Logbuch Sommer 2006

Segeln in der Aegaeis


Logbuch im Oktober

 

40.
Samos nach Marathi     35 sm

 41.
Marathi nach Patmos   7 sm

 42.
Patmos nach Lipsi   15 sm

 43.
Lipsi nach Leros   20 sm

44.
Leros nach Kalymnos  30 sm

45.
Kalymnos nach Pserimos 10 sm

46.
Türkische Küste Golf von Gökova
Bodrum Halbinsel 38 sm

47.
Golf von Hisarrönü
Datca Halbinsel nach Selimiye 20 sm

48.
Selimiye nach Dersek  12sm

49.
Dersek nach Bodrum über Knidos  45 sm

50.
Bodrum über Aspat Koyu nach Nissyros  35 sm

 51.
Nissyros nach Thilos   15 sm

 52.
Thilos nach Simi (Panamotis)   25 sm

 53.
Simi über Bozuk Kale, Turunc nach Marmaris    45 sm

 

 54.
mit der Ganova aus dem Fethiye-Golf nach Rhodos, dann nach Marmaris    65 sm

 

Logbuch im Oktober

40.

1. Oktober  - Sonntag

von Samos nach Marathi   35 sm

Den Sonntagmorgen beginnen wir mit einem typischen Sonntagsfrühstück: gekochtes Ei, Käse, Tomaten, Gurken und die Leckereien, die Sabine und Igor aus Deutschland mitgebracht haben. Der anschließende Spaziergang mit den  Hunden wird noch schnell genutzt, um Igors langen Bart auf eine etwas gefälligere Form zu stutzen. Ja, wer hat das schon... den Frisör am Strand mit einem Sonntagsmorgenbier daneben!!

 

Seinem Image, als „Weihnachtsmann im Urlaub“ wird dadurch nicht geschadet. Besonders die Kinder finden diesen langen Bart immer wieder faszinierend.

 

Ballena „fliegt“ nach Marathi!! Wind von achtern mit 20 Kn, Segel gerefft.. und sie macht ihre 6 bis 7 Knoten Geschwindigkeit. Igor und Sabine wechseln sich beim Steuern ab. Praktisch für uns.. eine Selbststeueranlage, die kein Strom verbraucht, und den beiden macht es einen Heidenspaß.

Jetzt merkt man ganz deutlich, dass die Hauptsaison vorbei ist: wir sind das einzige Schiff in der Bucht. Gott sei Dank ist unsere Taverna noch geöffnet, der besitzer Michalis begrüßt uns wie alte Freunde, und wir haben ein sehr fröhlichen Abend mit Wein, Ouzo und griechischer Musik direkt am Wasser sitzend.

41.

2. Oktober  - Montag

von Marathi  nach Patmos  7 sm

Das Wasser ist saukalt hier... die starken Winde in den letzten Wochen haben auch noch das bißchen Wärme herausgezogen. Ja, da sind wir von der südlichen Türkei wohl zu verwöhnt. Trotzdem morgens nach dem Aufwachen und der ersten Tasse Tee hinein ins erfrischende Nass.

Den Vormittag verbringen wir wieder bei Michaelis in seiner Taverne, entspannend mit flotter griechischer Musik im Hintergrund. Ich habe den Computer mitgenommen und arbeite die liegengebliebenden Emails auf, der Rest der Crew ließt oder erfreut sich einfach am Nichtstun.

Außerhalb unserer geschützten Bucht sehen wir die Schaumköpfe der Wellen. Es immer noch ziemlich starker Wind: wir werden später eine schnelle Überfahrt nach Patmos haben.

Und genauso ist es, Ballena zeigt sich von ihrer besten Seite und rast über dasWasser. Unsere beiden Crewmitglieder haben viel Spaß beim Steuern und lernen mit Sicherheit viel dazu.

 

 

Dafür dürfen sie dann auch in der wunderschönen Bucht Grikos auf Patmos nach der Ankunft ganz locker und gemütlich abhängen.

 

 

 

 

3. Oktober - Dienstag

Heute ist Wandern angesagt, wir wollen den ca 4km langen Weg bergauf zum Kloster machen. Paul und ich waren ja schon im August bei unserem ersten Aufenthalt auf Patmos dort. Damaals kannten wir den schmalen Pfad noch nicht, hatten ihn erst beim Abstieg entdeckt. So war der Aufstieg damals ziemlich anstrengend und schwierig. Diesmal haben wir es mit unserer „Ortskenntnis“ sehr vielleichter und schaffen den Aufstieg am frühen Morgen in einer guten Stunde.

