Some things simply have to be in German ... Ich schreibe seit wenigstens 20 Jahren. Hier sind Leseproben aus meinen auto-fiktiven Texten: 2 (sehr kurze) Kurzgeschichten und 2 (noch kürzere) Gedichte.
Meral mein
(Feb. 2005)
Meral ist ein Mädchen. Meral
ist eine Frau. Meral ist so vieles, das ich nicht begreife. Warum schien Meral
mir so unnahbar, so fern? Meral trägt einen Namen, der mich betörte, der mich
heute noch an bunte Perlenketten erinnert und leuchtend rot lackierte
Zehennägel. Sandalenmädchen nannten wir sie, fasziniert. Zigeunerin schimpfte
sie mein Vater. Das war Jahre bevor sie verschwand. Jetzt ist Meral eine
Sandalenfrau, keinen Zweifel, irgendwo. Ich hörte, sie habe studiert. Ich
hörte, sie habe geheiratet. (Meral verheiratet?) Ich höre so vieles, das ich
nicht verstehe. Wie alt ist Meral jetzt? Meine Mutter mochte sie. Ich war
verrückt nach ihr. Keiner wusste das, nicht einmal ich.
Einmal küsste ich Meral. Ich
hatte Mut gesammelt, er pumpte wild in meinen Adern. Es war der kürzeste und der
längste Kuss, der schmerzhafteste. Sie war sechzehn. Ich fühlte nichts, meine
Lippen waren Steine. Verletzte ich sie? Meral war nicht überrascht. Die Schule
war aus. Jeder im Dorf wusste davon. Die Vögel pfiffen es. Ihr Vater schlug sie,
doch das erfuhr ich erst Jahre später. Meral hatte niemals Tränen in den Augen.
Sie liebte ihren Vater. Die letzten Tage verschwimmen wie im Traum. Als meine
Augen wieder sahen, war sie fort. Habe ich sie vertrieben?
Merals Vater arbeitete in der
Fabrik. Das brachte ihn her. Meral war damals ein Stern in den Röcken ihrer
Mutter. Winde blasen über die Steppe, sagte sie. Ich verstand sie nicht. Ich
war acht, sie sechs. Sie malte die schönsten Bilder. Es gab einen kleinen
Spielplatz, mitten im Dorf. Einmal vergruben sie ihre Sandalen im Sand. Meral
lief barfuss heim. Mutter, sagte ich an diesem Abend, warum fahren wir nicht im
Sommer in die Türkei? Gibt genug Türken hier, sagte Vater. Merals Vater kam
spät von der Arbeit. Ich fand ihre Sandalen und hängte sie an ihre Tür.
Ich küsste Meral. Einmal nur.
Und dann viele Jahre lang in meinem Traum. Doch nie gelang es mir, sie zum
Weinen zu bringen. Meral sah mich an. Sie sah meine Mutter an. Ich werde dich
heiraten, sagte ich. Ich bitte deinen Vater. Jedem im Dorf sage ich es. Sie war
vierzehn, die Zigeunerin. Ich liebte sie so. Und wusste es nicht. Heute weiß
ich. Ich blickte meine Mutter an, doch die schüttelte den Kopf. Aber ich habe
sie doch gefunden, nur gefunden, rief ich. Komm mit, ich zeige dir wo. Sie
hatte keinen Bruder.
Nachdem sie gegangen war,
sprach niemand mehr von ihr. Auch ich nicht. Doch ihre Bilder hob ich auf. Sie
sei in die Heimat zurückgekehrt, hieß es. Sie habe versucht, sich das Leben zu
nehmen, hieß es. Man hört so vieles. Einmal begegnete ich zufällig ihrem Vater.
Ein stummer Mann. Er spuckte vor mir auf den Boden. Ich sah ihn nicht an.
The Missing Part
(Dez. 2002)
The games that I played
The things that I said
I believed every part of it, part of it
The truth that I found
The beauty around
It was only part of it, part of it
You are the missing part
You are my secret heart
You are the meaning of it all
You are my world at rest
You are my breaking crest
You are the meaning of it all
The waters I crossed
The friends that I lost
They were only part of it, part of it
The mountains I climbed
The truces I signed
Were only part of it, part of it
You are the missing one
You are my midnight sun
You are the meaning of it all
You are my open road
You are my life afloat
You are the meaning of it all
You are my brightest smile
You are my longest while
You are the meaning of it all
You are my changing same
You are my burning flame
You are the meaning of it all
(Apr. 1996)
Die Jahre wie Schatten
mit Armen aus Stahl,
die liebkosend den Nacken
umfassen. Ein Pfahl
aus Eiche ins Herz
der Zeit mit strah-
lendem Lächeln befreit.
Der Schmerz der Erlösung,
die Endzeit; danach
nur das Schweigen der Jahre
mit Schatten aus Stahl,
die verloren das Leben
betrachten und warten
auf Frieden danach.
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