Logbuch Sommer 2006

Segeln durch die Aegaeis


Logbuch im Juli

16.

1. Juli - Samstag

Thasos  nach Limnos (Mirina)  45sm

10 Stunden brauchen wir für die 45 sm von Thasos nach Limnos, wieder in den gemütlichen Hafen Mirina. Es ist eine gemischte Fahrt zwischen starkemWind, schnellem Segeln und überhaupt keinem Wind und Laufen unter Maschine.

Trotzdem genießt die ganze Crew diesen Törn.

 

17.

2. Juli - Sonntag

Limnos nach Lesbos (Mithimna)  60 sm

In der Nacht hat es ein Riesengewitter gegeben, und so waren wir morgens nicht so ganz im klaren über die Wetterlage.Also noch einmal ins Internetcafe, um den Wetterbericht abzufragen. Aber alles klar, wir müsen sogar los, denn in der nächsten Woche kommt Sturm auf, und wir müssen ja rechtzeitig in Ayvalik sein, um Sabine abzuholen. Wir kommen erst um 10 Uhr los, zu spät, um die 85 sm nach Ayvalik in einem Rutsch zu schaffen. Aus den Handbüchern suchen wir uns den geschützten Hafen Mithimna an der Nordküste von Lesbos aus. Es ist schon dunkel, 22.30 Uhr, als wir dort ankommen.Es gibt keine Schwierigkeiten in den Hafen zu gelangen, er ist gut mit Navigationslichtern ausgestattet. Zwei andere Yachten liegen dort ebenfalls, die Yachties helfen uns beim Anlegen.

 

Der nächste Morgen bringt eine Riesenüberraschung gleich in doppelter Ausvertigung: Wir wachen auf und es brettert unglaublich.Obwohl wir sehr geschützt liegen, haben wir auf der Anzeige Windstärke 4 Bf. Glück gehabt, noch rechtzeitig Schutz gefunden. Die zweite Überraschung ist, Mithimna ist ein ausgesprochenes Juwel, eine der wohl schönsten alten griechischen Dörfer, die wir gesehen haben. So macht es uns auch überhaupt nichts aus, dass wir für die nächsten beiden Tage hierbleiben müssen: Sturmwarnung, wir dürfen (und wollen) den Hafen nicht verlassen.

Wir lirgrn sicher und können durch den wunderschönen Ort bummeln, auf die Burg hinaufklettern, den ort genießen.

 

Mithimna von der Burg aus

Alte Häauser, gut restauriert

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18.

5. Juli - Mittwoch

Lesbos (Mithimna) nach Ayvalik  25 sm

Wir warten bis Mittag, denn die Wettervorhersage aus dem Internet sagt, dass es sich ab mittags beruhigen soll. Der Hafenmeister lässt uns nur ungern gehen, nach seiner kenntnis ist immer noch Sturmwarnung, doch im hafen ist es ganz ruhig. Also laufen wir aus (müssen auch los, denn Sabine hat sich für 1 Uhr in der Nacht angemeldet). Noch sind wir vom türkischen Festland geschützt, aber dann geht es los, wir können schon aus der Entfernung die hohen Gischtwellen sehen. Nur ein Drittef Großsegel und Fock ..... und Ballena rennt mit 8 kn Richtung Ayvalik. Die letzten 7 sm müssen wir dann allerdings mit Maschine gegenan känpfen.

Wir entscheiden unz vor Anker zu gehen, die Marina ist schwierig bei diesem starken Wind anzulaufen.

Sabine muss eine etwas längere Taxifahrt vom Busbahnhof in Ayvalik in Kauf nehmen. Aber am Ende haben wir sie dann doch ziemlich trocken (frierend, denn es ist ziemlich kalt bei diesem Wind) nachts um 2 Uhr bei uns an Bord.

Den nächten Morgen gehen wir dann doch in die Marina. Ziemlich schwierig, doch es ist geschafft.

Nachmittags klarieren wir wieder in der Türkei ein und schauen uns noch einmal die Altstadt von Ayvalik an.

Sabine fühlt sich wohl an Bord, verwöhnt die Fellmonster mit leckerlis und hat sich schon gut als Crew eingelebt.

