Herkunft und Ableitung der Familiennamen
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Die Namensgebung für die Nachnamen erfolgte in vielen Gebieten hauptsächlich im 14. Jahrhundert.
Familiennamen sind aus der Stammeszugehörigkeit, nach einem Land, nach einer Landschaft, aus Wohnstättennamen, Häusernamen,
Berufsbezeichnungen und Übernamen entstanden.
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Bisanz
MEYERS LEXIKON ONLINE, Duden-Familiennamen:
Herkunftsname zu der früheren deutschen Namensform der französischen Stadt Besançon
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Bloch
von Karsten Rudorf:
oberdeutscher Übername für Block oder aus dem polnischen "wloch"
=> "Italiener, Fremdstämmiger", z. T. auch jüdisch oder polnisch
Bloch (um 1255), Blocheli (um 1256)
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Block
von Karsten Rudorf:
Übername, zu mittelhochdeutsch "bloc(h)" => "Holzklotz, Bohle, Falle"
Blok (um 1289), am Block (um 1354), Bloc (um 1371)
mittelniederdeutsch "block" => "für einen körperlich, geistig oder
seelisch grob beschaffenen Menschen"
auch Wohnname möglich "Ort, an dem Fallen aufgestellt werden"
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Bode
von Karsten Rudorf:
kommt vom niederdeutschen Rufnamen "Bodo" => "Bote, Gesandter"
Bodo (um 879/890)
Bode (um 1257)
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Bormann, Borneman
von Karsten Rudorf:
mittelnorddeutscher Wohnname "born" => "Brunnen", für einen, der an einem Brunnen wohnt
Borneman (um 1293), Borman (um 1466)
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Busse
von Karsten Rudorf:
norddeutsche Kurzform zum Rufnamen "Burkhard".
Boßße (um 1100), Bosse (um 1282), Busße (um 1369), Busse (um 1425)
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Domke
von Karsten Rudorf:
Kurzform zum slawischen Rufnamen "Domaslav" oder norddeutsche Kurzform zu "Daum(e)"
Dumeke (um 1253), Domcke (um 1484), Dompke (um 1532)
Domke (um 1597)
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Durzinsky
von Wm. Fred Hoffman:
Es ist naheliegend, daß der Name Durzinsky aus dem slawischen Sprachbereich stammen und
von dem polnischen Wort Druzynski abgeleitet werden könnte.
Druzynski bedeutet soviel wie königlicher Leibwächter.
Druz~yn~ski. (A dot over the z and an accent over the n). (Meaning "king's bodyguard" according to Polish Surnames.
Origins and Meanings by Wm. Fred Hoffman.
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Fink, Finke
von Karsten Rudorf:
mittelhochdeutscher Übername "vinke" => "Finke" oder auch "loser Gesell" für einen lustigen, fröhlichen,
sangesfrohen, umgänglichen Menschen
Vinck (um 1223), Vinke (um 1272), Fyncke (um 1426)
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Giese
von Karsten Rudorf:
als Kurzform von Giesecke
Kurzform zum althochdeutschen Rufnamen "gisal-beraht" => "Geisel + hell, strahlend, glänzend"
Gieselbertus (um 1250) = Giso
Ghiseke (um 1304/1317), Ghise (um 1290), Gyseke (um 1347)
Giseke (um 1451)
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Grohmann
von Karsten Rudorf:
mittelhochdeutscher Übername "grä-man" => "grau, altersgrau + Mann"
Graman (um 1347), Groman (um 1369), Groman (um 1410)
Grohmann (um 1550)
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Kelm
von Dr. Siegfried Kelm, Sindelfingen, Dezember 1980 (Auszug):
Es ist naheliegend, daß der Name Kelm aus dem slawischen Sprachbereich stammen und
von dem wendischen oder altpolnischen Wort chelm abgeleitet werden könnte.
Chelm bedeutet soviel wie Hügel oder leichte Anhöhe. Das russische Wort cholm hat die gleiche Bedeutung.
Im Indogermanischen heißt kel: ragen, sich erheben und kelm: Hügel, leichte Anhöhe (lateinisch collis: der Hügel).
