atein: Cursus Continuus

Lektion 1
Im Circus Maximus
"Sei gegrüßt, Caesar!" schreit das Volk.
"Sei gegrüßt, Caesar!" ruft auch Marcus Domitius.
Er freut sich sehr, denn eben erst tritt der Kaiser ein,
Marcus Ulpius Traianus Caesar,
der Konsul, der Tribun, der Vater des Vaterlandes!
Jetzt spricht der Kaiser einige Worte;
die Menge schreit nicht mehr; sie schweigt und hört (zu).
Dann schreit sie wieder, denn die Bilderprozession kommt:
Schau (da sind) Juppiter (/Zeus) und Juno, da sind Apollo und Diana,
da sind Mars und Venus!
Sobald (/Als) das Abbild der Venus kommt,
klatscht Marcus Beifall.
Denn er ist verliebt und dort sitzt Cornelia!
Schau! Auch Cornelia klatscht Beifall!
Jetzt freut sich Marcus und lacht,
jetzt gefällt ihm das Schauspiel!
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| Marcus | imperator | clamat | iterum |
| Iuno | simulacrum | audit | nunc |
| Caesar | populus | ave | valde |
| Cornelia | spectaculum | venit | nam |
| Domitius | consul | gaudet | tum |
| Ulpius | tribunus | intrat | modo |
| Traianus | pater | facit | nunc |
| Iuppiter | patriae | tacet | pauca |
| Apollo | verba | ecce | non |
| Diana | turba | plaudit | et |
| Mars | pompa | amat | ubi |
| Venus | sedet | enim | |
| gaudet | ibi |
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Lektion 2:
Afra lernt es!
"Schau, das Forum Romanum!" ruft Domitilla und ihre Freundin Drusilla sagt:
"Schau, ein breiter Weg!"
"Schau, das Kolosseum!" ruft Iulia. Afra schweigt jedoch.
"Warum sagst sie nichts?" fragt Drusilla, "warum ist sie nicht fröhlich?"
Darauf Cornelia: "Sie ist eine neue Sklavin.
Sie schweigt immer, denn sie kann kein Latein."
"Sie kann kein Latein" ruft Domitilla, "und warum nicht?"
Niemand bringt es ihr bei! Und zu Afra: "Schau, das Forum Romanum!"
Afra zögert und antwortet darauf: "Forum Romanum."
Iulia freut sich: "Nun hört Afra, sie schweigt nicht mehr.
Domitilla ist eine gute Lehrerin."
Wiederum Domitilla zu Afra: "Schau, der hohe Tempel, schau, der breite Weg!"
"Ho-he Straße", antwortet Afra.
Cornelia und Drusilla lachen;
Domitilla sagt aber: "Der Weg ist nicht hoch, der Tempel ist hoch;
eine Straße ist breit und viele Straßen sind breit."
Und Afra: "Viele Straßen sind breit"
Die Freundinnen freuen sich und machen weiter: "Der Tempel ist hoch... die Tempel sind hoch... da steht ein fröhlicher Sklave... da stehen viele Sklaven...
Schau! Nun kommt der berühmte Senator Titus Servilius,
jetzt viele Senatoren,
nun kommen die Konsulen! Sie sind fröhlich und lachen."
Und Afra: "Viele Senatoren kommen fröhlich."
Wiederum freuen sich die Freundinnen, klatschen und rufen:
"Gut gemacht, Afra, gut gemacht!"
Nun ist sogar Afra fröhlich
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Lektion 3:
Hochbetrieb bei den Thermen
Marcus: Sei gegrüßt, Titus! Was tust du?
Titus: Nichts tue ich, wie du siehst: Ich studiere und lese.
Marcus: Was sagst du, Freund? Niemand tut nichts, während er studiert und liest - wie Vater, ein gebildeter Mensch, zu sagen pflegte. Studieren und Lesen jedoch macht nicht immer Spaß; deshalb frage ich dich: Warum kommst du nicht mit mir und spielst mit mir Ball auf dem Sportplatz? Sicherlich sind Gaius und Lucius da und spielen.
Titus: Ich komme schon; ich bin ein guter Freund.
Marcus: Schau! Hier stehen Gaius und Lucius. - Seid gegrüßt, Freunde! Was tut ihr und warum spielt ihr nicht?
Lucius: Was fragst du? Wir tuen nichts, denn das Spielen ist nicht erlaubt, weil heute so viele Menschen auf dem Sportplatz sind: Es ist nicht mehr erlaubt einzutreten.
Marcus: Warum suchen wir nicht das kalte Bad auf? Da sind sicherlich wenige Leute.
Titus: Warum zögert ihr zu kommen? Fürchtet ihr etwa das kalte Bad? Seid ihr etwa feige, Freunde?
Gaius: Was sagt ihr, Marcus und Titus? Warum schweigt ihr nicht und nehmt euch in Acht? Denn wir brauchen nicht besorgt zu sein, wir sind nicht ängstlich, wir zögern auch nicht vor dem kalten Bad, denn dort macht es Spaß, wo nicht so viele Menschen sind.
Marcus: Klatsche Beifall, Freund! Du bist sicherlich nicht ängstlich.
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Lektion 4:
Was für eine Stadt!
Cornelia liebt Rom und das städtische Leben;
deshalb lobt sie oft das Forum, die breiten Straßen, die hohen Tempel
und den berühmten Zirkus.
Afra aber schweigt und überlegt viel, während sie Cornelia zuhört:
"Wie groß ist Rom!
Wieviele Gebäude stehen hier,
wieviele Straßen und Viertel sehe ich hier!
Und wieviel Geschrei wir hören!
Die Herren schreien, während sie die Sklaven rufen,
die Kaufleute schreien, während sie Wein, Öl und Oliven anpreisen,
die Bettler schreien, während sie Geschenke fordern.
Soviel Geschrei ertrage ich nicht, so viele Menschen machen mich besorgt.
Warum macht es Cornelia immer Spaß, unter Menschen zu sein?
Warum pflegt sie es, viele Stunden spazieren zu gehen?
Warum kommen so viele Menschen nach Rom?"
Während Afra überlegt,
kommt ein schmutziger Mensch an Cornelia heran, um eine kleine Gabe zu fordern.
Cornelia lacht und verweigert die Gabe,
aber Afra lacht nicht über den schmutzigen Menschen.
Sie hat ein As und versucht, den schmutzigen Menschen zu beschenken.
Jetzt sieht der Mensch den As,
lacht sehr und rennt in den Tempel der Fortuna.
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1: quod; 2: dum, neque; 3: sed.
1:
1. Marcus sieht Cornelia heute nicht.
2. (Den) Marcus sieht Cornelia heute nicht.
3. Jetzt sieht Marcus Cornelia nicht.
4. Deshalb läuft er durch die Straßen.
2:
Substantive: amicus, circus, dominus, populus, servus, tribunus, vicus
Adjektive: aeternus, bonus, clarus, latus, novus, quantus, tantus, unus
Verben: accedimus, dicimus, docemus, dubitamus, petimus, sedemus, stamus
3:
(1F), 2E, 3B, 4A, 5H, 6C, 7D, 8G
4:
Unveränderliche Wörter: iam; nam.
Bei den anderen Wörtern bedeutet das Signal "-am" Akkusativ Singular.
5:
1. Zeile: spectaculum, -a, -um
2. Zeile: consul, -em, -es
3. Zeile: pater, patres, patres
4. Zeile: servae, -am, as
5. Zeile: homo, -es, -em
6. Zeile: clamores, -em, -es
7. Zeile: vinum, -a, -a
8. Zeile: dominus, -um, -os
6:
Nominativ Singular: imperator clarus; pater laetus; serva bona.
Akkusativ Plural: homines bonos; simulacra nova; vias latas; aedificia alta; paucos mercatores
7:
- Substantive belebt: populus, imperator, consul, tribunus, pater, turba, amica, amicus, serva, servus, magistra, mercator, homo (novus), dominus, domina, senator.
- Substantive unbelebt: forum, simulacrum, via, templum, aedificium, vicus.
Video populum, imperatorem, consulem, tribunum, patrem, turbam, amicam, amicum, servam, servum, magistram, mercatorem, hominem (novum), dominum, dominam, senatorem, forum, simulacrum, viam, templum, aedificium, vicum.
Vidoe populos, imperatores, consules, tribunos, patres, (turbas?), amicas, amicos, servas, servos, magistras, mercatores, homines (novos), dominos, dominas, senatores, fora, simulacra, vias, templa, aedificia, vicos.
8:
2. dum: Afra, die neue Sklavin, schweigt, während Cornelia die Tempel und Götterbilder lobt.
3. quod/quia: Afra schweigt, weil sie eine neue Sklavin ist.
4. quod/quia: Auf dem Forum ist Geschrei, weil die Kaufleute sehr schreien.
5. autem: Afra hält das Geschrei nicht aus, Cornelia aber freut es, unter Menschen zu sein.
6. enim: Die Freunde suchen das Kaltbad auf; dort nämlich sind nicht so viele Menschen.
7. etiam: Die Freunde lieben es zu spielen; auch Titus spielt.
8. enim: Titus nämlich liest und studiert nicht immer.
9. autem, ut: Lesen aber heißt nicht, nichts zu tun, wie Titus zu sagen pflegt.
9:
Verben der Fortbewegung: intrare, ambulare/petere, accedere/venire.
Verben der Gefühlsregung: amare, iuvat/timere, cavere, ridere, gaudere, placet/plaudere, ludere
Verben des Sprechens: rogare, laudare, negare/docere, respondere, agere (verhandeln), poscere
10:
1. ambulare; Marcus: Warum zögerst du, durch die Straßen spazierenzugehen?
2. esse, studere; Warum pflegst du immer hier zu sein und dich zu bilden?
3. esse; Macht es dir etwa keinen Spaß, unter Menschen zu sein?
4. ludere; Warum zögerst du, mit mir zu spielen?
5. respondere; Titus zögert zu antworten.
6. studere; Dann aber sagt er: Es macht nicht immer Spaß, sich zu bilden.
7. audire; Und es gefällt (mir) nicht, solche Schreiereien zu hören.
8. videre, ludere; Ich bemühe mich, die Freunde sehen, ich liebe (es) zu spielen.
9. ludere; Marcus (sagt): Heute ist es nicht erlaubt (möglich) zu spielen, weil so viele Menschen hier sind.
10. Warum gehen wir nicht ins Kaltbad? (Warum suchen wir nicht das Kaltbad auf?)
11. petere; Titus: Ich zögere nicht, ins Kaltbad zu gehen.
12. esse; Denn es macht Spaß, dort zu sein, wo nicht so viele Menschen sind.
Infinitiv als Subjekt: Satz 3, 6, 7, 9, 12
Infinitiv als Objekt: Satz 1, 2, 4, 5, 8, 11.
11:
1. per: Auch die Menge tritt durch das Forum in den Circus ein (sc. Sie geht über das Forum in Richtung auf den Circus).
2. ad: Es macht nämlich Spaß, zu den Schauspielen zu laufen.
3. ad: Siehe da! Die berühmten Senatoren und Tribunen treten an den Kaiser (zum Kaiser heran) und klatschen Beifall.
4. inter: Während der Schauspiele pflegt der Kaiser das Volk zu beschenken.
Lektion 5:
Warten auf dem Kapitol
Marcus steht schon eine Stunde auf dem Kapitol vor dem Iunotempel und wartet auf Cornelia.
Plötzlich sieht er: Dort kommt sie, ohne Afra, ohne Mutter, ohne Freundinnen!
Marcus freut sich und ruft: "Sei gegrüßt, Cornelia! Was machst du?"
Aber Cornelia flüstert: "Warum schweigst du nicht, Marcus?
Schau! Dort kommt der Vater mit dem Onkel Aulus aus dem Jupitertempel
und dort steht Megaera vor Afra!
Megaera ist ein schlimmes Weib;
sie beobachtet mich immer mit großer Sorgfalt,
sie hört alles."
Schon tritt Megaera heran und fragt: "Was ist, Cornelia?
Warum stehst du an allen Stellen? Warum beeilst du dich nicht zu kommen?
Wir suchen schon den Forum (Marktplatz) auf."
"Ich liebe dich aus ganzem Herzen!" flüstert Marcus und "in meinem ganzen Leben...",
während Cornelia mit Megaera vom Kapitol zum Forum herabsteigt.
Marcus bleibt auf dem Kapitol und betrachtet die berühmten Götterbilder.
Er hofft nämlich: Vielleicht Cornelia...
Aber er hofft vergeblich.
Cornelia kommt nicht mehr vom Forum.
Daher ist Marcus traurig und fragt (sich):
"Warum verderben die Götter Megaera nicht?
Warum vernichten sie nicht alle bösen Sklavinnen
und alle bösen Menschen?
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| - | malus | ibi | - |
| maestus | - | pauci | - |
| - | tacere | - | respondere |
| dominus | - | quantus | - |
| - | mulier | - | nemo |
Lektion 6:
Auf Leben und Tod
Im Kolosseum warten viele Menschen auf die Gladiatoren. Während sie eintreten, herumstehen und grüßen, feuern die einen mit großem Geschrei den berühmten Gladiator Barbatus an, die anderen Syrus:
"Höre, Syrus! Greife Barbatus mit dem Schwert an! Du bist frei von Furcht, hoffe also auf den Sieg, kämpfe, strenge dich an, halte durch! Alle beobachte dich nämlich!"
Aber Syrus steht, wartet, zögert den Barbatus anzugreifen - und Barbatus beobachtet Syrus. Deshalb ruft die Menge wiederum: "Kämpft endlich! Warum zögert ihr? Vor was nehmt ihr euch in Acht? Fürchtet ihr euch denn vor den Schwertern? - O Götter hört!
Vernichtet alle schlechten Gladiatoren nicht nur in Rom sondern an allen Orten!"
Endlich greift Barbatus Syrus mit seinem Schwert an und die Menge ruft wiederum:
"Nimm dich in Acht Syrus! Nimm dich in Acht Barbatus!"
Weder schreit Marcus noch noch freut er sich über den Kampf, denn er ist nicht frei von Sorgen.
Während Syrus und Barbatus versuchen sich gegenseitig mit dem Schwert zu verwunden,
denkt Marcus über die Fortuna, die so ungerechte Göttin nach:
"Warum ist Cornelius reich, warum hat Vater Domitius keinen Reichtum?
Warum liebe gerade ich Cornelia so sehr?
Warum bin ich nicht einmal ohne Cornelia bei den Spielen fröhlich?"
Plötzlich ruft das Volk: "Er hat etwas abbekommen! Er hat etwas abbekommen!"
Syrus liegt da, Barbatus freut sich über den Sieg, die Menge ist fröhlich und lobt den Sieger mit großem Geschrei.
Aber Marcus geht aus dem Kolosseum.
Während er über Wege spaziert, fragt er sich selbst: "Warum bist du heute so traurig, Marcus?
Empfindest du etwa den Schmerz des Todes des Syrus?
Gefallen die Schauspiele etwa nicht ohne Cornelia?" Aber sieh da!
Afra tritt heran und ruft: "Sei fröhlich, Marcus! Ich habe einen Brief!"
"Von Cornelia...?" fragt Marcus und Afra lacht: "Cornelia!"
Schon ist Marcus frei von Sorgen, schon freut sich Marcus über das Leben und die Liebe.
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1. Instrumentalis: Art und Weise;
2. Instrumentalis: Mittel;
3. Separativus: Trennung;
4. Punctualis: Ort;
5. Instrumentalis; Mittel;
6. Instrumentalis: Grund;
7. Instrumentalis: Mittel;
8. Separativus: Trennung;
9. Separativus: Trennung; Punctualis: Zeit;
10. Instrumentalis: Grund;
11. Instrumentalis: Art und Weise;
12. Separativus: Ausgangspunkt;
13. Instrumentalis: Grund.
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Lektion 7:
Ein Brief für Marcus
Schon hat Marcus den Brief, schon liest er: "Cornelia sendet ihrem Marcus viele Grüße.
Ich bin traurig, weil ich nicht mehr mit Afra spazieren gehen und nicht oft schreiben kann.
Aber Megaera sieht alles, hört alles und beobachtet alles.
Sie sagt, ein Mädchen kann nicht alleine spazieren gehen. Denn viele üble Dinge können sich auf dem Forum
und viele sich auf den Straßen ereignen. Bleibe also, schweige und sei zufrieden. Hier kannst du lesen und studieren.
Deshalb können wir nicht zusammenkommen, wir müssen warten.
Ich bitte aber die Götter oft auf diese Weise:
"Gute Götter, die ihr alles geben und alles verweigern könnt: Befreit..." Dennoch können wir den Brief aber nicht beenden:
Schon kommt Megaera! Leb wohl!
"Vernichtet Megaera!", sagt Marcus,
"und befreit Cornelia von der schlechten Frau, alle Götter und Göttinnen!"
Dann sucht er den Tempel der Venus auf und betet au diese Weise vor dem Tempel:
"Oh Venus, ich rufe dich, denn du alleine kannst Cornelia von Sorgen befreien.
Du beschützt alle Menschen, wenn sie lieben.
Was ist das Leben ohne dich?
Denn wer vermittelt Liebe außer dir?
Wen also kann ich rufen, wenn ich Schmerz empfinde, außer dich?
Von wem kann ich Hilfe erhoffen, wenn nicht von dir?
Machen dir die Opfer von Cornelia etwa nicht oft Freude?
Suche ich deinen Tempel etwa nicht oft auf?
Machen dich die Opfer etwa nicht zufrieden?
Erwartest du Tauben? Erwartest du ein weibliches Lämmchen?
Ich habe keinen überfluss an Reichtum, ich habe kein Geld. Dennoch verspreche ich ein Lämmchen und bete so: Höre, Venus, große Göttin! Von dir alleine erhoffe ich Hilfe!"
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Lektion 8:
Guter Rat für Alexander
Titus: Sei gegrüßt Marcus! Warum kommst du so spät? Nimm dich in Acht vor dem Zorn des Diodotus!
Lucius: Du bist ein Sohn der Fortuna: Der Lehrer liest nämlich ein Buch seines Seneca. Das Buch gefällt ihm sehr, wie du siehst; deshalb kümmert sich Diodotus nicht um dich. Wir aber diskutieren eine neue Redeübung.
Marcus: Was diskutiert ihr? Erzählt, Freunde!
Titus: Wir erörtern die Beschlüsse des Alexander der Große, des KönigsMazedoniens.
Marcus: Was geht das mich an? Ich kümmere mich nicht um die Beschlüssevon Königen und Kaisern.
Lucius: Du kümmerst dich um nichts, außer um hübsche Mädchen; du erwartest immer Briefe von deiner Cornelia.
Marcus: Nimm dich in Acht, elender Mensch und sage nichts über meine Cornelia. Du bist voll elenden Neides, weil ich ein hübscher Junge bin und weil ein hübsches Mädchen mich liebt. - Aber erzähle, was hat euer Alexander im Sinn?
Titus: Er ist nicht "unser Alexander", ebenso wenig wie deiner - aber heute will er über den Ozean fahren.
Marcus: Über den Ozean! Fürchtet er etwa nicht den Zorn des Dio ... ehem der Götter und Göttinnen?
Lucius: Höre auf die Worte des Lehrers: "Alexander versucht, weil er begierig nach Ruhm ist, mit wenigen Männern über den Ozean zu segeln. Ihr jedoch, Jungen, seid des Königs Ratgeber, eures Freundes."
Gaius: Wir können den König an die Gefahren des großen Ozeans erinnern: Er ist voller Ungeheuer...
Titus: ...in den Büchern gelehrter Menschen lesen wir nichts über die im Ozean gelegenen Länder.
Lucius: Deshalb kann der König weder Städte, noch Felder finden...
Gaius: ...und er ist schon Herr so vieler Länder und so vieler Völker...
Marcus: Nun bin ich reich an guten Ratschlägen, meine Freunde: Nun kann ich sicherlich Alexander ermahnen.
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Genitive: consilii; monstri; viri; victoris; clamoris; regis; regum; timorum; hominum
1:
1. Schau, dort steht Marcus vor dem großen Tempel.
2. Er erwartet nämlich Cornelia (wartet auf ...).
3. Plötzlich sieht er: Dort kommt sie, ohne Afra, ohne Mutter, ohne Freundinnen.
4. Marcus freut sich und ruft: "Hallo, Cornelia (sei gegrüßt), was treibst du?"
2:
Marcus sagt zu den Freunden: 1. Was sagt ihr, ihr bösen Menschen? 2. Schweigt von meinem Mädchen und hütet euch vor meinem Zorn! 3. Ihr seid voll von elendem Neid, weil ihr keine hübschen Jungen seid, weil euch die römischen Mädchen nicht lieben.
3:
1. Während die Jungen die Pläne des Königs Alexander diskutieren, lachen sie oft.
2. "Weil Alexander", sagt Titus, "die Bücher gelehrter (gebildeter) Menschen nicht liest, will er jenseits des Ozeans neue Länder finden".
3. Und Lucius sagt: "Den Ozean, wo (in dem) so viele und so große Ungeheuer sind, fürchtet er nicht, weil er ehrgeizig ist".
4. Marcus aber sagt: "Wenn Menschen sich um Gefahren nicht kümmern, sind sie sicherlich dumm".
4:
Substantive: simulacrum (Nom. oder Akk. Sg.) - monstrorum (Gen. Pl.) - circum (Akk. Sg.) - aedificium (Nom. und Akk. Sg.) - amicarum (Gen. Pl.) - imperatorum (Gen. Pl.) - oppidum (Nom./Akk. Sg.)
Übersetzung der anderen Wörter: etwa gar; wenn; dann; den breiten .../dasBreite; römisch/den römischen .../den Römer/das Römi- sche; ich kann; wiederum; ungerecht/den ungerechten .../den Ungerechten/das Ungerechte.
5:
Verbformen: ago; studeo; voco; posco; venio; vaco. Übrige Formen: niemand; (auf dem) Kapitol; eben/gerade; (im) Tempel/durch den Tempel; yor/für/anstatt; durch ein Opfer; ich; dem schönen ... /dem Schönen ... /durch das Schöne; (zu) spät; der/ein Mensch.
6:
Satz 1: vacat, sperat, stat, exspectat, Subjekt ist "er", gemeint ist Barbatus.
Satz 2: times. Subjekt ist "du", gemeint ist Syrus.
Satz 3: exspectant, salutant, observant. Subjekt ist "sie", gemeint sind homines.
Satz 4: Maestus est. Tacet. Subjekt ist "er", gemeint ist Barbatus.
1. Barbatus betritt fröhlich die Arena. Er ist frei von Furcht (hat keine Angst); er hofft nämlich auf den Sieg (erhofft nämlich den Sieg). Während er dasteht und wartet, kommt Syrus.
2. Darauf sagt Barbatus: "Warum zögerst du, Syrus? Fürchtest du etwa mein Schwert?"
3. Weil die Menschen aber auf den Kampf warten, begrüßen sie Syrus mit großem Geschrei; den Barbatus be(ob)achten sie nicht. Deshalb ist er traurig und schweigt.
7:
Lucius sagt: Alexander kann weder Felder noch Städte noch Reichtum im Ozean finden. Wir lesen nämlich nichts über im Ozean gelegene Städte, nichts über Felder in den Bücher gelehrter (gebildeter) Menschen. Fürchtet etwa Alexander nicht den Zorn der Götter, fürchtet er etwa nicht die Gefahren des Ozeans, fürchtet er etwa nicht die großen Ungeheuer?
8:
Substantiva mit ad: ad imperatores: zu den Feldherren/Kaisern; ad victores: zu den Siegern; ad mercatores: zu den Kaufleuten; ad clamores: bei den Schreiereien; ad mulieres: zu den Frauen; ad consules: zu den Konsuln; ad patres: zu den Senatoren/bei den Senatoren; ad gladiatores: zu/bei den Gladiatoren; ad homines: an die Menschen/zu den Menschen; ad reges: zu/bei den Königen/an die Könige; ad matres: zu/bei den Müttern/an die Mütter.
Verbformen: ridetis; admonetis; caretis; cavetis; potestis; videtis; docetis; debetis; doletis; gaudetis; iacetis; timetis; sustinetis.
9:
Substantiva: amice; matre; clamore; nece. - Pronomina: me; te. - Verben: pete; audite; salve; exspectasne; gaude; mane. - Adverbien: valde; certe. sine me/te/matre/clamore/nece.
10:
cave animum pecuniae cupidum; magnum timorem!
caremus pecunia; amicis; matre.
Romani abundabant deis; servis; mercatoribus.
quis vacat timore; curis; ira?
este contenti vita vestra; auxilio amicorum; paucis verbis!
multi homines cupidi sunt gloriae; divitiarum; victoriae.
quis non sperat auxilium; victoriam; amorem?
doleo nece amici; ludis gladiatorum.
gaudeo spectaculis; libro bono.
= Hüte dich vor einem geldgierigen Sinn; vor großer Angst./Wir haben kein Geld; keine Freunde; keine Mutter./Die Römer hatten
Lektion 9:
Menschenräuber?
"...ich ging durch die Subura und suchte Afra überall,
denn Afra ist oft in der Subura. Welches Geschrei hörte ich dort, wie viele Menschen sah ich!
Bald trat ich in die Läden der Kaufleute ein, bald stand ich bei den Handwerkern,
bald las ich die Preise vor den Läden - ich kann nämlich schon lesen, wie du weißt.
Plötzlich hörte ich die Stimme des Galliers, meines Freundes.
Er fragte nämlich die Menschen, da er seinen Herrn suchte
- aber der Herr war dennoch nicht in der Subura. Ich habe den Gallier mit großer Freude begrüßt;
dann gingen wir beide durch die Straßen und Gassen und suchten, ich Afra, der Gallier seinen Herrn..."
"Erzähle schnell!", sagte Marcus: "Hat Afra meinen Brief?"
"Sie hat ihn; ich habe meine Pflicht gut erfüllt. Dann habe ich mich sofort beeilt zu dir zurückzukehren."
"Du hast dich nicht so sehr beeilt, denn ich habe viele Stunden auf dich gewartet.
Bist du und der Gallier etwa nicht in einer Gaststätte gewesen?"
"Wir sind nicht dort gewesen, denn der Gallier hat mich verlassen, da er den Zorn seines Herrn fürchtete;
daher war ich allein in der Subura.
Aber höre: Ich ging gerade durch die Argiletusstraße, durch ein finsteres Stadtviertel,
als ich plötzlich großes Geschrei hörte: "Wohin gehst du, Gauner? Ich habe dich überall gesucht!" Und schon hielt mich ein starker Mann fest; ich aber fürchtete mich sehr, denn auf der Argiletusstraße sind böse Menschen. Schon haben sie viele armselige Sklaven festgehalten und auf die Äcker weggeführt..."
"Aber du bist ihm entronnen, wie ich sehe."
"So ist es, denn die Götter haben meine Wünsche erhört. Ein schlechter Mensch schloss mich in ein Gefängnis ein;
aber nach einigen Stunden bin ich entronnen und weggegangen. Bin ich etwa nicht der Sohn der Fortuna?"
"Vielleicht bist du der Sohn des Sisyphus."
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1. Der Lehrer lobt Titus: "Gut, Titus; mit dir aber, Marcus bin ich nicht zufrieden."
2. Deshalb freut sich Titus, froh (gut aufgelegt) liest er sein Buch (in seinem Buch). Marcus aber, der über den Zorn seines Lehrers traurig ist, freut es nicht, sein Buch zu lesen.
3. Dann erzählt der Lehrer über den berühmten König Alexander den Großen.
4. Die Jungen diskutieren mit vielen Worten über die Pläne des nach Reichtum und Ruhm gierigen Königs und über sein Leben.
5. Endlich (aber) ermahnt der Lehrer die neiderfüllten Jungen (die Jungen voll Neid) und erzählt von den Menschen Asiens und den in Asien gelegenen Städten.
6. Dann sagt er: "Viele Menschen haben keinen Reichtum (entbehren des Reichtums), dennoch sind sie mit ihrem Leben zufrieden und nicht unglücklich. Denn der Mensch, der mit Wenigem zufrieden ist, freut sich auch über einen einzigen As.
Lektion 10:
Gut gemacht, Marcus!
"Höre, Marcus, hört Mutter und Domitilla! Lucius, der Sohn des Calpurnius Marcus,
hat ein Trauerspiel geschrieben; in der Tat hat er ein großes Thema gewählt:
Er hat heute vom Stolz und vom Tod des Coriolanus vorgelesen.
Du aber, Marcus, hast du schon überhaupt von Coriolanus gehört?"
"Ich habe schon gehört, Vater, denn ich habe die Bücher des Livius gelesen und bei Diodotus haben wir schon den berühmten Feldherren Coriolanus behandelt: Nachdem er die Truppen der Volscer besiegt hatte, hat er einen Triumph gefeiert.
Dann haben alle den Sieger mit fröhlichem Geschrei gelobt. Aber sobald er den Neiddes Volkes und der Tribunen hervorgerufen hatte, verlies er die Heimat, unterstützte die Volscer und er bereitete einen Krieg vor..."
"Es ist genug, Marcus; du kannst in der Tat gut von Coriolanus erzählen. Das habe ich eben gesehen und freue mich. Aber was habt ihr bei Diodotus gemacht? Was habt ihr vorgtragen?"
"Titus beschuldigte Coriolanus, weil er sein Vaterland verraten hat und weil er mit den Truppen der Volscer Rom umzingelte. Ich habe aber die Worte der Mutter gebildet und unter anderem Folgendes gesagt:
"Du hast die Legion aus Rom vertrieben, du hast unsere Soldaten geschlagen, du..."
"Ich lobe dich, Marcus, denn du hast vieles gelernt und vieles verstanden.
Du bist ein guter Sohn, wenn du auch keine Tragödien schreibst."
Dann sagte er zu Domitilla und zu seiner Mutter: "Ist unser Marcus etwa nicht gebildet?
Freut ihr euch etwa nicht? Schau! Heute lacht Marcus, heute ist er nicht traurig! In der Tat ist Marcus froh, sobald er die Wörter seines Vaters hörte und sagt:
"Ich freue mich, weil du mich gelobt hast, Vater. Ich versuche immer, ein guter Sohn zu sein."
Aber still für sich sagt er: "Du hast meine Wünsche gehört, Venus, und du hast mir geholfen. Schon lobt Vater mich, schon freut er sich. Vielleicht tadelt er meine Liebe nicht mehr, vielleicht sogar der Vater Cornelias..."
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1. Cornelia erzählt: "Ich ging mit Freund(inn)en auf dem Forum spazieren. Dort sahen und hörten wir viele Dinge.
2. Bald diskutierten wir über die Preise der Kaufleute, bald beobachteten wir Handwerker, bald begrüßten wir Freunde (Freundinnen).
3. Eben hatten wir Spaß an einem Spiel (freuten uns an ...), als plötzlich einige Männer über das Forum liefen, einen Handwerker umgaben (und) den armen Kerl schlugen.
4. Der Handwerker schrie laut (mit lauter Stimme) und bat um Hilfe. Aber niemand half dem Handwerker.
5. Alle fürchteten nämlich um ihr Leben, weil jene Männer Gladiatoren waren und Schwerter hatten.
6. Als (Sobald) Polizisten (heran-)kamen, ließen die Gladiatoren den Handwerker schnell los (zurück) und machten sich aus dem Staub (gingen weg).
7. Der Handwerker aber pries die Götter: 'Ihr habt mich beschützt!'."
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Lektion 11:
Ein junger Mann macht Geschichte
Als 19 jähriger, ihr Jungen, hat Gaius Octavianus nach einem persönlichen Plan und mit Privatvermögen Truppen aufgestellt. Damals drohten dem römischen Volk, dem ewigen Rom, dem Forum, den Tempeln und dem Kapitol große Gefahr, denn Brutus und Cassius - aber was sehe ich? Titus hört meinen Worten nicht zu; Titus versucht, viel mit seinen Freunden zu erzählen. Los, sage mir, Titus: Was kannst du uns über Brutus und Cassius erzählen?" Titus zögert ein wenig, dann antwortet er dem Lehrer: "Brutus und Cassius bereiteten mit einigen anderen einen Anschlag gegen den Diktator Cäsar vor.
Aber nachdem sie Cäsar getötet hatten, waren sie bei fast allen Menschen, Männer und Frauen, verhasst. Deshalb verließen sie Rom, haben sich nach Griechenland zurückgezogen und dort Truppen erworben.
Damals war M. Antonius der Feind des C. Iulius Octavianus, des Erben Cäsars; es war Krieg in Italien, der Aufstand Roms, solange bis Octavianus sich Antonius geneigt gemacht hat.
Mit Antonius hat er Brutus und Cassius besiegt und die Kriege beendet..."
"Vieles", sagte Diodotus, "ist dir bekannt, Titus, aber dennoch nicht alles. Deshalb muss ich euch das Übrige erzählen, Jungen, ihr aber hört zu: Marcus Antonius hat Kleopatra, der Königin ägyptens, einige Provinzen des römischen Reiches zugestanden; er lebte wie ein König mit der Königin in Alexandria. Wiederum drohten dem Reich große Gefahren, aber Octavianus befreite die Menschen von der Furcht und gab den Ländern einen lang andauernden Frieden. Deshalb teilten die Senatoren Octavianus viele Ehren zu: Sie nannten ihn den Vater des Vaterlandes und Augustus..."
