26.
1. August - Dienstag
Kusidasi nach Samos ( Pythagorio) 20 sm
Ich ärgere mich immer noch über den Verlust der Website vom Juni, und dass ich sie nur notdürftig wieder zusammenflicken konnte. Pech, und nicht zu ändern jetzt. Ich muss mal sehen, wann und wo ich den Schaden wieder behaben kann.
Endlich, um 15.30 Uhr können wir dann auslaufen. Leider sind wir zu spät dran, der Wind dreht auf Südwest, wir müssen die 20 sm gegenan motoren. Wir hätten hoch am Wind segeln können,doch mit meinem Gipsarm bin ich bei starker Schräglage und hoher Welle doch ziemlich unsicher auf dem Schiff, und Paul meint, zum Gipsarm noch ein Gipsbein, wäre dann doch zu viel.

Kurz nach 19 Uhr laufen wir in den Hafen von Pythagorion ein.Es ist schön hier, ca vier Yachten ankern frei in dem großen Hafenbecken, wir gehen mit dem Heck an die Hafenmole, direkt vor die kleinen Cafes und Restaurants. Unser Da-Bier genießen wir mit Blick auf die promenierenden Urlauber.
Pythagorio 2. bis 6.August
Den nächsten Morgen machen wir ersteinmal eine Tour durch die Stadt. Sie ist sehr hübsch, verwinkelte Gassen, alte Häuser prachtvoll restauriert.


Viele Urlauber scheinen mit uns dieser Meinung zu sein, Pythagorio ist gut besucht. Besonders abends nimmt die Völkerwanderung die Hafenpier entlang, an der Ballena vorbei, kein Ende. Musik aus den Restaurants, Gott sei Dank nicht all zu laut. Aber es macht uns auch Spaß, dieses bunte Treiben zu beobachten. Manchmal sitzen wir gemütlich in der Bar gegenüber und schauen dann wie die anderen auf die Yachten.
Ein Original dieses Hafens ist Yannis.

Er ist der Kapitän eines alten Fischerkahns. Im Winter geht er auf Fischfang, im Sommer fängt er Touristen ein und schippert sie in den Buchten herum. Von diesen Booten gibt es hier drei an der Zahl, doch das besondere an Yannis ist, dass er zwei drei Monate alte Ziegen an Bord hat, schwarz und weiß. Er füttert sie noch mit der Flasche, sie folgen ihm überall hin wie zwei junge Hunde, lassen sich kraulen und streicheln von den Passanten..... erobern ihr Herz... und schwupp hat er wieder jemanden, den er für 25 Euro durch die Gegend fahren kann, zusammen mit seinen Ziegen. Cleverer Geschäftsmann, voller Herz und Frohsinn, sein Kutter ist immer ausverkauft und kommt abends mit tanzenden, lachenden und zufriedenen Urlaubern zurück... und zwei meckernden Ziegen, die ihren Abendspaziergang fordern.
Wir haben uns ein Auto gemietet und machen gleich früh morgens unseren Lidl-Trip, das Proviant muss wieder aufgefüllt werden. Ich kann organisieren, aber alles ins Auto und vom Auto tragen,muss der arme Paul machen, mein rechter Arm ist dafür noch nicht einsatzfähig. So schleppt er bei 35 Grad im Schatten in der prallen Sonne Paletten mit Wein, Milch, Hundefutter, Bier und vieles Andere an Bord.
Um die Mittagszeit ist alles verstaut und nun können wir mit dem Wagen unsere Inselrundfahrt starten.

