JASON

Christian Ex-Gay Ministry

Unser Selbstverständnis

 
  1. JASON betreibt KEINE Psychotherapie und auch keine sonstige Art von Therapie. Wir arbeiten NICHT auf medizinischem Gebiet. Wir sind keine Therapeuten, sondern eine christliche Selbsthilfegruppe. Unsere Ebene ist nicht die Medizin oder Naturwissenschaft, sondern der christliche Glaube und die daraus resultierende praktisch gelebte Nächstenliebe. 
  2. Da wir Homosexualität nicht als "Krankheit" im wissenschaftlichen Verständnis ansehen, gibt es auch keine "Therapie" oder "Veränderung" in diesem Sinne. Unter dem, was andere mit "Therapie" oder "Veränderung" bezeichnen, verstehen wir das, was uns als Christinnen und Christen hilft, unseren Glauben praktisch in der Nachfolge Jesu Christi zu leben. Insofern geben wir auch keine medizinischen Ratschläge, sondern tauschen Erfahrungswerte und Informationen aus und helfen einander, im Glauben zu wachsen. Wir vermeiden deshalb das leicht falsch zu verstehende Wort "Therapie" und verwenden lieber Wörter wie "Heilung" (ebenfalls nicht im medizinischen oder therapeutischen, sondern im christlichen Sinne zu verstehen!) oder "im Glauben wachsen", "gegenseitige Unterstützung" usw.
  3. JASON respektiert die Freiheit jedes Menschen, sich für eine individuelle Lebensweise zu entscheiden. Wir drängen unsere Meinung niemanden auf und erwarten Gleiches auch von anderen.
  4. Wir sehen uns weder als besser noch als schlechter als andere Menschen, die eine andere Meinung vertreten als wir. Wir respektieren die Meinungsfreiheit sowie das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben und fordern dies auch für uns ein.
  5. Wir betrachten andere Menschen als unsere Brüder und Schwestern. Diskriminierung ist für uns als Christinnen und Christen nicht akzeptabel. Ebenso erwarten wir von anderen Menschen, uns mit Würde und Respekt zu begegnen.
  6. Allerdings behalten wir uns das Recht vor - ebenso wie unsere Mitmenschen - unsere Meinung frei sagen zu dürfen und zu unserem Glauben zu stehen. Wir werden uns der Bibel nicht schämen.
  7. Wir werden oft angegriffen, beschimpft und beleidigt. Als Christinnen und Christen vergeben wir diesen Menschen und beten für sie.
  8. JASON ist jederzeit gesprächsbereit und reicht jedem Menschen die Hand zur Versöhnung.
  9. JASON ist überkonfessionell, aber eindeutig christlich geprägt. Wir verlangen aber von niemanden, unseren Glauben zu teilen. Die einzige Voraussetzung für eine Teilnahme bei uns ist der Wille, (im christlichen Verständnis) "frei" sein zu wollen. Menschen, die zu uns kommen, sollten jedoch wissen, das wir eine christliche Organisation sind und zumindest offen hierfür sein. Alles weitere liegt nicht in unserer Hand. Jeder Mensch ist frei, zu glauben und diesen Glauben praktisch zu leben - oder eben nicht. Wir drängen niemanden hierzu - wohlwissend, dass Gott - und der Mensch - Seinen eigenen Zeitplan hat und der Glaube nur als Gnadengeschenk Gottes, aber auch in freier Entscheidung angenommen werden kann.
  10. JASON bekommt von staatlicher Seite keinerlei Unterstützung welcher Art auch immer (ganz im Gegensatz zu vielen homosexuellen Einrichtungen).
  11. JASON fordert jeden auf, die Meinungsfreiheit im Rahmen geltender Gesetze zu respektieren. Wer für sich selbst das Recht einfordert, so zu leben, wie er oder sie gerne möchte und dies öffentlich kund zu tun, sollte doch auch respektieren können, wenn auch andere dasselbe tun - wenn sie hierzu auch eine andere Meinung vertreten.
  12. JASON tritt für die Freiheit jedes Menschen ein, sein Leben so zu gestalten wie er oder sie will. Es sollte jedem freigestellt sein, sich für oder gegen die Annahme einer Identität zu entscheiden, wenn er oder sie das möchte. Ebenso treten wir dafür ein, dass jeder Mensch das Recht hat, wissenschaftlich erprobte Therapien seiner/ihrer Wahl mit dem Ziel seiner/ihrer Wahl einzugehen.
  13. JASON sieht in Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen keine kranke, verwirrte, bemitleidenswerte Leidensgenossen, sondern Menschen wie du und ich. Menschen, denen wir als Christinnen und Christen helfen wollen, ein Leben im Glauben und in der Nachfolge Christi zu führen (sofern sie dies möchten) sowie ihre eigene Identität (wieder-)zuentdecken und so ein erfülltes Leben führen zu können. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass wir uns erst einmal selbst lieben lernen müssen - sonst werden wir nie in der Lage sein, Gott oder andere zu lieben.