Jetzt in der Nachsaison sind sehr viel weniger Touristen auch in Patmos. Im Hafenbecken von Skala sehen wir nur ein Kreuzfahrtschiff, es sind kaum Besucher so früh am Morgen im Kloster.

Paul und mir macht es nichts aus, uns diesen imposanten Bau noch einmal anzusehen, und staunen immer wieder, wie die Menschen vor 900 Jahren mit ihren Werkzeugen es geschafft haben, so grandios zu bauen.

Nach dem Klosterbesuch steigen wir hinab in die Höhle, in der der Evangelist Johannes vor fast 2000 Jahren seine Offenbahrung gehabt hat, die Vision des Weltuntergangs. (Nachzulesen im Neuen Testament). Wir haben vorher die Offenbahrung dort in der Bibel gelesen.... und mir ist in dieser Höhle nicht so ganz wohl. Die grausige beschreibung Johannes meine ich noch zu fühlen!! Viel angenehmer ist es eine junge Nonne aus der Entfernung zu betrachten, die auf dem Boden kniet und voller engelsgleicher Inbrust betet.

Wir bummeln durch die alten, engen Gassen mit ihren weißen Häusern, erfrischen uns mit einem Mythos und steigen den Berg wieder hinab zu unserem Schiff, wo wir gleich ins Wasser springen, um uns abzukühlen.

42.

4. Oktober  - Mittwoch

Patmos nach Lipsi    15 sm

Den Vormittag verbringen wir noch in der Bucht und erholen uns von der gestrigen Wanderung. So gegen Mittag segeln wir nach Lipsi. Der Wimd hat nachgelassen, also müssen wir ausnahmsweise einmal unter der Maschine laufen, die See ist spiegelglatt, aber auch so macht die Sightseeing Tour Spaß und lädt ein, in einer kleinen Bucht noch zu ankern und zu schwimmen. 

Fabian, der Sohn unserer Freunde Susanne und Albert, hat die „Pallas Athena“ übernommen, nachdem seine Eltern zurückgefahren sind. Nun ist er mit 3 Freunden unterwegs und hat sich für heute ebenfalls in Lipsi angesagt. Gleichzeitig laufen wir in den Hafen von Lipsi ein. Welch ein Hallo und eine umarmungsfreudige Begrüßung: Anna und Cornelius kennen wir noch vom letzten Jahr, Florian war schon vor 3 Wochen dabei, als wir die „Pallas“ in der Türkei getroffen hatten. Wir gehen gemeinsam in einer kleinen Taverne Essen.... was für ein fröhlicher Abend!!!!

Leider müssen sie morgen früh schon wieder los. Ihr Urlaub ist beendet, die „Pallas“ kommt in der Türkei wieder an Land... sie muss bis zum nächsten jahr warten, bevor sie wieder Segeln darf.

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 5. Oktober  - Donnerstag

Sabines Geburtstag

Ja,nun ist es soweit... lange hat sie darauf gewartet, aber heute wird sie nun endlich in den „Club der jungen 50er“ aufgenommen: Sabine hat Geburtstag.

Als Überraschung haben wir uns ausgedacht, mit ihr eine Inselrundfahrt auf Motorrollern zu machen. Morgens nach dem Aufstehen ersteinmal den Geburtstagstisch mit kleinen Geschenken, ein Brotkringel (ein runder Kuchen war nicht aufzutreiben) mit Kerzen und das obligatorische „Happy birthday“ Bordcrewgestammel.... ein leckeres Frühstück... und dann gehts los. Sabine fährt mit Paul, der ihr auf geraden Strecken das Fahren beibringt, denn an diesem besonderen Tag fährt sie das erste Mal so ein Gefährt. Durch die Berge fährt dann doch lieber Paul, die Straßen sind sehr eng, steil und nicht immer gerade gut.

 

 

 Nun ist es klar ersichtlich: die Touristen sind weg, und so schwimmen wir ganz alleine in den versteckten Buchten mit ihrem klaren Wasser, finden keine Menschenseele in den Klöstern und Kirchen und den anderen sehenswürdigkeiten. Sokönnen Paul und ich Sabine und Igor ganz in Ruhe unsere Lieblingsplätze zeigen, die wir schon im August erforscht haben.

Natürlich darf diese Fahrt nicht ausklingen ohne auf dem Dorfplatz unser Mythos zu tanken. (Hier kann man dann noch einmal das „Happy birthday“ zum Besten geben.

 

Am Abend sind wir von dem Geburtstagskind zum Essen in ein bildschönes Restaurant eingeladen. Alles stimmt hier: das Essen, die Musik, das Ambiente und unsere fröhliche geburtstagsstimmung..... ein toller Tag!!!