Einer der berühmten Bewohner dieser Insel war Pythagoras (Ihr erinnert euch doch sicher noch aus der Schulzeit, der Entdeker von c²=a²+b² ). Und eben dieses Genie,geboren 580 v.Chr stammte von Samos. Ihm zu Ehren wurde diese Stadt auch Pythagorio genannt, ein großes Denkmal steht auf der Mole des Hafens. Er war übrigens nicht nur Mathematiker, sondern auch Philosoph. Er spielte mit Zahlen in sämtlichen Lebensbereichen herum, ist auch Begründer unserer Tonleiter, ist vielen Zeitgenossen auf die Füße getreten und passte so gar nicht in die Denkweise seiner Zeit. Polykrates, der Gouvaneur von Samos, fürchtete ihn wegen sener Intelligens, seines Charismas und die immer größer werdende Schar seiner Schüler und bangte um seine Herrschaft. Von ihm verfolgt zog Pythagoras sich mit seinen Schülern in eine schwer zugängliche Höhle zurück. Und nun eben diese Höhle wollen wir aufsuchen.
Wir fahren in die Berge hinein, durch kleine Dörfer, die kaum Touristen sehen, die Zeit scheint hier stehengeblieben zu sein. Wir durchqueren Schluchten, die sich tief in die Berge geschnitten haben, die schmale Straße windet sich wie eine Schlange hindurch. Leider sehen wir auch den irreparablen Schaden, der ein riesiger Waldbrand verursacht hat, kein Baum auf vielen Quadratkilometern. Atemberaubende Aussicht von den Höhen über die Insel und das Meer mit den Inseln Ikaria, Phounoi, Patmos, Arki und Lipsi, die wir alle noch besegeln wollen.
Dann finden wir die Höhle, gut versteckt am Ende einer Schlucht am Fuße des höchsten Berges der Insel, Kerketeus 1437 m hoch. Wir kraxeln hinauf zur Höhle und stehen in der Lehrstube, in der vor gut 2500 Jahren die mathematischen Köpfe rauchten. Sie ist sogar mit fließendem Wasser ausgestattet, das sich in einem Becken sammelt: die vom Diskutieren erhitzten Gemüter konnten somit gleich abgekühlt werden. Wieder unten angekommen, schlürfen wir unser Mythos und lassen uns vom Besitzer der Taverna über Pythagoras berichten.... wir sind tief beeindruckt.
Auf dem Rückweg besichtigen wir das Kloster Megali Panagia. Erbaut im 16.Jahrhundert
fanden damals 1500 Mönche ihr Zuhause. Heute leben dort noch 6 Diener Gottes. Auch das Kloster wurde durch den Brand vor 18 Jahren sehr zerstört, nur die Kapelle innerhalb der Klostergebäude blieb unbeschadet. Zum Glück sind jetzt endlich Mittel zur Verfügung gestellt worden, um diesen imposanten Bau zu restaurieren.
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| Das renovierte Kloster Megali Panagia |
Lebensphilosophie |
Ein Abendessen auf dem Marktplatz des Dorfes Mili, stimmungsvoll unter alten Platanen, beendet unseren Ausflug. Was für ein schöner Tag!!
Jetzt ist es richtig heiß hier, kein Wind. So haben wir den gestrigen Tag, umrahmt von den Spaziergängen mit den Fellmonstern am Morgen und Abend, verfaulenzt. Schwimmen kann ich mit meinem Gipsarm ja nicht, aber ich lege mich zur Abkühlung am nahen Strand einfach flach ins Wasser, das hilf.
Heute ist für Samos ein bsonderer Tag. Sie feiern die Befreiung der Osmanenherrschaftt im Jahre 1822. Die osmanische Flotte wurde vor Samos vernichtet, die Insel blieb unangetastet, wurde nicht besetzt, konnte sich selbst verwalten, musste aber Steuern abführen.
Schon früh morgens wird der ganze Hafen mit griechischen Flaggen geschmückt, alles wird geputzt und gewienert, Marktbuden aufgebaut, ein Holzschiff wird im Hafenbecken verankert.: man bereitet sich auf das Spektakel am Abend vor.
Wir zeigen auch Aktivität und nehmen den Bus in die Hauptstadt Vathi. Es ist keine sehr schönes Stadt, bietet nichts Interessantes. Obwohl ich meine Kamera mithabe,mache ich kein einziges Foto. Wir sind wohl verwöhnt durch die vielen anderen, weitaus schöeren Städte. Trotzdem macht das Bummeln Spaß, und es hat auch sein Gutes: wir kaufen eine griechische Telefonkarte, denn das Roomingin mit der türkischen ist ziemlich teuer.
Unsere Telefonnummer während wir für die nächsten Wochen in Griechenland sind, ist
0030 697 2471366.

