Weddingstedter absolviert Praktikum in ThailandBerichte per „E-Mail aus Chiang Mai“Weddingstedt (ca) In wenigen Tagen steigt Bastian Zitscher ins Flugzeug. Der 24-jährige Weddingstedter absolviert ein mehrwöchiges Praktikum an einer Universität in Thailand. Von dort berichtet er uns in seiner „E-Mail aus Chiang Mai“. Der Ort liegt im Nordwesten des Landes. Den Praktikumsplatz hat der Student der Geographie über einen Professor, der in Kambodscha unterrichtet, erhalten. Den Kontakt stellte eine Kommilitonin in Göttingen her, wo der Weddingstedter seit 2003 eingeschrieben ist. Seine Reise beginnt am Montag, 31. Juli, und führt ihn über Dubai zunächst nach Bangkok, der thailändischen Hauptstadt. „Dort werden wir ein paar Tage bleiben und uns um Visa für die Einreise nach Myanmar, ehemals Burma, zu kümmern“, sagt Zitscher. „Wir“ heißt es deshalb, weil auch seine Freundin mit nach Thailand kommt. „Sie studiert Medizin und macht in Chiang Mai an der dortigen Uni-Klinik ein praktisches Jahr“, erklärt er. Zitscher selbst bleibt bis zum 17. Oktober in Thailand. Die Region ist ihm nicht unbekannt. Schon oft hat er Südostasien als Backpacker (Rucksacktourist) bereist. „Alleine für Thailand habe ich elf Einreisestempel im Pass“, so Zitscher. Erst im vergangenen März besuchte er Thailand. Auch in Vietnam war er schon. Für diesen längeren Aufenthalt hat er sich auch für einen Thai-Sprachkursus angemeldet. „Ich möchte die Sprache gerne lernen und nehme deshalb täglich drei Stunden Unterricht.“ Das dürfte auch seinem Studium in Deutschland und der späteren Berufswahl zu Gute kommen. „Ich studiere außer Geographie noch Politische Wissenschaft und Wirtschaftspsychologie, wobei ich mich auf den Zweig Tourismus spezialisiere“, erzählt er. Da kann es nicht falsch sein, eine „exotische“ Sprache zu beherrschen. Auf Deutsch dagegen werden uns seine E-Mails erreichen, auf die wir schon gespannt sind. DLZ = Dithmarscher Landeszeitung |
Die Khao San Road in Bangkok
Nach einem kurzen Aufenthalt am Dubai-Airport kamen wir am Dienstag Abend in Bangkok an. Bangkok ist mit ca.8 Millionen Einwohnern die Hauptstadt Thailands. Insgesamt kommt Thailand auf 65 Mio. Einwohner. Dass 95% der Bevoelkerung buddhistisch ist, sieht man an den zahlreichen praechtigen Tempelanlagen, die ueberall im Land zu sehen sind.
Wie eigentlich alle Backpacker zog es uns in vom Flughafen in die Khao San Road, dem Treffpunkt der Rucksackreisenden in Asien.
In dieser Strasse im Zentrum Bangkoks reihen sich Bars, Internetcafes, preisguenstige Hotels und Reisebueros aneinander. Auf der Strasse selbst bauen sich einfache Marktstaende auf, an denen die Verkaeufer versuchen, Imitate wie Uhren, CDs oder T-Shirts an den Reisenden zu bringen. Bei solchen Haendlern ist das ausgiebige Feilschen um den Preis der Hauptbestandteil einer Shopping-Tour. In der Regel zahlt man schliesslich nicht mehr als die Haelfte des Anfangspreises.
Die Khao San Road ist der Dreh-und Angelpunkt des Landes. Von hier aus buchen Individualreisende Tickts fuer Fluege, Zuege, Busse und Boote fuer Reisen innerhalb Thailand und in die benachbarten Laender Suedostasiens.
