Seekar-Biwak Teil 2
Schnell wurde es dunkel und je dunkler es wurde, desto heller begannen die Sterne zu leuchten. Das Sternzeichen des Großen Wagen war direkt über uns zu sehen. Der Wagen wanderte mit all den anderen Sternen aber weiter und als ich nachts mal aufwachte war er ziemlich weit rechts (nordwestlich) von mir zu sehen. Dafür konnte ich einen Haufen neuer Sterne entdecken. Außerdem war ein beeindruckendes Wetterleuchten zu beobachten. Davon wurde auch Katrin wach und gemeinsam beobachteten wir noch ne ganze Weile den Sternenhimmel. Irgendwann sind wir wohl beide wieder eingeschlafen.
Es war eine innere Uhr.. jedenfalls richtete ich mich auf und sah sofort nach Osten. Gerade noch rechtzeitig, denn der Horizont war bereits in den schönsten Rottönen zu sehen. Schnell weckte ich Katrin und ganz spontan griffen wir zu unseren Kameras.
Als wir vor vier Wochen am Vorderunnütz biwakierten, ging die Sonne genau über dem Zahmen Kaiser auf. Diesmal ging sie schon viel weiter links auf, wobei ich auch diese Berge nicht kenne. Vielleicht sind es die Berchtesgadener Alpen, ich weiß es nicht.
Wir waren in einer beneidenswerten Situation. Für die Sonnenaufgangsbilder brauchten wir nicht mal aus unseren Schlafsäcken kriechen.
Die dünne Bewölkung ermöglichte uns direkt in die Sonne zu fotografieren. Erst als sie ganz über den Bergen stand war sie so stark, dass auf den Bildern die üblichen Reflexionen und Blendenflecken zu sehen waren.
Irgendwann kroch ich dann doch aus dem Bergzelt, denn ich wollte auch mal rüber ins Karwendel fotografieren. Die Fernsicht war gut, aber das Leuchten der Karwendelfelsen war diesmal nicht so beeindruckend wie ich es schon mehrmals zuvor erleben durfte.
Den hellen Fleck hinter dem Rofangebirge fand ich sehr eigenartig und konnte ihn überhaupt nicht zuordnen. Die Sonne stand ja viel weiter östlich....
Zum Frühstück gab es Käse, Wurst und heißen Tee aus der Thermoskanne. Bald danach haben wir unser "Haus" wieder in den Rucksack gepackt und wanderten weiter zum Seeberg.
Ein Bergsteiger ging schon an uns vorbei zum Seekar. Zwei weitere stiegen gerade vom Seeberg ab, ganz alleine waren wir also nicht mehr.
Hier sieht man sehr schön den Kamm der sich von der Seekar-Spitze rüber zieht. Zur Seeberg-Spitze geht es dann noch mal ziemlich steil hoch. Hier hat es Katrin aber schon geschafft, sie steht unmittelbar vor dem Gipfel.
Karin aus Braunschweig hat mich gefragt, ob ich das Foto nachträglich per EBV freigestellt habe. Antwort: Nein, hab ich nicht, der blaugraue Hintergrund ist der Achensee. Ich habe das Bild lediglich verkleinert und nachgeschärft.
Die Gipfelrast war sehr kurz, denn wir hatten nichts mehr zu trinken. Quellwasser wussten wir auf der Pasillalm. Nachdem wir uns fotografisch an den fliegenden Bergdohlen versucht hatten, sind wir zum Pasillsattel und von dort zur Alm abgestiegen.
Von Süden wehte ein nun noch heftigerer Föhnwind und man musste schon aufpassen, dass er einen nicht erwischte wenn der Steig mal ganz nahe an der Nordwand vorbeiführte. Außerdem war der Fels noch nass und rutschig. Wir waren froh, als wir nach einer knappen Stunde die Pasillalm erreichten. Endlich Wasser...