Eines wunderschönen Augustmorgens wurde ich von den Rufen meiner Mutter geweckt. "Juni! Steh endlich auf. Es ist schon mitten am Tag!" Noch immer müde bemühte ich mich nach oben und setzte mich aufrecht in meinem Bett hin. "Ich hätte nicht mehr so lange mit Jana feiern sollen", dachte ich und schaute auf die Uhr, die bereits nach zwölf Uhr anzeigte. Langsam ging ich herüber ins Bad, um kurz darauf zu meiner Mum nach unten in die Küche zu gehen.
"Da bist du ja endlich! Deck den Tisch, es gibt Mittagessen. Frühstück, für dich." Seufzend kramte ich einen Stapel Teller aus dem Schrank. "Warum dürfen 16-Jährige eigentlich noch nicht zaubern?", sagte ich, mehr zu mir selbst. "Damit sie lernen, auch ohne Zauberstab durchzukommen. Punkt. Und jetzt beeil dich...", erwiderte meine Mum, ungefragt. "Jaah", sagte ich.
"Darf ich heute schon zu Jana?", fragte ich nach dem Mittagessen. "Wir-" "Du warst doch gestern schon so lange bei ihr! Ihr klebt wirklich wie die Kletten aneinander", meckerte sie los. "Naa, Mum!", unterbrach ich sie. "Jana und ich haben geplant, dass ich für den Rest der Sommerferien zu ihr ziehe und wir zusammen in der Winkelgasse einkaufen gehen und-" "Jaja, schon gut", meinte sie entnervt. "Pack deine Sachen und verschwinde!"
Sofort kramte ich meinen Koffer wieder hervor und mit einem Blick auf den Kalender sah ich, das ich noch eine Woche mit ihr hatte. Eine tolle Woche, wo meine Ferien bishher nur gelangweilt dahin gestrichen waren.
Es dauerte nicht lange und ich hatte wieder alles wichtige zusammen gepackt. Schwerfällig schleppte ich meinen Koffer nach unten zurück in die Küche. "So Mum!" sagte ich und sie fiel mir um den Hals. "Wenn ich noch was vergessen hab..." sagte ich, doch weiter kam ich nicht, da meine Mum den Satz für mich beendete: "...dann schick ich es dir per Eule nach!"
Mum verwandelte meinen Koffer auf die Größe einer Handtasche und kramte Flohpulver aus dem Schrank. Ich trat zum Kamin, warf etwas von dem Pulver in die Flammen und rief "Herberton Road 7". Wenige Sekunden später krachte ich mit der Nase voran in Janas Wohnzimmer auf den Teppich.
"Oh, Juni!", rief Jana, die auf dem Sessel saß. "Da bin ich! Sie hat's erlaubt", grinste ich breit. "Super!", erwiderte Jana, bevor sie durch das halbe Haus brüllte: "Muuuum, Juni wohnt die nächste Woche hier!!" Ein undeutliches "Ja ja" war die Antwort.
Noch nicht so wirklich etwas anzufangen, sahen wir uns einen kurzen Moment nur blöd an. "Willst du nicht erst einmal deinen Koffer nach oben bringen?" fragte Jana und schritt mir vornan aus dem Raum, dann eine knarrende Treppe hoch in ein in ein orange gehaltenes Zimmer. Dieses war zwar ziemlich klein, wirkte dennoch aber ziemlich gemütlich.
"Aaaah, endlich weg von zuhause", sagte ich glücklich und ließ mich auf Janas Bett fallen. Ein Quieken scheuchte mich wieder hoch. "Du blöde Kuh hast dich auf Manolo gesetzt!", rief Jana, jedoch grinsend. "Sorry, Katze", sagte ich entschuldigend zu Manolo, "aber weißt du, ich hab dich halt nicht von der Bettdecke unterscheiden können." Anschließend setzte ich die Katze mit dem orangenen Fell auf den Boden und mich wieder auf das Bett. "Dieses Jahr kauf ich mir auch ein Tier", meinte ich zu Jana. "Vielleicht kann ich das Vieh trimmen, dass es Mrs. Lennon beißt..." Mrs. Lennon, die Lehrerin für Verwandlung, konnte mich nicht leiden und ich sie nicht.
"Willst du etwa, dass das arme Tier die Seuche bekommt?", meinte Jana grinsend und beugte sich aus dem Fenster, an dem zuvor ein kleiner Stein geklappert hatte. Manolo schlängelte sich erst um ihre Beine, um dann auf den Fenstersims zu springen. "He Lucius! Was machst du hier? Ich dachte du gehst im Sommer nicht nach draußen!", scherzte Jana und somit musste ich auch mal ans Fenster kucken.
Dort stand Lucius Malfoy, ein Junge, der wie ich in Slytherin war. "Hallo!", sagte ich und grinste. "Hast du keine Angst, dass du zu Staub zerfällst?", nahm ich Janas Scherz auf. "Halt den Mund", sagte Lucius einigermaßen beleidigt. "Eigentlich wollte ich euch ja fragen, ob ihr Zeit habt-" "Klar haben wir!", rief Jana, zog mich am Arm die Treppe aus dem Zimmer und Sekunden später standen wir draußen auf der Straße bei Lucius.
"Hallo! Lang nicht gesehen." grüßte ich ihn, doch er lächelte nur abwertend. "Wir haben uns heute früh das letzte Mal gesehen!" "Tja, und was jetzt?", drängte Jana und ich zuckte nur mit den Achseln. "Weiß nicht, vielleicht sind ja noch ein paar andere da?", schlug ich vor und fügte an Lucius gewandt noch hinzu: "Ist Bella heut auch mal wieder zu Hause? Sie war doch lange mit ihrer Cousine Narzissa verreist, oder war es ihre Schwester? Hat mich nie so wirklich interessiert."
"Narzissa ist ihre Schwester und ja, sie waren verreist, aber sie sind schon seit ein paar Tagen zurück, ich habe mich schon gestern mit Nar-..." Lucius verstummte plötzlich und fand seine Schuhe auf einmal anscheinend wahnsinnig interessant. "Aha!", sagte ich triumphierend. "Gibt es da Dinge, von denen wir nichts wissen?" "Ach Juni, wir wissen doch schon lange, dass Klein Lucius für Narzissa Black schwärmt", grinste Jana gemein. "Stimmt, jetzt wo du es sagst...", meinte ich und boxte Lucius gegen die Schulter.
"Dann gibt es doch nichts Besseres, als sie jetzt zu besuchen!", fuhr ich grinsend fort und schritt schon einmal voran. "He, Juni! Warte auf uns!" rief Jana mir hinterher.
Somit wanderten wir auf die Straße und dann einen kleinen Waldpfad entlang, der uns direkt zu Bellas Haus führte. Das letzte Stückchen trennte ich mich abermals von den anderen beiden und rannte schon einmal zum Tor, wo ich die Klingel betätigte. Wie von Geisterhand öffnete sich das große schwere Tor und gab mir somit den Weg frei zur Auffahrt. Bella wohnte in einem großen, alten Landhaus, das düster und erschreckend wirkte. "Passt wahrlich gut zu einer Familie schwarzer Magier!", dachte ich, als ich die lange Auffahrt hinauf ging.
"Bellatrix! Narzissa!", begrüßte ich die beiden, als sie aus dem Haus kamen. Narzissa errötete, als sie Lucius sah, und ich lächelte sie wissend an. Sie warf mir einen bösen Blick zu und verschwand wieder im Haus. Lucius folgte ihr.
"Die benehmen sich wie die kleinen Kinder", sagte Jana. "Jep", bestätigte ich. "Muhar, Jana, wo wir grad beim Thema sind.. wirst du ihn dir dieses Jahr schnappen?" "Ich denk schon", grinste Jana. "Wen denn?", wollte Bella wissen. "Großes Riesengeheimnis", sagte ich, "wird nicht verraten." "Und du beschwerst dich über Kleinkinderverhalten", spottete Bella. Ich lächelte sie überheblich an, damit sie nicht weiterfragte, und wir gingen ebenfalls ins Haus. Die Wahrheit war, dass Bella Jana sofort umbringen würde, wenn sie wüsste, wer der "Glückliche" war.
"Er ist der bestaussehenste Schüler der gesamten Schule!", schwärmte Jana los und Bella sah mich fragend an. "Na denn kann es ja nicht der sein den ich denke!", höhnte Bella und ich fing an zu grinsen. "Wenn die wüsste!", dachte ich. Doch ehe noch irgendwer etwas sagten konnte, meinte Lucius: "Und was wollen wir jetzt machen? Jetzt stehen wir hier blöd herum!" "Wir können ja noch deinen Kumpel Snapi dazu holen!" Doch Lucius sah mich nur an und meinte: "Der will doch sicherlich wieder lernen."
"Außerdem, was würde es für einen Unterschied machen? Dann würden wir uns zu sechst langweiligen anstatt nur zu fünft.", sagte Bella. "Aber wenn wir noch jemanden dazuholen, können wir Quidditch spielen", schlug Jana vor. "Och nööö", sagte ich. Ich hasste Quidditch. Doch Jana hatte sich schon Bellas Eule aus dem Käfig geholt und einen Zettel an Severus geschrieben. "Und beeil dich", schärfte sie der Eule ein. Wenige Minuten später machte es "Plopp" und Severus trat aus dem Kamin. "Womit hast du ihm gedroht?", fragte Narzissa verblüfft. Jana grinste. "Postgeheimnis!"
"Da bin ich!" meinte Severus mehr gelangweilt und sah in unsere "kleine" Runde. "Und? Was soll ich jetzt hier? Ihr habt gesagt, wir wollen diesen Potter fertig machen und nun hängen wir hier bei Bella rum. Ich hätte zuhause bleiben sollen und lernen, es ist nur noch eine Woche bis zum Schulanfang!", motzte Severus und wir tauschten untereinander genervte Blicke aus, die er auch mitbekam. "So Sevi!", raunte Bella. "Zum Lernen haben wir ab nächste Woche noch genug Zeit! Jetzt ist Spaß haben angesagt!", lachte sie, doch mich überkam ein mulmiges Gefühl, einer fehlte in unserer Runde noch immer... und das war kein geringerer als Lord Voldemort persönlich. "Wollen wir Voldy nicht auch noch dazu holen?", nahm Jana mir die Worte aus dem Mund. "Ja, sonst schmollt er wieder!", lachte Bella und man konnte deutlich erkennen, wie ihre Wangen rosig wurden.
Hilfe, dachte ich, haben die zuviel Liebestrank geschluckt? Doch ich hielt den Mund.
Wenig später standen wir zu 7. im Garten hinter dem Haus. Quidditch! Grimmig starrte ich meinen Besen an, als ob er etwas dafür könnte. Voldy - ja, okay, eigentlich hieß er ja Tom, aber sei's drum -, Bella und Narzissa waren Jäger, Severus Hüter, Lucius Sucher und Jana und ich Treiber. Der Vorteil bei dieser Art Quidditch war, dass es keine gegnerische Mannschaft gab, jedoch... Besen fliegen war schlimm genug. Ich schlug einen Klatscher in Richtung Severus, weil er gerade in meinem Blickfeld war, und er fiel doch tatsächlich vom Besen. Zum Glück war er nicht sehr hoch geflogen, sodass er sich nicht ernsthaft verletzte. Als er wieder in der Luft war, klaute er mir meinen Schläger und jagte einen Klatscher auf mich. Grinsend wich ich aus, bevor ich den zweiten Klatscher, diesmal von Jana, in die Magengegend bekam.
Als ich sie schmerzerfüllt ansah, lachte sie nur und drehte sich von mir weg um zu rufen: "Eh Voldy, du bist doch kein Sucher! Nimm Lucius nicht immer den Schnatz weg, auch wenn wir ganz genau wissen, das er einer der miserabelsten Sucher ist!" Denn dieser hielt den kleinen Schnatz hinter seinem Rücken versteckt, wobei Lucius auf der ganz anderen Seite des Spiellfeldes, nach dem kleinen Ball suchte.
Voldemort blickte sie finster an. "Ich will nicht das ihr mich so nennt! Das klingt so abwertend. Ich will Lord Voldemort genannt werden." "Was willst du denn auf dein 'Wisch das weg No.3'?", lachte ich und erst jetzt setze er wieder ein Grinsen auf. Wir waren schon ein durchgeknallter Haufen.
Als Jana und ich spät am Abend wieder zuhause - in meinem Fall in Janas Zuhause - ankamen, waren wir todmüde und fielen in unsere Betten.
Am nächsten Tag wurde ich von Manolo geweckt, die auf meiner Bettdecke herumkrabbelte. "Scher dich da runter", murmelte ich und schubste sie auf den Boden. Toll, jetzt war ich wach und konnte nicht mehr einschlafen, dabei war es erst 10 Uhr. Blödes Katzenvieh. Vielleicht sollte ich mir das mit dem Haustierkauf noch mal überlegen.
Leise stand ich auf und ging rüber ins Bad, wobei Jana allerdings doch wach wurde. "Guten Morgen!", begrüßte sie mich noch halbwegs verschlafen. "Morgen", gähnte ich. Wenig später frühstückten wir und berieten die Pläne für den heutigen Tag. "Lass uns doch mit der ganzen Clique in die Winkelgasse gehen", sagte Jana. "Wie jetzt, alle? Lucius, Bella, Narzissa, Severus, Voldy, du und ich?" Ich lachte. "Das geht nicht gut!" "Soll es ja auch gar nicht", entgegnete Jana grinsend. "Ein bisschen Chaos muss sein..." "Hmmm", erwiderte ich, langsam auch mit einem Grinsen auf dem Gesicht. "Ja... Muharhar, das wird lustig!"
Somit schickten wir ein paar Eulen los und wenig später gingen wir rüber zum Anwesen der Malfoys, das gleich um die Ecke war, um Lucius abzuholen.
