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Bücherempfehlungen

Am dieser Stelle werde ich zukünftig die interessantesten Buchempfehlungen abgeben. Zu jedem Buch schreibe ich eine kleine Übersicht, damit man weiß ob es tatsächlich für einen wichtig sein könnte oder nicht. Jedes vorgestellte Buch habe ich auch gelesen und befindet sich in meinem Besitz. Auch Bücher die ohne weiteres nicht mehr bestellt werden können, werde ich erwähnen, damit Leser die in Antiquariaten stöbern, sich ein wenig orientieren können.

Buchempfehlung 1

HOW THE HEBREW LANGUAGE GREW
Jewish Education Comittee Press
by
Edward Horowitz, M.A., D.R.E.
Copyright 1960

Ein wirklich lohnendes Buch. Eines welches man so ohne weiteres sicherlich kaum noch erhält. Recherchiert habe ich hierüber nicht. Dafür hat es allerdings so viele Preise bekommen, dass ich von einem Reprint ausgehe.Wer bare Informationen über die Entstehungsgeschichte (zumindest einer möglichen Erklärung) erhalten möchte, liegt bei diesem leicht verständlichen Buch goldrichtig. Auch wenn man bereits über Hebräischkenntnisse verfügt lohnt sich die Anschaffung. Es wirkt wie ein Kinderbuch und im >Prinzip ist es nichts anderes. Ein Lehrbuch für Erwachsene und Kinder ab 14.

Buchempfehlung 2

Das verbrannte Buch / den Talmud lesen
von
Marc Alain Quaknin
ISBN: 3-88679-182-3

Das wohl intelligenteste Buch dass der Verfasser je herausgebracht hat. Hier ging es ausnahmsweise mal nicht um bloße Verkaufszahlen. Dieses Lehrbuch über die Lektüre des Talmud bezieht den Verstand des Lesers mit ein. Man muss nicht dem Gelehrten willenlos und unwissend zuhören. Man erfährt den Talmud selbst. Eine anregendere Lektüre zum Thema habe ich nie gelesen. Intelligent, wortgewandt, nicht auf Pseudointellektuell gemünzt, sondern ein wahres Meisterwerk seiner Zeit. Ein Buch dass jedem in der Bibliothek zu wünschen ist. Levinas wäre entzückt dass sein Denken auf diese Weise erhalten bleibt, weiter tradiert wird und aufzeigt dass Levinas nicht alles geniale selbst entworfen hat, sondern so genial war, die Genialität im Talmud zu entdecken. Erst Quaknin, dann Levinas vier Talmudlesungen ist meine absolute Empfehlung.

Buchempfehlung 3

Raschi Kommentar zum Pentateuch

Hierzu muss ich wohl nicht viel sagen. Wenn diese Seite schon Peschat heißt, dann darf der Meister des Peschat selbstverständlich nicht fehlen. Der unangefochtene ist nach wie vor RASCHI. Ohne Raschi ist der oberflächliche, nicht schlußendliche, Sinn der Torah (oder des Pentateuch) nur sehr schwer zu verstehen. Salomon Goldschmidt versüsste durch seine Neuauflage des Buches 1994 das Herz der Studenten. Wer als Jude in der Diaspora eine Rückbesinnung aufs Wesentliche vollziehen will, der erfährt durch diesen Kommentar eine wahre Erleuchtung. Nicht umsonst gilt Raschi als der Rabban schel Jisrael , der Lehrer Israels. Auch er nutzte eine andere Sprache zur Erklärung des Urtextes. Viel Freude beim Studium.

Buchempfehlung 4

GESENIUS
Hebräisches und Aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament

Dieses Werk ist unabdinglich für eine seriöse textkritische Auseinandersetzung mit dem Urtext der Torah. Vom einzelnen Buchstaben, bishin zum kompletten Wort und deren Einbindung und Vorkommen innerhalb des Textzeugen, findet der Rechercheur alles was das Herz begehrt. Etymologisch bietet Genesius mehr als alle anderen ähnlichen Konkordanzen. Die Bezeichnung Handwörterbuch trägt dem gewaltigen Werk nicht im mindesten Rechnung. Es handelt sich um ein unglaubliches Stück sprachwissenschaftlicher Leistung mit Jahrelanger Forschungsarbeit.

Buchempfehlung 5

FUERSTI I
Concordantiae Hebraicae

Auch bei diesem Werk handelt es sich um eine Konkordanz aller vorkommender Worte der Torah von Aleph bis Taw. Eine wunderbare Ergänzung zur Genesius Konkordanz. Hebräischkenntnisse sind allerdings Voraussetzung.

