgen fahren wir um die Ecke in die Bucht vor der Stadt. Schon beim Einlaufen sieht diese Stadt einfach toll und einladend aus. Leider finden wir an dem Kai keinen Platz, denn wir brauchenten Wasser uns sollten auch die Batterien wieder nachladen. So ankern wir frei in der geschützten Bucht vor der Stadt und finden es hier viel schöner, bewundern das Panorama. Von der Stadt sehen wir den Fischerhafen und ein paar Yachten vor der alten Stadtmauer, die Bucht ist gesäumt durch einzelne kleine Häuser, keine großen Bauten und mündet an unserem Platz in einemStrand mit einem Cafe und schaukelnden Fischerbötchen davor,  ein schöner Anblick. Doch wir sind neugierig auf die Stadt und machen uns sofort auf den Weg um die Bucht herum in die Stadt. Wir werden nicht enttäuscht, es ist wirklich schön hier. In der Stadtmitte liegt der kleine, alte Fischerhafen, umsäumt von Srassencafes und Lokalen. Ein friedliches, einheimisches Bild, den es gibt hier keine ausländischen Touristen mit roten, dicken Bäuchen der Sonne ausgesetzt, keine Charteryachten. Es ist eine türkische Stadt, mit türkischen Urlaubern. Selbst als wir den Wochenmarkt entdecken, können wir es spüren: es ist ein ganz normaler Markt, ohne Ledergürtel, Uhren, Tachen, Fussballshirts und Kacosthemden. Keine Anmache von den restaurants oder den Händlern auf dem Markt.... wir sind wieder in der RICHTIGEN Türkei... und genießen es sehr.

Wir beschließen, ein paar Tage hier zu bleiben.

 

Ankerplatz vor Foca

Der kleine Fischerhafen

 

 

 

 

7. Juni – Mittwoch

Noch immer ist an der Hafenmauer nichts frei. Nun gut, wir bleiben vor Anker, werfen den Generator zum laden der batterien an, und werden unser Wasser mit Kanistern auffüllen.

Jetzt machen wir ersteinmal einen Stadtbumel, schaun ins Internet und ich werde die Website aktualisieren.

Roter-Rotwein-Sonnenuntergang

 

Am Abend sind wir auf einen Hügel geklettert und haben mit einem Glas Rotwein einen sehr rot(weinigen)en Sonnenuntergang über den Inseln genossen.

 

 

 

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9.

8. Juni – Donnerstag

Eskiforca nach Bademli   23 sm

Ja, diese kleine Stadt ist wirklich ausgesprochen schön, eine gelungene Mischung aus Tradition und beginnendem Tourismus.Alte Häuser, gut geplegt, kleine türkische Teehäuser und Lokantas in Harmonie mit Internetcafe und Supermarkt.

Morgens schauen wir noch einmal ins Internetcafe und rufen den Wetterbericht ab. Er zeigt Meltemi ab Samstag, also werden wir noch einmal Wasserkanister auffüllen und in die Tanks kippen, Obst uns Gemüse einkaufen und dann mittags weiter nach Bademli (Ankern zwischen Inseln) und Freitag nach Ayvalik (Stadt und Buchten) fahren.

Die Praxis ist oft anders als die Theorie: als wir aus der geschützten Bucht herauskommen, pfeift uns der Nordwestwind um die Ohren. Wir müssen hoch am Wind kreutzen, brauchen 6 Stunden für die 23 sm.

Doch wir werden belohnt: Bademli ist eine wunderschöne, geschützte Bucht mit einem kleinen Fischerhafen. Wir ankern in weit davor, denn die Wassertiefe ist dort unter 2m.

Bunter Reigen... Regenbogen

 Das Wetter ist hier ganz anders als in der Südtürkei, viel kälter und sogar um diese Jahreszeit noch bewölkt. Kurz vor Sonnenuntergang regnet es sogar ein bißchen, ein großer Regenbogen wölbt sich über uns.

 

 9. Juni – Freitag

Was für ein Schreck !!!

Auch dieses war wieder einmal ein Tag, der anders gedacht war. Eigentlich wollten wir ja weiter nach Norden, nach Ayvalik gehen, doch wir sind heute noch hier geblieben.... und der Grund war Jerry.

