JASON

Christian Ex-Gay Ministry

Rob's Story

Out of the Gay - Into the Light!

 

Wenn mir jemand vor einigen Jahren gesagt hätte, ich würde einmal das Leben führen, das ich heute führe, hätte ich wahrscheinlich nur gelacht. 

 

Ich werde heuer 40 Jahre alt – und wenn ich auf mein vergangenes Leben zurück blicke, habe ich allen Grund, Gott dankbar zu sein. Es hat lange

gedauert, bis ich Ihm mein Leben übergeben habe, als ich dann aber so weit war und Ihn um Hilfe gebeten habe, ist Er auch gekommen – mit aller

Macht und Gnade. 

 

Zu meiner Geschichte:

 

Ich bin in einem kleinen Ort in der nördlichen Oberpfalz aufgewachsen. Zur damaligen Zeit existierte das Thema „Homosexualität“ gar nicht.

Mir ging es wie vielen anderen Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen – ich merkte schon sehr früh, dass etwas an mir anders war.

Viele Jahre später – als ich jedem erzählte, ich sei „schwul“ – habe ich dies uminterpretiert: Ich sei schon seit Kindheit an schwul gewesen.

Schon seit ich denken kann. Heute kann ich nur sagen, ich habe damals meine eigene Identität rückwirkend umdefiniert. Ich war „anders“, das

ganz bestimmt. Mit „Schwulsein“ hatte das aber nichts zu tun. Was weiß ein Vierjähriger schon von Homosexualität? Nein, ich war einfach nur anders.

 

Meine Eltern mussten beide schwer arbeiten, um für uns Kinder zu sorgen. Und wenn sie dann nach der Arbeit nach Hause kamen, waren sie

verständlicherweise oft müde. Zu meinem Vater hatte ich wenig emotionalen Kontakt. Als Kleinkind ist er ab und zu mit mir spazieren gegangen

und hat mich auch ins Bett gebracht und mit mir gesprochen. Das war es dann aber auch. Manchmal habe ich ihn gebeten, mit mir zu spielen oder

etwas zu unternehmen, aber irgendwie wollte er nicht so recht. Kurz und gut: mein Vater war eigentlich ein völlig fremder Mensch für mich.

Ich wusste auch kaum etwas über ihn und seine Vergangenheit. Irgendwann gab ich es auf, zu fragen.

 

Meine ganze Kindheit über hatte ich das Gefühl, nicht geliebt zu werden. Da war niemand, der mich in den Arm nahm, der mir sagte, dass er mich liebt

oder dass er stolz auf mich ist.

 

Es hat Jahrzehnte gedauert, bis ich begriffen habe, dass ich nicht meiner Kindheit die Schuld dafür geben darf, was ich später mit meinem Leben mache.

Dass ich begriffen habe, dass mich meine Eltern sehr wohl liebten, aber offensichtlich Schwierigkeiten hatten, dies zu zeigen. Was ja auch verständlich ist:

beide hatten den Krieg miterlebt – und um das zu überleben, muss man wohl den emotionalen Stecker ziehen, also seine Gefühle abschalten. Es ist aber

später sehr schwer, diese Gefühle wieder einzuschalten. Beide hatten auch eine sehr schwere Kindheit hinter sich. Wie soll man etwas weiter geben, das

man selbst nie erfahren hat?

  

Es hat auch lange gedauert, bis ich begriffen habe, dass ich weit davon entfernt war, ein guter Sohn zu sein. Ich habe trotz allem allen Grund, meinen

Eltern dankbar zu sein, sie lieben und zu ehren.

 

Und genau das tue ich: ich liebe meinen Vater und meine Mutter sehr, bin beiden dankbar und hoffe, dass sie eines Tages auch stolz auf

mich sein werden. Leider habe ich es verpasst, meinem Vater zu sagen, dass ich ihn liebe. Er ist vor einigen Jahren verstorben. Somit

kann ich nur meiner Mutter zeigen, dass aus ihrem Sohn vielleicht doch noch etwas geworden ist – jemand, der sie liebt, ehrt und für sie da ist.

 

 

Zurück zu meiner Geschichte:

 

Irgendwann hatte ich also den emotionalen Kontakt zu meinem Vater verloren (wofür ich keineswegs ihm die Schuld gebe!). Zwar lief ich

mit den Nachbarjungs durch die Gegend, aber irgendwann verlor ich doch den Kontakt zur Welt der Männer. Irgendwie fühlte ich mich als

ein völlig Fremder. Eine Art Marsmensch, den man hierhin versetzt hat. Ich habe nie gelernt, was es heißt, ein Mann zu sein, welche

Aufgaben und Pflichten ein Mann hat, was einen christlichen Mann ausmacht. Die meiste Zeit war ich alleine – ohne jegliche Orientierung und

Richtungsweisung.

 

Bald schon fand ich heraus, dass Masturbation & Pornos ein gutes „Schmerzmittel“ gegen Traurigkeit, Alleinsein, Langeweile – was auch immer –

sind. Homosexuelle Fantasien kamen auf.

 

Heute wundert mich das auch nicht. Wir werden ja sexuell immer von dem angezogen, was „anders“ ist als wir. Ich bin kein Psychologe, aber ich

denke mal, dass - wenn ich mich also nicht als „richtiger Mann“ sehe -  das durchaus dazu beitragen kann, dass ich von dem „anderen“ – also von

dem, was ich als „maskuline Männer“ sah – angezogen werde. Und wenn in der Pubertät die ersten sexuellen Gefühle einsetzen, vermische

ich das alles und werde von Männern sexuell angezogen. So empfand ich es zumindest.