"...und weihten einen Altar, den Frieden des Augustus!"
"Was? Wessen Stimme habe ich gehört? Wem ist es erlaubt, während den Worten des Lehrers zu schreien? Gefällst du dir so sehr, Titus? Versuchst du uns zu verwirren? Nimm dich in Acht! Aber weil ich eben vieles vom Kaiser Augustus erzählt habe, ist dir deine Kühnheit jetzt ungestraft."
| V |
| E |
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| 2 |
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| 6 |
1. Der Herr (sagt): "Schon viele Stunden warte ich auf dich. Und du, wo bist du gewesen?"
2. Ich sagte zu den anderen Sklaven: "Ihr sucht Afer, ich aber bleibe hier."
3. Viele Sorgen quälten mich und uns alle: "Was ist unserem Afer passiert? Wer hat Afer eine Falle gestellt?
4. Vielleicht hat er seinem Freund geholfen und sich nicht um sich selbst gekümmert?
5. Hat er sich etwa Wein gekauft und seinen Heimweg nicht mehr gefunden?"
6. "Du aber bist sicher bei deiner Freundin gewesen und hast deine Pflichten nicht erfüllt.
7. Erzähle endlich: Warum bist du so spät zu uns gekommen? Antworte mir!"
| 7 |
Lektion 12:
Kein Glück im Kaiserhaus
Kaiser Augustus, der dem römischen Volk nach den vielen Kriegen Frieden gab, wurde von der Fortuna nicht immer und überall begünstigt.
Von den Ehefrauen, die er heiratete, hatte er keinen Sohn, obwohl er sich nichts sehnlicher wünschte. Seine Enkel aber, die er sehr mochte, verlor er beide, Gaius Caesar in Asien und Lucius Caesar in Massilia.
Später hat er den Agrippa Postumus und den Tiberius adoptiert.
Von diesen verstieß er bald den Agrippa, dessen Verhalten schlecht war.
Diesen schaffte er später auf eine kleine Insel, auf der er ein schlechtes Leben lebte.Augustus hatte eine Tochter, die er mit großer Sorgfalt erzog: Iulia. Zuerst gab er diese dem Sohn seiner Schwester, dann, sobald dieser gestorben war, seinem Freund Marcus Agrippa zur Frau.
Mit diesem lebte Iulia einige Jahre und gebar zwei Töchter und drei Söhne, Gaius Caesar, Lucius Caesar, Agrippa Postumus, von denen wir schon erzählten.
Nachdem auch Marcus Agrippa gestorben war, gab Augustus Iulia dem Tiberius zur Frau, weil sie ihn nicht liebte.
Bald hat Tiberius sie verlassen und suchte die Insel Rhodos auf; dann lebte Iulia mit Vergnügen mit ihren Freunden, denn dann war sie frei. Dem Augustus aber gefielen ihre Sitten nicht; deshalb schaffte er sie auch auf eine kleine Insel weg.
Obwohl ihn das römische Volk und die Senatoren wiederum und wiederum für sie baten, zeigte er ihr keine Nachsicht und immer wenn er von ihr und von ihrer Tochter Iulia erzählte, pflegte er sie seine "Krebsgeschwüre" zu nennen.
| V |
| E |
| 1 |
1. Brutus und Cassius bedrohten mit den Truppen, mit denen sie in Griechenland waren, Octavian.
2. Octavian aber besiegte zusammen mit Antonius, den er für seinen Freund hielt, Brutus und Cassius.
3. Später lebte Antonius zusammen mit Kleopatra, der Königin Ägyptens, die er sehr liebte, in Alexandria wie ein König.
4. Deshalb klagte Octavian, dessen Macht in Rom noch nicht stark genug war, Antonius beim Volk an:
5. "Antonius, mit dem ich Brutus und Cassius besiegt habe, hat jetzt seine Heimat verlassen und verraten.
6. Der Frau, die Antonius völlig verwirrt, hat er einige Provinzen des römischen Reiches überlassen.
7. Die Sitten der Römer, die wir immer bewahrt haben, verlacht er mit großem Hochmut.
8. Ich habe vor, euch von den Gefahren zu befreien, die uns von Antonius drohen."
| 2 |
1. Afra, die immer geschwiegen hat, versteht jetzt schon viel.
2. Die Senatoren, die in den Tempel eilen, sind froh.
3. Marcus sieht Freunde, mit denen er spielen kann.
4. Marcus, dessen Vater gebildet ist, liest und studiert (lernt) oft.
5. Das große Gebäude, aus dem Marcus kommt, ist der Jupiter-Tempel.
6. Die Gladiatoren, die die Menschenmenge lobt, haben schon viele getötet.
7. Die Angst der Sklaven, die aus dem Gefängnis entkamen und sich dann trennten, war groß.
| 3 |
1. Marcellus, der Neffe des Augustus, heiratete dessen Tochter.
2. Als dieser starb, gab Augustus seine Tochter seinem Freund, Marcus Agrippa, zur Frau.
3. Mit ihm hatte Julia zwei Töchter und drei Söhne.
4. Augustus aber hat deren (ihre) Söhne adoptiert, nachdem Agrippa gestorben war.
5. Dann mußte Tiberius Julia heiraten, obwohl er sie nicht liebte und ihren Charakter tadelte.
6. Augustus, der den Charakter seiner Tochter immer wieder tadelte, verzieh ihr nicht.
2:
1. vicit. Senat und Volk von Rom erlaubten dem Coriolan einen Triumph, nachdem er die Truppen der Volsker besiegt hatte.
2. egit. Aber nachdem er den (diesen) Triumph gefeiert hatte, erregte er den Zorn und den Neid der einfachen Leute.
3. accidit. Sobald dies geschehen war, ging Coriolan aus der Heimat weg und verriet sie.
4. reliquit. Denn nachdem er die Heimat verlassen hatte, begünstigte er die Volsker, die Feinde des römischen Volkes, unterstützte sie mit seinem Rat und bereitete einen Krieg gegen die Heimat vor.
5. audivit. Nachdem Veturia, die Mutter des Coriolan, dies gehört hatte, kam sie sofort zu ihrem Sohn und tadelte ihn mit strengen Worten.
6. vituperavit. Nachdem ihn die Mutter getadelt hatte, entfernte sich Coriolan von den Volskern.
3:
v-Perfekt: finire; vocare; petere;
u-Perfekt: deserere; s-Perfekt: dicere; evadere; ducere; discedere;
Dehnungsperfekt: (con)venire; adiuvare; legere; relinquere; videre; agere;
Reduplikationsperfekt: pellere; dare; discere; prodere; caedere;
Perfektstamm unverändert: comprehendere.
5:
1. quem. Orpheus, den Menschen und Tiere liebten, lebte in Thrakien.
2. quae. Dieser heiratete Eurydike, die ihm sehr gefiel.
3. cui. Aber der unglückliche Mensch, dem die Gölter nicht gewogen waren, verlor seine (Ehe-) Frau.
4. cuius. Deshalb stieg Orpheus, dessen Kühnheit sicher alle lobten, in den Orkus hinunter.
5. quorum. Die Königin und der König des Orkus, deren Sinn Orpheus beeinflussen konnte, gaben ihm Eurydike.
6. quam. Trotzdem verlor er die Frau, die er so sehr liebte, zum zweitenmal.
6:
1D; 2F; 3E; 4A; 5B; 6C
7:
1F; 2D; 3A; 4B; 5G; 6E; 7C
8:
1. ... vir, cuius gloria magna erat. 2. ... homines, quorum mores mali erant. 3. ... hominem, quem nemo amabat.
1. Marcus Porcius Cato Censorius war ein berühmter Mann (ein Mann, dessen Ruhm groß war). 2. Dieser klagte verbrecherische Menschen (Menschen, deren Sitten verbrecherisch waren,) überall an. 3. Deshalb nannten die Römer den Cato einen strengen Menschen (einen Menschen, den niemand liebte).
9:
sehr; oft; dort; zuerst; immer; (zu) spät; so; überall; auf alle Fälle/in der Tat; da/dann/darauf/damals; zum zweitenmal; gut; bald; so sehr; schnell; nicht mehr; genug; eben erst/gerade/bald/nur; ungefähr/fast; jetzt; ein wenig; schon/bereits.
Adverbien der Zeit: saepe, primo, semper, sero, tum. Herum, mox, non iam, modo, nunc, iam.
Adverbien des Ortes: ibi, ubique.
Adverbien der Art und Weise: valde, sic, profecto, bene, adeo, cito, satis, fere, paulum.
10:
Beiordnende Konjunktionen: atque/ac; et; -que; ne ... quidem; etiam; quoque; neque ... neque/nec ... nec; sed; autem; tamen; aut; aut... aut; itaque; igitur; nam; enim.
Unterordnende Konjunktionen: cum (mit Indikativ); dum; donec; postquam; ubi; quod; ut (wie); si; nisi; quamquam; etiamsi.
11:
Hand A: Es passen die Finger 1,3,6,9.
Hand B Es passend die Finger 2,4,7.
An keine Hand passen die Finger 5,8,10.
Ohne Endung können übersetzt werden die Imperative (reinen Stamm): inveni; remove; vove; spera; place; audi; sta; fini; mane
Lektion 13:
Altar des Friedens
"Schau, der Friedensaltar", sagt Diodotus, "das berühmte Werk, das gelobte Werk, das von Augustus erbaute Werk. Hier sehen wir den Kaiser Augustus und seinen Freund Agrippa, dort die Julia, die von ihrem Vater Agrippa und danach Tiberius in die Ehe gegeben wurde - diese Julia, von deren Schicksal ich schon erzählt habe.
Oh wie froh war sie, als sie von Tiberius verlassen worden war, dem nicht geliebten Mann, wie unglücklich, als sie von ihrem verletzten Vater auf eine kleine Insel verbannt wurde, weggeschafft aus Italien. Schau! Hier sind Lucius und Gaius Cäsar, die von Agrippa abstammenden Jungen, dort ist Tiberius, der Kaiser, der von vielen getadelt und von wenigen gelobt wurde! +++ Wir sehen von der Menge der Götter die Mutter Erde, die den Menschen alles Gute gibt. Dort aber sind die Söhne des Mars und der Rea Silvia, die der König Amulius, ein schlechter Mensch, an einem entfernten Ort aussetzte. Eine Wölfin fand die ausgesetzten Jungen; von dieser sind sie gerettet und eine Zeit lang ernährt worden - aber schau!
Schon nähert sich Faustulus.
Faustulus, der die Jungen, die von der Wölfin gerettet und ernährt wurden, mit sich nahm und aufzog, war Hirte. Von diesem waren den Jungen die Namen Romulus und Remus gegeben worden.
Nachdem diese lange unter Hirten gelebt hatten, wurden sie zufällig zu ihrem Großvater geführt. Dieser war Numitor, der Vater der Rea Silvia, der von seinem Bruder Amulius aus dem Königreich vertrieben wurde. Oh welch großes Verbrechen, welch großes Unrecht.
Sobald sie vom Vater die Verbrechen des Amulius gehört hatten, griffen die Brüder aber sofort zusammen mit einer großen Schar an Hirten Alba Longa, eine benachbarte Stadt, an. Dort wurde der König Amulius von ihnen getötet und das Königreich ist Numitor zurückgegeben worden. Zu dieser Zeit beschlossen Romulus und Remus an dem Ort, wo sie ausgesetzt und erzogen worden waren, eine Stadt zu gründen. Aufgrund der Vogelschau wurde Romulus die Herrschaft übergeben. Nachdem dieser von Remus verlacht und herausgefordert worden war, tötete er den Bruder.
Er nannte die Stadt aber, die gerade gegründet war, nach seinem Namen Rom."
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1. Numitor, der König von Alba Longa, wurde von seinem Bruder Amulius aus seinem Königreich vertrieben. 2. Bald wurden auch die Enkel Numitors von diesem schlechten Kerl weggeschafft und ausgesetzt. 3. Diese Knaben wurden von einer Wölfin gefunden und gerettet. 4. Später wurden sie von Faustulus aufgefunden und erzogen. 5. Von diesem Hirten wurden den Knaben die Namen Romulus und Remus gegeben. 6. Nachdem sie lange unter Hirten gelebt halten, wurden sie zufällig zu ihrem Großvater gebracht. 7. Darauf wurde der König Amulius von Romulus und Remus getötet, und Numitor (wurde) seine Königsherrschaft zurückgegeben. 8. Dann wurde von den Brüdern eine neue Stadt gegründet, die nach dem Namen des Romulus Rom genannt wurde.
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1:
1. Augustus hatte von den Ehefrauen, die er heiratete, keinen Sohn, obwohl er nichts mehr wünschte.
2. Nachdem auch Marcus Agrippa gestorben war, gab Augustus Julia dem Tiberius zur Frau, obwohl er/sie ihn nicht liebte.
3. Augustus verzieh, obwohl ihn das römische Volk immer wieder bat, der Julia nicht, und wenn er von ihr erzählte, pflegte er sie sein "Krebsgeschwür" zu nennen.
2:
1. Cassius und Brutus, die Cäsar ermordet (getötet) hatten, töteten sich selbst, nachdem sie von Antonius und Octavian, der später Augustus genannt wurde, besiegt worden waren.
2. Quinctilius Varus, der von Augustus nach Germanien geschickt worden war, wurde dort von Arminius, dem Anführer der Germanen, mit List in eine Falle gelockt. In jener Schlacht wurden drei Legionen umgebracht. In (den) alten Büchern lesen wir, daß Augustus, nachdem er gehört hatte, daß so viele Soldaten getötet worden waren, gerufen habe: "Varus, gib die Legionen zurück!"
3. Der Tempel des Gottes Janus, der in alten Zeiten selten geschlossen (worden) war, wurde von Augustus dreimal geschlossen. Jenen Tempel nämlich schlossen die Römer nur im Frieden.
4. Es ist bekannt, daß von Augustus viele Denkmäler (Monumente) gebaut worden sind und (daß) viele Tempel, die durch Kriege und Brände zerstört worden waren, erneuert worden sind.
3:
Einflußbereich des Prädikats: 1. bene educatus erat litteris; vini voluptatumque cupidus erat; pecunia carebat. 2. pecunia abundabat; divitiis donavit. 3. belli gloriae studuit; bene in Africa pugnavit; insidias eius non satis caverat; Mario imperatori tradidit. 4. Mario non diu favit; Sullae a senatoribus datum erat. 5. consilia plebis non curavit; cum militibus suis Romam occupavit; dictatorque nominatus est. 6. carere foro et vacare officiis curisque studuit; in animo habebat... gaudere; multa templa voverat; morte ... mala... amisit; apparet deos ... non favisse.
Übersetzung:
1. Auch wenn Sulla als Knabe reich war an allen Geistesgütern und in den Wissenschaften wohl gebildet war, war er trotzdem anfangs gierig auf Wein und sinnliche Vergnügungen, hatte aber kein Geld. 2. Später aber änderte eine Dirne, die Geld im Überfluß hatte, ihr Testament und beschenkte Sulla mit viel Geld. 3. Dann strebte Sulla nach Kriegsruhm und kämpfte erfolgreich in Afrika mit Jugurtha, dem König von Numidien. Ihn besiegte Sulla, weil er sich vor dessen Nachstellungen nicht genug gehütet hatte, und übergab ihn. dem Feldherrn Marius. 4. Trotzdem war Sulla dem Marius nicht lange gewogen. Jenem wurde nämlich vom Volk der Oberbefehl zum Kampf gegen Mithridates übertragen, der (eigentlich) dem Sulla vom Senat übertragen worden war. 5. Sulla kümmerte sich nicht um die Beschlüsse des Volkes, mit seinen Soldaten besetzte er Rom und wurde zum Diktator ernannt. 6. Am Ende seines Lebens aber bemühte er sich (darum), mit dem Forum nichts zu tun zu haben und frei von Pflichten und Sorgen zu sein. Er hatte im Sinn, sich vor seinem Tod am ländlichen Leben zu freuen. 7. Es ist aber klar, daß die Götter dem Sulla nicht gewogen waren, obwohl er ihnen viele Tempel geweiht hatte: Er verlor nämlich sein Leben durch einen schlimmen Tod.
4:
1. explebo. Lange habe ich meine Pflichten nicht erfüllt. Aber bald werde ich meine Pflichten erfüllen. 2. adiuvabimus. Lange Zeit sind die Freunde von uns nicht unterstützt worden. Aber bald werden wir die Freunde unterstützen. 3. monebunt. Die von uns nicht unterstützten Freunde ermahnten uns lange vergebens. Bald werden uns die Freunde nicht mehr umsonst ermahnen. 4. puniet. Lange sind die Verbrecher nicht bestraft worden. Aber bald wird ein gerechter Richter jene Menschen bestrafen. 5. petet: Lange wurde von einem unglücklichen Menschen Hilfe erbeten. Bald aber wird jener nicht mehr um Hilfe bitten. 6. accurret - inveniet. Der Freund, der schnell zu mir hergelaufen war, hat mich nicht gefunden. Bald wird der Freund noch einmal zu mir herlaufen, und er wird mich finden.
5:
1. Der Spartaner Kleomenes wurde gefragt: "Warum haben die Spartaner die Argiver, mit denen sie oft, lange und mit großer Gewalt gekämpft hatten und die sie oft besiegt hatten, nicht vernichtet?" 2. Jener aber antwortete, dies sei von den Spartanern nicht angestrebt worden, und versicherte, daß er und alle Spartaner zufrieden seien, immer Feinde zu haben. 3. "So nämlich", sagte er, "sind unsere Männer immer an die Gefahren erinnert worden und (sind) immer kampfbereit (begierig auf Krieg) gemacht worden. 4. Sicherlich werden unsere Männer ihre Kraft nicht trainieren können, wenn sie nicht die Argiver als Feinde haben (werden)".
6:
1. Gast: Heute ist der Wein nicht gut. Aulus: Was hat er gesagt? Ich habe (es) nicht gut gehört. Paulus: Er sagte, daß heute der Wein nicht gut ist (sei). 2. Gast: Aulus schweigt oft; er lacht nicht oft, denn Aulus ist eingebildet (hochmütig). Aulus: Wie? Was hat er gesagt? Paulus: Er hat gesagt, daß Aulus oft schweigt, (daß) er nicht oft lacht. Denn Aulus sei hochmütig. 3. Gast: Der Gladiator Syrus hat gestern nichts gefürchtet, sondern mit großer Kraft gekämpft. Aulus: Wer hat sich gefürchtet? Paulus: Er hat gesagt, daß der Gladiator Syrus sich gestern nicht gefürchtet hat (habe), sondern mit großer Kraft gekämpft hat (habe). 3. Gast: Deshalb ist Syrus nicht verwundet worden, sondern hat gesiegt. Aulus: Ich habe (es) nicht gut gehört. Paulus: Er sagte, daß Syrus nicht verwundet worden ist (sei), sondern gesiegt hat (habe). 4. Gast: Dem Sieger sind große Geschenke gemacht worden. Paulus: Er sagte, daß dem Sieger große Geschenke gemacht worden sind (seien/wurden). 5. Gast: Ich bin mit dem Wein nicht zufrieden. Paulus: Jener sagt, er sei mit dem Wein nicht zufrieden. Aulus: Und die anderen? Paulus: Auch die anderen sagen, daß sie mit dem Wein nicht zufrieden sind (seien). 6. Gast: Du, Aulus, was sagst du über die neuen Konsuln? Aulus: Ich sage, daß sie böse Menschen sind, rauh, geldgierig, hochmütig.
7:
Akkusativ als Objekt: 1. Aram Pacis 2. pueros ... expositos; nomina 3. fratrem 4. quod oppidum; 5. Troianos. Akkusativ als Adverbiale ohne Präposition: unam horam; multos annos.
Akkusativ in präpositionaler Verbindung: 3. apud auctores antiquos 4. apud Homerum.
Akkusativ als 'Subjekt' eines Ad: 1. multos homines 3. Romulum et Remum. 4. Troiam (fuisse) oppidum ... situm 4. Graecos 5. eos ... adiutos.
Übersetzt:
1. Es steht schon fest, dass viele Menschen den Friedensaltar gesehen haben.
2. Faustulus, welcher die an einem abgelegenen Ort ausgesetzten Jungen beschützte und erzog sie und gab ihnen diese Namen.
3. Beim antiken Schriftsteller lesen wir, dass Romulus und Remus ihren Vater ermordet haben.
4. Ihr habt schon gehört, dass Troja eine sichere Stadt in Asien wir; dass die Griechen diese Stadt viele Jahre lang bestürmten, und dass sie sie trotzdem nicht eroberten, lesen wir bei Homer.
5. Außerdem erzählt der eben genannte Homer, dass die Griechen, unterstützt durch die List des Odysseus, die Trojaner schließlich besiegt hatten.
8:
curare: cura; timor: timere; ludus: ludere; victor: victoria (vincere); magistra: magister; clamare: clamor; donare: donum; spectare: spectaculum; amor: amare; filia: filius.
9:
a): das auf dem Land verbrachte Leben - das Leben, das auf dem Land verbracht wurde - als/nachdem das Leben... verbracht worden war; die heute verlorene Zeit - die Zeit, die heute verloren worden ist/wurde; die nicht gut unterstützten Freunde - die Freunde, die nicht gut unterstützt worden sind/wurden; - als/weil... unterstützt worden sind/waren; die oft gesehenen Konsuln - die Konsuln, die oft gesehen worden sind/wurden - als/weil... gesehen worden sind; die aus dem Schiff ausgesetzten Truppen - die Truppen, die ... worden sind/wurden; die zum Herrn gerufene Sklavin - die Sklavin, die gerufen worden ist; die zu spät gehörte Stimme - die Stimme, die zu spät gehört worden ist/war - als/weil/nachdem ... gehört worden ist/war; das vom Soldaten verlassene Pferd - das Pferd, das verlassen worden ist/war - als/weil/nachdem ... worden ist/war; die oft erbetene Hilfe - die Hilfe, die oft erbeten worden ist/war - als/weil die Hilfe erbeten worden ist/war.
b) agere (Akk.) vitam; amittere (Akk.) tempus, adiuvare (Akk.) amicos; videre (Akk.) consules; relinquere (Akk.) equum; exponere (Akk.) copias, vocare (Akk.) servam; audire (Akk.) vocem; petere (Akk.) auxilium.
10:
decurrere: herunterlaufen/ hinablaufen; recurrere: zurücklaufen; percurrere: durchlaufen; iustitia: Gerechtigkeit; regere: lenken/ regieren; tra(ns)ducere: hinüberführen/ überführen; transcurrere: hinüberlaufen; transponere: hinübersetzen/ übertragen/ übersetzen; imponere: hineinlegen/ drauflegen/ auferlegen (z. B. Steuern).
11:
a) mit großer Wahrscheinlichkeit kommen vor: fatum; sors; monstrum; apparere; mare; voluntas; animal; nex; timor; dei eum protexerunt; orare; laetus; sacrificium; accidere; gloriae cupidus; periculum; navigare; evadere; superbia; optare; magnus.
b) es kommen vor, weil man sie in fast jeder Art von Text benötigt: enim; non; regio; caelum; vivere; autem; etiam; terra; quondam; cum; nam.
c) es kommen wahrscheinlich nicht vor: arx; parcere; amare; plaudere; fraus; equus: oraculum; moenia; dolus; mores; nepos; uxor; soror; pax; regina; forum; salutare; pecunia; puella; miser; magister; plebs; miles; seditio; lupus.
Lektion 14:
Ein Held auf der Flucht
Troja war eine starke Stadt, die in Asien lag; diese Stadt wurde von den Streitkräften der Griechen lange belagert.
Paris nämlich, der Sohn des König Priamus hatte Helena, die Göttin des König Menelaos aus Griechenland über das Meer in seine Heimat entführt. Vergeblich hatten die Anführer der Griechen die Auslieferung der Entführten verlangt: Die Trojaner hatten ihnen immer wieder die Frau verweigert. Daher kämpften die Griechen zehn Jahre lang mit höchsten Kräften mit den Trojanern, bis Troja, durch List und nicht durch Gewalt erobert, sogar mit Stadtmauern und Türmen zerstört wurde. Dann entkam Aeneas mit wenigen Gefährten, da er von den Göttern selbst gewarnt und gerettet worden war und suchte Italien auf. Die Göttin Venus nämlich, die Mutter des Aeneas, hatte ihren Sohn ermahnt: Nach dem Willen des Jupiter persönlich wurde den Trojanern in Italien eine neue Heimat bestimmt. Aeneas aber wurde durch widrige Winde über die Meere in die Gegend Afrikas getrieben, in der von der Königin Dido gerade Carthago gegründet worden war. Auch Dido hatte ihre Heimat verlassen, weil ihr Gatte Sychaeus von ihrem eigenen Bruder, der begierig nach Reichtum war, ermordet worden war.
Damals war auch Dido selbst in höchster Gefahr gewesen. Dann war auf sie selbst ein Anschlag verübt worden. Deshalb hatte sie die Flucht ergriffen und suchte ein neues Vaterland.
eneas aber war kaum nach Carthago gegangen, als sich Dido in diesen hübschen und tüchtigen Mann verliebte. Aeneas selbst liebte die Königin auch und blieb lange bei ihr.
| V |
| E |
| 1 |
1. Einer von den griechischen Soldaten erzählt: "Nachdem wir zu der mächtigen Stadtmauer gekommen waren, beobachteten uns Männer von dem/n höchsten Turm/Türmen der Stadtmauer. 2. Sie versuchten, unsere Soldaten durch großes Geschrei durcheinanderzubringen. 3. Obwohl wir mit höchster Anstrengung lange kämpften, konnten wir die Stadt nicht erobern. 4. Aber endlich bereitete unser Feldherr eine List vor: Wir bauten ein großes Tier." 5. Ich aber sagte: "Habt ihr etwa mit einem großen Tier den/die hohen Turm/Türme erobert? Du willst mich verspotten. Du hast mir die List erzählt, die Odysseus vor Troja anwandte."
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1. Nachdem die Stadt der Trojaner von den Griechen zerstört worden war, entkam Äneas mit wenigen Gefährten. 2. Von widrigen Winden war er nach Afrika verschlagen worden, wo er die Königin Dido erblickte. 3. Sie selbst hatte ihre Heimat verlassen müssen und hatte vor kurzem Karthago gegründet. 4. Denn nachdem ihr Ehemann von ihrem eigenen Bruder getötet worden war, hatten ihr selbst große Gefahren gedroht. 5. Deshalb war sie nach Afrika gefahren, wo ihr König larbas Land gab. 6. Dieser liebte Dido und wollte sie heiraten. 7. Kaum war aber Äneas nach Karthago gekommen, da verliebte sich Dido in ihn.
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Beispiel: 1. a) Die Knaben sind von Amulius ausgesetzt worden. Dann wurden sie vom Hirten Faustulus gefunden, b) Die Knaben, die von Amulius ausgesetzt worden waren, wurden von... c) Nachdem die Knaben von Amulius ausgesetzt worden waren, wurden sie ...
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Lektion 15:
Das hölzerne Pferd
...schon stehen die Tore Trojas offen, schon macht es den Menschen Spaß, die verlassenen Orte und das Lager der Griechen zu sehen. Vor allem aber staunen sie über das hölzerne Pferd: die einen glauben, dass dieses Pferd eine Opfergabe sei, die anderen beabsichtigen es aus Furcht ins Meer zu stürzen.
Schau, mit vielen Begleitern eilt der Priester Laocoon herbei und ruft schon von weitem: Oh, ihr Elenden. Meint ihr etwa, dass die Geschenke auf List verzichten? Wisst ihr etwa nicht, dass Odysseus den anderen Griechen an Klugheit überlegen ist? Ist es euch etwa nicht bekannt, dass er immer mit List, Hinterhalt und Betrug kämpft? Ich glaube, dass in dem Pferd selbst Soldaten versteckt sind, ich fürchte die Griechen selbst, wenn sie Geschenke geben.
Während Laocoon die Menschenmenge so warnt, während er sagt, dass er sich vor dem Anschlag der Griechen fürchtet, zogen einige Hirten einen Mann, den sie erst gefunden hatten mit großem Geschrei zum König.
Dieser leugnet nicht, ein Grieche zu sein; er erzählt, dass Odysseus ihm einen Hinterhalt bereitet hatte, dass er aber durch Flucht sein Leben rettete und dass er sich in den Wäldern verborgen hatte. Deshalb sagt der König Priamus von Mitleid bewegt: "Ich glaube auch, dass dir von Odysseus ein Hinterhalt bereitet worden ist. Es ist offensichtlich, dass du in Gefahr warst. Nun aber erzähle uns von dem Pferd!" Auf der Stelle bestätigt der schlechte Mensch, dass die Griechen, die durch die Göttersprüche gemahnt wurden, der Göttin Minerva ein Pferd aufstellten.
Schon glaubten viele Trojaner seinen Worten, schon versuchten sie, das Pferd mit aller Macht in die Stadt zu ziehen, als plötzlich zwei Schlangen, von Minerva geschickt, erschienen und Laocoon angriffen, welcher mit seinen Söhnen beim Altar gestanden hat. Wir ergriffen die Flucht, Laocoon und dessen Söhne aber sind von den Schlangen überwältigt worden. Sofort schrie die Menschenmenge, dass der Priester von den Göttern selbst bestraft wurde und sie beeilte sich, die Stadtmauern einzureisen.
| V |
| E |
| 1 |
| 2 |
1. Es steht fest, daß C. Octavianus im Alter von 19 Jahren mit seinem Privatvermögen Truppen ausgehoben hat.
2. Denn ihm war klar, daß dem römischen Volk große Gefahren drohten.
3. Er wußte nämlich, daß Brutus und Cassius mit anderen ein Attentat auf Cäsar verübt hatten.
4. Aber diese Männer wußten nicht, daß fast alle Menschen den Mord an Cäsar tadelten.
5. Daher freuten sich viele Römer, daß Brutus und Cassius Rom verließen und über das Meer nach Griechenland segelten.
6. Dann waren die Römer nicht betrübt, daß kein Krieg in Italien war.
7. Später freuten sich alle, daß Octavianus die Kriege beendet hatte.
| 3 |
1. Laokoon sagte, daß er einen Hinterhalt der Griechen fürchte. 2. Die Trojaner glaubten, dass Odysseus ihnen einen Hinterhalt bereitet habe. 3. Der böse Mensch erzählte, daß er sich in den Wäldern versteckt habe. 4. König Priamus glaubte, daß ihm (~ homo malus) eine Falle von Odysseus bereitet worden war. 5. Es steht fest, daß die Trojaner ihm geglaubt haben. 6. Die Trojaner glaubten nicht, daß er mit List und Tücke kämpfen würde. 7. Daher glaubten die Trojaner, daß sie selber nicht in Gefahr seien.
| 4 |
1. Wir wissen, daß die Jungen von Faustulus gerettet worden sind.
2. Wir hörten, daß der böse König die Jungen ausgesetzt hatte.
3. Es steht fest, daß von Faustulus den Jungen ihre Namen gegeben wurden.
4. Wir glauben, daß Romulus und Remus lange unter den Hirten gelebt haben.
5. Kaum glauben wir, daß die Jungen zufällig zu ihrem Großvater geführt worden sind.
6. Wer freut sich nicht, daß die Herrschaft dem König Numitor zurückgegeben worden ist?
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| 6 |
Ich hörte, 1. daß einige Hirten einen Menschen gefunden haben. 2. daß dieser Mensch ein Grieche sei. 3. daß Odysseus ihm eine Falle bereitet habe. 4. daß er aber durch Flucht sein Leben gerettet habe. 5. daß der schlimme Mann von einem Pferd erzählt habe. 6. daß viele Trojaner seinen Worten geglaubt hätten. 7. daß die Trojaner das Pferd in die Stadt gezogen hätten.
Lektion 16:
Blick in die Zukunft
Vergil hat überliefert, dass Dido sich das Leben nahm, weil Aeneas sie verlassen hat, Aeneas aber, hatte mit Schiffen Italien erreicht.
Da stieg er mit Sybille, der Seherin, in die Unterwelt hinab und fragte in den Wohnsitzen der Glücklichen den Vater nach dem Schicksal seines Volkes.
Dieser führte den Sohn, den er mit höchster Freude begrüßt hatte, mit sich und sagte:
"Nun werde ich dir diese Seelen zeigen, die Gott zu seiner Zeit zum Licht rufen wird und ich werde dir dein Schicksal lehren.
Du wirst jene Könige sehen, die Alba Longa regieren werden und Burgen auf den Bergen aufstellen werden, Nomentum, Gabii und die Stadt Fidena.
Diese werden dann die Namen sein, jetzt sind die Länder ohne Namen.
Schon werde ich dir alles mitteilen, du aber wirst jetzt staunen und hören - aber sieh da: Da kommt er, jener Romulus, der Rom gründen wird und mit seinem Namen wird er sagen, dass er die Stadt mit Mauern umzingeln wird und dass er der erste römische Kaiser sein wird - und hier ist jener Augustus, der die Ägypter besiegen wird, die Grenzen des Reiches ausdehnen wird und mit höchster Freude den Stämmen und dem Landkreis Frieden geben wird.