 

Ich war schon früh wach, neugierig auf das Dorf, das 20 min zu Fuss zu erreichen ist. So bin ich nit den beiden Hunden losgewandert. Wirklich ein Erlebnis, dieses 1200 Einwohner Dorf. Auf dem Rückweg fing es dann an zu gießen und ich habe mich im Hafen bei den Fischern in ihrer Hütte untergestellt. Währenddessen hat Jerry was zum Fressen gefunden und als ich ihn sah, würgte er und ein Stück Angelschnur hing ihm noch aus dem Maul. Situation klar: Angelhaken verschluckt!! Sehr hilfreich und schnell waren die Fischer, orderten ein Taxi und brachten mich in die 10km entfernte größere Stadt zum Tierarzt. In Jerrys Maul und Schlund war nichts zu sehen, also Narkose, um zu sehen, ob der Haken dort noch steckt. Falls er schon im Magen ist, sagte mir der Tierarzt, müsste ich in das 110 km entfernte Izmir fahren und ihn dort operieren lassen.

 

Wiklich ein Mordinstrument

Jerry musste sich wegen der Narkose sich übergeben.... und Gott sei Dank kam der Alte Fisch und der Haken wieder zum Vorschein!!!!!

Am Nachmittag ist er aus der Narkose wieder aufgewacht, putzmunter und gesund, doch an eine Weiterfahrt mit ihm ist noch nicht zu denken. Also bleiben wir hier und erledigen einige Arbeiten an Bord, schwimmen und spielen Rummikub.

 

 

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10.

10. Juni – Samstag

Bademli nach Lesbos (Kolpos Yeros- Loutra  12 sm

Wieder haben wir eine schöne und schnelle Segelstreckehoch am Wind.. Kolpos Yeros auf Lesbos ist eine weit in die Insel eingeschnittene Bucht an derem Ende die kleine Stadt Loutra oben in den Bergen liegt. Ihre Einwohner leben vom Fischfang und dem Ertrag aus Olivenöl. So weit das Auge reicht sieht man Olivenhaine.

Noch nachmittags machen wir zusammen mit Gretel und Klaus eine kleine Wanderung durch den uralten Olivenbaumbestand hinauf ins Dorf. Enge Gassen, ein Gewimmel von lauten Motorrädern die knatternd den Berg hinaufächsen und eine Horde von Hunden begleiten uns laut bellend... schnell ein paar Schweinekotteletts gekauft, ein Bier in einer Taverne getrunken und zurück in die Stille der Bucht.

Argwöhnisch beobachtet

 

Unseren Morgenspaziergang vor unserer Abfahrt beobachtet argwöhnisch ein Pelikan. Er wird von den Fischern gefüttert. Unter ungeklärten Umständen hat er letztes Jahr seinen Partner verloren und hat sich jetzt eine kleine Katze als Schmuseersatz ausgesucht.

„Garuda“ bleibt noch hier, wir wollen uns wieder auf der griechischen Insel Limnos treffen, wir wollen vorher noch einen Abstecher nach Ayvalik machen und dort aus der Türkei ausklarieren.

 

11.

11. Juni – Sonntag

Loutra (Lesbos) nach Ayvalik  27sm

Zwei Stunden müssen wir unter Maschine laufen,der Wind kommt direkt aus der Richtung, in die wir wollen, doch dann saust die „Ballenamit vollen segeln und 6 Kn auf das türkische Festland zu.

Wir beschließen noch nicht in die marina nach Ayvalik zu gehen und erst noch einen ruhigen Abend in einer einsamen Bucht zu genießen. Wir finden sie, wir sind ganz alleine. Überhaupt ist hier im Norden der Segeltourismus viel geringer, wir treffen kaum andere Yachten. So sind wir auch hier sweit und breit das einzigste Schiff.

Den nächsten Morgen machen wir bei unserem Hundespaziergang eine noch nicht gesehene Entdeckung.... am Strand spritzt es aus vielen kleinen Löchern aus der Erde!! Bewaffnet mit Schaufel, Hammer und meißel wollen wir dem Ganzen im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Grunde gehen. Des Rätsels  Lösung: es sind lange Muscheln mit einem dicken, langen Rüssel. Sie leben ca 30 cm im harten Meeresboden. Wie sie sich die Löcher nach oben bohren konnten, bleibt uns ein Geheimnis. Der Boden muss vulkanisch sein, er schillert in allen Rot-, Braun- und Schwarztönen.Mit dem hammer beklopfen wir sie und können eine dicke Schale abschlagen. Zurück bleibt ein schwarzer granitartiger, runder Stein. Sehr seltsam!!

