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Inhalt
Hin und wieder zurück
Foren-Subkultur
Der Konvent von Wilhelmsbad
Neo-Templer-Orden und ihre angeblichen Wurzeln



Note: Seit Jahren beschäftige ich mich mit der Geschichte der Freimaurerei, vor allem jene im 17. und 18. Jahrhundert. Speziell im Internet kursieren immer wieder zahlreiche Verschwörungstheorien und Behauptungen, die zum Teil jeglichen historischen Bezuges entbehren. Im besonderen über die Geschichte der Bayrischen Illuminaten von Adam Weisshaupt schiessen die Spekulationen regelmässig ins Kraut. So richtig aufgekommen sind diese Theorien und Spekulationen mit den (in der Schweiz indizierten) Büchern von Jan van Helsing.

Das Verbot der Bücher fiel genau in die Zeit des grossen Internetbooms, was dazu führte, dass die physischen Bücher zwar nicht erhältlich sind (aber legal in Österreich bestellt werden können) jedoch in x-facher Ausführung im Internet gefunden und herunter geladen werden können. Rund um das Thema Verschwörungstheorie existiert im Internet eine wahre Subkultur, die nicht erst mit den Spekulationen über die 9/11-Anschläge einen eigentlichen Aufschwung erlebt haben. Hinter der offensichtlichen Faszination der Verschwörungstheorie als solche, steckt mehr - vor allem viel Psychologie.

Da ich mich schon seit Jahren mit diesem speziellen Gärtchen des Internetzes befasse, auch regelmässig dazu angefragt werde, erscheinen an dieser Stelle immer wieder Texte, Features (welche ursprünglich auch im Netz erschienen sind) die erklären, dokumentieren, persiflieren und hoffentlich auch ein wenig unterhalten.



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Foren Subkultur für Anfänger


Klassiker die so oder anders in jedem Forum auftauchen


Das Internet ist gross, weit und ziemlich bunt. Mit zum faszinierendsten gehört die grosse Foren-Gemeinschaft. Es gibt Tausende von Diskussionforen, wo sich über jedes nur erdenkliche Thema ausgetauscht wird. Und obwohl die Themen sich dermassen unterscheiden erkennt man mit ein wenig Erfahrung gewisse Typen auf Anhieb wieder. Auf dieser Seite finden sich einige humorige Analysen aus diesem Universum der Subkultur.

Wanderer des Internetzes, nun da du dich nach hierher verirrt hast und voll staunen auf die vielen Hundertausend Texte blickst, sei willkommen im virtuellen Wunderland des Schrägen. Welches sind die meistbesuchtesten Diskussions-Foren weit und breit? Richtig. Die die was mit Sex zu tun haben und die die etwas mit der Welt zu tun haben. Sex lassen wir jetzt mal aussen vor, das is eh schon schwierig genug. Also die Welt. Die Welt der Prophezeiungen, der Ahnungen, der Intrigen, der Verschwörungen, des verborgenen und geheimen Wissens. Was? Wenns im Netz steht kanns nicht geheim sein? Falsch, ganz falsch. Hier und nur hier ist das Wissen der Menschheit vereint. Hier und nur hier findet die wahre, die echte, die grosse Aufklärung statt. Und damit du auch immer gleich in rechte Beziehung mit den Wanderern die sich hier tummeln (manche meinen auch rumirren) treten kannst, anbei ein paar kleine Hinweise und Typologisierungen. Dann wird dich auch nie jemand einen Troll schimpfen.

Apokalyptiker
Prophezeiungen sind ihr ein und alles. Nostradamus haben sie schon als 10jähriger gelesen, danach kam der ganze Rest: Die Mayas, die Hopis, das Lied der Linde, Irlmeier, der Waldviertler, koptische Asketen, die Zetas, einfach alles. Sie sind absolut überzeugt davon, dass spätestens 2008 die Russen einmarschieren werden, oder die Türken, dass Lanzarote ein Teil abbricht und dann eine riesige Flutwelle unsere dekadente Gesellschaft hinwegrafft, dass wir alle von Haarp gegrillt werden und wenn das nichts nützt, dann sorgt ein Meteorit dafür, dass ihnen –äh uns- der Himmel auf den Kopf fällt. Sie haben Newsticker selbst aufm Klo und sind über jeden Stuhl der in China umfällt bestens auf dem Laufenden. Und obwohl sie ja mit allem abgeschlossen haben, gehen sie ganz tief in sich drin dann doch davon aus, besonders schlau zu sein und sich irgendwie retten zu können. (für irgendetwas müssen die meterweise Prophezeiungsliteratur und die Survival-Kurse ja gut gewesen sein) Also Notvorrat, Gasmaske, Geländewagen, Generator, Alufolie für die dreitägige Finsternis, und ein russisch Wörterbuch für alle Fälle. Und natürlich eine Hekler-Koch, nur so, falls misslaunige Nachbarn die mitkriegen das unsere Apokalyptiker noch Vorräte haben und auch gerne was abhaben möchten, leider abgeknallt werden müssen. Teilen? Pffft, könnte ja jeder kommen. Selber schuld, wenn sie den Propheten nicht geglaubt haben. Hehe, jetzt merken sie endlich dass man Geld nicht essen kann.... Und dann. Dann... Ja dann kommts. Die grosse Katastrophe, die Bombe fällt, der Russe marschiert ein.... und ihre Zylinderkopfdichtung geht hoch.

