
Vor einiger Zeit bin ich durch ein wohl allen bekanntes Online-Auktionshaus Besitzer einer KFZ-Alarmanlage geworden. Beim Einbau dieser stellte sich natürlich die Frage, ob und wie man die bei original VW-Anlagen verwendeten Warn-LEDs nachträglich in den Wagen einpassen kann, so dass es original aussieht. Natürlich kann man mit den LEDs auch eine Alarmanlage vortäuschen, so dass es gar nicht zum Einbruch kommt, oder man nutzt sie sonstwie und in anderen Farben zur optischen Verschönerung des Autos.
Recherchen im Internet ergaben nur zwei Quellen, und zwar Online-Auktionen zu völlig übertriebenen Preisen ( Teilweise werden die für bis zu 20€ das paar verkauft!)
und dabei ist es doch so preiswert…
Der Wagen sollte schon mit elektrischen Verbrauchern in den Türen gesegnet sein, denn vom Nachrüsten der Kabelschläuche habe ich keine Ahnung…
Beim ersten Baujahr sind teilweise nur runde Rosetten verbaut (wie beim 4-Türer hinten), hier muss das bestehende Loch angepasst werden oder eine andere als die unten beschriebene Rosette benutzt werden (befindet sich auf der selben seite im Katalog)
Zum Zusammenbau wird ein kleiner Lötkolben, Lötzinn, eine kleine Zange und ein Messer oder ein sonstiges Werkzeug zum Abisolieren benötigt.
- Plastik-Rosetten für Fahrer- und Beifahrerseite.
- Leuchtdioden nach Wahl, Durchmesser 5mm.
- insgesamt etwa 5m dünnes, doppeladriges Kabel
- 10cm Schrumpfschlauch.
- Anschlussmaterial nach belieben (Stromdiebe, Flachsteckhülsen, was auch immer).
und evtl.
- ein Schalter… wenn man es aus optischen Gründen haben möchte.
- ein Widerstand… wenn die LED nicht für 12V ausgelegt ist.
Die beiden Plastikrosetten bekommt man ganz ordinär im nächsten VW-Autohaus beim Teiledienst. Die Teile heißen „Rosette für Fahrzeuge mit Diebstahlwarnanlage“, kosten je 38 Cent und die Bestellnummern lauten:
1H0 868 391 A 01C (links) und
1H0 868 392 A 01C (rechts).
Leuchtdioden bekommt man für 5 Cent bis 2 Euro je nach Ausführung in jedem Elektronikladen, bei Conrad, ELV oder anderen Versandfirmen: Wichtig ist, dass die Diode einen Durchmesser von 5mm hat!!!

Wenn eine Alarmanlage nachgerüstet ist und die mitgelieferte Signallame durch den LED-Türpin ersetzt werden soll, muss man erstmal herausfinden, welche Spannung die Anlage abgibt und dann entsprechende Signal-LEDs kaufen. Im Fall der Votex 608 beträgt die Spannung 2V, daher funktioniert der Anschluss ohne Vorwiderstand. Wenn die Anlage 12V abgibt, kann man entweder eine 12V LED benutzen oder eine 2V mit einem Vorwiderstand von 660 Ohm (Schaltbild folgt).
Zum Simulieren einer Alarmanlage eignen sich Blink-LEDs mit eingebauter Schaltung, diese gibt es auch in verschiedenen Ausführungen, für den Anschluss gilt dasselbe wie für den Anschluss an eine Alarmanlage. Über einen kleinen Schalter oder ein Relais, das die Zuleitung zur Diode bei eingeschalteter Zündung trennt, kann sie ein- und ausgeschaltet werden.
Soll die LED nur zu Deko-Zwecken benutzt werden, hat man die Qual der Wahl: Es gibt natürlich alle Farben von Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau bis UV usw., weiterhin gibt es zweifarbige Dioden mit drei Kontakten (das ist dann halt ein Kabel mehr)… wer sucht, der findet… hier empfiehlt sich auch der Anschluss an einen Schalter, da superhelle LEDs im Dunkeln nervig werden können.
Kabel gibt es genauso wie Schrumpfschlauch und Anschlussmaterial auch beim Elektronikladen. Hier reichen dünne zweiadrige flexible Kabel (bei dreipoliger LED eine Ader mehr). An kritischen Stellen, wie die Durchführung durch den Verbindungsschlauch der Türen empfiehlt sich, das Kabel zusätzlich mit Plastikschlauch oder Isolierband und dünnem Schaumstoff gegen Durchscheuern zu schützen.