 Morgen, am Freitag wollen wir weiter Richtung Foca, wo wir Sonntag Nacht Simona, Irenes Tochter, mit dem Auto vom Flughafen Izmir abholen wollen.

 

 

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19.

7. Juli - Freitag

Ayvalik 25 sm nach Bademli 20 sm

Diese kurze Strecke von 20 sm genießen wir alle sehr, insbesondere Sabine. Sie hat Segelerfahrung von der Nord- und Ostsee und steht sofort hinter dem Ruder. Die Segel sind bis auf 1/3 gerefft und wir preschen mit 6,5 Kn dahin.

In Bademli treffen wir auch die beioden Schweden Johann und Camilla wieder, mit denen wir Seite an Seite in Mithimna gelegen haben. Sie sind außerst interessante Zeitgenossen, segeln 3 Monate im Jahr auf ihrer Yacht. Den Rest des Jahres arbeiten sie: er als Schauspieler, sie ist selbstständige Köstümdesignerin für Theater und Film.

Morgens versuchen wir noch einmal die heißen Quellen per Schiff zu erreichen, doch wir finden keinen geeigneten Ankerplatz, also segeln wir weiter nach Eskifoca. Nach wenigen Minuten bekommen wir einen Hilferuf von Johann: seine Maschine reagiert auf die gangschaltung. Also segeln wir zurück und untersuchen die Ursache: Kabelbruch. Wir arbeiten einen Plan aus, wie sie manuell die Maschine in den Vor- und Rückwärtsgang schalten können und so nach Foca gehen können.

 

20.

8. Juli - Samstag

Bademli nach Eskifoca 20 sm

Der Wind ist ziemlich unbeständig und ganz ausser der Reihe müssen wir die meiste Zeit unter Maschine laufen. In Eskifoca brettert der Wind dann wieder. Also reichlich Ankerkette bevor wir in die Stadt gehen. Als wir zurückkommen, sehen wir, dass wir zu dicht am Ufer geankert haben, neu ankern, damit wir sicher schlafen können.


9. und 10. Juli – Sonntag/Montag (Fahrt nach Pergamon)

Heute Nacht, dh besser Montag Morgen um 5 Uhr soll Simonas Maschine in dem 80 km entfernten Izmir landen. Wir mieten den Leihwagen schon morgens, weil wir einen Ausflug zu der Ausgrabung nach Pergamom machen wollen. Paul bleibt an Bord, bei diesem starken Wind möchte er die Ballena nicht alleine lassen. Ausserdem will er gerne Johann bei seinem Schaltkabel helfen.

So fahren Sabine und ich alleine.

Es ist eine wunderschöne Fahrt an der Küste entlang, die wir vorher entlanggesegelt sind.

Im Innland fahren wir an riesigen Sonnenblumenfeldern vorbei.... uns scheint im wahrsten Sinne die Sonne!!!

Wir kommen in die alte Stadt Bergama, die Burg Pergamon liegt auf dem Hügel über ihr. Leider können wir uns aus Zeitgründen nicht genug Muße nehmen, dieses interessante Städtchen zu erkunden, doch ausreichend, um zu wissen, dass wir gerne noch einmal hierher zurückkommen möchten.

Wir fahren den Burgberg hinauf....welche Aussicht über das weite Tal und die Berge. Einiges ist hier restauriert worden, aber noch viel mehr ist unter der Erde begraben. Schade, sicherlich würden noch viele interessante Bauten zum Vorschein kommen. Trotzdem, ein lohneneder Besuch.

   

Paul hat in der Zwischenzeit ein neues Kabel auf der Yacht der Schweden eingezogen, alles ist wieder klar zur Weiterfahrt. Die beiden laden uns zu einem grandiosen Essen ein als Dankeschön für die Mühen mit ihrem Schaltkabel.

Sabine hat sich bereiterklärt, mit mir zusammen Simona vom Flughafen abzuholen


Um 3 Uhr morgens klingelt der Wecker und auf geht es. Klar sind die Straßen total leer und wir kommen zugig voran. Auch der Flieger ist pünktlich, Simona wohlbehalten und voller Spannung und neugier angekommen.

