Christian Men

Christian Men's Group - Private & Non-Profit!

Mann & Frau aus biblischer Sicht




(Quellen: siehe unten)

 

Brauchen wir so eine Lektion? Ja – aus folgenden Gründen:

 

  • Es gibt auch in unseren Gemeinden viele unterschiedliche Standpunkte und auch eine große Unsicherheit.
  • Einige verlassen sogar ihre Gemeinde – u.a. weil sie sich als Frauen diskriminiert gefühlt haben.
  • Wir brauchen ein klares Verständnis davon, was einen christlichen Mann und eine christliche Frau ausmacht.
  • Nur wenige Männer etwa haben eine klare Vorstellung davon, was einen Mann ausmacht. Sie sind sehr verwirrt, was ihr Selbstverständnis betrifft. Und verwirrte Männer können eine Menge Ärger verursachen.
  • Gender Mainstreaming.

 

Ich will euch verschiedene Standpunkte darlegen. Einen Denkprozess in der Gemeinde anregen. Ich will nicht meine eigene Meinung als die einzig wahre darstellen. Und ich werde mich auf einige wenige Punkte beschränken.

Let’s Go:

 

 Bibellesung:

 

Wenn du wissen willst, was es mit dieser ganzen Mann/Frau-Sache auf sich hat, was einen christlichen Mann oder eine christliche Frau ausmacht, wo würdest du nachschauen?

 

 Im 1. Korintherbrief? In Timotheus?

 

Als Jesus in Matthäus 19:1-9 gefragt wurde, ob es denn erlaubt sei, dass sich ein Mann aus irgendeinem Grund von seiner Frau scheiden lässt, hat Er nicht einfach nur mit ja oder nein geantwortet. Er ist weit zurückgegangen und hat die Schöpfungsabsicht Gottes zitiert – den Standard aus Genesis (2:24). Wir sind ein Fleisch – und was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden!

 

Gehen wir als zurück an den Anfang. Wenn wir wissen wollen, wer wir sind, müssen wir zu unseren Wurzeln zurück, zu Gottes Plan für uns.

 

Jedes Wort in Genesis ist reich an Bedeutung. Unglaublich reich.

 

Genesis 1:26 - 28

Genesis 2:15 – 3:24

 

 

Genesis 1

 

Verse 26-27 („Als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie“)

 

A. Diese Verse sprechen vom Wert, den Mann und Frau haben.

1. Wir sind beide ein Abbild Gottes.

2. Wir sind beide wertvoll.

3. Wir sind beide einzigartig und etwas ganz Besonderes.

 

B. Diese Verse sprechen von der Berufung von Mann und Frau.

Vers 1:28

1. Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde.

2. Unterwerft sie euch.

3. Herrscht über sie.

 

C. Diese Verse weisen auf eine wichtige soziale Struktur hin.

1. Gott nennt sowohl Mann als auch Frau absichtlich „Mann“ („ish“) – auch wenn dies meist mit „Mensch“ übersetzt wird. Siehe auch Genesis 5:2.

2. Merke: Jedes Wort in Genesis ist reich an Bedeutung!

3. Warum tut Er das? Aus demselben Grund, warum nach einer traditionellen Heirat die Eheleute den Namen des Mannes tragen. Hier weist man schon für die Zukunft auf eine bestimmte soziale Struktur sowie die Führungsrolle darin hin. Wenn sich die beiden einen Doppelnamen zulegen (Schmidt-Hinterhuber), hat dies ebenso eine gewisse Aussagekraft: Hier führt niemand. Hier sind beide dasselbe.

 

 

Erinnern wir uns: Gott sprach: es werde Licht. Und es wurde Licht. Ein Gewölbe entstehe mitten im Wasser. So geschah es. Er erschuf die Tiere usw. Als er aber den Menschen erschuf, tat Er etwas, was Er mit keinem Seiner Geschöpfe getan hat: Er spricht mit ihm persönlich. Das ist etwas Unglaubliches – und genau deshalb ist jeder Satz in Genesis so wichtig.

 

Adam war also ein Teil der Schöpfung, der geschaffen wurde, um in Beziehung mit dem lebenden Gott zu treten!

 

Merke auch: Mann und Frau sind gleich - in dem Sinne, als beide in gleichem Maße Gottes Ebenbild tragen. Sie sind aber nicht gleichartig im Sinne von identisch; ohne jeglichen Unterschied.

 

 

 Genesis 2

 

A. Merke: Adam wurde zuerst geschaffen. (Genesis 2:7). Gott hätte leicht Mann und Frau zur selben Zeit schaffen können. Warum hat er das nicht getan?

 

Tausende Jahre später. Paulus spricht darüber, dass eine Frau nicht lehren darf. Wollt ihr wissen weshalb?

 

„Denn zuerst wurde Adam erschaffen, danach Eva“. (1. Timotheus 2:12-13).

 

Gott hatte also einen Plan im Kopf, als Er uns geschaffen hat!

 

B. Merke: Adam erhält eine Beschäftigung und Verantwortung, bevor Eva geschaffen wurde!

Man hat hier fast den Eindruck, als wenn Adam hier eine Art Trainingsprogramm für Führungskräfte durchläuft, bevor Eva die Szene betritt.

 

C. Merke: Adam wurde von Gott in der Verantwortung unterrichtet, mit Seinem Wort zu führen. (Genesis 2:16-17). Zu dieser Zeit, war selbstverständlich die einzige Bibel, die es gab, das Wort, das Gott wörtlich an Adam richtete (siehe auch: Epheser 5:25-26). In anderen Worten: ein Mann sollte mit geistiger Wahrheit führen, wenn er eine Beziehung zu einer Frau hat. Und er sollte führen.

 

D. Merke: Adam gibt den Tieren einen Namen, ein Zeichen seiner Leitung über die Schöpfung (Genesis 2:19). Das Namen geben ist in der Bibel immer von Bedeutung! Gott nennt Abram z.B. künftig Abraham, weil er ihm eine Führungsrolle überträgt und ihn zum Gründer des Volkes Israel erhebt.

 

E. Merke: Adam wird eine Hilfe zur Seite gestellt, die ihm entspricht. Diese Bezeichnung zeigt, welche Absicht Gott hinsichtlich der sozialen Struktur unserer der Beziehungen von Männern und Frauen hatte (Genesis 2:18).

 

 

Die tiefsten Unterschiede von Mann und Frau sind im Übrigen nicht körperlicher Art. Sie sind soziologisch.

 

Drücken wir es einmal so aus: es findet eine Art Tanz der beiden Geschlechter statt. Die Frage ist nur: wer führt, und wer lässt sich führen? Ist das nicht die Frage des 21. Jahrhunderts? Wenn beide zur selben Zeit tanzen und führen wollen, was bekommt man dann? Chaos – und schmerzende Zehen!

 

Adam entdeckt also eine soziale Ergänzung, die ihm nicht nur Hilfe anbietet, sondern auch zu ihm aufblickt und von ihm erwartet, sie in liebevoller Weise zu führen und ihr so Erfüllung zu schenken.

  
 

Gott nennt Eva also „Hilfe“ oder „Gehilfin“. Wenn sie also die Hilfe ist, was ist dann der Mann?

 

„Ich lasse euch aber wissen, dass Christus das Haupt eines jeden Mannes ist; der Mann aber ist das Haupt der Frau; Gott aber ist das Haupt Christi.“ (1. Korinther 11:3)

 

Männer sind also von Anfang an dazu bestimmt, in sozialer wie geistiger Hinsicht zu leiten, was auch den Kern jeder wahren Männlichkeit ausmacht.

 

Heutzutage erschreckt man oft Frauen, wenn man Männer und Führung nur in einem Atemzug erwähnt. Dazu folgendes:

 

 

Männliche Dominanz ist ein persönliches moralisches Versagen, keine biblische Lehre!

 

Männer, die Frauen dominieren wollen, sind in Wahrheit Jungs, die gerne so tun, als wären sie wahre Männer!

 

 

Der Mann, wurde ursprünglich als jemand geschaffen, der führt und leitet. Es war eine Führung, die edel war, ehrbar - und zum Besten einer Frau.

 

Der Ausdruck „Hilfe“ kommt nur drei weitere Male in der Bibel vor: für Gott den Vater, Gott den Sohn und Gott den Heiligen Geist!

 

F. Merke: Adam gibt seiner Hilfe einen Namen (Genesis 2:23): Frau („isha“). Und Gott erlaubt, dass er ihr einen Namen gibt! Das zeigt einiges über ihre Beziehung und über die Führungsrolle in dieser Beziehung.

 

 

Was bedeutet es, dass der Mann das Haupt ist?


Der Mann übernimmt die Verantwortung, seiner Frau und seiner Familie zu dienen und die Leitung zu übernehmen, die Gott zum Ruhme gereichen und zum Wohle aller sein wird - ohne Rücksicht auf den Preis, den er vielleicht hierfür zahlen muss. Wir Männer müssen unsere Leben für unsere Familien nieder legen.

 

 
Die Tatsache, dass ein Mann das Haupt ist, ist per se nichts Schlechtes. Natürlich kann diese Form von Autorität falsch ausgeübt werden - genauso wie Eltern ihre Autorität Kindern gegenüber missbrauchen können, oder Älteste bzw. Pastoren/Pfarrer der Gemeinde gegenüber. Aber NIEMALS, wenn Jesus das Haupt der Kirche ist. Also ist die Tatsache, dass man Haupt ist, grundsätzlich etwas Gutes! Jesus als Haupt der Kirche ist unsere Errettung!

Das Schlechte in anderen Formen der Ausübung von Autorität liegt nicht an der Autorität selbst, sondern am sündigen Missbrauch einer rechtmäßigen Autorität!

 

 Gehen wir einige Tausend Jahre weiter zu Jesus:


Jesus schätzte und achtete Frauen sehr - und Er machte auch Unterschiede hinsichtlich ihrer Rollen und Aufgaben. Jesus achtete die spirituelle Gleichheit von Männern und Frauen. Es ist auch interessant, zu lesen, wie Er mit Frauen umging und wie liebe- und respektvoll Er sie behandelte und welche Würde Er ihnen beimaß.


Als Apostel aber wählte Er nur Männer aus und machte hiermit eine klare Rollenteilung. Ebenso bei den Hauptaufgaben der Apostel: Predigen, Lehren und Leiten. Frauen hingegen dienten in ebenso wichtigen Bereichen: sie beteten, sie gaben Geld, sie sorgten sich um körperliche Bedürfnisse, sie äußerten ihr theologisches Verständnis und zeugten von Seiner Auferstehung.

 

 

Jesus hat Frauen auch öffentlich direkt angesprochen - was damals außerordentlich unüblich war (siehe Johannes 4:27). Seine Jünger wunderten sich, dass Er mit der samaritischen Frau am Brunnen von Sychar  sprach (Johannes 4:7-26).



Ein wichtiger Aspekt ist auch, wie Jesus mit Frauen sprach. Er sprach mit Bedacht und Liebe. Die Frau mit den Blutungen etwa nennt Er zärtlich "Meine Tochter". Die Frau mit dem Krankheitsgeist nennt Er "Tochter Abrahams" (Lukas 13:16).


Jesus hat auch die Sünden von Frauen nicht beschönigt. Er hat Frauen immer voll für ihre Sünden verantwortlich gemacht - so etwa die frau am Brunnen von Sychar (Johannes 4:16-18), die beim Ehebruch ertappte Frau (Johannes 8:10-11) und die Frau, die Seine Füße gesalbt hat (Lukas 7:44-50). Er hat sie mit ihren Sünden konfrontiert.

 


Jesus hat Frauen und Männer als gleichwertig gesehen.

 

Eine andere Art und Weise, wie Jesus Seine hohe Wertschätzung Frauen gegenüber ausdrückte: Er diente ihnen sowohl körperlich als auch geistig. Zahlreiche Heilungen und das Austreiben von Dämonen zeigen Jesu Sorge und Zuneigung Frauen gegenüber.



Jesus zeigte Seine hohe Wertschätzung von Frauen dadurch, indem Er ihnen in Seinem Dienst Würde zusprach.


Er  verwendete Frauen als Beispiele in Seiner Lehre, Er lehrte Frauen theologische Wahrheiten und Er ließ Frauen sowohl an Seinem Leben als auch an seinem Dienst teilhaben.


Jesus lehrte Frauen mehrmals auch persönlich (Lukas 10:38-42; Johannes 11:20; Johannes 11:25-27; Lukas 23:27-31; Johannes 20:17-18).

 

Frauen, die an Jesu' Leben teil nahmen, passten in eine dieser beiden Gruppen:


- Die, die Ihm in irgendeiner Art und Weise dienten
(Lukas 7:36-50; Matthäus 26:6-13; Markus 14:3-9; Johannes 12:2-8; Lukas 8:2-3; Matthäus 27:56, Markus 15:41).


- Die, die zu Zeugen seiner Wiederauferstehung wurden (Matthäus 28:5-8; Markus 16:5-8; Lukas 24:2-9; Johannes 20:1-2).


Jesus anerkannte auch die verschiedenen Rollen, die Männer und Frauen haben.  Er wählte etwa nur Männer als Apostel aus!

 

 

Gehen wir nochmals auf den Begriff „Haupt“ ein:

 

Das Haupt jedes Mannes ist Christus und das Haupt jeder Frau ist der Mann - und das Haupt von Christus ist Gott.


Paulus verwendete den Begriff "Haupt" in der Bedeutung von "Autorität".

 

Manche Menschen wenden ein, dass, indem man Gott zum Haupt über Jesus macht, begeht man Ketzerei und ordnet Jesu gleichsam Gott unter. Dies aber wäre nur der Fall, wenn man davon ausginge, dass Vater und Sohn in der Natur oder im Wesen unterschiedlich sind. Jesus ist dem Vater nicht vom Wesen her untergeordnet.  Er ordnet sich nur bereitwillig der Autorität des Vaters unter. Der Unterschied zwischen Vater und Sohn ist ein funktioneller, nicht ein wesentlicher.


Solch eine Interpretation wird auch vom 1. Korinther 15:28 unterstützt.