Du willst Tarquinius, den stolzen König, sehen und Brutus, der Tarquinius aus der Stadt vertreiben wird und im freien Staat der erste Konsul sein wird. Willst du jenen Scipio sehen, der über Hannibal triumphieren wird, jenen großen Catus, die übrigen berühmten Konsuln, Führer und Kaiser? Du nämlich Aeneas wirst der Gründer eines neuen Volkes sein und die übrigen Völkern werden diesem Volk, dem Volk der Römer, gehorchen.
Die römische Herrschaft wird gerecht sein und sie werden den Völkern Frieden und gute Sitten geben. Sie werden die Besiegten schonen, die Stolzen aber bezwingen.
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1. Das mit Mauern und Türmen umgebene Troja war lange angegriffen worden. 4. Die Stadt wurde nur durch (eine) List erobert. 3. Wenige konnten die Flucht ergreifen. 2. Die anderen wurden von den griechischen Streitkräften vernichtet.
Lektion 17:
Der Trick des Tyrannen
Jener Tarquinius, der den Beinamen der Hochmütige hatte, bestürmte lange Zeit Gabii, eine benachbarte Stadt. Als er diese weder mit Stärke noch mit Belagerung erobern konnte, wandte er List und Betrug an.
Denn er selbst zog sich nach Rom zurück, legte den Grundstein für Tempel und gab vor, dass er durch öffentliche Arbeit beschäftigt sei. Sextus, sein Sohn, flüchtete aber nach vorheriger Absprache nach Gabii und dort sagte er, dass die Grausamkeit des Vaters die Ursache der Flucht war.
"Zu euch, Männer von Gabii" sagte er, "flüchte ich mich, bei euch wünsche ich zu bleiben, weil mir keine andere Zuflucht bleibt, da ich nirgendwo außer bei den Feinden sicher vor meinem Vater bin. Denn dieser, vor dessen Hinterhalt ich gerade erst geflohen bin, wird mich töten, wenn er kann."
Die Einwohner von Gabii nahmen den Sohn des Königs fröhlich auf, und zogen ihn zu öffentlichen Versammlungen hinzu und ernannten ihn zum Kriegsführer sobald sie seine Klugheit und Kühnheit erkannt hatten. Schon brachten die Soldaten von Gabii, als sie die Römer angegriffen hatten, Siege hervor und plünderten Döörfer und das Ackerland der Röömer, schon glaubten sie, dass der Führer Sextus ihnen von den Göttern geschickt worden war.
Nachdem er aber gesehen hatte, dass er bei den er bei den Einwohnern von Gabii alles (machen) konnte, schickte er heimlich einen Boten zu seinem Vater und fragte, was er tun sollte.
Tarquinius antwortete dem Boten nicht, sondern er spazierte mit ihm durch den Garten und schlug mit dem Schwert die hööchsten Mohnstauden ab.
Sobald Sextus diese Dinge gemeldet worden waren, erkannte er sofort die Ratschläge des Vaters und klagte die obersten Männer beim Volk wegen Hochverrats an, vertrieb die einen aus der Stadt und die anderen tvtete er heimlich solange bis er die Stadt, die Hilfe beraubt worden war, seinem Vater ohne Kampf übergeben konnte.
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| nuntio | privio | capio |
| occupant | simulabant | capiunt |
| adhibuerunt | interfecerunt | diripuerunt |
| monstrabat | regnabat | faciebat |
| affirmabunt | trahent | recipient |
| putaverat | nesciverat | fugerat |
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Lektion 18:
Geschriebenes Recht für Rom
Die Tribunen verhandelten mit heftigen Worten mit den Patriziern und einer von ihnen, C. Terentilius sagte: "Schnelle Hilfe ist nötig, denn wir werden nur durch geschriebene Gesetze dem Streit zwischen Patriziern und Volk ein Ende machen.
Was ist, wenn das Volk durch die ungerechten und grausamen Urteile erzürnt wieder aus der Stadt gehen wird?
Was ist, wenn es nicht mehr den Worten des einen Mannes glauben wird?
Ich nenne jenen Menenius Agrippa, der die Herzen der Menschen mit einer Geschichte beeinflusste.
In kurzer Zeit werden schnelle Reiter der Feinde kommen und werden die von einem großen Teil der Bevölkerung verlassene Stadt plündern.
Schon rufen die Fürsten der Feinde bei allen Völkern der Etrusker zum zweiten Mal, dass sogar große Reiche sterblich sind.
Sie sehen nämlich, dass uns zwei ungeheure Gefahren bedrohen, Aufstand und Uneinigkeit, die schon viele und große Städte vernichtet hatten. Hütet euch also Patrizier! Erlaubt dem Volk geschriebene Gesetze, die für alle Bürger nützlich sein werden."
Durch seine Worte sorgten die Patrizier für allgemeines Wohl und gestanden die Gesetze zu. Nachdem man sich unter den Senatoren und Tribunen wegen den Gesetzen geeinigt hatte, sind sofort 3 Gesandte nach Griechenland geschickt worden. Dort schrieben sie jene berühmten Gesetze des Solon ab und andere griechische Bürgerrechte. Vier oder fünf Monate später kamen die Abgesandten mit griechischen Gesetzen zurück. Zehn kluge Männer korrigierten diese und nachdem das Werk perfekt war, stellten sie unter gewaltiger Spannung der Menschen zehn Tafeln auf dem Marktplatz auf. Im folgenden Jahr wurden jenen zehn Tafeln zwei neue hinzugefügt. Aus diesem Grunde pflegten die Römer diese Gesetzt "Zwölf-Tafel-Gesetz" zu nennen, gewissermaßen die Grundlage des gesamten öffentlichen und privaten Rechtes.
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1. Jener Tarqunius eroberte Gabii nur mit List und Betrug, obwohl es lange bestürmt worden war. 2. Die Gabiner nahmen Sextus Tarquinius, der vom Vater nach Gabii geschickt worden war, in ihrer Stadt auf. 3. Sextus, der von den Gabinem aufgenommen worden war, gab vor, daß die Grausamkeit des Vaters der Grund für die Flucht gewesen sei. 4. Niemand übertraf Sextus an Klugheit und Kühnheit, wenn er zu öffentlichen Beratungen hinzugezogen wurde. 5. Sextus wurde zum Anführer des Krieges gemacht, weil er von den Gabinem gelobt worden war. 6. Die Gabiner wurden von Sextus verraten, nachdem er von ihnen zum Anführer gemacht worden war.
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1. Menenius Agrippa bewegte die (Herzen der) Menschen durch eine Fabel. 2. In kurzer Zeit werden die Reiter der Feinde kommen. 3. Die Stadt wurde von einem großen Teil des Volkes verlassen. 4. Zehn Jahre später konnte Odysseus den Anschlägen des Neptun entkommen. 5. Odysseus übertraf die anderen Menschen sehr an Klugheit. 6. In alten Zeiten war auch die Stadt Rom oft in höchster Gefahr.
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1. Die drei Gesandten, die nach Griechenland geschickt worden waren, fanden dort berühmte Gesetze vor. 2. Jene Gesetze Solons, die von den Gesandten gefunden wurden, wurden abgeschrieben. 3. Jene Gesetze, die von klugen Männern berichtigt wurden, wurden auf dem Forum aufgestellt. 4. Durch jene Gesetze, die auf dem Forum aufgestellt wurden, waren die Römer vor Ungerechtigkeiten sicher. 5. Jene Gesetze, die Zwölftafelgesetze genannt wurden, befragten alle Römer.
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Lektion 19:
Hannibal ad portas!
Bei Cannae wurde fast das gesamte römische Heer und ein ebenso großer Teil der Bürger und Verbündeten von Hannibal, dem Anführer der Karthager vernichtet. Bei den Gefallenen waren sowohl der eine Konsul als auch die Quästoren der Konsulen, viele Tribunen der Soldaten und außerdem ein Großteil des Senats. In diesem Kampf wurden 3000 Infanteristen und 1500 Reiter ergriffen. Aus dem Lager der Römer entwischten bis zu 4000 Menschen und wenige Reiter, die genug Kräfte und Mut hatten.
In Rom wurde aber gemeldet, dass niemand von den Bürgern und niemand von den Bundesgenossen der Niederlage entronnen sei, sondern dass das Heer mit den Anführern in einem Blutbad umgekommen sei und dass alle Truppen vernichtet seien. Niemals war innerhalb der Stadtmauer Roms soviel Furcht und Unruhe, niemals so großes Geschrei der Frauen.
Dann riefen von den Beamten die Prätoren Publicus Furius Philus und Manius Pomponius den Senat in die Kuria Hostilia.
Lange Zeit fanden die Patrizier, lange die Beamten keinen Rat, keine Hilfe und hatten für gewiss, dass Hannibal nach den Niederlagen der römischen Heere schon den Angriff auf Rom verlangt.
In dieser gefährlichen Lage stärkte Quintus Fabius Maximus, der viel Klugheit und viel Standfestigkeit hatte, den Mut der Väter und sagte unter anderem: Niemand hat von jener Niederlage schon etwas Sicheres gehört. Wir wissen aber, dass schlechte Dinge oft durch Gerüchte vergrößert wurden. Ich glaube, dass ein Teil des Heeres entkommen ist und dass aus einer so großen Vielzahl von Soldaten einige übrig geblieben sind. Daher beseitigt die Furcht in der Stadt, haltet die staatlich verheirateten Frauen dem Volke fern, stellt die Ruhe über der Stadt her, stellt die Wächter vor die Tore, zwingt die Menschen, kein Wohl zu erwarten außer wenn die Stadt und die Mauer unversehrt wären.
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Rufus: Sei gegrüßt Davus! Was treibst du?Was gibt es neues?
Davus: Es geht mir gut,Rufus, obwohl ich nicht genug Geld habe. Ich hörte vieles aber nichts Gutes.
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1. Fabius glaubte, daß ein Teil des römischen Heeres aus der Niederlage entkommen sei.
2. Nie war ein so großer Aufruhr innerhalb der Stadtmauern gewesen.
3. Aber Hannibal griff nach der Niederlage des römischen Heeres Rom nicht an und unternahm keinen energischen Angriff.
4. Daher gaben die Römer dem Pabius neue Heere.
5. Jene neuen Heere retteten den Staat.
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Frau: „Ich glaube, daß kein Bürger aus der Niederlage entkommen ist." - Fabius: „Keine Angst („Lege die Angst ab!")! Ich glaube, daß ein Teil des Heeres entkommen ist. Aber warum glaubst du, daß von einer so großen Menge Soldaten niemand überlebt hat (übrig ist)?" Frau: "Es wurde gemeldet, daß das gesamte Heer vernichtet ist." - Fabius: „Von jener Niederlage hat niemand Sicheres gehört. Ich weiß, daß Schlimmes schon oft übertrieben (vergrößert) wurde. Ich halte es für sicher, daß ein Teil des Heeres entkommen ist. Daher hab keine Angst und halte die anderen Frauen von der Straße fern!"
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illi discrimini, illius mali, illi silentio, ab illo custode, illa proelia, pro illo socio, illius peditis, illa discrimina, illam constantiam, illarum curarum, illius salutis, illi equiti, illis legatis, illius/ -i/ -ae tabulae.
Lektion 20:
Scipios Triumph
"Schau, ich sehe schon die Spitze des Zuges!"
"Schon ertönen die Trompeten, schon die Lieder der Soldaten!"
"Toll, was tragen die Soldaten, welche Bilder von Städten, Gegenden und Flüssen?"
"Dies ist Karthago selbst, der Name jener Stadt aber ist Utica."
"Und welchen Berg sehe ich dort?"
"Diesen Berg nennen die Sizilianer Aetna..."
"Schau! Scipio selbst ist anwesend!"
"Afrikaner! Afrikaner!"
"Was rufen die Menschen? Mit welchem Namen rufen sie Scipio?"
"Weißt du nicht, dass der Sieger des großen Krieges von den Vätern Africanus gerufen wurde?
Diesem Mann verdanken wir unser Wohl und unsere Freiheit, durch dessen Tapferkeit wurden die Punier besiegt..."
"Hoch, Africanus! Du hast Rom aus höchster Gefahr gerettet! Du bist der Schmuck und das Licht des römischen Volkes..."
"Schweige und schaue! Sind diese Elefanten keine schrecklichen Tiere?"
"Sicherlich sind unsere Soldaten durch die starken Körper dieser Tiere sehr erschreckt worden..."
"Siehst du dieses Gold, siehst du soviel Silber? Dies ist die Kriegsbeute! In der Tat hatte Karthago Überfluss an Reichtum..."
"Und welche gefesselten Menschen sehe ich hinter dem Wagen des Feldherren?"
"Dies sind die vornehmen Gefangenen - aber deren Los wird schlimm sein."
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1. Ich sehe den Zug. Welchen Zug siehst du? Ich sehe den Anfang des Zuges. 2. Die Trompeten tönen: Welche Trompeten tönen? Die Trompeten der Soldaten tönen. 3. Ich höre Lieder. Welche Lieder hörst du? Ich höre die Lieder der Soldaten. 4. Die Soldaten rufen den Anrührer mit Namen. Mit welchem Namen rufen die Soldaten den Anführer? Sie rufen den Anführer mit dem Namen Africanus. 5. Aus der Gefahr hat er Rom gerettet. Aus welcher Gefahr hat er Rom gerettet? Aus höchster Gefahr. 6. Dort ist die Beute. Welche Beute ist dort? Die Beute des Krieges ist dort. 7. Dort sehe ich Menschen. Welche Menschen siehst du? Ich sehe besiegte Menschen.
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1:
Quam gibt eine weitere Information zu urbem (relativischer Satzanschluß). Ipse ersetzt den Eigennamen Tarquinius. Das erste se gibt an, daß sich die Handlung (recipit) auf Tarquinius bezieht, das zweite se ist 'Subjekt' des Ad (simulat se occupatum esse). Eius ist das nicht-reflexive Pronomen; es bezieht sich auf Sextus. Ad vos ist die direkte Anrede an die viri Gabini. Mihi ist der Dativ zu ego, bezieht sich also auf den Sprecher Sextus. Is verweist voraus auf das Verbum interficiet. Cuius nimmt das is auf und erläutert es genauer. Me ist Objekt zu ego, es vertritt den Sprecher Sextus.
2:
wir fliehen - wir sind geflohen; ihr wünscht - durch das Gewünschte; er/sie/es kommt - er/sie/es ist gekommen; wir siegen - wir fessem; wir finden - wir haben gefunden.
3:
1. Laocoon - 2. Priamo - 3. Rhodi - 4. Coriolanus - 5. Europa - 6. Alexandri - 7. Tarquinius - 8. Aeneas - 9. Odysseus. Lösung: CLEOPATRA.
4:
1. haec. Sieh da, eine große Menge (von) Menschen kommt zum Tempel der Concordia/Eintracht und betet etwa folgendes: 2. hos, horum. „Dir Götter, nehmt diese Unglücklichen auf, hört die Worte dieser Unglücklichen, die sich zu euch geflüchtet haben. 3. hanc, his. Schützt diesen Staat, gebt diesen Bürgern die Eintracht zunick, die verloren ist. 4. hac. Jetzt kümmert sich in diesem Staat jeder um seine eigenen Angelegenheiten (um das Seine), die öffentlichen Pflichten erfüllt niemand; was gemeinsam und allen nützlich ist, weiß man nicht (wird nicht gewußt). Das öffentliche Hab und Gut aber wird geplündert. 5. hoc. Rettet also in dieser gefahrlichen Lage unseren Staat, ihr guten Götter!"
5:
ihr haltet aus - haltet aus!; er/sie/es nimmt auf - er/sie/es hat aufgenommen; ihr kommt zusammen - ihr werdet zusammenkommen; er/sie/es fangt - er/sie/es fing / hat gefangen; ihr plündert - den Geplünderten; ich werfe - ich liege (da); du wirfst - den Geworfenen.
6:
coming soon
7:
Die Spartaner haben folgendes Gesetz: Wer drei Söhne dem Staat zur Verfügung stellt, ist frei von allen Wachdiensten. Wer aber fünf Söhne zur Verfügung stellt, wird von allen öffentlichen Pflichten frei sein.
8:
1. Viele Verbrechen entgehen dem Gesetz und dem Gericht (Sinn: sie bleiben ungestraft). 2. Auch diejenigen hassen das Unrecht, die (es) getan haben (hatten).
9:
capere: Freude (emp)finden; eine Burg erobern; die Flucht ergreifen; einen Beschluß fassen; das Konsulat erreichen; eine Stadt einnehmen; 4000 Soldatengefangen nehmen; Geld bekommen; Ehren erreichen; Ruhm gewinnen; Angst erfaßt mich.
recipere: Soldaten aufnehmen: sich von einem Platz zurückziehen; sich an einen Platz zurückziehen; einen Soldaten von den Feinden zurückbekommen; den aus dem Staat vertriebenen Cicero einen Brief erhalten; Romulus unter die Zahl der Götter aufnehmen.
iacere: den Anker (aus-)werfen; Fundamente legen; gegenüber jemandem Unrecht tun.
fugere: Übel vermeiden; aus Troja fliehen; aus der Stadt fliehen; aus der Heimat fliehen; die Zeit verfliegt (vergeht rasch); das ist mir entgangen.
confugere: sich an einen Altar flüchten (an einem Altar Zuflucht suchen); sich zu einer Augustusstatue flüchten; seine Zuflucht bei der Philosophie suchen.
facere: Friedenschließen mit...; reden über (Worte verlieren über)...
10:
Es erschütterte mit einer solchen Macht (Gewalt) die Stadt: Von der ganzen Stadt blieben (nur) fünf Gebäude übrig.
11:
1. Marci patri magnae divitiae non sunt. 2. Fortasse Marco divitiae Cornelii erunt. 3. Corneliae Afra servafuit. 4. Patri Corneliae multi servi sunt.
1. Der Vater des Marcus hat keine Reichtümer (keinen Reichtum). 2. Vielleicht wird Marcus den Reichtum des Cornelius besitzen. 3. Cornelia besaß die Sklavin Afra. 4. Der Vater Cornelias hat viele Sklaven.
12:
| Präs. | Imperf. | Futur Akt. | Perf. Akt. | Plusqpft. Akt. | Perf. Pass. | Plusqpft-Pass. |
| dubito | agebam | sustinebo | habui | dixeram | servata sum | coactus eram |
| accedis | docebas | fades | fugisti | confirmaveras | captus es | vulneratus eras |
| licet | solebat | aget | respondit | appropinquaverat | traditum est | actus erat |
| petimus | audiebamus | exspectabimus | arcuimus | coegeramus | auditi sumus | missi eramus |
| augetis | studebatis | tolletis | venistis | videratis | sublati estis | servati eratis |
| agunt | oppugnabant | timebunt | egerunt | speraverant | expugnatae sunt | facta erant |
13:
1. Subjekt: multi Romani nobiles. Prädikat: accusati et interfecti sunt. Apposition: Amico ... scelerum. Attribut: crudeli. 2. Subjekt: Nemo, erweitert durch fere mortalium; Subjekt: nihil, erweitert durch den Genitivus partitivus auxilii. civibus perturbatis ist Dativ (des Besitzers). 3. captus und conditus beziehen sich auf das Subjekt Titius Sabinus. 4. Der erste Ausdruck im Satz ist Unus ex his servis. Von dort an muß man 'pendeln' zum Prädikat habuit.
1. Von Sejan, dem grausamen Freund des Kaisers Tiberius und Genossen von dessen gräßlichen Verbrechen, wurden viele vornehme Römer zu Unrecht angeklagt und getötet. 2. Fast niemand (keiner der Sterblichen) war vor den Nachstellungen jenes Mannes sicher, die verstörten Bürger hatten keine Hilfe (nichts an Hilfe) bei den Gesetzen oder den Gerichtshöfen. 3. Damals erwartete auch Titius Sabinus. der festgenommen und mit allen seinen Sklaven ins Gefängnis geworfen worden war, den sicheren Tod. 4. Einer von diesen Sklaven hatte einen Hund bei sich; ihn konnte niemand von seinem Herrn fernhalten. 5. Auch nicht vom Leichnam seines getöteten Herrn zog sich dieses Tier zurück, sondern es gab ein trauriges Gewinsel von sich. 6. Nahrung, die (ihm) von den Gefängniswächtern gegeben worden war, trug es zu seinem getöteten Herrn. 7. Nachdem aber der Leichnam des Herrn in den Tiber geworfen war, bemühte sich der Hund, diesen im Fluß über Wasser zu halten. 8. Damals lief eine große Zahl von Menschen zum Fluß, weil sie die Liebe des Hundes ansehen wollten.
Lektion 21
Arme Delia!
Chloe: Hallo Delia, was machst du? Warum bist du so traurig? Warum weinst du?
Delia: (schweigt)
Chloe: Bist du etwa nicht Delia, die neue Sklavin von Atia?
Delia: Delia werde ich nur in Rom genannt.
Chloe: Wie nennt man dich in Wirklichkeit und woher kommst du?
Delia: Ich werde Melissa genannt und wohnte in Assos. So nennt man ein kleines Dorf in Asien.
Von dort segelte ich mit einigen Begleitern auf die Insel Pyrrha, als uns plötzlich Piraten angriffen. Die Seemänner beginnen einen Kampf, aber sie werden überwältigt; einige werden getötet. Ich aber wurde mit den Übrigen gefangen und nach Dedus geführt.
Chloe: Deshalb nennt man dich hier Delia; auf Delia werden gewöhnlich viele Sklaven gekauft.
Delia: Nun bin ich die Sklavin Atias. Meine Herrin ist rau und hart. Oft werden wir rau und heftig von ihr getadelt undmanchmal befiehlt sie dass wir geschlagen bestraft werden.
Chloe: Und warum werdet ihr geschlagen?
Delia: Nur Psecas wurde geschlagen und bestraft, weil sie die Haare ihrer Herrin schlecht geordnet hatte. Sie schrie elend, ich entkam, erschrak aber sehr. Nun fürchte ich den Zorn der Herrinsehr, denn ich werde sicher auch getadelt und stark geschlagen.
Chloe: Wenn du mir gehorchst wirst du weder getadelt noch bestraft: Bitte deinen Herren um Nachsicht. Denn er ist sanft und ist noch nie grausam gegen seine Sklaven vorgegangen, weil er von ihnen geliebt und nicht gefürchtet werden will. Übrigens gefällt nicht einmal ihm selbst der schändliche Charakter seiner Frau. Neulich wurden die Sänftenträger von ihr bestraft, sie hatte nämlich gesagt dass sie zu spät gekommen seien, als plötzlich der Herr kam um sie tapfer zu verteidigen.
Delia: In der Tat ist der Herr tapfer, wenn er den Zorn Atias nicht fürchtet.
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1. Die Seeleute liefern ein Gefecht. 2. Die Piraten töten einige Menschen. 3. Die Piraten fangen mich mit anderen Mädchen. 4. Ein römischer Ritter kauft uns in Delos. 5. Die Herrin tadelt mich oft und schlägt mich. 6. Der Herr wird uns sicher nicht tadeln. 7. Der Herr verteidigte die armen Menschen energisch. 8. Es steht fest, daß der Herr uns nicht schlägt.
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1. Bilder von Städten, Flüssen, Bergen und Wäldern werden von den Soldaten getragen. 2. Auf vielen Wagen wird die Beute der eroberten Städte mitgerührt. 3. Der Feldherr wird in Liedern von den Soldaten verspottet. 4. Hinter dem Feldherrn werden die armen Gefangenen geschleppt.
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1. Atia ist eine harte Herrin. 2. Die Sklavinnen werden von ihr oft hart getadelt. 3. Sie werden sogar geschlagen, wenn sie die Haare der Herrin schlecht gelegt haben. 4. Sie werden geschlagen, wenn sie langsam gekommen sind. 5. Aber der Herr verteidigt die armen Sklaven.
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1.
Afra: Ada hat eine neue Sklavin. Woher ist sie gekommen (kommt sie)? Wie heißt sie?
Syra: Ich kenne ihren Namen nicht, aber ich weiß, daß sie aus Griechenland kommt. Aber sag': Werdet ihr tatsächlich von eurem Herrn zurechtgewiesen und geschlagen?
Afra: Ich werde nie zurechtgewiesen und auch nicht geschlagen, andere aber werden manchmal ergriffen (gepackt) und geschlagen. Aber (Und) du, Syra, wirst du geschlagen?
Syra: Wir werden nie geschlagen, denn. unser Herr und unsere Herrin sind gut (zu uns) und gehen nie heftig gegen uns vor. Außerdem arbeiten wir immer. Sieh mal! Dort kommen einige Sklaven der Atia, unter ihnen jene neue Sklavin (die besagte neue Sklavin/die neue Sklavin, von der wir gesprochen haben).
Afra: Ich werde zu ihr hingehen und nach ihrem Namen fragen.
Syra: Vielleicht wird sie dir nicht antworten (antwortet sie dir nicht). Was machst du dann?
Afra: Gewiß werde ich unter ihnen einen finden, der mir ihren Namen sagt.
Syra: Und wenn sich keiner findet?
Afra: Es werden nicht alle schweigen.
a) 1: habet, 2: venit, 3: vocatur, 4: ignoro, 5: puto, 6: coercemini, 7: caedimini, 8: coerceor, 9: caedor, 10: capiuntur, 11: caeduntur, 12: caederis, 13: caedimur, 14: sunt, 15: consulunt, 16: laboramus, 17: veniunt, 18: accedam, 19: rogabo, 20: respondebit, 21: fades, 22: inveniam, 23: dicet, 24: invenietur, 25: tacebunt.
c) castra, horti, auctores, impetus, fines, portae, mulieres, decora = Thessala (aus Thessalien).
Denk auch an mich!
Die Mutter grüßt Gaius Gracchus.
Du bemühst dich darum, unsere Feinde in Schranken zu halten. Du nämlich sagst, dass es schön sei diese zu bestrafen. Aber hüte dich davor, dass du den Staat verwirrst! Hüte dich davor, dass du durch Hass und Zorn beeinflusst wirst und nicht durch Vernunft. Also sollen die Feinde leben und gesund sein. Die römischen Völker sollen nicht mit großem Verlust bestraft werden.
Lasst uns zulassen, dass sie sich über ihre Verbrechen freuen. Von den Göttern selbst sollen sie bestraft werden. Du aber sollst deiner Mutter glauben, dass mir niemand so viel Mähe bereitet hat außer denen, die deinen Bruder getötet haben.
Es gehört sich aber, dass du dafür sorgst, dass ich möglichst wenig Unruhe im hohen Alter habe und dass das, was du zu tun gedenkst, mir gefällt und dass du es für ein Unrecht hältst, etwas gegen meine Meinung zu tun.
Siehst du etwa nicht, welcher kleine Teil des Lebens mir übrig ist?
Kann dich nicht einmal dieser kurze Zeitraum dazu bringen, dass du mir gehorchst und ruhig bist? Du sollst so leben, dass auch ich sorglos sein kann und nicht immer beunruhigt werde! Weißt du etwa nicht, was für ein Mann Tiberius Gracchus, dein Bruder, war, was er wollte und wie schändlich er ermordet wurde? Mache mich nicht kinderlos, verwirre nicht alles! Aber wenn du auf keine Weise bewegt werden wirst, dann sollst du der Leidenschaft gehorchen und das Tribunat anstreben, sobald ich tot sein werde. Dann sollst du endlich tun, was du wünschst, wenn ich nichts mehr merken werde. Und dennoch soll Iupiter es nicht zulassen, dass du hart bleibst und dass dir ein so großer Wahnsinn in den Sinn kommt.
Und wenn du hart bleibst, fürchte ich, dass du für dein ganzes Leben so viel Mühe bekommst, dass du dir zu keiner Zeit gefallen kannst. Du wirst es nämlich sehr bedauern, weil du durch deine Schuld unglücklich bist. Lebe wohl.
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1. Glaubt ihr etwa, daß das Volk durch harte und schändliche Urteile niedergehalten werden kann? 2. Haltet euch nie für sicher! 3. Ich erbitte keine milden Urteile, sondern bemühe mich darum, daß Recht(e) und Gesetze bei allen, nicht nur bei Rittern und Patriziern gelten. 4. Manchmal fürchtet ihr, daß das Volk einen Aufstand gegen euch unternimmt. 5. Warum seid ihr so eifrig darauf aus (strebt danach), nicht für das Gemeinwohl, sondern für das Wohl eines kleinen Teils des Volkes zu sorgen? 6. Spät, aber doch nicht zu spät erfuhr ich durch Boten, daß ihr ein Attentat gegen mich plant. 7. Erinnert ihr euch denn nicht (Habt ihr nicht in Erinnerung), wessen Sohn ich bin? 8. Wie der (mein Vater) keine Gefahren fürchtete, so fürchte ich nicht, daß ich getötet werde. 9. Hütet euch, alles durcheinander zu bringen.
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1. Hüte dich, alles durcheinander zu bringen! 2. Weißt du etwa nicht, wer dein Bruder war? 3. So sollst du leben, daß das römische Volk ohne großen Schaden lebt. 4. Aber du wirst nicht durchsetzen können, was du willst, weil wir alles sehen. 5. Jupiter wird nicht zulassen, daß du das Tribunal erstrebst. 6. Du sollst fürchten, daß du für deine Begierde bestraft wirst. 7. Aber wenn du (so) weitermachst, wünsche ich, daß die Götter persönlich dich strafen.
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Wenn ihr mir in allem gehorcht, werdet ihr eure Aufgaben (Aufträge) ohne Gefahr durchführen (ausführen können). Erstens: Die Männer sollen über die (ganze) Stadt verteilt werden. Zweitens: Bemüht euch, die Curia Hostilia ganz zu besetzen. Drittens: Sorgt dafür, daß alle überwältigt werden, damit kein Kampf stattfindet (es nicht zu einem Kampf kommt). Die, die sich verteidigen, sollen getötet werden. Im übrigen ermahne ich euch, nicht das Hab und Gut des Konsuls zu plündern. Nun geht weg: Nach (In) einer Stunde treffen wir uns (bei(m)...
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Lektion 23
Tapferer Junge!
Die Gesandten der Latiner kamen zu ihm, als Marcus Cato bei seinem Onkel, Marcus Drusus, lebte, um von ihm erzogen zu werden, um das römische Bürgerrecht zu bekommen, da er Volkstribun war.
Obwohl er von Quintus Poppedius, dem Führer der Latiner, jedoch von Drusus Gastfreund gebeten worden war, ihn beim Onkel zu unterstützen, lehnte Cato mit starrer Miene ab. Poppedius trug ihn, der darauf wieder und oft gebeten worden war, in den oberen Teil des Hauses und sagte: "Ich werde dich sofort hinunterwerfen, wenn du nicht..." Nicht einmal auf diese Weise konnte der Junge dazu gebracht werden, den Latinern zu gehorchen. Darauf sagte Poppedius: "Lasst uns den Göttern danken, weil dieser so klein ist, wenn er nämlich schon Senator wäre und gegen uns aussagen würde, wäre es uns nicht einmal erlaubt, auf das Bürgerrecht zu hoffen."
Als Marcus Cato später in der Toga Praetexta zu Sulla gekommen war, um ihn zu begrüßen und er in der Halle die Köpfe der Geächteten gesehen hatte, fragte er durch den schrecklichen Anblick bewegt, warum niemand einen so grausamen Tyrannen tötet. Und als jener geantwortet hatte, dass den Menschen nicht der Wille, sondern die Möglichkeiten fehlen, bat er heftig, dass ihm ein Schwert gegeben werden. "Ich werde ihn leicht töten, weil ich auf seiner Liege mich niederzulassen pflege." Als der Erzieher dieses gehört hatte, erkannte er den festen Mut des Jungen und er entsetzte sich vor dem Plan, dass er ihn später niemals an Sulla heranführte außer gründlich durchsucht.
Vielleicht aber wäre jener von dem Jungen getötet worden, wenn diesem ein Schwert gegeben worden wäre.
Aber selbst jener Marius, der Feind und Gegner Sullas, wäre sicherlich durch Furcht abgeschreckt worden und hätte über seine Flucht nachgedacht, wenn er an seiner Stelle gestanden hätte.
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1. Der Lehrer fragte die Jungen, was Cornelia ihrem Sohn geschrieben habe: 2. „Wißt ihr, warum die Mutter dem Gaius Gracchus einen Brief schrieb? 3. Sie bat ihn, sich davor zu hüten, den Staat in Unruhe zu versetzen. 4. Die Mutter fürchtete, daß Gaius sich von Haß und Zorn, nicht von Vernunft leiten lasse. 5. Die Mutter schrieb auch folgendes: 'Sorge dafür, daß ich im Alter frei von Sorge bin. Lebe so, daß ich nicht immer beunruhigt werde! 6. Da Dein Bruder ja schon auf schändliche Weise getötet wurde, verhalte Du Dich (wenigstens) ruhig.' 7. Sie ermahnt ihren Sohn: 'Beunruhige mich nicht dauernd! Bedenke, wie kurze Zeit mir noch zu leben bleibt!' 8. Die Mutter wünschte, daß Gaius nichts gegen die Beamten unternehme, daß er nicht alles durcheinander bringt."