Verschwörungstheoretiker
Freimaurer, Illuminaten, der OTO, P2, die VSA, NSA, CIA, BND, VS, FOGC, Area 51, Bilderberger, Aldi, 23, die Deutsche Bank, sind ihre Welt. Icke, JvH, Jo Conrad, sind ihre Bibeln. Die ganze Erde wird kontrolliert, „Sie“ sind überall, „die“ sowieso. Und dort, der Porsche mit der 666, gehört der dem Teufel oder einem illuminierten freimaurerischen bilderbergernden Anwalt? Wer weiss? Keine Theorie zu abstrus, kein Hinweis zu sonderbar, als wackere Kämpfer für die Aufklärung der Menschheit, scheuen sie keine Gelegenheit und keine Gefahren um die tumb-doofe Gesellschaft endlich zum Aufwachen zu bringen. 23 überall, satanistische Firmenlogos vernebeln unseren Geist und perfid komponierte Kaufhausmusik animiert uns zu hemmungslosem Konsum. Gut. Meistens sitzen sie im stillen Kämmerlein und schimpfen nur via Internet rum. Alles andere wäre eh sinnlos. Wir erinnern uns – die Matrix. Es hat eh alles keinen Sinn, denn „die“ sehen alles, kontrollieren alles, selbst im Personalausweis ist Baphomet drin und Helmuth Kohl heisst eh Cohn und am Radio spielen sie Glücksfrequenzen um uns das Hirn matschig zu kochen. Einige basteln bereits an Abwehrmassnahmen gegen den Veri-Chip, den Kampf gegen den Strichcode haben sie längst verloren, aber man kann sich ins Gebüsch legen und beim nächsten Bilderberger-Treffen Autonummern fotographieren. Immerhin.

Die Eso-Tussen
Alles wird gut. Wir sind beschützt. Irgendwo hinten links vom Orion parken die Ufos die uns abholen kommen. Versprochen. Mit Mutter Maria, den Erzengeln und neuerdings auch Lady Di sowie graugesichtigen Ausserirdischen verstehen sie sich channelnderweise besonders gut – und logischerweise besonders exklusiv. Alles wird gut. Umweltverschmutzung, 800 Millionen Hungertote, Klimaerwärmung, Kriege... ach was, alles halb so wild. Das erledigen die Ausserirdischen, die Engel, die Lichtarbeiter doch mit links. Wir müssen nur gaaanz fest dran glauben und unsere Aura reinhalten. Dazu gibt’s hier noch ein paar Esenzen, da noch einen Feng Shui-Spiegel, energetische Farbanstriche, Lichtkugeln fürn Garten, Energieabsorber fürs Auto und metaphysisch gepoltes Katzenstreu. Und ansonsten seid lieb zueinander und verbreitet keine bösen Schwingungen, sonst müssen sie ihre Bernsteinkette und den Aura-Soma-Pomander holen und werden nervös – und das wollen wir doch auf keinen Fall, bewahre!.

Die süchtigen Klugschwäzer
Sie haben studiert. Sie kennen sich aus. Sie wissen es ganz genau. Und sie nerven. In Oberlehrerhaftem Ton legen sie seitenlang und ungefragt dar, warum dieses und jenes eh nur Quatsch ist und dass man doch bitteschön gefälligst streng (natur-) wissenschaftlich zu bleiben habe. Bis ins letzte Gen klären sie einem auf warum der Mensch vom Huhn abstammt, dass es die Schuhmannfrequenz nicht gibt und das der Mensch ein Körper ist und keinen Körper hat. Gefälligst hat man dieses Buch und jene Seite zu konsultieren und am besten an der Abendschule sein Studium nachzuholen, bevor man überhaupt den Mund aufmacht. Sie haben grundsätzlich keinen Humor, von dem sie irgendetwas wüssten, sind dafür meist hypersensibel und gaaanz schnell beleidigt. Keiner nimmt sie sonderlich ernst, dennoch kommen sie immer wieder. Süchtige halt.