In Bangkok verbrachten wir nun also die naechsten zwei Tage noch etwas Jetlag-geschwaecht z.B. damit, die neu eingeweihten beiden ersten U-Bahn-Strecken der Metropole zu testen, bevor es fuer uns dann per Zug in der dritten Klasse weiter Richtung Sueden nach Prachuap Khiri Khan ging. Prachuap Khiri Khan ist eine kleine verschlafende, touristisch noch nicht erschlossene Stadt, deren Hauptwirtschaftskraft noch in der Fischerei liegt. Die Uebernachtung kostet pro Person 1,50Euro und auch das Seafood-Abendessen lag preislich im selben Rahmen.
Nach einem eintaegigen Aufenthalt ging es fuer uns dann wieder Richtung Sueden per Bahn nach Chumpon weiter, von wo aus wir nun versuchen wollen per Boot auf eine der an der Kueste vorgelagerten Inseln zu gelangen, zu denen auch die bekannte Urlaubsinsel Ko Samui gehoert.
Die Insel Koh Tao
Wie bereits in der letzten E-Mail angekuendigt, ging es fuer uns vom thailaendischen Festland per Catamaran nach Koh Tao - eine der an der Ostkueste Thailands vorgelagerten Inseln, die entgegen der thailaendischen Westkueste von der Zerstoerung durch den Tsunami im Dezember 2004 verschont blieben.
Koh Tao ist das Taucher-Paradis in Suedostasien. Nahezu jeder Besucher kommt hierher, um die einmalige Unterwasserwelt zu geniessen. Wir beschraenkten uns auf das Schnorcheln und stiessen bereits wenige Meter vom Ufer entfernt in dem klaren Wasser auf bunte Fischschwaerme und Korallen. Ueberall auf der Insel stehen Bungalow-Resorts direkt am Strand, so dass man in seinem meist preisguenstigen Bungalow oft nur wenige Meter vom Wasser entfernt unter Palmen wohnt.
Einige Kilometer suedlich von Koh Tao liegen die beiden etwas groesseren Inseln Koh Samui und Koh Phangan.
Waehrend Ko Samui eher fuer den Familien- und Badetourismus bekannt ist und sogar mit einem eigenen Flughafen ausgestattet ist, erlangte Koh Phangan vorallem durch die legendaeren Fullmoon-Partys Beruehmtheit. Hier treffen sich einmal pro Monat die Rucksackreisenden, um gemeinsam am Strand unter dem Vollmond zu feiern.
Ueberall brennen Fackeln und entgegen meines persoenlichen Musikgeschmacks wird groesstenteils zu Techno getanzt. Auf dieser Party mit bis zu 10.000 Besuchern erlebt man Unvorstellbares...da kann selbst die wildeste Party im Dithmarscher Lande nicht mithalten.
Von den Inseln geht es nun zurueck in die Hauptstadt des Landes - nach Bangkok.
Geburtstag der Koenigin und die Stadt Chiang Mai
Am 12. August erreichten wir mit der Bahn aus dem Sueden kommend erneut die thailaendische Hauptstadt Bangkok. Die Stadt befand sich an diesem Tag im Ausnahmezustand - es war der Geburstag der Koenigin des Landes und somit zugleich auch Muttertag.
Das thailaendische Koenigspaar wird im Land in der Regel sehr hoch angesehen und von der Bevoelkerung verehrt. In jedem Wohnzimmer, Restaurant und selbst im Supermarkt fallen die protzigen Bilder des Monarchenpaares, die an den Waenden haengen, ins Auge.
Der thailaendische Koenig feiert in diesem Jahr sein sechzigjaehriges Amtsjubilaeum und ist damit der dienstaelteste Koenig weltweit.
Nachdem wir uns nun also einige Zeit die kilometerlange Ehrenparade fuer die Koenigin nahe des Koenigspalastes ansahen und uns auch auf den volsfestaehnlichen Plaetzen in Bangkok unters Volk gemischt hatten, ging es fuer uns mit dem Flieger weiter nach Chiang Mai.