Es ist uns durchaus bewusst, dass nicht jeder Mensch mit gleichgeschlechtlichen Neigungen gleich dem anderen ist und dass die Art und Weise, wie Menschen mit solchen Neigungen ihr Leben führen, oft sehr unterschiedlich ist. Wir möchten keineswegs verallgemeinern, sondern vielmehr auf Gemeinsamkeiten hinweisen, die uns aus unseren eigenen Erfahrungen heraus als charakteristisch aufgefallen sind. Nicht, um uns selbst als "besser" hinzustellen, sondern um zum Nachdenken anzuregen - über die eigene Sichtweise und vielleicht auch die unsere.







JASON will Menschen, die ein Ausleben ihrer gleichgeschlechtlichen Neigungen für sich - aus welchen Gründen auch immer - nicht akzeptieren können, einen sicheren Hafen bieten.

JASON will Menschen außerdem dabei helfen, ihre Identität zu finden.

JASON sieht sich dabei dem christlichen Glauben verpflichtet. Als Konsequenz daraus sehen wir für uns auch eine Verpflichtung zum Handeln:

  • Information
  • Seminare
  • Politische Aktivitäten
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Information
  • Selbsthilfegruppen
  • Seelsorge
  • Beratung
  • und vieles mehr!

Unser Programm

Frage: Ihr verwendet ein 14-Schritte Programm. Ist das nicht dasselbe wie diese 12-Schritte-Programme zur Behandlung von Suchtproblemen? Damit wird doch nur eine Verhaltensänderung erreicht!


Antwort: Ein Teil unserer Schritte wurde tatsächlich von den klassischen 12-Schritte Programmen übernommen und speziell für die Bedürfnisse von Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen angepasst, weil sie für hilfesuchende Menschen sehr hilfreich sein können. Zumal auch Suchtproblematiken und damit verbundene zu erzielende Verhaltensänderungen hier eine große Rolle spielen.


Sehen wir uns unsere 14 Schritte doch mal an:




1. We admitted that we were powerless over our homosexuality and that our emotional lives were unmanageable. (Wir haben uns eingestanden, dass wir unserer Homosexualität machtlos gegenüber stehen und dass wir unser Gefühlsleben nicht mehr im Griff haben).


2. We came to believe the love of God, who forgave us and accepted us in spite of all that we are and have done. (Wir haben begonnen, an die Liebe Gottes zu glauben, der uns vergeben und angenommen hat trotz allem, was wir sind und getan haben).


3. We learned to see purpose in our suffering, that our failed lives were under God's control, who is able to bring good out of trouble. (Wir haben gelernt, einen Sinn in unserem Leiden zu sehen. Wir haben ebenso gelernt, dass unsere gefallenen Leben unter Gottes Kontrolle sind, der Gutes aus all dem Schlechten hervorbringen kann).


4. We came to believe that God had already broken the power of homosexuality and that He could therefore restore our true personhood. (Wir haben begonnen, daran zu glauben, dass Gott die Macht der Homosexualität schon gebrochen hat und deshalb unsere wahre Persönlichkeit wiederherstellen konnte).


5. We came to perceive that we had accepted a lie about ourselves, an illusion that had trapped us in a false identity. (Uns ist klar geworden, dass wir an eine Lüge über uns selbst geglaubt haben, eine Illusion, die uns in eine falsche Identität gelockt hat).



6. We learned to claim our true reality that as humankind, we are part of God's heterosexual creation and that God calls us to rediscover that identity in Him through Jesus Christ, as our faith perceives Him. (Wir haben gelernt, unsere wahre Realität zu beanspruchen. Als Menschen sind wir nämlich Teil von Gottes heterosexueller Schöpfung und Gott will, dass wir diese Identität in Ihm durch Jesus Christus wieder entdecken - so wie Ihn unser Glaube wahrnimmt).


