Seekar (2058 m) – Seeberg (2085 m) - Überschreitung
Für das Wochenende war eine Wanderung im Mangfallgebirge vorgesehen. Doch wie so oft im Leben kommt es anders als man denkt.
Katrin und ich werden demnächst gemeinsam mit unserer Freundin Karin im Mangfallgebirge unterwegs sein.
Und für dieses Wochenende haben wir uns daher kurzentschlossen für eine Wanderung über die Seekarspitze zum Seeberg entschlossen.
Wir haben uns sehr viel Zeit gelassen. Das Tagesziel war irgendwo da oben auf dem Kamm zwischen Seekar-Spitze und Seeberg-Spitze. Das Wetter war inzwischen richtig gut geworden. Nur der heftige Föhnwind war manchmal ein bisserl lästig.
Zügig ging es nach oben und schon bald wurde der Blick frei zum Achensee. Wie ein norwegischer Fjord schlängelt sich der See von Achenkirch bis nach Maurach. Ein wirklich toller Anblick.
Die Gehzeit bis zum Seekargipfel beträgt etwa drei Stunden. Tageslicht gibt es bis nach 21 Uhr und daher sind wir auch erst so gegen 15:30 Uhr losmarschiert. Wir konnten uns für den immer steiler werdenden Aufstieg sehr viel Zeit lassen.
Über die paar luftigen Passagen hat sich Katrin sehr gefreut. Ich habe ihr lediglich die Wanderstöcke abgenommen, sodass sie auch mal die Hände zu Hilfe nehmen konnte.
Nach dem letzten Steilaufschwung sah man plötzlich das Gipfelkreuz in greifbarer Nähe. Wir haben, trotz nicht ganz leichter Rucksäcke, etwas weniger als drei Stunden gebraucht.
Nach kurzer Gipfelrast ging es weiter. Doch schon bald haben wir einen idealen Biwakplatz gefunden. Hier sollte uns am nächsten Morgen die aufgehende Sonne wecken. Und für den Sonnenuntergang werden wir wieder ein paar Meter aufsteigen.
Das nur 1,5 kg schwere Biwakzelt war schnell aufgebaut. Auf das Überzelt wurde verzichtet, der Föhn wird die Nacht über halten und uns jeglichen Regentropfen fernhalten. Es war nun schon nach 20 Uhr und das Licht wurde immer schöner.
Wir sind 50 Höhenmeter aufgestiegen, sodass wir wieder in etwa Gipfelhöhe (2050 m) waren. Von hier oben konnten wir die untergehende Sonne am besten beobachten. Die Föhn-Wolken machten uns große Hoffnung auf ein wunderbares Naturschauspiel.
Katrin und mich verbindet das gemeinsame Hobby der Fotografie. Und diesmal haben wir es anders gemacht, als beim Unnutz-Biwak.... diesmal hatten wir unsere Kameras besser bestückt. Wir konnten jetzt von 25 mm Weitwinkel bis zum 300er-Tele alles abdecken.
Man kann es kaum beschreiben, man muss es selbst erlebt haben. Es ist unbeschreiblich faszinierend der Sonne zuzuschauen und das Farbenspiel zu beobachten. Der Spiegelschlag unserer Kameras war das einzige Geräusch. Dies alles gemeinsam erleben zu dürfen, erfüllte uns mit einer gewissen Dankbarkeit.
Leider erkenne ich diese Berge im Hintergrund nicht. Sie gehören jedoch ganz sicher zum westlichen bayerischen Voralpenland. Vielleicht erkennt sie irgendein Besucher meiner Homepage, dann wäre es schön, wenn man mir eine Mail schicken würde.
Wir freuten uns, dass wir das Tele dabei hatten. Vergessen war die Tatsache, dass wir etwa 6 kg an Fotoausrüstung den Berg hochgetragen haben. Schade ist nur, dass die Bildqualität aufgrund der Verkleinerung doch sehr gelitten hat. Aber es bleiben uns ja die Original-Bilddaten und die Erinnerung an eine schöne Tour.
Doch diese Tour ist noch nicht zu Ende. Zu Ende geht ein Tag und im Tal ist es schon dunkel. Die Lichter von Maurach und der See im letzten Abendlicht.. nach diesem Bild in der Kamera huschten wir in unsere Schlafsäcke. Es war sehr kalt geworden.