Wir verlegen uns am frühen Nachmittag in die Marina... Saubermachen, Waschen, Wassertanken, danach einen Spaziergang in die Stadt.

Ayvalik ist eine sehr alte Stadt mit tragischer vergangenheit. Vor Attatürk wurde sie vorwiegend von Griechen bewohnt. Während des Völkeraustausches mussten sie ihre Häuser verlassen und wurden nach Griechenland deportiert. In diese Häuser zog zwar die türkische Bevölkerung, aber sie konnte sie nicht erhalten. So besteht selbst heute nach mehr als 80 Jahren die Altstadt noch überwiegend aus zerfallenen Bauten aus dieser Zeit.Gott sei Dank hat man rechtzeitig genug einen Abriss und Aufbau mit hässlichen Betonbauten gestoppt und alles unter Denkmalschutz gestellt. Langsam werden jetzt die Häuser unter strengen Auflagen restauriert. Wirklich eine interessante Stadt schwankend zwischen Tradition und Moderne.

  

Alt neben Neu

Wunderschön  restauriert

Transportmittel Pferd

 

Morgen werden wir noch einmal durch die Altstadt streichen, sie genießen, dann ausklarieren und in einer Bucht bei Ayvalik auf den Südwind warten, der in den nächsten Tagen kommen soll, um uns dann mit ihm nordwest zur griechischen Insel Limnos tragen zu lassen. Vielleicht kommen wir auf dem Rückweg hier noch einmal vorbei... es gibt hier noch so viel zu sehen.

Heute, am 12.Juni ist für Paul und mich ein besonderer Tag: wir leben jetzt 22 Monate zusammen, sehr glücklich und total zufrieden.

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12.

14. Juni – Mittwoch

Ayvalik  nach Limnos

(griechische Insel, östliche Sporaden)   73 / 85sm

Gestern, späten Nachmittag hatten wir dann alles erledigt, mit dem Sonnenuntergang eine wunderschöne Bucht im Außengolf von Ayvalik gefunden und haben eine ruhige, aber kurze Nacht gehabt.

Um 4 Uhr morgens klingelt der Wecker, es ist hier um diese Uhrzeit noch dunkel. Hundespaziergang, Tasse Kaffee, Müsli.... und los geht es. Die Windvorhersage aus dem Internet gestern zeigt uns, dass es bei Nordwestwinden und einem Kurs nach Lindos, der nordwestlich liegt, schwierig werden kann, dorthin zukommen.

Und so ist es dann auch, wir müssen einen großen Kreuzschlag segeln, was die Meilenanzahl auf ca 85sm erhöht. Aber wir haben ein herrliches Segeln fast die ganze Zeit über.

Nach 16 Stunden (Linda und Jerry kneifen schon die Beine zusammen), gerade noch im letzten Tageslicht können wir endlich unseren Anker auf Limnos, in der Bucht von Moudhros werfen..... und weg ist er!! Ja, wirklich!!! Anker auf dem Grund, wir fahren ihn rückwärts ein... und er fasst nicht, Ballena geht weiter rückwärts. Das ist nun eigentlich nicht ungewöhnlich, manchmal hält der Anker bei dem ersten Versuch einfach nicht. Das gibt es nur eines: Anker wieder auf.. und schon ist er oben und man kann den nächsten versuch starten.......diesmal aber nicht!!! Kette oben...Anker weg!!!

So ein dummes Gesicht habe ich wohl selten gemacht!! Schnell markieren wir den Ort mit einer Boje und ankern, diesmal erfolgreich mit dem Ersatzanker. Mehr können wir jetzt nicht machen, wir müssen auf Morgen warten und hoffen, ihn bei Tageslicht zu finden und zu bergen.

 

13.