Zehn Fischerboote im Schleppverband mit Fackeln, Böllern, Sirenen und roten Nebelfackeln umkreisen das Holschiff stecken es mit Geschrei und Gejohle in Brand. Dann folgt das wohl schönste Feuerwerk, das ich je gesehen habe. Die Zuschauer klatschen und rufen Beifall, alle Schiffe lassen ihre Hörner ertönen. Einfach großartig!!! Bis spät in die Nacht wird überall nach griechischer Musik getanzt und gefeiert. Um 3 Uhr morgens finden dann auch endlich wir unseren Schlaf, während es draußen noch heftig weiterfeiert.
6. August - Sonntag
Morgens um 8 Uhr bin ich schon wieder wach, ein Sonnenstrahl hat meine Nase gekitzelt.

Ein weiterer Feiertag, diesmal friedfertig, ein religiöser. Die Hauptkirche von Pythagorio hat ihren Namenstag. Schon beim Erwachen höre ich kirchliche Gesänge; und sie begleiten mich beim Morgenspaziergang mit den Hunden. Die Stadt schläft noch, die Wärme noch erträglich, friedlich und angenehm. Nur manchmal stellen sich mir die Haare auf, wenn der/die Sänger den falschen Ton getroffen haben.
Kann schon mal vorkommen bei 3 Stunden Gesang..... Gott hat ja bekanntlich ein großes Ohr für alle und ist ja auch gewohnt, dass seine Kinder nicht immer den richtigen Ton treffen!
Über Wireless Lan aus dem Internetcafe haben wir Internetanschluss an Bord. Wir mussten eine Zeitkarte käuflich erstehen und sind für 2 Stunden mit dem Netz verbunden. Das nutzen wir am Nachmittag, um unsere Website zu aktualisieren und Emails zu beantworten.
Morgen werden wir wohl weitergehen mit dem Wunsch nach Stille und Einsamkeit einer südlichen Bucht von Samos, dann zur Insel Ikaria.

Fröhlich zwitschernd beginnt der Tag
9. August - Mittwoch
Samos ( Pythagorio) nach Marathi 17 sm
Gestern abend konnte ich eigenartiger Weise meine Yahoo Email nicht mehr öffnen. Zuerst dachten wir, es ist der Server, aber heute morgen klappt es immer noch nicht. So schließen wir unseren alten Laptop an... und hier funktioniert es. So können wir wenigstens die letzten Emails noch verschicken, denn ich habe einen Rundbrief mit unserer griechischen Telefonnummer an alle Freunde verfasst.
Jetzt wollen wir aber endlich los, es ist schon wieder früher Nachmittag. Unser Ziel ist die kleine Insel Samiopoula im Süden von Samos, die wir während unserer Autotour von der Küstenstraße aus gesehen haben. Beim Einlaufen in die Bucht der Insel stellen wir aber fest, dass sie nicht sicher ist, zumal jetzt starker Wind aufkommt. Nach Ikaria können wir wegen des starken Windes gegean nicht, außerdem wird es dort noch stürmischer sein. So entschließen wir uns die 17 sm nach Marathi zu segeln. Diese winzige Insel liegt südlich von Arki, nördlich von Lipsi. Sie bietet den großen Luxus, dass die drei auf der Insel befindlichen Tavernen Moorings ausgelegt haben. Das erspart uns das Ankern auf großer Tiefe und gibt uns perfekte Sicherheit.
Marathi ist bis auf die Restaurantbesitzer unbewohnt, im Winter bleibt nur ein Ehepaar hier.

