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Sefer Ha-Bahir

Der Sefer Ha-Bahir

Eine Einführung von E. Manea

Diese kurze Einführung, will weniger auf den historische Hintergrund dieses kleinen Büchleins
eingehen, als vielmehr auf den Inhalt.
Der Inhalt ist in der Tat mehr als nur interessant und leider in den Hintergrund der Betrachtungen
bezüglich der jüdisch mystischen Hinterlassenschaften geraten.
Zu häufig vermischten sich die weitaus interessanteren Theses des Sefer Jezira, der weitaus
weniger zugänglich ist, mit modernen Gedanken heutiger Esoteriker.
Die geringere Zugänglichkeit des Textes lässt höchstwahrscheinlich mehr Raum für etwaige
Spekulationen.
In der Tat benötigt man einen gewissen Grad von "jüdischer Bildung" um Zugang zum Text
des Bahir zu erhalten. Ich vermute dies bemerkt der jüdisch nicht geschulte Leser und verabschiedet
sich dementsprechend schnell vom Text.

Der Bahir ist ein altes Buch und gehört vielleicht zu den ältesten Textzeugen aus der Frühzeit der
Kabbalah, wie sich Gerschom Scholem auszudrücken pflegte.
Kommen wir nun zum eigentlichen Text.

Der Grundtext ist eingeteilt in 141 Paragraphen und handelt von mystischen Abhandlungen über
Verse, Buchstaben und Ideen die nun kabbalistisch eingefärbt wurden.

Im folgenden möchte lediglich ein paar Beispiele von der Mystik des Buches Bahir anführen um
seine Komplexität und sein Inhaltsreichtum aufzuzeigen.

Kommen wir gleich zum § 6 der davon handelt weshalb G-tt der Herr Abraham den Buchstaben He
geschenkt hat. Der Form halber sei erwähnt dass sowohl Sarai und Abram den Buchstaben He
geschenkt bekamen. Raschi erwähnt hierzu dass die beiden He's repräsentativ sind für die beiden
Buchstaben He im Tetragrammaton. Im Prinzip seien diese äquivalent mit dem oberen und unteren
He wie sie im Sohar als Idee Einzug gefunden haben. Um die Idee zu Komplettieren repräsentiert
Jitzchak, der Sohn von Abraham und Sarah den Buchstaben Jod aus dem Tetragrammaton.
Zusammengefügt also Jitzchak = Jod, Avaraham = He, die Verbindung zwischen Mann und Frau = Vav
in der Bedeutung des Hakens als Verbindung und Sarah als zweites He.

Der Bahir fragt in diesem Zusammenhang nun: Warum fügte G-tt dem Namen unseres Vaters Abraham
ein He und keinen anderen Buchstaben hinzu? Das geschah, damit alle Glieder des Menschen des
ewigen Lebens würdig sein sollten, das dem Meer verglichen wird. Gleichsam wurde erst dadurch das
Werk vollendet, wie es heißt (Gen. 9:6): "Denn im Bilde G-ttes (be zelem elohim) machte er den Menschen",
und das Wort Abraham ist seinem Zahlenwerte nach 248, so viel wie die Anzahl der Glieder des Menschen.

Steckt in diesem Passus ein Hinweis. Tatsächlich bietet die hebräische Sprache diverse Anspielungen
bezüglich des Buchstaben He. Man sollte sich vielleicht anschauen wo dieser Buchstabe überall
vorkommt und wie schlüßig die Theoorien sind die man hieraus ableitet. Vorerst sollte man alle Ideen
fallen lassen die man vorab mitbringt. Es soll in keinem Fall das eigene Konzept oder Dogma
über unsere Lesart herrschen. Ohnehin iist es schwierig tatsächliche Objektivität zu wahren. Ein wenig
versuchen sollte man es allerdings doch.
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Beginnen wir einfach mit Frage bezüglich des He.

1. Was bedeutet das He
2. Wofür wird der Buchstabe He benutzt
3. Welchen Zahlenwert hat der Buchstabe He
4. Weshalb benutzt der Text Gematria
5. Wo kommt das He überall vor

Der Buchstabe He gilt in vielen semitischen Sprachen, wie auch im hebräischen, als Artikel. Er bezeichnet
zum Beispiel Bücher (Sefer Ha-Bahir), Materie oder Meinungen.
Es gibt sogar die Auffassung dass der Buchstabe He äquivalent mit dem Menschen ist. Ein interessanter
Gesichtspunkt in Zusammenhang mit dem oben stehenden Text, der ja die Theorie aufstellt dass erst durch
das He der Mensch zum Menschen wurde. Der Zahlenwert des Buchstaben ist 5. Die Juden denken
hier sofort an die fünf Bücher Mose. Mystisch gesehen ist der Buchstabe He nur die Hälfte eines Ganzen,
nämlich der Zahl zehn. Als Buchstabe wäre hier das Jod äquivalent und in der Tat bedeutet das Jod nichts
anderes als Jad oder Hand. Und eine Hand hat nun einmal fünf Finger und hat zumeist ein Pendant mit
ebenso vielen Fingern, also zehn. Um die Schöpfung zu ermöglichen Teilte der Herr dieses Jod in zwei He.
Einem oberen und einem unteren He. Ist es diese Hand die über dem Meer der Genesis schwebte und die
die Israeliten beim Auszug aus Ägypten wieder empfing, als das Meer geteilt wurde? Wie logisch ist dieser
Gedanke?