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| Substantiv | Form | kommt von | Genus | Deutsch |
| plebem | Akk. Sg. | plebs | mask | das Volk |
| timerem | 1. Pers. Sg. Konj. Praet. | timere | - | sich fürchten |
| sensissem | 1. Pers. Sg. Konj. Plusqu. | sentire | - | fühlen |
| adessem | 1. Pers. Sg. Konj. Praet. | adesse | - | anwesend sein |
| properem | 1. Pers. Sg. Konj. Präs. | properare | - | sich beeilen |
| timorem | Akk. Sg. | timor | mask. | die Angst |
| tandem | - | tandem | - | endlich |
| nobilem | Akk. Sg. | nobilis | - | adlig |
| sollicitem | 1. Pers. Sg. Konj. Praes. | sollicitare | - | beunruhigen |
-ris
| Substantiv | Form | kommt von | Genus | Deutsch |
| corporis | Gen. Sg. | corpus | mask. | Körper |
| irrideris | 2. Pers. Sg. Präs. Passiv | irridere | - | verspotten |
| deeris | 2. Pers. Sg. Fut. I Aktiv | deesse | - | fehlen |
| permoveris | 2. Pers. Sg. Präs. Passiv | permovere | - | heftig bewegen |
| poteris | 2. Pers. Sg. Fut. I Aktiv | posse | - | können |
| laboris | Gen. Sg. | labor | mask. | Arbeit, Mühe |
| potueris | 2. Pers. Sg. Fut. II Akt./Perf. Konj. Akt. | posse | - | können |
| mitteris | 2. Pers. Sg. Präs. Passiv | mittere | - | schicken |
| miseris | 2. Pers. Sg. Fut. II Aktiv/Präs. Konj. | mittere | - | schicken |
| tolleris | 2. Pers. Sg. Präs. Passiv | tollere | - | aufheben, beseitigen |
| quaeeris | 2. Pers. Sg. Präs. Aktiv | quaerere | - | suchen |
| appelaris | 2. Pers. Sg. Präs. Passiv | appelare | - | zusammenrufen |
| praetoris | Gen. Sg. | praetor | mask. | Prätor |
| terris | Dat: Pl. /Abl. Pl. | terra | fem. | Erde |
| rerreris | 2. Pers. Sg. Präs. Passiv | terrere | - | erschrecken |
| deserereris | 2. Pers. Sg. Praet. Passiv Konj. | deserere | - | verlassen |
| 5 |
| 6 |
| ora | = | bete! | > | hora | = | Stunde |
| irata | = | wütend | > | pirata | = | Pirat, Seeräuber |
| eum | = | diesen/welchen | > | deum | = | den Gott |
| ego | = | ich | > | lego | = | ich sammle |
| spera | = | hoffe! | > | aspera | = | hart, rau, streng |
| is | = | dieser/welcher | > | his | = | diese |
| emo | = | ich kaufe | > | nemo | = | niemand |
| agis | = | du treibst | > | magis | = | mehr, in höherem Grad |
| mare | = | Meer | > | amare | = | lieben |
| portet | = | er/sie/es soll tragen | > | oportet | = | es ist nötig |
| mitto | = | ich schicke | > | amitto | = | ich verliere, ich gebe auf |
| vadis | = | du gehst, du schreitest | > | evadis | = | entkommst |
| deo | = | dem/durch den Gott | > | adeo | = | so sehr |
| ave | = | sei gegrüßt! | > | cave | = | nimm dich in Acht! |
| ita | = | so, auf diese Weise | > | vita | = | das Leben |
| e | = | aus... heraus | > | de | = | von... herab |
| > | te | = | dich | |||
| > | me | = | mich | |||
| > | se | = | sich | |||
| ex | = | aus... heraus | > | nex | = | tod |
| > | lex | = | Gesetz | |||
| > | rex | = | König | |||
| > | sex | = | sechs | |||
| ibi | = | dort | > | tibi | = | dir |
| > | sibi | = | sich | |||
| laudet | = | er/sie/es soll loben | > | plaudet | = | er/sie/es wird Beifall klatschen |
| arcere | = | abwehren, fernhalten | > | parcere | = | schonen, sparen |
| > | carcere | = | dem/durch das Gefängnis | |||
| laudas | = | du lobst | > | plaudas | = | du sollst Beifall klatschen |
| > | claudere | = | schließen, abschließen | |||
| lumen | = | Licht | > | flumen | = | der Fluss |
| 7 |
| 1. |
a) Marcus Porcus Cato Uticensis.
b) Cato begründet seine Forderung nach der Todesstrafe damit, daß die Verschwörer diese Strafe verdient hätten und nur so die Gefahr für Rom beendet werden könne. - Darüber könnte gesprochen werden, auch durch Kontrastierung mit Cäsars Vorschlag. Cäsar hatte seine Forderung nach lebenslanger Verbannung (Sicherheitsgewahrsam in den Landstädten) u. a. damit begründet, daß diese Strafe härter sei als die Todesstrafe. Im übrigen war es untersagt, einen römischen Bürger ohne ordentliches Gerichtsurteil mit dem Tod zu bestrafen.
| 2 |
Ein gewinnbringendes Landgut (11,38).
Was mir das Nomentanische Landgut einbringe, fragst du, Linus? Das bringt mir das Landgut ein: dich, Linus, sehe ich nicht (muß ich nicht sehen).
| 3 |
1. gladiator, miles, adversarius, nex, mors, periculum, discrimen; scelus, insidiae/insidias parare; petere, pugnare, caedere, occidere, imminere, laedere opprimere, interficere; inimicus, acer, mortalis, mortuus
2. captivus, carcer, custos,, fuga, iudicium, ius, iniuria, lex, libertas, poenas dare, capere, capessere, claudere, comprehendere, (ef)fugere, punire, vincire; iustus, iniustus.
1:
Die Athener nannten den Philosophen Diogenes, um ihn zu verspotten, 'Hund'. Als jener aber diese Ausspruch hörte, wurde er, obwohl er wohl wußte, daß jene böse Menschen waren, trotzdem nicht vom Zorn erfüllt (bewegt). „Mit Recht", sagte er, „werde ich 'Hund' genannt, weil ich nach Art der Hunde die, die mir Geschenke geben, freundlich (be-)grüße, die aber nichts geben, ankläffe und die Bösen verletze".
2:
1E, 2F, 3D, 4C, 5A, 6B
3:
Nescio, quid timeam; cur adeo commovear; a quo auxilium sperem; quae pericula mihi immineant; quo fugere possim; cur perterritus sim.
nesciebam, quid timerem; cur adeo commoverer; a quo auxilium sperarem; quae pericula mihi imminerent; quo fugere possem; cur perterritus essem.
Ich weiß nicht, was ich fürchte, warum ich so sehr beeindruckt werde, von wem ich Hilfe erhoffe (erhoffen soll), welche Gefahren mir drohen, wohin ich fliehen kann, warum ich völlig erschreckt worden bin.
Ich wußte nicht, was ich fürchtete, warum ich ... bewegt wurde, von wem ich ... erhoffte (erhoffen sollte), welche Gefahren mir drohten, wohin ich fliehen konnte, warum ich ... erschreckt wurde (worden bin).
4:
1. Cur ... portaret: Objekt 2. cum ... ambularet: Adverbiale; qua de causa ...faceret: Objekt; quae ... causa sit: Subjekt; qui... peperit: Attribut.
1. Diogenes sagte auf die Frage (als er gefragt worden war), warum er am Tag durch die Straßen Athens eine Lampe trage (trug): „Ich suche einen Menschen." 2. Als Diogenes bei den olympischen Spielen mit einem Siegeskranz durch die Straßen spazierenging, wurde er gefragt, aus welchem Grund er dies tue. Er aber sagte: „Es ist doch klar, was ich für einen Grund habe; ich habe mich nämlich selbst besiegt. Kann nicht der, der einen so großen Sieg errungen hat, Sieger genannt werden?"
5:
| Wort | 1. Pers. Sg. Präs. Akt. | Stammzeiten | ||
| coacti sunt | > | cogo | < | cogere, cogo coegi, coactum |
| auxeris | > | augeo | < | augere, augeo, auxi, auctum |
| sustulissent | > | tollo | < | tollere, tollo, sustuli, sublatum |
| sentietur | > | sentio | < | sentire, sentio, sensi, sensum |
| iussi erant | > | jubeo | < | jubere, jubeo, jussi, --- |
| defendisti | > | defendo | < | defendere, defendo, defensi, defensum |
| sollicitabantur | > | soolicito | < | sollicitare, sollicito, solicitavi, sollicitatum |
| timerent | > | timeo | < | timere, timeo, timui, timitum |
| abiecerit | > | abicio | < | abicere, abicio, abieci, abkactum |
| exposuissent | > | expono | < | exponere, expono, exposui, expositum |
6:
Folgende formen sind keine Konjunktive:
defendet (=er/sie es wird verteidigen)
sentiet (=er/sie/es wird merken)
fugient (= sie werden fliehen)
coercent (=sie werden zügeln)
ridemius (=wir lachen)
dicetur (=du wirst gesprochen;) )
7:
1. Man lebt nicht mit vollkommenen Menschen (Sinn: jeder hat einen Fehler, den man nicht verändern kann und den man eben akzeptieren muß). 2. Wo es gut ist, dort ist Heimat. 3. Gesetze werden von den Siegern diktiert, von den Besiegten akzeptiert. (Sinn: Die Sieger bestimmen die „Spielregeln" für die Besiegten). 4. Man lebt vom Kleinen (mit dem Kleinen; mit Wenigem) gut (Sinn: auch ein materiell bescheidenes Leben kann ein gutes Leben sein). 5. Ich gebe, damit du gibst. (Römischer Grundsatz im Umgang mit den Göttern: ich gebe Dir Opfer, damit du mir gibst, was ich wünsche/brauche). 6. Aus seinen Gefährten wird erkannt, wer aus sich (selbst) nicht erkannt wird. (vgl. das deutsche Sprichwort: „Sage mir, mit wem du umgehst, und ich sage dir, wer du bist!"). 7. Ich bin froh, daß ich gelobt werde von einem Mann, der (selbst) gelobt werden muß (lobenswert) ist (Sinn: Ein Lob von einem im Leben bewährten Menschen wiegt besonders viel). 8. Wenn ich nicht Alexander wäre, wünschte ich, Diogenes zu sein. (Mit diesem Ausspruch drückte Alexander seine Hochachtung vor Diogenes, dem Philosophen der Bedürfnislosigkeit, aus). 9. Auf die Frage, was leicht sei, sagte Thales: „Einen anderen zu ermahnen. Denn wir alle geben, wenn es uns gut geht, denen gute Rat- schläge, denen es nicht gut geht (Sinn: Wer selbst nicht von einem Unglück betröffen ist, kann anderen leicht gute Ratschläge geben).
8:
Nicht einmal ein kluger Mensch erkennt alles. Die Philosophen warnen uns (monere ne ~warnen), ein Leben in Schande zu führen. Glaube nicht den Bösen. Hüte dich, den Bösen zu glauben.
9:
Das Ansehen des Grundbesitzers. Wenn die Römer einen tüchtigen Mann lobten, lobten sie ihn auf diese Weise, daß sie ihn einen tüchtigen Bauern nannten. Wer auf diese Weise gelobt wurde, glaubte, daß er auf eine gute Art gelobt wurde. Denn aus den Bauern (aus dem Bauernstand) gehen sowohl tapfere Männer als auch standhafte Soldaten hervor.
Augen auf beim Kauf: Wenn Du daran denken wirst (denkst), ein Landgut zu kaufen, mögest Du daran denken/im Kopf haben, daß Du nicht gierig kaufst, daß Du Dir nicht die Mühe sparst, alles mit großer Sorgfalt anzusehen, daß das Landgut ein gutes Klima hat, daß es an einer guten Straße oder an einem Fluß gelegen ist, auf dem (die) Güter von den Kaufleuten ohne große Anstrengung transportiert werden (können), daß alles gut gebaut ist. Hüte Dich, über das zu lachen, was die Nachbarn sagen.
Nach dem Kauf: Sobald der Herr zum Gutshof gekommen ist, möge (soll) er den Verwalter zu sich rufen und fragen, was geschehen ist (sich ereignet hat), was gearbeitet worden ist, warum nicht alle Arbeiten gut erledigt worden sind, warum die. Sklaven so schlecht gearbeitet haben, warum den Sklaven so viele Lebensmittel gegeben worden sind, warum er die vom Alter erschöpften („fertiggemachten") Sklaven nicht verkauft hat, warum der Verwalter glaube, daß er den Herrn an Klugheit übertreffe, was der Verwalter zu tun im Sinn hat/zu tun gedenkt.
Nichts als Ausreden: Sicher hätte ich meine Pflichten erfüllt und wäre nicht von meinen Pflichten abgewichen, wenn die Sklaven gesund gewesen wären, wenn die Winde nicht so heftig gewesen wären, wenn nicht durch das schlechte Wetter (Klima) vieles zerstört worden wäre, wenn nicht die einen Sklaven ihr Heil in der Flucht gesucht hätten, die anderen durch so viele öffentliche Arbeiten erschöpft („fertiggemacht") worden wären.
Den Göttern sei Dank: Die guten Götter waren mir gewogen. Es bestand nämlich die Gefahr, daß ich selbst getötet wurde, als ich einen trägen Sklaven heftig und scharf tadelte. Und es ist nicht passiert, hat sich nicht ereignet, daß Verbrecher alles plünderten, zerstörten und mich und alle Sklaven grausam töteten. Ich kann (könnte) kaum sagen, wie viele Feinde ein tüchtiger Verwalter hat, wie viele Fallen ihm gestellt werden, wie viele Gefahren ihm drohen - auch vom eigenen Herrn.
10:
1. Senatores non convenerunt, cum ominibus... territi essent. 2. Amici montem non con- scendunt, cum periculosum sit. Amici montem non conscenderunt, cum periculosum esset. 3. Pueri id, quod studuerant, a magistro non impetraverant, cum parum acriter oravissent.
Lektion 24
Cäsar und sein Glück
Caesar führte sein Heer nie über gefährliche Wege, bevor er die Natur des Geländes erkundete. Denn um das Wohl der Soldaten hatte er sich große Sorgen gemacht. Aus Ruhmsucht nahm er oft zu wenig Rücksicht auf sein (eigenes) Wohl.
Als ihm gemeldet worden war, dass ein gewisses Lager in Germanien belagert werde, kam er durch die Wachposten der Feinde in gallischer Kleidung seinen Leuten zu Hilfe.
Von Brundisium aus suchte er unter den Flottenverbänden der Feinde im Winter Dyrachium auf. Nachdem er dort seine Soldaten, die er in Italien verlassen hatte, lange Zeit vergeblich erwartet hatte, bestieg er heimlich selbst ein kleines Schiff.
Weil die gewaltige Strömung ihn bedrängen würde, ermahnte er die Matrosen, die sich sehr erschreckten, weil sie den Tod fürchteten: "Caesar segelt mit euch, und Caesars Glücksgöttin!" Als er an der Küste Afrikas gefallen war rief er "Ich halte dich Afrika!"
Nicht einmal durch religiöse Bedenken und eine gewisse Furcht vor Vorzeichen wurde er abgeschreckt. Als er nach dem Kampf bei Pharsalia den Hellespond auf einem Lastschiff überquerte, floh er nicht vor einem gewissen L. Cassius, der ihm mit 10 feindlichen Schiffen entgegenkam, sondern forderte ihn auf, sich zu ergeben und nahm den demütigen bei sich auf.
Dies wurde von allen bewundert.
Aber in Alexandria, wurde er bei einem bestimmten Gefecht ins Meer gestoßen, entkam seinen Feinden aber schwimmend und zog seinen Feldherrenmantel mit den Zähnen, damit er ihnen nicht in die Hände viel. Es wird ihn auch als höchstes Lob angerechnet, dass er alles mit einer unglaublichen Geschwindigkeit erledigte. Als er gehört hatte, dass der König von Pontos, Pharnakes nach der Herrschaft über Klein-Asien erstrebte und schon einige Regionen belagert hatte, führte er drei Legionen gegen ihn und besiegte dessen Truppen in einer einzigen Schlacht und trieb sie in die Flucht.
Diesen Sieg meldete er einem Freund mit diesen Worten: "Ich kam, sah und siegte!"
| V |
| E |
| 1 |
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| Wort | Genitiv Singular | Genitiv Plural |
| mentes alti | montis alti | montium altorum |
| mulier proba | mulierum probarum | mulieris probae |
| tantus metus | tanti metus | tantorum metuum |
| manus facilis | manus facilis | manuum facilium |
| moenia firma | moeniae firmae | moeniarum firmarum |
| ... | coming soon | ... |
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| 6 |
| 1 |
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Lektion 25
Komm mit zum Frühlingsfest!
LICINIA: Weißt du, was heute für ein Tag ist, Sextus?
SEXTUS: Die Iden des März, was/warum fragst du?
L: Weil heute das Fest der Anna Perenna ist, nicht weit von den Ufern des Tiber.
S: Ich kümmere mich nicht um solche Festtage, welche nur das Volk erfreuen.
L: Sowahr es Götter gibt, gehören wir etwa nicht zum Volk?
S: Gehören wir, aber ich glaube, dass wir uns an anderen Dingen erreuen, als der Großteil des Volkes.
L: Ich weiß, dass du dich immer an stenge Dinge erinnerst; manchmal jedoch ist es angenehm auszuflippen, wie Horatius sagt.
S: Ich kenne jenes (Zitat) des Horatius, aber ich hasse die Menge und den Aufruhr dises Tages.
L: Warum hasst du die Menge? Überall wirst du fröhliche Gesichter sehen, denn die Menschen denken heute an nichts anderes als Freude: Sie singen Lieder, die sie im Theater gelernt haben.
S: Und sie trinken kräftig! Gehört es sich etwa für eine Frau zu trinken? Fern sei von dir eine so schändliche Sache! Du solltest dich erinnern, dass der Wein auch deiner Mutter immer verhasst war.
L: Ich wünsche mir trotzdem zum Tiber zu gehen. Geh mit mir Sextus! Wenn du mit wir gehen wirst, ...
S: Ich werde gehen, um mich nicht allzu sehr zu quälen. Aber höre: Trinke nicht! Nicht einmal ein wenig Wein.
L: Ich werde mich des Weines gänzlich enthalten. Aber lass uns schnell weggehen!
(Wenig später trifft Sextus Titus Clodius mit seiner Frau auf der Straße und fragt:)
S: Hallo, wohin geht ihr?
T: Zum Tiber, Sextus, wohin alle gehen, schon der Vater ging, wie du weißt, jährlich dorthin, obwohl er den Tumult dort hasste; jetzt gehen wir dorthin, und zu einer anderen Zeit werden unsere Söhne dorthin gehen.
S: Auch ich gehe gern dorthin, denn manchmal ist es angenehm auszuflippen.
L: Das ist typisch für meinen Mannc der eben noch kaum bewegt werden konnte, mit mir zu gehen!
| V |
UEB[2]=curcG+"E:
Nicht immer war Fortuna Caesar gewogen, denn sie ließ zu, dass er Brutus an den Iden des März (15. März) ermordet wurde. Warum wurde caesar gerade an diesem Tag getötet? Dieser Tag war ein Festtag, an dem sich das Volk, das Caesar liebte, keiner Sache außer dem Wein und der Freude widmete. Wenige Tage vor diesem Tag ging Brutus die neue Straße entlang, als ein gewisser Metellus an ihn herantrat:
M: Sei gegrüßt, Brutus! Was machst du? Wohin gehst du?
B: Sei gegrüßt, Metellus! Ich gehe zur Kurie, ich bitte dich, mit mir zu gehen.
M: Ich werde nicht mit dir gehen, Brutus, und ich bedaure es sehr, nicht mit dir kommen zu zu können. Caesar hat mich gerufen. Aber sag mir: Warum ist dir Caesar so verhasst?
B: Ich hasse ihn, weil er ein Tyrann ist. Deshalb töte ich ihn.
M: Hasst du ihn so sehr? (lacht) An welchem Tag wirst du ihn töten?
B: An den Iden des März, die Erinnerung an diesen Tag wird ewig sein.
| 1 |
| 2 |
| Wort | Bestimmung | Übersetzung (wörtl.) | |
| dierum | Gen. Pl. v. dies | = | der Tage |
| demum | = | endlich, erst | |
| victorum | Gen. Pl. v. victor | = | der Sieger |
| turrium | Gen.Pl. v. turris | = | der Türme |
| parum | = | zu wenig | |
| partium | Gen.Pl. v. pars | = | der Teile/Richtungen |
| impetum | Akk.Sg. v. impetus | = | den Ansturm/Angriff |
| iudicium | Nom. od. Akk.Sg. v. iudicium | = | der Gerichtshof |
| solum | Nom. od. Akk.Sg. mask./neutr. v. solus,a,um | = | allein,bloß |
| perfectum | PPP v. perficere | = | durchgesetzt |
| interdum | = | manchmal | |
| fluctuum | Gen.Pl. v. fluctus | = | Flut,Strömung |
| communium | Gen.Pl. v. communis | = | der gemeinsamen ... |
| paulum | = | (ein) wenig | |
| equitum | Gen.Pl. v. eques | = | der Reiter/Ritter |
| tantum | nur, bloß od. Nom/Akk mask. Sg. v. tantus,a,um | = | so viel |
| legatorum | Gen.Pl. v. legat | = | der Legaten |
| ceterum | = | übrigens, im Übrigen | |
| certarum | Gen.Pl.fem. v. certus,a,um | = | der sicheren/gewissen ... |
| librum | Gen.Pl. v. liber | = | der Bücher |
| liberum | Nom/Akk Sg. mask/neutr. v. liber,libera,liberum | = | frei |
| sublatum | PPP v. tollere | = | aufgehoben,beseitigt. |
| 3 |
| 4 |
C.4.e): Als Äneas in die Unterwelt hinabgestiegen war, wurde er von den gewaltigen Ungeheuern erschreckt, die dort wohnten.
E.2.a): Nachdem die Sibylle mit Äneas die Styx überquert hatte, gab sie dem Zerberus einen süßen Bissen, damit er ruhig war und sie die schreckliche Gegend (Gefilde) betreten ließ.
B. 1 .d): Als sie am Tartarus vorübergingen, blickte Äneas auf die weiten Mauern (zurück), hinter denen (innerhalb derer) die Menschen für ihre Verbrechen bestraft wurden.
A.3.f): Während er mit der weisen Seherin durch die traurige Gegend ging, sah er die Seele der betrübten Dido, die sich mit dem Schwert getötet hatte, weil sie von ihm verlassen worden war.
D.6.c): Bevor er zur Seele seines toten Vaters kam, zeigte die Sibylle ihm die Seelen der tapferen Männer, die vor Troja erbittert gekämpft hatten.
F.5.b): Nachdem sie seinen Vater Anchises gefunden hatten, bestieg jener einen Hügel, um seinem Sohn die Seelen seines Volkes zu zeigen.
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a) Kaiser, Zar b) Asterix (und Obelix); Widerstand eines kleinen gallischen Dorfes gegen die Römer c) Cleopatra. Cäsar unterstützte Kleopatra in ihrem Kampf um die Macht über Ägypten gegen ihren Bruder Ptolemaios XIII. (bellum Alexandrinum 48 - 41 v. Chr.); aus ihrer Liebesbeziehung soll ein gemeinsamer Sohn hervorgegangen sein.
Lektion 26
Herkules in Italien
Nachdem Herkules die abgelegenen Gegenden des Erdkreises besucht und große Gefahren auf sich genommen hatte, kam er auch zu dem Ort, wo später Rom gegründet wurde. Euandrus Arcas, der von Griechenland nach Italien hinübergegangen war, wohnte dort.
Von diesem gern in seinem Haus aufgenommen, erzählte Herkules ungefähr folgendes: "Ich habe schon viele, lange und gefährliche Reisen gemacht, aber keine Reise war länger und gefährlicher als die, von der ich gerade zurückkehrte.
Ich kämpfte schon mit vielen grausamen und riesigen Feinden. Aber keiner von diesen war wilder und grausamer als jener ungeheure Geryon, dessen Rinder ich raubte. Dieser war nämlich viel höher als ein hoher Baum, er hatte nämlich 3 Körper und 3 Köpfe und dessen Hund war wilder als ein wilder Löwe und rannte schneller als der Wind. Während Herkules so erzählte, kam aus der Höhle des Cacus das sehr wilde Monster, dessen Vater ein Vulkan war. Er konnte Feuer speien und freute sich über das ganz schändliche Blutbad der Menschen.
Als dieser die wunderschönen Rinder des Herkules ohne Bewacher gesehen hatte, zog er mehrere von ihnen möglichst schnell am Schwanz in die Höhle, damit der Herr, wenn er seine verlorenen Rinder suche, glaube, dass sie hinaus und nicht hinein gegangen seien.
Aber dennoch täuschte er den Herkules, jenen äußerst tapferen Mann nicht:
Als dieser das ganz klägliche Muhen eines Rindes gehört hatte, riss er eine Waffe an sich und ging gegen den verschlossenen Eingang der Höhle vor, aber vergeblich. Deshalb hat er den sehr gewaltigen Felsen, der ihr Dach war, mit seinen äußerst starken Händen entfernt, damit die aufgedeckte Höhle des Cacus offen stand. Dann kämpfte er sehr heftig mit ihm und zog den gewaltigen Körper des Besiegten an das Licht.
An diesem Ort aber, an dem Herkules seinem Vater Iupiter opferte, wurde später ein Altar errichtet, der immer als der Größte bezeichnet wurde und immer der Größte war.
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| E |
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| 1 |
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a) A2, B7, C5, Dl. E10, F2, G11, H4.
Lektion 27
Das Urteil des Paris
Iupiter, der Vater der Menschen und Götter wollte einst dem Peleus, einem sehr tapferen Mann, die Göttin Thetis zur Frau geben.
Daher lud er alle Götter und Göttinnen außer der Discordia auf den Olymp ein. Er glaubte nämlich, dass sie alles verwirren und durcheinander bringen würde.
Als diese dennoch anwesend war, wurde sie, als sie in den Festsaal eintreten wollte, von den Wächtern zurückgehalten. Deshalb warf die von Zorn Bewegte von der Tür aus einen goldenen Apfel in die Mitte und sagte: Die Schönste der Göttinnen möge diesen Apfel empfangen!"
Sofort wollte Iuno den Apfel ergreifen, aber auch Minerva und Venus kamen heran, um die Auszeichnung der Schönheit für sich zu beanspruchen.
Als jene drei Göttinnen heftig stritten, befahl Iupiter, weil er der Zwietracht ein Ende machen wollte, Mercur, dem Götterboten, dass er sie zu Paris, dem Sohn des Königs Priamos führe, damit dieser über diese Angelegenheit urteile.
Zu diesem sagte Iuno, die Königin der Götter: "Gib mir diesen Apfel, junger Mann und ich werde dich zum Mächtigsten aller Menschen machen.
Du sollst dir sicher sein, dass du alle Völker regieren und Reichtum im Überfluss haben wirst." Dann versprach Minerva, die Göttin der Weisheit und der guten Künste, dem Paris, dass er durch ihre Wohltat der Weiseste von allen sein werde.
Schließlich versprach Venus, die Göttin, die die Liebe gewinnt, dass sie ihm die schönste aller Frauen in der Welt geben werde.
Paris zögerte ein wenig, dann verschmähte er aber die Geschenke der Iuno und der Minerva und gab den Apfel der Venus. Von dieser unterstützt segelte er nach Sparta, um die Gattin des Königs Menelaos, jene wunderschöne Helena, entweder mit Gewalt oder mit List zu entführen.
Und in der Tat gelang es ihm, die Königin mit zwei Sklavinnen und gewaltigen Schätzen zu rauben. Dieses Unrecht aber brachte seine Heimat und sein Volk ins Verderben.
| V |
| E |
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4. Wer weiß nicht, daß Arion mit seinen Liedern die Herzen der Menschen gerührt und sich große Reichtümer verschafft hat? 2. Als er in den Städten Siziliens viele mit seiner Kunst erfreut hatte, bestieg er ein Schiff, weil er nach Griechenland zurückkehren wollte. 6. Er hoffte, bald nach Korinth zu kommen, wo ihn Freunde erwarteten. 9. Die Seeleute aber wollten Arion auf hoher See seiner Reichtümer berauben und ihn selbst töten. 3. Plötzlich umringen sie den armen Mann, bereit, Gewalt anzuwenden. 8. Sie verspotten Arion, der sie bitten will, ihn zu schonen, 1. Nur das erlauben sie, daß er das schönste seiner Lieder singt. 7. Während er mit wunderschöner Stimme sang, stürzte er sich ins Meer. 5. Doch er fand nicht den Tod, denn ein Delphin rettete ihn und trug ihn zum Strand.
| 5 |
| -ris |
| Wort | Form | kommt von | Deutsch |
| muneris | Gen. Sg. | munus | des Amtes |
| spreveris | 2. Pers. Sg. F2 Ind. Akt. | spernere | du wirst verschmäht haben |
| 2. Pers. Sg. Präs. Konj. Akt. | spernere | du habest verschmäht | |
| invitaris | 2. Pers. Sg. Präs. Pass. | invitare | du wirst eingeladen |
| acceperis | 3. Pers. Sg. F2 Akt. Ind. | accipere | du wirst angenommen haben. |
| 2. Pers. Sg. Perf. Konj. | accipere | coming soon | |
| iudicaris | 2. Pers. Sg. Präs. Pass | indicare | du wirst beurteilt |
| temptaveris | 2. Pers. Sing. F2 Akt. Ind. | temptare | du wirst angegriffen haben |
| 2. Pers. Sg. Perf. Konj. | temptare | coming soon | |
| arboris | Gen. Sg. | arbor | des Baumes |
| -am |
| Wort | Form | kommt von | Deutsch |
| ianuam | Akk. Sg. | ianua | die Tür |
| accipiam | 1.Pers. Sg. Fut.1 Ind. Akt | accipere | ich werde annehmen |
| 1.Pers. Sg. Prs. Konj. Akt | accipere | ich nähme an | |
| sapientiam | Akk. Sg. fem. | sapientia | Weisheit |
| temptaveram | 1.Pers.Sg. Plq. Ind. Akt. | temtare | ich hatte versucht |
| adibam | 1.Pers.Sg. ImPers. Ind. Akt. | adire | ich ging zu |
| auream | Akk. Sg. | aureus | goldene |
| promittam | 1.Pers. Sg. Prs. Konj. Akt | promittere | ich sollte versprechen |
| quondam | Adverb | quondam | einst |
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1. currere, fugere, effugere, confugere, fuga, celer, cito, celeritas, petee, capere, capessere, comprehendere, contendere, appropinquare, fugare, evadere, pugnare, iratus, ira, timere, timor, punire, rapere, scelus.
2. donare, donum, gaudere, gaudium, ridere, laetus, iuvat, placere, delectare, gratia, gratias agere, praemium, beneficium, probus, stupere, sumere.
1. Kineas, der Freund des Königs Pyrrhus, sagte an dem Tag, an dem er gehört hatte, daß der König nach Italien gehen werden, um dort (zusammen) mit den Tarentinern gegen die Römer zu kämpfen, etwa folgendes: 2. „Du bist im Begriff, eine ernste Sache durchzuführen; ich erinnere mich nämlich gut, daß die Römer tapferer und eifriger als die übrigen Völker kämpfen. Sage mir also, was Du dann tun willst, wenn die Götter uns den Sieg gegeben haben (werden)". 3. Darauf sagte Pyrrhus: „Wenn uns ein sehr schöner Sieg über die Römer gegeben worden ist, werden wir schnell auch aus Italien, Libyen und Karthago als Sieger zurückkehren. Ich bin schon - sozusagen - daran (im Begriffe), über den ganzen Erdkreis zu herrschen". 4. Aber Kineas sagte: „Wenn Du den Erdkreis an Dich gerissen (geraubt) hast, was werden wir dann tun?" 5. Pyrrhus aber: „Dann endlich werden wir uns an allen Freuden des Lebens erfreuen". 6. Zuletzt sagte Kineas: „Warum erfreuen wir uns (eigentlich) nicht schon jetzt alle Tage an den Freuden des Lebens, wobei wir sowohl unseren Reichtum schonen werden als auch das Leben vieler Menschen?"
2:
Attribut: Satz 1,3,4 (rapta), 5 (acceptam), 6. (aedificata)
Adverbiale: Satz 2 (regnanti/petenti), 4 (laesus), 5 (puniturus/repetiturus/adiutus).