Als wir das Haus betraten, wurden wir von einer schönen Hexe mittleren Alters ausgiebig gemustert (vor allem ich, da sie Jana anscheinend schon kannte). "Ihr seid Freunde von Lucius aus Hogwarts, nicht wahr?", fragte sie interessiert und blickte mich noch immer an. "Hach!", machte sie und sah nun leicht verträumt aus, "Wie schnell mein kleines Bärchen doch erwachsen wird!", und wir mussten ein Lachen unterdrücken. "Mum!" sagte Lucius verlegen, als er grade die Treppe von oben herunter kam. "Nicht vor meinen Freunden! Ich kann mich denn ja gar nicht mehr an Hogwarts blicken lassen."
Jetzt lachten wir ungehalten und Lucius' Mutter sah leicht verwirrt drein. Lucius rauschte an uns vorbei nach draußen. Wir sagten seiner Mutter Tschüß und folgten ihm.
"Wir haben uns gedacht, dass wir alle zusammen zur Winkelgasse gehen, mein kleines Bärchen", sagte ich zu Lucius. Er sah aus, als ob er mir gleich einen Fluch auf den Hals hetzen wollte, und in diesem Moment war ich froh, dass wir in den Ferien nicht zaubern durften. "Ja Bärchen", fuhr Jana fort, "und deswegen gehen wir jetzt zu Bella und Narzissa", sie betonte das letzte Wort eigenartig, "und treffen uns da mit dem Rest." "Hört endlich auf!", fauchte Lucius. "Ich kann auch nichts dafür, wie meine Mutter mich nennt!" "Wir auch nicht, Bärchen", sagte ich. "Ein Wort davon zu den anderen und ihr seid tot!", zischte Lucius. "Das macht auch nicht besser, dass sie es dann wissen", grinste Jana und höhnte weiter: "Hach du armes Bärchen! He Juni... Findest du nich auch, dass er eine gewisse Ähnlichkeit mit Winnie Puh hat?" "Nun hört endlich auf!" Lucius zückte schon seinen Zauberstab. "Bärchen!", lachte ich "Wir wissen genauso gut wie du, dass du ihn nicht benutzen darfst, das wäre dann schon dein zweiter Ferienzauber... ich kann mich noch ganz genau an den anderen letztes Jahr erinnern, wo du diesen Muggel erschreckt hast..." Wütend stopfte Lucius seinen Zauberstab zurück in die Tasche. "Ob Narzissa ihn auch Bärchen nennt?", flüsterte Jana mir ins Ohr, und ich flüsterte zurück: "Bestimmt... Wahrscheinlich ist sie ein Traum von Schwiegertochter für Lucius' Mutter." Jana kicherte. "Was redet ihr da?", fragte Lucius argwöhnisch. "Ach, du willst es gar nicht wissen, Bärchen", sagte ich. "Kommt jetzt, sonst wird das heute nichts mehr mit Winkelgasse!" Und wir gingen wie gestern zu Bellas Haus.
Als wir ankamen, saßen Bella und Narzissa schon auf der Treppe und warteten auf uns. "Da sind wir!" rief ich ihnen schon von weitem entgegen "Und das Bärchen haben wir auch mitgebracht!" Jana neben mir lachte laut und Bella verzog fragend das Gesicht. "Sind die andern noch nicht da?!", versuchte Lucius das Thema zu wechseln. "Nee, du kennst doch Severus, kann sich wahrscheinlich mal wieder nicht von seinen Büchern losreißen und Voldy" (ja, ja... so nennen ihn alle immer hinter seinem Rücken) "will wahrscheinlich wieder das wir ihn abholen, anstatt selbst zu erscheinen.", meinte Bella und verzog genervt das Gesicht.
"Klar, wir kreuzen zu sechst in seinem blöden Waisenhaus auf. Allerdings liegt es eh in London, also sei's drum", sagte ich. "Und jetzt... Ah, hallo!" Severus trat aus dem Kamin. "Mit sieben Leuten in die Winkelgasse, so eine blöde Idee", murrte er. "Wir werden bestimmt getrennt." "Na und?" Ich zuckte mit den Schultern. "Dann kommst du bei mir und Jana mit und Voldy geht mit Bella, und Narzissa lassen wir mit dem Bärchen allein." "Jetzt reicht es!", sagte Lucius wütend, zog seinen Zauberstab und rief: "Levicorpus!" Ich flog kopfüber in die Luft und war froh, dass ich eine Hose anhatte und keinen Rock, sodass nichts verrutschen konnte. Die anderen lachten, Lucius rief: "Liberacorpus!" und ich krachte unsanft mit dem Kopf voran auf den Boden. Lucius richtete seinen Zauberstab auf mich und fragte drohend: "Noch irgendetwas?" "Nein", sagte ich und untersuchte meinen schmerzenden Arm.
"Och Bärchen, musste das sein?", lachte Jana und nun richtete er den Zauberstab auf sie. "Lucius!" rief Narzissa und er zuckte kaum merklich zusammen. "Du kannst froh sein, wenn du keine Eule bekommst. Immerhin sind wir in einen Zaubererhaus und da kann es vorkommen, dass das Ministerium keine schickt, da sie nur die Zauberei orten können, aber nicht von wem sie war." "Achso?", hörte ich Lucius überlegen. "Dann könnte ich ja gleich...", erhob er erneut den Zauberstab auf mich. "Jetzt ist aber genug!", stellte sich Narzissa die Arme verschränkt vor ihm und blickte ihn böse an. "Was würdest du sagen, wenn ich dich auch Bärchen nenne?!", hörte ich sie leise flüstern. Ich lachte laut, sodass ich die Antwort nicht verstand. "Können wir jetzt endlich gehen?", fragte Severus genervt, und somit gingen wir zum Kamin, um wenig später im Tropfenden Kessel aufzutauchen. "Geht ihr schon mal vor, ich hol Voldy ab", sagte Bella.
Wir gingen in den Hinterhof und ich tippte die Backsteine in der Mauer an. Sekunden später erstreckte sich vor uns die Winkelgasse. "Das ist fast wie nach Hause kommen", grinste Jana und steuerte auf einen Laden für Zauberscherze zu. Severus und ich folgten ihr, während Narzissa und Lucius sich in die andere Richtung absetzten.
Der Laden wirkte von innen noch größer als von außen. Hier gab es allen möglichen Krempel, von unechter Kotze bis hin zu unechten Hundehäufchen und natürlich durfte man die große Anzahl von Feuerwerk auch nicht vergessen. Severus wartete gelangweilt an der Tür, als wir uns umsahen. "He Juni! Sieh dir das an!", hörte ich Jana rufen und eilte sogleich zu ihr herüber. "Das sind Kanonenböller!", sagte sie mit großen Augen. "Die knallen so laut, da musst du dir die Ohren zu halten, wenn die neben dir losgehen! Ich glaub, ich kauf mir gleich ne Schachtel!" Ich stimmte ihr nur nickend zu, als ich von hinter mir eine bekannte Stimme hörte. "Na wenn das nicht Schniefelus ist!", hörte ich James Potters Stimme und Jana drehte sich ruckartig um, denn mir war klar, wo James war, war auch sein bester Freund nicht weit.
"Na wenn das nicht Potter ist!", stellte ich seinen Satz um und schaute ihn wütend an. "Und Lee ist auch hier...", fuhr Potter hämisch grinsend fort. "Tja, Potti, nur schade, dass du hier niemandem einen Fluch auf den Hals hetzen kannst, wo die halbe Zaubererwelt zukuckt!", erwiderte ich ruhig und überlegen. Potter schien einen Moment nachzudenken und antwortete dann: "Das weiß ich selber! Aber in Hogwarts seid ihr dran..." Er drehte sich um, rief "Sirius!" und wollte anscheinend den Laden verlassen, doch er hatte nicht mit mir gerettet. Mit wenigen Schritten war ich bei ihm und gab ihm eine schallende Ohrfeige.
"Du!", hörte ich James fluchen. "James!", ertönte Sirius' Stimme, der plötzlich hinter mir auftauchte. Erschrocken fuhr ich herum, doch Sirius trat nur an mir vorbei an Potters Seite. "Du weißt wie gerne ich das Pack fertig machen würde!", hörte ich ihn sagen, "Aber an Hogwarts haben wir noch genug Zeit dafür!" "Das werden wir ja sehen, wer wen fertig macht!", lachte ich und erntete dafür scharfe Blicke vom Kassierer. "Wenn ihr streiten wollt, dann verlasst bitte meinen Laden!", fluchte dieser laut. "Das ist alles eure Schuld!", höhnte ich laut in Potters Richtung. "Warum unsere?", antwortete er im gleichen Ton zurück. "Ihr hättet euch halt nicht einmischen brauchen!"
"Wenn jemand deine Freunde beleidigt, schaust du natürlich auch nur tatenlos zu!", sagte ich. "Jana, Severus... Der ist es nicht wert, dass wir uns im selben Raum aufhalten wie er." Und stolz marschierte ich an dem blöd kuckenden Potter vorbei aus dem Laden, gefolgt von Severus und Jana, die noch schnell ihre Kanonenböller bezahlt hatte. "Als ob ich mich nicht selbst verteidigen könnte!", zischte Severus. "Ja klar, das haben wir letztes Jahr gemerkt!", fauchte ich. "Weißt du noch, als wir unsere Prüfungen-" "Erwähne diesen Tag nie wieder!", unterbrach mich Severus. Ich seufzte. "Ich wollte dir nur helfen." "Seid ihr bald fertig?", fragte Jana ungeduldig. "Vergesst Potter und lasst uns einen anderen Laden suchen!" Dann senkte sie ihre Stimme und flüsterte mir zu: "Danke, dass du Sirius nicht fertig gemacht hast." "Keine Ursache", antwortete ich.
"Lass uns in den Laden!", schlug Serverus vor, als wir an Flourish & Blotts vorbei kamen. Genervt verzog ich das Gesicht. "Wir kennen dich! Wenn wir da jetzt schon reingehen, verbringen wir den Rest des Tages dort drin! Da gehen wir auf den Rückweg rein." Und ich packte ihn am Arm, um ihn weiter zu ziehen. "Wolltest du dir nicht ein Haustier kaufen?", fragte Jana schließlich, als wir an dem Tiergeschäft der Winkelgasse vorbei kamen. "Und danach müssten wir unbedingt zu Madam Malkin, mein Umhang ist mir schon wieder zu klein geworden. Ich wachse zu schnell!", lachte Jana. "In Ordnung!", lachte ich mit und zog Severus mit rüber in die Magische Menagerie, wo ich ihn erst wieder los ließ, als wir die Tür hinter uns geschlossen hatten. Severus ging zu einem Terarium und sagte seufzend: "So einen würde ich auch gerne haben, aber die sind ja nicht in Hogwarts erlaubt!" "Als wenn das dich als Slytherin abhalten würde!", meinte ich sarkastisch und schaute ihm über die Schulter, hinunter in das Terarium, wo ich einen feuerroten Salamander entdeckte. "Du weißt schon das die giftig sind?", hörte ich nun Jana neben mir lachen. "Klar, darum will ich ihn ja!", hörte ich Serverus verträumt auf das Tier blickend sagen.
Jana zuckte mit den Schultern. "Kauf ihn dir doch, wenn du riskieren willst, dass die dir den gleich wieder wegnehmen." "Die Salamander sind sowieso nur an Zauberer und Hexen über 17 Jahren zu verkaufen", meldete sich nun ein Verkäufer zu Wort. "Schade", sagte Severus und blickte sich weiter um. Ich hingegen hatte nun etwas indeckt, was mich mehr interessierte als der Salamander: eine Katze mit schwarzem, glänzenden Fell. "Dies ist eine Chamäleon-Katze. Sie kann die Farbe ihres Fells wechseln.", sagte der Verkaufer. Meine Augen leuchteten. "Die will ich haben! Hat sie schon einen Namen?" Der Verkäufer schüttelte den Kopf. "Gut, dann nenne ich sie... hach, das entscheide ich später." Der Verkäufer nahm die Katze aus ihrem Käfig und setzte sie auf den Ladentisch. "Das macht 15 Galleonen", sagte er. Ich kramte nach meinem Geld, legte die Münzen auf den Tisch und streckte die Hände vorsichtig nach der Katze aus, die mich ansah, als wollte sie mich gleich beißen. "He, Katze, ich tu dir nichts", murmelte ich ihr zu und sie schien tatsächlich besänftigt. Nun kamen auch Jana und Severus an, um mein neues Haustier zu bewundern, und gemeinsam verließen wir den Laden.
Nun gingen wir also zu Madam Malkins Anzüge für jede Gelegenheit und Jana ging gleich zur Kasse. "Ich brauche unbedingt neue Umhänge für Slytherin!", meinte sie und verschwand mit Madam Malkin nach hinten in den Laden.
Severus beugte sich nach unten zu meinen Katzenkorb und begutachtete mein neues Haustier ein wenig genauer. "Wie soll das Vieh denn nun heißen?", meinte er leicht angewiedert, als die Katze ihn anfauchte. "Katharina", beschloss ich aus heiterem Himmel. "Und du hörst auf, jeden anzufauchen, der dir zu nahe kommt!", sagte ich zu Katharina. Severus starrte mich an. "Hm? Ist doch so", sagte ich. "Was war das eben?", fragte er. "Was denn?" "Du hast miaut." Ich glotzte in an und prustete los. "Halluzinationen für die Ohren, ja?", grinste ich. Severus schüttelte verärgert den Kopf. "So, fertig...", platzte Jana dazwischen, auf dem Arm ihren neuen Umhang. "Nanu? Was habt ihr denn?" "Sag noch mal was zu der Katze, Juni", forderte Severus mich auf. Ich schaute Katharina an und sagte: "Die sind alle doof. Lass dir bloß nichts von denen sagen." Nun starrte auch Jana mich an. "Ähem... du miaust", sagte sie schließlich. Am Ende hatten die beiden noch Recht - oder es war alles ein Scherz. "Du kannst Katzensprache", stellte Severus fest. "Ach.. sowas wie Voldy mit Schlangen?", fragte ich. "Ja, genau", bestätigte Jana. "Wow! Ich hab immer gedacht, dass die Katzen auf mich hören, läge daran, dass sie meine Sprache beherrschten und nicht umgekehrt..." Ich grinste breit. "Los Sevi, nennen wir sie ab heute den Katzenflüsterer!", lachte Jana und auch Severus lachte mit. Madam Malkin sah uns nur groß an und somit verließen wir wieder den Laden. "Und wo jetzt hin, Katzenflüsterer?", grinste Jana "Hör auf! Es reicht, wenn wir einen mit einem lächerlichen Namen aufziehen!", motzte ich sie grinsend an.