Den Rest des Tages hängen wir etwas müde herum, machen einen Stadtbummel und lassen Simona sich an Land, Leute und das Leben auf dem Schiff gewöhnen.


 

11.Juli - Dienstag

Eigentlich wollten wir heute nach Südlesbos segeln, aber der Wind ist genau gegenan. Also suchen wir uns eine schöne Bucht in der Nähe von Foca, Schwimmen und genießen den Tag. Simona muss sich noch etwas von ihrem ersten Segelabenteuer erholen, sie kämpft mit der Seekrankheit, ist aber guten Mutes und lässt sich die Laune nicht verderben...kann nur besser werden!!!

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21.

12. Juli - Mittwoch

Eskifoca nach Plomarin (Lesbos) 25 sm


Simona kämpft trotz Reisetabletten zu Anfang wieder, doch dann verschläft sie einfach dieses Unwohlsein.

Plomarin hat ebenfalls einen kleinen Hafen, keine Yachten darin, nur eine große Motoryacht und ein paar Fischerboote. Wir liegen an der Pier direkt vor einem kleinen Lokal.... unsere erste Mythosstation. (Ja, in Griechenland nicht Efes sondern Mythos.)

   

 Fischerhafen von Plomarin

 Blau gegen ungute Geister

Auch Ploramin hat seinen Reiz, obwohl dieses Städtchen nicht so alt ist, wie zB. Mithimna an der Nordküste. Dieser Ort hier wurde erst im 19.Jahrhundert besiedelt, als die Seeräuberei beendet war und die Leute wieder aus ihren versteckten Bergdörfern hervorkriechen konnten.

Nun müssen wir handfeste Pläne machen, denn Sabines Urlaub neigt sich dem Ende zu. Wir beschließen, wieder nach Eskifoca zu gehen, und den Transfer per Bus von dort aus zu organisieren. Im Vorfeld versuchen wir schon einmal, herauszufinden, wann die Busse fahren. Nicht so einfach auf türkisch mit Angestellten der Busgesellschaften, die nicht Bescheid wissen. Aber zum Schluss erfahren wir, dass der letzte Bus von Izmir nach dem Flughafen Dalaman nachts um 24 Uhr geht. Überlegungen wie anstellen, denn dann hätte Sabine noch eine Wartezeit von 6 Stunden, wäre insgesamt 24 Stunden unterwegs... ich werde sie mit dem Auto hinfahren.

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22.

13. Juli - Donnerstag

Plomarin (Lesbos) nach Port Saip 25 sm

Port Saip (Türkei) liegt ebenfalls in dem Golf von Izmir aber an dem gegenüberliegenden Ufer von Foca, 10 sm entfernt davon. Dieses ist nun unsere letzte Station mit Sabine.

 

Wir ankern frei vor der Stadt, der Hafen ist zu klein für uns. Wir sind enttäuscht nach all den schönen Städten und Dorfern. Port Saip ist ein türkischer Urlaubsort mit einem Bürgermeister, der eine totale Geschmacksverirrung gehabt haben mus.... dieser Ort ist einfach nur häßlich!!! Trostlose Betonbauten säumen das Ufer!!! Doch wir finden das Juwel: eine kleine mit Wein überwucherte Taverna direkt am Strand vor unserem Liegeplatz..... herrliches Essen, gute türkische Musik, harmonische Stimmun, kaltes Efes!! So genießen wir unseren Nachmittag und Abend dort.... es wird so trotzdem noch ein gelungener Liegeplatz.


14. Juli – Freitag

Port Saip nach Foca 10sm

Bevor wir nach Foca segeln machen wir noch einen kurzen Stop um die Ecke hinter einer Insel „Büyük Adasi“, was so vielheißt wie „große Insel“, in Wirklichkeit aber sehr klein ist. Hier ist es paradiesisch.... hellblaues Wasser, kleiner Strand. Simona und ich schnorcheln, wir haben das Gefühl, mitten in einem Aquqrium zu schwimmen!Nun haben wir nur die Zeit für einen kurzen Aufenthalt, aber Simona, Paul und ich sind uns einig...hierher wollen wir noch einmal zurückkommen.