Die Pseudo-Magier-Okkultisten
Franz Bardon ist ihr Guru, zu Stejnar haben sie allerdings ein zwiespältiges Verhältnis, Baphomet ihr Lieblingshaustier. Den Elementeausgleich kriegen sie nie auf die Reihe, aber Geister, Dämonen, Tote und was da sonst noch so an Astralem rumdödelt rufen sie gerne und innbrünstig an. Sie sind sehr geheimnisvoll und umgeben sich gerne mit kryptischen Zahlenkombinationen (Bastel dir die Kabbalah selbst. Jetzt im Sonderangebot) lateinischem Gedöns und versuchen vergeblich das Liber al vegis oder auch nur den ersten Thermodynamischen Grundsatz von Thelema auf die Reihe zu kriegen. Manche glauben zwar sie hätten letztlich keinen blassen Schimmer von Numerologie oder Alchimie, aber es wirkt immerhin wichtig und es fällt nicht ganz so rasch auf, dass sie auch nur Dilettanten ohne Plan sind. Das schlimmste was ihnen passieren kann, wäre dass so eine Evokation mal hinhauen würde. Da sich die ganze Dämonenwelt allerdings eh schon kringelt vor Lachen, ist die Wahrscheinlichkeit glücklicherweise relativ gering.

Die Kräuterköchinnen oder Wicca, Hexen
Unterscheiden sich insofern von anderen Hardcore-Feministinnen indem sie sich gerne in unvorteilhaften Schlabberkleidern und Henna-gefärbtem Haaren in Vollmondnächten auf unschuldigen Lichtungen treffen und mit ihren atonalen Gesängen Hasen und Igel erschrecken. Verbinden sich dann mit der höchsten Göttin, Mutter Erde oder dem nächsten Baum (klar der kann ja auch nicht weglaufen). Männer sind höchstens geduldet und das auch nur wenn sie sich in vorauseilender Selbstkastrierung ebenfalls Hexen nennen (Edgar Wallace würde sich im Grab umdrehen) oder wenigstens Panflöte spielen können. Diejenigen, denen derlei Aussenaktivitäten zu anstrengend sind, kümmern sich derweil um allerlei Hokuspokus wie Partnerzusammenführung oder Partnertrennung, Schadenzauber, Pendeln nach Nachbars Lumpi, Meditieren über den Kaffeesatz oder lernen die Bedeutungen der grossen Arkana und das Gummibärchenorakel auswendig und kommen sich echt wichtig vor. Das mit der Flugsalbe würden sie zwar gerne mal austesten, aber das Baby-Fett is ihnen dann doch zu gruselig. Was für ein Glück.

Die Dogma-Olympioniken
Tauchen in allen Farben, Formen und Glaubensrichtungen auf und sind extrem ehrgeizig. Früher oder später kriegt man immer etwas in der Art: "Mein Gott ist cooler als dein Gott, meine Propheten besser als deine Propheten, meine Toten sind schöner als deine Toten..." zu hören, gefolgt von einer copy-paste-Orgie, wahlweise aus der Bibel, den Veden oder sonst einer eingebildeten Autorität. Obwohl meist harmlos können sie tierisch nerven, vor allem wenn sie die ganze Welt mit ihren bahnbrechenden Erkenntnissen beglücken wollen. Den ersten Platz im Weihrauchbehälterweitwurf nehmen zweifelsohne die wiedergeborenen Christen ein, dicht gefolgt von den Katholiken, ganz abgeschlagen dann die Protestanten und auf dem letzten Platz die Zeugen Jehovas. Etwas ausgeglichener das Feld im 12er-Apostel-Rudern, besonders spannend dann Gruppen-Lobpreisen, wo die Hare-Krsnas ziemlich unschlagbar sind...

Die Totschlag-Argumente-Keulen-Schwinger
Aufklärung ist ihr Betätigungsfeld. Wackere Kämpen im Kampf gegen die Verschwörungstheorie, den Antisemitismus, die Rechten, die Linken, die Esoterik, das Rauchen, die gemeine Gartenschnecke und was da sonst noch an Gesocks unterwegs ist. Ihre Theorien sind zwar oft mindestens so abstrus wie die ihrer Opfer, aber sie sind und nehmen sich enorm wichtig -denn immerhin sind sie Experten (in was auch immer). Ungefragt treten sie auf den Plan und in bester Kreuzritter- und Cowboy-Manier hauen und schiessen sie erst und fragen dann, aber nur vielleicht. Denn Regel No.1 lautet: Sie haben immer Recht. Und haben sie mal nicht recht, dann tritt automatisch wieder Regel 1 Kraft. In letzter Zeit kann eine gewisse epidemische Ausbreitung der Keulen-Schwinger quer durch die Forenlandschaft beobachtet werden. Was bei Experten die Überlegung aufkommen liess, dass es sich vielleicht doch eher um eine Krankheit und nicht um einen Zustand handeln könnte. Wir bleiben dran... nach oben


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Hin und wieder zurück



Eines schönen Tages ist es soweit. Bei den einen früher, bei den anderen später. Aber irgendwann, können sie es nicht mehr ignorieren. Es läuft so vieles falsch auf dieser Welt. Sie beginnen genauer hinzusehen, sie beginnen Anzeichen zu sammeln. Und sie werden fündig. Und wie fündig sie werden. Und irgendwann müssen sie sich selber eingestehen, dass sie die Apokalypse für ziemlich wahrscheinlich halten. Es wird etwas geschehen, etwas so Gewaltiges, dass es das Ende der Welt sein muss. Mindestens der Welt so wie wir sie kennen. Kein Kabelfernsehen mehr, keine Klimaanlage, keine Geländewagen, keine Foto-Handys mehr – und eigentlich finden sie das noch nicht mal so schlecht. Eh alles nur nutzloser Tand. Man benutzt ihn, man will ihn, aber selbstverständlich kann man auch ohne.