43.

6. Oktober  - Freitag

Lipsi   nach Leros   15 sm

Für Leros haben wir leider nicht die Zeit, die wir uns wünschten. Wir laufen Lakki auf Leros nur kurz an, weil wir proviantieren  und unsere gasflaschen austauschen müssen. So machen wir auf dem Weg dorthin noch einmal eine Pause auf der winzigen Insel Archangelos zum Schwimmen, bevor wir am frühen Abend in den Hafen von Leros fahren.

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.44.

7. Oktober  - Samstag

Leros  nach Kalymnos   30 sm

Wieder ein wunderschoener Segeltag an die Nordspitze von Kalymnos in die Bucht von Emporios. Auch dort waren wir letzten Monat schon, doch was fuer ein Unterschied....... damals hatten wir dort an der Mooring liegend 45 Kn Wind, verlioren unsere Solarpaneele.. heute totale Windstille, wie auf einem See. Auch das Panorama ist wie auf einem Binnensee: um uns herum sehr hohe Berge, keine offene See zu sehen. Wir schwimmen, schaukeln in der Haengematte und kloenen... so richtig faul und entspannt.

8. Oktober - Sonntag

Wir sind sehr frueh aufgestanden, denn wir wollen heute nach Kalymnos-Stadt, nach Pothia umd uns dort wieder Motorroller mieten. Also starten wir um 7 Uhr, um die kurze Strecke von 12 sm schnell zurueck zu legen.

Igor hat heute keine Lust zum Herumfahren, also fahre ich den einen Roller, Paul und Sabine den zweiten. Wikde Strassen finden wir wieder, ueber Stock und Stein. Aber auch eine supergute ausgebaute Strasse ueber die Paesse... nur leider endet sie i, Nirgendwo, sie ist noch nicht fertig. Also zurueck auf die Hoppelstrasse. Die Fahrt hat Spass gemacht, obwohl ich finde, dass Kalymnos von der Landschaft verglichen mit den anderen Insel des Dodekanes nicht so interessant und schoen ist. Es fehlen die kleinen Doerfer in den Bergen, was bei diesen hohen und kahlen Gebirgen auch gar nicht moeglich ist.

Morgen frueh werden wir uns noch einen Riesenberg grosse Shrimps kaufen, denn die sind hier einfach koestlich und kosten das Kilo nur 6 Euro. Dann gehts nach Pserimos in die Bucht zum Wandern, Schwimmen und Schlemmen.

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45.

9.Oktober - Montag

Kalymnos nach Pserimos 10 sm

Pserimos laufen wir jetzt schon zum 4.mal an, und es gefällt uns immer noch so gut. Diese winzige Insel hat einen ganz besonderen Charme. Diemal bleiben wir tagsüber in der Südbucht, wo auch die 60 Bewohner dieser Insel wohnen. Klares, blaues läuft an einem weißen Strand aus, vereinzelte Tavernen laden zum Bier und Kalamari ein. Diesmal ist eine Famiöienreise mit einer Güllet am Steg. Die vielen Kinder im Alter zwischen 4 und !0 Jahren spielen Spiele und lachen, quietschen vor Vergnügen. Auch wir haben unseren Spaß daran.

46.

10.Oktober - Dienstag

Pserimos an dieTürkische Küste Golf von Gökova

Bodrum Halbinsel 38 sm

Jetzt heißt es Meilen machen, denn das Wetter riecht geradezu nach gewitter. Noch scheint die Sonne, aber dicke Wolken ziehen auf. Wir müssen einen Ort suchen, der möglichst nahe zu Bodrum liegt. In die schöne Marina von Bodrum wollen wir nicht wieder, sie ist uns einfach zu teuer. In Gümbet ist nichts frei, also gehen wir den nächsten Morgen in die Bucht von Bizet. Für heute, Mittwoch ist Sturm und Gewitter vohergesagt, also sind wir froh, sicher am Steg zu liegen. Schon schlecht, wenn wir Igor bei strömenden Regen mit dem Dinghy zu seinem Taxi übersetzen müßten.

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47.

12.Oktober - Donnerstag

Im Golf von Hisarrönü

Datca Halbinsel – Selimiye 60 sm

Wir haben Glück. Sowohl gestern, die Nacht über und jetzt am Morgen ist vom Gewitter nichts zu spüren. Wir sind früh auf, um 4.30 Uhr klingelt der Wecker, eine Halbestunde später sitz Igor im Taxi zum Flughafen. Wir müssen bis übermorgen 60 sm zurücklegen, um Sabine nach Selimiye zu bringen und den selben Tag dort Annette Und Jürgen in Empfang zu nehemen.