Chiang Mai ist mit geschaetzten 500.000 Einwohnern das Zentrum des thailaendischen Nordens. Sie duerfte zudem die groesste thailaendische Stadt ausserhalb des Agglomerationsraumes Bangkok sein, es liegen jedoch keine tatsaechlich realistischen Einwohnerzahlen fuer die Staedte Thailands vor.
Die offizielle Bevoelkerung Chiang Mais liegt mir nur 170.000 deutlich unterhalb der Wirklichkeit.
Nach dem etwa einstuendigen Flug aus Bangkok kamen wir schliesslich in Chiang Mai an und bezogen Quartier in einem Hotel im Zentrum der Stadt, um uns von dort aus nach einem Appartement umzuschauen. Die Preise fuer eine Uebernachtung variieren von nur einem Euro im Backpacker-Gaestehaus zu ca zehn Euro im Mittelklassehotel und bis zu 1200Euro im Luxushotel.
Nach einigen Tagen Suche fanden wir dann ein nettes Appartement am Stadtrand von Chiang Mai fuer die kommenden zwei Monate. Sowohl der riesige Campus der Chiang Mai University als auch die Universitaetsklinik sind mit den ebenfalls fuer zwei Monate gemieteten Motorraedern schnell zu erreichen. In dieser Woche starten nun unsere Praktika in den Bereichen Geographie und Medizin an der Universitaet.
Der Weddingstedter Bastian Zitscher hält sich zurzeit in Asien auf. In dem Ort Chiang Mai in Thailand absolviert er ein Praktikum im Rahmen seines Studiums. Von dort berichtet er in der „E-Mail aus Asien.“
„Da ich bereits im März in Chiang Mai war, um mich an der Fakultät der Geographie persönlich vorzustellen und mich nach den Einzelheiten meines Praktikums informierte, ging ich davon aus, zu wissen, was mich an meinem ersten Tag in etwa erwarten würde... Falsch! Als ich also mit meinem Moped zum per E-Mail verabredeten Termin an der Universität erschien, gab es doch die eine oder andere Überraschung.
„Oh, du bist schon jetzt hier? Wir hatten zwar 10 Uhr ausgemacht, dachten aber, du kommst dann irgendwann und nicht so pünktlich“ Das hieß, ich musste erstmal warten – ganz normal in Thailand, aber ungewöhnlich für uns für Pünktlichkeit bekannte Deutsche. Nach einiger Zeit kam es dann zum Gespräch mit der Fakultätsleitung, die sich nicht mehr wirklich daran erinnern konnte, was vor einigen Monaten ausgemacht worden war. „Den August und September über seien in Thailand Semesterferien, das heißt, wir haben relativ viele Forschungsprojekte im Bereich Tourismus, da wir dann nicht mit der Lehre der Studenten beschäftigt sind“, hieß es im März von Seite der Geographie. Als ich auf dem Weg über den riesigen Campus der Uni überall thailändische Studenten in typischer Studentenuniform antraf, war ich über das rege Treiben trotz Semesterferien überrascht. Sowas kenne ich aus Göttingen nicht. Doch die Erklärung dafür war einfach – es waren keine Semesterferien, man befindet sich mitten im Semester. Also keine Forschungsprojekte, an denen ich mitarbeiten sollte. Im Gespräch gab es weitere Überraschungen, und wir verabredeten einen neuen Termin, um nach einer Lösung unseres bzw. meines Problems zu suchen.
Als ich zum zweiten Termin nach den Erfahrungen vom ersten Mal mit einer absichtlichen Verspätung erschien, um nicht wieder überpünktlich zu sein, erwartete man mich bereits mit einer Delegation des Geographischen Instituts ungeduldig mit den Worten „du kommst aber spät. Wir warten schon auf dich!“ Wie man es macht, macht man es falsch.