15. Juni  bis 20 Juni

Limnos

  15. bis 17. Juni

Sonnig, warm und windstill am nächsten Morgen, ideal zur Ankersuche. Paul in seinem Taucheranzug, ich im Dinghy bewaffnet mit einem Fischermannsanker. Dann endlich nach 10 Minuten sehen wir ihn auf dem Grund in 5 m Tiefe liegen. Nun ist es leicht: den Fischermann eingehakt und ziehen... da ist das gute Stück ja wieder!!! Des Rätsels Lösung: beim Werfen des Ankers muss sich ein kettenglied an Schäkel verhakt haben und den Sicherungsstift aufgedreht haben. Nun werden wir ihn so sichern, dass es nicht mehr passieren kann. Noch mal gut gegangen... es hätte ja auch unter schwieriger Situation passieren können.

Nun werden wir den Tag mit Schwimmen und Erkundigungen dieser schönen Insel verbringen.

Nachmittags fahren wir die 3 sm hinein in die große Bucht zu dem 800 Seelen Dorf Moudhros. Wie gehen vor der Stadt achtern an die Außenmole, die normalerweise für die von Zeiz zu Zeit anlegenden Versorgungsschiffe gedacht ist. Nun kommt aber gerade keines und wir können hier bleiben. Der Hafen ist für uns zu winzig, der Eingang zu eng, nur gedacht für die kleinen Fischerboote.

Wie triken unser erstes Mythos auf Limnos und laufen den berg zur Stadt hinauf. Wir finden eine saubere, mit allen Einkaufsmöglichkeiten ausgestatte Kleinstadt vor. Ja, soweit entfernt von den Versorgungszebtren sind die Einwohner auf sich selbst gestellt und sorgen dafür, dass sie alles auf der Inselhaben,was sie benötigen. Tourismus gibt es hier keinen.

Am nächsten Tag bei den Hafenbehörden erfahren wir, dass hier kaum Yachten herkommen. Nur 4 Yachten, die wir aus Marmaris kennen, waren letzte Woche hier und sind weiter nördlich zu der Insel Samothraki gesegelt. Wir hatten Funkkontakt mit ihnen, und überlegen nun, ob wir uns diese, als schön gepriesene Insel mit Wasserfällen, auch noch ersegeln sollen.

Die Einwohner sind ausgesprochen freundlich und hilfreich, so ganz anders als auf den überfüllten Touristeninseln. Jerry zieht wieder die große Show ab. Zur großen Freude der Leute trabt er wieder vom Bäcker mit dem Brot im maul durch die Gassen!!!

Die meisten Häuser sind neueren datums, denn bei dem Erdbeben in 1928 ist der größte Teil des Städtchens zerstört worden.

Wir werden heute noch hier bleiben, denn „Garuda“ hat sich für den Abend angesagt. Sie kommen direkt von Leros

  

Der Samstag Morgen ist wieder ein Arbeitstag. Schon ganz früh sind wir auf, denn noch ist Windstille. Wir nehmen die große Fock herunter, denn der Streifen des Achterlieks hat sich an vielen Stellen gelößt, also gemütlich mit Kaffeebecher auf dem Deck sitzen und näahen. Es ist eine besinnliche Beschäftigung, der Blick kann von Zeit zu Zeit über die Bucht streifen, die Gedanken haben freien Lauf.

 

 

Nachmittagsverlassen wir Moudhrosund folgen „Garuda“, die schon morgens in eine Bucht ausgelaufen ist. . Unsere beiden Yachten sind weit und breit die einzigen Schiffe soweit das Auge reicht. Mit kaltem Bier im Rucksack machen wir uns am Abend auf und wollen uns den Sonnenuntergang vom Hügel aus betrachten, die Harmonie und die Schönheit der Landschaft genießen.

 

 

 

Doch daraus wird nichts, es wird eher ein Albtraum!!

Jerry sieht eine Herde Schafe und ist so ganz gegen seine Gewohnheit nicht zu halten, rast los, hinter ihnen her direkt in Richtung Farmhaus. Wir rufen, aber er hört nicht. Der Farmer sieht das, nimmt seine Schrotflinte und schießt auf ihn. Er läauft halb zurück und bleibt dann wie angewurzelt stehen.Als wir endlich bei ihm sind, bricht er aus vielen Wunden blutend zusammen. Gott sei Dank sind es nur kleine Wunden. Paul trägt ihn aufs Schiff, wir rasieren die Stellen, finden kein Schrot mehr. Es sind nicht so sehr die Verletzungen, es ist der Schock, der ihm zu schaffen macht, er ist kaum ansprechbar und hat starke Schmerzen in der Bauchgegend. Im Moment können wir nichts tun,morgen früh werden wir in die Hauptstadt der Insel fahren und hoffen, dass wir einen Tierarzt finden.