Bis Kos haben wir ein herrliches Segeln, schnell mit halben Wind. Dann Windstille, eine dicke Wolkenwand zieht hoch., Segel runter.... und dann geht es los!!! Gerade noch rechtzeitig können wir in unser Regenzeug krabbeln bevor sich die Himmelsschleuse öffnet. Regen peitscht, Starkwind, wir müssen gegenan motoren, kommen nur langsam voran, denn im Wellental stoppt Ballena fast vollkommen auf. Wir wollen den Hafen von Datca anlaufen, müssen 30 Minuten davor im Kreis fahren, weil wir die Hand vor Augen nicht sehen können. Als wir dann bessere Sicht haben, eine kurze regenpause, sehen wir, dass Datca bei dem ungewöhnlichen Ostwind total ungeschützt ist. Die Schiffe im Hafen werden hin- und hergeschleudert. Nein danke, dahinein wollen wir nicht! Also weiter,um eine geschützte Bucht zu finden, was bei diesem Sauwetter nicht so einfach ist. Mit dem letzten Tageslicht fällt der Anker: wir liegen ruhig und sicher.

 

13. und 14. Oktober – Freitag, Samstag

Selimiye

Das Gewitter ist vorüber, die Sonne scheint wieder, langsam und gemütlich segeln wir nach Selimiye. Dort können wir am Steg des Hotels anlegen, in dem Sabina mit ihrer Freundin Petra noch für eine Woche bleiben will. Wir haben wieder einmal auf ganzer Linie Glck: es gibt Wasser- und Sromanschluss, 2 Waschmaschinen und Internetanschluss im Hotel, den wir benutzen können.

Dieser kleine Ort mit ca 1000 Einwohner ist noch Urtürkisch, wenige ausländische Touristen, hat viel Charme.

Patra und sabine haben für ihre Ferienwoche ein Auto gemietet. Wir dürfen es für die fahrt um Flughafen, um Jürgen und Annette abzuholen, benutze. Paul fährt und schaut vorher noch schnell bei Ahmet vorbei, um zu sehen, ob Ganova wohlauf ist. Alles klar, berichtet er.Schön, mir fällt ein Stein vom Herzen.

Meinen Samstag verbringe ich mit Wäsche und Saubermachen, alles orden für die neuen Gäste.

Nachts um 2.00 Uhr sind sie dann endlich da. Große freude auf allen Seiten... und es ist weder zu spät noch zu früh am Morgen für das Da-Bier.

Herzlich willkommen Jürgen und Annette!

Der Sonntag wird verbummelt. Wir schlafen lange, sind noch etwas müde und genießen das sonnige, warme Wetter. Beim Spätstück beraten witr unsere Route. Die beiden sind einverstanden mit unserem Vorschlag, die griechischen Inseln zu besegeln mit dem Abschluss ihres Urlaubes in Marmaris. Dort werden wir dann Ballena lassen und ganova gemeinsam holen.

 

 

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48.

16. Oktober - Montag

Selimiye nach Dersek   12 sm

Nun heißt es für Sabine endgültig Abschied nehmen  von der Ballena.Zum Glück hat sie ja aber noch fast eine Woche Urlaub in der Türkei.

Wir wollen es langsam angehen lassen und segeln ganz gemütlich mit wenig Wind in eine der nächsten Buchten nach Dersek. Annete und Jürgen liegen im Dinghy an Deck und sonnen sich. Dort angekommen bleibt uns noch die Zeit zum Schwimmen und Schnorcheln, bevor Paul uns sein weltberühmtes Chickencurry kocht.

 49.

17. Oktober - Dienstag

Dersek  nach Bodrum über Knidos    45 sm

Dieser Tag fängt so schön und gemütlich an, Sonnenschein, ruhiges, klares Wasser .... Annette und Jürgen schnorcheln und beobachten die Unterwasserwelt, und er endet mit Sturm, Gewitter, einem fluchtartigen Verlassen des Ankerplatzes in der Nacht.