Leichter Wind nach Foca, erfreulich, Simona hat sich an das Schaukeln gewöhnt, wird nicht mehr seekrank.

Abends in Foca holen wir unseren Leihwagen, genießen den Sonnenuntergang, gehen früh zu Bett.

3 Uhr morgens klingelt der Wecker.... 390 km liegen vor uns nach Dalaman.


15. Juli – Samstag

Um 8 Uhr morgens sind Sabine und ich in Dalaman, noch Zeit für einen Kaffe und eine Suppe. Dann heißt es Abschiednehmen. Sabine ist traurig, sie möchte nicht wg.Aber der Gedanke, im September noch einmal für 3 Wochen zu kommen, dämmt den Tränenstrom zurück. Bye, bye Sabina, es war schön mit dir zusammen...bis zum September.

Ich mache mich auf den Rückweg, komme in Izmir in ein Chaos und stecke 1 Stunde im Stau. Zürüch in Foca, nach 12 Stunden Fahrt, bin ich nur noch müde und genieße die Ruhe auf dem Schiff.

Eine Woche haben wir jetzt noch zusammen mit Simona. Wolln mal sehen, was wir da machen. Morgen wollen wir ersteinmal wieder zu unserer kleinen Insel (Büyük Adasi). Dann sehen wir weiter, wahrscheinlich werden wir wieder nach Griechenland segeln, zur Insel Chios.


16. Juli – Sonntag Foca nach Büyük Adasi 15sm

Ich brauche den Vormittag, um mich noch zu erholen von der Autofahrt und unsere Website auf unserem Laptop vorzubereiten und auf dem memoriestick zu speichern, um dann ins Internetcafe zu gehen und sie dort in unser Logbuch einzufügen. Alles ist gemacht, doch die 4 Internetcafes sind bis auf dem letzten Platz belegt von jungen, drahtigen Männern: es ist nicht nur Sonntag sondern auch ein Feiertag und die Armee hat Ausgang. Also üssen wir euch noch ein paar Tage im Unklaren über uns lassen und unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Nachmittags verlassen wir Foca, müssen die 10 sm nach Büyük Adasi kreuzen. „Garuda“ hat sich gemeldet, wir werden uns dort treffen.

Den nächsten Tag verbringen wir mit Schwimmen und Schnorcheln. Der Wind hat nachgelassen, wir genießen diesen wunderschönen Ort und die Ruhe. Gegen Nachmittag kommt wind auf, wir können nicht das Dinghy benutzen, um in den kleinen Ort zu fahren, wo wir eigentlich alle zusammen Essen gehen wollten.Macht nichts, wir haben alles an Bord und kochen uns ein leckeres Abendessen. Simona fuehlt sich jetzt richtig wohl bei uns, lernt das Bordleben lieben.

   