Vermutlich aus schlechtem Gewissen hatten sich die Geographen tags zuvor zusammengesetzt und über eine vernünftige Beschäftigungsmöglichkeit für mich in den kommenden zwei Monaten beraten. Heraus kam dabei ein sehr interessantes Projekt, das den Deutschen Tourismus im Norden Thailands untersucht.“
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Trip in das Goldene Dreieck
Am vergangenen Wochenende waren wir nun bereits einen Monat in Thailand und somit lief unser dreissigtaegiges Visum aus. Das hiess, wir mussten das Land verlassen, um dann bei der Wiedereinreise nach Thailand erneut ein Visum zu bekommen.
Die billigste und schnellste Moeglichkeit von Chiang Mai aus war ein Kurzbesuch in Myanmar, dem westlich gelegenden Nachbarland Thailands.
Auf der vierstuendigen Busfahrt dorthin machten wir unter anderem einen Zwischenstop am Dreilaendereck "Goldenes Dreieck", das vorallem fuer den Opiumanbau bekannt ist. An das Gebiet, durch das der Fluss Mekong fliesst, grenzen die Laender Thailand, Laos und Myanmar.
Bei einer Fahrt in einem kleinen Holzboot ueber den Mekong ergab sich die Moeglichkeit zu einem Kurzbesuch in Laos ohne dabei offiziell einzureisen.
Als wir spaeter erneut per Bus die Grenzstadt Mae Sai zwischen Thailand und Myanmar erreichten, fiel sogleich der Unterschied beider Laender ins Auge. Myanmar ist mit seiner Militaerdiktatur naemlich eines der aermsten Laender Asiens.
Wir reisten also aus Thailand aus und liefen im " Niemandsland" in Richtung Myanmar, um dort Einreise-und Ausreisestempel gleichzeitig in unsere Reisepaesse zu bekommen. Diese "Scheineinreise" lassen sich die Grenzbeamten mit 10 Dollar bezahlen, die man in den Reisepass legt bevor man diesen im Einreisebuero von Myanmar abgibt.
Nach nur 10 Minuten in Myanmar, 10 Dollar aermer und dafuer zwei Stempel reicher, reisten wir erneut in Thailand ein und haben nun ein weiteres 30-Tage Guthaben.
Auf dem Rueckweg fuhren wir dann noch in eines der Bergdoerfer, die den thailaendischen Nordwesten praegen. Hier trafen wir auf die weltweit einmaligen und beruehmten Langhalsfrauen, die fernab der Staedte in den Bergen leben wie noch vor 200 Jahren.
Den Maedchen werden schon im fruehen Alter gluehende Metalringe um den Hals gelegt; die urspruengliche Begruendung dieser Prozedur war der Schutz vor Tigern, die ihre Opfer fuer gewoehnlich mit einem Biss in den Hals toeten. Mit steigendem Alter steigt auch die Anzahl der Ringe, so dass der Hals der aeltesten Frauen um bis zu 30cm gestreckt wird. Abgenommen wird dieser ungewohenliche Halsschmuck bis zum Lebensende in der Regel nicht mehr.
In der vergangenen Woche zog es uns für einige Tage in den Regenwald nordöstlich von Chiang Mai, um dort eine Trekking-Tour zu machen.
In dieser Gegend Thailands leben in den zahlreichen Nationalparks noch immer wilde Tiger, denen wir glücklicherweise nicht begegneten.
Auf einem Markt in den Bergen deckten wir uns mit dem Nötigsten für die kommenden drei Tage im Dschungel ein, bevor wir dann direkt im Regenwald abgesetzt wurden. Nach einer vierstündigen Wanderung abseits aller Wege erreichten wir unser Nachtquartier, ein kleines Bergdorf – ohne Straßenanbindung mitten im Urwald gelegen. Dort übernachteten wir in einer sehr einfachen Bambushütte.
Früh morgens wanderten wir dann tiefer in den Regenwald hinein. Zwischendurch konnten wir uns unter einem eiskalten Wasserfall bei Temperaturen von über 30 Grad etwas abkühlen.