Wir schauen uns als nächstes Ziel Palamut aus, das an der Südküste der Datca-Halbinsel liegt. Dort wohnen alte Freunde von mir und ich möchte sie gerne besuchen. Wir hoffen auf ein wenig Wind von Osten, aber meist ist in diesem Golf Westwind, also gegenan in unserer Route. Um so mehr freuen wir uns, als wir aus der geschützten Bucht kommen, dass der ersehnte Ostwind leicht weht und ziehen Groß und Fock hoch.  Nur für kurze Zeit, dann Großsegel wieder runter, Fock auf ein Drittel reffen, der Wind frischt auf, wir fliegen dahin mit Windstärke Bf 8. Die Wellen bauen sich natürlich auch nach eineiger Zeit gewaltig auf, Ballena gleitet auf 4m Höhe und saust mit 7 Kn übers Wasser. Palamuts Hafen ist leider ungeschützt zur Ostseite, hohe Wellen bauen sich davor auf. Dieses wissen wir aus Erfahrung, also können wir diesen Hafen nicht mehr anlaufen. Das nahe Symi verwerfen wir, denn wir können so schön Meilen machen, um näher an unsere griechische Inseln zu gelangen. Knidos an der Spitze der Datca-Halbinsel hat eine nach Osten geschütze Bucht, die aber in unseren Pilotbüchern nicht als Ankerbucht ausgewiesen ist. Ich war schon einmal vor 8 Jahren dort und konnte gut ankern. Diese Bucht werden wir nehmen. Als wir dort ankommen sehen wir bereits 10 Jachten, die ebenfalls Schutz vor diesem nicht vorhergesagten Sturm gesucht haben. Drei Ankerversuche frei schwingend zeigen uns, dass es so kaum möglich ist, denn entweder sind die Wassertiefen zu groß oder der Untergrund voller Seegras, in dem ein Anker nicht hält. Also ankern wir mit Heckleine zu den Felsen. Jürgen schwimmt rüber und befestigt die Taue.  Wir liegen hier geschützt vom Seegang, doch der Wind kommt über die niedrigen Berge mit voller Wucht, Gott sei dank von achtern.  Klar halten wir Ankerwache... und das war auch gut so. Um Mitternacht dreht der Wind, so dass er jetzt auf Ballenas Breitseite drückt, der Anker hält nicht mehr. Wir sind nicht die einzigen, die bersuchen neu zu ankern, vier weitere Yachten irren herum, um den richtigen Platz zu finden. Nach drei weiteren Versuchen hält der Anker endlich, doch jetzt hat der Wind vollständig gedreht, brettert direkt in die Bucht hinein. Wir nehmen schnell den armen Jürgen wieder an Bord, der gerade dabei war, unsere zweite Landleine anzubringen, denn nun wird es richtig gefährlich in der Bucht.... wir müssen raus hier, können unsere Landleine nicht mehr mitnehmen, lassen sie ins Wasser gleiten... nur weg hier. Schwierig wird das Herauskommen, denn Ballena wird auf die danebenliegende Yacht gedrückt. Es gibt ein Knirschreräusch, aber es ist nicht viel passiert (wir werden uns später danach erkundigen) und wir sind entlich raus hier. Nur weg aus dieser Buchr, die anderen Yachten versuchen ebenfalls freizukommen... es wird gefährlich für die Schiffe. Uff, geschafft!!! Was nun?  Wir entscheiden uns für die Bodrum Marina. Es sind zwar noch 20 sm zu fahren, aber dort ist es wenigsten sicher. Wir müssen unter Maschine machen, denn leider hat sich beim Einrollen der Fock ein Riss gezeigt und das Wetter ist zu stürmisch, um sie jetzt auszutauschen.

Morgens um 6 Uhr sind wir dann endlich an unserem Liegeplatz in der Marina, nass und müde, aber sicher und zufrieden.

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 18. Oktober – Mittwoch

Wir schlafen ersteinmal aus und frühstüchen zur Mittagszeit. Die Sonne scheint wieder, kein Wind... eben so, als wenn nichts gewesen wäre. Jürgen und Annette erkundschaften das schöne Bodrum mit seiner Burg und den alten gassen. Sie waren vor 27 Jahren schon einmal hier und können es kaum wiedererkennen. Paul und ich bleiben an Bord, hängen die nassen Sachen zum Trocknen auf, schaffen wieder Ordnung und wechseln das Vorsegel aus. Die andere Fock ist nicht groß beschädigt, wir müssen im Winter nur den UV-Streifen erneuern.

 

50.

19. Oktober - Donnerstag

Bodrum über Aspat Koyu nach Nissyros  37 sm

Das Wetter ist immer noch unberechenbar. In den Nachrichten über Internet haben wir die verwüstungen des Sturmes in Antalya, Kreta und auf dem Penepoles uns angesehen und sind heilfroh, dass wir so gut davongekommen sind. In der Nacht in Knidos konnten wir das Unwetter in Antalya als Wetterleuchten sehen: ununterbrochen war der Himmel hell erleuchtet.. einfach unglaublich diese Energie, die dahintersteckt. Gut, dass wir nur die Ausläufer davon zu spüren bekommen haben... es langte uns auch so schon. Erstaunlich ist, dass es in den Wettervorhersagen nicht gemeldet worden ist. So sind wir ganz vorsichtig, schauen in alle uns bekannten Wettervorhersagen im Internet. Noch unbeständig, aber keine Stürme mehr.