…Vorwiderstand, Schalter und Relais:
Wenn eine LED mit einer geringeren Spannung an 12V genutzt werden soll, so ist ein Vorwiderstand nötig, um die Spannung zu senken. Für eine 2V Signal-LED sind das die schon beschriebenen 660 Ohm, für hellere Dioden oder welche höherer Spannung werden andere Widerstände benutzt, nach meiner Erfahrung wissen die Verkäufer in Elektronikläden (evtl. nicht gerade bei Conrad) genau, welcher der richtige ist.
Als Schalter kann man so ziemlich alles benutzen, was in die Mittelkonsole (oder sonst wohin) passt, da die Stromstärke so gering ist, gibt es keinerlei Beschränkungen. Bei beleuchteten Schaltern sollte man aufpassen, dass sie auch für 12V ausgelegt sind, sonst leuchtet halt nichts.
An ein eventuell verbautes Relais gibt es auch kaum Anforderungen, außer dass es bei 12V schalten soll, möglichst klein und dennoch anlötbar ist. Anschlußweisen später.
Wenn es dann endlich soweit ist, und alle Teile vor euch liegen, ist der Zusammenbau ein Kinderspiel (der anstrengende Teil kommt danach…)
Zur Übersicht erstmal eine grobe Skizze:

Vom Kabel wird die benötigte Länge (2,5 Meter sollten reichen) abgeschnitten, an diesem dann am einen Ende das Doppelkabel auf 5-6 Zentimetern getrennt, auf einer Länge von einem Zentimeter die Isolation entfernt und die Litzen verzinnt. Dann werden die Beine der Diode werden auf 1 bis 1,5 Zentimeter gekürzt (das längere Bein sollte man auch wieder ein bisschen länger machen, damit es nicht zu ärgerlichen Verwechslungen kommt).
Wenn kein Vorwiderstand benötigt wird, kann man gleich ein wenig Schrumpfschlauch auf die beiden Kabel schieben und dann das Kabel mit der Diode verlöten (Rot an das lange und Minus an das kurze Bein). Dabei ist darauf zu achten, dass die Diode und auch das Kabel nicht zu heiß werden. Sind die Lötstellen erkaltet, wird der Schrumpfschlauch vorsichtig bis ganz an die Diode geschoben und mit dem Feuerzeug (nicht zu lange) aufgeschrumpft.

Wenn ein Vorwiderstand benötigt wird, muss dieser vorher in die Leitung eingelötet werden. Dazu wird das Doppelkabel ein wenig weiter aufgetrennt, das eine Kabel durchgeschnitten, der Widerstand dazwischengelötet und mit Schrumpfschlauch zusammen mit der Lötstelle komplett umschlossen.
Die Diode mit angelötetem Kabel wird nun in die Fassung der Rosette geschoben und gesichert, da sie evtl. noch wackelt. Ich habe dafür Heißkleber genommen (allgemein sehr praktisch und eine empfehlenswerte Anschaffung), Uhu wird aber sicherlich denselben Dienst tun. An der anderen Seite des Kabels wird entsprechend der Anschluss befestigt. Wenn man vorhat seinen Wagen mal zu zerlegen, kann es vorteilhaft sein, eine Steckverbindung in der Kabeldurchführung zu installieren, damit die Kabelbäume komplett trennbar sind.
Zusammen mit Anschlussklemmen sollte das jetzt in etwa so aussehen:

Das Foto ist von jemandem geklaut, bei dem die Versandkosten höher sind als hier der Preis der Einzelteile…
Jetzt wird’s stressig…
Benötigt werden: ein breiter, flacher Schraubendreher und ein mittelgroßer Kreuz.
Türpin ab
Einfach gegen den Uhrzeigersinn rausdrehen.
Fensterkurbel ab
Hinter der eigentlichen Kurbel befindet sich ein Plastikring. Dieser muss mit etwas Gewalt entgegengesetzt der Richtung des Kurbelarmes geschoben werden. Irgendwann macht es klack und man kann das Teil komplett abziehen.
Türverkleidung ab
In diversen Selbsthilfe-Büchern wird geschrieben, man solle das Plastik-Dreieck hinten am Spiegel abnehmen… und danach neu kaufen. Ich habe bis jetzt drei Golf-Türen zerlegt und das Spiegeldreieck jedes Mal dran gelassen. Funktioniert problemlos.