Man kann also durchaus eine andere Funktion haben und trotzdem gleichwertig in Wert und Wesen sein. Frauen sind Männern somit spirituell gleichartig in Wert und Wesen - jedoch haben sie eine andere Funktion oder Rolle in der Kirche und in der Familie.


Wenn es in der Bibel heißt, dass Gott den Sohn in die Welt gesandt hat (etwa in Johannes 3:17), ordnet sich Jesus nur unter, was die Rolle betrifft: der Vater bestimmt und sendet; der Sohn gehorcht und kommt in die Welt um für unsere Sünden zu sterben.

 

 

Zurück zu Genesis:

 

G. Merke: Dem Mann wird gesagt, er solle Mutter und Vater verlassen und eine neue Familie gründen. Er tut dies – nicht die Frau. Auch heute noch warten die meisten Frauen darauf, dass der Mann dies tut. Einen besonderen Moment schafft, auf seine Knie geht und fragt: „Willst du mich heiraten?“. Er will also die Führung übernehmen; im gemeinsamen Tanz führen!

 

 
 

Genesis 3

 

A. Merke: Die Versuchung der Schlange in Genesis will Gottes soziale und geistige Ordnung umkehren (Genesis 3:1-6).

Wo ist Adam in diesem Moment? Warum greift er nicht ein? Er ist anwesend, bleibt aber passiv.

In einer seltsamen Art und Weise übernimmt Eva die Führung. In diesem Moment geht es um Gleichheit – Gleichheit mit Gott.

Nachdem Eva gesündigt hat, dreht sie sich zu ihrem Gatten um – und er isst ebenso. Er hat aufgehört, zu führen.

 

 

Und das findet auch heute noch immer wieder statt. Jeden Tag stehen Männer herum und tun nichts, wenn sie doch eingreifen sollten.

 

 

Adam steht offensichtlich völlig passiv daneben und hat es zugelassen, dass die Lüge (dass Gehorsam, Demut und Dienen etwas Schlechtes seien) sich ausbreitet.

 

Ist es nicht interessant, dass es hier gerade um einen Tausch der Geschlechterrollen geht? Sollen wir diese Verwirrung in alle Ewigkeit fortsetzen?

 

 

B. Merke: Gott zieht Adam, nicht Eva zur Rechenschaft („Wo bist du?“). Er hat versagt, nicht sie. Es ist wie in einer Fußballmannschaft: wenn die Mannschaft schlecht ist, wird der Trainer gefeuert!

 

Was mit Adam und Eva geschehen ist, wird eines Tages jedem verheirateten Mann bevor stehen. Gott wird uns fragen: Wo warst du?

 

Wenn aber Adam und Eva zusammen gefallen sind, warum gibt Paulus dann Adam die Schuld (Römer 5:12-21)? Warum nicht beiden? Warum heißt es in Genesis 3:7, dass erst beiden die Augen aufgingen, nachdem Adam von der Frucht gegessen hatte? Warum ruft Gott nach Adam (Wo bist du? - Genesis 3:9)? Weil Adam das von Gott ernannte Haupt der beiden war und als solches die Verantwortung hatte, die Partnerschaft in eine Richtung zu lenken, die Gott preisen würde.

Das ist vielleicht auch der Grund dafür, dass sich Satan zuerst an Eva gewendet hat. Wenn die Rollen vertauscht gewesen wären und Eva zuerst geschaffen worden wäre, hätte sich Satan zweifellos zuerst an Adam gewendet. Eva war also nicht etwa moralisch schwächer als Adam - Satan wollte nur die Tatsache angreifen, dass Adam das Haupt war. Eva sollte in der Versuchung die Verantwortung übernehmen, entscheiden und führen. Wahrscheinlich hat sie gedacht, sie könnte ds schon zum Besten der beiden hin bekommen, wenn sie sich nur behaupten würde. Adam hingegen hat Gott mit offenen Augen heraus gefordert.

 

 

In Genesis 3:17-19 erklärt Gott Sein Urteil über Adam. Man bemerke aber, dass Arbeit nicht Adams Bestrafung ist, ebenso wenig wie das Gebären von Kindern Evas Bestrafung war. Der bestrafende Teil liegt darin, dass Arbeit mit Mühe und Geburt mit Schmerzen verbunden ist.

Wichtig auch: Gott sagt nicht zu Adam, all das geschehe, weil er von dem Baum gegessen hat, von dem er eigentlich nicht hätte essen dürfen. Er sagt zu ihm, weil er auf seine Frau gehört hat und von dem Baum gegessen hat, werden sie nun bestraft!

 

 
Adam hat also in zweifacher Weise gesündigt: Er hat gegen Gottes Gebot verstoßen (2:17) und er hat gesündigt, indem er seinen Job als Haupt der Partnerschaft aufgegeben und auf seine Frau gehört hat.

 

 
C. Merke: An Adams Sünde klebt eine unakzeptable Passivität (Genesis 3:11-12).

Wie hat Adam reagiert, als Gott ihn verantwortlich gemacht hat? Sagte er: „Ja, ich hab’s getan“? NEIN! Er schiebt die Schuld auf andere. Es war die Frau, die Gott ihm gegeben hat.

 

„Ich bin ein Opfer“: jeder Mann, der die Opferkarte zieht, hat die Karte der Männlichkeit zerrissen, weil er es ganz einfach nicht drauf hat, ein Mann zu sein!

 

Warum wurde er so passiv?

 

Sie waren in diesem Garten und es wurde ihnen gesagt, nicht von dieser Frucht zu essen. Adam sah, wie sich Eva mit dem Feind unterhielt und dabei war, die Frucht zu essen. In seiner Selbstsucht und in seinem Blick alleine auf sich selbst hat er wohl gedacht: „lass’ sie doch von dem Zeug essen. Wenn sie stirbt, na ja, aber ich bin in Ordnung! Und wenn Gott nicht soviel Macht hat, bekomme ich, was ich will!“ Und sie aß und ist nicht gestorben und er aß und dann – ganz plötzlich – war die Hölle los und es wurde ihm klar, er ist getäuscht worden!

 

Wenn so etwas in seinem Kopf vorging, hat er gesündigt, lang bevor Eva die Frucht gegessen hat!

 

D. Merke: Adams Verfluchung basiert auf dem Umkehren der ursprünglichen Schöpfungsordnung: er hat als Führer versagt – Evas Verfluchung basiert ebenfalls darauf: sie beanspruchte die Führung (Genesis 3:17). Adam wurde verflucht, weil er auf seine Frau gehört hat! Sie führte – er folgte! Er hat zugehört anstatt die Initiative zu ergreifen – und damit das Wesen der Männlichkeit verraten!

 
 

E. Merke: Adams Sünde entfesselt die zerstörerische Kraft männlicher Dominanz (Genesis 3:16b).

Männer sollten von Anfang an leiten – aber nicht so!

Anstatt seine Frau zu leiten, wird er über sie herrschen.

Männer können hiervon nur befreit werden, wenn sie eine neue Führung im Angesicht von Jesus Christus finden.

 

  

F. Merke: Adam stirbt – und alles, dem er Leben schenkt, stirbt ebenso. Und am meisten ist seine Männlichkeit dabei gestorben. Sehen wir Römer 5:19 an: „Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern geworden sind, so werden auch durch den gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten.“

 

 

G. Merke: Adam gibt seiner Frau nach dem Sündenfall erneut einen Namen: Eva – ein Zeichen seiner Leitungsrolle auch über dem Sündenfall hinaus (Genesis 3:20). Als Männer sind wir immer noch gerufen, zu leiten. Solange ein Mann dies nicht begriffen hat, ist und bleibt er – ein Junge. („Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.“)

 

 

4)             Kurze Erörterung der kontroversen Themen wie das Beten oder Bibellesen von Frauen in der Versammlung (die Gegner verweisen darauf, dass es in der Bibel heißt, Frauen sollen schweigen. Die Befürworter sagen, Paulus hat den Frauen auch erlaubt, zu beten und prophezeien, und da die Bibel sich nicht widerspricht, ist es Frauen sehr wohl erlaubt, dies in der Versammlung zu tun, solange sie die grundsätzliche Autorität der Männer dabei akzeptieren. Wobei die Gegenseite wiederum sagt, dass dieses erlaubte Beten und Prophezeien sich nur auf das private Umfeld bezog. Hierauf die Befürworter: die Christen trafen sich damals v.a. in privaten Häusern, somit waren diese privaten Versammlungen die „offizielle“ Gemeinde. Außerdem war das Beten und Prophezeien immer zur Erbauung aller gedacht).

 

(An dieser Stelle soll nicht Partei für die eine oder andere Seite ergriffen werden soll. Hier soll nur eine fruchtbare Diskussion angeregt werden, die in weiteren Bibelstunden fortgesetzt werden soll).

 

(Quellen: „Recovering Biblical Manhood & Womanhood“ – Grudem/Piper. Crossway Books, 2006.

 “The Quest For Authentic Manhood” – Dr. Robert Lewis, Men’s Fraternity, www.mensfraternity.com) – Go and get them!


Aber Gott hat doch Adam UND Eva den Schöpfungsauftrag gegeben!

Ja, aber das heißt nicht, dass beide dieselben Aufgaben haben! Gott hat ihnen auch gesagt, sie sollten fruchtbar sein und sich vermehren. Heißt das nun, dass auch Männer Kinder bekommen sollten? Wohl kaum. Der Mann hat bei der Zeugung und Erziehung eine Aufgabe und die Frau eine andere - körperlich wie vom Rollenverständnis her.

Männer und Frauen sind in jeder Hinsicht anders - und das ist gut so und von Gott gewollt. Sie sind vom Wesen her gleich, also auch gleich viel wert - aber haben beide grundverschiedene Aufgaben und Rollen.

Daran etwas rütteln zu wollen, hieße, Gottes Schöpfungsauftrag zu missachten und an Seiner Schöpfung herumzudoktern - also selbst Gott sein zu wollen!

 

Die Gender-Blender

Gender-Forscher ignorieren die Biologie. Unsere Geschlechterrolle ist nur anerzogen, davon sind sie überzeugt. Trotzdem haben sie es geschafft, ihre Ideologie in die Politik zu schmuggeln. Üœber ein Mädchen, das eigentlich ein Junge ist, Politiker, die nicht wissen, wofür sie abstimmen und einen Norweger, dessen Film eine ganze Nation wachrüttelte.

Von Nicolai Franz

 Lügen, Manipulation, Leid. Janet und Ron Reimer ahnen nicht, was sie erwartet, als sie das Glück ihres Lebens in den Armen halten: Ihre Zwillingssöhne Brian und Bruce, geboren am 22. August 1965. Acht Monate nach der Geburt müssen beide Kinder wegen einer Vorhautverengung beschnitten werden. Ein Routineeingriff -€“ eigentlich. Bei Bruce gibt es einen Unfall, sein Penis wird bei der Operation durch elektrischen Strom verbrannt. Die Horrornachricht verunsichert das junge Ehepaar. Kann Bruce überhaupt noch zu einem Mann reifen? In einer TV-Talkshow sehen sie den Psychologen und Sex­ologen John Money. Er vertritt die These: Unser Geschlecht ist nicht angeboren, sondern anerzogen. Jedes männliche Neugeborene könne ebensogut ein Mädchen werden. Eine Transsexuelle in der Show soll der lebende Beweis sein. Das überzeugt Janet. "€žIch dachte: Hier ist unsere Antwort, hier ist unsere Erlösung, hier ist unsere Hoffnung."€œ Die Begegnung mit Money sollte die Rettung sein. In Wahrheit ist sie erst der Anfang einer tragischen Geschichte über ideologische Wissenschaft, Unterdrückung und Ignoranz. Der Psychologe rät den Reimers, Bruce als Mädchen zu erziehen. "€žDr. Money war sehr charismatisch. Er schien sehr intelligent und zuversichtlich zu sein"€œ, sagt Janet. Ein noch nie dagewesenes Experiment beginnt. Bruce ist noch sehr jung, außerdem gibt es einen identischen Zwilling als "€žKontrollgruppe"€œ. Perfekte Bedingungen. Am 3. Juli 1967 wird Bruce kastriert. Ab jetzt heiߟt er Brenda.

Money war mit seiner Ansicht nicht allein. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts begannen Feministinnen, die englischen Begriffe für "€žGeschlecht"€œ voneinander zu trennen. Aus "sex" wurde "€žbiologisches Geschlecht"€œ und aus "€žgender"€œ wurde "€žsoziales Geschlecht"€œ. Mit der Unterscheidung von angeborenem und anerzogenem Geschlecht war Gender-Vertretern ein Coup gelungen, der noch heute das politische Programm dominiert – in Form von "€žGender-Mainstreaming"€œ. Eine der radikalsten und einflussreichsten Gender-Vertreterinnen ist die in Berkeley lehrende Philosophin Judith Butler. Für sie ist das Geschlecht eine kulturell konstruierte Kategorie – selbst das biologische Geschlecht. Das Ziel müsse sein, dass das Geschlecht keine Rolle mehr spiele, schreibt sie 1990 in ihrem Buch "€žDas Unbehagen der Geschlechter".

Die Ignoranz der Gender-Forscher

Ist unsere Geschlechterrolle nur anerzogen? Diese Frage stellte sich auch der Norweger Harald Eia. Der studierte Soziologe ist in seinem Land aus dem Comedy-Geschäft bekannt. In seiner Reportage "€žGehirnwäsche"€œ geht er aber einer ernsten Frage nach: Warum wählen Männer und Frauen in Norwegen so unterschiedliche Berufe, obwohl das Land in Sachen Gender-Gerechtigkeit weltweit auf Platz eins liegt? Wenn die Politik und die Gesellschaft alle Gender-Hürden überwunden hat, warum sind dann seit 1980 durchgängig 90 Prozent aller norwegischen Ingenieure männlich und fast 90 Prozent aller Krankenpfleger weiblich?