Nachts um 3 Uhr weckt Paul mich auf mit den Worten: „We are stuck“! Richtig, der Wind bläst nun direkt in die Bucht, der Anker hat nicht gehalten und wir sitzen auf Grund, 10m von den Klippen entfernt. Misst!! Schnell reagieren. Maschine an, Vollgas... es nützt nichts!!! „Garudas“ Anker hat auch nicht gehalten, Klaus und Gretel ankern neu, Klaus bringt uns eine Schleppleine an Bord. Fürs erste ist „Ballena“ gesichert. Der Wind nimmt zu, wir haben Niedrigwasser, keine Möglichkeit, jetzt frei zu kommen, aber Dank „Garuda“ auch nicht mehr die Gefahr,noch weiter an die Klippen zu driften. Wir müssen die Yacht weiter sichern, bringen eine 80m Leine vom Masttop an Land, kränken das Schiff, aber immer noch nicht frei. Zweites Tau vom Heck an Land, wir versuchen uns über die Winschen über das Herck herauszuziehen, „Garuda“ mit Maschine. Ein Fischerboot kommt uns zur Hilfe, aber er selbst hat Maschinenprobleme. Will den gar nichts nützen???? Der Wind nimmt wieder zu, Klaus muss die Leine kappen, weil er abgetrieben wird. Das ist der Moment, wo ich denke:“Nein, das darf doch nicht wahr sein!!“..fürchte mich um Ballena. Während Klaus neu ankert, kurbeln Simona, Paul und ich abwechselnd an den Winschen, um „Ballena“ über das Heck zu befreien. Wir alle kurbeln, bis unsere Arme nicht mehr können, abwechseln. Langsam bewegen wir uns, „Garuda“ hat wieder sicher geankert, wir bringen eine weitere Leine vom Heck zu ihr, versuchen weiter. Endlich, nach 5 harten Stunden , mit einer großen Welle zur Unterstützung, ist es geschafft....... Ballena ist frei!!!!!!! Schnell die Landleinen lösen, sie stehen unter großem Druck. Ich bin unvorsichtig beim Lösen von der Winsch.Wie eine Peitschee knallt die unter Spannung stehende Leine los, gegen meine rechte Hand.... mein Zeigefinger steht im rechten Winkel ab!!!! Keine Schmerzen, ich ziehe ihn sofort wieder gerade... dann schwillt er in Windeseile an, tut sehr weh. Nichts mehr zu machen!!! Aber alles nicht so wichtig jetzt... unser Schiff ist wieder feri!!!! Wir sinken uns überglücklich und total erschöft in die Arme. Wir alle, Klaus und Gretel, Simona, Paul und ich haben bis zum Umfallen gekämpft...mit Gott sei Dank Erfolg... war ganz schön eng ohne Schaden am Schiff davon zu kommen. Besonders Stolz sind wir auf Simona, die mit ihren 21 Jahren uns so umsichtig, schnell und voller Einsatz uns beigestanden hat. Pauls Kommentar später: „I never had children but if I had a daughter like Simona I would be very proud!”

Klar ist, ich muss mit meinem Finger ins Krankenhaus. Wir entscheiden uns nach Cesme zu segeln, 25 sm. Es ist jetzt 8 Uhr morgens, wir können gegen 15 Uhr dort sein, und ich kann einen Arzt aufsuchen.

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23.

18. Juli - Dienstag

Büyük Adasi nach Cesme 25 sm

 

Unsere Gemüter haben sich wieder beruhigt, wir sind erschöpft aber glücklich, dass alles gut ausgegangen ist. Schaden: mein kaputter Finger und die Ankerwinsch ist durch den Zug des Schlepptaus gebrochen. Beides wollen wir in Cesme richeten. Wir haben starken Wind, doch von achtern, und segeln gerefft mit 6 Kn in den neuen Tag... genießen es alle.

Im Hafen von Cesme angekommen, nehmen Paul und ich gleich ein Taxi, währen Simona mit den armen Hunden spazieren geht. Sie müssen dringend, sind unruhig, denn sie haben natürlich den Stress gespürt.

 

Gaby ist wieder EÝN-HAND-SEGLERÝN

Das Röngenbild zeigt es, der Figer ist gebrochen. Ohne Vorwarnung packt der Arzt meinen dick geschwollenen Zeigefinger und richtet ihn. Der Scherz ist so groß, dass ich kurz vor einer Ohnmacht bin, Paul fängt mich auf. Pantastisch, wie so ein gehirn konstruiert ist, es schaltet einfach ab, wen Schmerz nicht mehr zu ertragen ist! Die Hand wird eingegipst...... nun bin ich wieder Einhandsegler... und Paulauch, denn jetzt muss er die meisten Arbeiten für die nächsten 3 Wochen alleine erledigen. Bis Sonntag ist noch Simona da, die mich tatkräftigt unterstützen kann, doch dann muss Paul alleine ran. Der meist gebrauchte Satz von mir wird wohl sein: „Kannst du mir bitte helfen.. ich kann das nicht alleine!“


 

 

Mitwoch, Donnerstag bleiben wir noch in Cesme. Wir müssen ersteinmal wieder klarschiff machen, 200 m Tau auswaschen und zasammen mit allen Sachen, die wir in Windeseile aus dem Stauraum rausgeholt haben, um an sie heranzukommen, verstauen. Die Ankerwinsch wird repariert, meine Hand noch einmal geröntgt. Beides mit gutem Erfolg: Ankerwinsch funktioniert wieder, Finger in drei Wochen.

 

   

Grosser Kapitaen Klaus, danke fuer die Hilfe!!