Der ungefähre Ursprung des Namen Kelm ist in den ehemaligen deutschen Ostgebieten
(östlich der Oder-Neiße-Linie) zu suchen.
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Klawitter
von Karsten Rudorf:
litauischer oder altpreusischer Rufname "Klawa"
lettisch "kl'ava" => "Ahorn"
Klawitter (um 1534)
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Kummetat
siehe <http://www.radioeins.de/sendungen/eins_am_vornachmittag/nnn.jsp>:
Littauisch "kummetis" = dt. "Instmann"
"Instmann" kommt wiederum von niederdt. "insate" = "einsitzen" (in Haus/auf Pachtgrund);
ein Instmann ist ein angesiedelter, verheirateter Gutsarbeiter bzw. Guts-Tagelöhner.
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Milbradt
von Lothar Mildebrath, 30.5.1998 (Auszug):
siehe <http://www.hinterpommern.de/Genealogie/Stammtafeln/mildebrath.html>
Nach Angaben von Hans Bahlow in seinem Lexikon der pommerschen Familiennamen geht der heutige Name
Mildebrath auf die Urform Milobrat zurück, die zuerst im Jahr 1204 mit einer Quelle dokumentiert ist.
Einige Beispiele von Schreibweisen soweit sie im Buch von Max Mühlbradt und anderen Quellen zu finden sind:
Miehlbradt, Mielbradt, Milbracht, Milbrad, Milbradt, Milbraht, Milbrand, Milbrandt, Milbrat, Milbrath, Milbratz,
Milbrecht, Milbreodt, Milbret, Milbrett, Milbrod, Milbrodt, Mildbread, Mildbrand, Mildbrandt, Mildbrath,
Mildebrat, Mildebrath, Millbradt, Millbrath, Millbrathen, Millrat, Möhlbradt, Mühlbreth, Mühlbradt, Mühlbrandt,
Mühlbrat, Mühlbrath, Mühlbrett, Mühlbrodt, Mylbrant, Mylbryt.
Über die Bedeutung des Namens gibt es zwei unterschiedliche Angaben:
1. germanischer Ursprung aus "mild": ein durch Güte, Barmherzigkeit und Freigebigkeit bekannter Mann,
ahd.: milti berath
2. slawisch/wendischer Ursprung aus sl. "mil" bzw. asl. "milu" (lieb, gnädig) und "brat": lieber Bruder.
So gilt "Milobrat" als slawischer Vorname.
Vor- und Nachnamen mit Milo- beginnend sind recht häufig.
Wie der Vorname Milobrat zum Nachname wurde, ist nicht bekannt.
Möglicherweise kam der erste Namensträger mit Ordensleuten der Johanniter, des deutschen Ritterordens,
der Zisterzienser oder Templer aus Mitteldeutschland nach Pommern.
Man denke auch an die Züge Ottos von Bamberg (1124 und später) im Zuge der Christianisierung nach Pommern,
u.a. Klätkow und Zirkwitz, beides im Kreis Greifenberg.
Dann müßte man allerdings wohl einen germanischen Ursprung unterstellen.
Heute muß man allerdings wohl eher von einem slawischen Ursprung ausgehen.
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Riemenschneider, Riemer
von Karsten Rudorf:
mittelhochdeutscher Berufsname "riemensnider" => "Weißgerber, Riemenschneider, Riemer"
Remensnidere (um 1258) , Rymensnider (um 1382)
Rimer (um 1343) , Rymer (um 1402) , Remer (um 1434)
eingefügt aus <http://www.riemerundco.de/namen.htm>:
Riemer ist der mittelhochdeutsche Berufsname zu Riemenschneider oder Riemenmacher; im niederdeutschen auch Remer.