7. We resolved to entrust our lives to our loving God and to live by faith, praising Him for our new unseen identity, confident that it would become visible to us in God's good time. (Wir haben uns entschlossen, unsere Leben unseren liebenden Gott anzuvertrauen und im Glauben zu leben, indem wir ihn für unsere neue unsichtbare Identität preisen und darauf vertrauen, dass diese Identität für uns sichtbar wird, sobald Gott dies will).


8. As forgiven people free from condemnation, we made a searching and fearless moral inventory of ourselves, determined to root out fear, hidden hostility, and contempt for the world. (Als Menschen, denen vergeben wurde und die frei von Verurteilung sind, haben wir eine furchtlose moralische Bestandsaufnahme von uns selbst gemacht und sind entschlossen, Furcht, versteckte Feindseligkeit und Verachtung für die Welt auszumerzen).



9. We admitted to God, to ourselves, and to another human being the exact nature of our wrongs and humbly asked God to remove our defects of character. (Wir haben vor Gott, vor uns selbst und vor einem anderen Menschen all unsere Fehler schonungslos eingestanden und Gott demütig gebeten, die negativen Aspekte unseres Charakters zu entfernen).


10. We willingly made direct amends wherever wise and possible to all people we had harmed. (Wir haben versucht, soweit als möglich jeglichen Schaden, den wir anderen zugefügt haben, wieder gut zu machen).


11. We determined to live no longer in fear of the world, believing that God's victorious control turns all that is against us into our favor, bringing advantage out of sorrow and order from disaster. (Wir haben uns entschlossen, nicht mehr länger in Furcht vor der Welt zu leben, da wir glauben, dass Gottes siegreiche Kontrolle alles, was gegen uns steht, zu unseren Gunsten wendet und etwas Gutes aus den Sorgen hervorbringt sowie Ordnung aus dem Chaos).


12. We determined to mature in our relationships with men and women, learning the meaning of a partnership of equals, seeking neither dominance over people nor servile dependency on them. (Wir sind entschlossen, in unseren Beziehungen zu Männern und Frauen zu reifen und die Bedeutung einer Partnerschaft von gleichberechtigten Partnern zu lernen, wobei wir weder Dominanz über Menschen noch Abhängigkeit von ihnen suchen),


 

13. We sought through confident praying, and the wisdom of Scripture for an ongoing growth in our relationship with God and a humble acceptance of His guidance for our lives. (Wir haben durch vertrauensvolles Beten und die Weisheit der Bibel ein andauerndes Wachsen unserer Beziehung zu Gott gesucht, sowie ein demütiges Annehmen Seiner Führung für unser Leben).


14. Having had a spiritual awakening, we tried to carry this message to homosexual people with a love that demands nothing and to practice these steps in all our lives' activities, as far as lies within us. (Nachdem wir ein spirituelles Erwachen erleben durften, versuchen wir nun, diese Botschaft an andere Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen heranzutragen - mit einer Liebe, die nichts verlangt und nichts fordert. Wir werden diese Schritte in allen Bereichen unseres Lebens praktizieren, so weit uns dies möglich ist).




Selbst ohne hier die Schritte näher zu erläutern, dürft schon anhand der Titel für jeden nachvollziehbar sein, dass es hier um weit mehr als nur um Verhaltensänderungen geht.

Selbst konventionelle 12-Schritte Programme konzentrieren sich nicht alleine auf das Verhalten. Ohne eine grundlegende Änderung der inneren Einstellung wäre wohl auch ein Suchtproblem nicht zu meistern. Selbst wenn diese innere Änderung noch nicht da ist, ist es aber unerlässlich, das Verhalten zu ändern!

Inzwischen gibt es auch 12-Schritte Programme auf christlicher Basis, die den Rahmen noch erheblich erweitern. Hier kann schon längst nicht mehr nur von reinen Verhaltensänderungen gesprochen werden.

Homosexuals Anonymous mit seinen 14 Schritten geht noch erheblich weiter. Bei uns steht Gott im Mittelpunkt.