"Okay okay", erwiderte sie, ebenfalls grinsend. Severus kramte die Liste für die Schulsachen aus der Tasche und sagte: "Wir müssen noch zur Apotheke, Zaubertrankzutaten kaufen." Also machten wir uns auf den Weg zur Apotheke. Unterwegs trafen wir Voldy und Bella, und Jana teilte ihnen grinsend die Neuigkeit vom Katzenflüsterer mit. "Tja Voldy, du hast eine Konkurrentin", grinste sie. Voldy lächelte nur abschätzig und er und Bella gingen wieder ihrer Wege.
"Manchmal finde ich ihn echt eigenartig!", meinte Jana, als sie Voldy nach schaute. "Was findet Bella nur an ihn?"
"Können wir endlich rein?", drängte Severus und ging schon einmal vor zur Tür, als mir von Weitem wieder Potter und Co auffielen. Zornig sah ich zu ihnen herüber. "Kommen die etwa auch grad hier her?", hörte ich Jana schon fast freudig sagen, als sie meinem Blick folgte. Böse sah ich sie an und sie setzte halbherzig hinzu: "Hoffentlich nicht!"
"Scheint so. Aber pah, wegen denen gehen wir jetzt nicht extra woanders hin!", beschloss ich und somit betraten wir die Apotheke. In den Regalen waren unzählige Behälter, Gläser und Dosen aufgestapelt, und wir zeigten dem Verkäufer unsere Listen, damit er die Sachen zusammensuchen konnte. In diesem moment betraten Potter, Black, Lupin und Pettigrew den Laden. "Welch erfreuendes Wiedersehen", höhnte Potter. "Ja, dein bloßer Anblick dreht mir den Magen um", erwiderte ich und er motzte: "Du warst nicht gefragt, Lee. Na Schniefelus, suchst du Zutaten für einen Zaubertrank, der deine Nase schrumpfen lässt?" Er lachte und seine Freunde fielen ein. Severus fackelte nicht lange, sondern stürzte los und schlug Potter mit der Faust ins Gesicht. Ich zerrte ihn zurück, während Potter von Lupin und Black festgehalten wurde, damit er nicht auf ihn losstürmte. Der Verkäufer räusperte sich hörbar. "Meine Herren! Ich darf doch bitten!"
"Immer müsst ihr euch streiten! Ist euch das nicht peinlich?", hörte ich Jana sagen und sah wie Lupin zustimmend nickte. Pettigrew sah nur ängstlich zwischen den Beteiligten hin und her. "Sirius, was los mit dir?" sagte Potter und sah seinen besten Freund an. "Sonst hälst du dich doch auch nicht zurück! Du bist doch eher der, der immer anfängt."
"Das hast du mir ja heute abgenommen", grinste Sirius halbherzig. Wir bezahlten unsere Zutaten und verließen den Laden. Als ich zurücksah, bemerkte ich, dass Jana Sirius zulächelte. Und er lächelte tatsächlich zurück!
Als wir wieder vor dem Laden standen, sah ich mich um. "Fehlt nicht noch jemand?", meinte ich grinsend und suchte Jana in der Menge um uns rum. "Ist wohl noch im Laden!", meinte Severus achselzuckend. "Wie hält sie das dadrin nur aus? Bei diesem stinkenden Potter!" "Dieses Aas, das sich immer nur traut etwas zu machen, wenn seine Freunde dabei sind!", fügte ich auf Severus' Satz hinzu.
Wir warteten eine ganze Weile, bis die Ladentür aufging und Potter gefolgt von seinen Freunden heraus kam. Er warf mir und Severus nur einen hochnäsigen Blick zu und schritt zu meiner Verwunderung nur ohne ein Wort zu sagen, an uns vorbei. Als sie schon fast außer Sichtweite waren, kam eine rote Jana heraus. "Was hast du denn da drin noch so lange gemacht?", fragte ich sie lachend. "Ähm...", fing sie an und lief noch ein wenig röter an. Severus pustete abschätzig und ich grinste blöd. "Wouh! Ich kanns mir denken!", lachte ich nun los und Severus sah uns fragend an. "Was denn nun los? Muss man das verstehen?" "Ach, ihr Jungs habt doch gar keine Ahnung!", meinte ich und zog Jana ein Stückchen von ihm weg. "Na los, nun erzähl schon, was ist passiert?", wollte ich Jana ausquetschen. "Es soll was passiert sein!?", meinte sie verlegen und man konnte es schon fast in ihren Augen sehen, dass da was war. "Nun erzähl schon!", hakte ich noch einmal nach.
Jana sah sehr interessiert auf den Boden und sagte ungewöhnlich leise: "Als ihr raus wart, hat er mich aufgehalten und angesprochen!" "Und was hat er gesagt?" "Dass Schniefelus ein Idiot ist!", lachte sie. Genervt verzog ich das Gesicht. "Und das macht dich so glücklich?" "Nein, natürlich nicht. Ich hab ihn verteidigt und wir kamen ins Gespräch..." "Und worüber?", nervte ich meine beste Freundin weiter. Severus hinter mir wurde ungeduldig. "He, Leute, lasst euch Zeit. Ich geh schon mal vor zu Flourish & Blotts!" "Tu das!", wies ich ihn mit einer Handbewegung ab, da mich Janas Geschichte im Moment viel mehr interessierte und ich nur halbwegs mitbekam, was um mich rum passierte.
"Nun mach es nicht so spannend! Was ist passiert?" "Also... er hat mich gefragt, ob...", jetzt hätte sie als Verkehrsampel durchgehen können, "...ob wir uns nicht mal unter vier Augen sprechen wollen, in Hogwarts." "Was heißt, er will mit dir ausgehen, oder wie?" Jana zuckte mit den Schultern. "Hoffentlich!" Ich grinste. "Na dann... viel Spaß." Sie lächelte glücklich.
Dann gingen wir zu Flourish & Blotts, wo wir Severus in ein Buch vertieft vorfanden. "Ey, Juni..." Jana stieß mich an. "Was ist?" "Dann seid ihr beiden ja die einzigen, die noch keinen... also, du weißt schon." Ich kuckte sie blöd an, bis mir aufging, was sie da eben gesagt hatte. "Du machst Witze!", flüsterte ich. "Severus ist ein guter Kumpel, mehr nicht..." "Dann habt ihr ja das ganze Schuljahr lang Zeit", grinste sie. Ich seufzte. "Du hast vielleicht Fantasie!" Dann fing ich an, mich in den Regalen umzuschauen und tat beschäftigt. In Wahrheit jedoch überlegte ich, wie es wäre, mit Severus...
"Juni! Schau dir dieses Buch an, das glaubst du nicht!" Janas Ruf riss mich wieder aus meinen Gedanken. "Was denn?", fragte ich und sie hielt mir ein Buch mit dem Titel "Vertrauensschüler und ihr Weg zur Macht" unter die Nase. "Das kannst du Voldy schenken, ich bin kein Vertrauenschüler", sagte ich lachend. "Nö, keinen Bock, Geld für ihn auszugeben. Aber vielleicht geb ich Bella nen heißen Tipp..." Sie grinste.
Nachdem wir unsere Bücher zusammengesucht und bezahlt hatten, gingen wir zu Severus. "Brauchst du noch lange?", fragte ich ihn. "Nein, bin gleich fertig", sagte er und schaute mich an. Ich, an das Gespräch mit Jana denkend, wurde rot. Schnell tat ich so, als hätte ich in dem Regal neben mir ein besonders interessantes Buch gesehen, dem ich nun meine Aufmerksamkeit widmete. Jana stand feixend daneben und hatte einen Hab-ichs-nicht-gesagt-Blick aufgesetzt. "Los, wir suchen die anderen! Es ist schon ziemlich spät, wir müssen zurück", sagte sie, als Severus seine Bücher bezahlt hatte, und wir gingen aus dem Geschäft.
Dort entdeckten wir von weitem Bella und Voldy. "He Leute!" rief Jana über dem Lärm der Menschenmassen hinweg und winkte sie ran.
"Na, alle Einkäufe erledigt?" fragte Bella und sah zu unseren Tüten. "Wollen wir nicht ein Eis essen gehen?" fragte ich und schaute hinüber zu einer neu aufgemachten Eisdiele. "Von mir aus!" meinte Bella achselzuckend und somit machten wir uns auf zum Eisessen. Wir ließen uns an einen der vordersten Tische nieder und kaum hatten wir unsere Bestellung aufgegeben, als Lucius und Narzissa auch wieder zurück waren. "Dann sind wir ja wieder komplett!" scherzte ich und die beiden nahmen sich vom Nachbartisch ein Stuhl, um sich zu uns zu setzen. "Und was habt ihr so gemacht?" fragte Lucius interessiert in die Runde. "Hab mir ne Katze gekauft!" zeigte ich stolz meine neue "Freundin". "Die ist ja süß!" rief Narzissa sofort und Bella verzog, angewidert von ihrem Verhalten, das Gesicht.
"Es kommt noch besser", sagte ich grinsend. "Katja, wechsel mal die Farbe, zu... weiß!", murmelte ich der Katze zu und Sekunden später geschah es tatsächlich. "Wow! Wie hast du das gemacht?", fragte Narzissa verblüfft. "Das ist eine Chamäleon-Katze", erklärte ich, "die kann ihre Farbe wechseln. Und sie hört auf mich, weil ich Katzensprache kann." "Katzensprache?" "Naja, wie Voldy mit den Schlangen." "Ach... ich wusste gar nicht, dass es das gibt." "Ich auch nicht." Alle lachten und dann wurden unsere Eisbecher serviert. "Zimt-Eis, wie ich es liebe", sagte ich und griff nach meinem Löffel, der mir jedoch aus der Hand rutschte und unter den Tisch fiel. Ich beugte mich im selben Moment wie Severus herunter, um ihn aufzuheben, und unter dem Tisch trafen sich unsere Hände. Schnell zog ich den Arm weg und lief rot an (ich hatte das verdammte Rotwerden anscheinend gepachtet). Auch Severus sah leicht verlegen drein, als er den Löffel auf meinen Teller legte. Zum Glück hatten die anderen davon nichts mitbekommen, sie unterhielten sich gerade über den neuesten Rennbesen.
"Der neue Sauberwisch 12 ist der schnellste den es je gab!" hörte ich Jana begeistert rufen. "So einen wünsch ich mir auch!", und Lucius stimmte ihr zu. Dann wurde es wieder leiser, weil sich alle erst einmal über ihr Eis her machten. Juni, bist du heute wieder blöd, meckerte ich innerlich mit mir, während ich ebenfalls mein Eis löffelte. Nur, weil Jana gesagt hat, dass du rein theoretisch was mit Severus anfangen könntest, musst du dich nicht komplett zum Affen machen.
Ich aß mein Eis weiter und wurde erst wieder aus dem Gedanken gerissen, als ich die anderen Kichern hörte. "Was denn?", fragte ich, als Jana mich grinsend ansah. "Willst du heute auch noch was essen? Du stocherst ja nur gedankenverloren in deinem Eis herum. Bist du etwa verliebt?" "Wie kommst du denn auf die Idee!", rief ich laut und dachte, dass ich ihr das wohl kaum vor allen anderen erzählen würde. Vielleicht wenn ich mit Jana mal alleine war.
Jana grinste vielsagend und blickte wie rein zufällig in Richtung Severus. Ich schüttelte den Kopf und schaute sie böse an. Endlich wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder den anderen zu.
"Ich glaube, ich belagere meinen Dad, damit ich diesen Besen bekomme!", meinte Lucius und Nazissa blickte ihn abschätzig an. "Denkst du echt den kauft er dir?" "Mal sehen, vielleicht zu meinem Geburtstag, der ist ja bald, und wenn nicht, nerv ich ihn so lnge, bis er es tut!" "Bei deinen strengen Eltern!", lachte Jana. "Obwohl... deine Mutter kauft dem Bärchen doch bestimmt gerne alles was er sich wünscht!" "Fangt ihr schon wieder damit an?", drohte Lucius wütend.
Ich grinste in mich hinein. "Bei dem Süßigkeitenladen da vorne hatten sie Bärchen-Kekse", sagte ich. "Ob wir deiner Mutter welche mitbringen?" "Jetzt haltet endlich den Mund!", rief Narzissa. "Ja okay, Zissy, reg dich ab, wir lassen dein Bärchen in Ruhe.", sagte Jana.
Als wir aufgegessen hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Vor Janas Haus verabschiedeten wir uns von den anderen und gingen hinein.
"Puh, bin ich k.o.!" Jana lümmelte sich auf der Chouch herum. Ich setzte mich in den Sessel und stellte den Fernseher ein. Gelangweilt zappten wir von einem Sender zum anderen.
"Jana?!", fragte ihre Mutter aus der Küche und kam kurz darauf ins Wohnzimmer. "Ich hab heute Nachtschicht, also seid ja lieb!" "Klar, Mum sind wir doch immer!", meinte Jana und sobald ihre Mutter uns den Rücken zugekehrt hatte, meinte Jana: "Toll! Denn können wir ja die anderen einladen und ne Nachtwanderung machen!" "Jaa!", sagte ich begeistert.