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Rohr
laut Duden:
1. Herkunftsname zu dem gleich lautenden Ortsnamen (Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Baden-Württemberg,
Bayern, ehem. Pommern/jetzt Polen, Österreich, Schweiz)
2. Wohnstättenname zu mhd., mnd. >Rohr, Schilf, Röhricht<
von Karsten Rudorf:
3. de Ror (um 1288), vomme Rore (um 1328), Ror (um 1373)
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1. Berufsname zu mnd. schimman = schipman, schieman 'Schiffsmann, Matrose'
1579 Schiehemahnn, 1639 Schieman
2. ostd. Form des Rufnamens => Simon
1386 Sziman, sorb. oder poln. Form des christl. TaufN Simon
(nsorb. S`´yman, osorb. S`´iman, pol. Szyman)
< bei den beiden sorb. Namen jeweils ein umgekehrter Zirkonflex über dem S >
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Schmalz
von Karsten Rudorf:
mhd. Über-/Berufsname "smalz" => "Schmalz, Fett, Butter" für den Schmalzhändler.
Schmaltz (um 1279), Smalz (um 1287) [war Fleischer in Meißen]
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Schmidt
von Karsten Rudorf:
ist ein abgewandelter Name nach einer Berufsart
Berufsart => Metallarbeiter, Schmied
deme smede (um 1266/1325)
der Smid (um 1306)
Smet (um 1380)
Schmit (um 1491)
Smidt (um 1501)
Schmidt (um 1588)
weitere Formen: Schmidtke / Schmiedel / Schmitz / Schmittat
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Schöning(h)
laut Duden - Familiennamen - Herkunft und Bedeutung:
1) Herkunftsnamen zu den Ortsnamen Schöning (Nordrhein-Westfalen, Schlesien), Schöningen (Niedersachsen, ehem. ...
2) Ableitungen auf -ing von →Schön.
Schuck, Schugk
von Karsten Rudorf, Duden-Familiennamen:
zu mhd. schuoch <Schuh> für den Schuhmacher oder
zu mnd. schugge, schuck <Scheu, Angst>.
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Schuckmann
von Klaus Schuppmann (Schuckmann) <genealogie@htp-tel.de>:
Eine Möglichkeit ist die Kennzeichnung einer speziellen GEWOHNHEIT, jemand, der abweichend von der damals vorherrschenden Dorfsitte Schuhe trug (der Schuh -- mann).
Eine andere Variante ist der Hinweis auf einen SPOTTNAMEN, weil der Betreffende besonders große Füße hatte (Schocken) oder auch auffallende Schuhe (Schocke, auch Schuch) trug.
Weiterhin kann der Name auf eine BERUFSBEZEICHNUNG hinweisen, indem der Besitzer eines Freibauernhofes beauftragt war, für den Lehnsherrn Naturalabgaben einzusammeln. (1 Schock = 60 Stück) Der Schock oder Schockmann galt als Steuererheber, Sammler und Einforderer des Zehnt-Schocken.
Auch die Berufsbezeichnung des Schuhmachers lässt eine Deutung des Namens zu.
Schuckmann ist die ältere Form des heutigen Schumann oder Schuhmann. Wie von Ihnen schon teilweise ausgeführt, ist die alte Schreibweise in Neuhochdeutsch "schuch", in Mittelhochdeutsch "schuoch" und in Althochdeutsch "schuoh".
Interessant ist auch die Namensgebung für die BESITZBEZEICHNUNG. So bedeuten die Endsilben "man" oder ing (ink)" Haus oder Hof.
D.h. Schucke-man = Haus des Schucke. Später wurden die Besitzer "die vom Schuckeman" (also die aus dem Schuckehaus) bezeichnet.
Welche der vorgenannten Erklärungen nun die richtige ist, ist kaum sicher zu beantworten.
Urkundlich lässt sich heute feststellen, dass die Namensformen "Schuck", "Schucke", "Schuckmann" chronologisch und lokal parallel verlaufen sind.
Schon in der Mitte des 13. Jahrhunderts finden sich die Namensformen "Schucke" und "Schuckmann".
Ob dies nun die gleiche Sippe ist oder ob es sich um getrennte Geschlechter handelt, ist hierbei völlig offen.
Fakt ist, dass zu dieser frühen Zeit Bauer, Freie und Ritter die ersten Träger des Namens waren.
So sind z.B. im Westfälischen Urkundenbuch um 1200 die Namen Scukke, Scocke, Schucke und Schocken dokumentiert.