Eia befragte dazu den amerikanischen Psychologie-Professor Richard Lippa. In einer seiner Studien nannten 200.000 Männer und Frauen aus 53 Ländern ihren Lieblingsberuf. "€žEs gibt einen großen Unterschied. Männer interessieren sich viel häufiger für Objekte, zum Beispiel als Ingenieure oder Mechaniker. Frauen möchten eher mit Menschen arbeiten"€œ, erklärt Lippa. Dieser Unterschied zog sich durch alle Kulturen, Länder und Kontinente. "€žEr war in Norwegen so groß wie in Saudi-Arabien oder Pakistan, Indien, Singapur oder Malaysia."€œ Wohlstand, Religion, Fortschritt der Gleichberechtigung -€“ all das spielt keine Rolle. "€žDas gibt einen Hinweis darauf, dass hier etwas Biologisches am Werk ist."€œ Diese These unterstützt auch der britische Psychologe Simon Baron-Cohen. Er zeigte Säuglingen entweder einen mechanischen Gegenstand oder ein Gesicht. Das Ergebnis: "€žMehr Jungen schauen sich das mechanische Objekt länger an, mehr Mädchen das Gesicht - schon am ersten Tag des Lebens."€œ Vor irgendwelchen anderen Einflüssen also. Verantwortlich dafür sei das Hormon Testosteron, bei Jungen mehr, bei Mädchen weniger, sagt er in Eias Film. Für Baron-Cohen sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern "€žeine Mischung aus Biologie und Kultur"€œ. Es gehe natürlich nicht nur um Biologie. "Ich sage nur: Vergesst die Biologie nicht!"€œ Die Studien im Film zeigen sogar: Je mehr Gleichberechtigung, desto weniger Frauen wollen einen technischen Beruf erlernen. Je freier Männer und Frauen sind, desto eher können sie das tun, was sie wirklich wollen"€“ und nicht das, was am ehesten einen Job bringt.

Damit konfrontiert, antworten die norwegischen Genderforscher immer gleich: Das ist altmodisch, schlechte Forschung, Ideologie. Ignoranz statt Argumente. Eine Wissenschaftlerin bekennt sogar, dass sie die Biologie schlicht nicht interessiere. Sieht so ernsthafte Wissenschaft aus? Auf Harald Eias Film folgte nicht nur eine heftige Debatte über Geschlechterrollen. Es ging den Genderforschern regelrecht an die Existenz. Dem "Nordic Gender Institute"€œ in Oslo wurde der Geldhahn zugedreht, die Einrichtung musste schlieߟen. Ein Riesenskandal. Die Reaktion in Deutschland? Zahlreiche Blogs berichteten, die Reportage ist bei Youtube abrufbar, bei gröߟeren Medien schaffte Eia es in die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Für den Focus durfte er im November 2012 eine Titelgeschichte schreiben. Die anderen Redaktionen interessierten sich nicht dafür -€“ und das, obwohl deutsche Gender-Forscher biologische Gründe für Geschlechterrollen ebenfalls ignorieren.

"€žIch spürte, dass er männlich ist"

Brenda Reimer, das Mädchen, das früher ein Junge war, fühlte sich in ihrer Rolle nicht wohl. "€žIch war groߟ, ich war ein Mädchen. Ich mochte es nicht, mich wie ein Mädchen anzuziehen, mich wie ein Mädchen zu benehmen und zu verhalten."€œ Doch das interessierte John Money nicht. Als Brenda sieben Jahre alt war, erklärte der Sexologe sein Experiment für geglückt. Doch das Gegenteil war der Fall. Für Brendas Mutter war klar: "Nicht nur ich, auch andere spürten, dass er männlich ist."€œ Money hatte den Eltern eingeschärft, dass das Experiment scheitern würde, sollten sie ihrer Tochter etwas davon erzählen. Brenda hatte kaum Freunde. Die Mädchen wollten nicht mit ihr spielen, weil sie sich für Jungskram interessierte, die Jungs wollten kein Mädchen um sich herum haben.. Ihr Leben wird zu einer einzigen Identitätskrise. Als Money die Probleme bemerkte, griff er zu schrecklichen Methoden, um den Geschwistern zu zeigen, dass Brenda ein Mädchen ist. Brian und Brenda mussten sich vor ihm ausziehen, sexuelle Stellungen einnehmen. Money fotografierte sie dabei. Die Eltern bekamen davon nichts mit. 

Im Alter von 13 Jahren konnte Brenda nicht mehr. Sie sagte ihren Eltern, sie würde sich das Leben nehmen, wenn sie noch einmal zu Money gehen müsse. Ron und Janet trafen eine harte Entscheidung: Ihre Tochter sollte die Wahrheit erfahren. Brenda bekam ein Eis von ihrem Vater, sie aߟen es im Auto. Sie spürte, dass etwas nicht stimmte. "Ich kann mich an 90 Prozent von dem, was im Auto passierte, nicht erinnern. Papa sagte mir, dass ich mit glasigen Augen über das Armaturenbrett starrte und ich voll mit geschmolzener Eiscreme war."€œ

Brenda beschloss, als Junge zu leben. Ab da hieߟ er David Reimer. Zum ersten Mal in seinem Leben war er glücklich. Sein Zwilling Brian erfuhr die Wahrheit von seiner Mutter. Er sollte nie darüber hinweg kommen. Stattdessen entwickelte er eine psychische Störung bis hin zur Schizophrenie. John Money verkündete der Wissenschaft weiterhin seine "bewiesene"€œ Theorie, auch wenn er Reimers Fall nicht mehr erwähnte.

Auch Deutschlands Chef-Feministin Alice Schwarzer führt das Experiment in ihrem Buch "€žDer kleine Unterschied"€œ von 1975 als vorbildliches Beispiel für den "aufklärenden Auftrag der Forschung"€œ an. David selbst hatte 1997 genug von den falschen Behauptungen. Der Journalist John Colapinto veröffentlichte seine Geschichte in einem viel beachteten Artikel im "€žRolling Stone Magazine"€œ. Im Jahr 2000 folgte ein gemeinsames Buch: "€žDer Junge, der als Mädchen aufwuchs"€œ. Seinem Bruder Brian ging es seit der Veröffentlichung immer schlechter. 2002 brachte er sich um. David selbst litt an Depressionen, steckte in finanziellen Schwierigkeiten, seine Ehe geriet in eine tiefe Krise. 2004 nahm auch er sich das Leben, vier Jahre nach Erscheinen des Buches.

Noch 2007 rechtfertigte sich Alice Schwarzer in der "€žEmma"€œ und gab die wahre Schuld an Reimers Schicksal nicht John Money, sondern dem Journalisten Colapinto und Davids Eltern. Die angeblichen Gründe dafür klingen reichlich zurechtgebogen. "€žDie Eltern sind gläubige Mennoniten, also Angehörige einer christlichen Sekte"€œ, urteilte Schwarzer. Nebenbei schrieb sie den Nachnamen "€žReimer" konsequent falsch ("Reimers"€œ) und datierte den Tod von David fälschlicherweise auf das Jahr 2001, also auf ein Jahr nach Erscheinen des Buches. Für die Emma-Chefin ist deshalb Colapinto für den Tod Reimers verantwortlich, "€ždem die Story wichtiger war als die Rücksicht auf dieses schon so funktionalisierte Leben"€œ.

Ahnungslose Politiker und Gender-Lobbyisten


Der Erfolg der Gender-Theorie ist vor allem ein politischer. 1985 diskutierten Delegierte auf der Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen (UN) erstmals den Begriff 
"Gender-Mainstreaming"€œ. Auf der Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking wurde er zum offiziellen politischen Programm. Von den UN aus sickerte der Begriff auch in die unteren Ebenen, die Europäische Union (EU) und nach Deutschland. Gender-Mainstreaming ist in der EU und der Bundesrepublik offizielles Programm. "To mainstream" bedeutet in diesem Zusammenhang "berücksichtigen" oder "€žeinbinden"€œ. Auf allen gesellschaftlichen Ebenen sollen die Verantwortlichen darauf achten, dass es unterschiedliche Geschlechter gibt, die ihre eigenen Bedürfnisse haben. Das Ziel: Gleichberechtigung. Das klingt zunächst wie ein Anliegen, das jeder vertreten kann.

Doch hinter dem Begriff steckt mehr. Warum steht in den UN-Dokumenten zum Beispiel nicht "€žSex-Mainstreaming"€œ, was sich auf das biologische Geschlecht beziehen würde? Genau genommen handelt es sich dabei um einen der gröߟten Erfolge, den Lobbyisten in den letzten Jahrzehnten erzielen konnten. Denn mit "€žGender"€œ hatten sie der Politik ein Wort untergejubelt, das sie selbst mit Inhalt füllen konnten: Nicht die Biologie und die Erziehung prägen die Geschlechterrollen, sondern nur die Erziehung. Die wenigsten Teilnehmer der Weltfrauenkonferenz dürften sich darüber im Klaren gewesen sein. Sie wollten sich einfach für die Frauen einsetzen, die unter schlimmsten Diskriminierungen litten. Es ist verständlich, dass Vokabeln egal sind, wenn die Frauen im eigenen Land nicht studieren dürfen, sexuelle Belästigungen ertragen müssen und als weniger wertvoll gelten als der Mann. Wer groߟen Durst hat, kümmert sich nicht darum, was auf der Flasche steht.

So geht es offenbar auch den meisten EU-Abgeordneten. "€žVielleicht fünf Prozent" würden die Gender-Theorie vertreten, die restlichen „schauen einen mit großen Augen an", wenn sie erführen, wofür sie gerade wirklich abgestimmt hätten, berichtet ein Insider. Die, die es wüssten, würden es absichtlich verschweigen und die anderen „ins Messer laufen lassen“. Die Kommission würde das Wort "Gender"€œ nur benutzen, weil das jeder tue. In der deutschen Politik ist es ähnlich. Die "€žWelt am Sonntag"€œ befragte 2009 die Familienministerin Kristina Schröder -€“ damals noch Köhler - zu Gender-Mainstreaming. Sie antwortete, zwar solle der Staat alle Hürden für eine junge Frau aus dem Weg räumen, wenn sie Elektrotechnik studieren wolle. "Aber der Staat sollte nicht zwanghaft versuchen zu erreichen, dass 50 Prozent der Elektrotechnikstudenten weiblich sind."€œ Doch genau das wäre die Konsequenz aus der Gender-Theorie: Wenn es keine biologisch begründeten Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt, dann werden sie auch alle dieselben Interessen und Wünsche haben. Ansonsten stünde der echten Gleichheit noch etwas im Weg. Doch offenbar sind sich nur wenige Politiker darüber im Klaren.

"Junge oder Mädchen -€“ du weißt es einfach"

FAZ-Autor Volker Zastrow hatte schon 2006 vor den fragwürdigen Voraussetzungen der "€žpolitischen Geschlechtsumwandlung"€œ gewarnt, wie er Gender-Mainstreaming in einem Artikel und einem darauf folgenden Buch bezeichnete. Der Spiegel-Journalist René Pfister stimmte mit ein. Gender-Mainstreaming wolle „nicht nur die Lage der Menschen ändern, sondern die Menschen selbst"€œ. Die Reaktionen darauf bestätigten aber nur die kritischen Ansichten Zastrows und Pfisters. So schreibt Ulrike Frobäse in dem Gender-Buch "€žNie wieder Sex"€œ, dass "menschliche Identität schon immer "€šhergestellt"€œ worden sei. Die beiden Journalisten wollten nur verhindern, dass jetzt auch Frauen und transsexuelle Menschen das Geschlecht formen würden; sie fühlten sich "€žin ihrer Identität als alleinige Wächter menschlicher und männlicher Norm" bedroht.
David Reimer haben solche Theorien jedenfalls nicht geholfen. "€žIch bin kein Professor. Aber du wachst nicht eines Morgens auf und entscheidest dich, ein Junge oder ein Mädchen zu sein -€“ du weiߟt es einfach", hat er einst gesagt. 



Nicht irritieren lassen

Ein Kommentar von Nicolai Franz

Die Gender-Theorie ist Unfug. Seit dem Film des Norwegers Harald Eia realisieren das auch immer mehr Politiker. Christen sollten die Sache entspannt sehen - und sich umso mehr gegen Diskriminierung stark machen.

Ist ja alles richtig. Ja, die Gender-Ideologie ist pseudowissenschaftlicher Unsinn, der in der Vergangenheit zu absurden Forderungen geführt hat. Zum Beispiel bei der Sprachhygiene. Aus "Freunden"€œ wurden "€žFreundinnen und Freunde", "das "€žtaz-I"€œ oder "€žBinnen-I"€œ gebietet sogar, "FreundInnen"€œ zu schreiben. Obwohl Sprachliebhaber schon dabei Augenschmerzen bekommen, geht das besonders orthodoxen Anti-Diskriminierern noch nicht weit genug: "Freund_innen"€œ muss es heißen. Oder "Vergewaltiger_innen"€œ, wie es der konservative Journalist Jan Fleischhauer einer Vertreterin der Grünen Jugend entlockte. Der Grund: Auch die, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen, müssen berücksichtigt werden. Nur der Unterstrich verdeutlicht den angeblich fließenden Üœbergang der Geschlechter. Die allermeisten Menschen halten das Gebaren der Gender-Ideolog_innen für Mumpitz. Deswegen musste nach dem Enthüllungsfilm des Norwegers Harald Eia auch das Nordic Gender Institute schlieߟen. Ist ja alles richtig.

Doch Christen machen oft den Fehler, hinter jeder Maßnahme zur Gleichberechtigung den "€žDämon des Gender-Wahns" zu vermuten. Dabei sollten gerade Gläubige mit aller Kraft für den Schutz von Frauen kämpfen. Noch immer wird weltweit Millionen von Frauen der Zugang zu Bildung verwehrt, sie werden als Sexsklavinnen verkauft, in China werden Mädchen abgetrieben, weil männliche Nachkommen als wertvoller gelten. In Deutschland verdienen Frauen immer noch weniger als Männer, auch wenn sie die gleiche Arbeit tun. Von Sexismus ganz zu schweigen. Wer daran glaubt, dass Gott die Menschen als Mann und Frau geschaffen hat und sie liebt, sollte sich umso mehr für den Schutz der Schwachen und Verletzten einsetzen. Paradoxerweise sind das oft die lautesten Pro-Gender-Schreihälse. Auch hinter Ideologien stecken Menschen mit persönlichen Erfahrungen und Verletzungen. Der Feminismus ist nicht umsonst in einer Zeit entstanden, in der Frauen sich als Menschen zweiter Klasse fühlten und sich zu Recht dagegen auflehnten. Das erklärt auch, warum die meisten jüngeren Studentinnen die Geschlechter-Debatte entspannter sehen als ihre kratzbürstigen Professor_innen. Gelassenheit ist nicht der schlechteste Ratgeber.