 

Heutzutage hört man ja oft, dass man so „geboren“ werde. Ohne jetzt an dieser Stelle wissenschaftliche Argumente anzuführen (meines Wissens

nach gibt es für diese These bisher nicht einen einzigen Beweis!), ist es doch interessant, wie sehr man sich auf diesen Punkt konzentriert. Manche

Homosexuelle werfen uns Christen ja (zu Recht?) vor, dass wir uns zu sehr darauf konzentrieren, dass Homosexualität ein reines Verhaltens- oder

ein reines psychologisches „Problem“ sei – und somit auch überkommen werden könne. Wenn man also nachweisen würde, man wäre so geboren,

wäre man fein raus. Andererseits scheint es manchen sehr wichtig zu sein, für sich selbst diese „Angeborenheit“ zu akzeptieren.

 

Aber warum eigentlich? Wenn ich als heterosexueller Mann von Frauen mit blonden Haaren angezogen werde, geht das für mich – und wohl auch für

Gott – in Ordnung. Niemand würde hier auf die Idee kommen, nachzuforschen, ob das „angeboren“ sei. Und wenn schon! Es ist eben so und es ist

in Ordnung so, wie es ist. Warum also dieser ständige Drang, nachzuweisen, dass man „schwul geboren“ sei? Warum diese Entschlossenheit,

mit der man gleichzeitig gegen „Ex-Gay Ministries“ (also Einrichtungen, die anderen bei ihrem Weg aus der Homosexualität helfen) kämpft und sie

zum Schweigen bringen will? Kann es sein, dass man – sollte man akzeptieren, dass es nur einen EINZIGEN Menschen gibt, der dies geschafft, hat,

für sich selbst keine „Ausrede“ mehr hat?

 

Gehen wir doch einmal der Diskussion willen darauf ein: sagen wir, es gäbe ein „schwules Gen“. Und? Macht das irgendetwas „richtiger“? Viele

Sachen können angeboren sein – als Christ würde das für mich persönlich einfach heißen, ich muss dann eben lernen, damit zu leben. Ich bin kein

Sklave meines Gencodes und kann frei entscheiden, welches Leben ich führen möchte. Gott hat uns bestimme Regeln mit auf den Weg gegeben –

nicht weil Er uns gerne herum kommandiert, sondern weil Er uns liebt und uns vor möglichen Konsequenzen bewahren will!

 

Zurück zu meiner Geschichte:

 

Interessant auch, dass ich „diese Gefühle“ damals nicht wollte. Und daran hat keineswegs die Gesellschaft Schuld. Als ich die ersten sexuellen Gefühle

für Männer verspürte, versuchte ich, sie zu verdrängen. Ich wollte nicht „so“ sein! Ich wollte sie nicht haben!

 

Um das mal fest zu halten: ich habe mir diese Gefühle nicht ausgesucht. Aus welchem Grund auch immer – sie waren da.

 

Nun mögen vielleicht manche sagen: na, dann sollte man diese Gefühle auch ausleben! Es ist ja nichts Falsches oder Schlechtes daran!

 

 

Ich will an dieser Stelle gar nicht beurteilen, ob das falsch oder richtig ist. Das soll jeder für sich selbst tun. Rückwirkend betrachtet

hätte mir das aber überhaupt nicht geholfen, wenn mir damals jemand gesagt hätte, es sei doch in Ordnung, also lebe diese Gefühle doch aus!

Ich WOLLTE diese Gefühle nicht – unabhängig von Gesellschaft, Moral oder was auch immer. Tief in mir drin hatte ich das Gefühl, heterosexuell

zu sein. Und ich WOLLTE heterosexuell sein – egal was jemand anderes gesagt hätte!

 

 

Es hätte mir allerdings sehr wohl geholfen, wenn ich damals mit jemanden reden hätte können. Jemanden, der mit diesen Gefühlen umgehen hätte

können und mir beigebracht hätte, was es heißt, ein christlicher Mann zu sein (um das ganz klar zu sagen: ich sage keineswegs, Homosexuelle sind

keine „richtigen Männer“. Für mich selbst jedoch habe ich ein anderes Bild von dem, was ich als christlichen Mann definiere – welche

moralischen Standards, Verantwortungen und Verpflichtungen er haben sollte. Ich zwinge dieses Bild niemandem auf und sage nicht, dass ich

damit besser bin als andere. Ich bin eben – „anders“).

 

Meinen Fantasien ließ ich dann irgendwann freien Lauf. Ich fing an, zu trinken und zu rauchen und rebellierte gegen Staat und Familie. Allem,

was mir nach „besserer Welt“ aussah, lief ich hinterher. Ich ging zu Versammlungen der Zeugen Jehovas, nahm an Demonstrationen teil, verbrachte

eine Menge Zeit mit Anarchisten in Zeltlagern usw.

 

Kaum war ich 18, wartete ich, bis meine Eltern in der Arbeit waren. Packte dann meine Sachen und zog in eine Kommune in den Nachbarort.

Damals kam mir das wie der große Befreiungsschlag vor, heute sehe ich das eher als rücksichtslose und egoistische Tat – unabhängig von den Gründen,

warum ich dies tat.

 

Kurz vor dem Abitur kam ich dann nochmals nach Hause zurück, um dann schließlich am letzten Prüfungstag meine Klamotten ins Auto zu werfen

und nach München zu fahren. Endlich weg von dem Kaff!

 

Da stand ich nun – mein Auto voll gepackt und fertig, um los zu fahren. Mein Vater kam ans Gartentor. Er schüttelte mir die Hand. Und dann sah ich es –

ihm liefen Tränen über das Gesicht! Ich war total verwirrt. Offensichtlich weinte er, weil er wusste, dass ich nun das Elternhaus verlassen würde – und

weil er mich liebte! Leider hat es aber sehr lange – viel zu lange – gedauert, bis ich das verstanden habe.