Obwohl diese Bucht gut besucht ist, strahlt sie Ruhe und viel Schönheit aus. Viele Tagesausflügler von Lipsi und Patmos kommen zum Schwimmen und zum Essen herüber. Der letzte Schrei unter den reichen Wassersportsfreunden sind die ca 6m langen Speedboote, Schlauchboote mit harter Schale und oft mit zwei Aussenbordern, jeweils 150 bis 250 Ps. Das sind irre schnelle Dinger, macht sicher Spaß damit zwischen den Inseln herumzusausen. Wir bleiben dennoch lieber auf der Ballena.
10. August - Donnerstag
Heute endlich kommt der Gips ab!!! Ich springe ins Wasser, kann endlich wieder schwimmen und weiche den Verband so auf. Paul schneidet ihn mit einer scharfen Schere auf. Wir sind gespannt...... und enttäuscht!! Die Hand ist immer noch dick geschwollen und ich kann weder den miteingegipsten Mittelfinger, geschweige denn den verletzten Zeigefinger gut bewegen... alles ist steif. Das heißt weiterhin viel Geduld und immer wieder massieren und bewegen. Ich merke schon am Abend, dass es langsam besser wird. Aber es wird wohl mindesten noch zwei Wochen dauern, bis ich die Hand wieder ganz einsetzen kann.
Wir nehmen das Dinghy und tuckern mit unserem 5 Ps Außenborder zur Insel Arki, die direkt nebenan liegt. Mehrer Yachten liegen dort im Hafen. Auf dreien ist so richtig Remidemmi, das Grölen von ca 20 jungen Leuten schallt durch die ganze Bucht. Auf unserem Weg auf den Berg zur Kapelle begegnen wir einer Frau aus dieser Gruppe. Sie klagt uns ihr Leid. Für 2000 § hat sie 14 Tage auf einer dieser Yachten gebucht, kommt überhaupt nicht zur Ruhe. Schon vormittags geht die Party los, endet spät in der Nacht. Nun will sie aussteigen, sich hier ein Zimmer nehmen und den Rest ihres Urlaubes lieber in Ruhe verbringen. Wir können mit ihr fühlen, denn der Lärm ist wirklich nicht zu ertragen. Sogar bis auf diesen Berg ist er noch zu hören. Da loben wir uns doch unsere Crewmitglieder!!
Blick von der Insel Arki auf Lipsi (Mitte) und Marathi (rechts). Welch eine riesige Anzahl von Inselchen um uns herum.... ein großartiges Panorama.

Zurück auf der Ballena stellen wir fest, wie wohl wir uns in dieser Bucht fühlen und beschließen, für ein paar Tage hierzubleiben. Langweilen werden wir uns mit Sicherheit nicht: in der Ayvalik Marina konnten wir Berge von Büchern eintauschen. Nun kommen wir endlich einmal in Ruhe zum Lesen.12. August - Samstag
Heute ist unser Feiertag: Wir sind jetzt 2 Jahre zusammen.... welch eine schöne Zeit!!!! Abends gehen wir in eine der Tavernen und feiern diesen Tag mit einem ganz besonderen Essen: Ziegengulasch – einfach köstlich, zumal wir wissen, dass die Tiere von dieser Insel kommen und ganz natürlich aufwachsen dürfen.

Das mit den Ziegen hat natürlich aber auch seine Nachteile: Linda und Jerry müssen hier an der Leine ihre Spaziergänge machen, denn von überall werden wir argwöhnisch begutachtet und ausgemeckert. Spätnachmittags dann, wenn keiner mehr am Strand ist, fahren wir rüber mit dem Dinghy und dann toben die beiden durchs Wasser und den feinen Sand.
Jeden Abend überlegen wir, ob wir nicht morgen weiterfahren sollten. Doch dann fühlen wir uns wieder so sauwohl hier, dass wir einfach noch einen Tag bleiben. Mittags sitzen wir in der Taverna,trinken unser Mittagsbierchen, schaun, was da so alles um uns herum passiert..... so entspannt, ja geradezu faul, waren wir noch nie!! Nun doch, morgen am Dienstag, den 15. wollen wir es endlich packen. Unsere Frischvorräte gehen zur Neige und ich will noch einmal zum Arzt mit meiner Hand, um zu sehen, ob auch wirklich alles seine Richtigkeit hat und nur meine Ungeduld mir zu schaffen macht. Also auf nach Leros mit einem kurzen Abstecher in Lipsi. Es sind ja alles keine großen Entfernungen hier zwischen den Inseln.
28.
15. August - Dienstag
Marathi nach Lipsi 10 sm
Um die Mittagszeit verlassen wir dann endlich diese schöne Faulenzerbucht und segeln nach Lipsi in die große, geschützte Bucht von Lipsi-Stadt. Dieser kleine Ort,gleichzeitig auch die Hauptstadt der Insel, schmiegt sich mit seinen weißen Häusern am Ende der Bucht den Berg hinauf. Oben auf dem Gipfel wieder der imposante Bau einer Kirche. Aber nicht nur dieses Gotteshaus sehen wir, nein, wir zählen ganze 14 weitere, kleinere oder größere Kapellen.... und das sind nur die, die wir beim Herankommen erspähen können.... Schon erstaunlich, denn die ganze Insel ist nur 15 km² groß,nur 530 Einwohner leben dort, davon wohl 400 in dieser Stadt. Ich spreche einen Einheimischen auf die große Zahl der Kapellen an, und er meint, es sei bekannt, jeder Einwohner hätte seine eigene kleine Kirche... kommt ja fast hin.