Douglas McIntyre, Mitgründer von HA, hat in einem Vortrag auf der internationalen Konferenz von HA im September 2006 gemeint: "Der Grund, warum viele nicht geheilt werden, ist, weil sie nicht wirklich glauben, dass es geschehen kann!" Weiterhin meinte er, als sie damals (zeitgleich mit Exodus vor ca. 30 Jahren!) angefangen haben, hatten sie keine der vielen schlauen psychologischen Bücher (so nützlich sie auch sein mögen). Alles, was sie hatten, war die Bibel. Und das ist auch alles, was Doug bis heute hat. Wer ihn getroffen hat, kann bezeugen, was für eine unglaubliche Ausstrahlung von ihm ausgeht und welch starken Glauben er vermittelt. Er ist inzwischen Familienvater mit erwachsenen Kindern!

Kürzlich meinte jemand, man dürfe den Menschen nicht erzählen, ihr Glaube könne sie heilen. Damit würde man sie nur frustrieren. Sowas machen nur Charismatiker. Vielmehr solle man wohl all den psychologischen Konzepten hinterherlaufen, die es momentan gibt.

Dazu folgendes: es ist ein Armutszeugnis, eine Bankrotterklärung dem christlichen Glauben gegenüber, so etwas auch nur zu denken. (Nützliche Bibelstellen hierzu gibt es viele. Wie wäre es mit Apostelgeschichte Kapitel drei und vier?).

Wir achten und respektieren all diejenigen, die mit besten Absichten - und vielen psychologischen Konzepten Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen helfen möchten. Sicherlich ist vieles davon hilfreich und die Arbeit, die diese Menschen leisten, außerordentlich.

Wir möchten aber davor warnen, alleine diesem Bereich zu vertrauen und sich von der Macht des Glaubens zu verabschieden. Im allgemeinen ist niemand dieser - wenn auch gutmeinenden - Helfer Psychiater, Psychologe oder Psychotherapeut, die tatsächlichen wissenschaftlichen Fachkenntnisse sind also sehr begrenzt. Zum anderen betrachtet moderne Wissenschaft Homosexualität weder als Krankheit noch als psychische Störung, daher auch nicht als behandlungsbedürftig. Homosexualität wird als gleichwertige Form sexuellen Begehrens gesehen.

Selbst wenn man aber Psychologe o.ä. wäre - Wissenschaft kann sich ändern. Der Glaube und die Bibel, auf der er sich gründet, bleibt felsenfest.

Soll man sich also zurück lehnen und nichts tun, da Gott uns ja "heilt" ("heilt" im christlichen Sinne, nicht im psychotherapeutischen)?

Nein. Gott hat von uns immer verlangt, dass wir uns aktiv für Ihn entscheiden. Dass wir unseren Teil tun und täglich unser Kreuz auf uns nehmen und Ihm nachfolgen - egal, wie schwer und lange es dauern wird. Natürlich und selbstverständlich kann Er uns auch "auf einen Schlag" heilen - und hat dies auch schon bei Menschen getan. Aber Er alleine entscheidet, ob wir durch einen Lernprozess gehen sollen und Ihm so immer wieder bezeugen können, dass wir in jeder Situation zu Ihm halten, oder ob wir alleine durch die Kraft unseres Glaubens in kürzester Zeit frei sind.

Psychologie und das Verstehen von Hintergründen, die zur Entstehung unserer gleichgeschlechtlichen Neigungen beigetragen haben, ist sicherlich wichtig - und mit ihr die Arbeit, die sich darauf gründet.

Psychologie alleine liefert aber weder die Motivation noch den Weg, um Freiheit ("Freiheit" wiederum im christlichen Sinn) zu erlangen. Psychologie kann sich ändern - der Glaube nicht. Was weltliche Wissenschaft betrifft, kann man sich immer irren. Die Bibel bleibt.

Letztendlich ist es für mich als Christ zwar interessant, zu erfahren, welche Faktoren zu meiner Neigung beigetragen haben, letztlich aber zweitrangig. Gott hat mich mehrfach in ungewöhnlich scharfer Form davor gewarnt, dieser Neigung nachzugeben - gleich welche Ursache sie hat. Und dies hat Er nicht getan, weil Er mich gerne herum kommandiert, sondern weil Er mich liebt und nicht will, dass mir etwas geschieht. Er weiß um die Konsequenzen meines Tuns, sollte ich mich von Ihm abwenden.


Was die Findung unserer wahren Identität betrifft, so ist dies bei HA ein zentraler Punkt. Unter Identität verstehen wir aber nicht dasselbe wie weltliche Wissenschaft. Unsere wahre Identität finden wir auch nicht in Büchern von Nicolosi & Co - so wichtig sie auch sein mögen. Unsere wahre Identität finden wir alleine in dem, als dessen Ebenbild wir geschaffen wurden: in Gott. Wenn wir zu Ihm aufschauen, sehen wir unser wahres Ich.