Am Nachmittag erreichten wir schließlich ein Elefantencamp, in dem ein gutes Dutzend Arbeitselefanten mit ihren Mahuts (Elefantenführer) unter einfachsten Bedingungen leben.
Von dort aus ging es dann auf dem Rücken eines Elefanten weiter durch den Dschungel bis in das Bergdorf, in dem wir dann die zweite Nacht verbringen sollten. Dort gab es weder fließend Wasser noch Strom. Das für den Dithmarscher ungewöhnliche Abendessen bestand zum Teil aus Schmetterlingslarven, die mit der Machete aus Bambuspflanzen herausgeschlagen werden und dann frittiert ein gut schmeckendes Dessert darstellen.
Am nächsten Morgen ging es mit einem Bambusfloß weiter. Das nur einen Meter breite aber zirka 15 Meter lange Floß flussabwärts zu steuern, erwies sich besonders in den Stromschnellen als sehr schwierig. Körperlich unversehrt aber völlig erschöpft erreichten wir nach gut zweistündiger Fahrt ein weiteres Elefantencamp. Von dort ging es dann per Jeep zurück nach Chiang Mai.
Geblieben sind von dieser Tour neben Erinnerungen vor allem unzählige Moskitostiche.
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Der Weddingstedter Bastian Zitscher hält sich zurzeit in Asien auf. In dem Ort Chiang Mai in Thailand absolviert er ein Praktikum im Rahmen seines Studiums. Von dort berichtet er in der „E-Mail aus Asien“.
Mittlerweile sind die ersten sieben Wochen in Thailand vergangen, und wir haben uns innerhalb des vergangenen Monats, den wir jetzt in Chiang Mai sind, recht gut in der Stadt eingelebt.
Meine täglichen Touren auf die touristisch überlaufenen Märkte der Stadt, um dort nach Deutschen für meine Forschungsarbeit „Deutsche in Chiang Mai“ zu suchen, sind Routine geworden. Und obwohl sich Chiang Mai beziehungsweise Thailand insgesamt zurzeit regenzeitbedingt in der Nebensaison befindet, so trifft man doch täglich auf deutsche Touristen, die die Hauptstadt des thailändischen Nordens besuchen.
In Chiang Mai ist täglich ab 17 Uhr der größte Nacht-Markt Thailands aufgebaut, der jedoch auf Grund seiner Berühmtheit und der zahlreichen Touristen eher als Touristenfalle angesehen werden kann. Die für den Deutschen immer noch sehr günstigen Preise liegen ein Vielfaches über dem normalen Preisniveau des Landes.
Neben diesem Markt gibt es unzählige weitere tägliche Märkte in der und um die Stadt herum, auf denen vor allem die Thais auf Einkaufs-Tour gehen.
Der wöchentliche Höhepunkt, der sowohl Touristen als auch Einheimische anzieht, ist der Sonntags-Markt, für den der Großteil der Altstadt abgesperrt wird und der mit seinem Angebot und der besonderen Atmosphäre alles andere übertrifft.
Typisch thailändisch ist dabei, dass alle zehn Meter ein unterschiedliches Gericht für ein paar Cent angeboten wird. Die Thais sind eigentlich rund um die Uhr immer am essen, wie mir mein Thai-Lehrer bestätigte. Dabei werden in der Regel winzige Portionen gegessen, die wir Deutschen maximal als Vorspeise bezeichnen würden.
Das gute thailändische Essen ist im Übrigen der meist genannte Begriff, der den zirka 100 Deutschen, die ich bisher für meine Arbeit befragt habe, spontan zu Thailand einfiel.
Beste Grüße
Als am Dienstag abend ploetzlich alle thailaendischen Fernsehsender ihr Programm unterbrachen, Bilder des Koenigs zeigten und stundenlang die thailaendische Nationalhymne und andere Musik, die in der Vergangenheit mit Militärputschen in Zusammenhang gebracht wurde, abspielten, dachten wir anfangs, wir haetten einen ganz besonderen Feiertag des Landes verpasst.