1. Viele Männer hatten sich bemüht, Helena, jene Frau, die die übrigen Frauen an Schönheit übertraf, zu heiraten. 2. Menelaos aber, der in Sparta regierte, war es gelungen, die Gunst der Helena und (die) ihres Vaters für sich zu gewinnen. Daher wurde ihm auf seine Bitte Helena zur Frau gegeben. 3. Trotzdem freute er sich nicht lange, daß er glücklich war; Paris nämlich raubte Helena und führte sie dann (führte die Geraubte) mit sich fort. 4. Vergeblich forderte der durch dieses Verbrechen aufs heftigste verletzte Menelaos, daß die geraubte Ehefrau ihm zurückgegeben werde. 5. Deshalb beschaffte Menelaos, um das erlittene Unrecht zu bestrafen und seine Frau wiederzugewinnen, (sich) eine große Flotte; unterstützt von vielen Königen fuhr er nach Troja, um mit den Trojanern zu kämpfen. 6. Es ist bekannt, daß vor der von den Göttern erbauten Stadtmauer sehr heftig gekämpft wurde.
3:
Nachzeitig: S. 1: pugnaturos. S. 2: petiturum esse. S. 4: descensurum esse. Gleichzeitig: S. 2: adeuntem, ardens. S. 5: nuntiantem. S. 6: velans. Vorzeitig: S. 3: perterritus; motus. S. 4: monitus. S. 6: victum; tractum. S. 7: velatum.
1. Unter den Trojanern, die kämpfen wollten, war der mit Waffen gut ausgerüstete Paris. 2. Sobald Menelaos diesen hatte ankommen sehen, wurde er von höchstem Zorn erfüllt; vor Haß glühend versicherte er, daß er von Paris Bestrafung für sein Unrecht verlangen werde. 3. Paris aber, der gewaltig erschrocken und von Angst erschüttert war, floh sehr schnell. 4. Später, nachdem er von Hektor mit sehr scharfen Worten ermahnt worden war, sagte er, er werde mit Menelaos kämpfen. 5. Sowohl die Griechen als auch die Trojaner hörten froh den Herold, der den Plan des Paris verkündete. 6. Aber wenig später befreite die Göttin Venus den Paris, der von Menelaos besiegt und durch die Ebene geschleppt worden war, indem sie ihn heimlich mit einem Nebel verhüllte. 7. Dann brachte sie den vom Nebel verhüllten Paris zu seiner Frau Helena. 4:
1. Als ein Philosoph von einem babylonischen König gefragt worden war, auf welche Art und Weise er ruhig regieren könne, antwortete er: „Wenn Du nur Wenigen glaubst!" 2. Der Philosoph Demonax antwortete jemandem, der ihn fragte, auf welche Weise er eine ihm anvertraute Provinz gut verwalten könne: „Wenn Du Vieles hörst, während Du Weniges sagst!"
5:
| causa | res |
| causa nostra | res nostra re nostra |
| causam communem | rem communem |
| causae communis | rei communis |
| causae publicae | rei puplicae res puplicae |
| causarum talium | rerum talium |
| causae turpi | rei turpi |
| parvis causis | parvis rebus |
6:
| Verb | IRE |
| intras | is |
| navigatis | itis |
| deserent | ibunt |
| discessissent | iissent |
| configiunt | eunt |
| pellitur | ??? |
| cum se reciperent | cum se irent |
| si properaverint | si ierint |
| descendens | iens |
| cursuros | itos |
| ut ambulent | ut eant |
| cum venerint | cum ierint |
| appropingquaturis | ituris |
| contendimus | imus iimus |
| acceditur | itur |
| effugiturus | iturus |
| evadentes | ientes euntes |
| relinquamus | eamus |
| cedis | is |
| fugerem | irem |
| accurrentibus | euntibus |
| evasit | iit |
| conscenderunt | ierunt |
7:
| HS | GS | GS2 |
| Namertes legatus, | ||
| cum... eius gentis, beatus appellaretur, |
||
| habebat, illum rogavit, | ad quem erat missus, quod... amicos | |
| quomodo is, ... periculum faceret, |
||
| Illi autem, | qui... haberet amicos, haberetne probum. | |
| cum respondisset, se nescire, sed cupere discere, |
||
| Namertes dixit: ridet donum negat | ||
| non ridet donare studet |
Der Gesandte Namertes fragte, als er von einem klugen Bürger des Volkes, zu dem er geschickt worden war, ein Glücklicher genannt worden war, weit er viele Freunde habe, jenen Bürger, auf welche Weise der, der viele Freunde habe, die Probe mache, ob er einen rechtschaffenen Freund habe. Jenem aber, als er geantwortet hatte, er wisse es nicht, wolle es aber wissen, sagte Namertes: „Durch ein ungünstiges (widriges Schicksal)".
8:
Die Mitbürger vertrieben den Dichter Archilochos aus der Stadt, weil er ein Gedicht geschrieben hatte, in dem gezeigt wurde, daß es besser sei, in der Schlacht die Waffen als das Leben zu verlieren. Denn sie (die Bürger) glaubten, daß durch diese Art von Unterrichtung (Lehre) die Menschen mehr (an) Feigheit und Angst haben würden.
9:
ta-ces/si-ne/ce-do/mo-ves/ter-ra/pe-di/ci-vi/no-vi/am-es/se-de/um-quam/quam-
10:
Diogenes sagte einem Jungen, der rot wurde und deshalb verwirrt (durcheinander) war: „Sei guten Mutes! Von dieser Art ist die Farbe der Tugend!"
11:
1. Das Mädchen Cloelia, das dem König Porsenna als Geisel übergeben worden war, hoffte, daß es (sie) in kurzer Zeit in die Heimat zurückkehren wird (werde). 2. Dennoch wollte sie fliehen und wandte sich an die anderen Mädchen, die mit ihr dem Porsenna übergeben worden waren: 3. „Wir alle erinnern uns an die Heimat, wir hassen die Sklaverei. Wenn ihr mir eure Rettung anvertraut, werdet ihr mit mir fliehen und in die Heimat zurückkehren, wenn nicht, werdet ihr in der Sklaverei bleiben. Ich werde also die Wächter täuschen, um uns zu retten". 4. Tatsächlich ging sie heimlich mit den Mädchen aus dem Lager des Porsenna heraus und kehrte nach Rom zurück. 5. Aber die Römer tadelten die zurückkehrenden Mädchen, weil sie durch ihre Flucht das dem König gegebene Wort (Ehrenwort/ die dem König versicherte Treue) verletzt hatten. 6. Cloelia, die den Plan zur Flucht gefaßt hatte, wurde gezwungen, wiederum in die Sklaverei zurückzugehen. 7. Diese Strafe wollte Cloelia tapfer auf sich nehmen. 8. Aber als sie zum Lager des Porsenna zurückgekehrt war, ließ der König sie aus Bewunderung für so große Tüchtigkeit (moralische Sauberkeit) sofort in die Heimat zurückkehren.
12:
1. Orpheus bat die Götter der Welt, die unter der Erde liegt (attributiv), daß ihm seine Frau zurückgegeben werde. In der Tat bewegte jener, weil er mit süßer Stimme sang (adverbial), auch das harte Herz der Göttin Proserpina. 2. Eurydike, die von Orpheus sehr geliebt wurde (attributiv), ging wegen einer Wunde, die sie neulich erlitten hatte (attributiv), langsam. 3. Als er sich schon dem Rand der Erde näherte (adverbial), wandte Orpheus, weil er von Liebe zu Eurydike (dazu) veranlaßt wurde (adverbial), seinen Blick nach hinten; daher verlor er seine Frau, die hinter ihm ging (attributiv). 4. Charon hielt Orpheus, als er wiederum um seine Frau bat (adverbial), mit Gewalt ab und brachte ihn nicht ein zweites Mal hinüber.
13:
„Wie lange denn noch werdet ihr eure Kräfte nicht kennen? Seht doch, wie viele ihr selbst seid, wie viele Feinde ihr habt. Denn so viele Schutzbefohlene ihr bei den einzelnen Beschützern wart, so viele (Kämpfer) werdet ihr nun gegen einen einzigen Feind sein. Wenn ihr als Einzelne Einzelne angreifen würdet, würde ich trotzdem glauben, daß ihr heftiger für die Freiheit kämpfen werdet als jene für ihre Herrschaft. Zeigt nur den Krieg her: Ihr werdet den Frieden haben. Sie mögen (sollen) euch nur zur Gewalt bereit sehen: (dann) werden sie selbst (euch euer) Recht geben. Wie lange werdet ihr mich denn noch in der Runde anschauen? Ich werde keinem von euch fehlen: Seht aber ihr zu, daß Euch nicht mein Glück fehlt. Was soll ich nämlich hoffen, wenn meine Feinde noch mehr gegen mich versuchen (unternehmen)? Ihr tut gut daran, da ihr sagt: „Die Götter werden dies verhindern". Aber trotzdem werden sie niemals meinetwegen vom Himmel heruntersteigen; Sie mögen euch den Mut geben, alle Gefahren abzuwehren. Mir haben es die Götter gegeben, daß ich euch gegen die Feinde, daß ich euch gegen stolze (hochmütige) Mitbürger verteidige. Ist der Mut eines so großen Volkes so gering, daß ihr keinen Kampf gegen die Patrizier kennt? Was für Führer ihr auch immer gehabt habt, wie auch immer ihr selbst bescharfen gewesen seid, wie Großes auch immer ihr zu erreichen gesucht habt, ihr habt es durchgesetzt, entweder mit Gewalt oder durch euer Glück. Es ist Zeit, das Höchste zu wagen. Beseitigt werden müssen Diktaturen und Konsulate, damit das einfache Volk von Rom sein Haupt erheben kann."
14:
celer ist „kursiv" gedruckt: Kursiv (zu currere) nennt man eine schräg gestellte, sozusagen schnell weiter-"laufende" Schrift. crescere „wächst" von Buchstaben zu Buchstaben. gravis: Die Schrift wirkt schwer, lastend, gewichtig, ernst.
Weitere geeignete Wörter: hiems (Eiszapfen an den Buchstaben), hortari (mahnender Zeigefinger), inspicere (Auto, in das jemand „einen Blick" hineinwirft), interim (mit weiten, evtl. anderweitig gefüllten Abständen zwischen den Buchstaben), largiri (Füllhorn, aus dem das Wort herausquillt).
Lektion 28
Orpheus und Eurydike
"O ihr Götter der Unterwelt: Ich bin nicht zu euch herabgestiegen um euer Reich zu sehen, nicht, um den Zerberus, das entsetzliche Untier, zu binden.
Grund für mein Kommen ist die Gattin, die ich eben verlor. Damit ihr sie mir zurückgebt, bin ich als Bittender hier! Wenn sie die Jahre, die ihr zustehen, vollendet hat, wird sie euch gehören; wenn sie ihr Leben gelebt hat, wird sie, ohne sich zu sträuben, dorthin eilen, wohin wir Sterblichen alle streben. Ihr übt nämlich die längste Herrschaft über die Menschheit aus.
Wenn ihr mir die Gattin zurückgebt, werde ich euch ewig dankbar sein und euere Güter in meinen Liedern stets preisen. Wenn sie mir aber verweigert wird, wenn meine Bitten nicht erhört werden, werde ich nicht ans Tageslicht zurückkehren. Freut euch dann am Tod von uns beiden!" Danach rührte Orpheus mit lieblichem Gesang das Herz Proserpinas; auch den König der Toten rührten die Worte des Sängers.
Weinend standen die toten Seelen, und weder Tantalus schnappte nach dem entfliehenden Wasser noch wälzte Sisyphus seinen Felsblock noch quälten die Geier den Tityos, indem sie seine Leber zerfleischten. Damals sah man zum ersten Mal Tränen in den Augen der Furien, die über das traurige Geschick des Orpheus Schmerz empfanden!
Ihm, der auf solche Weise flehte, gab Proserpina die Gattin unter folgender Bedingung: "Wenn du auf dem Rückweg dich umschaust und Eurydike ansiehst, bevor du noch dieses Reich verlassen hast, wirst du sie sogleich verlieren!"
Schon schreitet Orpheus davon mit der Gattin, die wegen ihrer Verletzung langsamer geht, schon nähern sie sich dem Rande der Erde, als jener voll heißem Verlangen sich umsieht - und sogleich entschwindet Eurydike, seine geliebte Gattin!
Als Orpheus zurückkehrte, wies ihn Charon ab und setzte ihn kein zweites Mal über. Trotzdem, so berichten die Dichter, blieb er sieben Nächte dort und weinte und klagte.
| V |
| E |
| 1 |
| PPrA | PPP | PFA |
| tribuenti | tributo, -ae | tributuro, -ae |
| amittenti, -e | amisso | amissuro |
| vindicantis, -es | vindicati | vindicaturi |
| rapiens, -nte | rapta | raptura |
| perturbantium | perturbatorum, -arum | perturbaturorum, -arum |
| regentis, -nti, -ntes | rectae | recturae |
| 2 |
UEB[5]=curcG+"3"+curcEnd+"
| Futur I | Futur II |
| iudicabit | iudicaverit |
| audiet | audiverit |
| ibo | iero |
| petentur | petiti,ae,a erunt |
| spernemus | spreverimus |
| eritis | fueritis |
| spondebunt | spoponderint |
| ducemini | ducti,ae,a eritis |
| comprehendent | comprehenderint |
| relinquentur | relicti erunt |
| pellemur | pulsi,ae,a erimus |
| concedetur | concessum erit |
| occidentur | occisi erunt |
| continget | contigerit |
| comparabo | comperavero |
| 4 |
1. Als Proteus Aristäus kommen sah, erklärte er dem Mann, der sehr erregt war, folgendes:
2. „Orpheus, der von dir geschädigt worden ist, hat dir diese Strafe verschafft.
3. Denn durchdeine Schuld hat er die geliebte Gattin verloren.
4. Sie ist auf der Flucht vor dir von einer Schlange, die im Gras verborgen war, getötet worden.
5. Daher ging Orpheus zu den unterirdischen Reichen, weil er den fürchtbaren König bitten wollte, ihm die Gattin zurückzugeben.
6. Weil er sie wieder verloren hat, weint er nun ohne Ende.
7. Du aber geh zu den Tempeln des Apoll und der Musen und suche Vergebung!"
8. Und tatsächlich gewährten die Götter, bewegt durch Gebete und Opfer, dem Aristäus Vergebung.
| 5 |
| Wort | Deutsch | PPrA Nom. | PPrA Abl. | Deutsch |
| invitare | einladen | invitans | invitante | einladend |
| imperare | befehlen | imperans | imperante | befehlend |
| movere | bewegen | movens | movente | bewegend |
| augere | vergrößern | augens | augente | vergrößernd |
| sentire | fühlen | sentiens | sentiente | fühlend |
| punire | bestrafen | puniens | puniente | bestrafend |
| accipere | empfangen | accipiens | accipiente | empfangend |
| capere | fangen | capiens | capiente | fangend |
| sumere | nehmen | sumens | sumente | nehmend |
| vincere | besiegen | vincens | vincente | besiegend |
| ire | gehen | iens | eunte | gehend |
| transire | übergehen | transiens | transiente | übergehend |
| 1 |
| 2 |
| 3 |
Einst waren der Esel und der Fuchs zusammengekommen, um einige schwächere Tiere zu jagen. Als ihnen im Wald der Löwe begegnete, ging der Fuchs, weil er merkte, daß Gefahr drohte, zu ihm hin und versprach, ihm den Esel auszuliefern, wenn er selbst heil bliebe (mit heiler Haus davonkomme). Sofort versicherte der Löwe, daß er ihn schonen werde. Daraufhin legte der Fuchs dem Esel einen Hinterhalt (lockte der Fuchs den Esel in eine Falle). Als der Löwe jedoch sah, daß der Esel nicht entkommen konnte, ergriff er (schnappte er sich) zuerst den Fuchs, dann machte er sich über den Esel her. - Dies geschieht oft denjenigen, die ihre Gefährten verraten, daß nämlich der Verrat ihnen selbst zum Verderben (Verhängnis) wird.
Lektion 29
Ein Frevler wider Willen: Ödipus
Lange glaubte Ödipus - so hatte Periboea, die Gattin des Polybos, das Findelkind genannt - er sei der Sohn des Königs. Eines Tages aber beschimpfte ihn einer von den Gleichaltrigen, der auf seine Stärke neidisch war, als "Bastard"- und die anderen lachten.
Sogleich befragte Ödipus Periboea nach seiner Herkunft.
Da die Frau nichts Bestimmtes verriet, entschloss er sich, nach Delphi zu gehen, um das Orakel zu befragen.
Auf seine Frage erhielt er folgende Antwort: „Hüte dich davor, deinen Vater zu töten und deine Mutter zu heiraten.“ Als Ödipus diese Worte vernommen hatte, machte er in seiner Bestürzung einen weiten Bogen um Korinth und fuhr mit seinem Wagen nach Theben. In einem Hohlweg kam ihm ein alter Mann entgegen, der auf einem Wagen saß. Als dessen Sklaven riefen, er solle ihrem König den Weg frei machen, zögerte Ödipus ein wenig - und siehe: Schon erschlug einer von ihnen eins seiner Pferde!
Wütend, weil das Pferd erschlagen worden war, tötete der junge Mann nicht nur den allzu rabiaten Sklaven, sondern auch jenen Alten, ohne zu wissen, wer er war - es war aber Laios, sein eigener Vater!
Als die Sonne unterging, erblickte Ödipus nicht weit von den Mauern Thebens ein seltsames Wesen, das auf einem Berg saß; die Sphinx, die den Kopf eines Mädchen und den Leib eines Löwen hatte.
Diese gab gewöhnlich den Leuten, die nach Theben reisten, ein Rätsel auf. Lösten sie das Rätsel nicht, tötete sie sie grausam. Während Ödipus noch staunte, sagte die Sphinx: „Welches Lebewesen hat am Morgen vier Beine, am Mittag zwei und am Abend drei?“
„Der Mensch“, erwiderte Ödipus. Als sie die Lösung vernahm, stürzte sich die Sphinx von ihrem Felsen in die Tiefe. Ödipus aber wurde, weil er die Stadt von dem Ungeheuer befreit hatte, von den Thebanern zum König gemacht und nahm seine Mutter Iokaste zur Frau.
Viele Jahre hatte er glücklich gelebt, als plötzlich die Thebaner von einer schweren Seuche heimgesucht wurden. Da die Seher versicherten, die Stadt werde von de Göttern bestraft, weil ein schreckliches Verbrechen begangen worden sei, versprach König Ödipus, nach dem Schuldigen zu suchen. Und tatsächlich fand er ihn, nachdem er viele Menschen befragt hatte: Sich selbst!
| V |
| E |
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1. Weil die Kameraden lachten, war Ödipus sehr zornig.
2. Als Ödipus nach seiner Herkunft fragte, antwortete die Mutter nichts.
3. Als er die Worte des Orakels gehört hatte, mied Ödipus Korinth.
4. Obwohl Ödipus den Worten des Orakels gehorchte, siegte dennoch das Schicksal.
| 4 |
1. Nachdem König Tarquinius aus Rom vertrieben worden war, zettelte Porsenna, ein etruskischer König, einen Krieg mit den Römern an.
2. Als Porsenna schon viele Tage Rom belagerte, ging Mucius, ein adliger junger Mann, heimlich in das Lager der Feinde und tötete einen (gewissen) Mann, den er für Porsenna hielt.
3. Mucius, der an den Tod des Königs dachte, wurde von den Wachen ergriffen und vor den König geschleppt.
4. Als er seinen Irrtum erkannt hatte, sagte Mucius zum König:
5. „Ich bin Mucius, ich bin römischer Bürger, ich drang ins Lager der Feinde ein, weil ich den Feind töten wollte. Hinter mir werden viele junge Römer kommen, die auf Mord sehr begierig sind."
6. Darauf sagte er, nachdem er seine rechte Hand in das Feuer des Altars gestreckt hatte:
7. „So große Leiden werden alle jungen Römer für das Vaterland ertragen."
8. Der König, der über so große Tapferkeit staunte, schonte Mucius und ließ ihn nach Rom zurückkehren.
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Lektion 30
Antigone
Schon zu Lebzeiten des Ödipus hatten dessen Söhne Eteokles und Polyneides miteinander gestritten, wem nach dem Tod des Vaters die Herrschaft zufallen solle.
Nachdem dieser sich, als seine Untaten entdeckt waren, des Augenlichts beraubt hatte, übertrug er die Herrschaft seinen Söhnen für jeweils ein Jahr. Dann floh er, geführt von seiner Tochter Antigone, aus Theben.
Als ein Jahr vergangen war, forderte Polyneides die Herrschaft von seinem Bruder Eteokles. Der aber verweigerte sich, dass er von der Herrschaft zurücktreten werde. Daher rief Polyneides Verbündete zusammen, stellte ein großes Heer auf und zog mit sieben Heerführern nach Theben, um die Stadt mit Gewalt zu nehmen. In dieser Hoffnung getäuscht, maß er sich im Zweikampf mit Eteokles. Nachdem beide Brüder in diesem Kampf gefallen waren, wurde Kreon zum König ernannt.
Der ließ Eteokles mit höchsten Ehren bestatten, den Leichnam des Polyneides aber, weil er seine Heimat verraten hatte, den Vögeln und Hunden vorwerfen.
Außerdem stellte er Wachen auf, denn er wollte verhindern, dass ihn jemand heimlich bei Nacht bestatten wage.
Antigone aber, die nach dem Tod ihres Vaters nach Theben zurückgekehrt war, versuchte, obwohl sie das Gebot des Königs kannte, trotzdem, den Bruder eigenhändig mit Erde zu bedecken.
Während sie das tun wollte, wurde sie von Leuten, die die Leiche bewachten, festgenommen und zum König geführt.
Als Kreon fragte: "Auf wessen Veranlassung hast du meine Weisungen missachtet?" erwiderte Antigone: "Auf niemands Veranlassung, ich muss aber den Geboten der Götter mehr gehorchen als den deinen."
Kaum hatte er diese Worte vernommen, da geriet Kreon in höchsten Zorn und ließ das Mädchen lebendig begraben, ohne dass einer seiner Untertanen sich widersetzte, ohne dass einer es verhinderte.
Haemon allein, der Sohn des Königs, öffnete das Grab und wollte Antigone retten, doch umsonst:
Das Mädchen hatte schon selbst seinem Leben ein Ende gemacht. Da es tot war, suchte auch Haemon den Tod, und seine Mutter wurde, als sie vom Schicksal ihres Sohnes hörte, vom Schmerz dahingerafft.
Kreon aber bedauerte, nachdem er alle seine Angehörigen durch eigene Schuld verloren hatte, zu spät seinen Starrsinn.
| V |
| E |
| 1 |
| 2 |
| PPrA | PPP | PFA |
| solvente | soluto | soluturo |
| iudicante | iudicato | iudicaturo |
| capientes/capientis | capti | capturi |
| comparante/comparans/coparantia | comparata | comparatura |
| cedentem/cedens | cessum | cessurum |
| affirmantibus | affirmatis | affirmaturis |
| 3 |
| 4 |
1. Unter König Romulus vergrößerte sich die eben gegründete Stadt schnell.
2. Zu Lebzeiten des Augustus besiegten die Germanen die Römer.
3. Auf Cäsars Veranlassung sind in Rom die größten Spiele veranstaltet worden.
4. Unter Kaiser Vespasian wurde das Kolosseum erbaut.
5. Als Remus tot war, gründete Romulus die Stadt.
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| 4 |
viam, iam, vi, i; iter, ite, it;
magistra, magis, agis, agi, is;
primo;
mater;
audis, audi, laudi;
non, dum;
ago;
ad;
miser, miseri, is;
ad, eo, deo, de;
sol;
unus;
vade, ad, de re;
Lektion 31
Das Damoklesschwert
Viele Jahre lang war jener Dionysius Tyrann von Syrakus, der eine Stadt von höchster Schönheit und ein überaus reiches Staatswesen unterdrückt hielt.
Und doch schrieben zuverlässige Gewährsleute, derselbe Mann sei unvorstellbar energisch und von scharfem Verstand gewesen, aber doch auch bösartig von Natur und ungerecht. Da das so war, war er unweigerlich bedauernswert. Er traute nämlich keinem seiner Bürger, sondern vertraute den Schutz seiner Person Sklaven an und wilden Barbaren, Menschen von höchster Verwegenheit. Da er auch die Rednerbühne nicht zu betreten wagte, sprach er gewöhnlich von einem hohen Turm aus zum Volk.
Doch dieser Tyrann wußte allerdings selbst zu beurteilen, wie glücklich er war, denn als ein gewisser Damokles im Gespräch seinen Wohlstand erwähnte und auch seine Schätze, seine Macht, den Glanz seiner Herrschaft und seine Herrschaft und die Grösse seines Palastes pries, sagte er: "Willst du also, mein Damokles, da dir ja dies alles Freude macht, das selbe Leben führen wie ich und mein Glück kennenlernen?"
Und als Damokles versicherte, genau das wolle er, ließ er ihn auf eine goldene Liege legen. Dann befahl er, dass einige Knaben von außerordentlicher Gestalt (Schönheit) an den Tisch traten und Wein von bestem Geschmack und Speisen aufgetragen wurden, die viel gekostet hatten.
Schon hielt sich Damokles für glücklich, als er plötzlich heftig erschrak:
Von oben drohte ihm nämlich ein messerscharfes Schwert, und es war zu erkennen, dass eben dieses Schwert an einem Pferdehaar hing!
Daher sah er weder jene hübsche Jungen mehr an noch das wunderbar gearbeitete Silbergeschirr (Silberwaren), streckte auch die Hand nicht mehr an dem Tisch aus, sondern bat nur noch darum, weggehen zu dürfen. "Zur Genüge", sagte er, "hast du mir, Tyrann, nämlich gezeigt, von welcher Art das Leben der Tyrannen ist. Deine Schätze und Reichtümer sind mir das nicht wert, dass ich ein derartiges Leben führen möchte."
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1. Tantalus, der Sohn Jupiters, war König von Phrygien.
2. Weil Jupiter und die anderen Götter ihm gnädig waren, wurde er oft von ihnen eingeladen.
3. Darum erzählte er den Sterblichen aus Übermut, was er bei den Göttern gehört hatte.
4. Nachdem er dies gehört hatte, beschloß Jupiter, seine Frechheit schwer zu bestrafen.
5. Darum stürzte er ihn in den Tartarus.
6. Dort wurde Tantalus sehr hart gequält.
7. Obwohl er im Wasser stand und Äpfel von oben herab hingen, konnte er nie die Äpfel ergreifen, nie das Wasser berühren.
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parcere (m. Dat.), invidere (m. Dat.); venire, conscendere, statuere, emere; iacere/iacere = 241 v. Chr.
Lektion 32
Lob der Demokratie
Wir haben einen Staat von solcher Art, dass wir nicht voll Neid auf die Gesetze anderer Städte schauen; vielmehr geben wir eher selbst manch einem ein Beispiel als dass wir uns an anderen ein Beispiel nehmen. Und mit Namen wird unsere Staatsform genannt, weil nicht von wenigen, sondern vom Volk alle Macht ausgeht. Gleiche Rechte haben alle Bürger, und niemand wird durch die Niedrigkeit seiner Herkunft behindert, wenn er nur in irgendeinem Bereich dem Staat nützen kann. Da wir in allen Dingen auf Freiheit bedacht sind, hüten wir uns davor, irgendjemands Worte und Taten argwöhnisch unter die Lupe zu nehmen und sind auch niemanden böse, wenn er etwas nach Lust und Laune tut, falls nicht irgendein Gesetz es verbietet.
Unsere Stadt steht allen offen, wir weisen keine Fremden aus und halten niemanden von irgendeiner Instruktion oder Vorführung fern, nicht einmal dann, wenn es wahrscheinlich ist, dass er von unseren Feinden geschickt wurde, um irgendwelche Dinge auszuspionieren. Ich weiß, dass bei bestimmten Völkern Griechenlands die Jungen streng erzogen werden, da man glaubt, dass auf diese Weise ihre Leistungsfähigkeit enorm gesteigert werde. Wir aber sind nicht derselben Ansicht:
Wir führen ein angenehmes Leben, wir lieben alles, was schön ist; trotzdem nehmen wir dieselben Gefahren auf uns wie andere: Ohne jede Furcht ziehen wir den Feinden entgegen und erringen meistens den Sieg über sie.
Es wird sich aber, wenn jemand die Sache genauer ins Auge fasst, herausstellen, dass diejenigen seelisch gefestigter sind, die sowohl die Freuden wie die Schrecken des Daseins kennen und weder Kämpfen noch Gefahren aus dem Weg gehen.
Darum, so glaube ich, kann niemand bezweifeln, dass diese Stadt unerschüttlicher ist als alle anderen, zumal da ihre Meere, alle Länder offenstehen. Aus diesem Grund werden wir die Bewunderung sowohl der Menschen unserer eigenen Epochen als auch der künftigen hervorrufen und wünschen uns keinen Dichter, nicht einmal Homer, als Lobredner.
| V |
| E |
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1. C. Perikles weiß, daß bei manchen Stämmen Griechenlands die Jungen streng erzogen werden.
2. D. Die Athener gehen ohne jede Furcht den Feinden entgegen.
3. B. Die Athener selbst sind für die anderen ein Vorbild.
4. E. Alle Athener haben dieselben Rechte.
5. A. Der Staat der Athener steht allen offen und vertreibt keine Fremden.
| 3 |
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1. Es ist hinreichend bekannt, daß ein bestimmter Tyrann kaum jemandem geglaubt hat.
2. Als er einmal Ball spielen wollte, übergab er einem Jungen sein Schwert.
3. Da sagte einer von den Freunden: „Vertraust du ihm dein Leben an?"
4. Nachdem er diese Worte gehört hatte, lachte jener Junge.
5. Der Tyrann aber ließ ohne einen Urteilsspruch den Jungen und seinen Freund töten.
6. Er dachte nämlich, daß der eine verraten habe, auf welche Weise er selbst getötet werden könne, und er hatte gesehen, wie der andere diese Feststellung durch sein Lachen bestätigt hatte.
7. Nachdem aber beide tot waren, war niemand trauriger als der Tyrann, und niemand war betrübter.
8. Er hatte nämlich begriffen, daß er den verloren hatte, den er am meisten geliebt hatte.
| 5 |
1. Nachdem die römischen Heere von Hannibal besiegt worden waren, drohten der Stadt Rom riesige Gefahren.
2. Viele Frauen trugen ihr Gold zu den Beamten.
3. Da wurde auf Veranlassung des Gaius Oppius, eines Volkstribunen, durch Gesetz beschlossen, daß Frauen wegen der Gefahr für den Staat kein Gold oder Purpurkleidung haben sollten.
4. Nach Ende des Krieges versuchten einige Tribunen, dieses Gesetz aufzuheben.
5. Viele Menschen gingen aufs Forum.
6. Die verheirateten Frauen belagerten alle Zuwege und baten, daß ihnen ihre frühere Zierde zurückgegeben würde.
7. Aber der Konsul Marcus Porcius Cato hielt im Senat folgende Rede:
8. „Was werden die Frauen dann erst versuchen, wenn ihnen diese Sache gestattet worden ist?
9. Alle Rechte werden sie für sich beanspruchen, und bald werden sie im Senat wie Männer tagen."
| 1 |
b) Zu Platons Lebzeiten war die attische Demokratie nach ihrer Blütezeit unter Perikles im Verfall begriffen. Platon war persönlich enttäuscht von der Demokratie wegen der ungerechten Verurteilung des Sokrates. Zu Platons Staatsauffassung: Die Menschen haben von Natur aus verschiedene Anlagen (nicht jeder ist in gleicher Weise zu allem befähigt). Ein vollkommener, gerechter Staat kann deshalb nur einer sein, in dem jeder einer seiner Anlage gemäßen Aufgabe nachgeht (vgl. die drei Stände in der Politeia). Herrschen kann daher nicht prinzipiell jeder, sondern nur einer, der die Erkenntnis von den höchsten Ideen (u. a. die Idee der Gerechtigkeit) hat, d. h. der ausgebildete Philosoph.
c) auch sonstige Fremdwörter heraussuchen: Prinz, Prinzip (princeps); liberal, (libertas bzw. liber); Minister, Ministrant (ministrare bzw. minister); regieren (rex bzw. regere); Vokal (vocare); parieren (parere); Agitation, agitieren (agitare); populär (populus); servil, servieren (servus); Volontär (voluntarius); Appell (appellare); Republik (res publi-ca); Plenum, Plenarsitzung (plenus); Necessaire (necesse); privat (privatus); vakant, Vakanz (vacare); Dominanz, dominieren (dominatus bzw. dominare); diskriminieren (discrimen); zivil (civis); Meister (magister); Jura, Jurist (ius); Infinitesimalrechnung (infinitus); Moll (mollis); Minimum, minimal (minimus); Imperialismus (imperium); Potenz, potent, Potential, potentiell (posse).
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Stoa: Ein Weiser tritt an den Staat heran (betätigt sich politisch), falls ihn nicht etwas daran hindert. - Epikur: Kein Weiser betätigt sich politisch, es sei denn, er wird durch etwas dazu gezwungen.
Der Philosoph Demonax sagte einem, der fragte: „Welche Dinge gibt es denn deiner Meinung nach in der Unterwelt?" „Warte in Ruhe ab; wenn ich mir diese Gegenden angesehen habe, werde ich dir in einem Brief alles darlegen". Jener Philosoph glaubte nämlich, daß es weder eine Unterwelt gebe noch daß die Seelen der Menschen unsterblich seien.