"Uns wird eine Ideologie übergestülpt"

Gender-Mainstreaming betrachtet das Geschlecht nicht als etwas Biologisches, sondern als soziales Konstrukt. Für die katholische Journalistin Birgit Kelle ist das ideologisches Gedankengut und gefährdet die Demokratie. Im ARD-Talk "hart aber fair"€œ wurde sie beschimpft, weil sie ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ablehnt. pro hat die Mutter von vier Kindern besucht. | Die Fragen stellte Moritz Breckner

pro: Frau Kelle, angenommen, die Politik in Deutschland hält an Gender- Mainstreaming fest -€“ wie wird das unsere Gesellschaft in den nächsten 20 Jahren verändern?

Birgit Kelle: Ich glaube, dass dies ganz verheerende Auswirkungen hätte. Die sowieso niedrige Geburtenrate würde dramatisch einbrechen. Unsere Familienstrukturen würden sich langfristig verändern -€“ weniger Menschen würden heiraten und stattdessen nur zeitweise Beziehungen haben. Unsere Gesellschaft würde anonymer, weil die Geschlechter nur noch androgyn (geschlechtslos, d. Red.)nebeneinander herleben. Die Menschen wü¼rden durch diese Veränderungen ganz bestimmt nicht glücklich. Und ich glaube, dass eine solche Gesellschaft anfälliger wird für totalitäre Regime. Wenn der Mensch von Kindheit an keine Identität mehr findet, ist er leichter zu formen und zu führen. Das macht mir Angst.

Übertreiben Sie da nicht? In Frankreich ist Gender-Mainstreaming deutlich etablierter als in Deutschland. Das Land ist nach wie vor demokratisch und die Geburtenrate ist höher als bei uns.

Frankreich tut ganz andere Dinge, um Familien zu unterstützen, als wir. Dort fördert man zum Beispiel massiv steuerlich das dritte Kind in der Familie, während man bei uns ab dem dritten Kind als Familie in die Armutsfalle rutschen kann. Man muss immer die Gesamtheit der Instrumente betrachten. Einzelne Staaten lassen sich nur schwer direkt vergleichen, weil auch geschichtliche und kulturelle Unterschiede eine Rolle spielen. Die USA unterstützen zum Beispiel Kindergärten und Krippen von staatlicher Seite aus nahezu gar nicht, haben aber eine ähnliche Geburtenrate wie die Skandinavier, die voll auf staatliche Krippen setzen.

Sie bezeichnen Gender-Mainstreaming als eine Ideologie, die wissenschaftlich nicht bewiesen wurde. Wie konnte Gender-Mainstreaming dann überhaupt so einflussreich werden? 
Das ist in der Tat ein erstaunliches Phänomen. Wir haben es beim Gender-Mainstreaming mit einer Top-Down-Bewegung zu tun, das heiߟt, anders als im demokratischen Prozess üblich, ging diese Idee nicht von der breiten Masse der Bürger, sondern von einer kleinen Gruppe aus. Begonnen hat das in den Vereinten Nationen, dort ist das Konzept zum ersten Mal verankert worden. Von der UN-Ebene aus ging die Idee auf die nächsten Stufen, also die EU und die Nationalstaaten. Manche Staaten haben gezögert, aber in Deutschland ist Gender-Mainstreaming auf fruchtbaren Boden gefallen. Das Familienministerium hat die Idee relativ freudig und völlig widerspruchslos einfach hingenommen. Zusammengefasst: Den Bürgern wird hier eine Ideologie übergestülpt, die überhaupt nicht ihren Bedürfnissen entspricht.

Eine große Anzahl von Wissenschaftlern nimmt Gender-Mainstreaming sehr ernst. Glauben Sie wirklich, dass die sich alle irren?

Fakt ist, dass zahlreiche Forscher und vor allem Forscherinnen in dem Feld offensichtlich versuchen, ein Wunschbild zu beweisen, anstatt sich an Fakten zu orientieren. Bis heute konnte niemand, wirklich niemand, nachweisen, dass das biologische Geschlecht irrelevant ist und die Frage des Geschlechtes nur eine soziale Konstruktion sei. Dennoch tun wir so, als ob das so ist. Das Einfrieren der Gelder für die Gender-Forschung in Norwegen hat doch gezeigt, dass sich die Wissenschaft in dieser Sache ganz und gar nicht einig ist. Ich erwarte von der Wissenschaft, dass sie unvoreingenommen ist und nicht einfach die Ergebnisse produziert, die gewünscht sind. 

Gibt es Auswüchse von Gender-Mainstreaming, die Sie besonders irritieren? 

Ja, nämlich dass wir anfangen, auf sprachlicher Ebene das Mann- oder Frau-sein neu zu definieren. In der Schweiz werden die Wörter "Vater" und "€žMutter"€œ aus amtlichen Dokumenten entfernt und durch die Begriffe "€žElter 1"€œ und "€žElter 2"€œ ersetzt. Auch in den USA gibt es Beispiele dieser Art. Es wird versucht, über die Sprache eine Geschlechtszuordnung zu vermeiden. So wandelt sich nebenbei auch der "€žEltern"€œ-Begriff: Eltern sind nicht mehr leibliche Eltern, sondern ein soziales Konstrukt, das angeblich jeder erfüllen kann. Der Lebenspartner des Sängers Elton John beispielsweise ist auf der Geburtsurkunde seines Adoptivsohnes als "Mutter"€œ eingetragen. Heute lächeln wir darüber, aber die Frage ist, was das langfristig mit unserer Gesellschaft macht. 

Was stört Sie als engagierte Christin an Gender-Mainstreaming? 

Ich bin gar nicht in erster Linie gegen Gender-Mainstreaming, weil ich Christin bin, sondern weil ihm ein völlig falsches Konzept vom Menschen zu Grunde liegt und es negiert, dass Mannsein und Frausein etwas Unterschiedliches ist. Natürlich bin ich durch das christliche Menschenbild geprägt, wonach Mann und Frau verschieden geschaffen sind. Davon würde ich aber auch ohne meinen Glauben ausgehen, denn unsere ganze Natur ist bipolar angelegt. Dass man jetzt Geschlechter als nebensächliches "€žsoziales Konstrukt"€œ definieren will, ist absurd. Die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau ist gewollt. Das ist kein Fehler, sondern das Leben wird dadurch bereichert. Wir ergänzen uns in unseren Eigenschaften und Fähigkeiten. So zu tun, als wären wir alle gleich, verleugnet einen Teil unseres Wesens.

Heiߟt das, dass Familien an der traditionellen Rollenaufteilung festhalten sollten? Also der Mann geht in die Firma, die Frau bleibt daheim bei den Kindern?

Nein, nicht zwangsläufig. Man muss sich aber bewusst machen, dass die Mehrheit der Deutschen nach wie vor so lebt. 80 Prozent der Frauen bleiben in den ersten Lebensjahren ihres Kindes daheim. Heute wollen viele Frauen diese Rollenaufteilung, allerdings nur für eine gewisse Zeitspanne. Wir haben mehr hochqualifizierte Frauen als je zuvor, und sie wollen und sollen ihre Fähigkeiten am Arbeitsmarkt einsetzen. Die Rahmenbedingungen müssen ihnen das ermöglichen -€“ ohne dabei Frauen, die sich dafür entscheiden, bei den Kindern zu bleiben, unter Rechtfertigungsdruck zu setzen. Mir ist es ein Anliegen, dass Familien selbstständig entscheiden, in welchem Umfang Vater und Mutter arbeiten, beziehungsweise sie bei den Kindern sind. Das geht den Staat nichts an, das kann man nicht mit Gleichstellungsbeauftragten und Vorschriften regeln. Dass Männer und Frauen unterschiedlich sind, heiߟt ja   nicht, dass das eine Geschlecht das andere in irgendeiner Form unterdrücken müsste. Das ist auch von der göttlichen Schöpfung nicht gewollt. Aber auch nach 100 Jahren Diskussion bleibt es dabei, dass Männer Kinder zeugen und Frauen Kinder gebären. Und aus der Perspektive des Kindes sind sowohl Mutter als auch Vater wichtig.

Aber nicht in allen Familien werden die Kinder auch wirklich fit fürs Leben gemacht. Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky, fordert deshalb eine Kindergartenpflicht ab dem ersten Geburtstag. Dann könnten Mütter auch schneller wieder arbeiten. 

Heinz Buschkowsky ist geprägt von dem Milieu, in dem er lebt. Die überwältigende Mehrheit der Kinder in Deutschland wächst sehr gut bei ihren Eltern auf. Eine Kindergartenpflicht ist in meinen Augen ein schwerer Eingriff in die Autonomie der Familien und daher grundgesetzwidrig. Das Grundgesetz gibt uns nicht nur die Pflicht, sondern auch das Recht, unsere Kinder nach unseren Werten zu erziehen. Sobald Kinder in eine staatliche Einrichtung gehen, müssen wir fragen, nach welchen Richtlinien und Maßstäben sie dort erzogen werden. Welches Amt bestimmt denn, welche Werte an meine Kinder weitergegeben werden sollen, mit welchem Recht übernimmt der Staat meine Aufgabe als Mutter? Auߟerdem: Auch Eltern wachsen mit ihren Herausforderungen, sind in einem Lernprozess. Mir hat noch kein Wissenschaftler erklären können, wie man Elternkompetenz stärkt, indem man die Eltern von ihrem Kind trennt. Die Bindung zwischen einem Kind und seinen Eltern ist etwas Einzigartiges und kann auch von einer liebevollen Erzieherin nicht ersetzt werden. Ein Kind braucht Vater und Mutter. 

Haben Sie sich deswegen in der Sendung „hart aber fair“ gegen ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ausgesprochen?

Bei dieser Frage geht es darum, ob homosexuelle Paare ein Recht auf ein Kind haben. Das haben sie nicht – ebensowenig wie heterosexuelle Paare. Ein Kind ist ein Geschenk, darauf gibt es kein Anrecht. Wenn es um Adoptivkinder geht, muss das Wohl des Kindes ausschlaggebend sein. In meinen Augen ist es für ein Kind am Besten, Vater und Mutter zu haben. Kinder reagieren auf Vater und Mutter sehr unterschiedlich, der männliche und weibliche Einfluss ist für die Identitätsfindung eines Kindes extrem wichtig. Solange wir Kindern dies bieten könnten, sollten wir es auch tun. Es gibt in Deutschland eine Vielzahl von Paaren, die ein Kind adoptieren wollen, und nur für jedes achte Paar ist ein Kind da. Im Interesse der Entwicklung dieser Kinder sollten heterosexuelle Paare bevorzugt werden. Ich sage aber auch: Bevor ein Kind im Heim aufwächst, ist es bei einem homosexuellen Paar besser aufgehoben. Gäbe es mehr Kinder als adoptionswillige Hetero-Paare, sollten auch homosexuelle Paare adoptieren dürfen. Diese Konstellation ist aber 
Fiktion.

Sie wurden nach den Sendung öffentlich beschimpft und bedroht. Hat Sie das überrascht? 

Ich habe mit Widerstand gerechnet, weil man in Deutschland nicht ungestraft gegen die Homo-Ehe sein kann. Die Heftigkeit hat mich dann doch etwas überrascht. Etwa 90 Prozent der Reaktionen, die mich erreicht haben, waren zustimmend. Von den ablehnenden Zuschriften waren fast alle auf einem Niveau, das nicht zitierfähig ist. Man hat versucht, mich durch persönliche Angriffe zu diskreditieren und mundtot zu machen. Sowas tangiert mich aber nicht. Ich habe Homosexuelle in meinem Bekanntenkreis, mit denen ich gut und sachlich diskutieren kann. Das sind ganz normale Menschen, die sich durch die oft aggressiven Vorzeige-Schwulen, die man aus dem Fernsehen kennt, nicht repräsentiert fühlen. 

In Paris haben im Januar Hunderttausende gegen die Homo-Ehe demon-striert. In Deutschland wäre das kaum denkbar ...

Ich bewundere die Franzosen für ihren Mut, geradeheraus zu sagen, was sie denken. Ich glaube, wenn wir in Deutschland eine geheime Abstimmung über die Homo-Ehe hätten, gäbe es eine breite Ablehnung. Aber es ist fast unmöglich, bei uns über dieses Thema zu diskutieren, Sie werden sofort von allen Seiten angegriffen. Sie finden keinen Püolitiker, und übrigens auch keinen kirchlichen Amts- und Würdenträger mehr, der es wagt, sich kritisch dazu zu äußern. Bei der Kundgebung in Frankreich waren Geistliche dabei und auch mehrere Tausend Bürgermeister. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich in Deutschland auch nur ein Bürgermeister so etwas trauen würde, weil er wüsste, dass er hinterher politisch tot ist. Homosexualität ist ein solches Reizthema, dass der Ton schnell aggressiv wird und man nicht mehr sachlich diskutieren kann. Es gibt leider Themen, über die man in Deutschland nicht reden darf. Das Problem ist auch, dass Medienschaffende eine sehr homogene Gruppe sind. Es gibt mehrere Erhebungen, die belegen, dass Journalisten in Deutschland eher links stehen, auf Seiten von rot-grün. Nähmen an der Bundestagswahl nur Journalisten teil, käme schwarz-gelb auf gerade mal 20 Prozent. Das schlägt sich auf die Berichterstattung nieder, Fakten und Meinungen werden nicht sauber getrennt. Ich kenne das ja auch von mir selber: Ich schreibe, was ich denke. Durch die Homogenität der Medienmacher wird ein großer Teil der Gesellschaft zu wenig abgebildet.

Hat Gender-Mainstreaming Zukunft?