Als dann aber unser aufgebrachter ebenfalls deutscher Nachbar zu uns heruebergestuermt kam und von einem Militaerputsch in Thailand sprach und wir das auf den internationalen Fernsehsendern bestaetigt sahen, konnten wir es kaum glauben.
Die Bilder zeigten Panzer in Bangkok und ueberall Soldaten in der Stadt - strategisch wichtige Punkte der Stadt seien ebenso wie das Regierungsviertel der Hauptstadt unter Kontrolle des Militaers.
Alle Fernsehsender der Stadt wurden gestuermt und in und um Bangkok wurden sogleich alle internationalen Sender lahmgelegt.
Von Touristen in Bangkok hoerte man, dass es zum Teil Ausgangssperren aus den grossen Hotelanlagen der Stadt gaebe und man keinerlei Zugang zu den Medien mehr habe.
In Chiang Mai(600km noerdlich von Bangkok) hatten wir diesbezueglich Glueck, dass nur die thailaendischen Medien unzugaenglich waren und wir weiter ueber CNN und BBC informiert wurden.
In der zweitgroessten Stadt des Landes blieb es die Nacht ueber ruhig.
Mittlerweile sind auch die meisten der entmachteten Politiker festgenommen worden oder in den Norden in Richtung Chiang Mai, der Heimatstadt des gestuerzten Regierungschef Thaksin Shinawatra, geflohen, wie es im thailaendischen Fernsehen, was seit heute(Mittwoch) morgen wieder auf Sendung ist, heisst.
Wenn man sich auf die Strassen begibt, so hoert man die unterschiedlichsten Stellungnahmen der Bevoelkerung. Die einen stehen mit ihren Aussagen hinter dem Militaerputsch und wuenschen sich einen Regierungswechsel, andere sind entsetzt, dass Thaksin, der besonders bei den Armen sehr hoch angesehen ist, nicht mehr im Amt sein soll.
Thaksin, der unter starkem Korruptionsverdacht steht, hatte sich in den letzten Jahren unter anderem mit dem Aufbau einer allgemeinen Krankenversicherung, die den aermeren des Landes den Zugang zur medizinischen Versorgung geschaffen hat, grossen Zuspruch unter der Bevoelkerung geschaffen. Die Korruptionvorwuerfe des Regierungchefs sind es auf der anderen Seite, die, wie das Militaer angibt, den Putsch herbeiriefen.
Die Stimmung in Chiang Mai wird dem ausgerufenen Kriegsrecht in keinster Weise gerecht. Die Menschen sehen den Tag als zusaetzlichen Feiertag an, da alle oeffentlichen Einrichtungen geschlossen sind und der Grossteil der im allgemeinen eher schlecht informierten Thais haben keine Meinung zu den Vorfaellen in ihrer Hauptstadt. "Bangkok ist weit weg, das beruhigt sich da unten schon wieder - hier oben(in Chiang Mai) besteht keine Gefahr von Unruhen" beruhigte ein Medizinprofessor der Universitaetsklinik heute morgen meine Freundin.
Ein thailaendischer Trekkingtouren-Fuehrer sagte mir, dass es Thaksin sei, der in Thailand fuer Gerechtigkeit gesorgt hatte und er diesen am liebsten auf Ewig im Amt sehen wuerde.
Einig sind sich die Menschen darin, dass nicht mit Gewalt gerechnet wird, solange sich der Koenig auf die Seite des Militaers schlaegt und den Putsch unterstuetzt. Sollte der bei der Bevoelkerung verehrte Monarch die Vorkommnisse aber kritisieren, wird von einem Gegenputsch ausgegangen und es koennte doch zu Gewalt zwischen dem Militaer und den Anhaengern Thaksins kommen, die mit ca zweidrittel der Gesamtbevoelkerung des Landes ebenfalls viel bewegen koennten.