Wir liegen an der Stadtpier. Zwar ist es ziemlich windig hier, aber durch die Hafenmole geschützt, liegen wir trotzdem ruhig. Nur beim Kochen müssen wir den Einstieg schließen, denn sonst bläst der Wind, der so richtig ins Cockpit pfeift, uns immer wieder die Gasflamme aus.


Es ist ruhig, keine Discos, wenige Schaulustige auf der Pier und wieder kaum Touristen... es gefällt uns, und so beschließen wir, doch ein paar Tage zu bleiben und uns für Übermorgen wieder ein Motorrad auszuleihen.
17.August - Donnerstag
Es gibt kaum Motorräder hier zum Leihen, mit aller Not und Mühe finden wir noch eines. Es zerfällt zwar schon in seine Einzelteile, aber die Bremsen sind wenigstens in Ordnung.. und los geht es.
Wir fahren kreuz und quer über die Insel, hinauf auf die Hügel (die Berge sind hier proportional der Inselgröße angepasst), hinunter in die einsamen Buchten zum Schwimmen.
Lipsi ist nicht die Insel der Ausgrabungen und Altertümer, aber definitiv der Platz für Kirchen und Kapellen.

Und diese besuchen wir immer wieder gerne, denn wir sind von der Ausstattung beeindruckt, fasziniert. Sie alle strahlen,ob groß oder klein, eine so friedliche Atmosphäre aus, obwohl sie für unseren protestantischen Kirchengeschmack hoffnungslos überladen sind, insbesondere die alten, traditionellen. Schwere, goldene Kronleuchter, Schnitzereien, Wandgemälde in dunklen Farben und viel Gold. Engel und Heilige wohin man schaut.

In den Kapellen sind die Farben oft heller, die Innenausstattung nüchterner. Doch auch hier finden wir neben Gemälden von Maria mit Christus überwiegend die Abbildung von Heiligen, die von den Kirchenbesuchern mit einem gehauchten Kuss geehrt werden.
In dieser Kapelle in Lipsi-Stadt fanden wir eine Ikonenanordnung, die in Griechenland einmalig ist.: selbst in der Mitte, die Jesus und/oder Maria normaler Weise vorbehalten ist, befindet sich Theologos, einer der größten Heiligen der griechisch-orthodoxen Kirche.