Buchempfehlung 6

R.-P. Schmitz
Aqedat Jishaq
Judaistische Texte und Studien / OLMS

Innerhalb dieser wissenschaftlichen Abhandlung geht es um die sogenannte Bindung oder zu Deutsch - Opferung von Isaak. Diese theologische Problemstellung, setzt sich mit der Problematik der Allwisenheit G-ttes auseinander. Man erkennt schnell dass man zu keiner konkreten Antwort kommt wenn man sich diesem Thema kausal zu nähern versucht. Anscheinend ist die Personifizierung oder Idolatrie, durch die wir G-tt immer wieder zu betrachten scheinen, ein Bremsklotz der Erkenntnis. Der Text setzt sich mit der Aqedah philologisch, philosophisch und Textkritisch auseinander.

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Buchempfehlung 7

DER KAINITERSTAMMBAUM in der jüdischen und christlichen Exegese
H.-G.v. Mutius
Judaistische Texte und Studien / OLMS

Genesis 4/17-24
Probleme der Exegese werden durchleuchtet.  Von den Anfängen bis zum Ende des Mittelalters, nach dem Zeugnis des Don Isaak Ben Jehuda Abravanel. Dieser Text dient gleichzeitig einer weiteren Erfotschung des Josephustextes.

Buchempfehlung 8

MIDRASCH-ANALYSE
J. Wachten
Judaistische Texte und Studien / OLMS

Diese Midrasch Analyse setzt sich mit dem halachischen und haggadischen Traditionen auseinander. Vor allem der Midrasch Qohelet Rabba wird durchleuchtet und berachtet so die rabbinische Literatur und Interpretation der jüdischen Religion. Eine gute Methode sich der mosaischen Offenbarungsreligion anzunähern. Erfordert allerdings echtes Einlesevermögen und Geduld.

Buchempfehlung 9

JÜDISCHE WELT VERSTEHEN
Alfred J. Kolatch
Sechshundert Fragen und Antworten
fourier Verlag

Sicherlich kein Buch für Profis. Dennoch eines welches man als praktisches Nachschlagewerk nutzen kann. Und so manch jüdische Familie scheut den Blick ins Kizzur Schulchan Aruch, um zu erfahren ob dieses oder jenes im Leben richtig sei oder nicht. Gut - "Jüdische Welt Verstehen" hat einen ganz anderen Anspruch und vor allem Ansatz. Er bietet dem unaufgeklärten und/oder einfach interessierten Menschen eine Begründung für die ein oder andere Eigenart seines jüdischen Nachbarn. Warum beerdigt der Jude so und weshalb ißt man zu Pessach Mazze. Auf solche durchaus wichtigen Fragen gibt Kolatch vernünftige Antworten. Gut so. Dan muss man nicht dem ahnungslosen jüdischen Nachbarn auf die Kronjuwelen gehen.

Buchempfehlung 10

Geschichte des Jüdischen Krieges
von
Flavius Josephus
Verlag Benjamin Harz 1923

Wieviele Augenzeugen biblischer Zeiten kennen Sie? Wie bitte? Keinen? Sehr verwunderlich. Ich kenne zumindest einen. Gut, nicht privat. Aber in Buchstabenform. Josephus hat uns ein wahres Meisterwerk historischer Art hinterlassen. Diese Geschichte ist eine einzigartige. Vielfach verfilmt, vielfach drüber geschrieben. Authentischer finden Sie es nirgendwo. Von Antiochus zu Epiphanes, von Judas zu Jonathan, von Hirkanus bis zu Aristobulus, von Brutus, Crassius, Caesar bis Herodes. Was kann man sich mehr wünschen. Nur wenige Dinge wirken subjektiv geschrieben. Vieles ist hier klar und deutlich tradiert. Und zwar mit der wissenschaftlichen Genauigkeit eines wahren Könners und Beobachters. Viel  Freude bei diesem unglaublich spannenden Buch. Glauben Sie mir - Sie werden jeden Ludlum aus dem Fenster schmeißen. Denn nichts kann spannender sein als gut geschriebene Historie.

Buchempfehlung 11

El Aleph, Ficciones, Historia universal de la infamia ( Buenos Aires)
Jorge Louis Borges

Wenn Sie nach etwas suchtem, was, sagen wir - unaussprechlich zu sein scheint und irgendwie nicht ausdrückbar ist oder es ist Ihnen einfach nur begegnet, sagen wir aus Zufall, dann finden Sie innerhalb von "El Aleph" oder "Das Aleph" - die richtigen Worte. Borges hat es geschafft. Er hat es fertig gebracht eine Sprache zu entwickeln, die vielmehr Wahrheit verkünden kann, als es normale klare Worte vermögen. Nun - die Worte an sich vermögen es sowieso nicht, zumindest nicht ohne ihren Tonträger - den Menschen. Wer das Aleph liest, kann sich nur wundern. Nur wundern über die Klarheit mit der uns seine (des Verfassers) Worte erreichen. Seine Intention versteht nicht jeder. Doch manch einer, der sich mit jüdischen Themen befasst hat, der erkannt hat weshalb das Aleph in der Tat nicht anders angegangen werden kann als es Borges zu tun pflegte, der kann nicht umhin, als sich ob der Worte zu erfreuen. Ich wünsche den Lesern wahrlichen Genuß und viele freudige Erkentnisse.