Klaus und Gretel laden wir abends in ein wunderschönes Restaurant zum Essen ein.Alles wird noch einmal durchgesprochen, wir lernen daraus... hoffentlich brauchen wir das gelernte nicht noch einmal anzuwenden!!!


Morgen, Freitag, den 21.Juli wollen wir weiter nach Süden. Eigentlich hatten wir ja noch Chios eingeplant, doch draussen sind 4m hohe Wellen, die wir bei den Kursdirekt auf die Längsseite bekämen. Keine Lust dazu, lieber von achter, kein Problem.

Also unser nächstes und letztes Ziel mit Simona wird der kleine Hafen Sigacik sein, ca 60 km zum Flughafen Izmir für Simona am Sonntag abend.

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24.

21. Juli - Freitag

Cesme nach Sigacik  35 sm 

Der starke Wind hält weiter an, Sturmwarnung ab Windstärke 8 Bf wird gemeldet. Wir zögern hinauszugehen, doch gegen Nachmittag lässt der Wind etwas nach, das Wasser beruhigt sich etwas. Da unser Kurs mit achterlichem Wind ist, beschließen wir gegen

12 Uhr die Leinen zu lösen, Cesme zu verlassen. Es gibt genügend geschützte Buchten auf dem Weg, in denen wir übernachten können.

Nur einen klitzekleinen Fetzen als Großsegel und die Sturmfock haben wir hochgezogen, und brettern trotzdem mit 6,5 Kn dahin. Gegen 17 Uhr haben wir vom heulenden Wind die Nase voll und finden eine einsame Bucht, 10 sm noch von Sigacik entfernt. Hier liegen wir geschütz, alleine, mit genügend Platz für 60m Ankerkette und zum Schwoien. Trotzdem kommen auch hier Fallböen von 25 Kn in die Bucht. Also halten wir diesmal Ankerwache, das Erlebnis von vor ein paar Tagen steckt uns immer noch in den Knochen. 

Den nächsten Morgen wollen wir den Rest der Strecke nach Sigacik zurücklegen.... hohe Wellen, Wind fast gegenan. Schwere Arbeit diese 10 Seemeilen, für die wir durch immer wieder kreuzen fast 5 Stunden brauchen.

Endlich ist es geschafft, „Garuda“ erwartet uns schon und hilft uns mit den Leinen beim Anlegen.

 

Sigacik (gesprochen Sahgik mit einem G wie in GaraGe) ist ein kleines Städtchen, kaum Tourismus, wenn überhaupt, nur türkischer. Man hat hier das Gefühl, dieser Ort existiert noch nicht einmal auf der Landkarter. Alte Häuser, eine kleine Burg aus dem 15. Jh, erbaut von den Genuesen als Warenlager. Die Menschen so hilfreich und freundlich, kaum zu übertreffen. Ausländische Yachten kommen so gut wie nicht her, es liegt weit ab von der Nord-Südroute, in der hintersten Ecke einer großen Bucht.

Dieses Foto zeigt die Bucht noch ohne Ausbauten zum größeren Hafen. Heute befinden sich zum Teil Stege im großen Hafenbecken, aber weiter sind die Arbeiten noch nicht ausgeführt. Nur ein Steg ist mit Festmachern und provisorischem Anschluss an Strom und Wasser ausgerüstet, dort liegen wir fast ganz alleine.

Wir wollten eigentlich ein Auto mieten und mit Simona vor ihrem Abflug noch zu den brillianten Ausgrabungen von Efesos fahren. Doch nichts zu machen, der einzige Autovermieter hat keinen Wagen frei. Also beschließen wir an ihrem letzten Tag noch ein gemütliches Faulsein auf dem Schiff zu genießen, durch den netten Ort zu schlendern, frühabends noch einmal in eines der kleinen Hafenrestaurants zum Essen zu gehen und ein Taxi für 19 Uhr zu bestellen, mit dem ich Simona zum Flughafen begleiten werde.

Schnell vergangen die zwei Wochen... es war für alle eine wunderschöne Zeit.