Also trafen wir uns wieder bei Bella und Narzissa, da deren Haus eh schon fast im Wald lag und wir dann nicht erst durch die ganze Stadt laufen mussten. Als wir alle eine Weile durch den Wald gewandert waren, schlich ich mich von hinten an Voldy heran und rief: "Buh!" Er zuckte zusammen und hätte mir fast einen Fluch auf den Hals gejagt. lachend wich ich ihm aus. "Wisst ihr was?", fragte er. "Ja.", sagte ich, "was schon. Und was sollten wir noch wissen?" "Ich finde, wir sollten mit diesen Kindereien aufhören. Lasst uns eine richtige Gemeinschaft gründen", sagte Voldy. "Oh.. eine Art Geheimorden?", erwiderte Jana interessiert. "Ja, so ungefähr", meinte Voldy. "Klingt gut. Und wie hast du dir das vorgestellt?", wollte Bella wissen. "Als erstes brauchen wir einen Anführer" - "Du", redete Bella dazwischen und wir anderen stimmten zu - "...und dann eine Methode, uns schnell nachrichten zukommen zu lassen, um nicht immer die lästigen Eulen zu senden." "Oh ja, die sind wirklich lästig", sagte Narzissa. "Meine weigert sich schon immer, so viele Briefe austragen zu müssen, wenn wir uns mal treffen. Weil gewisse Leute", sie schaute zu Jana, "sich lieber eine Katze kaufen als ein nützliches Tier." "Sag ja nichts gegen Katzen!", widersprach ich ihr, doch bevor wir weiterdiskutieren konnten, unterbrach Severus uns: "Müsst ihr euch immer streiten? Wir haben doch jetzt eh eine Lösung gefunden!" "Ja ja okay", murrte Narzissa. "Und wie lautet deine Lösung?", fragte Lucius. "Also...", begann Voldy, und er erklärte uns ein kompliziertes Verfahren von magischen Symbolen und Kommunikationsmitteln, sodass mir schon nach dem dritten Satz schwindelig wurde und ich nicht mehr zuhörte. "Alles klar?", fragte Voldy am Ende, und ich nickte einfach nur. "Aber wir werden das in Hogwarts machen, selbst in einem Zaubererhaus fällt es auf, wenn zu viel Magie verübt wird", beschloss Voldy. Ich gähnte und stolperte über eine Baumwurzel. Severus hielt mich fest, bevor ich hinfiel. "Danke", sagte ich und vergaß vor lauter Müdigkeit sogar, rot zu werden (was hier im Dunkeln eh nicht aufgefallen wäre).
"Wollen wir nun noch irgendwas machen? Oder wieder nur blöd rumstehen?" fragte Jana und ich sah sie an. "Lasst uns doch irgendein Spiel drauß machen!" schlug ich vor. "Bella und Voldy laufen rüber zum Friedhof und verstecken sich und wir trennen uns in zweier Gruppen wobei, sorry Jana, aber du musst wohl bei mir mit kommen und Sevi nehmen wir auch in unsere Gruppe.", meinte ich und sah die beiden zustimmend nicken, "und wir treffen uns wieder an der Kirche. Mal sehen ob die beiden uns erschrecken können!" "Das ist doch langweilig, wenn wir eh schon wissen, dass sie ein erschrecken wollen.", motzte Lucius. Ich grinste ihn an und nickte kaum merklich rüber zu Narzissa, er folgte meinem Blick und sah zu ihr nach unten, die leicht ängstlich in den funklen Wald hinein spähte, dann erschien ein Grinsen auf seinem Gesicht. "Alle damit einverstanden?" und ein mittelmäßiges "Ja" machte klar, das wir anfingen. Bella ging mit unserem Lord (wie kam der nur darauf, sich unbedingt so nennen zu müssen, Tom war doch okay) los und wir blieben grinsend zurück. "He, Juni!", lachte Jana leise und ich schaute sie argwöhnisch an. Dieses Lachen bedeutete meist nichts Gutes. Sie flüsterte mir ins Ohr: "Dann will ich dir mal ne Chance verschaffen, du brauchst auf mich keine Rücksicht nehmen. Ich setz mich sobald wir los sind ab und sag den anderen nachher, das ich euch verloren hab. Dann bist du mit Severus allein." Erschrocken sah ich sie an.
"Spinnst du?!", flüsterte ich. "Du kannst mich doch nicht einfach mit ihm allein lassen, ich..." Doch sie war schon davon gelaufen. Verdammt, was sollte ich jetzt machen? Auch die anderen waren weg, nur Severus stand noch an einen Baum gelehnt und blickte zu mir herüber.
"Wollen wir los?", fragte er, normal wie immer, sicherlich dachte er sich rein gar nichts dabei. "Jana!", flehte ich innerlich, als er neben mich trat. "Ja", sagte ich und verfluchte das Zittern in meiner Stimme. Hoffentlich schob er es auf die kalte Nacht, falls er es überhaupt gehört hatte... "Ist dir kalt? Willst du meinen Umhang?", fragte er prompt in diesem Moment. Ich dankte der Dunkelheit, denn sonst hätte er gesehen, dass ich jetzt noch röter war als das verhasste Abzeichen der Gryffindors. "N-ne, nee! Geht schon!", stotterte ich und ich hätte mich dafür töten können, das war so peinlich. "Ist was?", fragte Severus und ich merkte, wie er ein Schritt dichter auf mich zu kam "Alles in Ordnung?"
"Ja", sagte ich und eilte einige Schritte voraus. "Los komm, wir müssen auch mal los!" Er folgte mir und, immer mit ein paar Schritten Abstand zwischen uns, gingen wir durch den Wald. Ich hatte ein mulmiges Gefühl und jetzt kam mir der Wald noch ruhiger vor, als er ohnehin schon war. Langsam schritten wir dahin, weil wir ja aufpassen mussten, dass wir nicht stolperten, und ich konnte Severus hinter mir atmen hören. Ich drehte mich leicht nach hinten um, wobei ich nicht mehr aufpasste und hinfiel. "Ist dir was passiert?", fragte er mich besorgt und ich konnte ein Kichern bei uns in der Nähe hören. "Jana! Komm raus, du musst uns nicht nachspionieren!", rief ich genervt in den Wald hinein. "Was?", fragte Severus. "Ich hab nichts gehört!" Hatte ich mir das etwa eingebildet? Ich werde wohl langsam irre!, überlegte ich und Severus ergriff meine Hand um mir wieder auf die Beine zu helfen. Jedoch ließ er sie nicht los, als ich wieder stand und Hand in Hand wanderten wir weiter.
"Pass auf!" meinte Severus, der vor mir ging, alsvor uns ein Baumstamm im Weg lag. Wir kletterten über ihn hinweg. Was Severus jetzt wohl von mir denkt?, überlegte ich und seine Hand schien zu glühen. "Du hast kalte Hände", sagte er in diesem Augenblick. "Ja, ist ja auch... egal." Ist ja auch kalt, hatte ich sagen wollen, aber dann hätte er mir wieder seinen Umhang angeboten... "Irgendwie bist du heut komisch", stellte Severus fest. "Nein, nur müde", erwiderte ich. "Den ganzen Tag schon", ergänzte er, und ich lief wieder mal rot an, was er aber nicht sehen konnte. Zum Glück.
"Wo sind denn die andern?", fragte Severus, mehr zu sich selbst als zu mir. "So weit kann es doch nicht sein?", meinte er nun zu mir und ich nickte (was ganz schön doof war, weil es ja eh stockfinster war). "Haben wir uns etwa verirrt?" sagte ich leicht geschockt. "Scheint so", antwortete er. Ich blieb stehen und er rannte gegen mich. Für einen kurzen Augenblick spürte ich seinen Körper, bevor er hastig zwei Schritte zurücktrat. Anscheinend hatte er langsam begriffen, was Jana mit uns anstellen wollte. "Entschuldigung", sagte er.
Ich drehte mich zu ihm um. "In welche Richtung müssen wir denn nun?", fragte ich leicht ängstlich - schon die Vorstellung, die Nacht hier allein mit Severus zu verbringen... "Das werden uns die anderen ewig nachsagen, wenn wir nicht am Treffpunkt erscheinen.", meinte ich und versuchte nicht ganz so unsicher zu klingen. "Da lang", sagte Severus und deutete in eine Richtung. "Woher weißt du das jetzt?", fragte ich blöd, schaute, wohin er gezeigt hatte, und wäre am liebsten im Boden versunken. Dort stand die Kirche. "Okay, schon gut...", murmelte ich, ließ seine Hand los und ging voraus.
Somit ging ich direkt auf das Gebäude drauf zu. "Wie konnte ich nur so blöd sein und das Haus nicht sehen?", dachte ich und zuckte zusammen, als vor mir Jana aus dem Gebüsch gesprungen kam. "Und?", fragte sie mich interessiert. "Es war die Blamage meines Lebens!", fauchte ich böse, ließ sie stehen und ging zu Voldy, Bella, Lucius und Narcissa, die längst da waren. "Und, Spaß gehabt?", fragte Bella mit einem zweideutigen Grinsen. Anscheinend hatte Jana schon allen von ihrem verdammten Vorhaben erzählt oder das alles so offensichtlich geplant, dass jeder es mitbekommen hatte. "War ein bisschen zu hell dafür", erklärte ich und versteckte meine Wut und Unsicherheit hinter einem Grinsen. "Aber Lucius und Narcissa bestimmt, nicht wahr..."
Narzissa wurde rot und mir war klar, dass ich mit meiner Vermutung vollkommen Recht hatte. "Was denn? Warum so gereizt?" Jana trat grinsend neben mich und ich sah hinüber zu Severus, der nun auch leicht rot war. Ich seufzte. "Lass uns nach Hause gehen. Ich bin todmüde." "Aha", sagte Jana, "wovon denn?" "Weil es verdammt nochmal bereits 3 Uhr nachts ist!", fauchte ich. Jana klopfte mir grinsend auf die Schulter. "Keine Sorge, das klappt schon noch mit euch." Ohne ein weiteres Wort ließ ich sie stehen, murmelte den anderen ein "Tschüß" zu und eilte voran. Jana folgte mir. "Hey, Juni, das war doch nur Spaß-" "Schöner Spaß!" "Ich wollte wirklich nicht, dass das-" "Spar dir deine Kommentare einfach, ja?" Jana schwieg. Bei ihr zuhause angekommen, zog ich mich aus und legte mich hin, die Decke über den Kopf gezogen, um weiteren Fragen zu entgehen.
Als wir am nächsten Morgen aufstanden, unenthusiastisch und ohne irgendwelche Pläne für den Tag zu schmieden, fühlte ich mich mies. Jana hatte es bestimmt nur gut gemeint... Ich schielte quer über den Frühstückstisch zu ihr herüber. Sie fing meinen Blick auf und ich ging zu ihr und umarmte sie. "Tut mir Leid, Jana... ich war gestern echt blöd." "Ich auch", sagte sie, jedoch sichtlich froh, dass wir uns wieder vertrugen. "Was machen wir heute?", fragte ich. "Keine Ahnung. Ich schätze, unsere Hausaufgaben sind dran..." "Verdammt, die gibt's ja auch noch." "Aber immerhin sind wir zu zweit." "Okay... auf sie!"
Ich kramte meine Bücher hervor und Jana tat es mir gleich. Als ich gerade mit Zaubertränke (mein Lieblingsfach) anfangen wollte, fing ich ein Blick von Jana auf. "Was?!" fragte ich desinteressiert, da ich erwartete, dass sie mich wieder nach gestern Abend ausfragen würde. "Was denn?! Stinkt es dich so an Hausaufgaben zu machen?", fragte sie verwirrt und fügte hinzu: "Okay, ich mach jetzt Muggelkunde und du fängst dann mit Zaubertränke an und wenn wir fertig sind, schreibt einer vom anderen ab!" Sie grinste fröhlich wie immer und ich nickte, denn je eher wir mit den Hausaufgaben fertig waren, desto früher konnten wir uns wieder den interessanteten Dingen zuwenden.
Somit schlug ich mein Buch auf und fing an zu kritzeln, als ich stockte. "Du Jana? Denkst du, Slughorn fällt es nicht auf, wenn wir das Gleiche schreiben?" "Ach, dem doch nicht, der hat doch ohnehin immer nur Augen für diese Evans!" "Stimmt ja!", stimmte ich zu. "Die Olle, ist ja auch seine Lieblingsschülerin... genau wie die von diesem blöden Potter!" "Potter? Was hast du gegen Potter?!", grinste Jana und ich hörte sie leise "Sevi" flüstern. "Nun hör aber auf, oder ich erzähl dir nie wieder was!", fauchte ich sie an, um mich kurz darauf wieder meinem Buch zuzuwenden, als ich erneut stockte. "Was ist eigentlich jetzt mit dir und diesem Black?", meinte nun ich grinsend, "soll ich mal mit Bella reden? Sie verschafft dir bestimmt noch vor den Ferien ein Date mit ihm." "Das würde Bella auch grade tun, wo sie ihn doch immer so lieb hat!", meinte Jana sarkastisch und ich lachte. "Kanns ja mal versuchen!", grinste ich erneut, kritzelete schnell ein paar Zeilen auf ein anderes Blatt Papier und bevor Jana überhaupt verstand was los war, hatte ich den Brief schon ihrer Familieneule Knurrel gegeben, die fröhlich klackernd davon flog. "Du-", fauchte sie und lief rot an. "Dasselbe hast du mir doch auch angetan... nur dass der Brief nicht an Bella ging!", lachte ich und Jana starrte mich an. "Hab ihn direkt an Sirius geschrieben!" "Was hast du geschrieben?!" Sie stand auf. "Ich dachte, du schreibst deine Hausaufgaben weiter und nicht einen Brief!" "Hab ihm deine Liebe getanden und mit deinem Namen unterschrieben, denn ich bezweifle, dass er deine Schrift kennt!" "Du hast was?!", fauchte Jana, doch ich grinste, denn was ich gesagt hatte stimmte nicht, ich hatte ihn nur für heute Abend zu ihr hier her nach Hause eingeladen und zudem geschrieben, dass sein hirnloser Freund da bleiben sollte, wo der Pfeffer wächst. Ich wusste ja, dass ihre Mum noch ein paar weitere Nächte nicht zu Hause war.