 

Sonntag, 18. Juni

Jerry geht es besser, er kann einen kleinen Morgenspaziergang machen. Dann fahren wir die 20 sm nach Myrina.

Wir finden einen ausgesprochenen kompetenten und netten Tierdoktor. Er kann uns beruhigen, keine Gefahr für Jerry. Er bekommt kramflösende Mittel und Antibiotika gesritzt und ist schon bald sehr viel besser drauf. Doch wir müssen die nächsten drei Tage noch hier bleiben zur Kontrolle. Den nächsten Abend schaut er noch einmal bei uns vorbei,um seinen Patienten zu begutachten. Alles ist ok, nun sitzt er ganz locker mit uns zusammen und berichtet von seiner Insel.

Arkit, so heißt der Arzt, ist hier geboren und aufgewachsen. Er erinnert noch die Zeit, als Limnos von 50000 Menschen bewohnt wurde, jetzt sind es nur noch 17000. Die Bewohner leben hauptsächlich von Ackerbau und Viehzucht, es ist eine sehr fruchtbare Insel, Weizen, Wein, Baumwolle, Obst und Gemüse, Farmen mit Schafen und Ziegen.

Limnos wird administrativ von Lesbos verwaltet, die Hauptstadt ist der Hafen Myrina, in dem wir jetzt liegen.

  

 Es ist ein schöner Ort mit kleinen, verwinkelten Gassen, geschäftiges Treiben in der Stadt und im Hafen. Innerhalb von 2 Tagen haben wir 6 große Fähren gezählt, die meist spät abends für kurze Zeit anlegen. Es gibt nur wenig Tourismus hier, überwiegend Griechen machen an der Westküste Urlaub. Griechische Weisen klingen aus den den gemütlichen Restaurants und Weinlokalen, keine laute Discomusik stört den Frieden. Wir liegen wunderbar hier an der Kaimauer, die Stadt und ihr munteres Treiben direkt vor der Nase, interessant anzusehen ohne zu stören.

Hier im Norden herrscht ein ganz anderes Klima als wir aus dem Süden gewohnt sind. Selbst im Sommer regnet es von Zeit zu Zeit. Es ist jetzt gut warm hier, aber nicht diese glühende Hitze, die wir sonst im Sommer haben. Die Winter, so berichtet Arkit, sind oft sehr kalt uns stürmisch, sogar Schnee haben sie hier. Für uns kaum vorstellbar, dass Haüser und Gassen mit einer 3m Schneeschicht bedeckt sein können.

Zum Sonnenuntergang klettern wir den Burgberg hinauf. Leider ziehen Gewitterwolken auf, so nichts mit dem Sonnenuntergang. Trotzdem, der Blick über die Buchten ist einfach grandios.

 

 

 

Wir sehen die Ballena, wie sie friedlich vor sich hin schaukelt.

 

 

 

 

 

 

 

Auch der Blick in die Bucht nach Norden, wo sich Strände erstrecken und einege Hotels liegen ist einfach bezaubernd. Ja, hier könnte ich meinen Urlaub gut verbringen, wenn wir nicht schon unsere Yachten hätten.

 

 

 

Morgen, am Mittwoch können wir eine Bucht weiterfahren, sind dann immer noch in reichweite des Arztes, für alle Fälle. Pauls Neffe Lawrenz mit Frau und ihren 6 monatigen Mädchen-Zwillingen machen in dieser Bucht in einer Hotelanlage Urlaub. Wir haben uns mit ihnen dort verabredet.

Zusammen machen wir eine kleine Rundreise durch die Buchten für ca 2 Stunden. Mehr zeit haben sie leider nicht, denn ihre kinder sind im Clubhort und müssen zum Abendessen wieder abgeholt werden..

Uns bleibt noch die Zeit, in eine nördliche Bucht zu segeln.Hier verbringen wir die Nacht und wollen morgen Vormittag nach Samothraki aufbrechen. Die Wettervorhersage verspricht am Nachmittag Nordwestwind, damit könnten wir segeln.

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 14.