 

Der starke Wind hält weiter an, Sturmwarnung ab Windstärke 8 Bf wird gemeldet. Wir zögern hinauszugehen, doch gegen Nachmittag lässt der Wind etwas nach, das Wasser beruhigt sich etwas. Da unser Kurs mit achterlichem Wind ist, beschließen wir gegen

12 Uhr die Leinen zu lösen, Cesme zu verlassen. Es gibt genügend geschützte Buchten auf dem Weg, in denen wir übernachten können.

Nur einen klitzekleinen Fetzen als Großsegel und die Sturmfock haben wir hochgezogen, und brettern trotzdem mit 6,5 Kn dahin. Gegen 17 Uhr haben wir vom heulenden Wind die Nase voll und finden eine einsame Bucht, 10 sm noch von Sigacik entfernt. Hier liegen wir geschütz, alleine, mit genügend Platz für 60m Ankerkette und zum Schwoien. Trotzdem kommen auch hier Fallböen von 25 Kn in die Bucht. Also halten wir diesmal Ankerwache, das Erlebnis von vor ein paar Tagen steckt uns immer noch in den Knochen.

 Den nächsten Morgen wollen wir den Rest der Strecke nach Sigacik zurücklegen.... hohe Wellen, Wind fast gegenan. Schwere Arbeit diese 10 Seemeilen, für die wir durch immer wieder kreuzen fast 5 Stunden brauchen.

Endlich ist es geschafft, „Garuda“ erwartet uns schon und hilft uns mit den Leinen beim Anlegen.

Sigacik ist ein kleines Städtchen, kaum Tourismus, wenn überhaupt, nur türkischer. Man hat hier das Gefühl, dieser Ort existiert noch nicht einmal auf der Landkarter. Alte Häuser, eine kleine Burg aus dem 15. Jh, erbaut von den Genuesen als Warenlager. Die Menschen so hilfreich und freundlich, kaum zu übertreffen. Ausländische Yachten kommen so gut wie nicht her, es liegt weit ab von der Nord-Südroute, in der hintersten Ecke einer großen Bucht.

 Wir wollten eigentlich ein Auto mieten und mit Simona vor ihrem Abflug noch zu den brillianten Ausgrabungen von Efesos fahren. Doch nichts zu machen, der einzige Autovermieter hat keinen Wagen frei. Also beschließen wir an ihrem letzten Tag noch ein gemütliches Faulsein auf dem Schiff zu genießen, durch den netten Ort zu schlendern, frühabends noch einmal in eines der kleinen Hafenrestaurants zum Essen zu gehen und ein Taxi für 19 Uhr zu bestellen, mit dem ich Simona zum Flughafen begleiten werde.

Schnell vergangen die zwei Wochen... es war für alle eine wunderschöne Zeit.

  

Bye, bye Simona, es war soooooooooooo schön mit dir zusammen.

Bis auf bald!!!

 

 

 

24. Juli – Montag

Wir schlafen lange, bis nach 9 Uhr, was für mich total ungewöhnlich ist, sind faul den ganzen Morgen.Doch nun ist endlich einmal wieder Wäsche angesagt..... viel Wäsche, zu viel, um es als Handwäsche am Steg von Paul alleine zu machen. Also gehen wir los auf die Suche nach einer  Wäscherei hier im Ort. Ich frage die Frauen, die zum Plausch vor ihren Häusern sitzen. Wäscherei? Nein, so was gibt es hier nicht!! Aber eine von den Fünfen hat eine neue Waschmascine, sie will es gerne für uns übernehmen. Als wir ihr Angebot annehmen, und ihr sagen, dass wir sie für ihre harte Arbeit gerne mit einigen Liras belohnen möchten, strahlt die ganze Gesellschafft. 15 Minuten später werden wir mit unserer Wäsche im Triumpfzug durch den Ort zum Haus der Lady geleitet, immer wieder mit kurzen Stops zum Erklären für die anderen Bewohner, dass nun ihre neue Waschmaschine so richtig zum Einsatz kommt. Rührend... und wieder hat sich einmal gezeigt, wie wichtig und nützlich unsere Sprachkenntnisse sind.

Eine Bank gibt es hier ebenfalls nicht, geschweige denn ein Internetcafe. So beschließen wir für morgen vormittag, dass wir den Dolmus in die nächste Stadt (10 km) nehmen und dort hoffentlich die Möglichkeit finden, um ins Internet zu gehen.