Mich faszinieren die Gemälde in den neuen Kapellen. Sie sind so ausdrucksvoll in Farbe und Gestik, klassisch klar, fast schon nüchtern, aber von einer großen Ausstrahlung.
Lipsi hat uns sehr gut gefallen. Die Dörfer sind hier so ganz anders als im Norden. Mit ihren weißen Häusern,blauen Fensterrahmen passen sie eigentlich viel besser in die Inselwelt der Cykladen statt der Dodekanes.
29.
18. August - Freitag
Lipsi nach Leros 18 sm
Es ist jetzt so richtig heiß hier geworden, das Thermometer klettert mittags auf über 42° C hinauf. Noch haben wir leichten Wind und können die Strecke auch unter Segeln zurücklegen, doch auch der soll in den nächsten Tagen nachlassen.
Wir wollen vor Anker gehen und schwimmen, deshalb gehen wir im Süden von leros in die Bucht von Xerokampus. Auch hier kaumTourismus, 2 kleine Tavernen, so gerade richtig, um nach dem Schwimmen im kühlen Nass, ein kühles Bier zu genießen. Schön, nicht an der Pier zu liegen, jederzeit ins Wasser hüpfen zu können. So bleiben wir hier bis Sonntag nachmittag, denn der Grund nach Lakki in die Stadt zu fahren, wieder an der Pier im Hafen zu kiegen, ist ja mein Arztbesuch... und der ist am Wochenende sowieso nicht da.
21. August - Montag
Schwarzer Montag für mich. Das Röntgenbild zeigt es, bestätigt mein Gefühl und die Diagnose des Arztes: der Finger ist nicht gerade angewachsen, dadurch die Sehnen nicht genügend dehnbar... es muss jetzt operiert werden. Es hat auch gar keinen Sinn, darüber nachzudenken und zu lamentieren, ob der Arzt in Cesme einen Fehler gemacht hat beim Eingipsen, oder ob von Anfang an hätte operiert werden müssen. Überlegen, was tun, Lösung finden. So rufe ich gleich meinen Orthopäden in Hamburg an. Leider macht der gute Mann auch gerade Urlaub, doch seine Vertretung will sich der Sache annehmen. Also schreibe ich einen langen Bericht, mache vier Fotos von meiner Hand und schicke alles zusammen mit den Röntgenaufnahmen per Express zu ihm nach Hamburg. Nun heißt es abwarten, wohl bis Donnerstag, um genaueres zu wissen. Ich denke, es ist ziemlich klar, dass der Finger gerichtet werden muss, denn so ist er kaum zu gebrauchen. Frage ist nur, ob es sofort, möglichst schnell gemacht werden muss, oder ob es bis November Zeit hat. Danach richten sich jetzt unsere weiteren Pläne.
22. August - Dienstag
Warum sollen wir, während wir warten müssen, versauern?? Nein, lieber nicht, weg mit trüben Gedanken!! Also mieten wir uns wieder ein Motorrad und erkunden die Insel.
Natürlich haben wir uns wie immer beim Touristenbüro und aus den Buchläden Unterlagen über unseren Aufenthaltsort besorgt und sind gut informiert.
Leros ist nun total anders als die anderen Inseln, die wir besucht haben. Nicht so sehr von der Landschaft her, aber von der geschichtlichen Entwicklung. Diese Insel spielte niemals eine große Rolle in der Antike... keine Tempel, keine bedeutenden Siedlungen. Anfang des 14.Jahrhunderts wurde sie, wie viele der Dodekanes, von den Johannitern eingenommen, eine große Burg erbaut. Sie blieben bis 1521, bis zu dem Zeitpunkt, als diese ganze Region nach erbitterten Kämpfen in die Hände der Osmanen fiel. Nun wurde es also muslimisch. In der griechisch-türkischen Revolution 1821 spielte Leros als Versorgungsbasis für die griechische Flotte eine große Rolle und erhielt danach einen autonomen Status, wurde nicht dem neugegründetem Staat Griechenland angeschlossen. In dieser Zeit erlebte sie eine kulturelle Blüte. Bedeutende Schulen wurden errichtet aus denen eine griechische Elite hervorkam. Ebenso wurden höhere Schulen für Mädchen gegründet (was ziemlich neu war) und ein Vorschulkindergarten (was nun noch nie dagewesen war).
Im 1. Weltkrieg eroberte Italien Leros und baute in den nächsten 30 Jahren die Stadt Lakki und errichteten mehrere Marinebasen in den versteckten und geschützten Buchten der Insel. Wir liegen ja in Lakki, und haben wirklich nicht den Eindruck in Griechenland zu sein sondern in Italien... zumindest beim Durchlaufen der Stadt. Die Italiener wollten ein Kleinitalien hier erschaffen. Die griechische Kultur wurde verboten, selbst die Sprache. Griechische Häuser, ja so gar sämtliche griechisch-ortodoxe Kirchen wurden abgerissen, die Geistlichen vertrieben. Leros wurde eine Miltärbasis, was im 2.Weltkrieg noch verstärkt wurde. Auf der Seite Deutschlands kämpfend, wurden erbitterte Gefechte gegen die Alierten geführt, Leros litt stark unter dem Beschuss. Als Italien 1943 auf die Seite der Alierten wechselte, wurden die Soldaten von den Deutschen entwaffnet, die Insel von Deutschland eingenommen. Bis zur Kapitulation fanden auf Leros erbitterte Kämpfe statt. Nach Kriegsende blieb es bis 1948 unter englischem Mandat, wurde dann dem griechischen Staat zugeordnet.
Damit nun aber nicht genug der Tragik. Nachdem endlich alle fremden Mächte abgezogen waren, vieles zerstört war, die meisten Einwohner ausgewandert, Militärbasen und –unterkünfte nicht mehr gefragt waren, musste Leros eine neue Bestimmung finden. Das einzige, was noch in Takt war, waren die vielen Unterkünfte der Soldaten. Schon im 19. Jahrhundert hatte man auf Leros eine Leprastation eingerichtet, jetzt wurden die Soldatenunterküfte zur Heimat geistig Kranker erklärt, alles, was nicht „normal" war, hierher transportiert. Es kommt noch schlimmer: Während des griechischen Bürgerkrieges war es der Hauptsitz der Junta, wurde als Gefängnis für politische Häftlinge genutzt. Lepra gibt es heute nicht mehr, die geistig Behinderten wurden nach außerhalb Lakkis umgesiedelt, nun waren die Unterkünfte frei für die Asylanten Griechenlands. Heute sind auch diese woanders untergebracht, aber wer will es den Touristen verdenken, dass sie auf einer Insel mit so einem Ruf keinen Urlaub machen möchten? Wer möchte schon zur Antwort bekommen, wenn er von seinen Urlaubsplänen berichtet:" Ach, auf die Idioteninsel fährst du!"? So wurde und wird Leros von den Griechen gemieden. Ganz langsam kommt etwas ausländischer Tourismus auf, denn die kennen die Geschichte ja nicht..... und vereinzelt wagt sich auch der Grieche hierher.
Dabei ist Leros eine sehr schöne Insel. Es ist nicht sehr groß, misst nur 38 km², hat viel Grün, schöne Buchten und Strände.
Die Inselregierung investiert viel Geld, um die wenigen historischen Bauten zu erhalten und zu restaurieren. So wurden die Windmühlen in Platanos unterhalb der Burg sehr gut wieder hergerichtet. Auch die die Burgselbst ist super in Stand gesetzt, mit einem kleinen Museum versehen
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Über eine Stunde lang sind wir über das Burggelände herumgestrolcht, habe die Kapelle bewundert und das Museum bestaunt. Es hat sich wirklich gelohnt. Ganz zu schweigen von dem herrlichen Ausblick über die Buchten.