 

Kaum in München, ließ ich meiner Lust, meinen Wünschen, Sehnsüchten und Begierden freien Lauf. Völlig schrankenlos. Ich hatte keine

besonderen moralischen Grundsätze – und gesellschaftlich schien in einer solchen großen Stadt einfach alles möglich und akzeptiert zu sein. Warum es also

nicht tun?

 

Zunächst verbrachte ich wieder einige Zeit mit „Autonomen“ – Menschen also, die sich gegen diese Gesellschaft auflehnten (ohne das jetzt beurteilen zu wollen).

 

Meine Ängste, die ich schon seit meiner Kindheit an hatte (heute würde man das als „Soziale Phobie“ diagnostizieren) wurden immer stärker. Irgendwann

wollte ich mein letztes Stück Menschenwürde behalten und die Sache gleich beenden. Ich schluckte eine Überdosis Schlaftabletten mit viel Alkohol. Das

war kein Hilfeschrei – ich wollte wirklich sterben.
 

 

Nach vielen Stunden wachte ich dann auf. Ich war völlig fertig und von mir selber angeekelt. Offensichtlich war ich zu dumm, mich selbst umzubringen. Noch

völlig benebelt, nahm ich ein Messer und fing an, beide Arme aufzuschlitzen, bis ich über und über voll Blut und Wunden war.

 

Wenn man so da sitzt, weiß man, dass man am Ende der Fahnenstange ist. Dass man sein Leben wirklich verbockt hat.

 

Viele Homosexuelle argumentieren ja mit derartigen Selbstmorden unter unseresgleichen. Sei es nun, dass man sagt, homosexuelle Jugendliche würden sich

wegen Diskriminierung durch die Gesellschaft umzubringen versuchen, oder eben Erwachsene, die dasselbe tun – aus den gleichen Gründen.

 

Ich kann und will nicht über andere sprechen. Natürlich gibt es homosexuelle Jugendliche, die Selbstmordversuche unternehmen. Ich denke aber schon, dass

man es sich da ein wenig zu einfach macht, wenn man das auf die Diskriminierung durch die Gesellschaft schiebt. Mittlerweile kann ich doch auf eine lange

Erfahrung zurück blicken – und von den Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen, die ich bisher getroffen habe, waren viele dabei, die mit psychischen

Problemen wie Depressionen, Angsterkrankungen usw. zu kämpfen hatten. Und das scheint erst einmal wenig mit der Gesellschaft zu tun zu haben.

 

Nochmals: ich bin kein Psychiater, kein Psychotherapeut – und gebe auch nicht vor, dies zu sein. Es gibt offensichtlich etliche internationale Studien zu dem Thema,

ich will aber ganz bewusst nur bei meinen eigenen Erfahrungen bleiben.

 

Ich habe Selbstmordversuche unternommen, hatte jahrelang psychische Probleme und war deshalb in Behandlung. Nun mag man mich vielleicht instrumentalisieren.

Wer weiß, vielleicht zähle ich als „Homosexueller, der Selbstmordversuche unternommen hat“ und damit irgendeine Statistik erhöht. Aber noch mal ganz klar: all

das hatte nichts – aber auch GAR nichts – mit der Diskriminierung durch die Gesellschaft zu tun.

 

Ich behaupte keineswegs, dass es eine solche Diskriminierung nicht gibt. Die gibt es ganz bestimmt. Ich sage nur, dass ich keine Erfahrungen in der Richtung gemacht

habe und persönlich auch wenig Menschen kenne, die das erlebt haben. In München konnte ich als Homosexueller eigentlich immer ganz gut leben.

  

Nach diesen Selbstmordversuchen war mir das Leben eigentlich völlig egal. Mein psychischer Zustand war erschreckend. Ich nahm Tabletten, trank eine Menge Alkohol

und lebte in den Tag hinein.

 

Ich wollte eigentlich nur tot sein. Diesen Schmerz und diese Angst beenden.

 

 

Irgendwie ging das Leben aber weiter. Und was schon früh mit einigen brieflichen Kontakten begann, wurde nun in München fortgeführt: ich ging immer öfter in die

schwule Szene.

 

Bald schon geriet dies völlig außer Kontrolle. Das waren die 80-er und wir kümmerten uns noch nicht um HIV/AIDS. Wir feierten wilde Partys, tranken eine Menge

Alkohol und hatten völlig hemmungslosen Sex – an allen möglichen und unmöglichen Orten, in allen möglichen Konstellationen (einer oder mehrere). Und mit Sex

meine ich schon extreme Sachen.

 

Für mich erschien dies wie eine Befreiung: endlich konnte ich so leben, „wie ich wirklich war“. Und wenn man jung ist, antrainierte Muskeln hat und zu allem

bereit ist, hat man keine Probleme, Sexpartner zu finden. Und genau das tat ich: ich hatte Sex ohne Ende. Oft täglich – teils mit mehreren Partnern am Tag.

Warum auch nicht? Zumindest dachte ich damals so.

 

Irgendwann begann ich eine Beziehung mit einem Mann, die über viele Jahre gehen sollte. Jahrelang trafen wir uns nur wöchentlich, um Sex zu haben.

Und hatten dabei nebenbei auch andere Sexpartner. Irgendwann zogen wir dann zusammen. Sexuell haben wir kaum etwas ausgelassen. Und für mich war

er die Liebe meines Lebens.

 

Heute ist mir klar, dass diese „Liebe“ viel mit unreifem Verhalten zu tun hatte, auch mit Egoismus: den anderen zu benutzen, um seine eigenen emotionalen

und sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Zumindest entdeckte ich derartiges bei mir. Aber Liebe war trotzdem im Spiel. Und genau da ist der Haken:

viele Menschen vergessen, dass Homosexuelle sich sehr wohl tief und aufrichtig lieben können. Dass Sex nur die Spitze von etwas ist, das viel tiefer geht.