"Das ist ein Scherz, stimmt's?", fragte sie. "Ja", gestand ich. "Ich hab ihn nur für heute Abend eingeladen." Jana, die beim ersten Teil des Satzes aufgeatmet hatte, schaute geschockt auf. "Das ist nicht dein Ernst", sagte sie. "Doch", erwiderte ich. Sie blickte mich noch einen Moment lang an und begann dann, ihren Muggelkunde-Aufsatz zu schreiben. Wenig später kehrte Knurrel zurück und Jana entnahm ihm den Zettel, der an seinem Bein festgebunden war, legte ihn auf den Tisch und nahm dann das Stück Pergament, auf dem sie selbst geschrieben hatte, faltete es und schickte Knurrel wieder damit los. "Du hast nicht etwa auch einen Brief geschrieben?", fragte ich voll dunkler Vorahnung. "Doch doch", sagte Jana seelenruhig. "A-aber.. an wen?" Was für eine blöde Frage. Ich wusste die Antwort, bevor Jana sagte: "Severus." Ich seufzte. "Und was hast du geschrieben?" "Dass du ihn heut abend besuchst." "Willst du mit Sirius allein sein? Dann hättest du-" "Ich will auch was Gutes für deine Zukunft tun, Juni, und wenn ich Sevilein hierher eingeladen hätte, hätten er und Sirius sich gegenseitig umgebracht", grinste Jana. Doch das Lachen verging ihr, als Severus' Antwort kam: Ich solle nicht zu ihm kommen und sowieso müsste er endlich mal lernen und hätte keine Zeit... "Tssk, dann nicht.", meinte Jana abfällig. "Im Übrigen bin ich ganz froh, wenn ich beim ersten Mal nicht mit Sirius allein bin..." Sie lief rot an. In diesem Augenblick schien ihr der Zettel von Krummels Bein einzufallen, sie hob ihn auf und sagte anschließend: "Er schreibt, er kommt." Dabei lächelte sie über das ganze Gesicht. Ich grinste.
Dann machten wir unsere Hausaufgaben weiter, wobei mir immer wider auffiel, dass Jana verzweifelt zur Uhr herüber blickte. Zum Nachmittag hin tauschten wir unsere Aufsätze und schrieben den von der jeweils anderen ab, wobei wir immer nur die Sätze ein wenig umstellten. "Ich werd schon mal los!", hörte ich Janas Mutter. Sie kam noch einmal zu uns herüber, sagte, dass wir kein Blödsinn machen sollten, gab Jana schließlich noch einen Kuss und verschwand im Kamin.
"Hoffentlich kommt dein Besuch bald!", lachte ich, während Jana auf ihr leeres Blatt Pergament starrte. "Hoffentlich kommt er überhaupt. Und hoffentlich ohne Potter und Pettigrew und wen er sonst noch alles mit sich rumschleppt..." "Hab ihm geschrieben, dass er die da lassen soll, wo der Pfeffer wächst, keine Sorge.", erwiderte ich.
Schließlich war es 7 Uhr. Im Kamin loderte das Feuer höher und wenige Sekunden später trat Sirius Black ins Wohnzimmer.
"Hallo!", grinste er blöd und blickte dann kurz zu mir, um sich dann Jana zuzuwenden. "Da bin ich, wie du es wolltest, aber hattest du nicht geschrieben, wir sind allein?!", meinte er und nickte rüber zu mir. "Was?!", sagte Jana verlegen und wurde rot. "Ach, das brauch dir doch nicht peinlich sein!", lachte Sirius und umso mehr er sprach, umso weniger mochte ich ihn. Was fand Jana nur an diesem Kerl?
Jetzt starrte sie zu mir und drehte den Kopf in Richtung Tür. Ich grinste und stand auf. "Jetzt seid ihr allein", sagte ich, "viel Spaß noch..." Und ich ging hoch in Janas Zimmer. Das konnte ja ein langweiliger Abend werden.. aber hey, warum sollte ich Severus nicht wirklich besuchen? Seine blöden Hausaufgaben würde er bis Ende der Woche schon fertig bekommen. Also ging ich wieder hinunter ins Wohnzimmer. "muss euch nochmal kurz stören", grinste ich und flüsterte Jana ins Ohr: "Ich bin bei Severus, ja?" Sie nickte und somit ging ich zum Kamin, warf etwas Flohpulver hinein, sagte Severus' Adresse und wenige Sekunden später landete ich auf einem staubigen Teppich. (Das mit dem Flohpulver musste ich noch mal üben. Konnte ja nicht sein, dass ich dabei ständig auf die Nase flog.)
Ich blickte mich um, und stellte verwundert fest, das ich mich in einem sehr grauen und scheinbar "schmutzigen" Zimmer befand. Die Wände waren trist und die Möbel sahen ziemlich mitgenommen aus. War ich hier auch wirklich im richtigen Haus?
"Hallo?" rief ich, jedoch rührte sich nichts. Langsam durchschritt ich das Zimmer und kam in einen langen dunklen Flur. "Hier wohnt Sevi?", dachte ich verwundert "Ich hätte ihn schon viel eher mal besuchen gehen sollen!" An einer Treppe entschied ich mich nach oben zu gehen und betrat ich die erste, knarrende Stufe.
"Wer ist da?", rief in diesem Augenblick eine laute Stimme. "Ich - äh - June Lee. Eine Schulfreundin von Severus", sagte ich. Ein großer Mann mit breiten Schultern und unfreundlichem Gesichtsausdruck kam aus einem der Räume. "Hättest du nicht vorher sagen können, dass du kommst?", motzte er. "Severus ist oben in seinem Zimmer. Aber bleib nicht zu lange hier!" Ich nickte und lief eilig die Stufen hinauf. Da kam auch schon Severus aus seinem Zimmer. "Hab ich dir nicht gesagt, du sollst zuhause bleiben?", fauchte er leise, nahm mich jedoch an der Hand und zog mich ins Zimmer.
Der Raum war klein und wirkte durch die rauen Steinwände ungemütlich. "Setz dich doch!", bot Severus mir einen Platz an und somit setzte ich mich auf sein Bett. Interessiert blickte ich mich in seinem ZImmer um. Es gab hier noch einen kleinen Schreibtisch, auf dem scheinbar all seine Schulbücher lagen und in einer Ecke stand ein Schrank, auf dem Gläser mit eingelegten Sachen standen. "Uagh!", machte ich leise und Severus folgte meinem Blick. "Wieso hast du sowas da oben stehen, ist ja eklig!", rutschte es mir heraus. "Brauch ich für bestimmte Zaubertränke", sagte Severus, stand auf und verstaute einige der Gläser (welche mit Froschaugen und zerstückelten Blutegeln) im Schrank.
Nun drehte er sich wieder zu mir und sah mich prüfend an. "So, was machst du nun hier?" "Ich?!" "Wer sonst?", lächelte er leicht. "Jana hat Besuch, Sirius Black!", meinte ich abwertend und Severus' Gesichtsausdruck verfinsterte sich. "Was will denn der Kerl bei ihr!", sagte er kühl. "Jana steht auf ihn!", murmelte ich so leise, dass ich fast dachte, er hätte mich nicht gehört. "Was?!", sagte er laut. "Wissen das die anderen schon?"
Ich schüttelte den Kopf, dann zuckte ich mich den Schultern. "Glaub nicht. Aber... hey, ist doch egal, vielleicht hören sie ja auf, wenn Jana..." "Oder Jana fängt an, mitzumachen.", unterbrach Severus mein Gestammel. "Ich glaub, sie kann mich sowieso nicht leiden. Ständig kichert sie hinter meinem Rücken, als ob..." "Ähem, das hat nichts damit zu tun", beeilte ich mich zu sagen. Er schaute mich verwirrt an und zuckte mit den Schultern. "Naja, egal. Jedenfalls bist du hier. Und was machen wir jetzt?" "Weiß nicht. Aber ich war ja noch nie hier, vielleicht zeigst du mir das Haus?", schlug ich vor. Severus bekam plötzlich einen Gesichtsausdruck, den ich nicht deuten konnte. "Nein, lass mal. Da gibt's nicht viel zu sehen, alles dunkel und naja..." Ich schaute argwöhnisch, sagte aber nichts weiter. Dann stand ich auf und untersuchte die Regale, in denen alles mögliche lag - von mysteriösen Zauberutensilien über gewöhnliche Alltagsdinge bis hin zu einem Zauberschach-Spiel. "Lass uns Schach spielen!", sagte ich und stellte das Brett auf den Tisch. Die Figuren blickten mich böse an, bis Severus das Brett andersherum drehte, sodass ich nun die weißen anstatt der schwarzen Figuren vor mir hatte. "Ich spiele immer mit den schwarzen Figuren", grinste Severus.
"Nagut weiß beginnt!" lachte ich und stellte meine Schachfiguren auf das Brett. "Was Jana jetzt wohl grade macht?" ging es mir duch den Kopf.
So spielten wir den ganzen Abend, bis Severus' Vater an die Tür hämmerte und rief: "Besuchszeit zu Ende! Schick das Mädchen nach Hause!" Ich schaute verwirrt zu Severus. Der schüttelte hilflos den Kopf und brachte mich hinunter ins Wohnzimmer, wo ich ihn zum Abschied umarmte. "Wir sehen uns am 1. September", sagte ich, und ein halbes Lächeln erschien auf Severus' Gesicht. Somit stieg ich zurück in den Kamin und kam bei Jana im Wohnzimmer wieder an, wo ich rußbedeckt auf meinem Hintern landete. "Aua!", sagte ich, als ich aufstand, und entdeckte Jana kichernd auf der Couch mit Sirius sitzen. "Na Juni? Wie liefs?", fragte sie mich. "Und wenn schon, das würde ich dir niemals vor dem da erzählen!", gab ich zurück und blickte hochnäsig auf Sirius hinab. "Was hast du denn auf einmal?" fragte Jana.
"Ach nix... Ich geh schlafen, ja? Will euch ja nicht zu lange stören.", entgegnete ich und begab mich in Janas Zimmer, wo ich mich dann auch gleich hinlegte.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, lag Jana in ihrem Bett und schlief. Doch wie immer wachte sie auch auf, sobald ich wach war, und ich grinste sie an. "Los, erzähl! Was habt ihr alles gmacht?", fragte ich.
Jana lachte verstohlen und meinte dann: "Das selbe kann ich ja wohl dich fragen!" Ich sah sie schnippisch an. "Nun komm! Erzähl schon!" "Nur wenn du deins auch erzählst und anfängst!", lachte Jana erneut. "Hm!", machte ich nachdenklich und Jana blickte mich fragend an. "Da gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen... wir ähm, haben Schach gespielt!" "Doch nicht etwa die ganze Zeit!", lachte sie weiter. "Doch, die ganze Zeit!" "Wenn ihr schon mal allein wart!", meinte Jana alleswissend. "Nein, sein unfreundlicher Vater war da.", meinte ich und Jana grinste: "Ach, der hat euch gestört..." "Lach nicht so dumm, wir hätten eh nichts dergleichen was du denkst gemacht! Erzähl lieber was ihr so getrieben habt!" "Wir?" Jana lief rot an. "Wir haben ähm..." "Na los! Erzähl schon!", drängte ich sie. "Wir haben nach einer längeren Unterhaltung ein wenig auf der Couch gekuschelt, mehr als das was du gesehen hast, als du kamst, war nicht." "Und das soll ich glauben?", grinste ich, "Na ja, wir haben uns geküsst. Sind halt nicht alle so zurückhaltend wie Sevi!" "Als ob es an Sevi gelegen hätte", murmelte ich, doch sie hatte mich trotzdem verstanden. "Aaah... hachja, die erste Liebe", grinste Jana. "Und ihr seid jetzt richtig fest zusammen?", lenkte ich vom Thema ab und Janas Augen strahlten. "Ja!" Ich freute mich für Jana, obwohl ich Sirius nicht mochte. Hauptsache, sie war glücklich. Und sollte er es wagen, sie nur auszunutzen, würde er das nicht überleben.
Wir arbeiteten weiter an den restlichen Hausaufgaben, wieder nach demselben Prinzip wie gestern, da wir zum Glück die selben Fächer hatten. Gelangweilt schrieb ich diesmal einen Aufsatz für Zauberkunst, in dem es um das Verzaubern von Schildkröten ging, sodass sie schneller laufen konnten. Ich nahm mir ein großes Buch zur Hand und schlug drin nach, um kurz darauf anzufangen zu schreiben. Ich wäre fast über den Aufgaben eingeschlafen, als ich Jana zu mir aufblicken sah. "Was ist?", fragte ich, irritiert über ihren Gesichtsausdruck. "Ich, ähm, hab ganz vergessen dir zu sagen, dass Sirius uns nachher wieder besuchen kommt." "Was?", sagte ich leicht erschrocken. Hätte ich das gewusst, hätte ich meine Ferien lieber zu Hause verbracht. Dann müsste ich Sirius nicht sehen und würde Jana nicht "stören".
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, nahm sie ihre Arbeit wieder auf und schrieb weiter. Ich dagegen konnte mich jetzt nicht mehr konzentrieren. "Wie kann das sein...", dachte ich. "Wie kann das sein, dass es bei den beiden so schnell ging?", grübelte ich, wobei ich mit Sevi doch überhaupt nicht voran kam, es war bei uns wie immer, wobei ich jetzt rot wurde, wenn ich ihn ansah. Das hatte ich früher nicht.
Noch eine Weile machten wir unsere Hausaufgaben, bis wir von Lärm aus dem Wohnzimmer gestört wurden. "Hier ist ja niemand!", hörte ich eine mir nur allzubekannte Stimme sagen und kurz darauf eine zweite. Jana blickte kurz auf und ich konnte richtig mitansehen wie sie zu strahlen begann. Ich dagegen blickte finster drein. Wie konnte dieser Black es nur wagen, seinen besten Freund mitzubringen?! Die Person, die ich von ganz Hogwarts am wenigsten leiden konnte? James Potter... es war mir ohnehin ein Wunder, das ausgerechnet ein Gryffindor, der sich immer für so toll hielt, mit einer Slytherin zusammen war. Missgelaut stiefelte ich Jana hinterher ins Wohnzimmer, wobei ich überlegte: Ich muss ihm mal bei einen passenden Moment darüber ausfragen und ihn meine Meinung zu ihm sagen, was ich von der ganzen Sache halte.