Wir kommen zu spät aus der Marina und übernachten ruhig und sicher in Aspat Koyu, am Ende der Bodrum Halbinsel.

 Freitag Morgen gehts dann früh raus. Wir können segeln, aber der Wind steht so, dass wir die kleine Insel Yali nicht erreichen könen und entschließen uns dafür, gleich nach Nissyros in den gemütlich griechischen Hafen Pali zu segeln.

  

Annette und Jürgen genießen die ruhige Überfahrt wieder im Dinghy, lesen, schauen und fühlen sich einfach wohl.

 Um 16 Uhr machen wir dort fest. Sechs weitere Yachten liegen dort (damit ist der kleine Hafen auch voll), alles deutsche Chartersegler, denn von den europäischen Ländern hat, glaube ich, nur Deutschland jetzt noch Ferien. Ausserdem ist es die zeitder deutschen Männercrews, wie Skatclubs und Gesangsvereine.

 

Skipper Paul lädt seine Crew sum Abendessen in einem Hafenrestaurant ein.. viel Spaß, viel Lachen!!

  21. Oktober - Samstag

Wir haben uns drei Motorroller gemietet, Paul und ich auf einem, Annette und Jürgen spielen wie Kinder vor uns herum. Es macht auch so richtig Spaß, in dieser schönen Umgebung herumzusausen!!

Wir steigen wieder in den Vulkan hinab, es brodelt, stinkt nach Schwefel..... Jeder hat wohl den gedanken: „wasist, wenn er gerade jetzt ausbricht??!!“

 

 

 

 

Ja, es ist aufregend und schön. Die Schwefelablagerungen sehen aus wie Schneeflocken in gelb.

 

 

Vor zwei Jahren im Juli, als ich mit Igor dort war, haben wir Seizmologen getroffen, die diesen Vulkan zur Überwachung an ihre Computer angeschlossen haben. Sie berichteten eine festgestellte größere Aktivität. Nun, wir merkten davon nichts, waren dann aber doch erleichtert, unbeschadet wieder aus dem Krater klettern zu können.

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  51.

22. Oktober - Sonntag

Nissyros  nach Thilos  15 sm

Sonntag, das bedeutet hier im Hafen von Pali,  früh aufgeweckt zu werden mit dem Geläute der Kirche und Frühstücksei. Es sind nur 15 sm nach Thilos, also haben wir Zeit, ganz in Ruhe  unser Frühstück im Cockpit bei strahlendem Sonnensch zu genießen. Kein Wind, so fahren unter Maschine gegen Mittag nach Thilos, in die große Nordbucht der Insel, Kolpos Agios Andonnis mit ihrem kleinen Fischerhafen, der für uns aber nicht genügend Tiefgang hat.

Thilos ist  eine winzig kleine Insel mit nur 45 km² Größe und einer Einwohnerzahl von ca 300 Leuten, baumlos, karg und wild von außen, aber mit fruchtbaren Tälern im Innern. Sie ist nicht wie Nissyros vulkanischen Ursprungs, sondern hat sich beim Auseinanderdriften der Erdmassen von Kleinasien, also von der Datca-Halbinsel gelöst. Man hat Skelette von den einzigen Elefanten Europas gefunden. Zwergelefanten, die nur maximal 1,40 m hoch waren und dort in den letzten 50 000 Jahren gelebt haben.Ausgestorben sind sie vor ca 3700 Jahren. Schade, so ein Miniaturelefant könnte mir schon gefallen!!

Vor ca 10 000 Jahren, bei dem letzten großen Vulkanausbruch auf Nissyros, ist ist sie nicht nur mit vulkanischer Asche aus der Luft überschüttet worden, sondern es hat sich auch eine 150 m hohe Lavaschicht von See aus durch die Buchten in die Täler ergossen. Heute fruchtbare weite Flächen, die für Ackerbau, Obst- und gemüseanbau genutzt werden.

Schon als wir in die Bucht einlaufen sind wir von der Landschaft begeistert: hohe, steile Bergwände, eine Burg auf dem Gipfel, weite hellgrüne Flächen, die in vereinzelte Waldflächen übergehen, klares, hellblaues Wasser.... es ist sehr schön hier. Wir ankern nah zum Strand auf 3m über Sandgrund; der Anker hält wie Bombe.