In HA verwenden wir viele Hilfsmittel, die uns und anderen geholfen haben, unsere Situation zu verstehen. Seien es nun hilfreiche Bücher, die wir zusammen lesen und besprechen, Filme, die wir anschauen oder gemeinsame Aktivitäten.

Wichtig ist für uns, nicht nur vor dem Bösen wegzulaufen (Vermeidungsstrategien und Ablenkungstechniken, auch wenn uns diese unterstützen, uns nicht in Gefahr zu begeben), sondern auch zum Guten hin zu laufen (unsere wahre Identität in Jesus Christus zu finden, wenn möglich zerbrochene Beziehungen zu Freunden und Verwandten wieder her zu stellen, sinnvolle Aktivitäten zu finden. sich sozial und in der Gemeinde zu engagieren, tägliches Gebet und Bibelstudium sowie gesunde gleichgeschlechtliche Beziehungen um das hinter Homosexualität stehende Bedürfnis auf gesunde art und Weise zu befriedigen - und natürlich der Aufbau unserer Männlichkeit/Weiblichkeit). Robert bietet z.B. auch das "Men's Fraternity"-Programm an (siehe
www.freewebs.com/mensfraternity).

Hier etwa unser Rechenschaftsbericht. Dieser war ursprünglich nicht Teil von HA, wurde aber zuerst im Online-Programm, dann auch in lokalen Gruppen eingeführt. Zum einen folgt er dem biblischen Prinzip, sich gegenseitig Verfehlungen einzugestehen (nur Sünde sucht die Verborgenheit! Bekennen ist der erste Schritt zur Vergebung!), zum anderen hilft uns dieser Bericht, unsere Aufmerksamkeit auf zentrale Punkte zu lenken.

Im Gegensatz zu traditionellen 12-Schritte Programmen ist hierbei die Mitwirkung der Brüder und Schwestern erwünscht, die sich gegenseitig unterstützen und motivieren sollen. Es ist ausdrücklich gewünscht, sich gegenseitig vorzuschlagen, was man tun könnte, um es nächste Woche besser zu machen. Nicht, weil man gerne weise Ratschläge erteilt und sich besser fühlt als der Andere. Wir sitzen alle im selben Boot und sind uns dessen sehr wohl bewusst. Wir wollen uns gegenseitig helfen, und der Austausch von Tips und Erfahrungen hat sich als extrem hilfreich und auch von allen Seiten erwünscht gezeigt.


Hier ist er also:




Rechenschaftsbericht von Homosexuals Anonymous (online):

1) Hast du das Gefühl, du warst diese Woche in Verbindung mit Gott? Bitte erkläre dies.
2) An wie vielen Tagen hast du diese Woche eine ruhige Zeit mit Gott verbracht? (Alternativ: an wie vielen Tagen hast du in der Bibel gelesen?)
3) Was hat dich Gott diese Woche gelehrt?
4) Hast du diese Woche einen Gottesdienst besucht?  Wenn nicht, warum nicht? Und: wie sah es mit deinem Engagement in deiner Gemeinde, in sozialen Organisationen und für Menschen in Not aus?
5) Welche Schritte hast du diese Woche unternommen, um eine gesunde männliche (weibliche) Beziehung mit jemand zu beginnen oder fortzusetzen? 
6) Hast du das Gefühl, du hast diese Woche Fortschritte gemacht? Erkläre dies.
7) Hast du dich diese Woche sexuell betätigt?  (Masturbation, Pornographie  und jede andere homosexuelle Aktivität wie etwa Fantasien zuzulassen, unangemessene zweite Blicke auf jemand oder etwas. Sei bitte genau und sage uns, wie oft du das getan hast!)
8) Was könntest du nächste Woche tun, um deine Brüder (Schwestern) zu ermutigen und zu unterstützen? Wen im Besonderen?
9) Hast du diese Woche nützliche Literatur gelesen, Filme angesehen oder Veranstaltungen/Seminare besucht?
10) Erzähle uns von positiven Dingen, die letzte Woche geschehen sind und für die du dankbar sein solltest.
11) Hast du diese Fragen ehrlich beantwortet? Wenn nicht, warum nicht?