Fuer uns hier in Thailand heisst es im Moment, sich rundum zu informieren und abzuwarten, um gegebenenfalls das Land rechtzeitig verlassen zu koennen. Zum aktuellen Zeitpunkt besteht von Seiten der Deutschen Botschaft in Bangkok noch keine Ausreiseempfehlung.
Bastian Zitscher
Den Telefon-Kontakt zu Bastian Zitscher stellten wir gestern über seine Eltern, Petra und Michael Zitscher, her.
Seine Mutter zeigte sich angesichts der Entwicklung in dem südostasiatischen Land verständlicherweise sehr beunruhigt. „Wir haben keine ruhige Minute mehr. Das können Sie glauben“, sagte Petra Zitscher. Sie sähe ihren Sohn lieber heute als morgen aus dem Land ausreisen. „Wir haben schon heute morgen mit ihm telefoniert und er hat uns beruhigt, dass in Chiang Mai die Lage ruhig ist. Wir hoffen das Beste“, so die Mutter weiter.
„Wir gehen hier kein Risiko ein. Sowie das Auswärtige Amt oder die Deutsche Botschaft zur Ausreise raten, sind wir hier weg“, sagte Bastian Zitscher, als wir gestern Vormittag – Ortszeit 15.40 Uhr – mit ihm sprachen.
aus DLZ (www.sh-nordsee.de)
Militaerputsch in Bangkok
Seit meiner Email von gestern hat sich der thailaendische Koenig nun also hinter den Militaerputsch gestellt und somit eine moegliche Eskalation in Thailand verhindert. In zwei Wochen will das Militaer die Macht an eine Uebergangsregeioerung abgeben, bis dahin soll das Kriegsrecht bestehen beiben. Hier geht aber niemand mehr davon aus, dass sich die Lage verschaerfen koennte - vielmehr rechnen die Thais mit denen ich heute gesprochen habe, damit, dass die Panzer in Bangkok in den naechsten Tagen abgezogen werden.
Somit steht unserem weiteren Aufenthalt hier in Thailand nichts im Wege.
Da aber unser 30-Tage-Visum fuer Thailand am kommenden Sonntag auslaeuft, muessen wir das Land erneut verlassen, um mit dem neuen Einreisestempel weitere dreissig Tage gutgeschrieben zu bekommen, die dann bis zum Ende unseres Aufenthaltes ausreichen. Da das Militaer im Zuge des Putsches in Bangkok die Grenzen in die noerdlichen Laender Laos und Myanmar dicht machten, mussten wir unsere Plaene, kurz fuer fuenf Minuten nach Myanmar einzureisen, kurzfristig aendern und nun geht es morgen per Flugzeug von Chiang Mai nach Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias.
Bastian Zitscher
Der Weddingstedter Bastian Zitscher hält sich zurzeit in Asien auf. In dem Ort Chiang Mai in Thailand absolviert er ein Praktikum im Rahmen seines Studiums. Von dort berichtet er in der „E-Mail aus Asien“.
Das vergangene Wochenende verbrachten wir für drei Tage in Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias. Nach etwa dreistündigem Flug landeten wir in dem muslimischen Staat, der vom Pro-Kopf-Einkommen etwas über dem von Thailand liegt. Nach dem Einchecken in ein einfaches chinesisches Hotel in China Town machten wir uns zu Fuß auf, die Stadt zu erkunden. An einige Straßenzüge konnte ich mich noch gut erinnern, da ich bereits vor etwa zwei Jahren für ein paar Tage in der Stadt war.
Auf dem Programm für das Wochenende standen neben den Petronas-Zwillingstürmen, das Stadion der Stadt und die Märkte in China Town. Die Petronas-Türme (Tel. iehe Foto) sind die höchsten Zwillingstürme der Welt – auch schon vor dem 11. September 2001. Sie waren lange Zeit über die beiden höchsten Gebäude der Erde. Außerdem ist es einer der wenigen Orte der Welt, wo man eine christliche Kirche neben einem buddhistischen Tempel und einer muslimischen Moschee besuchen kann. Neben diesen drei Religionen findet man ferner einige chinesische Religionen und viele Hindus. Staatsreligion ist der Islam, zu dem sich in etwa 60 Prozent der Bevölkerung bekennen.