Diese Gesellschaft ödet sie schon seit langem an, der Zynismus der Großkonzerne, die Verachtung der Leute für ihre Umwelt, für ihre Mitmenschen, für das Leben, die Ignoranz der Menschen die das Unheil einfach nicht sehen wollen oder können. Sie schwanken zwischen dem Hochgefühl der Überlegenheit und der depressiven Verstimmung der Einsamkeit. Angewidert gehen sie durch die Strassen und angesichts des auf Äußerlichkeiten getrimmten Lebens der großen Masse, könnten sie würgen. Das Schlimmste ist allerdings die Hilflosigkeit. Die Hilflosigkeit nichts verändern, nichts bewegen zu können, denn sie sind allein.

Irgendwann fällt ihnen ein Buch in die Hände. Nein, sie sind nicht allein, auch andere haben es erkannt, schon viel viel früher sogar. Es gibt Prophezeiungen, Vorhersagen und sie sehen ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Mehr noch, es kommt noch viel schlimmer, die Szenarien sind wahrlich apokalyptisch. Es folgen mehr Bücher, mehr Prophezeiungen, das wohlige Grauen das sie beim lesen jeweils überfällt, wirkt schon fast wie eine Droge. Jede Nachricht, jede Tagesschau vervollständigt das Bild. Und dieses Bild ist selbstverständlich grauenvoll. Es gibt keinen Zweifel mehr, das Ende ist nahe. Und wenn nicht nahe, dann doch auf dem Weg...mit Riesenschritten auf dem Weg.

Angesichts der Fülle von Prophezeiungen können sie sich lange nicht entscheiden, welches der Szenarien ihnen denn nun das liebste ist. Das hängt natürlich auch von ihrer Disposition ab. Der grösstmögliche GAU kann in der Errichtung einer Weltreligion liegen, im prophezeiten Einmarsch der Russen, in der Klimaerwärmung, in der Dimensionsverschiebung, in einer Hungerkatastrophe, einem Meteoriteneinschlag, der Rückkehr des Messias der falschen Seite, einem Bürgerkrieg, einer neuen Partei... der Möglichkeiten sind gar so viele. Es ist zum Verzweifeln.

Und doch. Das Leben muss irgendwie weitergehen. Die Katastrophen lassen noch ein wenig auf sich warten, die Arbeit muss getan, Frau und Kinder irgendwie auch noch beachtet werden...

Ohne Begeisterung machen sie also weiter, denn eigentlich ist eh alles umsonst. Einige verfallen in den totalen Fatalismus – nach mir die Sintflut. Wieder andere raffen sich auf, versuchen sich so gut es geht vorzubereiten, mit noch mehr Prophezeiungen, mit Bibelstudium, mit Survival-Kursen, mit Notvorräten, mit Auswanderungsplänen (immerhin, irgendeine Insel auf den Aleuten wird nirgends erwähnt, da kann man vielleicht überleben). Und als sie da so vor sich hin leben, da stoßen sie dann in irgendeinem Prophezeiungsbuch auf die nächste Stufe. Es ist ja alles noch viel Schimmer.

Nicht nur ist die Menschheit komplett bescheuert, nein sie werden gelenkt! Sie werden dazu gemacht, da sind finstere Mächte am Werk, die sich das ganz genauso ausgedacht haben. Und mit Schaudern sind unsere Apokalyptiker bei den Verschwörungstheorien angekommen. Es ist ja so furchtbar, aber das es so schlimm ist hätten sie in ihren schlimmsten Träumen nicht gedacht. Illuminaten, Freimaurer, Opus Dei, Reptiloiden, Satanisten – die Menscheit ist gefangen. Ein Alptraum. Und je mehr er liest –und er liest mal wieder viel-, desto grausamer wird es. Freier Wille? Ein Witz? Lächerliche kleine Figürchen in einem bösen Spiel unglaublich mächtiger Kräfte. Wozu noch Vorbereitungen? Wozu noch auswandern? Welch Hohn, egal wohin sie flüchten, „die“ sind immer schon da, sehen alles, kontrollieren alles und lachen sich kaputt. Der vom Apokalyptiker zum Verschwörungstheoretiker gewordene Mensch fühlt sich wieder ganz furchtbar allein, er hat Angst, er ist wütend, er wünscht sich er hätte nie hinter die Kulissen geblickt.