In Norwegen wurde seit gut 20 Jahren das Gender-Mainstreaming auf die Spitze getrieben, und letztes Jahr ist das komplette Kartenhaus zusammengebrochen. Ein Kabarettist hat eine Dokumentation gedreht, die den Irrsinn dieser Ideologie aufgezeigt hat. Es entstand eine breite Diskussion darüber, ob Gender-Mainstreaming wirklich eine so gute Idee war. Am Ende der Debatte wurden immerhin 60 Millionen Euro an staatlichen Fördergeldern für Gender Studies gestrichen. Offenbar hat es den Narren am Hof gebraucht, um zu zeigen, dass der Kaiser keine Kleider anhat. Wenn wir in Deutschland so weitermachen, kommen wir vielleicht auch an diesen Punkt. Aber vielleicht muss erst alles schlimmer werden, bevor es besser wird.

Vielen Dank für das Gespräch! 

Birgit Kelle wurde 1975 in Siebenbürgen geboren. Sie absolvierte ein redaktionelles Volontariat beim Badischen Verlag in Freiburg. Heute schreibt sie Kolumnen für verschiedene Magazine, ist Vorsitzende des Vereins "€žFrau 2000plus" sowie Vorstandsmitglied des Familien-Dachverbandes "€žNew Women for Europe"€œ mit Beraterstatus am Europäischen Parlament. Kelle lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in der Nähe von Düsseldorf.

(Quelle: Christliches Medienmagazin pro | www.pro-medienmagazin.de" pro erscheint sechsmal jährlich kostenfrei, Bestellung unter pro.medienmagazin.de (http://www.pro-medienmagazin.de/pro_bestellen.html)
Der Erfolg der Gender-Theorie ist vor allem ein politischer. 1985 diskutierten Delegierte auf der Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen (UN) erstmals den Begriff 
"Gender-Mainstreaming"€œ. Auf der Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking wurde er zum offiziellen politischen Programm. Von den UN aus sickerte der Begriff auch in die unteren Ebenen, die Europäische Union (EU) und nach Deutschland. Gender-Mainstreaming ist in der EU und der Bundesrepublik offizielles Programm. "To mainstream" bedeutet in diesem Zusammenhang "berücksichtigen" oder "€žeinbinden"€œ. Auf allen gesellschaftlichen Ebenen sollen die Verantwortlichen darauf achten, dass es unterschiedliche Geschlechter gibt, die ihre eigenen Bedürfnisse haben. Das Ziel: Gleichberechtigung. Das klingt zunächst wie ein Anliegen, das jeder vertreten kann.

Doch hinter dem Begriff steckt mehr. Warum steht in den UN-Dokumenten zum Beispiel nicht "€žSex-Mainstreaming"€œ, was sich auf das biologische Geschlecht beziehen würde? Genau genommen handelt es sich dabei um einen der gröߟten Erfolge, den Lobbyisten in den letzten Jahrzehnten erzielen konnten. Denn mit "€žGender"€œ hatten sie der Politik ein Wort untergejubelt, das sie selbst mit Inhalt füllen konnten: Nicht die Biologie und die Erziehung prägen die Geschlechterrollen, sondern nur die Erziehung. Die wenigsten Teilnehmer der Weltfrauenkonferenz dürften sich darüber im Klaren gewesen sein. Sie wollten sich einfach für die Frauen einsetzen, die unter schlimmsten Diskriminierungen litten. Es ist verständlich, dass Vokabeln egal sind, wenn die Frauen im eigenen Land nicht studieren dürfen, sexuelle Belästigungen ertragen müssen und als weniger wertvoll gelten als der Mann. Wer groߟen Durst hat, kümmert sich nicht darum, was auf der Flasche steht.

So geht es offenbar auch den meisten EU-Abgeordneten. "€žVielleicht fünf Prozent" würden die Gender-Theorie vertreten, die restlichen „schauen einen mit großen Augen an", wenn sie erführen, wofür sie gerade wirklich abgestimmt hätten, berichtet ein Insider. Die, die es wüssten, würden es absichtlich verschweigen und die anderen „ins Messer laufen lassen“. Die Kommission würde das Wort "Gender"€œ nur benutzen, weil das jeder tue. In der deutschen Politik ist es ähnlich. Die "€žWelt am Sonntag"€œ befragte 2009 die Familienministerin Kristina Schröder -€“ damals noch Köhler - zu Gender-Mainstreaming. Sie antwortete, zwar solle der Staat alle Hürden für eine junge Frau aus dem Weg räumen, wenn sie Elektrotechnik studieren wolle. "Aber der Staat sollte nicht zwanghaft versuchen zu erreichen, dass 50 Prozent der Elektrotechnikstudenten weiblich sind."€œ Doch genau das wäre die Konsequenz aus der Gender-Theorie: Wenn es keine biologisch begründeten Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt, dann werden sie auch alle dieselben Interessen und Wünsche haben. Ansonsten stünde der echten Gleichheit noch etwas im Weg. Doch offenbar sind sich nur wenige Politiker darüber im Klaren.

"Junge oder Mädchen -€“ du weißt es einfach"

FAZ-Autor Volker Zastrow hatte schon 2006 vor den fragwürdigen Voraussetzungen der "€žpolitischen Geschlechtsumwandlung"€œ gewarnt, wie er Gender-Mainstreaming in einem Artikel und einem darauf folgenden Buch bezeichnete. Der Spiegel-Journalist René Pfister stimmte mit ein. Gender-Mainstreaming wolle „nicht nur die Lage der Menschen ändern, sondern die Menschen selbst"€œ. Die Reaktionen darauf bestätigten aber nur die kritischen Ansichten Zastrows und Pfisters. So schreibt Ulrike Frobäse in dem Gender-Buch "€žNie wieder Sex"€œ, dass "menschliche Identität schon immer "€šhergestellt"€œ worden sei. Die beiden Journalisten wollten nur verhindern, dass jetzt auch Frauen und transsexuelle Menschen das Geschlecht formen würden; sie fühlten sich "€žin ihrer Identität als alleinige Wächter menschlicher und männlicher Norm" bedroht.
David Reimer haben solche Theorien jedenfalls nicht geholfen. "€žIch bin kein Professor. Aber du wachst nicht eines Morgens auf und entscheidest dich, ein Junge oder ein Mädchen zu sein -€“ du weiߟt es einfach", hat er einst gesagt. 



Nicht irritieren lassen

Ein Kommentar von Nicolai Franz

Die Gender-Theorie ist Unfug. Seit dem Film des Norwegers Harald Eia realisieren das auch immer mehr Politiker. Christen sollten die Sache entspannt sehen - und sich umso mehr gegen Diskriminierung stark machen.

Ist ja alles richtig. Ja, die Gender-Ideologie ist pseudowissenschaftlicher Unsinn, der in der Vergangenheit zu absurden Forderungen geführt hat. Zum Beispiel bei der Sprachhygiene. Aus "Freunden"€œ wurden "€žFreundinnen und Freunde", "das "€žtaz-I"€œ oder "€žBinnen-I"€œ gebietet sogar, "FreundInnen"€œ zu schreiben. Obwohl Sprachliebhaber schon dabei Augenschmerzen bekommen, geht das besonders orthodoxen Anti-Diskriminierern noch nicht weit genug: "Freund_innen"€œ muss es heißen. Oder "Vergewaltiger_innen"€œ, wie es der konservative Journalist Jan Fleischhauer einer Vertreterin der Grünen Jugend entlockte. Der Grund: Auch die, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen, müssen berücksichtigt werden. Nur der Unterstrich verdeutlicht den angeblich fließenden Üœbergang der Geschlechter. Die allermeisten Menschen halten das Gebaren der Gender-Ideolog_innen für Mumpitz. Deswegen musste nach dem Enthüllungsfilm des Norwegers Harald Eia auch das Nordic Gender Institute schlieߟen. Ist ja alles richtig.

Doch Christen machen oft den Fehler, hinter jeder Maßnahme zur Gleichberechtigung den "€žDämon des Gender-Wahns" zu vermuten. Dabei sollten gerade Gläubige mit aller Kraft für den Schutz von Frauen kämpfen. Noch immer wird weltweit Millionen von Frauen der Zugang zu Bildung verwehrt, sie werden als Sexsklavinnen verkauft, in China werden Mädchen abgetrieben, weil männliche Nachkommen als wertvoller gelten. In Deutschland verdienen Frauen immer noch weniger als Männer, auch wenn sie die gleiche Arbeit tun. Von Sexismus ganz zu schweigen. Wer daran glaubt, dass Gott die Menschen als Mann und Frau geschaffen hat und sie liebt, sollte sich umso mehr für den Schutz der Schwachen und Verletzten einsetzen. Paradoxerweise sind das oft die lautesten Pro-Gender-Schreihälse. Auch hinter Ideologien stecken Menschen mit persönlichen Erfahrungen und Verletzungen. Der Feminismus ist nicht umsonst in einer Zeit entstanden, in der Frauen sich als Menschen zweiter Klasse fühlten und sich zu Recht dagegen auflehnten. Das erklärt auch, warum die meisten jüngeren Studentinnen die Geschlechter-Debatte entspannter sehen als ihre kratzbürstigen Professor_innen. Gelassenheit ist nicht der schlechteste Ratgeber.


"Uns wird eine Ideologie übergestülpt"

Gender-Mainstreaming betrachtet das Geschlecht nicht als etwas Biologisches, sondern als soziales Konstrukt. Für die katholische Journalistin Birgit Kelle ist das ideologisches Gedankengut und gefährdet die Demokratie. Im ARD-Talk "hart aber fair"€œ wurde sie beschimpft, weil sie ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ablehnt. pro hat die Mutter von vier Kindern besucht. | Die Fragen stellte Moritz Breckner

pro: Frau Kelle, angenommen, die Politik in Deutschland hält an Gender- Mainstreaming fest -€“ wie wird das unsere Gesellschaft in den nächsten 20 Jahren verändern?

Birgit Kelle: Ich glaube, dass dies ganz verheerende Auswirkungen hätte. Die sowieso niedrige Geburtenrate würde dramatisch einbrechen. Unsere Familienstrukturen würden sich langfristig verändern -€“ weniger Menschen würden heiraten und stattdessen nur zeitweise Beziehungen haben. Unsere Gesellschaft würde anonymer, weil die Geschlechter nur noch androgyn (geschlechtslos, d. Red.)nebeneinander herleben. Die Menschen wü¼rden durch diese Veränderungen ganz bestimmt nicht glücklich. Und ich glaube, dass eine solche Gesellschaft anfälliger wird für totalitäre Regime. Wenn der Mensch von Kindheit an keine Identität mehr findet, ist er leichter zu formen und zu führen. Das macht mir Angst.

Übertreiben Sie da nicht? In Frankreich ist Gender-Mainstreaming deutlich etablierter als in Deutschland. Das Land ist nach wie vor demokratisch und die Geburtenrate ist höher als bei uns.

Frankreich tut ganz andere Dinge, um Familien zu unterstützen, als wir. Dort fördert man zum Beispiel massiv steuerlich das dritte Kind in der Familie, während man bei uns ab dem dritten Kind als Familie in die Armutsfalle rutschen kann. Man muss immer die Gesamtheit der Instrumente betrachten. Einzelne Staaten lassen sich nur schwer direkt vergleichen, weil auch geschichtliche und kulturelle Unterschiede eine Rolle spielen. Die USA unterstützen zum Beispiel Kindergärten und Krippen von staatlicher Seite aus nahezu gar nicht, haben aber eine ähnliche Geburtenrate wie die Skandinavier, die voll auf staatliche Krippen setzen.

Sie bezeichnen Gender-Mainstreaming als eine Ideologie, die wissenschaftlich nicht bewiesen wurde. Wie konnte Gender-Mainstreaming dann überhaupt so einflussreich werden? 
Das ist in der Tat ein erstaunliches Phänomen. Wir haben es beim Gender-Mainstreaming mit einer Top-Down-Bewegung zu tun, das heiߟt, anders als im demokratischen Prozess üblich, ging diese Idee nicht von der breiten Masse der Bürger, sondern von einer kleinen Gruppe aus. Begonnen hat das in den Vereinten Nationen, dort ist das Konzept zum ersten Mal verankert worden. Von der UN-Ebene aus ging die Idee auf die nächsten Stufen, also die EU und die Nationalstaaten. Manche Staaten haben gezögert, aber in Deutschland ist Gender-Mainstreaming auf fruchtbaren Boden gefallen. Das Familienministerium hat die Idee relativ freudig und völlig widerspruchslos einfach hingenommen. Zusammengefasst: Den Bürgern wird hier eine Ideologie übergestülpt, die überhaupt nicht ihren Bedürfnissen entspricht.

Eine große Anzahl von Wissenschaftlern nimmt Gender-Mainstreaming sehr ernst. Glauben Sie wirklich, dass die sich alle irren?

Fakt ist, dass zahlreiche Forscher und vor allem Forscherinnen in dem Feld offensichtlich versuchen, ein Wunschbild zu beweisen, anstatt sich an Fakten zu orientieren. Bis heute konnte niemand, wirklich niemand, nachweisen, dass das biologische Geschlecht irrelevant ist und die Frage des Geschlechtes nur eine soziale Konstruktion sei. Dennoch tun wir so, als ob das so ist. Das Einfrieren der Gelder für die Gender-Forschung in Norwegen hat doch gezeigt, dass sich die Wissenschaft in dieser Sache ganz und gar nicht einig ist. Ich erwarte von der Wissenschaft, dass sie unvoreingenommen ist und nicht einfach die Ergebnisse produziert, die gewünscht sind. 

Gibt es Auswüchse von Gender-Mainstreaming, die Sie besonders irritieren? 

Ja, nämlich dass wir anfangen, auf sprachlicher Ebene das Mann- oder Frau-sein neu zu definieren. In der Schweiz werden die Wörter "Vater" und "€žMutter"€œ aus amtlichen Dokumenten entfernt und durch die Begriffe "€žElter 1"€œ und "€žElter 2"€œ ersetzt. Auch in den USA gibt es Beispiele dieser Art. Es wird versucht, über die Sprache eine Geschlechtszuordnung zu vermeiden. So wandelt sich nebenbei auch der "€žEltern"€œ-Begriff: Eltern sind nicht mehr leibliche Eltern, sondern ein soziales Konstrukt, das angeblich jeder erfüllen kann. Der Lebenspartner des Sängers Elton John beispielsweise ist auf der Geburtsurkunde seines Adoptivsohnes als "Mutter"€œ eingetragen. Heute lächeln wir darüber, aber die Frage ist, was das langfristig mit unserer Gesellschaft macht. 