2:
Dem Ptolemäus, dem König von Ägypten, trag, als er Würfel spielte (beim Würfelspielen), ein Sklave aus einem Buch, das er bei sich trug, die Namen gewisser Angeklagter vor, damit jener entscheide, welche von diesen den Tod verdient hätten. Berenike aber, die Frau des Ptolemäus, nahm das Buch an sich und sagte zornig (voll Zorn) ungefähr folgendes: „Der Fall eines Würfels und der Tod von Menschen (Fall von Körpern) ist nicht vergleichbar (ähnlich)." Die alten Schriftsteller erzählen, daß Ptolemäus, nachdem er diese Worte gehört hatte, Beifall gespendet und von da an nicht mehr beim Spiel über das Leben (den Kopf) irgendeines Menschen entschieden habe.
3:
1. Den Stadtkommandanten Pedanius Secundus tötete ein (sein eigener) Sklave, sei es, weil ihm die Freiheit (Freilassung) verweigert worden war oder weil er verliebt war und es nicht ertrag, den Herrn als Nebenbuhler zu haben. 2. Da nach altem Brauch alle Sklaven, die unter dem gleichen Dach gewohnt hatten, getötet werden mußten, kam es durch das Zusammenlaufen des einfachen Volkes, das so viele Menschen, die frei von Schuld waren, schützte, zu einem Aufstand. 3. Nachdem der Senat zusammengerufen (worden) war, sagten einige Senatoren, dieser Brauch sei allzu streng; trotzdem siegte der Teil (die Partei), der (die) den Tod beschloß. 4. Aber man konnte nicht gehorchen, weil die Menge aufgewiegelt war und Steine warf. 5. Daraufhin tadelte Kaiser Nero das Volk in einer Anordnung und besetzte den ganzen Weg, auf dem die Verurteilten zur Bestrafung geführt wurden, mit Soldaten. 6. Und tatsächlich wurden alle Sklaven hingerichtet.
4:
1. Vespasiano imperante Colosseum aedificatum est. Unter der Herrschaft des Vespasian wurde das Kolosseum erbaut. 2. Augusto imperante Christus natus est. Während der Regierungszeit des Kaisers Augustus wurde Christus geboren. 3. Romulo rege virgines Sabinae dolo captae sunt. Während der Königsherrschaft des Romulus wurden die Sabinermädchen durch eine List gefangengenommen.
5:
Satz 1: Der Kontext ergibt, daß ein temporales Verhältnis vorliegt: vastata omni Gallia - magna calamitate facta: Nachdem sie ganz Gallien verwüstet hatten - nachdem sie ein großes Unglück angerichtet hatten/ Nach der Verwüstung ganz Galliens/... hatten ... verwüstet und gingen danach ... Satz 2: Keine satzwertige Konstruktion. Satz 3: Logisches Verhältnis kausal. invidia adducti: (Participium coniunctum auf Romani bezogen): weil sie von Neid getrieben werden ...; aus Neid. Satz 5: logisches Verhältnis temporal oder kausal oder modal. in provinciam redacta (Participium coniunctum auf Gallia bezogen); nachdem/ weil/ dadurch, daß es zur Provinz gemacht wurde .../ nach/ wegen/ durch Verwandlung in eine Provinz.../ ... das in eine Provinz verwandelt wurde, und dann/ deshalb/ dadurch ... iure et legibus mutatis: Sinnrichtung temporal oder kausal oder modal .,. nachdem/ weil/ dadurch, daß Recht und Gesetze geändert wurden/ nach/ wegen der Änderung/ durch die Änderung von Recht und Gesetzen ...
1. Nachdem die Kimbern ganz Gallien verwüstet und großes Unglück verursacht hatten, zogen sie allerdings (wieder) aus unserem Gebiet und suchten andere Länder auf (heim). 2. Die Rechte aber, die Gesetze, das Land und die Freiheit ließen sie uns zurück. 3. Was aber streben die Römer anderes an, als, weil sie Neid dazu treibt, sich im Land und in den Städten der Leute niederzulassen und ihnen eine ewige Sklaverei aufzuerlegen, die durch ihren guten Ruf herausragend und mächtig im Krieg sind? 4. Denn niemals haben sie unter einer anderen Bedingung Krieg geführt. 5. Wenn ihr das, was in weit entfernten Nationen geschieht, nicht kennt (nicht wißt), (dann) schaut doch auf das benachbarte Gallien, das zu einer Provinz gemacht wurde und nach der Änderung von Recht und Gesetzen durch ewige Sklaverei bedrückt wird.
6:
Nachdem plötzlich die Rettung versprochen worden war, nahmen die Bürger (be)gierig diese Bedingung an.
Stilmittel: Alliteration: cives cupidi condicionem acceperunt. Inhaltlich: gedrängte, stark konzentrierte Information durch Abl. abs. (promissa salute) und Prädikativum (cupidi).
7:
pulchritudo, divitiae, magnitudo, fortuna, vulnus, memoria, aspectus, potentia, locus.
8:
1. Kaiser Augustus: Augustus war von außergewöhnlicher und schöner Gestalt. Bei der Pflege seines Haupthaares (Kopfes) aber wandte er so geringe Sorgfalt an, daß er sich bald die Haare schneiden, bald den Bart rasieren ließ, aber zur gleichen Zeit entweder etwas las oder auch schrieb. Er war von gelassenem und fröhlichem Gesichtsausdruck sowohl beim Reden als auch beim Schweigen. Sein ganzes Leben hindurch litt er an Blasenschmerz; von diesem Schmerz wurde er erst befreit, nachdem endlich die Steine durch den Urin ausgestoßen waren. 2. Catilina: Catilina, von vornehmer Abstammung, war ein Mann von großer Geistesund Körperkraft, aber von böser und verkommener Anlage. 3. Zwei Feinde Roms: Critognatus besaß hohes Ansehen bei den Arvernern. Indutiomarus war von feindseliger Gesinnung gegen die Römer. 4. Miltiades: Miltiades war von königlicher Würde, obwohl er diesen Namen (König) nicht trug.
9:
1. Einem Freund, der sagte „Laß uns, Demonax, in den Tempel des Äskulap gehen und für meinen Sohn beten!", antwortete jener: „Glaubst du etwa, daß Äskulap schwerhörig ist, wenn er (uns) nicht auch hier hören kann, wenn wir beten?" 2. Als ein gewisser Herodes traurig war, weil sein Sohn Pollux (noch) vor der Pubertät gestorben war, und befahl, daß für jenen ein Wagen angespannt werde und Pferde dabeistehen wie für einen, der aufsteigen will, und daß jenem Essen vorbereitet werde, da sagte Demonax, der hinzutrat: „Ich bringe dir einen Brief von Pollux". Als aber jener erfreut war und glaubte, daß auch Demonax ihm in seinem Leiden beistehe (zu Hilfe komme) und sagte: „Was, mein Demonax, fordert denn Pollux?", da sagte der: „Er macht dir Vorwürfe (klagt dich an), daß du dich noch nicht auf den Weg zu ihm machst (daß du noch nicht zu ihm weggehst)". 3. Der gleiche Demonax sagte auch, als er zu einem Mann kam, der sehr viel Schmerz empfand wegen des Todes seines Sohnes, er sei ein Zauberer und er könne die Seele des Sohnes für ihn herausrufen, wenn er ihm drei Menschen nenne, die (noch) niemals jemanden verloren hätten. Als jener aber stark zögerte (denn er hatte niemanden, den er als einen solchen Menschen hätte bezeichnen können), sagte er: „Dann glaubst du, daß du allein Unerträgliches ertragen (aushalten) mußt, obwohl du keinen siehst, • der von Schmerz frei ist?"
Lektion 33
Was für ein Held!
Ich will euch den Inhalt einer Komödie erzählen, wenn ihr mit Ruhe zuhören wollt. Aber wer nicht zuhören will, soll hinausgehen, damit Platz für jene ist, die zuhören wollen. Der Name dieser griechischen Komödie ist Alazon, lateinisch aber wollen wir, daß jener Mann „Angeber" genannt wird. Ihr werdet einen Soldaten sehen, der jederzeit seine eigenen Vorzüge loben will, der nichts lieber tut als sich seiner eigenen Taten zu rühmen, auch wenn sie erfundene und falsche sind.
Er sagte: „Alle Frauen, die mich gesehen haben, wollen von keinem anderen geliebt werden als von mir, weil ich von vornehmer Gestalt bin und wegen der Menschlichkeit und Großzügigkeit und weil meine sehr mutigen Taten würdig sind meinen Vorfahren. Ich wollte, ich wäre weniger schön, damit ich nicht von so vielen Frauen gequält werde!" Dennoch scheint ihn keine Frau jemals geliebt zu haben: Alle, die er vorher mit Geschenken und Versprechungen einwickelte, wollten von ihm nicht geliebt werden.
Und in Athen entführte er ein sehr schönes Mädchen, das nicht dorthin wollte, und versteckte sie im Haus. Ihr half ich, weil sie nichts lieber wollte als aus seinen Händen zu entfliehen.
Schon ist der junge Mann da, den sie als einzigen liebt. Ihre Eltern sollen in Athen große Reichtümer besitzen, und wenn er nicht sparsam ist, werden wir das Mädchen sicher von diesem Tyrannen befreien, besonders weil der Wächter ein sehr dummer Mann zu sein scheint. Wir aber haben mit Hilfe eines alten Mannes einen listigen Hinterhalt vorbereitet.
Wollt ihr mehr hören? Ich werde es gleich erzählen: Diesen Soldaten haben wir überredet - aber siehe da:
Mein Herr sucht mich! Ich bin schon da Herr, ich höre dir schon zu! Was willst du, was wolltest du, o Zier dieses Jahrhunderts?
(Im Weggehen zu den Zuschauern): Jetzt möchte ich, dass ihr freundlich zuhört!
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1. Es scheint, daß die Bürger (Bürgerschaft) Athens glücklich und angenehm gelebt haben (hat).
2. Der Staat der Athener soll allen offengestanden haben.
3. Wir wissen, daß keine Lehre zur Zeit der Athener verboten war.
4. Es steht fest, daß die Jungen der Athener nicht streng erzogen wurden.
5. Es wird überliefert, daß niemand bei den Athenern in seinem Recht behindert wurde.
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Lehrer: „Was, glaubt ihr, werden wir heute machen?" 1. „Nichts, Lehrer, wie immer!" 2. „Wir wollen spielen; ein Spiel ist wunderschön." 3. „Ich möchte lieber, daß wir ins Kolosseum gehen! Wir wollen einen Kampf ansehen! Ich möchte, daß Barbatus wieder siegt!" 4. „Ich möchte nicht, daß Syrus besiegt wird! Wenn Syrus siegte, würde ich eine große Menge Geld erhalten." 5. „Ich hoffe, daß wir die Taten der Römer hören werden." 6. (Alle:) „Werft ihn aus dem Fenster!" 7. „Ich möchte die Äpfel, von denen es viele im Garten unseres Lehrers gibt, pflücken; es wäre eine angenehme Unterhaltung!" 8. Lehrer: „Wenn ihr nicht sofort schweigt, werdet ihr bis in die Nacht arbeiten."
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Es steht fest, daß M. Porcius Cato, jener Censorius, ein energischer und guter Bürger war. Doch nie scheute er davor zurück, andere scharf zu tadeln, weswegen er viele persönliche Feinde hatte. Als jemand ihn fragte: „Warum gibt es unter den Statuen so vieler Leute nicht einmal eine kleine von Cato?", antwortete er: „Ich will lieber, daß die Bürger fragen „Warum hat er keine?' als daß sie fragen „Warum hat er eine?".
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4. Als Diogenes nach Athen kam, wollte er einen bestimmten, hochberühmten Philosophen hören.
2. Der aber wollte ihn nicht unterrichten.
6. Ja, er schlug sogar auf Diogenes ein, als er energischer darum bat, und befahl ihm mit lauter Stimme zu gehen.
5. Aber Diogenes wollte nicht weggehen und sprach: „Hau mich ruhig wieder, ich aber werde bleiben."
3. Und er blieb in der Tat bei diesem Philosophen.
1. Später wohnte er in einem Faß, das er von der Stelle bewegen konnte — wenn er nicht selbst drinnen lag.
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b)OLYMPOS - ZEUS - CHRISTOS - IDEA -
THEATRON - PHILOSOPHOS - ATLAS -
KRISIS - PSYCHAE
drama - barbaros - prisma - grammatikae -
scholae - pater - biographia - lexikon -
chaos - moysikae
Lektion 34
"Gerechtigkeit ist Dummheit!"
L: Hallo, Titus, was gibt's Neues? Hast du auch heute den Karneades gehört?
T: Ich wollte, ich hätte ihn nicht gehört; ich bin nämlich ganz durcheinander, nachdem ich ihn gehört habe.
L: Warum? Erzähle mir davon; ich gebe nämlich keine Ruhe, bis ich alles erfahren habe.
T: Du scheinst zu wissen, wie sehr dieser Karneades, sobald er nach Rom gekommen war, durch den Ruf seiner Beredsamkeit die Herzen aller auf sich zog.
L: Gestern jedenfalls, während er über die Gerechtigkeit sprach, war Cato persönlich anwesend.
T: Er war da, und sobald Karneades ausgeredet hatte, soll er ihn gelobt haben.
L: Das ist freilich etwas Großes, denn Cato, so scheint es, mag die Griechen nicht.
T: Vielleicht waren sie ihm nicht verhasst, ehe er Karneades zum zweiten Mal hörte. Nun hasst er sie bestimmt, doch höre: Heute hat jener äußerst raffinierte Mensch alles, was er kurz vorher erörtert hatte, umgestoßen. Alles, was er über die Gerechtigkeit gesagt hatte, hat er völlig auf den Kopf gestellt. Er bestritt nämlich,dass sie die Grundlage aller Staaten sei, sondern meinte vielmehr:
"Ein jeder, der die Gerechtigkeit hochhält, ist dumm" und "ein jedes Volk, das weit und breit seine Herrschaft ausübte, hat sich seine Macht durch viele Verbrechen und Ungerechtigkeiten verschafft." Als er das sagte, lärmten viele, denn es sah so aus, als habe Karneades über die Herrschaft des römischen Volkes gesprochen. Er aber erklärte, sobald für Ruhe gesorgt war: "Sicher ist es gerecht einen Menschen nicht zu töten. Was wird also ein gerechter Mensch dann machen, wenn sein Schiff Schiffbruch erlitten hat und irgendeiner, der an Kräften unterlegen ist, eine Planke erwischt hat? Wird er ihn nicht von der Planke wegstoßen, um das eigene Leben zu retten? Wenn er vernünftig ist, wird er es tun. Er selbst wird nämlich umkommen, wenn er es nicht tut. Alle die aber, die ihr eigenes Leben nicht schonen, während sie fremdes schonen, sind meiner Meinung nach zwar gerecht, aber töricht..."
L: Welch ein Frevel! Ich halte mich kaum noch zurück!
T: Sei ruhig, mein Freund! Karneades wird diese verhängnisvollen Worte noch bereuen, wenn er, aus Rom vertrieben, in seine Heimat reist.
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1. Jeder, der nach Rom kommt, bestaunt die Bauwerke der alten Römer.
2. Alle, die gerettet werden konnten, wurden gerettet.
3. Ich habe alles erreicht, was ich mir gewünscht habe.
4. Bitte die Götter, daß sie dir alle deine Wünsche erfüllen.
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1. Am Ende jener Komödie des Plautus, von der ihr schon gehört habt, kommt eine bestimmte Sklavin zu jenem Soldaten, um ihn zu verspotten.
2. Der Soldat aber, der nicht weiß, durch welche List ihm ein Hinterhalt bereitet werden soll, freut sich sehr.
3. Weil er von dieser Sklavin 'Schöner' genannt wurde, hört er zufrieden alles an, was sie ihm erzählt.
4. Und die Sklavin verkündet ihm, daß ihre Herrin von größter Liebe zu ihm entbrannt sei.
5. Einige Tage später steht der Soldat vor dem Haus jener Frau, die so sehr in ihn verliebt sein soll.
6. Dort wird er von irgendeinem Sklaven aufgefordert einzutreten:
7. „Meine Herrin will dich, sucht dich, verlangt voller Erwartung nach dir."
8. Aber Sklaven warteten auf ihn, um ihn auf jegliche Art für seinen Hochmut zu bestrafen.
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1. Nachdem Cäsar Gallien erobert hatte, ruhte er nicht.
2. Weil aber Pompeius und viele Senatoren fürchteten, daß Cäsar einen Umsturz gegen die Republik unternehmen (den freien Staat „umstürzen") wollte, verhinderten sie es, daß Cäsar nochmals Konsul sein konnte.
3. Während dies in Rom geschah, zog Cäsar Truppen zusammen.
4. Und als er gehört hatte, daß die Tribunen nichts für ihn erreicht hätten und aus der Stadt (Rom) geflohen seien, schickte er seine Truppen zum Rubikon.
5. Diesen befahl er, dort zu warten, bis er selbst angekommen sei (komme).
6. Als er bei ihnen war, sagte er: „Jetzt können wir noch umkehren (zurückgehen).
7. Aber wenn wir diesen Fluss; überschritten haben, wird alles mit Waffen(gewalt) entschieden werden."
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„Was auch immer du tust, handle klug und bedenke den Wind!" - „Wir sind verloren! Du hast den Wind nicht beachtet."
Lektion 35
Ein Genie wird entdeckt
Protagoras trug als junger Mann Lasten, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Einst begegnete ihm, als er viele Holzscheite trug, die nur von einem kurzen Seil umgeben waren, jener weltberühmte Philosoph Demokrit und sah voll Staunen, wie der junge Mann, obwohl er eine solche Last zu tragen hatte, mit leichtem Schritt daherging.
"Wohin", so fragte er, "trägst du diese Scheite?" Und jener entgegnete: "Ich trage sie nach Abdera, in die Stadt, um mein Leben zu fristen. Ich bin es gewöhnt, fast täglich Holz dorthin zu tragen."
"Und wer hat diese Ladung so sachverständig zusammengestellt? Offensichtlich nämlich läßt sie sich von dir leicht tragen, obwohl sie unhandlich zu sein scheint." "Ich habe sie selbst zusammengestellt, um sie leichter zu tragen." Darauf riet Demokrit dem Protagoras, seine Arbeit, auch wenn er es eilig habe, ein wenig aufzuschieben und sich auszuruhen. "Später", meinte er, "wirst du deine Last lieber tragen. Nun aber berichte, wer du bist und was du treibst!"
Nachdem Protagoras das alles vorgetragen hatte, bat ihn Demokrit, die Scheite, die er hergetragen hatte, auseinanderzunehmen und auf dieselbe Weise neu zu packen.
Als er das gut erledigt hatte, meinte Demokrit: "Hebe diese Scheite da nicht mehr auf! Trag sie nicht weg, wohin du sie tragen wolltest! Auch wenn niemand dich unterwiesen hat, besitzt du meiner Meinung nach eine einzigartige Begabung und derartigen Verstand, dass du zusammen mit mir viel Großes schaffen kannst." So wurde Protagoras selbst von Demokrit weggebracht und erlernte die Philosophie.
Ihm soll später von seinen Schülern eine unglaubliche Menge Geld geboten worden sein, weil er versprach, er könne sie lehren, wie sie in der Debatte die schwächere Sache zur stärkeren machen könnten. Protagoras nämlich war zwar ein umstrittener Philosoph, aber der scharfsinnigste aller Sophisten.
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1. Obwohl Protagoras eine große Last trag, schritt er leicht voran.
2. Obwohl er sich beeilte, die Holzstücke irgendjemandem zu bringen, blieb er ein wenig stehen, als (weil) er von Demokrit angesprochen worden war.
3. Als Demokrit ihn fragte, von wem er es gelernt habe, die Holzstücke so klug (gescheit) zusammenzulegen (aufzuschichten), antwortete er:
4. "Ich verstehe (weiß) dies, obwohl es mich niemand gelehrt hat."
5. Darauf sagte Demokrit: "Obwohl du von niemandem unterrichtet (ausgebildet) worden bist, hast du einen einzigartigen Verstand.
6. Komm mit mir, um deinen Lebensunterhalt auf eine andere Weise zu verdienen."
1.Magnum onus ferens; 2. Ligna alicui afferre properans; Democrito eum appellan-te\ 3. A Democrito rogatus; 4. nullo docente; 5. A nullo doctus tamen; 6. victum alio modo quaesiturus.
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Warum ich dir, Pontilianus, meine Büchlein nicht schicke? Damit du mir, Pontilianus, nicht deine schickst.
Lektion 36
Das Spukhaus
Es gab in Athen ein großes und geräumiges Haus, doch ear es verrufen und lebensgefährlich. In der Stille der Nacht hörte man Klirren von Eisen und Schreie. Bald danach erschien mit trägem Schritt ein Gespenst, ein alter Mann mit schrecklichem Gesicht, der mit den Händen Ketten schwang. Deshalb waren für die Leute, die dieses Haus bewohnten, die Nächte bedrückend und entsetzlich, denn jeder fürchtete um sich, viele konnten, wenn die Angst zunahm, keinen Schlaf mehr finden, und gerade den Schwächsten war der Tod sicher. Daraufhin wurde das Haus aufgegeben und ganz diesem Unwesen überlassen. Da kommt der Philosoph Athenodor nach Athen, hört von jenem Haus, fragt und wird über alles infonniert. Um das Gespenst mit eigenen Augen zu sehen, bleibt er bei Nacht schreibend und lesend im ersten Teil des Hauses.
Am Anfang herrscht nächtliches Schweigen, dann klirrt Eisen, schleifen Ketten. Jener blickt nicht auf, legt den Griffel nicht weg. Danach nimmt das Geklirr des Eisens zu, kommt näher, läßt sich schon wie innerhalb der Schwelle, schon wie im Zimmer vernehmen.
Endlich hebt Athenodor den Kopf und erblickt eben den Alten, von dem er kurz zuvor gehört hat und dessen schrecklichen Anblick er kennt. Der alte Mann stand da und gab mit dem Finger ein Zeichen ähnlich einem, der ruft. Nichtsdestoweniger bedeutet ihm dieser durch eine Handbewegung, er solle ein wenig warten, und schreibt weiter. Jener klirrt über dem Kopf des Schreibenden mit seinen Ketten.
Athenodor bemerkt, daß er das selbe Zeichen wie vorher macht, erhebt sich und geht mit ihm in den Garten hinaus. Dort verläßt der Alte plötzlich seinen Begleiter. Der Verlassene legt bestimmte Kräuter auf die selbe Stelle, wo die Erscheinung verschwand. Am folgenden Tag wendet sich Athenodor an die Behörden und beantragt, dass sie jenen Ort aufgraben lassen. Man findet die Leiche eines Menschen, der anscheinend vor vielen Jahren ermordet wurde!
Allen schien es glaubhaft, daß es der Leichnam desselben Alten sei, der Athenodor erschienen war, und alle waren sich einig, dass, wenn der Tote nach Brauch bestattet sei, das Haus vom Spuk frei sein werde. Das kam auch so. An jenen heldenhaften Philosophen Athenodor aber erinnerten sich die Athener noch lange.
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1. „Warum schläfst du hier, mein Freund?"
2. „In meinem (eigenen) Haus kann ich nicht schlafen."
3. „Komm mit mir nach Hause und erzähle mir, warum du in deinem Haus nicht Schlaf finden kannst!"
4. „Nachts knarrt etwas unter dem Dach meines Hauses, und schreckliche Stimmen sind im ganzen Haus zu hören.
5. Dann gehe ich aus dem Haus und laufe zu Freunden, die nicht weit entfernt wohnen."
6. „Geschieht etwa dasselbe auch in den anderen Häusern?"
7. „Diejenigen, die in den dort gelegenen Häusern wohnen, haben nie von derartigen Dingen erzählt."
8. „Beruhige dich, mein Freund! Ich werde einen (bestimmten) Philosophen rufen, der schon oft die Besitzer von solchen Häusern von ihren Sorgen befreit hat.
9. Auch du wirst gut schlafen, und es wird dich wieder freuen, zu Hause zu bleiben.
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1. Als König Pyrrhus unterwegs war, traf er auf einen Hund, der den Leichnam eines ermordeten Mannes bewachte.
2. Von denjenigen, die vor ihm dorthin gekommen waren, erfuhr er, daß er (der Hund) schon drei Tage ohne Nahrung dort saß.
3. Der König befahl, den Mann zu bestatten und den Hund gut zu versorgen.
4. Wenige Tage später führte er eine Heeresbesichtigung durch; während die Soldaten einzeln an ihm vorübergingen, war auch der Hund da.
5. Während sich dieser bislang ruhig verhalten hatte, sprang er, sobald er die Männer erblickte, die seinen Herrn getötet hatten, voller Wut herbei und bellte sie an.
6. Immer wieder wandte er sich so zu Pyrrhus um, daß nicht nur der König, sondern auch alle anderen Anwesenden jene Männer verdächtigten.
7. Also wurden sie ergriffen und bestraft, weil noch andere Beweise hinzugekommen waren, durch die klar wurde, daß jener bedauernswerte Mann von ihnen getötet worden war.
| 4 |
1. Jede Aufgabe, die irgendein Bürger öffentlich ausübte, wurde Amt genannt.
2. Anfangs Waren die Ämter nicht für alle Römer zugänglich, sondern nur für die Patrizier.
3. Später konnten auch andere Bürger, wenn sie nur ein untadeliges Leben führten (wenn ihr Leben ohne irgendeinen Fehler war), Ehrenämter übernehmen.
4. Fast alle Beamten wurden jährlich gewählt, die Zensoren aber alle vier Jahre.
5. Die Zensoren schätzten das Hab und Gut der römischen Bürger ein und kümmerten sich darum, daß jeder seine Pflichten erfüllte.
6. Besonders achteten sie darauf, daß keiner der Senatoren sich seines Amtes unwürdig erwies.
7. Deshalb wurde kaum (irgend)ein Amt höher geachtet, und niemand mißachtete dessen Entscheidung (Meinung).
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1. Gegen den Mond gewandt, sagst du folgendes: „Neuer Mond, neue Zähne; faule Würmer, verschwindet! Wie dich (sc. den Mond) weder ein Wolf noch ein Hund berühren kann, so soll weder mich noch meinen Kopf irgendein Schmerz berühren!" Danach schreibst du deinen Namen auf ein Blatt und bindest es an deinen Kopf.
2. Liebeszauber: Alimbeu, Columbeu, Petalimbeu, macht die Victoria, welche die Suavulva geboren hat, verliebt, rasend vor Liebe zu mir, und jene soll keinen Schlaf finden, bis sie zu mir kommt, die Lieblichste der (aller) Mädchen.
3. Verfluchung: Ich bitte (wende mich an) dich, der du die Unterwelt beherrschst, ich übergebe dir die Iulia Faustilla, daß du sie recht schnell wegführst und dort in deiner Zahl hast (zu den Deinen rechnest).
1:
1. Es ist überliefert, daß Homer blind war (Homer soll blind gewesen sein); aber wir sehen seine anschauliche Darstellung. 2. Denn welche Gegend, welcher Platz Griechenlands, welche Form von Kampf ist (von Homer) nicht so ausgemalt worden, daß er bewirkt hat, daß wir das, was er selbst nicht gesehen hat, sehen?
2:
1. volunt. Die Dichter wollen entweder nützen oder erfreuen. 2. volentem. Die Göttersprüche führen den, der will, den, der nicht will, reißen sie mit sich fort (schleppen sie weg). 3.fer. Trage mit Gleichmut, was auch immer sich ereignet (alles, was sich ereignet). 4. quicquid. Nicht alles, was uns durch seinen Glanz beeindruckt (gefangennimmt), ist Gold. 5. quaecumque. Alles, was du an anderen tadelst, solltest du auch selbst meiden. 6. vult. Wer auch immer (Jeder, der) die Skylla (ver)meiden will, wird in die Charybdis hineingeraten. 7. malebat. Caligula wollte lieber gefürchtet (werden) als geliebt werden. 8. quemquam. Kaiser Titus soll geschworen haben, daß er eher zugrundegehen werde als daß er irgendeinen von den Bürgern zugrunderichte. 9. noluit. Regulus wollte das den Feinden gegebene Ehrenwort nicht brechen (verletzen).
3:
1. Auch wenn die Kräfte fehlen (sollten): die Kühnheit wird sicher Lob (Ruhm) bringen. In großen Dingen ist es genug, (auch nur/wenigstens) gewollt zu haben. 2. Weil das, was du willst, nicht geschehen kann, solltest du das wollen, was du kannst.
4:
1. spe victoriae oblata: cum spes victoriae oblata esset. Die römischen Soldaten zogen sich, als/weil sich Hoffnung auf einen Sieg bot, nicht zurück, sondern traten tapfer den Feinden entgegen. 2. nuntio cladis Cannensis allato: cum nuntius cladis Cannensis allatus esset. - desperantes: qui/quod desperabant. Nachdem die Nachricht von der Niederlage bei Cannae überbracht worden war, suchten viele Römer, die die Hoffnung auf Rettung des Staates aufgegeben hatten, den Tod. 3. Civitate Romana feminis carente: quod ... civitas carebat/ cum ... careret; dolo adhibito: cum dolum adhibuissent. Als (Weil) der römische Staat keine Frauen hatte, entführten die Römer dadurch, daß sie eine List anwendeten, die jungen Mädchen der Sabiner in ihre Häuser. 4. Saguntini ... ab Hannibale oppugnati: Saguntini... cum oppugnarentur/quod... oppugnabantur. Weil (Als) die Saguntiner, die Bundesgenossen der Römer, von Hannibal belagert wurden, baten sie die Römer, ihnen Hilfe zu bringen. Die Römer aber brachten ihnen zu spät Hilfe.
5:
Ohne Bindevokal: fero, fers,fert, fertis, fer, ferte,ferto,fertote.
6:
1. Wir bringen den Freunden Hilfe. 2. Du trägst Holz in den Wald. 3. Mir bietet sich eine Gelegenheit. 4. Lykurg schuf (brachte ein) die Gesetze der Spartaner. 5. Äneas wurde durch einen Sturm an die Küste Afrikas verschlagen.
7:
1. cum mit Konj. Cicero, der aus dem Exil nach Rom zurückkehrte, wurde von einer ungeheuren Menge von Bürgern begrüßt, obwohl er lange Zeit von der Stadt weggewesen war. 2. cum mit Konj. Cäsar soll gerufen haben: „Der Würfel ist gefallen!", als er im Begriff war, den Rubikon zu überschreiten. 3. postquam/ si Nachdem Alexander von seinen Freunden gefragt worden war: „Wirst nicht auch du in Olympia kämpfen?", antwortete er: „Ich würde kämpfen, wenn dort Könige mit Königen kämpften".
8:
1. cum 2. quamvis 3. postquam 4. simulatque 5. ubi; cum.
1. Caligula sagte, daß er die Lasten sowohl eines Kaisers als auch eines Vaters weder tragen könne noch wolle, als ihm eine Tochter geboren wurde. 2. Aber er schenkte auch gern einige Tage hindurch dem Volk Geld, obwohl der römische Staat sich in einer drückenden Notlage befand (von großer Not bedrückt wurde). 3. Man sagt, Caligula habe ungefähr folgendes gerufen: „Denke daran, daß mir alles gegenüber allen erlaubt ist", nachdem er von seiner Großmutter Antonia streng ermahnt worden war. 4. „Wenn doch das römische Volk (nur) einen einzigen Hals hätte", pflegte Caligula zu sagen, sobald ihm in den Sinn kam, von wie feindlicher Gesinnung gegen ihn das römische Volk war. 5. Sobald er seine Frau erblickte, sagte Caligula: „Auch ein so schöner Nacken wird mit dem Schwert abgeschlagen werden, wenn ich es befehle".
9:
Lösungen (von oben beginnend im Uhrzeigersinn): Hilfe wird gebracht werden; du bringst; du solltest bringen; du brachtest; er/sie/es brachte; du wirst bringen; wird gebracht; sie haben gebracht; ist gebracht worden/wurde gebracht; bring(e); als gebracht worden war; du würdest bringen; war gebracht worden; er/sie/es hätte gebracht; sie hatten gebracht.
10:
1. Wollen wir hoffen (laßt uns hoffen), was wir wollen, aber laßt uns tragen, was sich ereignet (was passiert). 2. Während (Indem/ Dadurch, daß) die Menschen lehren, lernen sie. 3. Nicht wollend, (aber doch unfreiwillig) wollend. (Sinn: Manchmal muß man Dinge „wollen", die man eigentlich gar nicht will). 4. Man sagt, daß der Kranke Hoffnung hat, solange er Atem hat. 5. Es gibt nichts, was ich lieber wollte als daß ich angenehm (beliebt) bin und (auch) dafür gehalten werde.
11:
Gliedsatz vorzeitig: 1, 2.
Gliedsatz nachzeitig: 3, 5.
Gliedsatz gleichzeitig: 4.