Wenn dieses – legitime! – Bedürfnis nach männlichen Bindungen nicht gestillt wird, bewirkt eine reine Verhaltensänderung wenig bis gar nichts. Hier liegt

aber auch der Punkt, an dem viele sagen: „Wir lieben uns doch, was ist schon dabei?“. Ich will hier keineswegs das Verhalten anderer be- oder verurteilen.

Für mich selber aber habe ich festgestellt, dass ich das oft als bequeme Ausrede verwendet habe. Ist Liebe aber wirklich ein Kriterium dafür,

dass etwas „richtig“ ist? Auch ein heterosexueller, verheirateter Mann kann eine andere Frau aufrichtig lieben und mit ihr zusammen ziehen.

Aus christlicher Sicht bleibt dies dennoch Ehebruch! Für mich selbst kann ich sagen: wenn ich meine persönliche „Liebe“ über die Liebe zu Jesus stelle,

mache ich etwas falsch.

 

Bald schon begannen in unserer Beziehung die Probleme. Und es wurde mit jedem Monat schlimmer und schlimmer – bis wir uns nur noch angeschrieen haben.

Und ich will keineswegs meinem damaligen Partner die alleinige Schuld dafür geben. Die Beziehung geriet in jeder Hinsicht völlig außer Kontrolle.

 

Mein Partner sagte mir, er würde mich lieben und bis ans Lebensende mit mir zusammen bleiben. Das war es, was ich immer wollte und nach dem ich mich

ein ganzes Leben lang gesehnt habe: jemand, der mich liebt und der mir ein Zuhause gibt. Dafür war ich bereit, hart zu arbeiten und alles zu geben und in Kauf zu

nehmen - und genau deshalb flippte ich auch völlig aus, als ich mich betrogen und ausgenützt fühlte. Als anstelle von Liebe etwas ganz anderes kam.

Irgendwann hieß es, ich solle ausziehen, sonst würde er die Polizei holen.
 

 

Nun bin ich zwar ausgezogen, hatte aber im Lauf der nächsten Jahre immer wieder versucht, mit ihm in Kontakt zu bleiben. Für mich blieb er die Liebe

meines Lebens. Ich hatte andere Sex-Kontakte und manch einer wollte mich zum Freund haben. Aber mein Herz war nicht dabei.

 

Irgendwann sah ich dann meinen Ex-Partner mit einem jungen Mann. Für mich brach eine Welt zusammen. Ich fing an, um ihn zu kämpfen. Mir war alles recht,

was mir nur „meinen Mann“ zurück brachte. In den nächsten Monaten trafen wir uns wieder regelmäßig.

 

Eines Tages – er hatte mir erzählt, wie schlecht es ihm gehen würde (auch und gerade finanziell) – wollte ich ihm eine Freude machen. Ich packte einige Sachen

zusammen und fuhr in seine Wohnung. Offensichtlich war jemand da, es machte aber niemand auf. Ich klingelte und klingelte und legte irgendwann die Sachen vor

 die Tür. Dann ging ich nach unten – und sah einen anderen Namen neben dem seinigen am Briefkasten stehen. Ich rief meinen „Freund“ an und erfuhr, dass ein

junger Amerikaner, den er über das Internet kennen gelernt hatte, nun dort lebte.

 

Ich brach zusammen. In meinem ganzen Leben hatte und habe ich nie einen solchen Schmerz verspürt.

 

Trotzdem kämpfte ich weiterhin um ihn. Ich rief unzählige Male an, sprach sogar mit seinem neuen Freund, war völlig außer Rand und Band – und wurde von beiden

nur verspottet.

 

Kurz nach Weihnachten 2003 beschloss ich dann, nie wieder mit ihm Kontakt aufzunehmen. Ich weiß bis heute nicht, woher ich diese Kraft her nahm, aber mir wurde

klar, entweder das oder ich verliere das letzte bisschen Menschenwürde.

 

Und genau das tat ich: ich nahm nie wieder Kontakt mit ihm auf.

 

Psychisch war ich damals am Ende. Am 30. November 2003 war ich so weit am Boden, dass ich wieder die Tabletten heraus holte und vor mich auf den Tisch

stellte. Und dann fing ich wieder an, zu beten. Gott möge mich aus dem Elend herausholen - oder endlich sterben lassen. Und ich betete darum, meinen Ex-Partner

wieder zu bekommen. Irgendwann konzentrierte sich das ganze Gebet auf zwei Wörter: „HILF MIR!“.

 

Zunächst geschah gar nichts.

 

Ich schaffte es trotzdem, eine Ausbildung mit Glanz und Gloria abzuschließen. Ich ging weiter in die schwule Szene und in schwule Saunas.

 

 

Dort saß ich dann meist alleine in irgendeinem Eck. Völlig gebrochen. Manchmal hatte ich Sex – aber irgendetwas war anders. Ich fühlte mich wie eine Maschine

dabei. Zwar tat ich „mein Ding“, aber ich empfand nicht das Geringste. Was auch immer – irgendetwas in mir schien nicht mehr so zu sein wie früher.

 

Nun mögen einige einwenden, er hat es einfach nicht geschafft, eine glückliche Beziehung einzugehen und wird nun zum homophoben Radikal-Christen. Dazu folgendes:

abgesehen davon, dass jemand, der selbst gleichgeschlechtliche Neigungen hat, kaum homophob sein kann (also Angstreaktionen in Gegenwart anderer Homosexueller hat),

macht man es sich mit derartigen „Argumenten“ doch sehr einfach und vermeidet damit jegliche Auseinandersetzung mit dem Thema.