Kuala Lumpur ist mit 1,5 Millionen Bewohnern die größte Stadt des Landes, Malaysia selbst hat zirka 24 Millionen Einwohner. Das Land besteht aus zwei vom Südchinesischen Meer getrennten Teilen, zum einen den auf der malaiischen Halbinsel südlich von Thailand gelegenen Westteil und den auf der kaum bewohnten Insel Borneo gelegenen Ostteil. Im Süden des Westteils liegt der Stadtstaat Singapur.
Chiang Mai
Unser Aufenthalt in Suedostasien naehert sich so langsam dem Ende entgegen.
Es sind noch zwei Wochen fuer uns hier in Thailand bevor es wieder ueber Dubai zurueck nach Deutschland geht.
Mittlerweile haben wir uns recht gut in die Stadt Chiang Mai und in das Land eingelebt und halbwegs integriert. Immer auffaelliger wird uns der krasse Unterschied zwischen den Kulturen der Thais im Gegensatz zu uns Mitteleuropaeern.
In den vergangenen zwei Wochen nach dem Militaerputsch habe ich oft versucht mit den Thais ueber die aktuelle politische Lage in Thailand ins gespraech zu kommen. Immerhin hatte ja die Mehrheit der Bevoelkerung den jetzt gestuerzten Ministerpraesidenten Thaksin gewaehlt. Festgestellt habe ich, dass es einfach keinen interessiert. "Der Koenig hat doch gesagt, dass das eine gute Sache sei, mit dem Putsch - das wird schon stimmen" hoerte ich gleich von mehreren Thais. Andere wissen nicht einmal etwas von der derzeitigen Situation in ihrem Land, in dem noch immer Kriegsrecht besteht.
In Chiang Mai hat sich die Anzahl der Soldaten, die die groesseren Strassenkreuzungen und groessere Gebaeude in der Stadt gegen wen auch immer bewachen, erhoeht. An einigen Kreuzungen liegen Sandsackwaelle hinter denen die Soldaten postiert sind. Direkt davor nutzen Kinder die Helligkeit der Scheinwerfer, um auch noch in den Abendstunden Federball spielen zu koennen. Touristen stellen sich fuer Fotos zwischen die mit Sturmgewehren bewaffneten Soldaten und den Umsatz an T-Shirts in Tarnfarbe duerfte gestiegen sein, denn auch einige Zivilisten kleiden sich zur Zeit wie das Militaer - warum auch immer?
Von Woche zu Woche wurde in den vergangenen zwei Monaten auch das Wetter im Norden Thailands besser. Als wir Anfang August in Chiang Mai ankamen, stand die Innenstadt nach heftigen Regenguessen voellig unter Wasser. Nun endet die Regenzeit und so langsam wird es mit bis zu 40 Grad Celsius so richtig heiss. Ohne Klimaanlage ist schlafen bei naechtlichen Temperaturen von ca 30 Grad kaum noch moeglich, aber so besteht nun doch noch die Moeglichkeit, etwas gebraeunt nach Deutschland zurueckzukehren.
Auf dem Foto ist eine typische Massage zu sehen, fuer die Thailand beruehmt ist. Fuer umgerechnet drei Euro kann man seinen Koerper eine Stunde lang durchkneten lassen, wobei es passieren kann, dass man unglaubliche Verrenkungen machen muss, die zumindest von mir meist nicht schmerzfrei durchzufuehren sind. Erstaunlicherweise gehts einem danach wirklich besser. Die Massage goennten wir uns in einem Bergdorf fernab der Stadt Chiang Mai in einer einfachen Bambushuette.
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