Weitere Charakteristika von HA ist etwa die Dauer des durchschnittlichen Aufenthalts eines Mitglieds in den Gruppen (prinzipiell kann jeder bleiben, so lange er will - die meisten
bleiben auch längere Zeit, oft sogar über mehrere Jahre).

Ebenso charakteristisch ist die enge Verbindung zwischen den Mitgliedern, die sich im Laufe der Zeit aufbaut sowie
 der durchschnittlich hohe Informationsstand sowie die Motivation unserer Leiter.

Wir sehen uns als eine Familie - und behandeln uns auch so.

Dies führt zu einem weiteren Punkt von HA: die nicht-hierarchische Struktur und die familiäre Beziehung - auch auf
internationaler Basis.

Zentraler Inhalt von HA ist und bleibt aber unser christlicher Glaube. Wissenschaft kann und wird sich ändern -
die Wahrheit der Bibel bleibt bestehen bis ans Ende aller Tage.

Wir haben erkannt, dass wir dort gescheitert sind, wo wir versucht haben, mit eigener "Weisheit" Erfolg zu haben
und das Ganze unter Kontrolle zu bringen. Jetzt, wo wir uns voll und ganz Gott anvertraut haben, fühlen wir uns
endlich sicher und geborgen.


Abschließend dürfen wir sagen, dass wir uns solidarisch mit allen Einrichtungen sehen,
die Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen helfen wollen. Auch wenn
unsere
zutiefst christliche Vorgehensweise sich vielleicht von anderen Einrichtungen unterscheidet,
sehen wir uns nicht als Konkurrenz oder gar als "besser" als andere, sondern als deren
Ergänzung.


Wir bieten jedem, der dies möchte, unsere helfende Hand an und gehen mit ihm oder ihr den
Weg hin zu Jesus!








"Ehemalige" und "änderungswillige" Homosexuelle?

Ja, wir sehen uns als "ehemalige" Homosexuelle!

Heißt das, wir hätten die Menschen, die zu uns kommen, umgepolt?

Nein! Einige von uns haben durchaus noch gleichgeschlechtliche Empfindungen. Es heißt vielmehr, dass wir als "Homosexuelle" zu JASON gekommen sind (wir haben uns selbst als "schwul" oder "gay" bzw. "lesbisch" bezeichnet) - und als Heterosexuelle gehen.

Es macht für uns einen ungeheuren Unterschied aus, ob wir uns als "Homosexuelle" sehen (eine im übrigen noch relativ neue Wortschöpfung!) oder ob wir uns als Heterosexuelle sehen - die eben (aus welchen Gründen auch immer - und seien sie "genetisch mitverursacht"!) auch gleichgeschlechtliche Neigungen haben! Wir definieren uns aber nicht darüber, sondern finden unsere Identität im Blick auf den, in dessen Abbild wir erschaffen wurden: Gott!

Wir sehen uns auch als "änderungswillig". Bedeutet das nun, wir legen uns auf die Couch eines Psychiaters und lassen uns "umpolen"?

Nein! Wir sind eine christliche Selbsthilfegruppe - und als solche ist "Änderung" eine Frage des Glaubens und des Lebens in der Nachfolge Jesu Christi sowie der Art und Weise, wie wir uns selbst sehen und definieren (siehe oben).

 

Ihr seid doch nur gehorsam leidende Christen! Oder zumindest gehorsam leidende Homosexuelle!

Was das Wort "Christen" angeht, so bemühen wir uns allerdings, dies zu sein, wenngleich das nicht Voraussetzung ist, um bei uns teilzunehmen.

"Homosexuell" würden wir uns nicht nennen. Ja, wir haben gleichgeschlechtliche Empfindungen, sehen uns aber nicht als "Homosexuelle" oder gar als "Gays", sondern als ganz normale Heterosexuelle, die - aus welchen Gründen auch immer - eben diese Empfindungen haben.

Was den Gehorsam angeht: die unter uns, die Christen sind, sind allerdings der Meinung, dass man als Christ - unabhängig von sexuellen Empfindungen - auch gehorsam gegenüber den Geboten und dem Willen Gottes sein muss.

Aber "leidend"?

Mit welchem Recht und mit welcher Arroganz und Überheblichkeit meint man eigentlich, behaupten zu wollen, dass jeder, der diese Empfindungen nicht gleich auslebt, "leiden" muss? Es gibt viele andere Männer und Frauen, die nicht gleichgeschlechtlich empfinden und trotzdem nicht "leiden", wenn sie mal keinen Sex haben!