Diesen herrlichen Tag haben wir dann am Strand in einer Taverna beendet, unsere erhitzten Körper im klaren, kühlen Wasser erfrischt, eiskalten Retzina geschlürft und eine große Salatschüssel bearbeitet.
Jetzt heißt es ersteinmal abwarten, was mein Orthopäde sagt, und dann sehen wir weiter. Bis dahin versuchen wir die große Hitze zu mildern, indem wir mit den Hunden am Strand baden gehen, kleinere Arbeiten am Schiff erledigen, im Schatten des Cockpits sitzen und an unseren Sudokos herumrätseln.
26. August - Samstag
Die letzten Tage haben wir damit verbracht, kleine Arbeiten an der Ballena zu erledigen, die wir immer wieder vor uns hergeschoben haben, wie zum Beispiel, das ganze Chrom zu polieren. Paul hat das Dinghy neu verklebt, denn endlich haaben wir auf Laros in der Schiffswerft fen richtigen Kleber gefunden. Klasse, nun gibt es keine nassen Füße mehr. Ich habe endlich einmal meine Emails in Ruhe beantworten und ein paar längere Briefe schreiben können.
Doch heute haben wir wieder ein Motorrad und wollen noch einmal die Insel erkunden.
Hauptzielist das Kriegsmuseum. Es ist in einem Tunnelkomplex tief im Innern eines Berges Untergebracht und war das Hauptlager der Italiener, nach der Einnahme der Insel am 26.September 1943 der Standort der deutschen Truppen.

Mit vielen Ausstellungsstücken, Fotos und einem Film über die Invasion der deutechen Wehrmacht wird dem Besucher diese tragische Zeit der Isel sehr verständlich. Ich fühlemit, habe eine Gänsehaut beim Heulen der Sirenen, den fallenden Bomben und diesem scheußlichen Geheule der Stuckers.
Sehr deprimiert und nachdenklich verlassen wir die Austellung-

Nach diesem Tunnelerlebnis brauchen wir dringend wieder Frieden in unserer Seele und wokann man den besser finden in einer einsamen Bucht, zumal auch noch eine kleine Kapelle in ihr steht... und das mitten im Wasser.
Wir lassen die friedliche Athmösphäre dieser Gedenkstääte auf uns wirken, zünden eine Kerze an und bitten um Frieden in der Welt.