Im Wohnzimmer angekommen, stürmte Jana direkt in Sirius Arme. "Hallo!", begrüßte ich die beiden in einem Tonfall, der es sofort bemerken ließ, dass die beiden unerwünscht waren. "Du bist ja auch hier!" meinte Potter genauso abwertend. "Nicht mehr lange!" Ich drehte mich auf dem Absatz um und ging wieder in die Küche, nahm Knurrel aus dem Käfig und schrieb an Severus.
"Ich werde dich sowieso nicht dran hindern können, mich zu besuchen", kam seine Antwort wenig später. Also schenkte ich Potter (der sich nun sicherlich zu Tode langweilen würde, da Sirius und Jana ja beschäftigt waren) ein hämisches Grinsen und verschwand im Kamin.
Diesmal wartete Sevi vor dem Kamin auf mich, was hieß, dass ich direkt zu seinen Füßen landete. "Psscht", machte er, und wir schlichen die Treppe nach oben, die knarrenden Stufen vermeidend.
Als wir in seinem Zimmer waren, sagte er: "Ich wusste gar nicht, dass heute schon der 1. September ist." "Hä?", fragte ich. "Naja, du hast doch gesagt, wir sehen uns am 1. September." Er grinste. Ich lächelte und ließ mich auf seinem Bett nieder. "Hast du schon die Hausaufgaben für Zauberkunst?", fragte ich. "Ja, liegt da auf dem Schreibtisch. Wieso?" "Jana hat wieder Besuch von diesem Black und ich konnte nich fertig schreiben." "Ja, meinetwegen schreib ab", erwiderte Severus. Also kritzelte ich schnell die letzten paar Sätze ab. "Dankeschön." Wir schwiegen wieder. Sag was, fluchte ich innerlich. Was hatten Jana und Sirius, das wir nicht hatten?
Als hätte Severus meine Gedanken gelesen, setzte er sich neben mich. Verlegen griff ich nach seiner Hand und wurde rot. Jetzt drehte den Kopf zu mir... oh Gott, er wollte doch nicht etwa...?! Schnell drehte ich den Kopf weg, als hätte ich in just diesem Augenblick etwas besonders Interessantes entdeckt. Ich konnte doch überhaupt nicht küssen, ich würde mich bis auf die Knochen blamieren...!
Doch anstatt noch irgendwas zu machen, stand Severus auf und ging an seinen Schrank. "Eh wir nur blöd nebeneinander sitzen, wollen wir nicht lieber ne Partie Zauberschach spielen?" fragte er und hierlt mich das Schachbrett entgegen. Da ich nichts drauf zu erwiedern wußte, stimmt ich zu und wieder setzten wir uns hin und stellten die Figuren auf. Diesmal nahm ich von ganz allein die weißen und begann mit meinem ersten Zug. Doch ich konnte mich nicht konzentrieren, immer wieder stellte ich mir die Frage, was Jana und Sirius hatten, was wir nicht hatten?
"Was ist?", fragte Severus nach einiger Zeit. "Was?!", entgegnete ich erschrocken. "Ich warte schon seit fünf Minuten, dass du dein Zug machst!" "Oh!", meinte ich und setzte ohne groß zu überlegen eine Schachfigur. "Schach Matt!", meinte Severus und grinste. "Ich habe dich heute schon das sechste Mal geschlagen." "Ja.", meinte ich halblaut und stand auf, da ich keine Lust mehr hatte.
"Was jetzt?", fragte Severus genauso gelangweilt. Ich ging rüber zum Fenster und sah nach draußen. Severus Straße war genauso trist wie das gesamte Haus. "Ob dieser Potter noch da ist?", fragte ich und erntete dafür nur ein "Hä?!". "Ob ich wieder zurück zu Jana kann...", meinte ich und sah ihn an. "Du kannst ja mitkommen!" Doch Severus sah mich nur leicht geschockt an. "Jana hat sicher nichts dagegen!", meinte ich jetzt und wusste, das es stimmte, denn als bei Lucius letztes Jahr renouviert wurde, kam er auch für den Rest der Ferien ohne Probleme mit zu ihr. "Das würden meine Eltern sicher nie erlauben!", meinte Severus kopfschüttelnd. "Du hast ja noch nicht mal gefragt!", meinte ich protestierend und schob ihn leicht Richtung Tür. "Na gut!", sagte er schließlich und ging nach draußen und dann die knarrende Treppe nach unten. "Mum?!", hörte ich ihn rufen und dann ein genervtes und unfreundliches "Was willst du denn?". "Ich wollte fragen, ob ich den Rest der Ferien bei einem Freund verbringen darf." "Sind deine Hausaufgaben gemacht?", motzte sie ihn an. "Ja", meinte Severus leicht ängstlich. "Hast du gelernt?" Wieder gab er als Antwort ein "Ja". "Und wo willst du hin?", fragte sie ihn nun. Ich schluckte, was würde er sagen? "Zu L-Lucius!", stotterte er leicht. Einen Moment herrschte Stille, doch dann sagte sie zu meiner Erleichterung: "Ja, von mir aus..." "Danke Mum!", sagte Severus und kam sofort zu mir zurück gestürmt.
Ich, die mittlerweile oben an der Treppe stand, freute mich und er nahm mich an der Hand, um mich gleich wieder zurück mit ins Zimmer zu ziehen. Dann packte er schnell seine Sachen und zusammen (und mit dem Koffer) gingen wir nach unten zurück ins Wohnzimmer. "Puh!", machte Serverus, als er sich umsah. "Ein Glück, sie ist nirgends zu sehen.", meinte er, gab mir schnell eine Handvoll Flohpulver und schob mich in den Kamin.
Polternd kam ich bei Jana im Wohnzimmer wieder an, wo ich auch gleich (leider) noch immer Potter und Sirius entdeckte. "Du bist ja immernoch da!", meinte ich abwertend zu Potter. "Klar, und du bist leider wieder da!", meinte er und wandte sich mit einer Grimasse Sirius zu, der gleich anfing zu lachen. Es dauerte nicht lange und Severus erschien in einem schwall grünen Feuers hinter mir. "Was?!", fragte Jana und blickte irritiert zu seinem Koffer. "Er wohnt jetzt hier!", meinte ich grinsend und sah flehend zu Jana herüber. "Aha!", sagte sie sprachlos, fasste sich darauf allerdings wieder und meinte, kurz bevor James einen Witz reißen konnte (so sah es zumindest aus): "Bring dein Koffer nach oben!" Ich wollte Severus gerade nach oben folgen, als Jana meinte: "Juni, ich muss mit dir sprechen!" Sie löste sich von Sirius und schob mich in die Küche.
Ich schluckte, als sie mich leicht finster ansah. "Meinst du ob das gut geht?", fragte sie mich schließlich. "Ich meine, Potter wird jetzt sicherlich noch öfters hier auftauchen..." "Ja", meinte ich. "Ich werde auf ihn aufpassen!", grinste ich und Jana lächelte zurück. "Ich kann Potter ja auch nicht leiden, aber was soll man machen? Er ist nun mal Schnuffels bester Freund!" "Schnuffel?", wiederholte ich prustend und Jana lief rot an.
"Okay okay, ich sag nix", grinste ich. "Das mit Severus erklär ich dir nachher, ja? Wenn dein Schnuffel und Potter weg sind." Jana nickte und ich ging zu Severus nach oben. "Ähem... es ist ein bisschen unordentlich", sagte ich halb grinsend, halb verlegen, als ich Severus ein bisschen geschockt auf das Chaos starren sah. "Außerdem schläfst du eh nebenan." Ich schob ihn weiter ins Gästezimmer, stolperte über Katharina, die dort auf dem Boden lag, und landete zusammen mit Severus auf dem Teppich. Unsere Gesichter waren ganz nah beieinander und diesmal drehte ich den Kopf nicht weg. "Da kommt jemand", sagte Severus und jetzt hörte ich die Schritte auf der Treppe auch. "Na und", sagte ich. Er lächelte und gerade wollte ich ihn wirklich küssen, als Janas Stimme ertönte: "Juni! Severus! Wo seid ihr?" Kurz darauf kam sie mit Black und Potter ins Gästezimmer, wo Sevi und ich noch immer auf dem Boden lagen. "Was macht ihr hier?", fragte Jana. Hastig richtete ich mich auf. "Ich hab Severus sein Zimmer gezeigt.", sagte ich und lief rot an.
Potter und Sirius warfen sich vielsagende Blicke zu. "Wenn ihr was sagen wollt, tut es laut!", schnauzte ich die beiden an und verwünschte es sofort, als James den Mund aufmachte. "Ey, Schniefelus hat ne Freundin, wie putzig!", lachte er und ich warf ihn einen bösen Blick zu. "Immerhin hat er eine! Und du hast keine!", meinte ich und nahm Sevi, der mich nun verdutzt ansah, an der Hand. "Wir sind zusammen?", flüsterte er mir zu, sodass nur ich etwas verstehen konnte.
"Ich könnte jede haben!", meinte James empört. "Ja, klar!", sagte ich sarkastisch. "Es weiß doch mittlerweile jeder, das du hinter dieser Evans her bist und sie dich keines Blickes würdigt!" "Nun ist aber gut!", mischte Jana sich nun in die Unterhaltung ein. "Hat jemand Hunger? Wir haben noch Pizza im Haus!", versuchte sie ein anderes Thema anzuschneiden, doch wir ließen uns nicht davon abbringen. Wütend starrten wir uns an und hörten die anderen fast gar nicht. "Ist nicht jeder besser als Schniefelus?", fragte er mich herausfordernd.
"Ja", sagte ich zu seiner Überraschung und er schaute mich blöd an. "Im Blöd-Schauen", fügte ich hinzu und Jana und Severus kicherten. "Hm, wo wir grad beim Thema sind", sagte Sirius, "Jana, zeigst du mir dein Zimmer?" Ich brauchte einen Moment, bis ich die Frage verstand, und lachte dann laut los. "Nee du, erst gibt's Pizza", sagte Jana grinsend und schob Sirius und Potter aus dem Zimmer. "Die braucht zehn Minuten", sagte sie zu Sevi und mir und schloss die Tür hinter sich.
"Also sind wir?", fragte Severus. "Bestimmt", sagte ich. Er lächelte und ich fiel ihm um den Hals. Und jetzt konnten wir uns hoffentlich endlich küssen... Nur wollte irgendwie keiner von uns beiden anfangen. Ich war zu schüchtern und Severus scheinbar auch. Unsere Gesichter waren so nah beieinander und man hätte ja denken können, dass wir das endlich hinkriegten. Aber nein. "Ich kann das gar nicht", flüsterte ich. "Ich auch nicht", sagte Severus. "Und was machen wir jetzt?" "Tja...", seufzte ich und setzte mich neben ihn. Er nahm wieder meine Hand und meinte: "Ich mag dich eigentlich schon seit meinem dritten Schuljahr, aber ich hätte es dir nie erzählt. Wenn du jetzt nicht..." Ich grinste. "Potter hat ganz schön dumm gekuckt, ne?" "Ja", lachte Severus. Er konnte wirklich lachen! Ich freute mich. Dann fiel mir etwas ein: "Und weißt du was? Wir müssen ja nicht gleich mit Küssen anfangen." "Nicht?" Sevi lächelte erleichtert. "Nee. Wir können ja erstmal Händchen halten und so." Ich deutete grinsend auf unsere Hände. Er zog mich ein Stückchen dichter zu sich heran, sodass ich nun an seiner Schulter lag, als Jana von unten rief: "James hat einen Brandfluch ausprobiert, jetzt ist die Pizza fertig!" "Na klasse!", fluchte ich.
Ich stand auf und ging zur Tür. Als ich sie öffnete, kam mir ein brennzlicher Geruch in die Nase. Zusammen gingen wir nach unten und in die verqualmte Küche. "Ich hoffe du magst sie schwarz!" lächelte Jana mich an. "Klar!" meinte ich mit Ekel und sah dabei rüber zu unserem Essen. Jana nahm sich ein Stück "Pizza Kohle" und biss ab. Man hörte ein krümelndes Gerausch und kurz darauf sagte sie: "Ich hoffe ihr mögt sie außen schwarz und innen roh!" "Ich hol mal lieber den Pizzadienst!", meinte Sirius und ging rüber zum Telefon. "Ob das gut geht?", fragte ich zweifelnd. Zauberer und Muggelgeräte... Aber Sirius kannte sich wohl damit aus und darum hatten wir eine Viertelstunde später alle eine Pizza. "Ich liebe Spinatpizza", mümmelte ich. Jana lächelte und freute sich anscheinend, dass wir uns nicht mehr die ganze Zeit anfauchten.
"Haben die Chudley Cannons letztens nicht hervorragend gespielt?", fragte James und versuchte nun scheinbar ein Gespräch anzufangen. "Klar!", meinte Sirius zustimmend und nun sahen sie zu mir und Severus hinüber. "Hab das Spiel nicht gesehen.", sagte ich. "Ich hasse Quidditch." Severus grinste. James' Gesichtsausdruck verfinsterte sich. "Typisch die ollen Slytherins...", meinte er leise, "...haben auch von nichts, was gut ist, ne Ahnung!" "Was?!", regte ich mich auf. "Bleib mal auf dem Teppich! Wer will schon nach Gryffindor? Zu diesen Spinnern die alle vorgeben ein Held zu sein? Außerdem, was glaubst du wo du bist! Bei dir zu Hause?!", wütete ich weiter. "Juni, reg dich doch nicht so auf!", versuchte Jana mich wieder zu beruhigen, doch das brachte nichts.