Der Mensch erhielt einen Namen, Adam genannt. Adam heißt nun nicht Mann sondern Mensch. Er stammt
von der Erde und die trägt im hebräischen den Namen Adamah. Hier finden wie dieses verheißungsvolle He
schon wieder. Ein Wortspiel der hebräischen Sprache. Ein Wortspiel das sogar noch weitergeht. Nimmt
man den Buchstaben Aleph weg errhält man Blut (dam), fügt man ein He hinzu das Wort Erde. Alle drei
Wörter kommen in unmittelbaren Zusammenhang im ersten Kapitel der Torah vor, im Sefer Bereshith.

Das He begegnet uns wieder bei der Trannung zwischen Mann und Männin und dies endlich bedeutet tatsächlich
Mann und Frau. Isch und Ischah. Interessanterweise trägt nur die Bezeichnung des Weiblichen an sich
den Buchstaben He in sich. Vollständig ist der Mensch nur dann, kann nur dann Schöpfen wie G-tt selbst,
wenn er sich dem He nähert. Als ob das Geschenk des He von G-tt genau damit zu tun hat
Wenn nun Adam der Isch sich mit Chawah, der Mutter des Lebens, der Ischah vereint, so entsteht neues
Leben.
Es scheint das ein He ein Art Verbindung zu G-tt herstellt. Wir können ihn geradezu immitieren. Dies ist nur
eine Theorie. Versuchen wir diese doch einmal zu festigen.
Wenn die Verbindung eines He mit einem Menschen schon zu Schöpfen vermag, was vermag dann die
Wiederherstellung der geteilten He. Vielleicht ein intensivere Verbindung zu G-tt.
Erinnern wir uns. Das Tetragrammaton wir  mit den Buchstaben Jod-He-Vav-He geschrieben. Zwei He die
sich Verbinden. Uns was vermag der Träger dieses Namens nicht alles. Er ist der Meister des
Universums, gelobt sei sein Name für immer und ewig.

Was, wenn nun wir versuchen die beiden He zu verbinden?
Ein altes Wort gibt ein wenig Aufschluß hierüber. Es wird HGH (He-Gimmel-He) geschrieben. Es bedeutet soviel
wie summen, murmeln, meditieren. Alte Kulturen benutzten dieses Wort um damit Totengeister zu
beschwören. Interessant hierbei ist dass es darum ging einen Zugang zum Himmel zu erhalten. Es geht um
einen nach oben gerichteten Geist, eine Art von Konzentration in dem man zwischen den beiden He's hin und
her schwingt.
Dies erinnert an alte kabbalistische Methoden die erklären man solle zwischen Chochmah-Zustand und Binah-
Zustand hin- und herschwingen um einen Zugang zu den höheren Bewustseinsstufen zu erlangen und die
Merkavah zu schauen.

Ein anderes Wort geschrieben HDH (He-Daleth-He) bedeutet soviel wie führen lassen und um mit den Worten
Jesaias 11:8 zu sprechen, geht es sogar mit der Bedeutung die Hand ausstrecken einher.
Tatsächlich geht es um die Hand. Dieses doppelte He bringt uns immer wieder zum Mensch sein, zu einer
Verbindung, zur Hand.

Wenn es tatsächlich so ist dass unsere Theorie besagt dass der Buchstabe He oder vielmehr das doppelte He
mit schöpferischen Fähigkeiten zu tun hat, so müssten wir in der hebräischen Sprache noch mehr Indizien dafür
finden.
In der Tat ist es nicht schwer auf den nächsten Zeugen zu kommen. Es ist das Wort Howeh, heschrieben
(He-Vav-He). Im Grunde so wie die letzten drei Buchstaben des Tetragrammaton. Es bedeutet soviel wie
werden, etwas sein.

Man mag sich seine eigenen Schlüße über das Gesagte machen. Man muss aber zugeben dass es eine
Eigendynamik erhält wenn man den Ideen des Bahir über den Tellerrand hinaus folgt.

Ist es nun dieses He, welches dem Menschen weggenommen wurde als er noch Idee war und zurückgegeben
wurde damit der Mensch vollkommen werde?
Ein merkwürdiger Gedanke. Ist dan Abraham stellvertretend für den wahren ersten Menschen auf Erden.
Vielleicht war Mennsch erst dann vollkommen Mensch für die Torah, als endlich der Erste eine wahrhafte
G-tteserkenntnis hatte. Dann wäre es in der Tat höchst bedenklich wenn man bei der Torah von einem
historischen Machwerk ausgeht.

Vielleicht basiert es zwar auf historischen Elementen, die allerdings nur zu einem Zweck genutzt wurden. Um
uns der wahren Lehre näher zu bringen. Kann dies sein? Fragen sie es sich selbst.

Fortsetzung folgt.....


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