22. Juni  - Donnerstag

Limnos nach Samothraki     35/42sm

 

Leider hat sich der Wetterfrosch geirrt. Wir können gut segeln, alledings 50 Grad west aus dem Kurs und hoffen auf den Winddreher nach westen. Nichtsda, kein Dreher, sondern totale Flaute, so dass wir jetzt 30 sm motoren müssen. Aber wie so oft, hat jedes negative auch die gute Seite: das Wasser ist spiegelglatt und uns begleiten für über eine 20 Minuten Delphine, welch ein Anblick!!

 

  

 

 

Endlich, am Nachmittag taucht die Insel aus dem Meer auf. Es ist gewaltig, diese nur knappe 180 Quadratkm große Insel ist eigentlich nur ein einziger berg mit einer Höhe von 1620 m. Fast nur im Süden befindet sich ein schmaler Sreifen niedrigen Landes. Hier liegen auch die wenigen Dörfer, ein kleiner Hafen Kamariotissa, ca 2700 Menschen leben auf dieser Insel.

Garuda erwartet uns schon, und wir legen uns genau wie sie längsseits an die Hafenmole und genießen gemeinsam den Sonnenuntergang.

 

 

Samothraki, Freitag, 23. Juni

Paul und ich wollen in die Hauptatdt der Insel, in das 6 km entfernte, in den Hergen gelegene Dörfchen Hora. Wir machen uns zu Fuß auf den Weg, werden per Anhalter mitgenommen. Es ist ein sehr altes Dorf, dem Ursprung nach  Byzantinisch, als sich die Anwohner aus den Küstendörfern wegen der Piraten in die Berge ungesiedelt haben. Heute steht dieses ganze Dorf unter denkmalschutz, und das ist auch gut so. Die alten Häuser, im Rund in einem Talkesel gebaut, sind wunderschön. Man fühlt sich um mindestens 100 Jahre zurückversetzt.

 

 

Samstag, 24. Juni

Eigentlich wollten wir uns heute eine Auto mieten, damit wir auf unserer Rundtour auch die Hunde mitnehmen können., aber es ist keines zu bekommen. So hüsern Gretel und Klaus ihr eigenes von der Garuda auf die Pier, wir leihen uns eines und die Hunde müssen eben mal an Bord bleiben.

Es wird eine wunderbare Tour durch kleine Dörfer, zur Heiligen Stätte der großen Götter, an der Küste entlang und wieder in die Berge, in saftiggrüne Schluchten mit Wasserfällen, urwüchsigen Plantanen und dann wieder in die Ebene mit Salzlagune und Weizenfelder. So klein diese Insel auch ist, so vielseitig ist sie auch.

 

Der Tempel der großen Götter

Wasserfälle

durch die Lagunen und Weizenfelder

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 15.

26. Juni  - Montag

Samothraki  nach Thasos   35sm

Wir diesen Törn haben wir Extravorbereitungen getroffen, denn der Wetterbericht gibt Stuurmwarnung im Süden an und auch auf Samothraki noch Windstärken um 6 Bf. Also setzen wir als wir amMorgen den hafen verlassen die Sturmfock am Kutterstag und ziehen nur ein Drittel Großsegel hoch. Ballena läuft gut mit dieser reduzierten Segelfläche, 6 Kn. Doch nur ca 2 Stunden, dann ist der Wind wie weggepustet und wir müssen den Rest bis nach Thasos motoren. Neue Erkenntnis für uns, der Meltemi entfaltet sich erst so richtig südlich Samothraki. Macht nichts, so wird es eine ruhige Überfahrt, wir spielen Rummikub.

 

Thasos, 27. bis 29.Juni

Diese Insel soll sich für uns als wohl die schönste bisher herausstellen. Der Norden ist sehr bewaldet, grün,wohin man auch schaut, es blüht überall noch. Der Süden ist mit ohen bergen, Olivenhainen, karg und felsig aber mit wunderschönen Strandbuchten.

 

Wir bekommen den Motorroller von Klaus und Gretel und machen uns auf Endeckungstour nach Westen um die Insel herum. Eine geradezu abenteuerliche Fahrt. Wir wollen das Kloster Panteilamona besichtigen, müssen dazu die asphaltierte Strasse verlassen und klettern mit dem Motorrad auf fast 1000 m Höhe hinauf, passieren kleine bergdörfer, in denen wir herzlich willkommen geheißen werden.