 Wir schauen uns um, viele Anzeichen vom Bewohntsein gibt es nicht. Eine kleine Cafeteria liegt am Hafenbecken, in dem nur wenige kleine Fischerboote schaukeln, daneben verstreut ein halbes Dutzend Häuser. Wir fahren mit dem Dinghy hinüber. Während   Paul und Jürgen schon einmal das Mythos antesten, laufen Annette und ich mit den Hunden ins Tal hinein, wir sind neugierig, wie es wohl hinter der nächsten Ecke aussieht. Leider wird es jetzt schon sehr früh dunkel, so dass unsere Neugier nicht so richtig gestillt werden kann. Wir müssen es auf morgen vertagen.

Gemeinsam in der Cafeteria sitzend machen wir folgenden Plan: wir beiden Frauen durchwandern morgen die kleine  Insel vom Norden zum Südwesten, ersteigen den Burgberg und besichtigen die alte Hauptstadt Megalo Chorio. Paul und Jürgen werden Ballena um die Insel herumfahren und uns in dem Hafen Livadia wieder treffen.

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 23. Oktober - Montag

Annette und ich sind gerüstet, als wir so gegen 10 Uhr aufbrechen: Wasser für uns und die Hunde, Fotoapparate, Wandersandalen, Fernglas, Geld für eine Mittagspause in dem Dorf unterhalb der Burg und supergute Laune.Das Wetter ist leicht bedeckt, gut so, dann ist es nicht so warm beim Aufstieg zur Burg.

 

Zuerst gehts noch ganz gemütlich ebenerdig bis zum Fuße des Dorfes Megalo Chorio. Welch kleines, verschlafenes Nest, in dem wohl 200 der 300 Inseleinwohner leben. Weiße Häuser, gepflegte Gärten, alles grünt und blüht schon nach dem letzten Regen.

 

  

 Der Aufstieg zur Burg wird dann steil, ein enger Pfad zum hochkraxeln. Ich denke nur sehr wenige Leute klettern hier herauf. Aber wie schon beim Straßenprojekt mit EU-Geldern, wo zB selbst die winzigsten griechischen Inseln mit ihren wenigen Autos ein vollkommen ausgebautes Straßennetz mit Mengen von unsinnigen Verkehrsschildern (hier übrigens auch) erhalten haben, sind auch bei dieser Burg laut großem Plakat EU-Mittel zur Renovierung und Erhaltung bereitgestellt worden. Wir vermuten, der Sohn des Bürgermeisters muss Elektriker sein, denn statt zu Restaurieren wurde Elehtrifiziert: der Schlängelpfad auf die Burg herauf bekam alle 8m eine Beleuchtung !!!  Ob das so sinnvoll ist?? Wir bezweifeln es stark.

Die Aussicht von der Burg ist grandios. Nun bedauern wir das bewölkte Wetter, hätten gerne eine bessere Sicht, aber es ist trotzdem einfach phantastisch.

Wir steigen wieder hinab, laufen durchs Dorf und finden eine Taverna, wo wir von einem guten Dutzend Katzen beobachtet einen Salat, Tzatsiki und ein Mythos nach dieser Bergtour genießen.

 Nun durchqueren wir das große Tal im Innern der Insel. Leider habe wir nicht die Zeit, die Elefantenhöhle mit den Skeletten zu besichtigen, sie liegt doch zu weit ab von unserem Weg.

 

 

12 km laufen wir durch eine so wechselschichtige und interessante Landschaft. Teilweise saftige, grüne Wiesen, Obstgärten, dann wieder erinnert sie mich an Kapadokien mit ihren ausgewaschenen Tuffsteinschluchten.

 

 

Eine schöne Wanderung, darüber stimmen Annette und ich überein, als wir körperlich etwas erschöpft aber geistig voller neuer Eindrücke und quickfidel den letzten Pass hinab zu Livadia erklommen haben und unter uns Ballena vor Anker schaukeln sehen...... ein toller Tag!!!

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 52.

24. Oktober - Dienstag

Thilos nach Simi (Panamotis)   25 sm

Wir haben anfangs noch leichten, achterlichen Wind, so dass wir ganz gemütlich mit 3 Kn dahingleiten, Annette und Jürgen haben es sich wieder im Dinghy gemütlich gemacht. Wir entscheiden uns, den Spinacker zu fahren, doch während wir alles auspacken und vorbereiten, frischt der Wind auf, so dass wirihn bei Bf 5 nicht mehr hochziehen wollen. Jerry gefällt das ausgezeichnet, er findet „Spinackersegeln„ einfach toll!!

So segeln wir nur mit Fock und machen unsere 5 Kn und laufen mit dem Sonnenuntergang in die Bucht von Panormitis ein.