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von Sointu Solehmainen, verh. Häkkinen <Keijo.Hakkinen@welho.com>:
Der Name Solante/i ist von dem schwedischen Familiennamen Stormos abgeleitet.
Stormos (Storma°s) <große Möve> lautet ins Finnische übersetzt Lokki <Möve>.
Er ist ohne Sinn ins Finnische als Solante und Solanti übersetzt worden, was keine Bedeutung hat.
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von Kari Solehmainen (Übersetzung Ritva Solehmainen, verh. Zöllner):
siehe <http://www.kolumbus.fi/kari.solehmainen/public_html/aloitussivu.html>
Der Name Solehmainen stammt aus Karelien. Früher auch Solehmai oder Solehma.
In Kirchenbüchern findet man auch die Formen Solomain und Solomaine.
Auf der Website ist eine Liste von Bewohnern des Namens Solehmainen in Ilomantsi im Jahre 1898 veröffentlicht.
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Zöllner, Zöller
nach Konrad Kunze:
1. In Anbetracht der bäuerlichen Herkunft meiner Familie Zöllner ist es wahrscheinlich,
daß der Name von "selde" (Taglöhnerhäuschen mit wenig oder keinem Feld) stammt:
"Söll(n)er"
"Söll(n)er" könnte zu "Zöllner" geworden sein.
laut Duden:
2. Berufsname zu mhd. zoller 'Zolleinnehmer'
Zoll(n)er, Zöll(n)er: 1142 Zoller, 1225 Zollner
Waren die mittelalterlichen Zöllner zunächst Beamte im Dienst des Kaisers, der Klöster und anderer Lehnsherren,
so gab es im Spätmittelalter zahlreiche Zöllner als städtische Angestellte. Sie erhoben z.B. Brücken- und Wegezoll.
Da aber (noch) keine derartigen Berufe bei meinen Vorfahren bekannt sind, ist diese Möglichkeit eher unwahrscheinlich.
von Robert Czoelner (Auszug):
3. Czoelner
siehe <http://homepages.compuserve.de/Czoelner/Uber_mich/Czoelner/hauptteil_czoelner.htm>
a) Ableitung vom Namen des Beamten oder Ritters, der berechtigt ist, Zölle zu erheben. Dazu gehören auch Familien des Hochadels, wie zum Beispiel die von Hohenzollern, die sich ursprünglich Zollern nannten. In Nürnberg, wo die Zollern oder Zollner als Burggrafen amtierten, verfügten sie offenbar über das Zollrecht. 1363 erlangten sie den Rang von Reichsfürsten. Gleichzeitig existierten auch in der Stadt Nürnberg selbst zwei Patriziergeschlechter, die sich Zollner nannten. Das Wappen einer dieser Familien war durch einen schmalen roten Balken geteilt, oben in Gold ein wachsender schwarzer Löwe, unten in Silber ein schwarzer Kopf.
b) Ableitung von dem Namen Kellner, manchmal auch Zellner gesprochen oder geschrieben. In Klöstern verwaltete der Kellner oder Küchenmeister die hauswirtschaftlichen Bedürfnisse, insbesondere den Weinkeller. Er führte aber auch die Aufsicht über das gesamte Klostervermögen und deckte den Bedarf an Lebensmitteln für das Kloster.
Die Berufsbezeichnung ist letztlich abgeleitet von lateinisch “cella”. Daß man dieses lateinische Wort unterschiedlich aussprechen kann, zeigt die deutsche Entsprechung “Zelle”. Je nachdem, ob man nun der lateinischen Schreibweise den Vorzug gab oder der deutschen, konnte man mit “c” oder “z” am Anfang schreiben oder sogar beides kombinieren.
Die schweizerische Familie Zöllner oder Zollner, die im Wappen in Gold eine Traube führte, leitete sicher ihre Herkunft von einem solchen Kellner oder Zellner ab.
c) Herleitung aus dem Ortsnamen Köln oder Cöln. Es existierten in Deutschland mehrere Orte dieses Namens. Für die Schreibweise gelten ähnliche Überlegungen wie für das Wort “Kellner”.
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