Was stört Sie als engagierte Christin an Gender-Mainstreaming? 

Ich bin gar nicht in erster Linie gegen Gender-Mainstreaming, weil ich Christin bin, sondern weil ihm ein völlig falsches Konzept vom Menschen zu Grunde liegt und es negiert, dass Mannsein und Frausein etwas Unterschiedliches ist. Natürlich bin ich durch das christliche Menschenbild geprägt, wonach Mann und Frau verschieden geschaffen sind. Davon würde ich aber auch ohne meinen Glauben ausgehen, denn unsere ganze Natur ist bipolar angelegt. Dass man jetzt Geschlechter als nebensächliches "€žsoziales Konstrukt"€œ definieren will, ist absurd. Die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau ist gewollt. Das ist kein Fehler, sondern das Leben wird dadurch bereichert. Wir ergänzen uns in unseren Eigenschaften und Fähigkeiten. So zu tun, als wären wir alle gleich, verleugnet einen Teil unseres Wesens.

Heiߟt das, dass Familien an der traditionellen Rollenaufteilung festhalten sollten? Also der Mann geht in die Firma, die Frau bleibt daheim bei den Kindern?

Nein, nicht zwangsläufig. Man muss sich aber bewusst machen, dass die Mehrheit der Deutschen nach wie vor so lebt. 80 Prozent der Frauen bleiben in den ersten Lebensjahren ihres Kindes daheim. Heute wollen viele Frauen diese Rollenaufteilung, allerdings nur für eine gewisse Zeitspanne. Wir haben mehr hochqualifizierte Frauen als je zuvor, und sie wollen und sollen ihre Fähigkeiten am Arbeitsmarkt einsetzen. Die Rahmenbedingungen müssen ihnen das ermöglichen -€“ ohne dabei Frauen, die sich dafür entscheiden, bei den Kindern zu bleiben, unter Rechtfertigungsdruck zu setzen. Mir ist es ein Anliegen, dass Familien selbstständig entscheiden, in welchem Umfang Vater und Mutter arbeiten, beziehungsweise sie bei den Kindern sind. Das geht den Staat nichts an, das kann man nicht mit Gleichstellungsbeauftragten und Vorschriften regeln. Dass Männer und Frauen unterschiedlich sind, heiߟt ja   nicht, dass das eine Geschlecht das andere in irgendeiner Form unterdrücken müsste. Das ist auch von der göttlichen Schöpfung nicht gewollt. Aber auch nach 100 Jahren Diskussion bleibt es dabei, dass Männer Kinder zeugen und Frauen Kinder gebären. Und aus der Perspektive des Kindes sind sowohl Mutter als auch Vater wichtig.

Aber nicht in allen Familien werden die Kinder auch wirklich fit fürs Leben gemacht. Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky, fordert deshalb eine Kindergartenpflicht ab dem ersten Geburtstag. Dann könnten Mütter auch schneller wieder arbeiten. 

Heinz Buschkowsky ist geprägt von dem Milieu, in dem er lebt. Die überwältigende Mehrheit der Kinder in Deutschland wächst sehr gut bei ihren Eltern auf. Eine Kindergartenpflicht ist in meinen Augen ein schwerer Eingriff in die Autonomie der Familien und daher grundgesetzwidrig. Das Grundgesetz gibt uns nicht nur die Pflicht, sondern auch das Recht, unsere Kinder nach unseren Werten zu erziehen. Sobald Kinder in eine staatliche Einrichtung gehen, müssen wir fragen, nach welchen Richtlinien und Maßstäben sie dort erzogen werden. Welches Amt bestimmt denn, welche Werte an meine Kinder weitergegeben werden sollen, mit welchem Recht übernimmt der Staat meine Aufgabe als Mutter? Auߟerdem: Auch Eltern wachsen mit ihren Herausforderungen, sind in einem Lernprozess. Mir hat noch kein Wissenschaftler erklären können, wie man Elternkompetenz stärkt, indem man die Eltern von ihrem Kind trennt. Die Bindung zwischen einem Kind und seinen Eltern ist etwas Einzigartiges und kann auch von einer liebevollen Erzieherin nicht ersetzt werden. Ein Kind braucht Vater und Mutter. 

Haben Sie sich deswegen in der Sendung „hart aber fair“ gegen ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ausgesprochen?

Bei dieser Frage geht es darum, ob homosexuelle Paare ein Recht auf ein Kind haben. Das haben sie nicht – ebensowenig wie heterosexuelle Paare. Ein Kind ist ein Geschenk, darauf gibt es kein Anrecht. Wenn es um Adoptivkinder geht, muss das Wohl des Kindes ausschlaggebend sein. In meinen Augen ist es für ein Kind am Besten, Vater und Mutter zu haben. Kinder reagieren auf Vater und Mutter sehr unterschiedlich, der männliche und weibliche Einfluss ist für die Identitätsfindung eines Kindes extrem wichtig. Solange wir Kindern dies bieten könnten, sollten wir es auch tun. Es gibt in Deutschland eine Vielzahl von Paaren, die ein Kind adoptieren wollen, und nur für jedes achte Paar ist ein Kind da. Im Interesse der Entwicklung dieser Kinder sollten heterosexuelle Paare bevorzugt werden. Ich sage aber auch: Bevor ein Kind im Heim aufwächst, ist es bei einem homosexuellen Paar besser aufgehoben. Gäbe es mehr Kinder als adoptionswillige Hetero-Paare, sollten auch homosexuelle Paare adoptieren dürfen. Diese Konstellation ist aber 
Fiktion.

Sie wurden nach den Sendung öffentlich beschimpft und bedroht. Hat Sie das überrascht? 

Ich habe mit Widerstand gerechnet, weil man in Deutschland nicht ungestraft gegen die Homo-Ehe sein kann. Die Heftigkeit hat mich dann doch etwas überrascht. Etwa 90 Prozent der Reaktionen, die mich erreicht haben, waren zustimmend. Von den ablehnenden Zuschriften waren fast alle auf einem Niveau, das nicht zitierfähig ist. Man hat versucht, mich durch persönliche Angriffe zu diskreditieren und mundtot zu machen. Sowas tangiert mich aber nicht. Ich habe Homosexuelle in meinem Bekanntenkreis, mit denen ich gut und sachlich diskutieren kann. Das sind ganz normale Menschen, die sich durch die oft aggressiven Vorzeige-Schwulen, die man aus dem Fernsehen kennt, nicht repräsentiert fühlen. 

In Paris haben im Januar Hunderttausende gegen die Homo-Ehe demon-striert. In Deutschland wäre das kaum denkbar ...

Ich bewundere die Franzosen für ihren Mut, geradeheraus zu sagen, was sie denken. Ich glaube, wenn wir in Deutschland eine geheime Abstimmung über die Homo-Ehe hätten, gäbe es eine breite Ablehnung. Aber es ist fast unmöglich, bei uns über dieses Thema zu diskutieren, Sie werden sofort von allen Seiten angegriffen. Sie finden keinen Püolitiker, und übrigens auch keinen kirchlichen Amts- und Würdenträger mehr, der es wagt, sich kritisch dazu zu äußern. Bei der Kundgebung in Frankreich waren Geistliche dabei und auch mehrere Tausend Bürgermeister. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich in Deutschland auch nur ein Bürgermeister so etwas trauen würde, weil er wüsste, dass er hinterher politisch tot ist. Homosexualität ist ein solches Reizthema, dass der Ton schnell aggressiv wird und man nicht mehr sachlich diskutieren kann. Es gibt leider Themen, über die man in Deutschland nicht reden darf. Das Problem ist auch, dass Medienschaffende eine sehr homogene Gruppe sind. Es gibt mehrere Erhebungen, die belegen, dass Journalisten in Deutschland eher links stehen, auf Seiten von rot-grün. Nähmen an der Bundestagswahl nur Journalisten teil, käme schwarz-gelb auf gerade mal 20 Prozent. Das schlägt sich auf die Berichterstattung nieder, Fakten und Meinungen werden nicht sauber getrennt. Ich kenne das ja auch von mir selber: Ich schreibe, was ich denke. Durch die Homogenität der Medienmacher wird ein großer Teil der Gesellschaft zu wenig abgebildet.

Hat Gender-Mainstreaming Zukunft?

In Norwegen wurde seit gut 20 Jahren das Gender-Mainstreaming auf die Spitze getrieben, und letztes Jahr ist das komplette Kartenhaus zusammengebrochen. Ein Kabarettist hat eine Dokumentation gedreht, die den Irrsinn dieser Ideologie aufgezeigt hat. Es entstand eine breite Diskussion darüber, ob Gender-Mainstreaming wirklich eine so gute Idee war. Am Ende der Debatte wurden immerhin 60 Millionen Euro an staatlichen Fördergeldern für Gender Studies gestrichen. Offenbar hat es den Narren am Hof gebraucht, um zu zeigen, dass der Kaiser keine Kleider anhat. Wenn wir in Deutschland so weitermachen, kommen wir vielleicht auch an diesen Punkt. Aber vielleicht muss erst alles schlimmer werden, bevor es besser wird.

Vielen Dank für das Gespräch! 

Birgit Kelle wurde 1975 in Siebenbürgen geboren. Sie absolvierte ein redaktionelles Volontariat beim Badischen Verlag in Freiburg. Heute schreibt sie Kolumnen für verschiedene Magazine, ist Vorsitzende des Vereins "€žFrau 2000plus" sowie Vorstandsmitglied des Familien-Dachverbandes "€žNew Women for Europe"€œ mit Beraterstatus am Europäischen Parlament. Kelle lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in der Nähe von Düsseldorf.

(Quelle: Christliches Medienmagazin pro | www.pro-medienmagazin.de" pro erscheint sechsmal jährlich kostenfrei, Bestellung unter pro.medienmagazin.de (http://www.pro-medienmagazin.de/pro_bestellen.html)
œDer Erfolg der Gender-Theorie ist vor allem ein politischer. 1985 diskutierten Delegierte auf der Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen (UN) erstmals den Begriff "Gender-Mainstreaming"€œ. Auf der Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking wurde er zum offiziellen politischen Programm. Von den UN aus sickerte der Begriff auch in die unteren Ebenen, die Europäische Union (EU) und nach Deutschland. Gender-Mainstreaming ist in der EU und der Bundesrepublik offizielles Programm. "To mainstream" bedeutet in diesem Zusammenhang "berücksichtigen" oder "€žeinbinden"€œ. Auf allen gesellschaftlichen Ebenen sollen die Verantwortlichen darauf achten, dass es unterschiedliche Geschlechter gibt, die ihre eigenen Bedürfnisse haben. Das Ziel: Gleichberechtigung. Das klingt zunächst wie ein Anliegen, das jeder vertreten kann.
 
Doch hinter dem Begriff steckt mehr. Warum steht in den UN-Dokumenten zum Beispiel nicht "€žSex-Mainstreaming"€œ, was sich auf das biologische Geschlecht beziehen würde? Genau genommen handelt es sich dabei um einen der gröߟten Erfolge, den Lobbyisten in den letzten Jahrzehnten erzielen konnten. Denn mit "€žGender"€œ hatten sie der Politik ein Wort untergejubelt, das sie selbst mit Inhalt füllen konnten: Nicht die Biologie und die Erziehung prägen die Geschlechterrollen, sondern nur die Erziehung. Die wenigsten Teilnehmer der Weltfrauenkonferenz dürften sich darüber im Klaren gewesen sein. Sie wollten sich einfach für die Frauen einsetzen, die unter schlimmsten Diskriminierungen litten. Es ist verständlich, dass Vokabeln egal sind, wenn die Frauen im eigenen Land nicht studieren dürfen, sexuelle Belästigungen ertragen müssen und als weniger wertvoll gelten als der Mann. Wer groߟen Durst hat, kümmert sich nicht darum, was auf der Flasche steht.
 
So geht es offenbar auch den meisten EU-Abgeordneten. "€žVielleicht fünf Prozent" würden die Gender-Theorie vertreten, die restlichen „schauen einen mit großen Augen an", wenn sie erführen, wofür sie gerade wirklich abgestimmt hätten, berichtet ein Insider. Die, die es wüssten, würden es absichtlich verschweigen und die anderen „ins Messer laufen lassen“. Die Kommission würde das Wort "Gender"€œ nur benutzen, weil das jeder tue. In der deutschen Politik ist es ähnlich. Die "€žWelt am Sonntag"€œ befragte 2009 die Familienministerin Kristina Schröder -€“ damals noch Köhler - zu Gender-Mainstreaming. Sie antwortete, zwar solle der Staat alle Hürden für eine junge Frau aus dem Weg räumen, wenn sie Elektrotechnik studieren wolle. "Aber der Staat sollte nicht zwanghaft versuchen zu erreichen, dass 50 Prozent der Elektrotechnikstudenten weiblich sind."€œ Doch genau das wäre die Konsequenz aus der Gender-Theorie: Wenn es keine biologisch begründeten Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt, dann werden sie auch alle dieselben Interessen und Wünsche haben. Ansonsten stünde der echten Gleichheit noch etwas im Weg. Doch offenbar sind sich nur wenige Politiker darüber im Klaren.
 
"Junge oder Mädchen -€“ du weißt es einfach"
 
 FAZ-Autor Volker Zastrow hatte schon 2006 vor den fragwürdigen Voraussetzungen der "€žpolitischen Geschlechtsumwandlung"€œ gewarnt, wie er Gender-Mainstreaming in einem Artikel und einem darauf folgenden Buch bezeichnete. Der Spiegel-Journalist René Pfister stimmte mit ein. Gender-Mainstreaming wolle „nicht nur die Lage der Menschen ändern, sondern die Menschen selbst"€œ. Die Reaktionen darauf bestätigten aber nur die kritischen Ansichten Zastrows und Pfisters. So schreibt Ulrike Frobäse in dem Gender-Buch "€žNie wieder Sex"€œ, dass "menschliche Identität schon immer "€šhergestellt"€œ worden sei. Die beiden Journalisten wollten nur verhindern, dass jetzt auch Frauen und transsexuelle Menschen das Geschlecht formen würden; sie fühlten sich "€žin ihrer Identität als alleinige Wächter menschlicher und männlicher Norm" bedroht.
David Reimer haben solche Theorien jedenfalls nicht geholfen. "€žIch bin kein Professor. Aber du wachst nicht eines Morgens auf und entscheidest dich, ein Junge oder ein Mädchen zu sein -€“ du weiߟt es einfach", hat er einst gesagt.
 