 

Ich denke doch, erwachsen genug zu sein, um mir meiner eigenen Gefühle und Motivationen bewusst zu sein. Im Gegensatz zu dem, was viele von mir denken, glaube ich

in keinster Weise, besser zu sein als Homosexuelle, die ihre Sexualität ausleben. Auch habe ich meinem Ex-Partner und seinem Freund vergeben. Ja, vieles hat sich geändert,

was meinen Glauben und meine Überzeugungen betrifft, aber das zwinge ich keinem anderen Menschen auf. Ich habe meine Erfahrungen gemacht und bin im

Glauben an Jesus Christus gewachsen – und das hat mich zu meiner heutigen Einstellung gebracht.

 

Auch das Kriterium „Glücklich sein“ ist – wie bereits erwähnt – kein Kriterium dafür, dass etwas für mich selbst moralisch richtig oder akzeptabel ist. Ich kann auch

„glücklich“ bei etwas sein, das meinem christlichen Glaubenswerten widerspricht.

 

In all den Jahren in der „Szene“ durfte ich außerdem erfahren, dass es extrem wenige homosexuelle Beziehungen gibt, die lange andauern und gleichzeitig

monogam sind. Ich behaupte nicht, dass es das nicht gibt, aber von meinen persönlichen Erfahrungen her kam ich zu der Überzeugung, dass die durchschnittliche

homosexuelle Beziehung doch weitaus kurzfristiger und weitaus weniger treu ist als die durchschnittliche heterosexuelle Beziehung. Nicht, dass „Treue“ oder

 „Langlebigkeit“ ein Kriterium für „richtig“ oder „falsch“ sind – aber bezeichnend finde ich diese Erfahrung schon.

 



Wie ging es nun in meinem Leben weiter?

 

Zunächst geschah wie erwähnt gar nichts. Mein Leben lief einfach irgendwie weiter.

 

Eines Tages sah ich einen amerikanischen Fernsehprediger. Ich hörte eine Weile zu. Am nächsten Tag ging ich auf deren Homepage. Dort gab es eine

Einrichtung namens „Hopeline“ – so eine Art Online-Seelsorge. Ich habe Kontakt aufgenommen und von meinen momentanen Problemen und meiner

Homosexualität erzählt. Sie gaben mir den Link zu einer Organisation namens „Homosexuals Anonymous“, einer christlichen Selbsthilfeorganisation

für Menschen mit ungewollten gleichgeschlechtlichen Neigungen.

 
 

 
Nun war ich doch etwas überrascht. Allein der Name! Was sollte das denn sein?

 

 

Ich klickte auf die Homepage und begann zu lesen. Tagelang verbrachte ich vor dem Computer und las die Seiten ähnlicher Organisationen

(NARTH, Exodus usw.) durch.

 

Wie bitte? Es gab tatsächlich Menschen, die das Thema Homosexualität aus einem ganz anderen Blickwinkel heraus sahen? Christen, aber auch

Wissenschaftler, die mir hier völlig neue Sachen erzählten? Und Menschen, die dieses Leben verlassen haben oder auf dem Weg heraus sind?

 

WAS?

 

Der Gedanke, meine Homosexualität einmal so wie dort beschrieben zu sehen oder gar mein bisheriges Leben aufgeben zu wollen, ist mir bis dato

noch nie gekommen. Ich wusste noch nicht mal von der Existenz solcher Organisationen. Aber je mehr ich las, desto mehr fand ich mich selbst in

den Schilderungen wieder. Das war mein Leben! Diese Menschen hatten offensichtlich ähnliche Erfahrungen und Empfindungen!

 

Homosexuals Anonymous bot ein „Online-Programm“ für Menschen an, die keinen Zugang zu örtlichen Gruppen hatten oder dies nicht wollten.

 

Was auch immer – ich dachte mir, so wie ich das bisher gemacht habe, hat es ja wohl nicht so ganz geklappt. Versuchen wir es also einmal damit.

 

Ich schrieb mich bei dem Programm ein und wurde in eine Online-Gruppe aufgenommen.

 

Es gab dort wöchentliche „Step Studies“, wo anhand eines christlichen 14-Schritte Programms verschiedenste Aspekte aus

christlicher Sicht beleuchtet wurden (eigene Identität, Vergangenheit, Verhältnis zu Gott, zu unserer Familie, Selbstmitleid, Männlichkeit usw.).

Jede Woche bekamen wir einen Teil mit Fragen und Bibelstellen zur Bearbeitung. Außerdem hatten sie einen „Accountability Check-Up“, wo

anhand verschiedenster Fragen die letzte Woche näher beleuchtet wurde und die Teilnehmer sich gegenseitig Rechenschaft ablegten.

 

Vor allem aber gab es auch einen engen Kontakt zwischen den Teilnehmern und viel Unterstützung dadurch. Man musst noch nicht einmal

Christ sein, um daran teil zu nehmen – wenngleich man sich natürlich bewusst – und zumindest dafür offen - sein sollte, dass es ein überkonfessionelles

christliches Programm ist.

 

Ich fing also an. Zuerst kam ich mir ein wenig wie ein Außenseiter vor. Die meisten der Teilnehmer waren Amerikaner, die – wenn überhaupt –

nur sehr wenig homosexuelle Kontakte in ihrem Leben hatten. Und die meisten unter ihnen waren gläubige Christen.

 


 

Ich im Gegensatz hatte ein sehr bewegtes Leben hinter mir und mein letzter sexueller Kontakt war gar nicht so lange her. Und mit dem Christ

sein war es nicht weit her. Was das Bibel lesen betrifft, so habe ich das bis dahin noch nie getan. Und die wöchentlichen Gottesdienstbesuche,

um die man gebeten wurde, waren ebenfalls ein Problem: ich war seit Jahren in keiner Kirche mehr!

 

 

Nun gut. Ich fing also an, täglich in der Bibel zu lesen und einmal wöchentlich in die Kirche zu gehen. Außerdem lies’ ich unzählige

Bücher zu dem Thema.