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Buchempfehlung 12

David Kimhis's
HEBREW GRAMMAR
MIKHLOL
edited by
William Chomsky
1952

Die Grammatik war und ist eines der wichtigsten Bestandteile des Judentums. Zum einen aufgrund der Erhaltung und Rettung der "heiligen Sprache" und zum anderen theologisch gesehen. Immerhin wird die Schöpfung, wie im Sepher Jetzira beschrieben, durch die Permutation von Buchstaben und anderen innewohnenden Prinzipien vollzogen. David Kimhi ist eine der brillantesten Köpfe der sich um den Erhalt des Hebräischen verdient gemacht hat. Eines der besten Bücher um die schwierige Grammatik zu verinnerlichen.

Buchempfehlung 13

Hilkhot ha-Kavod
Die Lehrsätze von der Herrlichkeit G-ttes
von El'azar Ben Yehuda von Worms
Übersetzt und kommentiert von Hanna Liss

(Text and Studies in Medieval Modern Judaism 12 / Mohr Siebeck)

Gerschom Scholem und Joseph Dan haben den Weg einst zuerst beschritten. Vor allem Scholem, hat sich um die Erforschung der "Frommen Deutschlands" verdient gemacht. Peter Schäfer begleitete viele derartige Studien und Übersetzungen und ermöglichte es mit Joseph Dan, dass solche Arbeiten in den Bibliotheken der Welt zu finden sind. Hann Liss hat hier ganze Arbeit geleistet. Sie verfasste die erste vollständige Übersetzung und vor allem besonders ausführliche Kommentierung dieses jüdisch-theologischen Traktates. Nach kurzem Lesen erkennt man ihre Kleinstarbeit und die Mühe die sich die Verfasserin gemacht hat. Ein Fortschritt für den Erhalt jüdischen Wissens in der Welt. Erst durch die Darstellung der verschiedenen von Hanna Liss genutzten Textzeugen, wird einem klar wiew intensiv ihre Arbeit gewesen sein muss. Ähnlich Verarbeitet wie die von Schäfer veröffentlichten Heickaloth-Traktate, ist hier ein objektive Arbeit vollzogen worden. Vielen Dank Hanna Liss.

Buchempfehlung 14

Johann Maier
Die Kabbalah
Einführung - Klassische Texte - Erläuterungen
Verlag .H. Beck München
1995

Eine gute Übersicht über die Themen der Kabbalah, bietet das Buch "Die Kabbalah" von Johann Maier. Er spezifizierte sich vor allem auf die klassische Kabbalah des 13. Jahrhunderts, wie sie vor allem von Gikatilla vertreten wurde. Von den Grundlagen der kabbalistischen Welt- und G-ttesanschauung, den Sephiroth, dem Sepher Jetzira, dem Buch der Schöpfung, bishin zu solch zentralen Themen der Begründung des Leid und Übels in dieser Welt. Auch Gebete und Medittationen fanden Einzug in dieses große Buch, welches für Laien als auch für Fortgeschrittene zur interessanten Lektüre werden dürfte. Wer es noch nicht hat, sollte es sich unbedingt zulegen. Eine lohnende Bereicherung für Ihre Privatbibliothek.

Buchempfehlung 15

Ingeborg-Liane Schack
Der Mensch tracht und Got lacht
450 jiddische Sprichwörter

Dieses Buch ist vor allem deswegen zu empfehlen, weil es eine heitere Seite des Judentums seriös zu betreten weiß. Vor allem weil die jiddische Sprache, ähnlich wie das Ladino, zu den aussterbenden Sprachen Europas gehört. Dem deutschen Leser wird es gefallen dass die Umschrift des jiddischen nicht etwa hebräisch sondern lateinisch vollzogen wurde. Da die Nähe zur deutschen Sprache unumstritten ist, wird dem interessierten Leser die Erforschung der Sprache nicht schwer fallen. Nach einigem lesen gewöhnt man sich an die meisten Wörter und versteht schnell was andere als Nuscheln interpretieren würden. Hier lebt eine totgesagte Sprache wieder auf, beweist ihre Lebendigkeit, ihren Humor und Einfühlsamkeit.