Nicht irritieren lassen
 
Ein Kommentar von Nicolai Franz
 
Die Gender-Theorie ist Unfug. Seit dem Film des Norwegers Harald Eia realisieren das auch immer mehr Politiker. Christen sollten die Sache entspannt sehen - und sich umso mehr gegen Diskriminierung stark machen.
 
Ist ja alles richtig. Ja, die Gender-Ideologie ist pseudowissenschaftlicher Unsinn, der in der Vergangenheit zu absurden Forderungen geführt hat. Zum Beispiel bei der Sprachhygiene. Aus "Freunden"€œ wurden "€žFreundinnen und Freunde", "das "€žtaz-I"€œ oder "€žBinnen-I"€œ gebietet sogar, "FreundInnen"€œ zu schreiben. Obwohl Sprachliebhaber schon dabei Augenschmerzen bekommen, geht das besonders orthodoxen Anti-Diskriminierern noch nicht weit genug: "Freund_innen"€œ muss es heißen. Oder "Vergewaltiger_innen"€œ, wie es der konservative Journalist Jan Fleischhauer einer Vertreterin der Grünen Jugend entlockte. Der Grund: Auch die, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen, müssen berücksichtigt werden. Nur der Unterstrich verdeutlicht den angeblich fließenden Üœbergang der Geschlechter. Die allermeisten Menschen halten das Gebaren der Gender-Ideolog_innen für Mumpitz. Deswegen musste nach dem Enthüllungsfilm des Norwegers Harald Eia auch das Nordic Gender Institute schlieߟen. Ist ja alles richtig.
 
 Doch Christen machen oft den Fehler, hinter jeder Maßnahme zur Gleichberechtigung den "€žDämon des Gender-Wahns" zu vermuten. Dabei sollten gerade Gläubige mit aller Kraft für den Schutz von Frauen kämpfen. Noch immer wird weltweit Millionen von Frauen der Zugang zu Bildung verwehrt, sie werden als Sexsklavinnen verkauft, in China werden Mädchen abgetrieben, weil männliche Nachkommen als wertvoller gelten. In Deutschland verdienen Frauen immer noch weniger als Männer, auch wenn sie die gleiche Arbeit tun. Von Sexismus ganz zu schweigen. Wer daran glaubt, dass Gott die Menschen als Mann und Frau geschaffen hat und sie liebt, sollte sich umso mehr für den Schutz der Schwachen und Verletzten einsetzen. Paradoxerweise sind das oft die lautesten Pro-Gender-Schreihälse. Auch hinter Ideologien stecken Menschen mit persönlichen Erfahrungen und Verletzungen. Der Feminismus ist nicht umsonst in einer Zeit entstanden, in der Frauen sich als Menschen zweiter Klasse fühlten und sich zu Recht dagegen auflehnten. Das erklärt auch, warum die meisten jüngeren Studentinnen die Geschlechter-Debatte entspannter sehen als ihre kratzbürstigen Professor_innen. Gelassenheit ist nicht der schlechteste Ratgeber.
 
"Uns wird eine Ideologie übergestülpt"
 
Gender-Mainstreaming betrachtet das Geschlecht nicht als etwas Biologisches, sondern als soziales Konstrukt. Für die katholische Journalistin Birgit Kelle ist das ideologisches Gedankengut und gefährdet die Demokratie. Im ARD-Talk "hart aber fair"€œ wurde sie beschimpft, weil sie ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ablehnt. pro hat die Mutter von vier Kindern besucht. | Die Fragen stellte Moritz Breckner
 
pro: Frau Kelle, angenommen, die Politik in Deutschland hält an Gender- Mainstreaming fest -€“ wie wird das unsere Gesellschaft in den nächsten 20 Jahren verändern?
 
Birgit Kelle: Ich glaube, dass dies ganz verheerende Auswirkungen hätte. Die sowieso niedrige Geburtenrate würde dramatisch einbrechen. Unsere Familienstrukturen würden sich langfristig verändern -€“ weniger Menschen würden heiraten und stattdessen nur zeitweise Beziehungen haben. Unsere Gesellschaft würde anonymer, weil die Geschlechter nur noch androgyn (geschlechtslos, d. Red.) nebeneinander herleben. Die Menschen würden durch diese Veränderungen ganz bestimmt nicht glücklich. Und ich glaube, dass eine solche Gesellschaft anfälliger wird für totalitäre Regime. Wenn der Mensch von Kindheit an keine Identität mehr findet, ist er leichter zu formen und zu führen. Das macht mir Angst.
 
Übertreiben Sie da nicht? In Frankreich ist Gender-Mainstreaming deutlich etablierter als in Deutschland. Das Land ist nach wie vor demokratisch und die Geburtenrate ist höher als bei uns.
  
David Reimer haben solche Theorien jedenfalls nicht geholfen. "€žIch bin kein Professor. Aber du wachst nicht eines Morgens auf und entscheidest dich, ein Junge oder ein Mädchen zu sein -€“ du weiߟt es einfach", hat er einst gesagt. 
Frankreich tut ganz andere Dinge, um Familien zu unterstützen, als wir. Dort fördert man zum Beispiel massiv steuerlich das dritte Kind in der Familie, während man bei uns ab dem dritten Kind als Familie in die Armutsfalle rutschen kann. Man muss immer die Gesamtheit der Instrumente betrachten. Einzelne Staaten lassen sich nur schwer direkt vergleichen, weil auch geschichtliche und kulturelle Unterschiede eine Rolle spielen. Die USA unterstützen zum Beispiel Kindergärten und Krippen von staatlicher Seite aus nahezu gar nicht, haben aber eine ähnliche Geburtenrate wie die Skandinavier, die voll auf staatliche Krippen setzen.
 
Sie bezeichnen Gender-Mainstreaming als eine Ideologie, die wissenschaftlich nicht bewiesen wurde. Wie konnte Gender-Mainstreaming dann überhaupt so einflussreich werden? 
 
Das ist in der Tat ein erstaunliches Phänomen. Wir haben es beim Gender-Mainstreaming mit einer Top-Down-Bewegung zu tun, das heiߟt, anders als im demokratischen Prozess üblich, ging diese Idee nicht von der breiten Masse der Bürger, sondern von einer kleinen Gruppe aus. Begonnen hat das in den Vereinten Nationen, dort ist das Konzept zum ersten Mal verankert worden. Von der UN-Ebene aus ging die Idee auf die nächsten Stufen, also die EU und die Nationalstaaten. Manche Staaten haben gezögert, aber in Deutschland ist Gender-Mainstreaming auf fruchtbaren Boden gefallen. Das Familienministerium hat die Idee relativ freudig und völlig widerspruchslos einfach hingenommen. Zusammengefasst: Den Bürgern wird hier eine Ideologie übergestülpt, die überhaupt nicht ihren Bedürfnissen entspricht.
 
Eine große Anzahl von Wissenschaftlern nimmt Gender-Mainstreaming sehr ernst. Glauben Sie wirklich, dass die sich alle irren?
 
Fakt ist, dass zahlreiche Forscher und vor allem Forscherinnen in dem Feld offensichtlich versuchen, ein Wunschbild zu beweisen, anstatt sich an Fakten zu orientieren. Bis heute konnte niemand, wirklich niemand, nachweisen, dass das biologische Geschlecht irrelevant ist und die Frage des Geschlechtes nur eine soziale Konstruktion sei. Dennoch tun wir so, als ob das so ist. Das Einfrieren der Gelder für die Gender-Forschung in Norwegen hat doch gezeigt, dass sich die Wissenschaft in dieser Sache ganz und gar nicht einig ist. Ich erwarte von der Wissenschaft, dass sie unvoreingenommen ist und nicht einfach die Ergebnisse produziert, die gewünscht sind.
 
Gibt es Auswüchse von Gender-Mainstreaming, die Sie besonders irritieren?
 
Ja, nämlich dass wir anfangen, auf sprachlicher Ebene das Mann- oder Frau-sein neu zu definieren. In der Schweiz werden die Wörter "Vater" und "€žMutter"€œ aus amtlichen Dokumenten entfernt und durch die Begriffe "€žElter 1"€œ und "€žElter 2"€œ ersetzt. Auch in den USA gibt es Beispiele dieser Art. Es wird versucht, über die Sprache eine Geschlechtszuordnung zu vermeiden. So wandelt sich nebenbei auch der "€žEltern"€œ-Begriff: Eltern sind nicht mehr leibliche Eltern, sondern ein soziales Konstrukt, das angeblich jeder erfüllen kann. Der Lebenspartner des Sängers Elton John beispielsweise ist auf der Geburtsurkunde seines Adoptivsohnes als "Mutter"€œ eingetragen. Heute lächeln wir darüber, aber die Frage ist, was das langfristig mit unserer Gesellschaft macht.
 
Was stört Sie als engagierte Christin an Gender-Mainstreaming?
 
Ich bin gar nicht in erster Linie gegen Gender-Mainstreaming, weil ich Christin bin, sondern weil ihm ein völlig falsches Konzept vom Menschen zu Grunde liegt und es negiert, dass Mannsein und Frausein etwas Unterschiedliches ist. Natürlich bin ich durch das christliche Menschenbild geprägt, wonach Mann und Frau verschieden geschaffen sind. Davon würde ich aber auch ohne meinen Glauben ausgehen, denn unsere ganze Natur ist bipolar angelegt. Dass man jetzt Geschlechter als nebensächliches "€žsoziales Konstrukt"€œ definieren will, ist absurd. Die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau ist gewollt. Das ist kein Fehler, sondern das Leben wird dadurch bereichert. Wir ergänzen uns in unseren Eigenschaften und Fähigkeiten. So zu tun, als wären wir alle gleich, verleugnet einen Teil unseres Wesens.
 
Heiߟt das, dass Familien an der traditionellen Rollenaufteilung festhalten sollten? Also der Mann geht in die Firma, die Frau bleibt daheim bei den Kindern?
 
Nein, nicht zwangsläufig. Man muss sich aber bewusst machen, dass die Mehrheit der Deutschen nach wie vor so lebt. 80 Prozent der Frauen bleiben in den ersten Lebensjahren ihres Kindes daheim. Heute wollen viele Frauen diese Rollenaufteilung, allerdings nur für eine gewisse Zeitspanne. Wir haben mehr hochqualifizierte Frauen als je zuvor, und sie wollen und sollen ihre Fähigkeiten am Arbeitsmarkt einsetzen. Die Rahmenbedingungen müssen ihnen das ermöglichen -€“ ohne dabei Frauen, die sich dafür entscheiden, bei den Kindern zu bleiben, unter Rechtfertigungsdruck zu setzen. Mir ist es ein Anliegen, dass Familien selbstständig entscheiden, in welchem Umfang Vater und Mutter arbeiten, beziehungsweise sie bei den Kindern sind. Das geht den Staat nichts an, das kann man nicht mit Gleichstellungsbeauftragten und Vorschriften regeln. Dass Männer und Frauen unterschiedlich sind, heiߟt ja   nicht, dass das eine Geschlecht das andere in irgendeiner Form unterdrücken müsste. Das ist auch von der göttlichen Schöpfung nicht gewollt. Aber auch nach 100 Jahren Diskussion bleibt es dabei, dass Männer Kinder zeugen und Frauen Kinder gebären. Und aus der Perspektive des Kindes sind sowohl Mutter als auch Vater wichtig.
 
Aber nicht in allen Familien werden die Kinder auch wirklich fit fürs Leben gemacht. Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky, fordert deshalb eine Kindergartenpflicht ab dem ersten Geburtstag. Dann könnten Mütter auch schneller wieder arbeiten.
 
Heinz Buschkowsky ist geprägt von dem Milieu, in dem er lebt. Die überwältigende Mehrheit der Kinder in Deutschland wächst sehr gut bei ihren Eltern auf. Eine Kindergartenpflicht ist in meinen Augen ein schwerer Eingriff in die Autonomie der Familien und daher grundgesetzwidrig. Das Grundgesetz gibt uns nicht nur die Pflicht, sondern auch das Recht, unsere Kinder nach unseren Werten zu erziehen. Sobald Kinder in eine staatliche Einrichtung gehen, müssen wir fragen, nach welchen Richtlinien und Maßstäben sie dort erzogen werden. Welches Amt bestimmt denn, welche Werte an meine Kinder weitergegeben werden sollen, mit welchem Recht übernimmt der Staat meine Aufgabe als Mutter? Auߟerdem: Auch Eltern wachsen mit ihren Herausforderungen, sind in einem Lernprozess. Mir hat noch kein Wissenschaftler erklären können, wie man Elternkompetenz stärkt, indem man die Eltern von ihrem Kind trennt. Die Bindung zwischen einem Kind und seinen Eltern ist etwas Einzigartiges und kann auch von einer liebevollen Erzieherin nicht ersetzt werden. Ein Kind braucht Vater und Mutter.
 
Haben Sie sich deswegen in der Sendung "€žhart aber fair"€œ gegen ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ausgesprochen?
 
Bei dieser Frage geht es darum, ob homosexuelle Paare ein Recht auf ein Kind haben. Das haben sie nicht – ebensowenig wie heterosexuelle Paare. Ein Kind ist ein Geschenk, darauf gibt es kein Anrecht. Wenn es um Adoptivkinder geht, muss das Wohl des Kindes ausschlaggebend sein. In meinen Augen ist es für ein Kind am Besten, Vater und Mutter zu haben. Kinder reagieren auf Vater und Mutter sehr unterschiedlich, der männliche und weibliche Einfluss ist für die Identitätsfindung eines Kindes extrem wichtig. Solange wir Kindern dies bieten könnten, sollten wir es auch tun. Es gibt in Deutschland eine Vielzahl von Paaren, die ein Kind adoptieren wollen, und nur für jedes achte Paar ist ein Kind da. Im Interesse der Entwicklung dieser Kinder sollten heterosexuelle Paare bevorzugt werden. Ich sage aber auch: Bevor ein Kind im Heim aufwächst, ist es bei einem homosexuellen Paar besser aufgehoben. Gäbe es mehr Kinder als adoptionswillige Hetero-Paare, sollten auch homosexuelle Paare adoptieren dürfen. Diese Konstellation ist aber Fiktion.
 