Traumhaft oben auf dem Gipfel im Kloster.

Es hat sich gelohnt!! Paul, der fährt, kann seine verkrampften Arme bei dem wunderbaren Anblich über die Insel entspannen.

 

 

 

Im Kloster leben nur noch 2 Nonnen, früher bis an die 15. Im Jahre 1834 wurde der Neubau einer Kirche begonnen. Doch jeden Abend war die Arbeit wieder zerstört, das Werkzeug verschwunden. Nach ca einer Woche fanden sie Fußspuren, folgten ihnen und entdeckten eine kleine Tropfsteinhöhle, und in ihr die Werkzeuge. Also bauten sie die Kirche gleich nebenan. Das Wasser soll heilen. Die Höhle selbst wurde zu einer kleinen Kapelle umfunktioniert, viele Kranke wanderten dorthin.... und wurden, wie man sagt, durch das Wasser geheilt. Wir bestreichen kleine Schürfwunden damit ( wir sind leider einmal sanft umgefallen).... es heilt gut!!! Nun, wer sagts!!

Die Abfahrt zeigt sich dann noch als viel schwierger, langsam, langsam.

Zum Sonnenuntergang kommen wir dan müde und geschafft, aber voller grandioser Eindrücke zurück zumHafen von Thasos.

Das Kloster in den Bergen

Megalo Prinos auf 800m Höhe

Blick auf Thasos Stadt

 

 

Nun sind wir so richtig auf den Geschmack gekommen, wollen uns für den nächsten tag ein Motorroller ausleihen und zusammen mit Gretel und Klaus die Ost- und Südküste der Insel erforschen.

Früh morgens holen wir uns das Rad und fahren dann los. Vorbei an den Marmorbrüchen, die strahlend weiß in der Sonne zwischen den Bäumen hervorglänzen, an der Küste entlang zu den Fischerdörfern. Es gibt wenig Tourismus hier, er fügt sich ohne zu stören in das Bild dieser Inselhinein, die Einwohner führen ihr leben weiter wie schon vor 100 Jahren.

Dann geht es wieder hinauf in die Berge, aber diesmal bleiben wir auf den Asphaltwegen, den unsere Hinterpartien sind doch noch etwas lädiert von gestern, unser badarf an diesen schwierigen Holperstrecken ist ersteinmal gedeckt.

 

 

Wir besuchen die alten Bergdörfer mit ihren traditionellen Häusern.Die meisten sind noch bewohnt, aber viele schon am verfallen. Auch hier hat sich die bevölkeerungsdichte reduziert, die jungen leute wandern aus aufs Festland.

Die Kirchen, meist aus dem 19.Jahrhundert sind prunkvoll ausgestattet, eine Augenweide. Wir finden sogar den Engel Gabriel.

 

 

 

 

 

 

Blick über die Buchten

Potamias mit Kloster

Sanstrände

Impressionen.....

...aus dem Dorf.....

...von Theologus

 

Wir haben diese Insel wirklich genosse. Im Moment erscheint sie uns als die schönste und interessanteste, aber jede Insel ist eben anders, und hier haben wir wohl auch am intensivsten versucht sie zu erforschen. Auf Thoasos könnten Paul und ich uns gut vorstellen, einen Urlaub zu verbringen.... Wald, lange Sandsträne, versteckte Buchten, die alten Dörfer, die sehr nette Bevölkerung, viel zu erforschen mit dem Motorroller. Warum hier nicht mehr Touristen sind, können wir uns nur wegen der etwas umständlichen Anreise vorstellen. Der Flug geht nach Kavala auf dem Festland, dann Transfer zur Fähre und eine einstündige Überfahrt.

Wir bedauren, dass wir nicht länger hierbleiben können, aber nun wird es langsam Zeit, dass wir wieder Richtung Ayvalik kommen, wo wir am 5. Juli von einer bekannten, Sabine, und am 10. Juli von Simona, Irenes Tochter bekommen.

Ein Tag noch ausruhen, und dann geht es am Freitag, den 30. Juni los in Richtung Süden. Ca 150 sm müssen wir zurücklegen. Wir hoffen auf guten Wind von achtern, werden sehen, welche Stops wir anlaufen werden, nach demMotto: Wohin der Wind uns trägt.

Wir werden uns dann wieder aus der Türkei, Ayvalik, melden.

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