 

25. bis 31. Juli

An meinen Gipsarm habe ich mich immer noch nicht so richtig gewöhnen können, habe schnell gelernt, damit zu hantieren, zu viel!!! So kann er einfach nicht heilen, und Paul hat mich jetzt zwangsruhiggestellt.... darf nur noch allesmit links machen, muss den Arm in der Schlinge tragen, also knabber ich jetzt an meiner Lektion: „Wir erlernen Inaktivität“.

Uns gefällt es so richtig gut hier inmitten der Türkei und bleiben eine ganze Woche hier. Genug zu tun gibt es immer, aber wir geniessen auch das Faulenzen. Irene hatte Simona 2 Hefte SUDOKU mitgegegen, nun sind wir im Rätzelfieber, wie mir berichtet wurde, genau so wie die fast ganze deutsche Nation. Abends machen wir lange Spaziergänge mit den Hunden, erwandern die Ausgrabungen von Theos.

Klar, am 27. feiern wir Pauls Geburtstag. Freunde von ihm aus seiner Zeit an der London- Universität, sie machen gerade in Bodrum Urlaub, besuchen uns und feiern abends im Restaurant mit uns. Die große Palette der türkischen Vorspeisen breitet sich auf unseremTisch aus, das Auge und der Magen juchsen vor Freude auf, der folgende Fisch muss seinen Platz im Magen erkämpfen! Trotzdem findet der Geburtstagskuchen noch eine Lücke.

 

 

Die Torte ist die große Überraschung von Nusret. Er ist der Hafenmeister hier und ein richtiges Original.... er weiß einfach alles über diese Gegend, die Geschichte und den Alltagsklatsch, kennt jeden und gibt uns nützliche Ratschläge. Eine große Hilfe, immer da, wenn man ihn braucht, auch gerne, um ein nutzlos herumstehendes Efes zu entsoregen. So manche Stunde verbringen wir mit ihm, lachen viel und diskutieren. Beim Bezahlen der Hafengebühren schenkt er uns 4 Tage freies Liegen. Die Verabschiedung von hier fällt uns schwer.

 

 

Sabine hat sich für die letzte Septemberwoche wieder bei uns angemeldet. Diesmal möchte sie gerne 3 Wochen bleiben.

Falls sich bis dahin nicht noch jemand kurzfristig entscheidet, uns zu besuchen, haben wir jetzt noch  fast 2 Monate Zeit, die Dodekanes und eventuell auch Teile der Zykladen zu erforschen. Der Meltemi (Wind aus Nord) ist jetzt ziemlich ausgeprägt, so dass wir gut und schnell östliche, westliche und südliche Kurse segeln können, keine mehr nach Norden.

 Zuerst werden wir mit oder ohne Stop in einer Bucht nach Kusadasi segeln, denn dort müssen wir aus der Türkei ausklarieren, weil wir dann wieder nach Griechenland wollen. Unser erstes Ziel wird Samos sein, Pythagorien. Es ist ein sicherer Liegeplatz dort im Hafen, frei vor Anker oder am Steg und soll sehr schön dort sein. Wir werden uns für einen Tag ein Auto mieten und beim Lidl unser Proviant wieder aufstocken , dann mit dem Motorrad diese Insel erforschen, die auch „die Perle der Ägäis“ genannt wird.

Weiterhin stehen auf dem Programm die Inseln Phournoi, Ikaria, Patmos, Arki, Lipsi und eventuell mit einer längeren Segelstrecke Santurini.  Mal sehen,wohin der Wind uns trägt.

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 25.

31. Juli - Montag

Sigacik nach Kusadasi   35 sm

 Wir haben Kusadasi nach einem rasanten Segeln mit achterlşchem Wind erreicht, liegen dort im Hafen für eienen Tag. Waehrend ich jetzt im İnternetcafe bin, klariert Paul gerade aus. Nun noch schnell Einkaufen, alles das,was in der Türkei billiger ist als in Griechenland, und dann auf nach Samos.

 

Und tschüß bis zum nächsten mal!!

 

 

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