Sie wurden nach den Sendung öffentlich beschimpft und bedroht. Hat Sie das überrascht?
 
Ich habe mit Widerstand gerechnet, weil man in Deutschland nicht ungestraft gegen die Homo-Ehe sein kann. Die Heftigkeit hat mich dann doch etwas überrascht. Etwa 90 Prozent der Reaktionen, die mich erreicht haben, waren zustimmend. Von den ablehnenden Zuschriften waren fast alle auf einem Niveau, das nicht zitierfähig ist. Man hat versucht, mich durch persönliche Angriffe zu diskreditieren und mundtot zu machen. Sowas tangiert mich aber nicht. Ich habe Homosexuelle in meinem Bekanntenkreis, mit denen ich gut und sachlich diskutieren kann. Das sind ganz normale Menschen, die sich durch die oft aggressiven Vorzeige-Schwulen, die man aus dem Fernsehen kennt, nicht repräsentiert fühlen.
 
In Paris haben im Januar Hunderttausende gegen die Homo-Ehe demonstriert. In Deutschland wäre das kaum denkbar ...
 
Ich bewundere die Franzosen für ihren Mut, geradeheraus zu sagen, was sie denken. Ich glaube, wenn wir in Deutschland eine geheime Abstimmung über die Homo-Ehe hätten, gäbe es eine breite Ablehnung. Aber es ist fast unmöglich, bei uns über dieses Thema zu diskutieren, Sie werden sofort von allen Seiten angegriffen. Sie finden keinen Püolitiker, und übrigens auch keinen kirchlichen Amts- und Würdenträger mehr, der es wagt, sich kritisch dazu zu äußern. Bei der Kundgebung in Frankreich waren Geistliche dabei und auch mehrere Tausend Bürgermeister. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich in Deutschland auch nur ein Bürgermeister so etwas trauen würde, weil er wüsste, dass er hinterher politisch tot ist. Homosexualität ist ein solches Reizthema, dass der Ton schnell aggressiv wird und man nicht mehr sachlich diskutieren kann. Es gibt leider Themen, über die man in Deutschland nicht reden darf. Das Problem ist auch, dass Medienschaffende eine sehr homogene Gruppe sind. Es gibt mehrere Erhebungen, die belegen, dass Journalisten in Deutschland eher links stehen, auf Seiten von rot-grün. Nähmen an der Bundestagswahl nur Journalisten teil, käme schwarz-gelb auf gerade mal 20 Prozent. Das schlägt sich auf die Berichterstattung nieder, Fakten und Meinungen werden nicht sauber getrennt. Ich kenne das ja auch von mir selber: Ich schreibe, was ich denke. Durch die Homogenität der Medienmacher wird ein großer Teil der Gesellschaft zu wenig abgebildet.
 
 Hat Gender-Mainstreaming Zukunft?
 
In Norwegen wurde seit gut 20 Jahren das Gender-Mainstreaming auf die Spitze getrieben, und letztes Jahr ist das komplette Kartenhaus zusammengebrochen. Ein Kabarettist hat eine Dokumentation gedreht, die den Irrsinn dieser Ideologie aufgezeigt hat. Es entstand eine breite Diskussion darüber, ob Gender-Mainstreaming wirklich eine so gute Idee war. Am Ende der Debatte wurden immerhin 60 Millionen Euro an staatlichen Fördergeldern für Gender Studies gestrichen. Offenbar hat es den Narren am Hof gebraucht, um zu zeigen, dass der Kaiser keine Kleider anhat. Wenn wir in Deutschland so weitermachen, kommen wir vielleicht auch an diesen Punkt. Aber vielleicht muss erst alles schlimmer werden, bevor es besser wird.
 
Vielen Dank für das Gespräch!
 
Birgit Kelle wurde 1975 in Siebenbürgen geboren. Sie absolvierte ein redaktionelles Volontariat beim Badischen Verlag in Freiburg. Heute schreibt sie Kolumnen für verschiedene Magazine, ist Vorsitzende des Vereins "€žFrau 2000plus" sowie Vorstandsmitglied des Familien-Dachverbandes "€žNew Women for Europe"€œ mit Beraterstatus am Europäischen Parlament. Kelle lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in der Nähe von Düsseldorf.
 
(Quelle: Christliches Medienmagazin pro | www.pro-medienmagazin.de" pro erscheint sechsmal jährlich kostenfrei, Bestellung unter pro.medienmagazin.de (http://www.pro-medienmagazin.de/pro_bestellen.html)

Hintergrund Gender Mainstreaming

Ein wesentlicher Faktor, der zur Entwicklung von Gender Mainstreaming beitrug, war der Feminismus. Gender Mainstreaming an sich ist keineswegs so neu, wie man glauben mag.

Schon 1985 stellte man auf der 3. Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen in Nairobi Gender Mainstreaming als politische Strategie vor. Einige Jahre später, 1999, verpflichtete dann der Amsterdamer Vertrag die EU-Mitgliedsstaaten rechtlich zur Umsetzung des Gender Mainstreaming im Sinne einer aktiven Gleichstellungspolitik.

Zunächst hört sich Gender Mainstreaming ja ganz gut an: man sollte Männer und Frauen nicht in traditionelle Geschlechterrollen zwängen, was etwa Familie und Beruf betrifft. Was aber heißt dieses "gleich" in "Gleichstellung" von Mann und Frau genau?

Verfechter von Gender Mainstreaming führen hier an, niemand solle aufgrund seines Geschlechts berufliche oder sonstige Nachteile erleiden müssen. So weit, so gut - das ist eine legitime Sache. Heißt diesses "gleich" nun aber lediglich, dass Männer und Frauen die gleichen Rechte und Chancen haben sollen, oder dass sie wesensgleich sind? Gerade radikale Feministinnen argumentieren hier, dass eine wirkliche Freiheit nur dann erreicht wird, wenn auch Gleichheit im Geschlecht besteht und Unterschiede hier beseitigt werden (zumindest so, dass sie nicht mehr erkennbar sind). Ein bioligischer Unterschied zwischen Mann und Frau wird hier als konstruiert gesehen.

Christen sehen dass anders: Männer und Frauen sind sehr wohl gleich viel wert - sie sind aber nicht dasselbe! Männer und Frauen sind voneinander unterschiedlich - und dieser Unterschied ist von Gott gewollt und gut so. Er dient dem Besten von Mann, Frau und Kindern im Rahmen einer Familie und spiegelt den Bund wieder, den Gott mit uns Menschen eingegangen ist. So wie Christus sein Leben hingegeben hat für seine Braut, die Kirche, so soll ein Mann sich selbst in lebensspendender weise seiner Frau hingeben. Und so wie Christus das Haupt der Kirche ist, ist der Mann das Haupt der Familie. Er führt sie in bedingungsloser und selbstloser Liebe - und ebenso wie Christus würde er auch sein Leben für sie geben! Eine Ehe ist wie ein gemeinsamer Tanz - und wie bei einem Tanz kann nur einer führen - sonst gibt es blaue Zehen!

Verfechter des Gender-Mainstreaming sagen nun, ihnen würde es um Vielfalt gehen, nicht um eine Uniformität oder Gleichmacherei. Oder eine Polarität (Mann und Frau). Es gäbe eben verschiedene Formen von Männlichkeit und Weiblichkeit.

Das Problem hierbei - und hierauf hat Dr. Robert Lewis von www.mensfraternity.com zu Recht hingewiesen: Wenn Männer nicht mehr wissen, was es heißt, ein Mann zu sein, was einen Mann ausmacht, welche Rollen und Aufgaben er in Familie, Beruf, Gesellschaft und Kirche hat, dan sind Männer hinsichtlich ihrer Identität sehr verwirrt. Und verwirrte Männer können eine Menge Schaden anrichten - man vergleiche nur einmal die Zahl der Männer in unseren Gefängnissen mit der Zahl der Frauen!

Manch einer mag nun einwenden, dass es in Gal 3,28 doch heisse: " Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid «einer» in Christus Jesus." (Einheitsübersetzung) und somit eine klare Rollenverteilung für Christen nicht angebracht ist.

Derartige Interpretiationen von Bibelversen entstehen, wenn man Bibelverse isoliert und völlig aus dem Zusammenhang gerissen betrachtet. Leider begehen auch Theologen diesen Fehler oft. Liest man das Kapitel 2 des Galaterbriefes und die Verse vor 3,1-27, versteht man schnell, dass es hier nicht um das Rollenverständnis von Mann und Frau geht, sondern um Werke des Gesetzes (also etwa Beschneidung) im Gegensatz zur Taufe in Christus, durch die wir neue Menschen werden - unabhängig davon, ob wir nun Juden, Griechen, Männer oder Frauen sind. Als in Christus Getaufte sind wir gerechtfertigt und somit eins - Brüder und Schwestern. Das heißt aber keineswegs, dass der Unterschied von Männern und Frauen aufgehoben wurde! Jesus selbst hat männliche Apostel berufen. Die Apostel wiederum haben mehrmals klar auf den Unterschied von Mann und Frau hingewiesen, gleichzeitig die Männer auch aufgefordert, ihre Frauen zu lieben! Dies ist auch keineswegs ein kultureller Umstand, der nur zur damaligen Zet galt, sondern ein roter Faden, der sich über tausende von Jahren durch die ganze Bibel zieht - in unterschiedlichsten Kulturen!

Jesus selbst nahm auf die (Fang-)Frage hin, ob sich ein Mann unter bestimmten Voraussetzungen von einer Frau scheiden lassen darf, klar auf Genesis Bezug - auf den Idealzustand zu Beginn und Gottes Plan für Männer und Frauen! Er bestätigte diesen somit und schuf damit einen Standard für alle Ewigkeit!

Sehen wir uns diesen Jesus näher an: Er ist wesensgleich mit dem Vater (also gleich viel "wert") - ordnete sich diesem aber unter!

Männer und Frauen sind geich viel wert - aber sie sind nicht dasselbe. Und dieser Unterschied ist gut so!


(Quelle: u.a. Dr. Robert Lewis (www.mensfraternity.com). Adam Online - Emmerich Adam. Ausgezeichneter Artikel von einem ausgezeichneten Autor in einer ausgezeichneten Zeitung! http://www.adam-online-magazin.de/Artikelansicht.41.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=96&tx_ttnews[backPid]=9&cHash=9daf15ce2c)
Bedeutet Gender Mainstreaming das Herstellen der Geschlechtergerechtigkeit?

Mitnichten. Wenn ich Geschlechtergerechtigkeit möchte, dann ist es das, was ich tue und ich nenne es auch so. Gender Mainstreaming aber geht weit über die Beseitigung von Benachteiligungen aufgrund des körperlichen Geschlechtes hinaus.
Sehen wir uns die Wortzusammensetzung an: „Gender“ meint im Englischen keineswegs nur das körperliche Geschlecht, also das Geschlecht, mit dem wir geboren wurden. Es bezeichnet vielmehr ein Geschlecht, das von Kultur, Gesellschaft, Politik und vor allem vom Individuum beeinflusst und bestimmt wird – und somit auch veränderlich ist. Mit „mainstreaming“ wird angedeutet, dass das, was bisher unterschiedliche „Ströme“ waren (also das körperliche Geschlecht von Mann und Frau mit einem klaren Rollenverständnis, das für Christen auf der Bibel und den seit über 2.000 Jahren bestehenden christlichen traditionellen Familienwerten beruht) nun „zusammengeführt“ zu einem “Strom“ wird. Mit anderen Worten: Die Unterschiede von Mann und Frau sollen aufgehoben und der Definition des einzelnen oder der Gesellschaft überlassen werden.
Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie naiv viele Christinnen und Christen damit umgehen und wie wenig ihnen offenbar die Gefahren bewusst sind, die damit verbunden sind. Die christlichen Familienwerte und Rollenverständnisse waren zum Besten eines jeden Einzelnen in der Familie. Sie halfen weiterhin, hinsichtlich der eigenen Geschlechtsidentität Sicherheit und Stabilität zu haben sowie in das hineinzuwachsen, zu dem uns Gott bestimmt und berufen hat.
Eine „Geschlechtergerechtigkeit“ in dem gewünschten Sinne lässt sich nicht durch Verordnungen und Strukturen erreichen. Welche Frau etwa, die etwas auf sich hält, möchte eine Position in einem Unternehmen allein aufgrund der Tatsache bekommen, dass sie Frau ist – und nicht etwa wegen ihres Könnens?
Es gibt genügend Gesetze, die das demokratische und respektvolle Miteinander soweit regeln, wie es geregelt werden muss. Nicht alles kann und darf von staatlicher Seite bestimmt werden, schon gar nicht Angelegenheiten, die in den Bereich von Familie und Kirche fallen.
Grundlage einer wahren Geschlechtergerechtigkeit ist eine moralische Grundlage auf Basis des christlichen Glaubens, die eine Vorstellung der eigenen Geschlechts-Identität vermittelt und fördert. Wer bin ich etwa als christlicher Mann? Wie definiere ich Männlichkeit? Was sind die Aufgaben eines Mannes in Familie, Beruf, Gesellschaft und Kirche? Wer meint, etwas derart Grundlegendes wie die eigene Geschlechts-Identität der eigenen Definition überlassen zu können, sägt an den Grundwerten einer Gesellschaft und letztlich auch des christlichen Glaubens. Menschen, die hinsichtlich ihrer Geschlechts-Identität verwirrt sind, können und werden eine Menge Probleme verursachen. Verordnungen und Strukturen können keine Unterschiede der Geschlechter beseitigen, sie können und werden dauerhaft keine „Gerechtigkeit“ bringen und am allerwenigsten wird „Gender Mainstreaming“ dem körperlichen, psychischen und geistigen Wohl des Einzelnen dienen.
Robert

Artikel

Marriage Anti-Defamation Alliance

ForYourMarriage.org

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