Einleitung:
Das Judo hat einen weit verzweigten „Stammbaum“.
Der erste „Vorfahre“ waren die Palastwachen des japanischen Kaisers.
Sie durften keine Waffen tragen, um die Sicherheit des Kaisers auch aus ihren eigenen Reihen zu gewährleisten.
Somit sahen sie sich also gezwungen, einen waffenlosen Kampfstil zu entwickeln.
Es gibt von diesem Ursprung aus gesehen sehr viel Abzweigungen, die aber in manchen Dingen, z.B. in der Art des Fallens, oder des traditionellen Abgrüßens, noch Gemeinsamkeiten haben.
Es sind jedoch auch viele Grundprinzipien verloren gegangen.
Jigoro Kano
Wie ein Gebot von Jigoro-Kano, dem Begründer des Judo :
"Die Menschen sind Rivalen im Wettkampf, aber geeint und Freunde durch ihr Ideal in der Ausübung ihres Sportes und noch mehr im täglichen Leben".
Dieses schließt auch die höchste Achtung vor dem Partner und dessen körperlichen Wohlbefinden mit ein, ein Prinzip das bei vielen Wettkämpfen scheinbar vergessen wird aber den eigentlichen Sinn des Judo Ausmacht; "Sanfter Weg".
Dies ist Jigoro-Kano,
der Begründer des Judo:



Und da er ein so bedeutender Mann im Judo ist kommt nun eine kurze Biografie dieses besonderen Mannes:
Sensei Jigoro Kano wurde am 28. Oktober 1860 in einem Dorf namens Mikage geboren.
1871 verließ er dieses um mit seiner Familie nach Tokio zu ziehen und dort an der Imperial Universität zu studieren.
Er promovierte in Philosophie und Politikwissenschaften.
Er wurde Professor für Nobilität und bekam auch später viele hochgestellte Positionen.
Um mit seinen Studienkollegen mithalten zu können, obwohl er nicht sehr groß und fest war, beschloss er JuJutsu zu erlernen.
Dieses Vorhaben stellte sich aber als gar nicht so leicht heraus, da er anfangs keine Schule fand, die ihn aufnehmen wollte, bis er dann schließlich Sensei Teinosuke Yagi traf, welcher bereit war ihn zu trainieren.
Also trat er in dessen Schule ein und trainierte auch mit ihm.
Seine anderer Trainingspartner war Sensei Masatomo Iso, beide Meister des Tenshin Shinyo Ryu.
Die Richtung Kito Ryu studierte er bei Sensei Tsunetoshi Ikubo, dieser musste jedoch mit der Zeit Kano gestehen, dass Kano bereits zu wissend sei, als dass er Ihn noch weiter unterrichten könnte.
Mit 22 Jahren eröffnete Kano nun Sensei sein erstes eigenes Dojo, dass er den Kodokan nannte und begann dort seinen Weg den Weg des Judo zu unterrichten.
Im Jahre 1882, als er begann als Trainer zu fungieren, hatte er 9 Schüler.
Jigoro's Dojo mit zwölf Tatamis lag im Eisho Tempel, dessen Abbildung ihr hier seht:

Der Eisho-Tempel. Er war Kanos erstes Dojo.
1938 erkrankte er, auf einer langen Reise, die von Kairo über Amerika nach Japan führte, auf dem Rückweg einer Sitzung des olympischen Komitees, an einer starken Lungenentzündung, was auch zu seinem Tod führte.
Judo hatte im Olympischen Sinne einige Probleme anerkannt zu werden, da es immer wieder in die Ecke des harten JuJutsu gerückt wurde, wurde schließlich endlich doch akzeptiert.
Aber es begannen auch einige JuJutsu Meister sich für den sanften Weg Kanos zu interessieren.
Zum Beispiel der berühmte Sensei Hikosuke Totsuka interessierte sich sehr für Judo und die Rivalitäten zwischen Kanos Judo und der Hikosukes-Schule wuchsen.
Um diesen Streit zu schlichten, wurde ein Turnier von der Tokioter Polizei organisiert.
Es gewann der Kodokan und somit das Judo, mit 13 Siegen und 2 Unentschieden.
Nach diesem Sieg stellte sich heraus, dass der Weg des Judo allen anderen Wegen und allen JuJutsu Schulen überlegen war.
Etwa gegen 1887 perfektionierte Kano seine Techniken und 1922 seine spirituellen Wege, es wurde eine kulturelle Bewegung des Kodokan gegründet mit der Maxime der "Maximalen Effektivität, Gegenseitige Achtung und Wohlergehen".
Dieses Prinzip sollte auch heute noch im Judo vorherrschen scheint aber von vielen Turnierkämpfern vergessen zu werden.
Judo :
Geschichte :
Ein Weg zur Gewandtheit....
Der erste Judo-Verein der 1918 von Gunji Koizumi (1885-1965) in London gegründet wurde kann gut als Ausgangspunkt für die Verbreitung des Judo in Europa betrachtet werden.
Mit seiner Gründung verbreitete sich diese neue Sportart über ganz Europa bis 1951 bereits die ersten Europameisterschaften und wenig später 1956 die ersten Weltmeisterschaften stattfanden.
Als eigentliche Sportart gibt es Judo also in Deutschland erst seit knapp 50 Jahren.
Die Wurzeln dieses japanischen Kampfsystems liegen im JuJutsu und wurden von Professor Jigoro Kano dem Geistigen Vater des Judo weiterentwickelt.
Mit 23 Jahren gründete Kano eine eigene JuJutsu Schule und nannte die Disziplin, die er unter richtete, Judo.
Er maß dem Judo einen stark erzieherischen Aspekt bei und setzte seine Schwerpunkte auf das Körperliche Training, die Selbstverteidigung und die Selbstbeherrschung.
Prinzipien und Techniken :
Schlag-, Stoß- und Tritttechniken wurden aus dem modernen Judo entfernt, um Wettkämpfe ohne Verletzungsgefahr für die Sportler zu garantieren.
Training :
Die Körperlichen Voraussetzungen , die man zum Judo mitbringen muss, sind gering. Kondition, Kraft, Gewandtheit werden während des Trainings erworben.
Das Training hat spielerischen und wettkampfmäßigen Charakter, so dass die Einsatzfreude immer groß bleibt.
Der erzieherische Aspekt für Kinder ist sehr hoch.
Über das körperliche Training heraus werden Charaktereigenschaften wie Mut, Selbstdisziplin, Kontaktfreudigkeit, Selbstsicherheit und Friedfertigkeit verstärkt und entwickelt.
Alle Trainer achten während des Unterrichts darauf, dass Höflichkeit und Disziplin dem Partner gegenüber gewahrt wird.
Judo kann in jedem Alter gelernt und praktiziert werden.