Manche werden ein wenig paranoid, andere verzweifeln ob all der Hoffnungslosigkeit, Verbitterung macht sich breit, Zynismus verschafft ein wenig Erleichterung. Einige wollen und können das so nicht stehen lassen. Sie denken nach. Lange. Sie wägen ab. Noch länger. Irgendwann kommt ihnen ein faszinierender Gedanke. Was wäre, wenn man das alles mal von einem ganz anderen Standpunkt anzusehen hätte? Ein Funken blitzt auf. Ganz kurz nur. Doch ihr apokalyptisches Fundament erhält Risse. Sie blättern zurück. Irgendwo stand doch mal was von der anderen Welt, der anderen Seite, von anderen Gesetzen. Sie hatten es glatt übersehen. Neue Bücher. Die Rettung. Es geht weiter. Ein neues Universum tut sich auf. Eine fremde Welt breitet sich aus. Es gibt tatsächlich einen Plan, eine Gesetzmässigkeit, aber ganz anders als sie dachten. Da sind andere Ebenen, andere Wesenheiten, da schimmert Licht und so ein sonderbares Empfinden durch.

Also sind sie doch nicht alleine. Nein, sie sind nicht getrennt, aber sie wissen so wenig. Verwirrung hält erst Einzug, Unglauben, dann Begeisterung. Es ist ja alles ganz anders. So wunderbar. Man braucht keine Angst zu haben, es ist für alles gesorgt. Erleichtert fallen sie in sich selbst zurück. Zufriedenheit macht sich breit. Endlich. Ein wenig meditieren, ein bisschen affirmieren, sich mit diesen angenehmen Energien verbinden – es ist ja alles so herrlich. Endlich von der Verantwortung befreit, alles ist in Ordnung und geht seinen gerechten Gang. Wie unangenehm nur, dass deswegen die Anforderungen des Alltags nicht wirklich leichter werden, der Nachbar immer noch nervt und auch die blühenden Landschaften auf sich warten lassen. Das ist frustrierend. Irgendetwas läuft falsch.

Und dann ist da mit einem Male dieser Moment. Nichts funktioniert mehr. Weder das eine noch das andere. Da steht Mensch nun - und es ward finster.
Eine Ahnung keimt auf. Sie gefällt nicht. Wird verworfen, zurückgestellt, verleugnet. Man hat doch soviel gelernt, man weiß doch soviel, das muss doch zu irgendetwas gut sein. Man versucht es noch mal. Man hat es doch im Griff, man weiß doch wie es geht. Aber irgendwie funktioniert das alles nicht. Scheitern wohin man blickt. Man erinnert sich an diesen unscheinbaren, unspektakulären Keim. Was war das noch mal? Und wo war es? Das Ent-decken bereitet kein wirkliches Hochgefühl, eher nachhaltige Ernüchterung. Selbstverantwortung – nein, bitte nicht!

Da ist man nun und sinnt lange, lange nach über die Selbstverantwortung. Man will sie nicht, man liebt sie nicht, aber sie ergibt so verdammt viel Sinn.

Verstehen hält Einzug. Und wenn Seher und Propheten einfach nur Möglichkeiten gesehen hätten? Wenn diese vorhergesagten Schlachtfelder unsere eigene Psyche wären? Wenn sie das alles gesehen hätten, nur damit sich die Menschheit und jeder Einzelne anders entscheiden kann? Kaum zu glauben, aber man lebt nicht einfach in einem gegebenen Rahmen, man erschafft sich diesen auch noch selber. Es braucht keine Verschwörung dazu, Leid und Unheil anzurichten. Kein Repto mit Strahlenkanone zwang Serben und Bosnier dazu, sich gegenseitig abzuschlachten. Kein Illuminat sorgt dafür, dass Menschen verhungern. Es sind keine Freimaurer die Schlachthäuser betreiben und die Meere leer fischen. Es braucht keinen Satanisten dazu sich in Hightech-Laboren besonders effiziente Massenvernichtungswaffen auszudenken. Nein, dass schaffen wir Menschen alles von ganz alleine – und sogar ziemlich locker.

Der Kreis hat sich geschlossen. Die Menschheit ist einfach nur bescheuert selbstzerstörerisch und so unglaublich selbstgefällig, dass die Tatsache allein, dass sie immer noch existiert schon dafür spricht, dass es einen Gott, eine intelligentere Organisation geben muss.
Und doch, man ist nicht getrennt von ihr. Man ist Teil dieser Menschheit, so ungern man es auch zugeben muss. Also hat man immerhin doch eine Möglichkeit das Ganze zu beeinflussen, denn wenn man nicht getrennt ist dann kann man auch das Kollektiv beeinflussen. Und so ergibt ein alter Spruch, entkleidet jeglichen fundamentalreligiösen Tands, auch wieder Sinn: Liebe Gott den Herrn und deinen Nächsten wie dich selbst. Eigentlich wäre es ja ganz einfach. nach oben