 

Bald schon geschah etwas Seltsames: ich konnte kaum mehr aufhören mit dem Bibellesen. Das war das beste und spannendste Buch,

das ich je gelesen hatte! Unglaublich, was da alles drin stand!

 

Auch die Gottesdienstbesuche erwiesen sich als nicht ganz so langweilig wie befürchtet. Ich fand viele gute Christen – online wie hier in

München – die bereit waren, mit mir über den Glauben, die Bibel und das Christentum zu sprechen.

 

Mein Leben änderte sich radikal. Seitdem ich Mitglied in Homosexuals Anonymous (HA) wurde, hatte ich nie wieder einen sexuellen

Kontakt zu einem Mann. Mein Freundeskreis veränderte sich, die Bücher, die ich las, waren andere, die Sendungen, die ich im Fernsehen

ansah, waren andere – kurz: ich richtete alles darauf aus, mich meinem Ziel näher zu bringen: einem Leben in Jesu Nachfolge.

 

Denn bald schon merkte ich, wie viel mir Jesus bedeutete. Ich wollte ihm mein Leben schenken – als Dank für das, was Er für mich getan hat.

 

Manchmal hört man, es würde zu psychischen Problemen führen, wenn man ein Leben führt, das nicht der eigenen Sexualität entspricht

(oder dem, was man dafür hält). Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich nur sagen, dass mein Leben sich seitdem sehr zum Guten verändert

hat und die psychischen Probleme, die ich hatte, sich erheblich gebessert haben. Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass Organisationen

wie HA keine Psychotherapie betrieben, sondern reine christliche Selbsthilfegruppen sind, in denen sich die Menschen helfen, im Glauben zu

wachsen. Bei psychischen Problemen jeglicher Art sollte man nicht zögern, zum Fachmann zu gehen! Auch ich habe das getan und wunderbare Menschen

gefunden, die auch meine christliche Überzeugung akzeptieren konnten.

 

Inzwischen sind einige Jahre vergangen.

 

Wenn ich auf mein damaliges Leben und den Weg heraus zurück blicke, kann ich nur sagen, ich habe nicht einmal bereut, diesen Weg gewählt zu haben.

Und um nichts in der Welt würde ich jemals wieder zurück wollen!

 

 

Nein, ich verurteile nicht die Menschen, die noch so leben wie ich damals. Jeder Mensch ist frei, seine eigenen Entscheidungen zu treffen und wir

sollten das respektieren. Ich fordere aber doch das Recht ein, für das homosexuelle Gruppen noch vor gar nicht so langer Zeit gekämpft haben: die

Freiheit, auch meine Meinung offen sagen zu dürfen, ohne dafür beschimpft, beleidigt, radikalisiert (oder gar kriminalisiert) oder einfach nur ausgelacht

zu werden. Den Respekt, den man für sich selbst fordert, sollte man doch auch anderen zollen!

 

Man ist ja schnell dabei, andere der Diskriminierung zu bezichtigen. Natürlich kommt es vor, dass Menschen als solche diskriminiert und beleidigt

werden. Für uns Christen richtet sich Diskriminierung gegen unseren Glauben. Wir lieben Menschen – müssen deshalb aber nicht darauf

verzichten, unsere eigene Meinung zu einem bestimmten Verhalten zu haben. Wer mit dem „Diskriminierungsvorwurf“ andere am Reden hindern will,

verstößt gegen die Meinungsfreiheit. Und was uns betrifft, so geht man nicht gerade mit Samthandschuhen vor und schon oft mussten wir unsererseits

uns Beleidigungen anhören.

 

Diskriminierung ist ganz klar abzulehnen. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich – für mich selbst – jedes Verhalten als moralisch richtig

akzeptieren muss. Wir sind nicht besser und nicht schlechter als andere – und denken keineswegs, dass Homosexuelle kranke Menschen sind.

Oder dass Homosexualität „unnatürlich“ sei, Homosexuelle also „widernatürliche“ Menschen.

 

Für uns selbst aber zählt das, was Gott uns in Seinem Wort – der Bibel – als Leitfaden für unser Leben mitgegeben hat. Darauf gründe ich mein

Leben, meine Moralvorstellungen und meine Identität.

 

Wir wurden als Ebenbild Gottes geschaffen – und nur im Blick auf Ihn können wir uns selbst erkennen.

 

Ich persönlich sehe mich nicht als Homosexuellen. Ich denke, dass Gott mich heterosexuell erschaffen hat – auch wenn ich gleichgeschlechtliche

Neigungen habe und selbst wenn diese irgendeinen Bezug zu meinem Gencode haben sollten (nur mal eine kurze Bemerkung am Rand: ich bin

kein Wissenschaftler, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die menschliche Sexualität von einem einzigen Faktor beeinflusst wird!).

 

Für mich ist der Weg heraus aus der Homosexualität auch und gerade eine Sache des Glaubens. Natürlich habe auch ich all die

– guten und wichtigen – wissenschaftlichen und psychologischen Werke zu dem Thema gelesen. Aber als Christ ist Homosexualität für mich

nichts anderes als eine Versuchung. Und Jesus ist für mich gestorben, damit Versuchungen keine Macht mehr über mich haben! Durch Ihn – durch den

Glauben an den wahren Gott bin ich frei geworden! Was für Menschen unmöglich sein mag, ist für Gott möglich!