Zuerst muss eine Plastikverkleidung am Griff entfernt werden, diese hebelt man am Besten mit dem flachen Dreher an der hinteren unteren ecke ab, da gibt es keine Spuren. Bei eFH den Stecker abziehen. Als nächstes muss die Blende darüber ab. Diese ist etwas komplizierter und jeder sollte auf eigene Faust versuchen, das Teil abzubekommen. Wenn es einen Trick gibt, schreibt mir ne mail und ich setz ihn hier rein. Bei manueller Spiegelbetätigung muss vorher der Knopf abgezogen werden, bei elektrischer kann man einfach hinterher den Stecker abziehen.
Nun die zwei großen Kreuzschrauben rausdrehen. Die Türverkleidung ist dann nur noch an Klickbefestigungen rundherum fest. Durch starkes ziehen oder Hebeln mit dem Schraubenzieher (etwas unterlegen) kann man am hinteren unteren Ende die Verkleidung lösen und dann rundherum ausklipsen. Die vorhandene Rosette um den Türpin wird von innen herausgedrückt und der neue incl. Kabel eingeführt. Das Kabel wird zwischen Türverkleidung und Türfolie (bzw. Schaumstoff, je nach Baujahr) nach vorn verlegt. Auf der Türseite wird der Gummikanal abgezogen und das Kabel durch die Türfolie bis durch das Loch durchgezogen. Wer es ganz ordentlich haben möchte, kann sich jetzt die Kontakte für den Hauptstecker der Tür bei VW kaufen und so das ganze trennbar machen. Bei mir ist dies durch einen kleinen Stecker gelöst. Es macht aber im Normalfall auch nichts, wenn man das Teil komplett durchzieht. Durch eine kleine Drehung wird nun der Hauptstecker von der Tür getrennt und an geeigneter Stelle das Kabel nach innen geführt. Voila.
Der Zusammenbau geht in umgekehrter Reihenfolge, man solle nur aufpassen, dass man nicht die Rosette mit dem Metallgestänge des Türpins beschädigt. Die Türkurbel ist bei VW original etwa im 45° Winkel nach vorn oben befestigt (bei geschlossenem Fenster).
Wenn beide Seiten mit LED versehen werden und zusammen geschaltet werden sollen, so werden sie Parallel an den Schalter angschlossen, also plus an plus und minus an minus.
So, nach erfolgter Arbeit erfreut euch an eurem beleuchteten Türpin, viel Spaß damit!
PS: Sicherung vor dem Schalter nicht vergessen!
Da sicher einige mehr haben wollen als eine ein- und ausschaltbare LED, kommen hier noch ein paar Ideen
Hier noch ein paar Anregungen, wie man mit Hilfe von Relais und anderen Tricks die Sache noch verbessern kann. Da die LED bei mir direkt an die Alarmanlage angeschlossen ist, habe ich keine dieser Ideen selbst probiert.
Schaltung einer LED mit Relais über Zündung: Bei einem ganz normalen Kleinrelais wird die Spule auf Zündung gelegt und die LED so angeschlossen, dass sie ausgeht, wenn die Zündung sich einschaltet.
Schaltung einer LED mit Relais über die Zentralverriegelung: Hierfür braucht man ein bistabiles Relais. Die Spulen werden zwischen ZV-Auf und Masse sowie ZV-Zu und Masse gelegt. Auf den Schaltausgang von ZV-zu wird die LED geschaltet.
Schaltung einer Zweifarbigen, dreipoligen LED mit Relais über die Zentralverriegelung: Dasselbe wie für den vorherigen Punkt, nur dass die eine Farbe (z.B. rot) auf ZV-Zu liegt und die andere (grün/blau/sonstiges)auf ZV-Auf.
Weniger Kabel verlegen: In der Tür liegt, wenn eine ZV vorhanden ist, ein dreipoliger Kabelstrang bis kurz unter den Türpin (hinter der Folie). Hier kann man theoretisch Plus und wenn die LED nicht schaltbar sein soll, auch Masse abgreifen.
Schaltung einer LED ohne Relais über die Zentralverriegelung: Eben schon erwähnter, dreiadriger Kabelstrang führt (zumindest in der Fahrertür) in der einen Ader je nach Stellung des Türpins 12V Plus oder Masse. Dies wird für die Steuerung der ZV benötigt und mit einer genügsamen LED könnte man sicherlich das Spannungspotential ausnutzen.
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