 

Paul hat Doppelkopf spielen gelernt und nun sitzen wir abends im Cockpit und kloppen die Karten... es macht uns riesigen Spaß!!

 53.

25.bis 27. Oktober –Mittwoch bis Freitag

Simi über Bozuk Kale, Turunc nach Marmaris    45 sm

Morgens besuchen Annette und Jürgen das ausgesproschen schöne Kloster mit seinem bunten Glockenturm, der alten Bäckerei und der Athmosphäre wie vor 100 Jahren. Es ist eine große Anlage, die als Kloster heute nicht mehr genutzt wird. Aber die Klosterzellen werden anscheinend an minderbemittelte Leute als Urlaubsmöglichkeit gegeben, eine gute Lösung.

 

 

 

 

 

25. Oktober –Mittwoch

Wenig Wind zu Anfang, so dass wir alle noch einmal uns von der Ballena durchs Wasser ziehen lassen können. Dann hat uns die Türkei wieder. Gerade noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang laufen wir in Bozuk Kale ein. In den Rücksäcken die Flaschen mit Rotwein, vier Gläser dabei machen wir uns im Eilschritt auf den Burgberg, Dort sitzen wir nun und sehen dem roten, glühenden Ball zu, wie er hinter den Inseln versinkt.

 26. Oktober –Donnerstag

Wir sind wieder den ganzen Tag auf See, um möglichst nahe an Marmaris heranzukommen. Es ist der letzte richtige Segeltag für die beiden für diese Jahr, für diesen Urlaub, und dasletzte Mal Schwimmen in der Bucht im Marmaris-Golf. Morgen früh noch eine Stunde Fahrt, ann sind wir wieder in der Marina.

 27. Oktober –Freitag

Wir sind nach einem herrlichen Segelsommer wieder in Marmaris angekommen. Ein bißchen ist es wie „nach Hause kommen“. Von allen Seiten werden wir begrüßt. Doch für Paul und mich ist es jetzt nur ein Aufenthalt vn einem Tag. Morgen werden wir gemeinsam mit Annette und Jürgen von einem Bekannten erst zur verabschiedung zum Flughafen nach dalaman gebracht und dann weiter nach sarsala, wo uns Ahmet mit seinem Fischerboot abholt. Dann sehen wir endlich unsere Ganova wieder, die sicher schon große Sehnsucht nach uns hat.

Wir werden ein paar tage dort in der Bucht bleiben, einen kurzen Abstecher nach Fethiye machen, von dort nach Rhodos segeln, um uns die leckereien für den Winter von Lidl holen.

Am 5. November bringen wir dann auch die ganova in die marina nach marmaris..... und damit ist die Segelsaison für uns endgültig beendet.

Also bis zum 5. November, wo wir dann wieder per Internet, über Skype (gabypaul) und unsere türkischen Handynummern zu erreichen sind.

 Tschüß, Annette und Jürgen, vielleicht ja bis zum nächsten Jahr... es war wieder große Klasse mit euch!!!!

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54.

Das Ende der Segelsaison mit der Ganova

aus dem Fethiye-Golf über Rhodos nach Marmaris    65 sm 

 

Ganova hat uns freudig bei Ahmet empfangen. Sie lag ganz alleine am Steg bei Ahmet und sie schien  froh zu sein, uns endlich nach fast 5 Monaten wieder zu sehen. Alles an Bord ist ok, die Maschine springt sofort an und schnurrt zufrieden vor sich hin.

 

 

Wir genießen ein paar schöne, sonnige Tage in der ruhigen Bucht, fahren dann zum Einkaufen nach Rhodos. Als letztes Segelgeschenk des Jahres haben wir mit der guten, alten Ganova noch ein rasantes Segeln nur mit Fock nach Marmaris. Wahrscheinlich wollte sie uns zeigen, dass sie genau so gut segeln kann wie Ballena. Sie flog nur so dahin mit ihren 6 Kn, einfach klasse!! Welch ein schöner Abschluss!!

Nun haben wir mitlerweile November. Seit dem 3. November sind wir wieder in der marmaris Marina. Die Segelsaison und der Sommer sind beendet, die letzten Zeilen des Sommer-Logbuchs sind geschrieben.. Wir schließen dieses Buch mit den vielen, wunderschönen Erinnerungen.

Vielen Dank an alle, die uns auf dieser Reise persönlich oder im Internet begleitet haben. Wir möchten euch auch gerne im Winter in Marmaris dabei haben, zumindest über Internet und euch über unsere zeit in der Marmaris Marina berichten.

Schaut also hin und wieder einmal hinein in unsere neue Website

Winter 2006/07 in Marmaris

 

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