 

 

Was heißt das nun, „frei“ zu sein? Nun, wie bereits erwähnt, sehen wir Homosexualität nicht als eine „Krankheit“, „Heilung“ ist also nicht das

Genesen von einer Erkrankung oder die Therapie einer Störung. Heilung heißt für uns, einander zu helfen, im Glauben zu wachsen, Menschen

zu vergeben, die uns verletzt haben – und unsererseits Vergebung zu suchen. Unsere wahre Identität in Jesus Christus wieder zu finden und

ein Leben in seiner Nachfolge zu führen. Unser gebrochenes Verhältnis zu Gott wieder herzustellen, indem wir Seine helfende Hand annehmen

und ebenso an unseren Beziehungen zu unseren Mitmenschen arbeiten und deren Hilfe annehmen. Dass wir lernen, unser Leben an Jesus

auszurichten und in seiner Nachfolge leben.

 

Ich habe in den letzten Jahren gelernt, was es heißt, ein christlicher Mann zu sein. Nein, ich will nicht sagen, dass schwule Männer keine

„richtigen“ Männer seien. Für mich selbst aber habe ich erfahren, dass meine Identität – die Art und Weise also, wie ich mich selbst sehe – doch

sehr verzerrt war. Erst im Lauf der letzten Jahre und in dem Maße, wie mein Glaube an Gott gewachsen ist, habe ich auch zu meinem Bild als Mann in

Jesus, als Kind Gottes, gefunden. Und ich fühle mich jetzt mehr Mann als je zuvor.

 

Ja, ich glaube an das biblische Bild von Mann und Frau. Ich denke, dass beide gleichwertig – aber nicht gleichartig sind. Dass Gott beiden eine

andere Rolle und andere Aufgaben zugewiesen hat. Und dass das etwas Gutes ist, von dem wir nicht im Sinne einer falsch verstandenen „Gleichmachung“

abweichen sollten. Beide haben die gleichen Rechte und beide sind gleich viel wert – und doch sind beide anders und sollten auch anders bleiben. Das

ist meine persönliche Meinung, die ich keinem anderen aufzwingen will. Ich denke aber auch, dass mir andere nicht ihre Sicht von Mann und Frau aufzwingen sollten.

 

Ich bin ferner davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft an den christlichen Wurzeln festhalten sollte. Wir brauchen eine gemeinsame Basis und ein

gemeinsames Verständnis darüber, was gut, richtig und wahr ist. Wenn eine Definition desselben jedem einzelnen überlassen bleibt, kann das meiner

Meinung nach schlimme Konsequenzen für die Gesellschaft als Ganzes haben.

 

Die über Jahrhunderte gewachsenen christlichen Familientraditionen wurden Zuge der sexuellen Revolution der 60er über den Haufen geworfen und

durch – nichts – ersetzt (heute ist der traditionelle, vom Christentum geprägte und auf das biblische Menschenbild basierende Begriff von Mann und

Frau, von Ehe und Familie doch erheblich aufgeweicht worden und eine Vielzahl von Konstellationen ist nun möglich und gesellschaftlich akzeptiert).

Und das ist eine Entwicklung, die nicht von Homosexuellen begonnen wurde! Hat uns das wirklich nur Gutes gebracht? Zu keiner Zeit war die Anzahl

vaterloser Familien so hoch wie heute! Auch was sexuelle Aktivitäten, das Alter, indem jugendliche zum ersten Mal Sex haben usw. betrifft, hat sich

einiges verändert. Ich überlasse es jedem einzelnen, dies moralisch zu bewerten.

 

Ich glaube nicht, dass es richtig ist, Kindern und Jugendlichen bereits in der Schule zu erzählen, wie gut, normal und richtig

Homosexualität sei. Wohlgemerkt: ich habe selbst gleichgeschlechtliche Neigungen und diese lange genug ausgelebt.

 

 

Oft wird ja wieder damit argumentiert, die Selbstmordrate unter homosexuellen Jugendlichen sei höher als unter heterosexuellen und deshalb müsse

man um Verständnis für die besondere Situation homosexueller Jugendlicher schaffen.

 

Dazu folgendes:

 

Man sollte sich doch davor hüten, Selbstmorde zu instrumentalisieren. Selbst wenn man von der Richtigkeit dieser These ausgeht (meines

Wissens gibt es da Studien, die zu ganz anderen Ergebnissen kommen), ist keineswegs klar, warum sich diese Jugendlichen umgebracht haben.

Wenn man nun mal davon ausgeht, dass Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen in erhöhtem Maße unter psychischen Problemen zu

kämpfen haben (wie gesagt: wir gehen nur einmal davon aus), ist das unter einem ganz anderen Licht zu sehen (siehe meine eigene Geschichte).

 

Natürlich muss man für Verständnis für Jugendliche mit gleichgeschlechtlichen Neigungen werben und darüber informieren. Ebenso wie der

Respekt und die Achtung voreinander Teil jeden Unterrichts sein sollte.

 

Vergessen wir aber nicht, dass Jugendliche noch sehr unreif sind, was die Ausbildung ihrer Sexualität angeht. Kann man es wirklich ausschließen,

dass sich ein Jugendlicher, wenn er laufend vermittelt bekommt, wie schön und gut Homosexualität sei, nicht für ein Leben entscheidet, für das

er sich sonst nie entschieden hätte? Oder nicht einfach mal etwas ausprobiert, das er sonst nie ausprobiert hätte?

 

Wir wissen alle, wie unbedacht oft Jugendliche handeln (und auch ich in meiner Zeit in der Szene habe mich nicht immer and „Safe Sex“ gehalten –

und viele andere gesehen, denen dies ebenfalls nicht so wichtig erschien. Wenn man einmal „heiß“ ist und vielleicht noch Alkohol im Spiel ist, denkt

man oft nicht mehr daran. Oder man sagt sich, es gibt ja jetzt Medikamente, es ist ja nicht so schlimm). Und ein kurzer Blick auf die aktuellen

Daten, die jedes Jahr vom Robert Koch Institut über ansteckende Geschlechtskrankheiten und den Anteil Homosexueller daran, veröffentlicht

werden, sprechen doch für sich. Nein, nicht jeder Homosexuelle handelt verantwortungslos oder ist krank. Ich verweise ganz einfach nur auf die

Daten und auf einen gewissen Risikofaktor, der kaum von der Hand zu weisen ist.