Eine Windmühle aus dem 18. Jahrhundert...... und daneben ein schnuckeliges Restaurant, in dem wir unser erfrischendes Mythos schlürfen können.
Was für ein Tag im Gemisch der Gefühle!!
28. August - Montag
Heute nun enlich hat Dr.Behrend, mein Orthopäde angerufen. Mein Brief, per Expressund per Einschreiben hat doch glatte 6 Tage von Leros nach Hamburg benötigt...ich möchte nicht wissen, wie lange die normale Post braucht!!!!!
Aber gute Nachrichten... keine OP, abwarten und mit intensiven Übungen versuchen die gelenke wieder beweglich zu machen. Nach 4 Wochen noch einmal eine Röntgenaufnahme und dann sehen wir weiter. Also, ok, machen wir es so.. ich bin froh... und übe mich in Geduld.
30.
Leros nach Patmos 19 sm
Wir können nun auch endlich weiter, richten alles her und verlassen um 16 Uhr Leros.Es sind ja nur 19 sm. Sie sind in 3 ½ Stunden geschafft, leider unter Maschine.
Schon beim Näherkommen sehen wir das Wahrzeichen dieser Insel: Den zweithöchsten Gipfel krönt
das Johanneskloster, um das sich die weißgekalkten Häuser der Chora wie Küken um eine Henne scharen. Dieser Komplex erinnert eher an eine Festung als an ein Kloster, und war auch so gedacht, um Schutz vor den Piraten zu bieten. Es wurde 1055 zu Ehren des Evangelisten und Apostels Johannes errichtet, tausend Jahre, nachdem er die Apokalypse in einer Höhle in der Nähe zu Papier gebracht hatte. Auf Grund dieser Vision wurde die ganze Insel zur heiligen Stätte erklärt, und gilt als das Jerusalem des Westens für die griechisch-orthodoxe Kirche. Wir werden uns das morgen einmal näher anschauen.

Wir haben keine Lust, wieder in einem Hafen zu liegen, also gehen wir nicht nach Skala sondern laufen die Bucht Grikou an, die etwas südlich davon liegt und tummeln uns ersteinmal lange im Wasser herum
Schon früh sind wir auf, denn wir wollen, von der Touristeninvasion verschont bleiben. Außerdem ist es frühmorgens noch nicht so warm, denn wir müssen immerhin eine Stunde lang kräftig bergauf stampfen. Die Hunde kommen mit, sie haben endlich wieder einmal einen ausgiebigen Spaziergang.

Das Panorama von hier oben auf die Hauptstadt Skala ist einmalig schön. Wir schlingeln uns zwischen den weißen Häusern hindurch bis zum Kloster. Welch ein schöner Spazierweg. Noch sind wir fast alleine an dieser heiligen Sätte und ein Klosterschüler nimmt sich die Zeit, uns die Geschichte des Johannesklosters, die Bedeutung und das Alter der vielen Wandmalereien (Ikonen) zu erklären.Ein äußerst interessantes, wohl einmaliges Kloster. Es wäre zu viel, darüber jetzt länger zu berichten, aber, wer sich dafür interessiert, kann ja in die Website hineinschauen, die ich ausgesucht habe.
Wir essen noch einen Salat mit Tzatziki in einer urigen Taverne, nehmen dann die Abkürzung durch Feld und Steppe wieder ins Tal hinunter. Die letzten 500 m rennen Linda und Jerry und werfen sich mit einem wohligen Grunzen ins Meer....... wir tun das gleiche nachdem wir wieder auf der Ballena angelangt sind.
31.
31. August - Donnerstag
Patmos nach Kalymnos 25 sm
Der Interessent für Ballena hat sich gemeldet. Wir werden ihn in Leros treffen. Also machen wir uns auf den Weg zu dieser Insel. Da wir noch einen Tag zeit haben, machen wir einen Zwischenstop im Norden von Kalymnos in der wirklich magischen Bucht Emporia. Sie ist vollkommen von hohen Bergen eingeschlossen, hat den Charakter eines Binnensees. Es gefällt uns sehr gut dort, doch morgen müssen wir in den Hafen der Hauptstadt, Pothia, um Ballena aufzuräumen und vorzeigefähig herzurichten.
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