1. Als Scipio sich vorbereitet hatte, mit Hannibal um den Sieg zu kämpfen, faßten in Rom alle neue Hoffnung. 2. Sobald Scipio den Hannibal besiegt hatte, freuten sich fast alle Römer. 3. In Rom warteten alle (solange), bis Scipio als Sieger in die Stadt zurückkehrte. 4. Als die Karthager ohne Führer waren (Hannibal war nämlich besiegt), waren die Römer frei von Gefahren. 5. Hannibal floh aus Afrika, bevor die Römer Karthago zerstörten.
12:
1. Sobald der junge Mann jene erblickt hatte, überlegte er folgendes bei sich: 2. „Diese Gelegenheit, die sich mir anbietet, werde ich nicht vorübergehen lassen; ich werde dem Mädchen, auch wenn sie es (das) nicht will (wollen wird), einen Kuß geben". 3. Nachdem er das Mädchen gefragt hatte, woher sie sei, traf es sich für den jungen Mann gut, daß ihm fast alle Männer und Frauen dieses Dorfes bekannt waren. 4. „Kennst du zufällig die Tochter des Septimius?". 5. „Sicher, denn wir sind Nachbarinnen. Willst du mir irgendetwas übergeben, damit ich es der Freundin (zurück)bringe?" 6. Ich möchte, daß du jenen Kuß, den ich dir gebe(n werde), deiner Freundin (über)gibst". 7. „Auch wenn ich gern tue, was auch immer du willst, wird es dennoch besser sein, wenn du jenen Kuß meinem Esel gibst; jener nämlich wird (schon) im Dorf sein, bevor ich meinen Weg beendet habe". 8. Scheint jenes Mädchen nicht klug gewesen zu sein?
13:
ingenium ist keine Konjunktion; demonstra ist kein Nominativ Singular eines Substantivs der a- Deklination; sermonum ist Genitiv Plural, nicht Akkusativ Singular wie die anderen Wörter; spe ist kein Imperativ; origo ist kein Ablativ.
Lektion 37
Ein grauenvoller Ort
Germanicus schickt(e) den Legaten Caecina mit vierzig römischen Kohorten durch das Land der Brukterer an den Fluß Ems; die Reiter führt(e) der Präfekt Pedo; er selbst verlud vier Legionen auf Schiffe und transportierte sie über die Seen.
Nachdem die Brukterer zersprengt waren, fand er unter der Beute den Adler der neunzehnten Legion der mit Varus verlorengegangen war. Darauf wurde das Heer zu den entferntesten Brukterern geführt, nicht weit vom Teutoburger Wald, wo das tapferste Heer von allen durch Hinterlist der Feinde umzingelt und niedergemacht worden war, weil den Soldaten weder eine Gelegenheit zum Kampf noch zur Flucht gegeben worden war. Germanicus aber überkam das Verlangen, nachzuforschen, wo die Gebeine des Varus und der drei Legionen lägen, und den Soldaten sowie ihrem Führer die letzte Ehre zu erweisen.
Nachdem Caecina zum Erkunden vorausgeschickt worden war, betrat Germanicus die traurige und durch ihren Anblick und die Erinnerung entsetzliche Gegend. Mitten in der Ebene waren die bleichen Gebeine der Soldaten verstreut, wie sie geflohen waren, wie sie im Kampf Widerstand geleistet hatten. Dabei lagen zerbrochene Waffen und Pferdegerippe, an den Bäumen aber waren Menschenschädel angenagelt.
Als die Soldaten, um nachzuforschen, den nahen Wald betraten, wurden die Altäre der Barbaren gefunden, an denen die Tribunen und Zenturionen hingeschlachtet worden waren. Es gab im Heer einige, die sich durch die Flucht aus jener Niederlage gerettet hatten. Diese berichteten, hier seien die Legaten gefallen, dort die Legionsadler erbeutet worden; manche erinnerten sich, wo Varus die erste, wo er die zweite Wunde empfangen und wo er von eigener Hand den Tod gefunden hatte. So deckte also das römische Heer im sechsten Jahr nach der bitteren Niederlage die Überreste von drei Legionen mit Erde, und Germanicus, der begierig war, die Erinnerung an die Erschlagenen zu bewahren, legte das erste Rasenstück.
Dieses Verhalten missbilligte Tiberins und tadelte Germanicus, da er glaubte, die Stärke des Heeres sei geschwächt worden bei der Bestattung von so vielen tausend Menschen.
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753: sagenhafte Gründung Roms (s. 14i), 44: Ermordung Cäsars (s. 11i), 216: Schlacht bei Cannae (s. 20i), 1184: Zerstörung Trojas (s. 14i), 146: Zerstörung Korinths und Karthagos (s. 21i).
Übersetzung S. 207 oben:
die Begierde zu haben - Geld zu haben - möglichst viel Geld zu haben. Zu sehen - etwas zu sehen - etwas Angenehmes zu sehen. Der Plan auszuwandern - in ein anderes Land auszuwandern - Italien zu verlassen. Die Schnelligkeit im (beim) Reden - auf Fragen zu antworten - beim Antworten und Handeln. Die Möglichkeit (Fähigkeit) des Sprechens (zu sprechen) -. gut zu sprechen (reden) - zum Hierbleiben oder zum raschen Gehen - zur Erkenntnis. Die Gelegenheit zum Sieg(en) - sich selbst zu besiegen - nach Griechenland zu fahren - die Freunde um Rat zu fragen. Die Art und Weise zu schreiben und zu denken - zu leben (des Lebens) - glücklich zu leben (eines glücklichen Lebens). Die Art und Weise, die beim Sprechen angewandt worden ist. Zeit zum Reden (zu reden) - (sich) aufzuhalten - lange zu verweilen (eines langen Aufenthaltes) - der Rede ein Ende zu machen (die Rede zu beenden). Hoffnung auf Rückkehr (zurückzukehren) - auf baldige Rückkehr (bald zurückzukehren) - auf baldige Rückkehr in die Heimat (bald in die Heimat zurückzukehren).
Übersetzung S. 208 unten:
Durch die Lektüre eines Buches - durch die Lektüre eines Buches - zur Lektüre von Büchern - Gesandte schicken, um Frieden zu erbitten - Gesandte schicken wegen des Abschlusses eines Friedens- und Freundschafts(pakts) - die Möglichkeit, eine Sache gut auszuführen - beim Fassen von Beschlüssen - um Hilfe zu leisten - zur Beschlußfassung - um Anstrengung zu ertragen - um Gewalt zu ertragen - um Unglücksfälle zu ertragen - bei der Vollendung einer Brücke.
1. Ich bemühe mich, einen Brief zu schreiben. 2. Um einen Brief zu schreiben, sitze ich hier. 3. Die Möglichkeit, Bücher zu lesen, ist mir angenehm. 4. Durch die Verteidigung von Freunden (Dadurch, daß du Freunde verteidigst), wirst du dir großen Ruhm erwerben. 5. Der Plan, Italien aufzusuchen, wurde gebilligt. 6. Jetzt ist Gelegenheit, gute (große) Taten zu vollbringen.
1:
1. Nichts ist beim Reden wichtiger, als daß der Zuhörer dem Redner gewogen ist.t. 2. Gib dem nach, der sich sträubt; durch Nachgeben (Nachgiebigkeit) wirst du als Sieger weggehen. 3. Cäsar erwarb sich durch Geben und Helfen Ruhm, Ceto dadurch, daß er nichts verschenkte.
2:
1. novae urbis condendae oder condendi novam urbem. Schon lange schien Nero den Ruhm der Gründung einer neuen Stadt zu suchen. 2. urbis delendae oder urbem delendi. Deshalb vermutete das Volk nach dem Brand, daß Nero selbst den Plan gefaßt habe, die Stadt zu zerstören. 3. rumoris opprimendi causa. Um das Gerücht zu unterdrücken, klagte Nero die Christen wegen jenes Verbrechens an und ließ viele von ihnen auf sehr grausame Weise töten. 4. urbis Romae renovandae oder urbem Romam renovandi. Später faßte Nero den Plan, die Stadt Rom zu erneuern. 5. onera nonferenda. Das Volk aber mußte unerträgliche Lasten tragen. 6. tempus opera perficiendi oder tempus operum perficiendorum. Deshalb wurden Belohnungen ausgesetzt und die Zeit zur Vollendung der Bauwerke wurde begrenzt. 7. rerum bene gerendarum oder res bene gerendi. In der Tat ließen die Bürger die Gelegenheit nicht vorbeigehen, große Dinge zu schaffen.
3:
1. Im Jahre 64 (n. Chr.) brannte die Stadt Rom. 2. Dieses Unglück war schwerer und schrecklicher als alle (Unglücksfälle), die dieser Staat durch die Gewalt der Feuersbrünste zustießen. 3. Nero, der sich im Atrium aufgehalten hatte, kehrte nicht früher in die Stadt zurück, als bis sich das Feuer seinem eigenen Haus näherte. 4. Das Volk aber vermutete, daß ihm dieses Unglück durch die Schuld Neros zugestoßen sei und wurde deshalb von heftigem Zorn gepackt. 5. Daraufhin öffnete Nero dem Volk, das sich entrüstete, seine eigenen Gärten und ließ Behelfsgebäude errichten. 6. Man hörte auch Stimmen (von Leuten), die sich darüber entrüsteten, daß Nero das Feuer geplant habe und in Erinnerung an das Ende Trojas von einem hohen Turm aus die brennende Stadt betrachtet habe. 7. Weil die Bürger aber fürchteten, daß das Feuer wieder ausbreche, verließen sie die Stadt. 8. Nero allerdings, der dem unglücklichen einfachen Volk eine große Menge Geld gespendet hatte, befahl, daß die Stadt so schnell wie möglich erneuert werde. 9. Zugleich baute er für sich jenes berühmte „Goldene Haus"; und in der Tat war kein Gebäude schöner als jenes Haus Neros.
4:
XV XVIII XXVIIC XXXIII XXIX CCCXCVIII MCMI MMM
5:
M: Was willst du über die Stadt Rom wissen?
H: Ich will wissen, wieviele Aquädukte es in Rom gegeben hat.
M: Es waren 11, andere aber glauben, daß es 14 gewesen seien (sind).
H: In welchem Jahre ist der erste Aquädukt erbaut worden?
M: Im Jahr 441 nach Gründung der Stadt hat Appius Claudius Caecus die Aqua Claudia erbaut, weil er die Bevölkerung reichlich mit Wasser versorgen (der Bürgerschaft eine Menge Wasser geben) wollte.
H: Ich möchte hören, wie lang dieser Aquädukt gewesen ist.
M: Ungefähr 60 Meilen.
H: Und wie viele Gebäude gab es in Rom?
M: In Rom gab es 1797 Häuser, in denen die Reichen wohnten, (und) 6602 Wohnblöcke, in denen das einfache Volk wohnte.
6:
1. Ich halte mich bei dir auf, um zu gratulieren. 2. Sei nicht entrüstet über das kleine Geschenk. 3. Ich habe versucht, dir nichts Großes, aber, wie ich hoffe, Angenehmes zu schenken. 4. Ich hoffe sehr, daß ich durch meine Gabe dich erfreuen werde, ich hoffe, daß ich Angenehmes geschenkt habe. 5. Denn ich habe nicht die Möglichkeit, Großes zu schenken. 6. Trotzdem habe ich alles unternommen, und ich werde es immer unternehmen, daß ich dein Freund (in deiner Freundschaft) bleibe. 7. Aber jetzt will ich dich nicht länger aufhalten; ich wünsche, daß du dich gern an mich erinnerst. Lebe wohl!
7:
1. Wer hat (hätte) nicht gehört, daß der Dichter Ovid seinen Altersgenossen dadurch überlegen war, daß er sehr schöne Verse mit größter Leichtigkeit (sehr leicht) schrieb. 2. Nicht einmal sein Vater konnte den jungen Mann dazu veranlassen, nützlichere Dinge zu vollbringen, obwohl er durch häufige Ermahnungen und durch die Prophezeiung eines bösen (schlimmen) Schicksals ihn immer wieder zu überzeugen versuchte. 3. „Gib dich nicht damit ab, keineswegs nützliche Dinge (unnützes Zeug) zu treiben. 4. Du solltest dich um die Erfüllung deiner Pflichten bemühen. 5. Ich wollte, du würdest es nicht unternehmen, Verse zu schmieden. 6. Wenn du weitermachst, Verse zu schreiben, wirst du dir die Ehren, die man anstreben muß, nicht verschaffen". 7. Trotzdem erwarb sich Ovid durch seine Verse so großen Ruhm, daß seine Werke, in denen unter anderem Vorschriften (Anweisungen) für das Komplimentemachen, für das Küssen und für das Lieben dargestellt werden (in denen ... vor Augen gestellt werden), immer noch sehr gerne gelesen werden. 8. Aber es ist wahrscheinlich, daß dem Kaiser Augustus die Gedichte Ovids nicht gefielen, weil sie geeignet erschienen, die Sitten zu verderben. 9. Deshalb wurde Ovid aus Rom verbannt.
Aufgaben zum Text:
Quis non audivit Ovidium poetam praestitisse
Subj. Präd. AcI
b) dadurch, daß er sehr schöne Verse schrieb, oder durch das Schreiben sehr schöner Verse.
c) saepe monendo: durch häufige Ermahnung oder: dadurch, daß er ihn oft ermahnte. Entsprechend: durch Androhung eines schlimmen Geschicks oder: dadurch, daß er ihm ein schlimmes Schicksal voraussagte.
d) verneinter Befehl (ne und Konjunktiv Perfekt).
e) Anweisungen, wie man Komplimente macht.
f) Adverbiale: Satz l (scribendo), Satz 2 (ad res ... perficiendas) (monendo) (augurando), Satz 8 (ad corrumpendos mores), Objekt: Satz 3 (rebus ...perficiendis), Satz 4 (officiis explendis), Attribut: Satz 6 (honores petendos), Satz 7 (blandiendi) (amandi).
8:
Jemand antwortete auf die Frage, wie es komme, daß, wo doch die Kunst zu befehlen bei weitem die schwierigste (Kunst) von allen sei, trotzdem alle zu befehlen wünschten: „Das geschieht aus dem Grund, weil die, die nicht zu befehlen wissen, für dumm gehalten werden, es aber niemanden gibt, der sich selbst dumm vorkommt."
9:
cupiditas largiendi - largiendo - largitur - largitus/-a est- si largiti/-ae eritis - largientes - largiaris - largirentur -largiti/-ae essemus - si largitus/-a eris - largiemur - largior.
10:
bello confecto: nach Beendigung des Krieges - als/nachdem/weil der Krieg beendet (worden) war - als ... sie den Krieg beendet hatten. - hac re nuntiata: nach/wegen/trotz der Bekanntgabe dieses Ereignisses - als/nachdem/weil/obwohl dieses Ereignis gemeldet (worden) war ... als er/sie ... gemeldet hatte(n). - his rebus cognitis: aufgrund dieser Informationen/nachdem diese Ereignisse zur Kenntnis genommen waren - nachdem er/sie ... erfahren hatte(n). - quo nuntio accepto: nach Empfang dieser Nachricht - als/nachdem/obwohl/weil er/sie diese Nachricht erhalten hatte(n), - his litteris datis et acceptis: durch die Absendung und den Empfang dieses Briefes/wegen der Absendung ..., - als/nachdem/weil/obwohl der Brief geschrieben/abgesandt und in die Hand des Empfängers gelangt (empfangen worden) war. - litteris lectis: nach der Lektüre des Briefes - als/nachdem/weil er/sie den Brief gelesen hatte(n). - magnis praemiis acceptis: nach dem Empfang/wegen des Empfangs großer Belohnungen - nachdem/weil er/sie große Belohnungen erhalten hatte(n). - rebus bene gestis: Wegen/nach Vollendung großer Taten - weil/nachdem/als er/sie große Taten vollendet hatte(n). - regno occupato: nach Übernahme der Herrschaft - als/nachdem/weil/obwohl er/sie das Königreich in Besitz genommen hatte. - dolo adhibito: durch/nach/wegen/trotz Anwendung einer List - dadurch, daß/nachdem/weil/obwohl er/sie eine List angewandt hatte(n). - omni spe abiecta: nach dem Verlust/wegen des Verlustes jeder Hoffnung/ als/nachdem/weil/obwohl er/sie jede Hoffnung verloren hatte(n). - misso senatu: nach Entlassung des Senats - nachdem der Senat entlassen (worden) war - nachdem er/sie den Senat entlassen hatte(n). - deliberata re: nach Überdenken der Angelegenheit - nachdem er/sie die Sache überlegt hatte(n).
11:
Lösung: 1B, 2D, 3A, 4C.
1. Wohin werden wir in den Ferien fahren (gehen)? Bei der Auswahl des Ortes muß nämlich Zeit und Sorgfalt aufgewendet werden. 2. Ergibt sich denn in den Ferien nicht die Möglichkeit, seine Gesundheit wiederherzustellen? 3. Sicher. Sind aber denn Vater und Mutter nicht sehr daran interessiert, sich fortzubilden (den Geist zu üben) und sich mit Kunst zu beschäftigen (die Künste zu pflegen)? 4. Endlich fassen alle einstimmig den Plan, Italien aufzusuchen.
Lektion 38
Eine bemerkenswerte Frau
Während Germanicus sich noch in Germanien aufhielt, verkündete das Gerücht, das gewöhnlich alles größer macht, das Heer sei umzingelt worden; die meisten Soldaten, so hieß es, seien erschlagen und nur noch wenige übrig; es sah also danach aus, als hätte man eine Niederlage, schwerer als die Niederlage von Cannae, erlitten. Schon fürchteten die Menschen in größter Bestürzung, die Germanen würden in bedrohlichem Zug auf Gallien losmarschieren, schon versuchten sie, die im Rhein errichtete Brücke abzubrechen. Und tatsächlich wäre die Brücke zerstört worden, wenn nicht Agrippina, die Frau des Germanicus, die schlimmste Tat verhindert hätte. Denn diese Frau, die tapferer war als die meisten Männer, erfüllte während dieser Tage die Aufgaben seines Feldherrn aufs beste: sie mahnte die Verstörten, erbarmte sich der Bedürftigen dadurch, dass sie Geld gab und verteilte unter die Soldaten, wenn einer von ihnen mittellos oder verwundet war, Kleidung und Verbandzeug.
C. Plinius der Ältere, der Schriftsteller der Germanenkriege, berichtet, sie sei an der Brücke gestanden und habe den heimkehrenden Legionen gedankt.
Dass Tiberius dies übel nahm, ist hinreichend bekannt. Denn da er stets lieber das Schlechtere als das Bessere glauben wollte und vor dem Geringfügigsten Angst hatte, vermutete er, Agrippina wolle sich auf diese Weise die Zuneigung der Soldaten gewinnen und könne es auch ganz leicht. Er erinnerte sich auch, dass von ihr eine Meuterei niedergeschlagen worden sei, und ärgerte sich darüber, dass sie ihren Sohn im Lager herumtrug und darauf Wert legte, das man ihn Cäsar Caligula nannte. Daher drang Tiberius, der Germanicus schon in zahlreichen Briefen ermahnt hatte, nicht mehr Zeit zu verlieren und die Gelegenheit zur Feier eines Triumphs nicht verstreichen zu lassen, schließlich energischer darauf, dass er nach Rom zurückkehrte.
Auch Gemanicus, der schon dabei war, neue Feldzüge zu planen, blieb nicht länger in Germanien, obwohl er einsah, dass er aus Gehässigkeit nach Italien zurückbeordert wurde.
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Lektion 39
...vieles ist dort anders!
Um den Ackerbau bemühen sich die Germanen nicht, und der größte Teil ihrer Nahrung besteht aus Milch, Käse und Fleisch. Auch hat niemand eine bestimmte Menge Land oder eigenen Grundbesitz; vielmehr weisen die Würdenträger und Häuptlinge für je ein Jahr ihren Stämmen die Felder zur Bestellung zu und zwingen sie im Jahr darauf, sich anderswohin zu begeben.
Für diese Sache führen sie zahlreiche Gründe an: Damit nicht das Bestreben, Krieg zu führen, verringert werde; damit sie nicht danach trachteten, ausgedehnten Grundbesitz zu erwerben und damit nicht die Mächtigeren die Niedrigeren von ihren Feldern vertrieben; damit sie nicht ihre Häuser zu sorgsam bauten, um Kälte und Hitze zu meiden; damit kein Verlangen Geld zu besitzen entstehe, da ein jeder sehen könne, dass sein Vermögen mit den Mächtigsten gleich sei.
Es ist für die Stämme der höchste Ruhm, dass sie möglichst weit um sich, weil das Gebiet verwüstet ist, menschenleere Einöden haben. Zugleich glauben sie, auf diese Weise sicherer zu sein.
Raubzüge bringen niemandem Schande, sofern sie außerhalb des jeweiligen Stammesgebiets erfolgen, und sie behaupten, sie fänden statt, um die Jugend zu üben und das Nichtstun zu verringern. Und sobald einer von den Häuptlingen in der Versammlung erklärt, er wolle der Anführer sein in dem Krieg, der geführt werden solle, versprechen diejenigen ihre Hilfe, die begierig sind, sich Ruhm oder Beute zu erwerben, und werden von der Menge gelobt.
Die aber, die lieber daheim bleiben wollen, werden getadelt und verachtet.
Einen Gast zu verletzen, halten sie nicht für statthaft nach göttlichem Gebot; die, die aus welchem Grund auch immer, zu ihnen kommen, beschützen sie vor Unrecht und halten sie für unverletzlich; diesen stehen alle Häuser offen, und man teilt seinen Lebensunterhalt mit ihnen.
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1. Viele hielten die Begabung Cäsars für ausgezeichnet. 2. Der Gastgeber versprach ein hervorragendes Mahl. 3. Ihr werdet versuchen, euren Fleiß unter Beweis zu stellen. 4. An die besten Schriftsteller erinnern wir uns immer. 5. Warum hast du die Schüler nicht einzeln ermahnt? 6. Fürchtet nicht die Schande! 7. Germanicus blieb sehr viele Tage in diesem Gebiet 8. Ihr habt den Bedürftigen viel geschenkt.
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1. Cäsar unternahm viel, um das Gebiet der Germanen zu verwüsten, und entschloß sich, sein Heer in diese Gebiete zu führen.
2. Er war nämlich über die Frechheit der Germanen empört, die, um Krieg zu führen, keine Gelegenheit hatten vorübergehen lassen, die Bundesgenossen zu beleidigen.
3. Deshalb plante er, eine Brücke über den Rhein bauen zu lassen.
4. Zuerst sagte er den Zenturionen, warum eine Brücke zur Überquerung des Flusses besser (geeigneter) sei als Schiffe.
5. Dann rief er die Soldaten zusammen und forderte sie auf, Mühen auf sich zu nehmen:
6. „Haltet euch nicht zu lange mit der Beschaffung des Baumaterials auf! Denn jetzt ist es nötig, schnell zu handeln!"
7. Die Soldaten waren nur zehn Tage mit der Errichtung der Brücke beschäftigt.
8. Als die Brücke fertig war, schickten mehrere Stämme der Germanen Gesandte, um Freundschaft zu erbitten.
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1. Gesandte wurden geschickt, um Frieden zu schließen. 2. Viele Menschen waren zusammengekommen, um den Kaiser zu hören. 3. Cäsar zeigte sich nachsichtig (mild) beim Bestrafen der Feinde. 4. Der Vater schickte seinen Sohn zur Erziehung (Ausbildung) nach Rom. 5. Der Feldherr ließ den Feinden keine Zeit, zu den Waffen zu greifen.
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„So lange (schon) wird Germanien besiegt". (Tacitus Germ. 37,2); links: Imperator Caesar Domitianus Augustus Germanicus consul XI censor perpetuo pater patriae. (Domitian, 81 - 96 n. Chr.) Sesterz aus Messing, Rom 85 n. Chr. - Auf der nicht abgebildeten Rückseite der Münze: sitzende Germania, gefesselter, stehender Germane, dazwischen eine Trophäe mit sechseckigen Schilden, zu Füßen der beiden verschiedene Waffen. Umschrift: GERMANIA CAPTA - rechts: Marcus Antoninus Augustus tribunicia potestate XXVII. (= Marcus Aurelius, 161 -180 n. Chr.) Sesterz aus Messing, Rom 172/173 n. Chr.
Lektion 40
Germania Romana
Weihung für Fortuna
Der heiligen Göttin Fortuna haben das vor Alter eingestürzte Badehaus die Kundschafter und Offiziere der Brittonen aus eigenen Mitteln neu errichtet, wobei Titus Flavius Romanus, der Zenturio der 22. Legion, der Allerersten, Gewissenhaften und Treuen, Aufsicht führte. Am 13. August, unter dem Konsulat des Lupus und des Maximus.
Entlassungsurkunde
Der Kaiser Trajanus Hadrianus Augustus Cäsar, Sohn des vergöttlichten Trajanus, des Siegers über die Parther, und Enkel des vergöttlichten Nerva, der oberste Priester, im 18. Jahr seiner tribunizischen Amtsgewalt und in seinem 3. Konsulat, der Vater des Vaterlands, hat den Reitern und Infanteristen, die in der 1. Reiterabteilung und 15 Kohorten gedient, ihre 25 Dienstjahre abgeleistet haben und ehrenvoll entlassen sind (ihre Namen werden weiter unten aufgeführt), für ihre eigene Person, ihre Kinder und Nachkommen das Bürgerrecht verliehen sowie die vollgültige Ehe mit den Frauen, die sie damals hatten, als ihnen das Bürgerrecht verliehen wurde, bzw., wenn welche noch unverheiratet sein sollten, mit denen, die sie später heirateten, natürlich jeder nur eine. Am 15. Oktober unter dem Konsulat des Publius Licinius Pansa und des Lucius Attius Macer.
Grabschrift
Den Totengöttern. Lucius Aemilius, der Sohn des Lucius, aus der Tribus Claudia Crescens, ein Kölner, Soldat der 23. Legion, der Zwillingsschwester, Mars-Beschützten, Siegreichen, aus der Zentune des Valenus Bassus, verstorben im Alter von 33 Jahren, nach 13 Dienstjahren. L. Aemilius Mansuetus und L. Aemilius Albanus seine Brüder und Erben, haben dieses Grabmal errichten lassen.
Dankbare Schüler
Um die Erinnerung zu bewahren und lebendig zu halten an ihre Lehrer und Väter Justinian... und Nykteros haben Concordius und Hemenus, die staatlichen Opferschauer der Stadt Trier, diesen Denkstein errichtet.Ermordet!
Iucundus, der Freigelassene des Mareus Terentius, ein Viehzüchter.
Wer immer dies im Vorbeigehen liest: Wanderer, bleib stehen und sieh, wie ich unwürdig dahingerafft vergeblich klage. Ich konnte nicht länger leben als 30 Jahre, denn ein Sklave entriss mir das Leben und stürzte sich selbst in den Strom. Ihm nahm der Main, was er dem Herin entriss.
Der ehemalige Herr (des Freigelassenen) hat aus eigenen Mitteln diesen Stein aufstellen lassen.
Ein Felsbild für Mithras
Dem unbesiegbaren Gott Mithras den gebärenden Felsen: Senilius Carantinus, ein Bürger aus dem Stamm der Mediomatriker, hat sein Gelübde froh und willig, wie es sich gehört, eingelöst.
Soldat und Christ
Hier liegt Emeterius, ein Zenturio aus der Zahl der Nichtrömer, der fünfzig Jahre lebte und mehr oder weniger 25 Jahre diente.
Gott dem Herrn ergeben.
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"Dem besten, größten Jupiter und der Königin Juno hat Lucius Petronius Tertius, Zenturio der 1. Germanischen Kohorte, nach einem Gelübde für sich und die Seinen (diesen Altar) fröhlich und freudig nach Gebühr errichtet."
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Lektion 41
Vom Saulus zum Paulus
Wer weiss nicht, dass ich von Jugend an die Gesetze und Gepflogenheiten meines Volkes befolgt und das Leben der Pharisäer geführt habe? Stets nämlich trachtete ich danach, Weisheit und Gerechtigkeit hochzuhalten und Frevler zu bestrafen. Aus diesem Grund war ich auch wütend auf die, ich trachtete ihnen sogar nach dem Leben, deren Lehre die Juden eine Irrlehre nennen.
Ich jedenfalls hielt es für richtig, viel gegen den Namen des Jesus von Nazareth ins Werk zu setzen, und als ich in die Stadt Jerusalem kam, machte ich viele von den Heiligen (= den ersten Christen), die ich fassen konnte, zu Angeklagten und schloß sie in Kerkern ein; dort mußten sie großes Leid ertragen und kamen jämmerlich ums Leben. Wie sehr mich diese Sache nun beschämt und reut, dafür ist Gott mein Zeuge. Später begann ich, die Christen, um sie aufzuspüren und um sie verurteilen zu lassen, bis in andere Städte zu verfolgen, doch als ich nach Damaskus aufgebrochen war, sah ich, nicht viele Meilen von der Stadt entfernt am Mittag, wie mich und die, die mir folgen, auf der Straße vom Himmel Licht umstrahlte. Und als wir alle zu Boden gestürzt waren, hörte ich eine Stimme sprechen: "Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich?"
Verwundert über ein solches Wort fragte ich: "Herr, wer bist du?" Der Herr aber sprach: "Ich bin Jesus, den du verfolgst. Doch erhebe dich, denn ich werde dich zu meinem Diener machen!"
Seit dieser Zeit nenne ich mich Paulus und befolge Christi Lehre und werde niemals einen Sturz und jenen Tag vergessen, an dem Christus selbst mit mir gesprochen hat."
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1. Der Heilige Georg kam eines Tages zu einem See, wo er ein gefesseltes Mädchen sah, das sehr weinte.
2. Als er das Mädchen sah, fragte er, warum es weinte.
3. Und jene sagte: „Guter Mann, besteige schnell dein Pferd und fliehe, damit du nicht mit mir sterben mußt!"
4. Georg sprach zu Ihr: „ Fürchte dich nicht, Tochter, sondern sage mir, warum du hier bist, während das ganze Volk zuschaut."
5. Da erklärte jene ihm die ganze Angelegenheit.
6. „Ein grausamer Drache lebt in diesem See, der alle tötet.
7. Durch ein hartes Los werden täglich je ein Sohn und eine Tochter dem Drachen gegeben, um seine Gewalt und seine Überfälle abzuwehren."
8. Da sagte Georg: „Fürchte dich nicht! Mit Christi Hilfe werde ich dich retten."
9. Während er dies sagte, hob der Drache seinen Kopf aus dem See.
10. Da bestieg Georg sein Pferd, griff den Drachen, der auf ihn losging, tapfer an, verwundete das Ungeheuer schwer und überwältigte es ganz.
11. Nachdem der König und das ganze Volk getauft waren, tötete der Heilige Georg den Drachen.
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Vater unser, der du bist in den Himmeln (im Himmel), geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, so wie im Himmel auch auf der Erde (wie im Himmel also auch auf Erden). Gib uns unser tägliches Brot (Unser tägliches Brot gib uns) heute, und erlasse (vergib) uns unsere Schuld(en), so wie auch wir (sie) unseren Schuldnern erlassen (so wie auch wir vergeben unseren Schuldigern), und führe uns nicht in Versuchung, sondern befreie uns von dem Übel. Amen.
Lektion 42
Quo vadis?
Die meisten der Glaubensbrüder baten Petrus, er solle für sich sorgen und aus Rom weggehen; er aber erwiderte: Es gehört sich nicht für einen wahren Christen, das Leben so hoch zu schätzen, dass er, ohne an das Leiden unseres Herrn zu denken, vor dem Leiden flieht."
Sie aber flehten ihn unter vielen Tränen an und sprachen: "Sei unser eingedenk, Vater, und an den Teil der Jüngeren, die noch zu wenig Glaubensstärke haben. Ihnen allen liegt viel daran, dass du gesund bleibst. Daher begib dich auf die Flucht, damit du nicht umkommst!"
Auch die Gefängniswärter, die ihre Pflicht reute, ermahnten ihn sehr: "Herr, geh, wohin du willst, weil wir glauben, dass der Kaiser dich bereits vergessen hat. Doch jener höchst ungerechte Agrippa, dessen Frau du mit dem Verlangen nach einem keuschen Leben erfüllt hast, arbeitet aus Liebe zu seiner Frau und aus Hass gegen dich einzig darauf hin, dass du zum Tode verurteilt und hingerichtet wirst."
Als Petrus, ein Mann von höchstem Erbarmen, schließlich einsah, wie viel den Brüdern daran lag, dass er lebte, versprach er, sich in der nächsten Nacht früh genug auf den Weg zu machen.
"Keiner von euch", sprach er, "soll mit mir kommen, damit es nicht so aussieht, als wisse er von meiner Flucht!" Er ermahnte die Brüder, seiner zu gedenken und den Mut nicht sinken zu lassen; dann verließ er den Kerker.
Sobald er aber aus dem Stadttor getreten war, sah er, dass Christus ihm entgegenkam und fragte:
"Herr, wohin gehst du?" Der aber: "Ich komme nach Rom, damit ich zum zweiten Mal gekreuzigt werde, weil du pflichtvergessen fliehst." Sogleich kehrte Petrus nach Rom zurück, wo er wegen Majestätsbeleidigung verurteilt wurde und das Martyrium erlitt.