"Immer alle fertig machen, darin seid ihr gut! Hackt nur schön auf den angeblich Schwächeren rum, stört ja keinen! Und wenn ihr dabei vier gegen einen seid, ist das wirklich mutig!" Ich kam vom Thema ab, doch das störte mich jetzt herzlich wenig. "Oh komm Sirius, lass uns mal die dumme kleine June fertig machen, weil die ja so schlecht in Quidditch ist!", äffte ich James' Stimme nach. "Und den blöden Schniefelus gleich dazu, weil er nicht aussieht wie ein verdammter Angeber! Entschuldigt mal, aber merkt ihr überhaupt noch was?" Der Hunger war mir vergangen. Ich stand auf und stürmte nach oben. "Juni!", rief Jana mir nach und lief mir hinterher die Treppe hinauf. "Nimm ihn doch nicht so ernst, du kennst ihn! Er ist ein spinnender Angeber, nichts weiter!", meinte sie, als ich mich auf ihr Bett fallen gelassen hatte.
"Sorry", murmelte ich. "Ich wollte dir den Abend nicht so versauen." Ich konnte mir vorstellen, wie sehr sich Jana auf Sirius gefreut hatte. "Ist schon okay. Musste dem auch mal gesagt werden", erwiderte Jana mit einem halben Lächeln. In diesem Moment klopfte es an der Tür. "Nun geh schon rein!", hörte ich Sirius Stimme. "Wegen dir heult sie jetzt sicher!" Die Tür ging auf und James kam herein gestopltert (anscheinend hatte Sirius ihn geschubst). Er blickte zu Jana und dann zu mir. "Sorry, wegen eben!" Er kratzte sich verlegen am Kopf und meinte es scheinbar ernst. Ich saß da und starrte ihn an. Das hätte ich nie von ihm erwartet.
"Äh.. ja", entgegnete ich, da ich nicht wusste, was ich sonst hätte sagen sollen. "Gut, und jetzt kommt, die Pizzas werden kalt!", sagte Sirius. "Die Pizzen", verbesserte Jana. "Hä?" "Pizza in der Mehrzahl heißt Pizzen", grinste sie. "Bestimmt", sagte Sirius, nun auch grinsend. Jana nahm ihn in den Arm und zog sie wieder die Treppe hinab.
Zurück blieben ich und James. "Was magst du denn so?", fragte er mich nun und erneut sah ich ihn an, als würde ich die Welt nicht mehr verstehen. "Eh du! Ich will nichts von dir, versteh mich nicht falsch. Ich versuch nur, den Tag zu retten, indem wir uns nicht den Rest des Tages anfluchen. Ich will mich unterhalten!" "Aha?", sagte ich und wusste erst nicht genau, was ich sagen sollte. "Ich geb's auf", seufzte James. "Aber wenigstens hab ich's versucht. Kommst du wieder mit runter?" Ich nickte und folgte ihm die Treppe hinunter. Alle saßen längst wieder in der Küche und ich platzierte mich neben Sevi. "Er hat sich doch tatsächlich bei mir entschuldigt", flüsterte ich ihm ins Ohr. "Bei mir auch", flüsterte er zurück. Ich strahlte ihn an und er lächelte zurück.
"Ist das nicht unnormal?", fragte mich Sevi. Ich zuckte mit den Schultern und wandte mich meiner Pizza zu, als Sirius anfing "Meine Keime" zu spielen und sich so das beste Stück Pizza von Jana ergatterte. "Denkst du das stört mich?", rief sie und schnappte es sich zurück. "Und wenn schon, mir egal ob da deine Sabber drauf ist, immerhin haben wir uns schon geküsst!" Beim letzten Wort spürte ich merklich, wie ich rot anlief. Hoffentlich bekommt es niemand mit!, dachte ich, als es an der Tür klingelte. Jana stürmte hin und schon im Flur konnte ich ausmachen, wer gekommen war. Und zwar der Rest von unserer Bande. Das konnte ja noch ein Abend werden! Ich sah zu Potter herüber, der interessiert seinen Hals streckte, um in den Flur zu blicken.
"Hey Jana, Juni", sagte Bella ohne große Begeisterung und stiefelte mit Voldy, Lucius und Narcissa weiter in die Küche. Wie erstarrt bliebt sie stehen. "Was wollen die denn hier?", fauchte sie und drehte sich zu Jana um. "Es ist immer noch meine Sache, von wem ich Besuch bekomme!", fauchte diese zurück. Verdammt, nicht einen einzigen Abend hatte man seine Ruhe! Gerade hatten wir uns vertragen und es hätte so ein schöner Abend werden können, aber nein... "Wir können ja wieder gehen, wenn es dir nicht passt", sagte Bella spöttisch. "Ja genau, geht am besten wieder, bevor ihr euch die Köpfe einschlagt", stimmte Jana wütend zu und schob sie bereits aus der Küche. Damit hatte Bella wohl nicht gerechnet. "Sind dir diese Verräter lieber als deine Freunde?", zischte sie. "Ach, Freunde nennst du das", entgegnete Jana, "schöne Freunde, die mir sagen wollen, mit wem ich mich abgeben darf und mit wem nicht!" Voldy, Narcissa und Lucius hatten nur stumm zugesehen, doch jetzt meldete sich Voldy zu Wort. "Schön, Jana. Das war's dann. Und du, June, kannst dich jetzt entscheiden." Aha, zwischen ihm und Jana? Ich zeigte mit dem Arm in Richtung Tür und schlug sie kurz darauf hinter ihm und den beiden anderen zu. "Dann eben nicht", sagte ich, klopfte mir die Hände ab und...
"Du willst doch nicht etwa gehen?", fragte ich Severus erschrocken, als er sich an mir vorbei zur Tür drängte. "Doch, June", sagte er leise. Ich schaute fassungslos zu, wie er zur Tür hinaus verschwand, und brach in Tränen aus.
"Juni, es tut mir leid!" Jana kam zu mir herüber und nahm mich in den Arm. "Dem würde ich nicht hinterher heulen!", hörte ich James in der Küche leise zu Sirius sagen, und dieser lachte: "Du bist ja auch kein Mädchen, scheinbar mag sie ihn wirklich. Schaff dir endlich ne Freundin an und du verstehst hoffentlich endlich, wie das ist...", und ich fand Sirius gleich ein wenig sympatischer. "Willst du ihm nicht lieber hinterher?", meinte Jana und sah mich mitleidig an, doch ich schüttelte den Kopf. "Du bist mir wichtiger als diese... diese unechten Freunde", meinte ich und musste schlucken, scheinbar dachte Severus wohl auch so von uns - von mir...
"Sirius!", rief Jana und kaum hatte sie seinen Namen ausgesprochen, stand er auch schon in der Tür. "Mach dich mal nützlich und hol Juni ein Taschentuch." Sirius lächelte und zog eine Taschentuchbox hinter seinem Rücken hervor, scheinbar hatte er mitgedacht. "Danke!", sagte ich und zottelte eines aus der Box. Er legte mir mitfühlend die Hand auf die Schulter und meinte: "Kommst du mit zurück in die Küche? Wenn du hier jetzt rumheulst, wird es auch nicht besser, und wenn James wieder fies wird, wird er mich und Jana kennen lernen!" Ich nickte, trocknete meine Tränen und dachte bei mir, dass Sirius gar nicht so ein schlechter Mensch war, wie ich immer geglaubt hatte.
Noch immer blass und mir ab und zu die Augen trocknend, setzte ich mich wieder auf meinen Platz. Verdammt. Es konnte keine Stunde sein, die wir zusammen gewesen waren. Und jetzt das. Ich schob meine Pizza weg, hatte keinen Hunger mehr. Jana und Sirius sahen mich mitleidig an und hörten anstandshalber auf, sich wie ein frischverliebtes Pärchen zu benehmen. James verzog unbeholfen den Mund zu einem traurigen Lächeln.
Ich ging früh schlafen. Zum einen hatte ich keine Lust, noch irgendetwas zu machen, und zum anderen wollte ich den dreien nicht den Spaß verderben.
Am nächsten Morgen wachte ich spät auf und fand Jana, Sirius und James im Wohnzimmer. "Sie haben hier übernachtet", grinste Jana, als sie meinen fragenden Blick bemerkte. Ich lächelte und dann fiel mir Severus wieder ein. "Was ist eigentlich mit Severus' Sachen?", wollte ich wissen. "Die hat er heute früh abgeholt, als du noch geschlafen hast", erklärte Jana. "Ich hätte ihn ja am liebsten geschlagen, aber man darf ja keine Schwächeren hauen..."
Matt lächelnd ging ich in die Küche und nahm mir eine Schüssel Cornflakes. "Der ist doch echt ein Arsch!", meinte James und setzte sich zu mir. Zustimmend und leicht im Gedanken stimmte ich ihm zu, warum hatte er mich auch für die anderen stehen gelassen? Für den Moment hatte ich sogar vergessen mich mit James zu streiten. Er wollte mich aufheitern und dafür war ich ihm dankbar.
Ein Klackern am Fenster ließ mich aufschrecken. Dort draußen auf dem Fensterbrett saßen in Reih und Glied vier Eulen, eine zerzauster als die andere. "Was ist das denn?", fragte ich leicht verwirrt. In diesem Moment kam Jana in die Küche gestürmt. "Jana, da sind-", fing ich an, doch sie rief: "Die ZAG-Ergebnisse!" Jetzt fiel es mir wieder ein. Klar, die mussten wir ja auch noch kriegen! Jana öffnete das Fenster und eine der Eulen landete neben meiner Cornflakes-Schüssel.
Ich nahm ihr schnell den Brief ab und öffnete ihn, ohne auf den Umschlag zu achten. "Ich hab ein E?" fragte ich verwirrt über diese Zensur. "Meine Prüfung lief doch so hervorragend!", meinte ich entsetzt. "Das ist ja auch meiner!" Sirius schnappte mir den Zettel aus den Händen. "Hier ist deiner!" Er gab mir einen andern Umschalg in die Hand, den ich genauso schnell aufhatte wie den ersten. "Jana, ist das nicht toll? Ich hab ein Ohnegleichen!" "Toll!", stimmte sie mir missmutig zu. "Ich hab nur ein A.", meinte sie und reichte mir ihren Zettel. "Dafür hast du aber ein O in VgddK!", meinte ich beeindruckt, da ich in diesem Fach nur ein A hatte. "Verteidigung ist ja auch mehr als einfach, das hat mir meine Tante alles schon beigebracht. Das was wir da machen ist Kinderkram. Ich freu mich, wenn wir mit den dunklen Künsten anfangen, die machen Spaß!", meinte sie, träumerisch blickend, und ich sah, wie James und Sirius sie verdattert ansahen. "Die dunklen Künste?", fragte Sirius, nicht gerade positv überrascht. "Ja", sagte ich. "Die sind toll... mein Vater hat mir mal den Cruciatus-Fluch gezeigt, an einer Fliege, und ich hätte gut Lust, den jetzt an Severus auszuprobieren..." "Genau! Und was man damit sonst noch so alles machen kann...", fuhr Jana fort. Sirius und James schauten ziemlich komisch, bis James Sirius zuflüsterte: "Was willst du erwarten, sie sind Slytherins..." "Das hab ich gehört!", unterbrach ich ihn. "Und du, du bist Gryffindor! Willst du so alt und grau werden wie Dumbledore? Mit langem weißen Rauschebart?", fragte ich und imitierte Dumbledore, indem ich mir scheinbar nachdenklich über meinen imaginären "Rauschebart" strich. Jana lachte und auch James und Sirius grinsten. "Wo wir gerade bei alt und grau sind", sagte Jana, "Voldy meint, durch die dunklen Künste könnte man unsterblich werden..." Sie schüttelte sich. "Aber bäh, das will ich gar nicht! Wäre ja voll langweilig. Am Ende wird man noch Binns' Nachfolger!" "Echt mal, ohne Rente bis in die Jahrtausende Arbeiten und dann kann er seine verdienten Galeonen noch nicht mal ausgeben, weil er sie nicht anfassen kann!". lachte Sirius erneut und wir lachten mit. "Wie lange unterrichtet er jetzt schon? Mit seinen Lebzeiten zusammen? Ich hab gehört, er soll vor 50 Jahren gestorben sein!", meinte James und ich stimmte ihm zu, da ich das Gerücht auch irgendwo aufgeschnappt hatte.
"So... was machen wir heute?", fragte Jana und blickte in die Runde. Das erinnerte mich an den Nachmittag vor 4 Tagen, als ich zu Jana gekommen war und mit Severus und der ganzen Clique alles noch in bester Ordnung war. Jetzt kam es mir vor, als sei es schon Jahre her.
Alle Anwesenden sahen sich mehr oder weniger ratlos an. "Jemand Lust Quidditch zu spielen?", fragte James, blickte dann zu mir und fügte hinzu: "Ups, ähm, lieber nicht! Vielleicht lieber ne Runde 'Mensch Ärgere dich nicht'?" "Och nö!", meinte Jana und blickte sich im Raum um. "Was haltet ihr von Flaschendrehen?", sagte sie, als ihr Blick auf eine Weinflasche fiel, die auf dem Tisch stand. "Vorher müssen wir die Flasche natürlich noch leer machen!", grinste sie zu Sirius hinüber und als ich den Kopf schon instinktiv schüttelte (ich hasste Alkohol!), fügte sie hinzu: "Und Juni, du machst mit, sonst belege ich dich mit dem Imperio!" "Wir dürfen ja eigentlich gar nicht zaubern", motzte ich. "Lass mich doch trinken was ich will! Und ich will definitiv keinen Alkohol trinken. Aber ich spiele mit." "Na gut", seufzte Jana.
"Aber abfüllen können wir dich auch ohne Zauberei, hab ja zwei starke Helfer bei mir!", lachte Jana und sah mich herausfordernd an. Sirius schnappte sich unterdessen die Flasche, um sie zu öffenen, und James ging in die Küche, um Gläser zu holen. Sirius füllte ein und Jana überreichte mir grinsend mein Glas. "Komm Juni!", meinte sie, "du kannst doch wenigstens ein Glas mittrinken, damit wir auf unsere Prüfungsergbnisse anstoßen können! Davon wirst du doch nicht gleich besoffen!" Misstrauisch beäugte ich mein Glas und nahm es ihr schließlich ab.