Was die Menschen bei JASON lernen, ist ein erfülltes Leben zu führen - ohne dabei ihre gleichgeschlechtlichen Empfindungen auszuleben. Manche heiraten und gründen Familien, andere bleiben Singles, haben aber einen Sinn und eine Orientierung in ihrem Leben gefunden.

Wir behaupten nun keineswegs, dass praktizierende "Gays" dies nicht finden könnten. Nur - unser Sinn und unsere Orientierung ist ganz einfach anders als deren Sinn und Orientierung.

Viele von uns haben aber sehr wohl die Erfahrung gemacht, dass man auch - und gerade! - dann leiden kann, wenn man seine gleichgeschlechtlichen Empfindungen auslebt. Das ging in vielen Fällen lange "gut" und hat "Spaß" gemacht. Langsam stellte sich aber eine Ernüchterung und schließlich eine Verbitterung und noch ganz andere Konsequenzen ein...

Nein, die Menschen, die zu uns kommen, kommen nicht deshalb, weil es ihnen nicht gelungen ist, "erfüllte" homosexuelle Beziehungen zu führen. Ganz so einfach sollte man es sich dann doch nicht machen. Sie kommen aus freiem Entschluß und können ein homosexuelles Leben nicht mit ihrem christlichen oder sonstigen Moral-, Wert- und Glaubensvorstellungen vereinbaren.

Und das sei ihnen doch wohl gestattet. Es wäre schön, wenn man das ganz einfach so annehmen könnte, ohne sich darüber lustig machen zu wollen. Einfach nur anderen Menschen denselben Respekt zollen, den man jahrzehntelang für sich selbst eingefordert hat!

 

Homosexuals Anonymous

Statement on the Healing of Homosexuality


The following are ways in which the framework of recovery, as proposed by H.A., is different in comparison to the framework of much secular psychology and psychiatry.

1. Often, secular psychology and psychiatry tends to define the person's sexuality in terms of physical and emotional responses (i.e., if you have homosexual desires, you are "a homosexual"). H.A. does not. Sexuality is determined by a much wider set of values: those of the person's relation to God, self and the world.

2. Much secular psychology and psychiatry sees homosexuality as a fixed condition ("once a homosexual, always a homosexual"). H.A. does not. Because of our wider definition of sexuality, we see homosexuality as a symptom of a confused identity in relation to God, self and the world.

3. Cure, or recovery, to many secular psychology and psychiatry, means a shift on the Kinsey scale from 6 to 0 (i.e., you are cured if your desires change totally from those for the same sex to those of the opposite sex). H.A. sees that recovery involves a much wider set of values: for example, the ending of anger and resentment toward God and parents, an acceptance of self in relation to God, and a feeling of safety in a world that, though seemingly alien, is nevertheless under God's loving control.

The changing of these perceptions, both cognitively (thinking) and affectively (feeling), gradually modifies the person's sexual identity and compulsive drives, bringing a healing repentance of destructive behavior and introducing more positive attitudes towards the opposite sex and the possibility of choice.

Inclination-shift (change in sexual feelings) is, therefore, gradual and dependent on the above altered perceptions, many of which are ignored by secular psychology and psychiatry.

4. Secular psychology and psychiatry is often limited in its ability to motivate a client and therefore frequently encourages the person struggling with homosexuality to accept himself or herself as "gay" or "lesbian" and learn to live with it. The Christian therapist or counselor has more from which to inspire motivation: the love and acceptance of God, bringing with it freedom from guilt and the renewed will to emotional growth.

5. Secular psychology and psychiatry generally have failed to see the marvelous resources for emotional growth available to it within the Christian community. H.A. draws heavily upon these resources and the results leave no doubt that people can recover from homosexuality.


Ex-Gay??

Manche Menschen vertreten die Ansicht, Einrichtungen wie die unsrige sollten sich nicht "Ex-Gay Ministry" nennen, da wir uns so nur über unsere Vergangenheit definieren. Wir sehen das nicht so eng. Auch ein Name wie "Exodus" verweist ja letztlich nur darauf, dass man etwas hinter sich lässt. Und genau darauf wollen wir verweisen: wir lassen unsere Vergangenheit hinter uns. Wir blicken nach vorne und fangen ein neues Leben an. Unser altes Ich ist mit Jesus am Kreuz gestorben. Er hat sich kreuzigen lassen, damit wir frei sein können - ein neues Geschöpf in Seiner Nachfolge!