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1. Zur selben Zeit mühte sich Maximus aus Noricum, vom Glauben angetrieben, mitten im Winter zum seligen Severin in gewaltiger Kühnheit zu kommen, nachdem er sich einige Begleiter beschafft hatte, um Kleidung, die die Bürger gesammelt hatten, zum Nutzen von Gefangenen und Bedürftigen zu transportieren.
2. Also gelangten sie nach dem Aufbruch zu den Berggipfeln, wo die ganze Nacht der Schnee so fiel, daß sie, vom Wipfel (Dach) eines großen Baumes geborgen (umgeben), eine große Grube einschloß.
3. Als sie die Hoffnung auf ihr Leben schon aufgaben, sah der Anführer der Begleiter im Traum die Erscheinung des seligen Severin stehen und sagen:
4. „Fürchtet euch nicht; fahrt fort, womit ihr begonnen habt."
5. Plötzlich erschien ein riesiger Bär, aus den Wäldern kommend, um den Weg zu zeigen und zeigte über fast 200 Meilen den besten Weg.
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1. Obwohl Alypius die Spiele verachtete, schleppten dennoch einige seiner Freunde und Mitschüler den heftig Widerstrebenden ins Amphitheater, den Ort grausamer Spiele.
2. Jener aber sprach: „Auch wenn ihr meinen Körper an jenen Ort geschleppt habt, werdet ihr meine Aufmerksamkeit und meine Augen nicht auf jene Spiele lenken können; so werde ich euch und jene überwinden."
3. Als man dorthin gekommen war, entbrannten alle in schrecklichem Vergnügen.
4. Jener verschloß die Augen und verbot seinem Geist, an solchen Untaten teilzunehmen.
5. Wenn er doch auch seine Ohren verschlossen hätte!
6. Denn in einer Phase des Kampfes, als das riesige Geschrei des ganzen Volkes nicht mehr überhört werden konnte, öffnete er, von Neugier besiegt, die Augen.
7. Und er wurde verletzt mit einer schwereren Wunde in seiner Seele als jener an seinem Körper, den er zu sehen wünschte.
8. Sobald er nämlich jenen Verwundeten gesehen hatte, ergriff ihn zugleich die Gier, und er wendete, sich nicht ab und erfreute sich am Verbrechen des Kampfes und wurde ergriffen vom grausamen Vergnügen.
9. Und er war nicht mehr jener, als der er gekommen war, sondern einer aus der Menge, zu der er gekommen war, und ein wahrer Genösse derer, von denen er mitgeschleppt worden war.
10. Was weiter? Er schaute, schrie, hatte Feuer gefangen.
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Lektion 43
Was soll mit den Christen geschehen?
Gaius Plinius hatte, solange er die Provinz Bithynien leitete, die Gewohnheit, den Kaiser Trajan, der ihm besonders gewogen war, bei allen zweifelhaften Dingen um Rat zu fragen, was zu tun sei. Aus diesem Grund schrieb er, als ihm eine anonyme Liste vorgelegt wurde, die die Namen vieler Christen enthielt, dem Trajan etwa folgendes:
"An Untersuchungen gegen Christen habe ich nie teilgenommen; daher weiß ich nicht, was man ihnen vorwirft und was ich entweder zu bestrafen oder herauszufinden habe. Auch war ich nicht wenig im Zweifel, ob es irgendeinen Unterschied für die Altersstufen gibt oder ob kein Unterschied gemacht werden soll zwischen Kindern und Erwachsenen ("ob sich Zarte nicht von Stärkeren unterscheiden sollen"), ob man im Fall der Reue Verzeihung gewähren soll, ob es einem, der irgendwann ein Christ war, nicht Rettung bringt, dass er aufgehört hat, und ob die Zugehörigkeit selbst zu bestrafen ist oder die mit der Zugehörigkeit zusammenhängenden Schandtaten. Inzwischen folgte ich denen, die mir als Christen angezeigt wurden, an folgendes Verfahren: Ich fragte sie selber, ob sie Christen seien. Gaben sie es zu, fragte ich ein zweites und drittes Mal unter Androhung der Todesstrafe diejenigen, die bei ihrer Aussage blieben, ließ ich abführen. Ich hatte nämlich keinen Zweifel, dass, was immer es sein mochte, wozu sie sich bekannten, jedenfalls ihr Starrsinn bestraft werden müsse. Es gab andere von ähnlicher Verrücktheit, die ich, weil sie römische Bürger waren, zur Verschickung in die Hauptstadt vormerkte.
Die aber, bestritten, Christen entweder zu sein oder gewesen zu sein, und die deinem Bildnis ihre Verehrung erwiesen, glaubte ich freilassen zu dürfen."
Darauf antwortete der Kaiser folgendermaßen:
"Du hast bei der Untersuchung der Fälle derer, die dir als Christen angezeigt worden waren, das Verfahren befolgt, das du befolgen mußtest. Sie sollen nämlich nicht von den Behörden aufgespürt werden. Falls man sie anzeigt und beschuldigt, sind sie zu bestrafen, jedoch in der Weise, dass derjenige, der erklärt, kein Christ zu sein, und das dadurch nachweist, das er unseren Göttern opfert, Verzeihung erhält, mag er sich auch in der Vergangenheit verdächtig gemacht haben. Anonyme Anzeigen aber dürfen bei keinem Vorwurf einen Platz haben: Wenn wir nämlich die annähmen, würden wir schlechtesten Beispielen folgen."
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1. Sokrates soll ein Mann von größter Weisheit gewesen sein und schien vielen Menschen bewundernswert.
2. Oft dachte er bei sich, daß die Sitten der Menschen verbessert werden müßten, oft verließ er das Haus, um die Menschen zu mahnen.
3. Daher kamen einige junge Männer, die Sokrates hören wollten (vom Verlangen, S. zu hören, getrieben), nach Athen.
4. Einige Väter übergaben auch ihre Söhne jenem zur Erziehung.
5. Er überzeugte besonders die Schüler, daß die Fehler zu meiden und die Tugend zu erstreben sei.
6. Er lehrte die Schüler, daß zum glücklichen Leben nicht viele Dinge nötig seien.
7. Zur selben Zeit aber verkündeten die Sophisten, daß Gerechtigkeit nicht (unbedingt) beachtet werden müsse.
8. Weil er über deren Lehre empört war, war Sokrates oft damit beschäftigt, die Sophisten zu kritisieren (tadeln).
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1. Zu derselben Zeit, als das Römerreich noch bestand, bekamen die Soldaten vieler Städte für die Bewachung des Limes ihren Unterhalt aus öffentlichen Mitteln.
2. Als diese Gewohnheit aufgegeben (abgelegt) worden war, wurden zugleich mit dem Limes auch die militärischen Einrichtungen zerstört, nur das Lager in Passau hielt noch stand.
3. Aus diesem brachen einige auf nach Italien, um den letzten Sold für ihre Kameraden zu holen.
4. Daß diese auf der Reise von Barbaren getötet wurden, wußte niemand.
5. Eines Tages also, als der heilige Severin in seiner Zelle las, fing er plötzlich laut an zu weinen.
6. Den Umstehenden befahl er, schnell zum Fluß zu laufen, und sofort wurde gemeldet, daß die Leichen der getöteten Soldaten durch die Strömung des Flusses an Land getrieben worden waren.
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Der Tribun Georg, aus dem Volk der Kappadoker, gelangte durch irgendeinen Zufall in die Provinz Libyen zu einer Stadt, welche Silena genannt wird. In der Nähe dieser Stadt war ein See, so groß wie ein Meer, in dem sich ein mörderischer (giftiger) Drache verbarg, welcher oft das Volk, das sich gegen ihn bewaffnet hatte, in die Flucht geschlagen hatte und mit seinem Hauch alle vergiftete, wenn er sich der Mauern der Stadt näherte. Deswegen gaben ihm die Bürger täglich zwei Schafe, um sein Wüten zu besänftigen.
Lektion 44
Das Siegeszeichen
Im Jahr 312 n.Chr. hatte Maxentius aus Haß und Abneigung Konstantin den Krieg angesagt. Und obwohl er sich selbst innerhalb der Mauern aufhielt, weil er ein Orakel befragt ("gebraucht") und die Antwort erhalten hatte, er werde im Krieg umkommen, wenn er die Stadt verlasse, glaubte er sich vor Gefahr sicher und war voll guten Mutes, denn treue und geeignete Feldherrn, Männer von ausgezeichneter Kühnheit, führten die Sache für ihn.
Außerdem war sein Heer viel größer als die Truppen Konstantins.
Aber obwohl dieser an Zahl der Soldaten dem Maxentius nicht gleichkam, ließ er im Vertrauen auf göttliche Hilfe die Legionen näher an die Stadt heranrücken. Allerdings wußte er nicht, auf welchen von den Unsterblichen er seine Hoffnung setzen, von welchem er den Sieg erhoffen, welchem er Opfer geloben solle.
Doch an dem Tag, an dem vor fünf Jahren Maxentius die Herrschaft übernommen hatte, widerfuhr dem Konstantin etwas Wunderbares. Am Mittag, als er zufällig den Himmel betrachtete, sah er mit eigenen Augen ein Kreuz, das in hellem Licht erstrahlte, und dabei geschrieben folgende Worte: "Damit siege!" Diese Sache glaubte Konstantin nicht mißachten zu dürfen; daher ließ er sogleich die Schilde seiner Soldaten mit dem Zeichen des Kreuzes bezeichnen und zog gegen den Feind.
Schon stoßen die Heere in gleicher Front zusammen, schon wird mit höchster Kraft gekämpft, schon wenden sich die Feinde zur Flucht und suchen in raschestem Lauf die Stadt zu erreichen, als Maxentius, bedrängt von der Menge der Flüchtenden, von der Brücke gestoßen wird und in den Tiber stürzt.
Als der Krieg, der viel Blut gekostet hatte beendet war, wurde Konstantin unter höchster Freude des Senats und des römischen Volkes in Rom aufgenommen.
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1. In einem Dorf Deutschlands lebte ein Mann mit Namen Heinrich.
2. Als dieser dem Tode sehr nahe war, erblickte er im Traum einen schweren, glühenden Stein, der über ihm hing.
3. Durch diesen Traum heftig erschreckt, schrie er mit lauter Stimme: „Schau, ein Stein, der über meinem Kopf hängt, erschreckt mich sehr."
4. Dem herbeigerufenen Priester erzählte er von jenem Traumbild.
5. Da sagte jener: „Überlege, ob du jemandem ein Unglück zugefügt hast oder ob du jemanden durch List getäuscht hast."
6. Daraufhin dachte jener nach und sagte:
7. „Ich erinnere mich, daß ich einst einen Grenzstein, um meine Felder zu vergrößern, von seinem Platz verrückt habe."
8. Als der Priester antwortete „Das ist der Grund", beichtete jener seine Schuld und wurde so von jenem schrecklichen Traumbild befreit.
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Die Ausschnitte entstammen (von oben, im Uhrzeigersinn weitergehend) den Lektionen 25-5-35-36-14-43-4-30-17-24.
Übersetzung S.229 oben:
Alle müssen Sorgfalt anwenden - die Gelegenheit darf nicht ausgelassen werden (man darf die Gelegenheit nicht auslassen) - das müßt ihr voraussehen - man braucht nichts zu fürchten - man muß zugeben - man darf nicht fordern - ich muß mich noch mehr beeilen - es ist erstaunlich (man muß sich wundern) - es mußte gehandelt werden (man mußte handeln) - es ist nicht erstaunlich (man braucht sich nicht zu wundern/man darf sich nicht wundem). l. Man muß in allen Angelegenheiten Maß halten. 2. Man wird mit List kämpfen müssen. 3. Gefahren dürfen nicht geringgeschätzt werden. 4. Die Griechen mußten mit den Thrakern oft kämpfen. 5. Jeder muß sich sein eigenes Urteil bilden (gebrauchen). 6. Epaminondas sagte dem Meneklides: „Wenn ihr die führenden Leute Griechenlands (das führende Volk Griechenlands) sein wollt, müßt ihr euch im Heerlager aufhalten („das (Militär-)Lager benützen"), nicht in der Ringschule".
1:
Dativobjekt: Satz 1,3.4,5,8. Prädikatives Nomen: Satz 6,9. Adverbiale zur Bezeichnung des Zweckes: Satz 2,7 (auxilio).
1. Viele Athener waren dem Sokrates nicht gut gesinnt (gewogen). 2. Die Richter machten dem Sokrates zum Vorwurf, daß er die jungen Männer verderbe und neue Götter einführe. 3. Seine Ehefrau Xanthippe sorgte für Sokrates möglichst gut. 4. Dennoch beschimpfte sie den Sokrates oft; und nicht ohne Grund: 5. Um Geld nämlich kümmerte sich Sokrates nicht viel. 6. Deshalb besaß Sokrates (auch), nicht viel Geld. 7. Als er im Gefängnis war, kamen dem Sokrates seine Freunde zu Hilfe; alles war nämlich von ihnen zur Flucht vorbereitet (worden). 8. Trotzdem überredeten die Freunde Sokrates nicht zu fliehen. 9. Kaum jemand war dem Sokrates an Weisheit überlegen. 10. Trotzdem mußte Sokrates viele Ungerechtigkeiten ertragen.
2:
multos dies: wie lange? amor patriae: wozu/ zu wem/wem gegenüber? Romae: wo? in urbem: wohin? gaudere domina iusta: worüber? laetus donis: worüber?/warum? praestare sapientia: worin/in welcher Hinsicht übertreffen? Romam: wohin? magno cum labore: womit?/unter welchen Umständen?/auf welche Weise? aequare virtute: worin?/woran?/in welcher Hinsicht?/auf welche Weise? alios multo superare: um wieviel? paucis diebus post: um wieviel? nemini cedere: wem? amor matris: zu wem?/wem gegenüber? Corintho: woher? gladio vulnerare: womit?/wodurch? vino se implere: womit?/ wodurch? plenus vini: voll wovon? multo maior: größer um wieviel? in urbe: wo? proximo die: wann? precibus potentes movere: womit?/wodurch?
3:
persequens, persecutus, persecuturus; gratulans, gratulatus, gratulaturus; largiens, largitus, largiturus; morans, moratus, moraturus; pollicens, pollicitus, polliciturus; sequens, secutus, secuturus; hortans, hortatus, hortaturus; loquens, locutus, locuturus; indignans, indignatus, indignaturus; conans, conatus, conaturus; utens, usus, usurus; moliens, molitus, moliturus; Ingrediens, ingressus, ingressurus; confidens, confisus, confisurus.
4:
Aufgaben zum Text: a) sollen b) auf seine Zeit als Konsul an der Spitze des Staates c) Satz 6: corpus exercendum est... afficiendum est: Gerundivum als Prädikatsnomen. In perficiendis negotiis et in labore perferendo: Gerundiv in präpositionaler Verbindung. Satz 9: ratio expetenda est: Gerundiv als Prädikatsnomen. ratio decernendi ... decertandi audacia: Gerundium als Attribut. d) ratio decernendi: Vernünftige Überlegung/Vernunft/kühles Blut beim Entscheiden.
1. Jenes ist das Beste: Es sollen die Waffen der Toga (Kleidung des Bürgers im Frieden) weichen / Es sollen die Waffen (an Bedeutung) hinter Leistungen für den Frieden zurückstehen, der Siegeskranz soll dem (zivilen) Ruhm Platz machen. 2. Um nämlich andere Leute zu übergehen (um gar nicht von anderen Leuten zu reden): Während ich (wir) den Staat lenkte(n), wichen da nicht auch die Waffen der Toga?/Standen da nicht die Waffen zurück hinter der Toga? Welcher Triumph ist mit diesem Ruhm gleichzusetzen (zu vergleichen)? 3. Es sind also die bürgerlichen Tugenden nicht geringer (weniger wert) als die militärischen. 4. Auf diese (nämlich die bürgerlichen Tugenden) muß sogar mehr an Mühe verwendet werden als auf jene. 5. Überhaupt wird jene Vollkommenheit (das sittlich Gute), nach der wir suchen, durch geistige, nicht durch körperliche Kräfte erreicht. 6. Trotzdem muß (auch) der Körper trainiert und so ausgestattet werden, daß er der vernünftigen Planung („Vernunft und Planung") bei der Vollendung von Taten und beim Ertragen von Anstrengungen gehorchen kann. 7. Das sittlich Gute aber liegt ganz in der Bemühung und in der Vernunft des Geistes. 8. Dabei (sc. beim Erreichen des honestum) bringen nicht weniger Nutzen diejenigen, die im Frieden an der Spitze des Staates stehen als diejenigen, die Krieg fuhren. 9. Deshalb muß in höherem Maße angestrebt werden die vernünftige Planung beim Beschließen als die Verwegenheit (Kühnheit) im Kampf bis zur Entscheidung.
5:
Über fremde Völker herrschen - einen Angeklagten wegen eines schrecklichen Verbrechens verurteilen - an Flucht denken - in der ganzen Stadt Spazierengehen - von Sorgen frei sein - sich um fremde Geschäfte kümmern - dem Angeklagten zum Vorwurf machen - den Konsul anklagen (zum Angeklagten machen) - den Freund um Hilfe bitten (vom Freund Hilfe erbitten) - sich lange nach dem Frieden sehnen - die Senatoren nach ihrer Meinung fragen - auf Freunde warten - Schmerz empfinden über eine schändliche Tat - sich über allzu heftige Worte entrüsten (empören) - vor dem Krieg schaudern - nach nützlichen Dingen streben - für die Freunde sorgen - ein Geschenk um wenig Geld kaufen - eine Frau von außerordentlicher Begabung - ein Mädchen von außerordentlicher Schönheit - im Kampf siegen - auf der Via Appia reisen - auf den Sieg hoffen - zum Sieg beglückwünschen - sich an das Orakel wenden - im Gedächtnis behalten.
6:
Genitiv: oblivisci, misereri (Mitleid haben), interest (aber: mea ... interest).
Dativ: consulere (sorgen für ...), invidere, praestare (übertreffen), parcere, interesse, maledicere, studere (sich bemühen um), persuadere.
Akkusativ: effugere, fallit (es entgeht), ulcisci (sich rächen an/für ...), recordari (sich erinnern an), vetare, indignari (sich entrüsten über), sequi, iubere (befehlen), adiuvare (helfen), horrere, mirari (sich wundern über), decet.
Ablativ: abundare, egere, uti, carere, vacare, privare, abstinere.
7:
agere - accipere - componere - diripere -fallere - loqui - mittere - miscere -proficis-ci -fulgere - affigere — afficere - confiteri - deferre - conquirere - uti -ferre.
8:
Quintus Metellus hat in der Rede, die er als Leichenrede (letztes Lob) für seinen Vater Lucius Metellus hielt, den Konsul, Diktator, Befehlshaber der Reiterei, der sehr viele Elefanten aus dem Ersten Punischen Krieg im Triumphzug mitgeführt hatte, schriftlich hinterlassen, daß dieser (Lucius Metellus) zehn Dinge, die im höchsten Maße wünschenswert seien, erreicht habe. Er habe nämlich gewollt, daß er der erste Kriegsheld sei, der beste Redner, der tapferste Feldherr, daß unter seinem Oberbefehl die bedeutendsten Taten ausgeführt würden, daß er die höchste Ehre erhalte, sehr weise (von höchster Weisheit) sei, als der angesehenste (höchste) Senator gelte, viel Geld auf gute Art bekomme (finde), viele Kinder hinterlasse, der Berühmteste im Staat sei. Das alles sei ihm gelungen, sagte Quintus Metellus.
9:
1. ... adoptatus est; nam pater eius mortuus erat; pater enim ...; ... quod pater ... mortuus erat; cum ... mortuus esset, patre mortuo; propter patris mortem.
2. ...factus est Marcus; nam ... placebant; ... quod/quia ... placebant; cum ... placerent.
3. Nam ... spem habebat; quod/quia ... habebat; cum ... haberet; Marco multi honores ab Hadriano magnam spem in eo habente tributi sunt.
4. ... imperaturum esse; nam ... educatus erat; quod/quia ... erat; cum ... educatus esset; Romani sperabant eum philosophia, litteris, artibus bene educatum iuste ... imperaturum esse.
5. ... spemposuerant; nam/quia/quod... orta sunt; cum ... orerentur; bellis subito ... ortis.
6. ... erat; nam/quia/quod... erat; cum ... esset.
10:
1. (1,21): Du, der du eben erst als Bettler in die Stadt kamst, wirst Arzt, nachdem du deinen Namen (nur) ein wenig geändert hat. Du gibst dem Kranken Heilmittel, der Kranke reicht dir (dafür) Geld (Gold): Du behandelst seine Krankheit, er die deine.
2. (1,48): Fürs Vaterland zu sterben mag süß (angenehm) sein und ehrenvoll; ich glaube, daß für das Vaterland zu leben süßer (angenehmer) ist.
3. (1,107): Nicht böse ist Fortuna: Sie ist für alle gleich, für alle ist sie (nur) eine: Hoffnung gibt sie den Armen, den Reichen (gibt sie) Angst. (Sinn: Das Schicksal ist ganz neutral gegenüber arm und reich; jeder bekommt von ihm etwas - der eine freilich etwas Gutes, der andere etwas Schlechtes.)
4. (1,43): Dein Wissen ist nichts, wenn nicht ein anderer weiß, daß du (etwas) weißt.
5. (3,72): Die Vernunft ist die Königin und die Natur ist die Mutter aller Dinge: Denn die Natur bringt die Dinge hervor, die Vernunft lenkt (leitet) sie.
6. (3,93): Die Tugend liegt nicht in den Worten, sondern sie zeigt sich im Handeln („hängt an Fakten"); Fakten, nicht nur Worte, sind Hoffnung, Liebe und Treue (Glaube).
11:
Ich beweise, daß die Lage der Menschen außerhalb der Gesellschaft der Bürger nichts anderes ist als ein Krieg aller gegen alle, und (ich beweise,) daß in diesem Krieg alle ein Recht gegenüber allen haben: Der Mensch ist für den Menschen ein Wolf. Alle Menschen wollen aus ihrem unglücklichen Zustand heraus durch den Zwang ihrer Natur, sobald sie jenes Unglück eingesehen haben. Das aber kann nicht geschehen, außer wenn alle von ihrem eigenen Recht gegenüber allen sich trennen durch Schließen von Verträgen.
12:
coming soon
13:
coming soon
Lektion 45
Werke des Glaubens
Dies, so schrieb der heilige Benedikt, ein Mann von höchster Frömmigkeit und höchstem Ansehen, seien die Aufgaben der Mönche:
Gott den Herrn lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzer Tüchtigkeit, und dann den Nächsten wie sich selbst.
Alle Menschen ehren.
Arme und Bedürftige erquicken, den Nackten kleiden, den Schwachen besuchen, den Toten begraben, den Trauernden trösten.
Die Wahrheit mit Herz und Mund bekennen.
Nicht Böses mit Bösem vergelten.
Unrecht nicht tun, sondern, auch wenn es einem zugefügt wird, es geduldig ertragen.
Seine Feinde lieben.
Verfolgung leiden für die Gerechtigkeit.
Den Tag des Jüngsten Gerichts fürchten.
Den Tod täglich vor Augen haben.
Seinen Lebenswandel zu jeder Stunde überwachen.
Sich gewiss sein, dass Gott einen an jedem Ort sieht.
Nicht gern viel reden. Nichtige Worte nicht von sich geben. Nicht schwören.
Keinen Neid üben. Niemanden hassen.
Die Älteren verehren und die Jüngeren lieben.
In Christi Liebe für seine Feinde beten.
Sich mit einem Streitenden vor Sonnenuntergang versöhnen.
Seine vergangenen bösen Taten unter Tränen täglich im Gebet Gott bekennen.
Die Begierden des Fleisches nicht erfüllen. Den eigenen Willen hassen.
Den Weisungen des Abts in allem gehorchen, auch wenn er selbst, was ferne sei, sich anders verhält, im Gedanken an jenes Gebot des Herrn: "Was sie sagen, das tut, was sie aber tun, das tut nicht."";
Lektion 46
Herrscher des Abendlandes
Der Kaiser und der Kalif
Karl mehrte auch den Ruhm seiner Herrschaft dadurch, dass er bestimmte Könige und Völker sich in Freundschaft verband.
Mit Aaron, dem König der Perser, der mit Ausnahme Indiens fast das ganze Morgenland beherrschte, hatte er in der Freundschaft solche Eintracht, dass dieser seine Freundschaft der aller Könige und Fürsten, die auf der ganzen Welt waren, vorzog und meinte, er müsse allein jenen durch Ehre und Gaben verehren.
Als nämlich Abgesandte Karls, die er mit Geschenken zum Grab unseres Herrn gesandt hatte, zu ihm kamen und ihm den Wunsch ihres Herrn mitteilten, gestattete er nicht nur, dass geschah, was verlangt wurde, sondern trat ihnen auch jenen heiligen Ort ab. Und als die Gesandten heimkehrten, fügte er die Seinen hinzu und gab jenem neben Gewändern und Gewürzen und den übrigen Schätzen der östlichen Länder ungeheure Geschenke, nachdem er ihm vor ein paar Jahren auf seine Bitten hin den einzigen Elefanten, den er damals besaß, geschickt hatte.
...nur Schreiben fiel ihm schwer
Karl war von großer Beredsamkeit und konnte alles, was er wollte, auf das klarste ausdrücken. Und nicht mit seiner Muttersprache zufrieden, bemühte er sich auch darum, Fremdsprachen zu erlernen. Von diesen lernte er die lateinische so, dass er sie gewöhnlich ebenso geläufig sprach wie seine Muttersprache. Das Griechische aber konnte er besser verstehen als er es sprach. Die Freien Künste (d.h. die sieben klassischen Unterrichtsfächer) pflegte er mit großem Eifer und erwies ihren Lehrern große Ehren. Beim Erlernen der Grammatik hörte er den alten Petrus aus Pisa, in den übrigen Fächern hatte er Alkuin, ebenfalls einen Hilfsgeistlichen, einen Menschen von sächsischer Abkunft (einen Angelsachsen) aus England, einen hochgebildeten Mann, zum Lehren. Bei diesem verwandte er auf das Erlernen der Rhetorik und Dialektik, besonders aber der Astronomie, sehr viel Zeit und Mühe. Er versuchte auch zu schreiben und trug gewöhnlich Schreibtäfelchen bei sich, um, wenn er freie Zeit hatte, Buchstaben nachzumalen, doch dieses zu spät begonnene Unternehmen ging zu wenig voran.";
Lektion 47
Fortschritt ist keine Hexerei
Ich werde zunächst von erstaunlichen Werken der Kunst und der Natur berichten, um später deren Ursachen und Art zu erklären; bei diesen ist nichts Magisches im Spiel, dass es Nicht zeigt, wie jede Zauberkraft diesen Schöpfungen unterlegen und ihrer unwürdig ist.
Denn es können Geräte für die Seefahrt entwickelt werden, die keine Ruderer benötigen, so dass gewaltige Schiffe, während ein einziger Mann sie steuert, mit größerer Geschwindigkeit dahinfahren, als wenn sie voller Leute wären.
Desgleichen können Wagen so gebaut werden, dass sie ohne Zugtier mit unglaublichem Schwung bewegt werden.
Desgleichen können Fluggeräte so entwickelt werden, dass ein Mensch mitten im Gerät sitzt, der irgendeine Maschine bedient, mit deren Hilfe künstliche Flügel die Luft schlagen nach Art eines fliegenden Vogels.
Es können auch Geräte gebaut werden, um im Meer oder in Flüssen zu Fuß zu gehen; denn schon Alexander der Große hat diese benutzt, um die Geheimnisse des Meeres zu sehen.
Diese Dinge sind aber sowohl in den alten wie in unseren Zeiten geschaffen worden, abgesehen von dem Fluggerät, das ich nicht gesehen habe; ich kenne auch keinen Menschen, der es gesehen hätte.
Doch viel von der Au kann gemacht werden, wie zum Beispiel pfeilerlose Brücken über Flüsse und unerhörte Maschinen.";
Lektion 48
Praeceptor Germaniae
Ein strenger Lehrer
Ich hatte einen Lehrer, der ein ausgezeichneter Grammatiker war.
Er führte mich an die Grammatik heran, und er führte mich so, dass ich Satzbaupläne machte.
Er zwang mich, die Regeln des Satzbaus an zwanzig oder dreißig Vergilversen wiederzugeben. Nichts ließ er mich übergehen.
Wenn ich mich irrte, verabreichte er mir Schläge, aber doch mit der Zurückhaltung, die angebracht war.
So machte er mich zum Grammatiker. Er war ein sehr tüchtiger Mann und hatte mich lieb wie seinen Sohn, und ich ihn wie meinen Vater.
Ja, jener wurde von mir geliebt, obwohl er so streng war (diese Strenge zeigte/gebrauchte). Indes war es keine Strenge, sondern eine väterliche Züchtigung, die mich zur Gründlichkeit anhielt. Abends wurde ich gezwungen, mir die Regeln anzueignen, damit ich sie aufsagen konnte. Ihr seht, dass der Unterricht strenger war als er jetzt ist.
Literatur und Bildung
Es liegt nicht wenig daran, an welcher Art von Literatur sich die jungen Leute bilden, sowohl aus vielen anderen Gründen als ganz besonders deshalb, weil nichts wirksamer ist, die geistigen Fähigkeiten und den Charakter der Menschen zu verändern, als literarische Werke.
Denn fast stets ist ein jeder so, wie ihn sein Bildungsgang formt, und kein Werk der Literatur scheint mir gut außer denen, die guten Geistes sind.
Daher ist es besser, die Jugend an den besten Schriften zu bilden, denn den besten Charakter bringen die besten Bücher.
So bleibt also übrig, ihr jungen Männer, dass ihr euch etwas zutraut, wiewohl die Sache sich so verhält, dass schwierig ist, was schön ist. Trotzdem wird euer Fleiß mit der Schwierigkeit so fertig werden, dass ich hoffe, ihr werdet euch mit weitaus geringerer Anstrengung das Gute aneignen als das Schlechte.";
Lektion 49
"Ihr Heuchler!"
Das aber ist von allem das Widersinnigste: In beiden Lagern, in beiden Heeren funkelt das Kreuzeszeichen, in beiden feiert man Gottesdienste.
Ich möchte wissen, warum bei diesen Feiern ein Soldat das "Vater unser" betet.
Du hartherziger Mensch, du wagst Gott Vater zu nennen, der du deinem Bruder nach dem Leben trachtest?
"Geheiligt werde dein Name!" Auf welche Weise konnte der Name Gottes mehr entheiligt werden als durch derartige Aufruhr unter euch?
"Dein Reich komme!" So betest du, der du mit so viel Blut deine tyrannische Herrschaft festigst?
"Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden!"
Frieden will jener, und du rüstest zum Krieg?
"(Unser) Tägliches Brot" verlangst du vom gemeinsamen Vater, der du die Felder deines Bruders verwüstest und es lieber hast, dass sie auch für dich zugrunde gehen, als dass sie jenem nützen?
Mit welchem Gedanken aber wirst du sprechen: "Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!" - du, der du es eilig hast, deine Brüder umzubringen?
Du bittest darum, die Gefahr der Versuchung von dir abzuwenden, der du unter deiner Gefahr den Bruder in Gefahr bringst?
"Vom Bösen" willst du befreit werden, unter dessen Einwirkung du deinem Bruder das höchste Übel bereiten willst?";
Lektion 50
Mehr wert als Macht
Wenn ich oft bei mir die Taten unserer Ahnen und anderer Könige und Völker bedenke, scheinen mir die unseren nicht nur durch die Ausdehnung ihrer Herrschaft, sondern auch ihrer Sprache alle übrigen übertroffen zu haben.
Denn es steht zwar fest, dass die Perser, Meder, Assyrer und viele andere weit und breit Macht errungen und ihre Herrschaft lange behauptet haben.
Aber keine haben ihre Sprache so verbreitet, wie es die unseren taten, die fast über das ganze Abendland, den Norden und keinen geringen Teil Afrikas die lateinische Sprache gewissermaßen zur Königin machten und, was die Provinzen selbst angeht, sozusagen als bestes Saatgut zur Aussaat anboten.
Dieses Werk ist ohne Zweifel bei weitem rühmlicher als die Ausdehnung der Herrschaft selbst. Denn diejenigen, die ihre Macht mehren, ehrt man gewöhnlich hoch und nennt sie Herrscher.
Diejenigen aber, die den Menschen irgendwelche Wohltaten erwiesen haben, werden nicht mit menschlichem, sondern göttlichem Lobpreis ausgezeichnet, da sie nicht nur für den Ruhm ihrer eigenen Heimatstadt sorgen, sondern auch für den allgemeinen Nutzen und das Wohlergehen der Menschen.
Darum haben unsere Vorfahren durch ihre Kriegstaten die übrigen Menschen übertroffen, aber durch die Ausbreitung ihrer Sprache sich selbst.
Wird es etwa, wenn Ceres, weil sie das Getreide, Bacchus, weil er den Wein, Minerva, weil sie die Künste erfand, unter die Götter versetzt wurden, weniger gelten, die lateinische Sprache in der Welt verbreitet zu haben?";
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