"So!" meinte Jana schließlich "Kennt wer ein guten Trinkspruch?" Sirius erhob sein Glas und lachte: "Was weg muss, muss weg!" Achselzuckend fügte Jana hinzu: "Auf unsere Prüfungsergebnisse!" und ich hörte, wie Sirius leise zu Jana flüsterte: "Auf dich!" Sie kicherte und wurde rot. Es dauerte nicht lange, bis die Runde lustig wurde und die Flasche leer war. Ich hatte zwar nur das eine Glas getrunken, aber da ich sonst nichts trank, konnte ich keinen Alkohol ab und war schon von dem einem Glas ein wenig beschwipst.
Wir setzen uns auf den Boden im Kreis uns Jana fing an: "Der, auf den die Flasche zeigt, muss...", sie überlegte, "...Juni einen Kuss geben!" "Öh!", beschwerte ich mich und sah Jana empört an, doch diese zuckte nur grinsend mit den Schultern. Die Flasche fing an sich zu drehen, sie drehte und drehte sich und umso langsamer sie wurde, umso mehr verkrampfte sich mein Magen. Ich wollte weder von Potter noch von Sirius geküsst werden, doch zu meinem Glück landete die Flasche erneut bei Jana. "Och, das gilt nicht. Ich darf noch mal!", sagte Jana, doch ich protestierte. "Was meint ihr?", fragte Jana die anderen beiden, doch diese sahen nur verlegen zwischen uns beiden hin und her. Dann beugte Jana sich zu mir rüber und gab mir einen freunschaftlichen Schmatzer auf die Wange. "Bin ich denn jetzt noch mal dran oder Juni?" fragte sie nun. "Du bist dran", sagte Sirius, "immer der, auf den die Flasche gezeigt hat." Jana dachte nach. "Der, auf den die Flasche zeigt, muss noch ein Glas Wein trinken", sagte sie schließlich, "im Schrank steht noch welcher!" "Och man", beschwerte ich mich. Jana drehte die Flasche und sie zeigte auf Sirius. "Mach ich doch gerne", grinste dieser und trank gleich aus der Flasche. "So... auf den die Flasche zeigt, der muss... Jana einen Kuss geben!" "Ey, bist du einfallslos", beschwerte sich Jana grinsend. Sirius drehte und die Flasche zeigte auf mich. Ich gab Jana ebenfalls einen Schmatzer auf die Wange. Dann schnappte ich mir die Flasche und sagte: "Auf wen die Flasche zeigt, der muss tanzen!", weil mir nichts besseres einfiel. Es erwischte Jana. Seufzend legte sie eine Schallplatte auf und zerrte dann Sirius vom Boden hoch. "Eh, was soll das denn jetzt?", fragte dieser verdattert. "Ich kann nur Wiener Walzer", sagte Jana breit grinsend, "und der geht nun mal nur zu zweit!" Was folgte, war nicht direkt Wiener Walzer, sondern eher eine ziemlich komische Verunstaltung davon. James und ich kippten vor Lachen beinahe um, als Jana und Sirius sich in einer übermütigen Drehung ineinander verhedderten und auf den Boden fielen. "So! Das nenn ich gelungenen Abschluss", grinste Jana, während sie sich wieder richtig hinsetzte. "So... auf den die Flasche zeigt, der muss..."
Einige Flaschendrehungen später hatte ich zwei weitere Gläser Wein intus (und die anderen noch mehr, weil sie nebenbei aus der sowieso schon geöffneten zweiten Flasche tranken).
"Auf den die Flasche zeigt... der muss... Juni einen Zungenkuss geben!", sagte Jana triumphierend. "Nein!!", rief ich. Ich wollte meinen verdammten ersten Zungenkuss nicht bei so einem blöden Spiel bekommen und außerdem hatte mich das gerade wieder an Severus erinnert. "Hab dich nicht so", grinste Jana. Die Flasche drehte und drehte sich und zeigte auf... James.
Verlegen sah er zu mir herüber. "Ähm!", meinte ich, blickte kurz bittend hinüber zu Jana und wollte grade sagen: "Muss ich wirklich?", als James auch schon dichter kam. Er sah mir direkt in die Augen, als ich auch schon bemerkte wie ich rot wurde. "Ist ja süß!", meinte er nur leise und gab mir einen Kuss auf die Lippen. "Ordentlich!", brüllten Jana und Sirius fast in Chor und so langsam kam mir der Gedanke, das die beiden doch
super zusammen passten.
James nahm mich in den Arm und eh ich mich versah, küssten wir uns innig. Es war ein wunderbares Gefühl und ich schlang meine Arme um seinen Hals. Hätte man mir das noch vor einiger Zeit in der Winkelgasse
erzählt, das ich James mal küssen würde, den hätte ich sicherlich für irre erklärt.
"Nun könnt ihr aber auch mal wieder aufhören!", hörte ich Sirius sagen und kam in die Wirklichkeit zurück. Doch scheinbar dachte James gar nicht daran. "Wir wollen weiter spielen!", drängelte Sirius nun erneut und
fügte noch hinzu: "Wenn ihr so versessen aufs Knutschen seit, können wir es ja noch öfters wählen! Oder ihr geht nach nebenan." Langsam ließ James mich wieder los und wir setzten uns wieder zurück zu den anderen. Allerdings behielt James meine Hand in seiner.
Jana flüsterte Sirius etwas zu und die beiden kicherten. Ich bemerkte, dass ich lächelte, schon die ganze Zeit. Vorsichtig sah ich zu James und er grinste mich an. "Hallo? Merkst du noch was?", fragte Sirius
ungeduldig. "Hä?", schreckte ich auf. "Du musst einen Kopfstand machen", sagte Sirius. Ich starrte auf die Flasche, die auf mich zeigte, und begriff. Hastig suchte ich mir einen Platz, der weit genug von den anderen
entfernt war, stützte mich auf meine Arme und schwang unbeholfen die Beine in die Luft. Bautz!, lag ich wieder auf dem Boden. "War immerhin schon ein Anfang", grinste Sirius. "Ich kann nun mal keinen
Kopfstand", verteidigte ich mich. Dann setzte ich mich wieder zu den anderen, diesmal noch ein Stück näher bei James. "Ach, ihr seid ja langweilig", beschwerte sich Jana. "Kommt, wir machen was anderes!" "Ja, ich
hab Hunger", sagte Sirius. Ich schaute auf die Uhr und es war tatsächlich noch nicht mal drei Uhr nachmittags. "Lasst uns was essen gehen", schlug James vor und wir stimmten zu.
Wenig später trödelten wir durch die Innenstadt, wo es viele kleine Restaurants gab. Sirius und Jana gingen Hand in Hand, James und ich liefen hinterher. Schließlich entschieden wir uns für ein italienisches Cafe, wo
wir uns draußen in die Sonne setzten, und bestellten Pizza und zum Nachtisch Eis. "Hach, ist das heute schön", sagte Jana und streckte sich auf ihrem Stuhl. "Die letzten Sommerferientage muss man ausnutzen..." "Ja,
muss man", stimmte Sirius zu und schob ihr einen Löffel von seinem Eis in den Mund. "Hmm, Straciatella! Das ist fast noch besser als Küssen", grinste Jana. "Ach ja?", sagte Sirius und senkte seinen Mund auf den
ihren.
"Wir sind auch noch da!", lachte ich und Jana hörte kurz auf um zu sagen: "Na und?", dann zog sie wieder Sirius zu sich herunter. Ich blickte hinüber zu James, den das alles allerdings nicht störte, denn er stocherte
noch immer in seinem Eisbecher herum, als hinter mir jemand: "Chrm chrm!" machte. Die Bedienung war an unserem Tisch erschienen, eine etwas ältere, rundliche Frau, und sie sah finster zu Jana und Sirius hinüber.
"Das könnt ihr auch wo anders machen, was sollen denn die Leute denken!", totterte sie los. "Dass glückliche Pärchen ihr Restaurant besuchen", murmelte ich, doch sie hatte mich wohl nicht gehört. Jana zuckte nur
mit den Achseln und murmelte: "Olle Muggeloma!", dann fuhr sie fort, Sirius zu küssen. Ich zahlte und somit machten wir uns wieder auf den Weg.
Jana und Sirius liefen vor und in einen Laden, also blieben James und ich allein zurück. "Ähm...", fing er an und ich blickte auf. "Was ich sonst immer alles so zu dir gesagt hab, tut mir Leid. Ich, ähm, war ein Idiot!",
meinte er und ich konnte deutlich erkennen wie verlegen er war. "Das kannste ja wohl laut sagen!", lachte ich und wollte die Unterhaltung ein wenig auflockern. "Du bist schon ganz in Ordnung!", hörte ich ihn sagen.
Ich schaute zu ihm hoch und lief rot an. Hatte er mir da eben etwa ein Kompliment gemacht?
"Weißt du, dass du total süß bist, wenn du rot wirst?", fragte er. "Ähm - jetzt schon", sagte ich und grinste. "Gut." James grinste auch. "Und äh..." "Hm?" "Sag mal... darf ich dich auch ohne Flaschendrehen küssen?"
Komische Fragen stellte er, dieser James. "Ähm.. ja", sagte ich verlegen. Er drückte mich sanft an eine Hauswand und senkte seinen Mund auf meinen. Es war sogar noch schöner als beim ersten Mal, denn diesmal
wusste ich ja, wie es ging...
"Ha! Erwischt!", rief Jana, die gerade wieder aus dem Laden kam. Erschrocken zuckten wir zusammen und fuhren auseinander. "Seid ihr zwei jetzt zusammen? Oder sieht das nur so aus?", fragte sie interessiert und
blickte uns beide abwechselnd an, als Sirius meckernd aus dem Laden kam: "Was für ein oller Muggel-Scherzartikelladen! Die haben ja noch nicht mal die billigsten Sachen, wie beißende Jojos!" Scheinbar hatte er von
James und mir noch gar nichts mitbekommen. In diesem Moment drängelte sich eine alte Oma mit Krückstock an uns vorbei und schimpfte leise vor sich hin. "Respektlose Jugend... keine Achtung vor dem Alter...
Bürgersteig blockieren... in aller Öffentlichkeit küssen...", drang es zu uns herüber. "Küssen?", fragte Sirius mit hochgezogenen Augenbrauen. "Wer hat sich geküsst?" "Die da!" Jana deutete grinsend auf James und
mich. "Hä?!" Er starrte uns mehr verblüfft als alles andere an. "Ich dachte immer, du hasst sie!" Er deutete mit dem Finger auf mich. "Tu ich gar nicht!", meinte James sofort und fügte schnell hinzu: "Zumindest nicht
mehr..." "Aha!", grinste Sirius.
"Super, dann sind wir uns ja einig", sagte Jana, schob James wieder an mich heran und legte unsere Hände ineinander, bevor sie sich wieder bei Sirius ankuschelte. "Hiermit gewinnt ihr offiziell den 2. Platz des
Sommerliebesprächen-Wettbewerbs!" Ich fragte gar nicht erst, wer den 1. Platz hatte, dazu brauchte ich nur sie und Sirius anzuschauen.
"Schnell weg!", zischte Jana plötzlich und schob uns in den nächstbesten Laden, als uns Bella, Voldy und Severus entgegen kamen. "Ich
hab nur keine Lust auf Arger!", meinte Jana, als ich sie ansah. "Der Tag verlief doch bisher gar nicht mal so schlecht!" Ich stimmte ihr zu und sah mich in dem Laden um. Es war ein Buchladen und interessiert
wanderte ich zwischen den Regalen umher, zog hier und da ein Buch heraus, um es mir näher anzuschauen. "Juni! Sie sind weg, wir können weiter", hörte ich Janas Stimme vom Eingang her, aber ich war gerade in
die Inhaltangabe eines Buches vertieft und ignorierte sie einfach. "Juni?" Jana kam in meine Regalreihe. "Och nee!", rief sie, doch sie grinste dabei.
"Wenigstens was Gutes gefunden?", meinte sie und begutachtete mein aufgeschlagenes Buch. Dann schnappte sie sich meinen Ärmel und zog mich ein Stückchen weiter nach vorne. Richtung Tür. "Nur noch einen
kleinen Augenblick!", sagte ich geistesabwesend. "Komm oder ich lass dich allein zurück mit James!", meinte sie lachend und tat so als wollte sie zur Tür gehen. "Nicht!" Ich hielt sie entsetzt am Arm fest. "Ich bezahl
nur noch schnell das Buch und dann komm ich!" Der Verkäufer an der Kasse, der uns schon misstrauisch angeschaut hatte, nahm mir das Geld ab und Sekunden später rannte ich Jana hinterher hinaus aus dem
Laden - und lief James in die Arme. "Du bist ja auf einmal so stürmisch", grinste dieser, und ich trat verlegen zwei Schritte zurück. "Stört mich aber überhaupt nicht", fuhr er fort und legte seine Arme um meinen Hals.
"Jetzt geht's los", hörte ich Jana lachend zu Sirius sagen.
"Aber über uns meckern!", lachte Sirius. "Wann bitteschön hab ich denn das gemacht?", wollte ich von ihm wissen. "Ach, du hast uns doch immer so misstrauisch angesehn, da kann ich mir fast denken, dass du Jana
ein Vortrag gehalten hast." Ich grinste und zuckte kurz mit den Schultern, um kurz darauf James' Hand zu nehmen.
"Tja... und was machen wir jetzt?", fragte Jana. "Die Frage stellst du alle fünf Minuten", grinste ich. "Ist doch so", erwiderte Jana. "Hm... ich hab da schon so eine Idee", sagte Sirius und zog Jana beiseite, um ihr
tuschelnd davon zu berichten. "Geheimniskrämer", sagte ich resigniert. Jana fing an zu kichern, flüsterte James etwas ins Ohr und dieser fing auch an zu lachen. "Stille Post, oder was wird das hier? Dürfte ich es
vielleicht auch erfahren?", wollte ich wissen. "Was denn?" Jana tat unschuldig. Sie, James und Sirius sahen sich verschwörerisch an und mich überkam ein ungutes Gefühl. Ich seufzte und sagte: "Lasst uns wieder
nach Hause gehen." Zu meiner Überraschung stimmten sie alle zu. Sie waren sich doch sonst nicht so einig?
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