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Der Konvent von Wilhelmsbad


1.) Welchen Einfluss hatten die Illuminaten (Knigge und Dittfurth) auf die Versammlung?
2.) Worum ging es dort überhaupt?
3.) Ergebnisse
4.) Was war mit Bode?
Auf die Hoffnungen welche sich die Illuminaten gemacht haben, bin ich ja bereits eingegangen. Tatsächlich konnten sie Wilhelmsbad kaum etwas ausrichten, geschweige denn die Entwicklung der Freimaurerei in eine neue Richtung lotsen. Knigge äussert sich in seinen Briefen an die bayrischen Illuminaten ziemlich erbost darüber. Fakt ist auf jeden Fall der Einfluss des Herzogs von Braunschweig als Anführer der Strikten Observanz war schlicht zu gross, als dass die beiden deutschsprachigen Illuminaten etwas ausrichten hätten können. Der Herzog hatte sich bereits von den Lyoner Mystikern um Willermoz überzeugen lassen. Entsprechend gross war Willermoz Einfluss auf den Konvent, er legte denn auch fest, wer an den Sitzungen teilnehmen durfte und wie die Stimmverhältnisse und -Rechte auszusehen hatten.
Trotz ihrer Zusammenarbeit konnten sich der Herzog und Willermoz nämlich nicht sicher sein, dass ihr Plan (von der Strikten Observanz zum System der Wohltätigen Ritter der heiligen Stadt) auch wirklich funktionieren würde. Deshalb versuchten sie, soweit es ging, die Geschehnisse auch mit allerlei Kniffen und Tricks zu kontrollieren. Die Illuminaten waren dabei ihr kleinstes Problem, da gab es weit schwierigere.

Die Frage mit der sich der Konvent am meisten beschäftigte (von der vierten bis zur fünfzehnten Sitzung ging es um nichts anderes) hiess: "Was sind wir, und seit wann sind wir?" Also die Frage der templerischen Abstammung, ob es sie überhaupt gab und ob man die Legende beibehalten oder komplett abschaffen solle.

In Wilhelmsbad waren Vertreter aller Ansichten mit von der Partie, es gab sogar von den "materialistischen" Templer-Brüdern immer noch den irrwitzigen Plan, eine eigene Armee aufzustellen und die Türken von Lampedusa und Limosa zu vertreiben, sowie eine Templerprovinz in Australien zu errichten. Die Anhänger der hermetischen Maurerei waren andererseits immer noch felsenfest davon überzeugt, dass die Nachfahren der Templer immer noch im Untergrund existierten und sich von einer Abkehr der Templergeschichte in der Freimaurerei vielleicht beleidigt zeigen würden. (Exponenten: Die Philaleten mit Chefdebien, Rosenkreuzer mit Kolowrath, die Templer Lothringens mit Beyerlé). Auch Karl von Hessen wollte eine andere Richtung (Haugwitz-System) einschlagen als die Lyoner Mystiker, unterlag aber damit.

--> Bode war eindeutig für die Abschaffung und hielt während des Konvents lange Reden um seiner These vom jesuitischen Ursprung der Freimaurerei Ausdruck zu verleihen. Er war sogar davon überzeugt, dass die oft erwähnten unbekannten Obereren diverser Systeme nichts anderes als Jesuiten seien, welche die Freimaurerei unterwandern und beherrschen wollen. Mit dieser Ansicht stand er nicht allein, sie genoss auch später wachsende Beliebtheit bei den protestantischen Freimaurern. Umgekehrt waren katholische Freimaurer äusserst misstrauisch, wenn es um reine Vernunft und Philosophie ging.

(Kurz-)Fazit: Die ganzen historischen Forschungen der Strikten Observanz hatte in all den Jahren keinerlei Hinweis für die Richtigkeit der Legende um die templerische Abstammung der FM finden können. So blieb dem Konvent schliesslich nichts anderes übrig, als die Strikte Observanz zu Grabe zu tragen und nach einem neuen System und einer neuen Ausrichtung zu suchen. Da aber immer noch zahlreiche Brüder nicht von den Templern lassen wollten, versuchten FvB und Willermorz diese in die Lyoner Reform einzubauen.

--> Einfluss der Illuminaten während des Konvents: Dittfurths Aufgabe bestand darin, die Pläne der Lyoner Mystiker zu durchkreuzen und sie mit unbequemen Fragen in die Defensive zu drängen. Dieser Aufgabe kam er dann auch mit absolut kontraproduktiver Inbrunst nach, welche die religiösen Gefühle aller Anwesenden verletzte und letztlich der Sache der Illuminaten schadete. So bestritt er das Recht des Herzoges auf die Entscheidungen des Konvents Einfluss zu nehmen und besass "...die Kühnheit, in einer Versammlung von Christen auf skandalöse Weise alle Religionen auf Bausch und Bogen anzugreifen, auf gemeine Art alles Religiöse lächerlich zu machen, Rang und Vorrechte der Fürsten anzuzweifeln und herabzusetzen und schliesslich auf dem Boden dieser Prinzipien, die alle wahren menschlichen Bindungen zerstören mussten, die Begründung einer neuen Freimaurerei vorzuschlagen. Die einzige Grundlage dieser Freimaurerei sollte die neue Philosophie des Jahrhunderts sein (Réponse aux Assertions)"