 

Manchmal will man Jugendlichen auch erzählen, es sei im Grunde gleich, ob man Mann oder Frau sei. Es gäbe da – außer körperlichen – keine

weiteren Unterschiede oder verschiedenen Rollen. Glaubt man wirklich, damit den Jugendlichen etwas Gutes zu tun? In einem Alter, wo die

Kinder und Jugendlichen eigentlich lernen sollten, welche Rolle sie im späteren Leben haben?

 

 

Mir ist durchaus bewusst, dass die homosexuellen Gruppen, die diese Programme veranstalten, dies mit besten Absichten tun. Deshalb fordere ich

alle Beteiligten auf, doch auch Menschen aus „Ex-Gay Ministries“ wie JASON, Wüstenstrom, aber auch Organisationen wie dem Deutschen Institut

für Jugend und Gesellschaft, zu solchen Veranstaltungen einzuladen, um den Jugendlichen zu zeigen, dass es auch Menschen mit gleichgeschlechtlichen

Neigungen gibt, die einen anderen Weg wählen!

 

 

Nun zum Ende meiner Geschichte:

 

Ich habe vor einiger Zeit selbst eine Einrichtung für Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen gegründet: JASON. Wir bieten kostenlose

Seminare, HA-Selbsthilfegruppen, Informationen, Gesprächsangebote, Redner, Besuchsdienste und vieles mehr – für Menschen mit ungewollten

gleichgeschlechtlichen Neigungen, deren Freunde, Verwandte – oder allgemein Interessierte, Schulen, Behörden, Gemeinden usw. Niemand muss

Christ(in) sein, um zu uns zu kommen. Wir sind Christen und arbeiten auf Basis der Bibel – und dafür solltet ihr zumindest offen sein. Wir betreiben

keine Psychotherapie oder ähnliches, sondern sind ganz einfach eine christliche Selbsthilfegruppe.

 

Mehr Infos findet ihr im Internet unter www.freewebs.com/jason-online.

 

Gerne kommen wir auch zu euch.


 

Unseren homosexuellen Brüdern und Schwestern bieten wir weiterhin unsere Hand an. Wir denken wie gesagt nicht, dass wir besser

oder „gesünder“ sind als ihr. Wir haben für uns diesen Weg gewählt und respektieren den euren. Und wir bitten euch um dieselbe Toleranz,

den anderen seine Meinung offen sagen zu lassen, seine Existenz anzuerkennen und ihn nicht zu beleidigen, die ihr von uns fordert.

 

Ich bin dem Herrn, meinen Gott, unendlich dankbar dafür, dass Er mein Gebet damals erhört hat und mich befreit hat. Wenngleich dies auch

nicht so geschehen ist, wie ich mir das seinerzeit vorgestellt habe – sondern so, wie Er sich das gedacht hat.

 

Und das ist gut so.

 

 

Ich bin dort angelangt, wo ich hingehöre:

 

Bei meinen Brüdern und Schwestern. Bei Gott.

 

Zuhause.

 

Endlich zuhause.

 

München, 01.05.2007

Robert G.



 




"Sometimes I feel like that dunkey that Jesus rode on His way to Jerusalem: Sometime he must have thought they were all clapping for him."
Prof. Dr. Scott Hahn
 

Résumé

Um nochmals eines klar zu stellen:

Ich gebe niemanden die "Schuld" für das, was geschehen ist - weder meinen Eltern, meinem Ex-Partner noch sonst irgendjemand in meinem Leben. Wenn ich was gelernt habe, dann ist dies zum einen zu erkennen, dass ich selbst ebenso eine ganze Menge falsch gemacht und andere verletzt habe, zum anderen habe ich längst allen vergeben, sollte es denn einen Grund hierfür geben, und ich bete auch für sie. Ich habe ebenso Verantwortung für mein Leben, meine Entscheidungen und Empfindungen übernommen und meine Vergangenheit hinter mir gelassen. In diesem Sinne habe ich auch alle Beteiligten um Vergebung für das zu bitten, was ich selbst angerichtet habe. Mein Leben ist jetzt ein anderes und ich richte den Blick nach vorn.

Es ist gut und wichtig, den Koffer unerledigter Sachen einmal auszupacken und das Ganze anzugehen, dann aber sollte man ihn wieder zumachen und dort lassen, wo er hingehört: in dieVergangenheit. Wer ein neues Kapitel im Buch seines Lebens öffnen will, muss erst einmal das alte schließen.

Auch sehe ich nicht alles, was geschehen ist, nur als negativ. Es hat mich dorthin gebracht, wo ich jetzt bin und mich zu dem Mann gemacht, der ich heute bin. Und dafür habe ich mehr als genug Grund, dankbar zu sein und das, was ich selbst erfahren habe, weiter zu geben.

Gott segne euch alle.

München, 19. Februar 2008

Robert Gollwitzer

 

Material von JASON




Hier könnt Ihr Material von JASON bestellen:

K-TV: http://www.k-tv.at/
Ansprechpartner: Herr Fruhstorfer
K-TV ist ein österreichischer katholischer Fernsehsender. Gabriele Kuby hat dort mit Robert von JASON ein einstündiges Interview gemacht. Gibt es mittlerweile auf DVD.

Radio Horeb: http://www.horeb.org/
Radio Horeb ist ein katholischer Rundfunksender. Robert wurde dort dreimal interviewt.

Christliches Radio München: http://www.christlichesradiomuenchen.de/
Ansprechpartnerin: Julia Capalbo
Hier gibt es eine Sendung mit Robert.