Bei mir tut sich aber nichts - ich bin immer noch schwul! Heisst das vielleicht, dass ich nicht genug glaube?

Es wird ja Organisationen wie der unseren oft vorgeworfen, wir würden versuchen, Menschen umpolen zu wollen. Da das natürlich nicht geht, würden wir sie nur noch tiefer in den Selbsthass und die Verzweiflung treiben. Und wenn sie sich dann nicht "ändern", würden wir ihnen einfach sagen, sie würden eben nicht fest genug glauben, oder hätten gar einen Dämon oder was auch immer.

Es ist schon interessant, dass niemand der Menschen, die uns dies vorwerfen, je selbst mit uns gesprochen hat. Wäre es nicht fair, sich erst einmal selbst davon zu überzeugen, ob wir tatsächlich derartiges tun oder verbreiten?

Also: wir polen niemanden um. Glauben wir an Veränderung? Selbstverständlich. Es soll an dieser Stelle nicht auf wissenschaftliche Argumente eingegangen werden (siehe kürzlich veröffentlichte Langzeitstudie über religiös motivierte Veränderung). Sie zu leugnen, würde aber heißen, die tausenden von Menschen weltweit zu leugnen, die Veränderung erfahren haben.

Heißt das, dass wir keinerlei gleichgeschlechtliche Empfindungen mehr haben? Nein, nicht unbedingt. Aber wir lassen uns von ihnen nicht mehr unser Leben bestimmen. Wir sehen uns auch nicht als "homosexuell", sondern als Heterosexuelle, die - aus welchen Gründen auch immer (und seien sie "genetisch"!) - gleichgeschlechtliche Empfindungen haben.

Und als Christen sind wir fest von der Kraft des Glaubens und des Gebets überzeugt. Nur liegt wohl bei den meisten eine falsche Auffassung vor, was Beten angeht. Wir bitten Gott nicht, gleichgeschlechtliche Neigungen von uns zu nehmen - und wenn es dann nicht klappt, klagen wir Ihn - oder unseren schwachen Glauben! - an. Wir vertrauen Ihm und lassen uns von Ihm leiten - wohl wissend, dass wir nie falsch liegen können, wenn wir Seinen Geboten folgen. Ja, wir können ein Ausleben von gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht mit unserem christlichen Glauben vereinbaren. Wir bekommen aber deshalb keine Depressionen oder Angstzustände, wir hassen uns deshalb nicht - und ebensowenig hassen wir die, die aktiv und offen ihre gleichgeschlechtlichen Neigungen ausleben. Aus unserer eigenen Erfahrung können wir aber sehr wohl sagen, dass bei vielen von uns ein Ausleben dieser Neigungen mit erheblichen psychischen Problemen verbunden war.

Wir denken auch nicht, dass diese Neigungen dämonischen Ursprungs sind. Wir glauben aber auch nicht, dass es uns zum Schaden gereicht, wenn wir Gott nachfolgen.

Es ist für uns nicht vorrangig, ob wir nun rein heterosexuell empfinden oder nicht. Was uns allerdings schon wichtig ist, ist ein Leben in der Nachfolge Jesu Christi zu führen. Und diese Freiheit sollte man uns doch lassen, ohne uns dabei ständig mit Vorwürfen zu überschütten.

Allerdings ist uns auch bewusst, was Jesus uns hinterlassen hat. Er meinte, die Menschen hätten Ihn gehasst (und letztlich ja auch ans Kreuz geschlagen!) - warum sollte es uns da besser gehen, wenn wir Ihm nachfolgen? Wir müssten uns eher Sorgen machen, wenn die ganze Welt nur gut von uns spricht!

 

Anmerkung

Übrigens: kürzlich schilderte ich in einem Interview die 80-er, als ich in die schwule Szene in München kam. Hier berichtete ich davon, dass Freddy Mercury teilweise hier gelebt hat, wir wilde Partys gefeiert haben usw. Um es gleich klar zu stellen: das heißt NICHT, dass ich wilde Partys mit Freddy gefeiert habe, sondern dies ist eine Aufzählung von Ereignissen, die sich in etwa in den selben Jahren abgespielt haben!!

Robert


Therapie?

Wir wollen hier nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir NICHT medizinisch arbeiten, KEINE Therapeuten sind oder Therapie in irgendeiner Form betreiben.