Dittfurths letzter Versuch bestand im Vorschlag eine lockere Föderation der FM zu gründen, wo es jeder Loge erlaubt wäre bei jedem System die ihr genehmen Anleihen zu nehmen, seine Eingabe wurde ohne Debatte abgelehnt. Freiherr von Knigge behauptete zwar, dass Dittfurths Vorgehen einigen Brüdern die Augen geöffnet habe. Aber es ist mittlerweile erwiesen, dass sich kein Delegierter während des Konvents zur Illuminaten-Ideologie bekehren liess. Tatsächlich war der Illuminaten-Vertreter von seinen Niederlagen schwer getroffen und hatte Wilmelmsbad noch vor Ende des Konvents verlassen (manche Quellen meinen er sei verjagt worden). Fatalerweise hatte er durch sein aggressives Vorgehen die Aufmerksamkeit der anderen FM-Systeme auf die Illuminaten gelenkt, welche nun einen denkbar schlechten Ruf genossen. Bis zum gerichtlichen Vorgehen der Bayrischen Regierung war es dann nur noch ein kleiner Schritt.


Wilhelmsbad II
Anlässlich des Konventes von Wilhelmsbad 1782, wo Mit der Strikten Oberservanz auch die templerische Freimaurerei zu Grabe getragen werden musste, erhofften sich Dittfurth und Knigge (der nur als Beobachter beim Konvent dabei war) massgeblichen Einfluss auf die kontinentale Freimaurerei nehmen zu können. Tatsächlich hatten sie sich allerdings völlig überschätzt, bzw. ihre grössten Gegner nicht erkannt. Es war dies das System nach Pasqualy der "Wohltätigen Ritter der Heiligen Stadt" aus Lyon mit Jean-Baptiste Willermoz als bekanntestem Vertreter. Der Gastgeber des Konvents, Herzog Ferdinand von Braunschweig, war bereits als Magnus Superior Ordinis Mitglied der Wohltätigen Ritter und daran interessiert dem System zum Durchbruch zu verhelfen. Prinz Karl v. Hessen Kassel favorisierte das System von Haugwitz, hatte jedoch keinerlei Aussicht auf Erfolg.

Dittfurths Störmanöver waren wenig erfolgreich, sogar ausgesprochen kontraproduktiv. Als der Konvent seine Anträge nicht einmal behandelte, hielt er eine flammende Rede, in der er jegliche freimaurerische Grundlagenforschung verwarf und der Freimaurerei auch jeglichen mystisch definierten Zweck absprechen wollte. Er bestritt des Recht von Herzog Ferdinand auf die Entscheidungen des Konvents Einfluss zu nehmen. "...er besass die Kühnheit, in einer Versammlung von Christen auf skandalöse Weise alle Religionen auf Bausch und Bogen anzugreifen, auf gemeine Art alles religiöse lächerlich zu machen, Rang und Vorrechte der Fürsten auf die Ebene aller anderen Stände der bürgerlichen Gesellschaft herabzusetzen und schliesslich auf dem Boden dieser Prinzipien, die alle wahren menschlichen Bindungen zerstören mussten, die Bergündung einer neuen Freimaurerei vorzuschlagen".

Dieser Auftritt kam einem Skandal gleich, verletzte die religiösen Gefühle der meisten Anwesenden und zog unliebsame Aufmerksamkeit auf die Bayrischen Illuminaten. Knigge behauptete zwar in seiner Denkschrift von 1788, dass Dittfurths Vorgehen zahlreichen Brüdern die Augen geöffnet hatte und viele zu den Illuminaten übergetreten sein, doch ist erwiesen, dass kein Delegierter des Konvents einen solchen Schritt unternahm. Falls dennoch Brüder anschliessend bei den Illuminaten um Aufnahme gebeten haben sollten, dann waren es mit Sicherheit keine bekannten und einflussreichen Freimaurer. Fatalerweise hatte Dittfurth die Aufmerksamkeit aller Deputierten nun auch die Illuminaten gelenkt. Durch sein Vorgehen, den Lehren und Neigungen welche er den Illuminaten zugeschrieben hatte, erschienen diese nun als hassenswert. Es gelang ihnen in der Folge nicht nennenswerten Einfluss auf die deutsche Freimaurerei zu nehmen. Als die rationalistische Strömung - übrigens nur teilweise- schliesslich den "Sieg" errang und die Hochgrade abschaffte, erwies sich das eklektische System, das Ausdruck dieser Bewegung war, als politisch konservativ und neutral im Hinblick auf die Religion. Es gelang ihm aber, alle Brüder um sich zu sammeln, die die Bayrischen Illuminaten hatten rekrutieren wollen.

Anlässlich von Wilhelmsbad entstand der Mythos der antimonarchistischen, antireligiösen Bestrebungen und der Gefährlichkeit der Illuminaten. Daraus erklärt sich auch das spätere Verbot in Bayern. nach oben



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Neo-Templer-Orden und ihre angeblichen Wurzeln


Es gibt eine ganze Menge an neuzeichtlichen Orden und Gruppierung welche sich auf die Templer berufen und jeweils beinah lückenlose "Beweise" anbringen, die ihre Verwantschaft zum mittelalterlichen Ritterbund belegen sollen. Wie so oft ist auch hier kaum etwas so, wie es scheint oder verkauft wird...

"...Also auf dieser Seite kann man nachvollziehen wie "alt" die da tatsächlich sind. 1995 haben sie sich in Salzburg getroffen und quasi neu konstitutioniert. http://www.osmth.org/restructure.htm

Im übrigen gab es seit dem 17Jh. eine Fülle von Orden, Logen und Gruppierungen die sich alle irgendwie auf die Templer berufen haben. Von den Ritter der Heiligen Stadt, über die Anhänger Saint-Martins bis zur Strikten Oberservanz und Konsorten.

Dieser neu-alte Templer-Trupp (OSMTH Ordo Supremus Militaris Templi Hierosolymitani) beruft sich ja auf seinen Gründer Fabré-Palaprat. Und wie so oft, auch hier mal wieder derselbe phantstisch-illusionäre Quatsch. Die eigentlichen Begründer waren drei Freimaurer, der Arzt Ledru, der Notar de Courchamp und ein gewisser Saintot. Ihre Statuten und Rituale waren von anderen Orden abgeschrieben, ihre angeblichen Templerdokumente waren ziemlich plumpe Fälschungen von Ledru.
Am 4. November 1804 versammelten sich dann acht (!) Genossen und hielten im kleinen Kreis ihren "Generalkonvent" ab, im Rahmen dessen wurde der Priesterseminarist und Hühneraugenarzt Fabré-Palaprat dann zum "Grossmeister" gewählt. Während dieser Versammlung, wurden auch gleich noch die Posten des Generalstatthalters für Europa und Amerika verteilt.

In vollem Elan gaben sie sich eine bunte Templer-Historie, höchst ausgefeilte Riten und Theorien und entsprechend wohlklingende (verstorbene) Mitglieder. Richtig speziell war eigentlich nur dass in der dritten Klasse des Ordens auch Frauen aufgenommen wurden, die dann "Chevalierès Professes" hiessen. Während die Protokolle der Strikten Obervanz noch ganz nüchtern gewesen waren und auch die echten Adligen damit kein Problem hatten, bastelten sich die durchweg bürgerlichen Neo-Templer einen ziemlich kindischen Ego-Stil zurecht. Der Grossmeister war nun mit "Eure Erhabenste Hohheit, Hochedler und Mächtiger Fürst, Durchlauchtigster Herr, Heiliger Vater und Pontifex, Heiligster edler Fürst" anzureden. Was die karnevaleske Kostümierung und Symbolik anbelangt, spare ich mir nun mal die Ausführungen.

Dennoch war den Neo-Templern ein gewisser Erfolg beschieden, natürlich schmeichelte es den Mitgliedern, nun plötzlich als Ritter und Durchlaucht angesprochen zu werden, denn irgendein Titel erhielt jedes Mitglied. Der Despotismus von Fabré-Palaprats sorgt bald für Konflikte, und es kam zu einem Hin und her wo Fabré immer mal wieder seinen baldigen Rücktritt verkündete. Als im Februar 1813 schliesslich ein neuer Grossmeister gewählt wurde, weigerte sich Fabré dies anzuerkennen und veranstaltete im März dann seinen eigenen Konvent, dessen Beschlüsse wurden allerdings vom Rest der Mitglieder mit Missachtung bestraft.

Die Spaltung des Ordens führte dann zu einem possierlichen gegenseitigem Exkommunizieren mit allerlei Bannflüchen. 1827 schliesslich, nachdem sich zahlreiche Mitglieder entnervt abgewandt hatten, wurde das Schisma beendet und Fabré wieder zum Grossmeister aller Ritter des Neuen Templerodens (Orden vom Orient) ernannt. Spannend wurde es dann wieder mit der Einführung der "Johanitischen Lehre" durch Fabré, diese sorgte aber auch wieder für Zoff welcher 1836/37 erneut eskalierte. 1836 erschien das Buch "Seltsame Geschichte vom Rücktritt eines Grosskanzlers des Templerordens" von Louis-Theodore Juge welches ein äusserst ungünstiges Bild auf Fabré und den Orden warf. Fabré starb am 18. Februar 1838, die Spuren des Neuen Templerordens beginnen sich zu verlieren, 1863 wird er endtgültig für tot erklärt. Selbstverständlich war der französische König nicht sein grösster Unterstützer wie der OSMTH behauptet.

Anyway. Das worauf sie sich berufen ist, wie meistens, höchst fragwürdig. Immerhin scheinen die neuzeitlichen Templer ihre Zeit und ihr Geld darauf zu verwenden, etwas menschenfreundliches anzustellen, also lassen wir ihnen ihre netten Kostüme und hochtrabenden Titel. Mit den alten Templern haben sie allerdings gar nichts gemein, ausser dem Namen. " nach oben








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